Mauerfall – Friedensgebete und Abrissunternehmen ChristusMauerfall – Friedensgebete und Abrissunternehmen Christus

Einheit: Mauerfall – Friedensgebete und Abrissunternehmen Christus

Verband: Deutscher EC-Verband
Zeitbedarf: 90 Min. (Vorbereitung: 45-90 Min.)
Materialart: Bibelarbeit
Zielgruppen: Jugendliche (15-19 Jahre), Teens (12-16 Jahre)
Einsatzgebiet: Gruppenstunde
Redaktion: TEC:
Benötigte Materialien: Laptop, Lautsprecher, Beamer, Kreuz, Kerze(n), Bibel(n), große Blätter, Stift(e)
Bibelstelle: Matthäus 5,13
Matthäus 5,13

Salz der Erde und Licht der Welt

Markus 9,49-50; Lukas 11,33; 14,34-35

13»Ihr seid das Salz der Erde:

Aber wenn das Salz nicht mehr salzt,

wie kann es wieder salzig werden?

Es ist nutzlos! Also wird es weggeworfen

und von den Menschen zertreten.

BasisBibel 2012/2020, © Deutsche Bibelgesellschaft

Friedensgebete haben dazu beigetragen, dass das SED-Regime ins Wanken geriet. Wo ist es heute an Christen, sich einzumischen und einen Unterschied zu machen?


Vorschau:

1. Vorbemerkungen

Dass Deutschland viele Jahre ein geteiltes Land war und die Menschen in der DDR in einer kommunistischen Diktatur lebten, ist für Jugendliche, vor allem in Westdeutschland, nur noch geschichtliches Wissen. Das Gedenken an den Mauerfall können ein Anlass sein, dieses Stück Geschichte neu präsent werden zu lassen. Die Rolle der Friedensgebete und friedlichen Revolution für das Ende der Diktatur durch die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED) können ein Beispiel dafür sein, sich als Christen politscher und gesellschaftlicher Ungerechtigkeit zu stellen und sich für Gerechtigkeit einzusetzen.

2. Zielgedanke

Jesus spricht seinen Nachfolgern zu, dass sie das „Salz der Erde sind“. Als Salz sind wir aufgerufen, uns einzumischen, wo eine neue Würzung nötig ist – das kann im Privatleben der Fall sein, aber auch, wenn es um politische und gesellschaftliche Fragen geht.

3. Einführung incl. Exegese

Am 9. Oktober 1989 demonstrierten 70.000 Menschen in Leipzig friedlich gegen die Herrschaft der SED. 8000 Polizisten standen bereit, um diese Montagsdemonstration, wenn nötig mit Gewalt, zu zerschlagen. Sie griffen nicht ein. Weder hatten sie mit so vielen Menschen gerechnet, noch waren sie auf das vorbereitet, womit die Demonstranten bewaffnet waren: Kerzen und Gebete. Einen Monat später fiel die Mauer, die die Menschen in der DDR gefangen hielt. Problemlose Ein- und vor allem Ausreise war möglich. Das Ende des SED-Staates war eingeläutet. Ihren Ursprung hatten die Montagsdemonstrationen in den Montagsgebeten, die seit Anfang der 80er-Jahre in der Leipziger Nikolaikirche mit wachsender Teilnehmerzahl stattfanden. Woche für Woche kamen Gläubige, aber genauso Atheisten in der Kirche zusammen, um für Frieden und Gerechtigkeit zu beten, Ungerechtigkeit anzusprechen und ihrem Ärger und Unmut über das Regime Luft zu machen. Ab 1989 schlossen sich dann an die Gebete Demonstrationen an. Christian Führer, ehemaliger Pfarrer der Nikolaikirche und Koordinator der Friedensgebete, sagte in einer Rede: „Mir persönlich stand immer die Frage vor Augen: Was würde JESUS dazu sagen? – Da geht es schon los mit den Schwierigkeiten. Denn JESUS sagt: ,Ihr seid das Salz der Erde‘ (Mt 5,13a). Nicht die Creme? Nicht die Oberschicht? Salz also. Hineinwirken in die Gesellschaft also. Nicht bei sich bleiben. Sich einmischen. Denn keine Weltanschauung oder Wirtschaftsordnung, kein Staat und kein System sind heiligzusprechen. Müssen im Sinne JESU vermenschlicht werden.

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  • Autor / Autorin: Katharina Haubold
  • © Deutscher EC-Verband