Sexualisierung des Aufwachsens – ein Schutzkonzept für die Jugendverbandsarbeit am Beispiel des CVJM Bayern e.V. – Bachelor-Thesis

Da die gesamte Arbeit zu lang ist, um sie ganz als Beitragstext einzufügen, findet man hier nur einen Ausschnitt der Bachelor-Thesis. Die gesamte Arbeit, sowie weitere Materialien, findet man im Anhang.

findet man im Anhang.

Abstract:

Die vorliegende Arbeit betrachtet sexualisierte Einflüsse der Gesellschaft (Werbung, Social Media, Pornografie, Film und Fernsehen) und sucht einen Weg, wie in der christlichen Jugendarbeit ein Rahmen geschaffen werden kann, in welchem Sexualität kein Tabuthema ist. Hierfür wurde eine konzeptionelle Überlegung verfasst, in welcher sowohl Mitarbeitende als auch Teilnehmende Input zum Thema Sexualisierung als auch Sexualität erhalten. Die Vorgehensweise belief sich im ersten Teil auf eine Literaturarbeit und im zweiten auf eine Ausarbeitung zu einem Konzept in Kooperation mit dem CVJM Bayern e.V..

Zugehörige Materialien wurden ebenfalls erstellt und sind im Anhang einzusehen.

Einleitung:

„Eine Filmkultur, die künstlerische Freiheit predigt, zugleich aber zu kontrollieren versucht, wie Frauen auf der Leinwand dargestellt werden, muss man in Frage stellen. Die MPAA findet Szenen in Ordnung, die Frauen in sexuell gewalttätigen Szenarien als Unterhaltungszweck zeigt. Auf der anderen Seite versuchen sie uns zu zwingen, bei Szenen wegzuschauen, in denen Frauen in sexueller Hinsicht beteiligt sind. Es ist frauenfeindlich, kontrollieren zu wollen, wie Frauen sich selbst sexuell präsentieren. Das ist ein größeres Problem als dieser Film.“ [so äußerte sich] Ryan Gosling zu Kritik über die Oralverkehr Szene mit Michelle Williams in „Blue Valentine“. (Braun, 2018)

Sexualität wird nicht nur in der Filmbranche, wie oben durch Ryan Gosling geschildert, kritisiert, sondern findet in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens Platz. Vor allem findet die Sexualität von Frauen im Verborgenen statt, wohingegen die männliche Sexualität in allen Bereichen des täglichen Lebens Platz findet. Gerade für Kinder und Jugendliche hat das Aufwachsen in einer zunehmend sexualisierten Welt Folgen. Frühreife Jungen und Mädchen, die immer früher erwachsen zu sein scheinen, bedürfen unserer Aufmerksamkeit und Unterstützung, um zu mündigen, selbstständigen, selbstbewussten und vor allem selbstbestimmten jungen Menschen heranwachsen zu können. Jugendliche vor sexualisierten Einflüssen zu schützen, ist wohl kaum möglich in einer digitalisierten Welt wie der unseren, aber Wege zu zeigen, wie Heranwachsende trotz der Einflüsse selbstbestimmt handeln, eigene Meinungen bilden und kritisch hinterfragen lernen, ist unsere Aufgabe, mit der sich beschäftigt werden soll.

Die folgende Arbeit gliedert sich in fünf Hauptteile. Im ersten Teil, dem einführenden Teil, findet sich der Anlass der Arbeit als auch die Relevanz für die Soziale Arbeit. Darauf folgt
der zweite Teil, der theoretische Teil in welchem die Entstehung der Sexualität betrachtet wird und Sexualisierung dargestellt wird. Bereits vorhandene Überlegungen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen bilden den dritten Hauptteil, worauf im vierten Teil die Institutionelle Vorstellung von Landeskirche und CVJM folgen. Der letzte Punkt, die konzeptionelle Ausarbeitung, gliedert sich in zwei Thementage. Abgeschlossen wird die Arbeit mit einem Fazit. Im Anhang werden Materialen bereitgestellt, die zur Durchführung der Thementage relevant sind.

Einführender Teil:

  • Anlass der Arbeit:

Diese Arbeit ist aus einer Herzensangelegenheit heraus entstanden. Im CVJM Bayern e.V. gibt es schon länger Überlegungen, inwiefern Jugendliche dazu bewegt werden können, selbstbestimmt und selbstbewusst Sexualität zu leben. Gerade unter den Eindrücken von Social Media und Werbung fiel vermehrt auf, wie sich das Selbstbild junger Menschen verändert. Nach der Ausarbeitung eines Konzepts zur Prävention sexueller Gewalt kam der Gedanke auf, die beste Prävention dafür ist es, Jugendlichen andere Wege zu zeigen: Jugendliche sollen sexuelle Bildung erhalten. Wenn Jugendliche einen gesunden Umgang mit Sexualität erlernen, wird damit auch sexualisierte Gewalt vorgebeugt.

Das hier vorliegende Konzept entspricht wohl nur entfernt dem gängigen Schutzkonzept und wirkt trotzdem als solches. Prävention ist der beste Schutz, denn die Gefahr an sich wird schon vor Eintreten bewusst wahrgenommen und so gut wie möglich verhindert.

  • Bedeutung für die Soziale Arbeit:

Die Relevanz der Thematik für die Profession der Sozialen Arbeit ergibt sich aus zwei unterschiedlichen Gesichtspunkten. Zum einem aus dem Schutzauftrag der Jugendarbeit und zum anderen aus dem Bildungsauftrag. Die Aufgabe des Schutzes lässt sich aus SGB VIII ableiten. Die Jugendarbeit muss es leisten, Kinder und Jugendliche bestmöglich zu schützen. Der Auftrag der Bildung betrifft nicht nur schulische Bereiche. Auch sexuelle Bildung ist Teil des Auftrages. Kinder und Jugendliche haben ein Recht auf Aufklärung und sollten sie auch erhalten können. Die Soziale Arbeit muss dies leisten können, doch es fehlt an Konzepten, weswegen die vorliegende Arbeit einen ersten Anstoß in diesem Bereich geben soll.

[…]

Konzeptionelle Überlegung:

  • Einführender Teil:

Wir leben in einer Zeit, in der es nicht zu viel nackte Haut geben kann, in der Body Positivity zwar großgeschrieben, aber trotzdem wenig gelebt wird. An jeder Ecke begegnen uns Bilder von unrealistischen Gesichtern, bearbeiteten Körpern und sexuellen Darstellungen. Bilder, die uns nicht nur beeinflussen, sondern auch unser Bild von Sexualität und Schönheit prägen. Wir als CVJM sehen hier den Bedarf, Klartext mit Jugendlichen zu sprechen. Was sagt die Bibel zu Sex? Wo sind meine Grenzen? Wie gehe ich mit Sexualität um? Wir wollen für diese Fragen einen Raum schaffen, in dem offen und ehrlich gesprochen werden darf. Ein Ort, an dem Meinungen gebildet werden und Ansichten diskutiert werden können.

Geschichtlich gesehen wurde Sexualität, gerade in christlichen Kreisen, nahezu immer als negativ, als Sünde abgeschrieben. Darüber zu sprechen war undenkbar. In einer Welt, in der Sexualität in jedem Bereich thematisiert wird, sollten wir, als Anbieter der Jugendarbeit, offen sein und uns positionieren. Für uns ist es von Bedeutung, Jugendliche in ihrer Entwicklung zu begleiten und bestmöglich zu unterstützen, weswegen uns auch dieses Thema am Herzen liegt.

  • Biblisch-Theoretische Grundlage:

Sexualität und die Bibel, ein Vergleich, der nur selten gezogen wird, dabei spricht die Bibel mehrfach und sehr deutlich von Sex und dies nicht im negativen Sinne, wie es oft gedacht wird. Im Folgenden sollen deshalb einige Bibelstellen näher betrachtet werden. Dies soll allerdings keine feste Meinung vertreten, viel mehr eine Anregung sein, um eine eigene, fundierte Meinung bilden zu können.

„Wer sich über die unterschiedlichen Ausdrucksformen von Sexualität und die damit verbundenen Potenziale und Konflikte ein reflektiertes Urteil bilden will, benötigt Orientierung, konkreter: Wissen darüber, woran und wie man sich orientieren kann. Eine evangelische Ethik, die sich im Auftrag vor Gott und den Menschen gerufen sieht, verantwortliche Urteilsbildung zu begleiten, orientiert sich an der Bibel, an den Bekenntnistraditionen und nicht zuletzt auch an den Erkenntnissen anderer Wissenschaften.“ (Dabrock, Augstein, Helfferich, Cornelia, Schardien, Stefanie & Sielert, 2015, S. 17)

So lesen wir bereits am Anfang des Alten Testaments, in 1. Mose 1, 28: „Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde“. Ein Auftrag Gottes, der wohl kaum missverstanden werden kann. Sexualität hat aber noch einen anderen Fokus als die Fortpflanzung an sich. „Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhangen, und sie werden sein ein Fleisch“ (1. Mose 2, 24) Zwei Menschen werden zu einem. Wir verlassen unsere Herkunft und schaffen etwas Neues, indem wir mit dem Partner/der Partnerin eins werden, eine Einheit bilden. Die Bibel spricht hier von der Bindung zwischen zwei Menschen und wie diese wächst, indem sie miteinander intim geworden sind. Eine einzigartige Verbindung, die wertvoll ist, so eine hohe Bedeutung hat, dass eine einzigartige Symbiose entsteht. Gerade durch diese Einzigartigkeit ist sie besonders schützenswert und sollte in einem verantwortungsvollen Rahmen stattfinden. Ziel sollte es für Verantwortliche der Jugendarbeit also sein, Jugendlichen zu zeigen, dass Sexualität nichts Schlechtes ist, viel mehr das Schönste, was erlebt werden kann. Es ist hierbei
aber von hoher Bedeutung zu erwähnen, dass Intimität in einem festen Rahmen beheimatet sein sollte und auf gegenseitigem Einverständnis beruhen muss. Der würdevolle Umgang mit seinem Gegenüber sollte hierbei an erster Stelle stehen. Die Bibel sagt dazu: „Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«“ (Matthäus 22, 39). Der würdevolle Umgang zählt in allen Bereichen des Lebens, als oberstes Gut, auch auf sexueller Ebene. Des Weiteren lesen wir in 2. Mose 22, 15 – 16: „Wenn jemand eine Jungfrau beredet, die noch nicht verlobt ist, und schläft bei ihr, so soll er den Brautpreis für sie geben und sie zur Frau nehmen. Weigert sich aber ihr Vater, sie ihm zu geben, so soll er Geld darwägen, soviel einer Jungfrau als Brautpreis gebührt.“ Der Kontext der Stelle ist, dass im damaligen Zeitalter eine nicht mehr jungfräuliche Braut keine Chance auf einen Bräutigam hatte, was zur Folge hatte, dass die Familie der Frau sich ihr Leben lang um sie kümmern musste. Diese Stelle ist wohl die meistzitierte Stelle im Kontext der Diskussionen um die Thematik „Sex vor der Ehe“. Im Übertragenen Sinne meint diese jedoch nur: „Wer Sex hat, muss auch Verantwortung dafür übernehmen“.

  • Relevanz der Thematik

Gerade für die Arbeit mit Jugendlichen ist es eine Herzensangelegenheit des CVJM Bayern e.V., die ihnen anvertrauten Menschen zu schützen, weswegen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen dahingehend sensibilisiert und informiert werden sollen.

Die zunehmende Sexualisierung der Gesellschaft führt dazu, dass Kinder als auch Jugendliche immer früher mit Sexualität in Berührung kommen. Bei den meisten gezeigten Inhalten handelt es sich um ein verzehrtes Bild von Sexualität, nicht um die Realität. Für Jugendliche ist es von Bedeutung ein realitätsnahes und gesundes Bild von Sexualität zu erfahren, weswegen ihnen zu einer selbstbestimmten Sicht zur Thematik verholfen werden soll. Daher ist es die Aufgabe der Jugendverbandsarbeit, den Jugendlichen zu helfen, ihren eigenen Standpunkt im Bezug der Thematik zu finden und sie dahingehend zu unterstützen, dass sie zu selbstbestimmten, selbstbewussten Erwachsenen heranwachsen.

Ein weiterer Punkt ist die Prävention sexualisierter Gewalt. Indem Jugendliche einen gesunden Umgang zu Sexualität erlernen, wird Übergriffen vorgebeugt, je weniger zum Täter / zur Täterin werden, desto weniger Vergehen gibt es. Im Juli 2019 wurde die zweite Auflage „Richtlinien für den Umgang mit sexueller Gewalt“ im CVJM Bayern veröffentlicht. Damit wurde der Grundstein gelegt für eine offene, gewaltfreie und sexuell selbstbestimmte Jugendarbeit, die darauf aus ist, Jugendliche nicht nur zu schützen, sondern sie zu mündigen Mitgliedern dieser Gesellschaft zu erziehen und sie dahingehend zu fördern und zu unterstützen.

Ziel des hier vorliegenden Konzeptes ist zum einen, Mitarbeitende der Jugendarbeit zu schulen und ihnen Problematiken im Bezug der Sexualisierung aufzuzeigen, zum anderen, Teilnehmende zu unterstützen eigene Standpunkte zu finden und ihnen Anreize wie auch Räume zu bieten, über Sexualität zu sprechen um ihre eigene Meinung als auch ihr Handeln fundiert begründen zu können. Dieser Rahmen soll in Form eines Thementages Grundstein schaffen für weitere Gespräche und einen offenen, ehrlichen und aufrichtigen Umgang mit Sexualität in den Gemeinden. Er soll Mitarbeitenden ein Fundament geben, dass an Jugendliche weitergegeben werden kann, um diese in Fragen zu unterstützen. Das Tabuthema Sexualität soll sich in ein alltagstaugliches Gespräch entwickeln, ohne Scham aber mit würdevollem Umgang.

[…]

Evaluation:

Ziel des Konzepts ist es zum einen, Mitarbeitende der Jugendarbeit zu schulen und ihnen Problematiken im Bezug der Sexualisierung aufzuzeigen, zum anderen, Teilnehmende zu unterstützen, eigene Standpunkte zu finden und ihnen Anreize wie auch Räume zu bieten, über Sexualität zu sprechen, um ihre eigene Meinung fundiert begründen zu können. Überprüfbar sind die Ziele an folgenden Indikatoren:

  • Mitarbeitende wissen, was Sexualisierung ist, in welchen Bereichen sie geschieht und erkennen sie als solche
  • Teilnehmende haben entwickeln fundierte Meinungen / Standpunkte, die sie begründen können
  • Teilnehmende kenne ihre Grenzen und überschreiten keine Grenzen von anderen
  • Teilnehmenden wird ein Rahmen geboten, sich frei zu äußern, Gespräche finden statt
  • Sexualisierte Gewalt findet durch Teilnehmende nicht statt

Fazit und Ausblick:

„Wir sind Schöpfer unserer Realität. Dies bedeutet nicht, dass wir uns ständig kritisieren sollten, wenn unsere Realität noch nicht unseren Vorstellungen entspricht. Sondern
nur, dass wir die volle Verantwortung dafür übernehmen, ohne einen Schuldigen zu suchen.“ – Manfred P. Zinkgraff (*1961)

Abschließend ist zu sagen, dass Sexualität mehr Gehör in unserer Gesellschaft finden muss, es braucht Räume für Gespräch und Diskussion, Orte an welchen hinterfragt werden darf, Menschen, die sich Zeit für Jugendliche nehmen und offen mit ihnen sprechen. Um diese Räume zu schaffen, wurde hiermit ein Grundstein geschaffen, welchen es umzusetzen gilt. Gerade in der Phase der Jugend ist Sexualität eines der wichtigsten Themen und muss deshalb auch Gegenstand in der (christlichen) Jugendarbeit sein.

Verantwortung übernehmen für das eigenen Handeln, Realität selbst gestalten, Selbstbestimmtes Leben, dies könnten einige Aufgaben des Erwachsenwerdens sein. Diese
Aufgaben zu unterstützen, das ist die Berufung der Jugendarbeit und als diese gilt es, sich der Lebenswelt der teilnehmenden Jugendlichen anzupassen und Teil zu werden.


Leitgedanken/Leitverse

Aussage: Angenommen durch Jesus! Deshalb will ich um jeden Preis mit Gott verbunden sein.
Sarg von Jesus, sein voller Einsatz, sein Sterben, sein Möglichmachen, seine Annahme für uns, Zeugnis: Deshalb will ich um jeden Preis mit ihm verbunden sein, Gott ist das, was dich hält, wenn alles wegbricht, …

Aussage: Jesus nachfolgen – Komme was will!

  • mit ihm unterwegs/verbunden sein
  • all in
  • voller Einsatz
  • loslassen, …

Aussage: Kraft seiner Auferstehung!
Durch einen Sarg als Tür in die Kirche gehen. Kirche als Symbol für das Anteilhaben an Gottes Kraft. Selbst der Tod kann uns nicht trennen. Wir leben mit der Perspektive Ewigkeit schon hier und jetzt.

Aussagen aus dem Philipperbrief, die dem inhaltlichen Fokus zugrundeliegen

  • Meine Gefangenschaft hat die Botschaft nicht aufgehalten. Ganz im Gegenteil: die Menschen, die Paulus gefangen gehalten haben, haben erkannt, warum Paulus gefangen wurde: Weil er an Jesus glaubt.
  • Christus ist mein Leben. Am liebsten würde ich jetzt sterben, andererseits habe ich noch eine wichtige Aufgabe, damit auch ihr fest im Glauben bleibt. (Christus ist mein Leben und Sterben mein Gewinn)
  • Lasst euch nicht von euren Gegnern einschüchtern: Jesus war Gott, gehorsam bis hin zum Tod. Er erniedrigt sich selbst.
  • Was immer geschehen mag, freut euch, weil ihr zu Gott gehört. Das ist eine tiefe Gewissheit.
  • Wir verlassen uns nicht mehr auf uns selbst, sondern verlassen uns auf Gott. Gegenüber dem Gewinn, dass Christus mein Herr ist, ist alles andere belanglos geworden! Um jeden Preis möchte ich mit Gott verbunden sein. Macht euch keine Sorgen, ihr könnt in jeder Lage zu Gott beten, sagt ihm, wie es euch geht. Und dankt ihm, denn ihr seid mit Christus verbunden!
  • Was zählt, ist dass ich von Gott angenommen bin. Wir haben unsere Heimat im Himmel, wir sind nicht darauf angewiesen, alles, was unser Leben gerade ausmacht, so wichtig zu bewerten und zwanghaft daran festzuhalten.
  • Ich will die Kraft seiner Auferstehung erfahren!! (Aber auch sein Leid mittragen)

RealLIFE Programm

Rahmen:

Audioguide

  • per Handy der TN

Modus

  • Pro Min. geht eine Person los
  • Flexibles Losgehen und Ankommen möglich
  • Jeder geht für sich alleine / Kleine Gruppe sind aber möglich

Mitarbeitende

  • zusätzliche Personen für die Seelsorge am Ende des Weges
  • 1 Person am Checkpoint
  • 1-2 Personen am Check in
  • je Station mind. 1 Person

Stationen:

Im Downloadbereich gibt es ein Dokument mit den Texten des jeweiligen Audiotracks. Hier nur die Kurzbeschreibungen der Stationspunkte.

Station 1: Checkpoint

  • Backstein/Ziegelstein als Eintrittskarte aushändigen (Erleben eine Last zu tragen / Unangenehm) TN-Zahlen dadurch kontrollieren z. B. an jeder Station gibt es max. 60 Backsteine zum frei rausgeben
  • Wegbeschreibung zum Ankommen
  • 15-30 Min. Wegziel: Ankommen auf dem Friedhofsvorplatz / Stein ablegen

Station 2: Check in

  • Audioguide aushändigen und für technische Funktionen sorgen –> Hinweis beim Aushändigen: ihr seid solo unterwegs, macht es für euch oder maximal zu zweit, nicht in großen Gruppen.
  • Erhalten Friedhofsplan / Wegplan und Schreibzeug inkl. Unterlage / beim Schreibzeug
  • Offene Frage: Kommt jemand ohne Stein, bekommt er mit dem Audiogerät dann direkt einen ausgehändigt, den er dann auch gleich wieder ablegen kann?

Station 3: Blick auf Kreuz

  • Bei Punkt, wo Blick aufs Kreuz gut ist, stehen bleiben, dort Audio hören;
  • Der Punkt sollte markiert sein (auf dem Schild dazu sollte stehen, in welche Richtung sie blicken sollen)
  • Lediglich Erinnerung, keine extra Aktion

Station 4: Lebensinhalt

  • Stifte, Zettel, Schreibunterlage (bekommen sie schon zu Beginn mit)
  • Schreibe Sachen drauf, die dir wichtig sind.

Station 5: Loslassen

  • Vor einem der großen Mülleimer

Station 6: Alles weg? Feld namenloser Gräber 

  • Bei einem Ort von namenlosen Urnengräbern

Station 7: Grabrede

  • Ausgabe von Stiften, Zettel, Unterlage, Briefumschläge zum Mitnehmen
  • Eine eigenen Grabrede über sich selber schreiben
  • Bei finanziellen Spielraum wollen wir die Briefe zentrale ein paar Wochen später an sie versenden

Themensammlung zu Dingen, Kräften, Mächten, wo wir das Gefühl haben: Die sind nicht von dieser Welt! Konkrete Inhalte des Themenpakets siehe einzelne Einheiten und Bausteine.

Geld ist eigentlich immer zu wenig da, oder?

Die Wünsche der Jugendkreise sind doch meistens größer als das Budget, dass im CVJM oder der Gemeinde für die Jugendarbeit vorgehalten wird: Renovierung von Räumen, vielleicht neue Möbel, technische Gerätschaften wie Beamer oder Bluetooth-Box, aktuelle Liederbücher, Zuschüsse zur Teilnahme an Freizeiten oder Kongressen etc.

Es gibt viele Dinge, die in einer laufenden Arbeit benötigt, ersetzt oder angeschafft werden müssen. Auch um Arbeitsbereiche neu aufzubauen, benötigt man nicht weniger.

Manchmal geht es auch gar nicht um die eigene Jugendgruppe, sondern vielleicht um die Möglichkeit, ein anderes soziales Projekt zu unterstützen, oder eine Hilfslieferung, die notleidende Menschen in Kriegs- und Krisengebieten mit den dringendsten Dingen versorgt.

Wie kann man also die Gelder zusammenbringen, die man für all solche Herzenswünsche benötigt?

Sponsorenläufe

Sponsorenläufe sind ein altbekanntes Mittel, das jedoch im digitalen Zeitalter ein kleines Update erfahren hat. Früher war es in der Regel so, dass man sich zu einem bestimmten Termin an einem festgelegten Ort getroffen hat, um z. B. miteinander zu laufen.

Pro km, Stadion-Runde, … wurden von vorher angesprochenen Sponsoren eine vereinbarte Summe gezahlt, die man dann eingesammelt und beim Veranstalter abgegeben hat.

Auf diese Weise hat der CVJM, in dem ich damals gearbeitet habe, durch ein Sponsoren-Schwimmen im Freibad (in Kooperation mit den Schulen vor Ort und der Stadt) genug Geld gesammelt, um ein neues Jugendcafé mit Möbeln auszustatten. Und bei einer anderen Gelegenheit wurde bei einem Sponsoren-Inliner-Fahren in einem Parkhaus der Stadt Geld gesammelt, um die Stelle der CVJM-Sekretärin mit zu finanzieren.

Ortsunabhängige Sponsorenläufe

In Zeiten von Corona waren durch die Schutzverordnung solche »Massen«-Läufe nicht möglich und so kam es zu dem kleinen »Update«, dass ich eingangs angesprochen habe.

Es kam die Idee auf, die Läufe ins Digitale zu übertragen: Es gibt zwar noch eine vereinbarte Zeit, aber keinen festen Ort mehr – alle laufen da, wo sie können und möchten.

Meistens gibt es auch keinen festen Termin mehr im Sinne von »Sonntag um 11.00 Uhr«, sondern ein Zeitfenster von z. B. einem Wochenende, bei dem gelaufen werden kann.

Zur Überprüfung wird dann der Lauf von einer Fitness-App aufgezeichnet und das Ergebnis per Mail geschickt. Die Zahlung der Sponsorengelder kann dann auch kontaktlos per Überweisung erfolgen.

Um das Gemeinschaftsgefühl trotzdem nicht ganz zu verlieren, könnt ihr Startnummern versenden, die ihr am Rechner digital gestaltet habt und die sich die Läuferinnen dann anheften.

Oder ihr investiert selbst ein wenig Geld und versendet eine »Goodie-Bag«, die neben der bereits ausgedruckten Startnummer zudem noch kleine Überraschungen bereithält, z. B. Traubenzucker und Müsliriegel als Kraftspender nach dem Lauf.

Auch ein gemeinsamer Hashtag für die Werbung über Social Media ist eine schöne Sache.

Da man nicht mehr an einen festen Ort gebunden ist, bieten sich auch Kooperationen an, wenn man z. B. für ein Hilfsprojekt laufen möchte: Fragt bei einem benachbarten CVJM nach oder in der afrikanischen Partnergemeinde etc.

Um über die Sponsoren hinaus noch Gelder zu sammeln, könnt ihr auch einen QR-Code erstellen, über den man direkt per PayPal Geld sammeln kann – und druckt diesen Code dann auch auf Flyer, verlinkt ihn auf eurer Homepage etc.

Grundsätzlich gilt: überall, wo ich »laufen« geschrieben habe, könnte auch »walken«, »schwimmen«, »Rad fahren«, »wandern« und anderes stehen – was euch einfällt und zu euch passt.

Euer Event – eure Regeln!

Impuls zu Hebräer 13,16:

»Gutes zu tun und mit andern zu teilen vergesst nicht; denn solche Opfer gefallen Gott.«

Zwei Dinge scheinen bei vielen Menschen sehr knappe Güter zu sein: Zeit und Geld. Darum ist es besonders wertvoll, wenn wir daran auch andere Menschen teilhaben lassen: Wenn wir uns Zeit für einen Freund nehmen, der Trost braucht. Wenn wir von unserem Geld einen Teil an die abgeben, die bedürftiger sind. Wenn wir uns die Zeit nehmen, für ein soziales Projekt einen Sponsorenlauf zu organisieren bzw. mitzulaufen, wenn wir mit unserem Geld jemanden unterstützen, wenn wir mit einem Teil der für unseren Jugendkreis erlaufenden Gelder eine Gruppe in einem Krisengebiet unterstützen. Gott schenkt uns viele Möglichkeiten, Gutes zu tun – wir müssen sie nur nutzen.

Krieg, Klima, Corona – die Welt verändert sich … Der Ton wird rauer, der Umgang miteinander oft auch – bleibt die Mitmenschlichkeit immer mehr auf der Strecke?

Mit unserem neuen KON-Thema »mit menschlich« möchten wir die Bereitschaft fördern, Empfindungen, Emotionen, Gedanken und Motive anderer Menschen zu erkennen, zu verstehen und nachzuempfinden.

Hilfreiche und kreative Impulse findet ihr in Themenartikeln für euch als Mitarbeiterinnen sowie in Bibelarbeiten und Stundenentwürfen für eure (Mädchen-)Gruppe.

Vers für Vers:

V. 29:

Jesus war mit seinen Jüngern (Schülern) 2-3 Jahre in Israel unterwegs. Er lehrte, predigte und erzählte in den Städten von Gott. Außerdem hat er immer wieder Menschen gesund gemacht. Außer den Jüngern, die die ganze Zeit mit Jesus unterwegs waren, gab es auch immer wieder eine unterschiedlich große
Volksmenge, die Jesus nachging.

V. 30:

Dass Kranke am Straßenrand saßen, war nichts Außergewöhnliches. Sie baten um Gaben, die ihnen das Überleben sicherten, da sie aufgrund ihrer Krankheit nicht arbeiten konnten.
Sie scheinen gewusst zu haben, wer dieser Jesus ist und was er tut. Sie rufen ihn laut und bitten ihn um Erbarmen. Sie nennen ihn Jesus „Sohn Davids“. Jesus stammt tatsächlich auch vom großen jüdischen König David ab (vgl. Matthäus 1,6). Außerdem war „Sohn Davids“ damals noch ein besonderer Titel. Die Menschen erwarteten einen „Sohn Davids“, der mit viel Weisheit und Macht (auch über Krankheit) dem Volk helfen würde. Die Blinden erwarten von Jesus, dass er ihnen hilft.

Was erwartest du von Jesus?

V. 31:

Den Menschen ist das laute Rufen der Blinden lästig. Sie befehlen ihnen daher zu schweigen. Doch die beiden lassen sich davon nicht abhalten. Sie rufen nur noch lauter.

Hast du es schon erlebt, dass andere Menschen dich davon abhalten wollten, nach Jesus zu rufen oder an ihn zu glauben? – Wie ging es dir? Was hast du gemacht?

V. 32:

Jesus bleibt stehen. Das Rufen der beiden lässt ihn anhalten. Er ruft die Blinden zu sich. Jesus fragt sie, was er für sie tun soll. Warum fragt er das? Ist es nicht eigentlich offensichtlich, was sie brauchen? Jesus fragt trotzdem. Er will, dass sie es ihm selbst sagen. Denn plötzlich sehen zu können, bedeutet für sie eine
dramatische Lebensveränderung. Sie werden nicht mehr jeden Tag betteln gehen. Sie werden arbeiten müssen. Sie werden einen völlig anderen Alltag haben. Sie werden sich von allem, was sie gewöhnt sind, verabschieden müssen. Jesus fragt sie: Wollt ihr das wirklich?

Wenn Jesus dich fragt, was du von ihm willst: Was antwortest du? Was würde sich damit in deinem Leben ändern?

V. 33:

Die Beiden antworten Jesus klar und deutlich: Herr! Wir wollen sehen! Die beiden Blinden nennen Jesus „Herr“.

Wer ist Jesus deiner Meinung nach? Wer ist Jesus für dich? Freund, Helfer, guter Mensch, Arzt, Prediger, Menschenkenner, Herr?

V. 34:

Jesus hat Mitleid mit den beiden. Wörtlich steht da: Ihm drehte sich der Magen um. Jesus zeigt Gefühl. Es tut ihm weh, die Not der beiden zu sehen. Jesus ist nicht cool und distanziert. Er fühlt mit.
Was denkst du, was Jesus fühlt, wenn er dir gegenübersteht?
Und Jesus greift ein. Als er ihre Augen berührt, können sie sofort sehen und sie gehen mit Jesus. -> Sehen und Gehen. Das gehört für die beiden direkt zusammen.

Wo wünschst du dir solche Wunder von Jesus?
Wo begegnest du Jesus?
Welche Auswirkungen hat es in deinem Leben, wenn du Jesus triffst?

Methoden zur Texterarbeitung:

  • Szenen nachstellen:
    • Material: VIELE Lego- bzw. Playmobilfiguren
    • Den Text in Szenen aufteilen
    • Ein bis zwei ausgewählte Szenen mit den Figuren nachstellen. Wer möchte:
      Mit einem Handy festhalten
    • Ins Gespräch kommen: Was gefällt euch an dieser Szene? Wie könnte es
      danach weiter gehen? (Fortsetzungsgeschichten überlegen.)
  • Bibel teilen:
    • Beim stillen Lesen wählt jeder einen Satz/Satzteil aus, der für ihn besonders ist. (z.B. besonders gefällt, besonders ärgert, besonders unverständlich ist…)
    • In einer ersten Runde liest jeder UNKOMMENTIERT (von sich selbst und
      anderen!) seinen Satz.
    • In einer zweiten Runde sagt jeder, warum er diesen Satz gewählt hat. Immer
      noch UNKOMMENTIERT.
    • Erst in der dritten Runde wird aufeinander Bezug genommen. Z.B. werden
      Fragen geklärt, sich miteinander über gemeinsame Lieblingsstellen gefreut,
      aufgenommen, was sie ärgert usw. Hier kann auch folgende Frage
      herausgearbeitet werden: Was ist für uns jetzt und heute wichtig geworden?!
  • Västeras-Methode:
    • Material: ausgedruckten Bibeltext und Bleistifte (nicht jeder schreibt gerne in seine Bibel…, obwohl ich immer dazu ermuntern würde, die eigene zu benutzen.)
    • Es gibt drei Zeichen:
      ! –> Diese Stelle halte ich für besonders wichtig
      ? –> Diese Stelle verstehe ich nicht.
      ^ –> Diese Stelle berührt mich (ärgert mich, freut mich,…)
    • Mit diesen Zeichen werden die einzelnen Verse markiert. Es darf jedes
      Zeichen mehrmals verwendet werden. Es muss nicht jeder Vers ein Zeichen
      bekommen.
    • Dann geht man gemeinsam Vers für Vers bzw. den Zeichen nach („Wer hat
      ein Fragezeichen?“) den Text durch.
    • Tipp bei Fragen: Es bringt viel eine Frage an die Gruppe weiterzugeben.
      Vielleicht hat einer der Teenies eine gute Antwort dazu. Wenn ihr als Mitarbeiter
      zu schnell Antworten gebt, wird sich bald keiner mehr trauen, selbst nach
      Antworten zu suchen.

Mögliche Fragen und Impulse fürs Gespräch:

  • Kennst du jemanden, der blind ist? Hast du schon einmal einen Blindenparcours durchlaufen? Wie stellst du es dir vor, blind zu sein?
  • Teilt die Gruppe in vier Kleingruppen (Jünger, Jesus, Volk, Blinder): Jede Gruppe soll sich in einen der jeweiligen Charaktere hineinversetzen. Was würdet ihr denken/fühlen/sagen/tun, wenn ihr das live miterlebt hättet? – Tauscht euch darüber in der großen Runde aus.
  • Jesus hat Mitleid mit den beiden Blinden. Es dreht ihm den Magen um. Jesus hat Mitgefühl. Was fühlt Jesus, wenn er dir gegenübersteht? (Stolz, Trauer, Mitleid, Liebe, Hoffnung, Freude…)
  • Die beiden Blinden nennen Jesus „Herr“. Wer ist Jesus deiner Meinung nach? Wer ist Jesus für dich? Freund, Helfer, guter Mensch, Arzt, Prediger, Menschenkenner, Herr?
  • Evtl. kurzer Impuls eines Mitarbeiters: Warum bist du mit Jesus unterwegs? Hast du schon einmal ein Wunder von Jesus erlebt? Wie war das? Wenn du noch kein Wunder erlebt hast: warum bist du dann trotzdem mit Jesus unterwegs?
  • Das Leben der Blinden verändert sich radikal. Was soll sich in deinem Leben verändern? Was müsste passieren, damit du mit Jesus mitgehst?

Hintergründe zum Bibeltext:

Was davor und danach passiert:

Vom ersten Tag an, als Jesus öffentlich auftritt (Kap 4,14f), tut er zwei Dinge: den Menschen von Gott erzählen (V. 16-30) und jeden gesund machen, der zu ihm kommt V. 31-41). Es ist also nachvollziehbar, dass Jesus schon ziemlich bekannt ist, als er da am Ufer steht und predigt.
Nach der Berufung des Simon und seiner Kameraden geht’s im Grunde so weiter: Jesus macht Menschen gesund (einen Aussätzigen und einen Gelähmten) und ruft andere (Zöllner Levi) dazu auf, mit ihm zu leben.

Vers für Vers:

V. 1 – 3:
Als Jesus predigt, dauert es nicht lange und die Menschenmenge wird so groß, dass sie kaum mehr Platz am Strand haben. Jesus ist unkompliziert und kreativ – ein Fischerboot als schwimmende Kanzel. Und Simon sitzt hinter Jesus und hört aus nächster Nähe, was dieser sagt.

V. 4:
Jesus hat die Menschen im Blick. Sogar beim Predigen! Er merkt, dass Petrus niedergeschlagen ist von der vergangenen Nacht. Wahrscheinlich hat er am Ufer schon gesehen, dass die Kameraden mit ihren leeren Netzen nicht so gut drauf waren. Kein Wunder, wenn man stundenlang vergeblich arbeitet.
Jesus will aber den Simon gewinnen – für sich! Er will, dass er ihm vertraut. Deshalb die ungewöhnliche Aufforderung.

V. 5 – 7:
Und Simon lässt sich drauf ein. Anfänglich zögert er noch – wen wunderts. “Aber wenn du es sagst” – wörtlich heißt es hier: “Auf dein Wort” – probier ich’s doch noch. Simon vertraut dem Wort von Jesus und wird nicht enttäuscht. Das Boot ist derart voll, dass sie alleine gar nicht mehr fertig werden.

V. 8 – 10a:
“Als Petrus begriff…!” In diesem Moment gehen dem Simon die Augen auf. Plötzlich merkte er, dass es Jesus nicht in erster Linie um einen guten Fischfang oder eine erfolgreich abgeschlossene Arbeitsnacht ging. Dass Jesus Wunder tun kann, “wusste” er im Prinzip schon, seit dieser im Haus seiner Schwiegermutter war und diese geheilt hatte (Kap 4,38f). Jetzt aber betrifft es sein eigenes Leben. Er merkt: Jesus kümmert sich nicht nur um mein leeres Boot, sondern im Grunde um mein leeres
Leben. Und gleichzeitig geht ihm auf: Ich passe nicht zu Gott. Mein ganzes Leben ist so dreckig, dass ich gar nicht verdient habe, bei diesem Jesus zu sein.

V. 10b:
“Fürchte dich nicht!”, so heißt es im Original. Jesus befreit uns von dem Dreck unseres Lebens und füllt unser leeres Leben. In Weihnachten, Ostern und Pfingsten hat Jesus für die Sünde der Welt bezahlt und uns durch seinen Geist zu seinen Kindern gemacht. Auch den Petrus. Auch dich und mich! Deshalb brauchen wir weder vor Gott, noch vor uns oder irgend einem Menschen Angst haben. Menschen,
die mit Jesus leben, dürfen angstfrei leben! Jesus befreit uns nicht nur von dem alten Leben, er befreit uns auch zu einem neuen Leben! Mit dieser Befreiung gibt es einen neuen Auftrag für Simon: Menschen
fischen. Genaugenommen fordert Jesus ihn gar nicht auf, sondern stellt es wieder durch sein mächtiges Wort klar: Du wirst In Zukunft Menschen fischen! Was für eine Kraft!

V. 11:
„Sobald sie am Ufer angelegt hatten,…“. Die Szene spielte sich also gerade noch im Fischerboot ab, das da auf dem Wasser schaukelte. Wenn man überwältigt ist von einem Erlebnis, ist man schnell beeindruckt. Gefühle aller Art können uns zu allen möglichen Entscheidungen bringen. Ob es ernst ist, zeigt sich, wenn der Alltag wieder kommt. Simon wusste jetzt, wer dieser Jesus ist. Er hatte gehört, dass Jesus ihm einen
neuen Auftrag gegeben hatte. Nachdem er wieder festen Boden unter seinen Füßen hatte, blieb er bei seinem Entschluss – er gab sein altes Leben auf und lebte ab jetzt mit Jesus. Seine Freunde machten es ebenso.

Mögliche Methoden zur Texterarbeitung:

  • Bibel teilen:
    • Beim stillen Lesen wählt jeder einen Satz/Satzteil aus, der für ihn besonders ist. (z.B. besonders gefällt, besonders ärgert, besonders wichtig oder auch unverständlich ist…)
    • In einer ersten Runde liest jeder UNKOMMENTIERT (von sich selbst und anderen!) seinen Satz vor
    • In einer zweiten Runde sagt jeder, warum er diesen Satz gewählt hat. Immer noch UNKOMMENTIERT.
    • Erst in der dritten Runde wird aufeinander Bezug genommen, z.B. Fragen klären, sich miteinander über gemeinsame Lieblingsstellen freuen, ansprechen, was uns ärgert usw. Hier kann auch herausgearbeitet werden: Was ist für uns jetzt und heute wichtig geworden.
  • Hör zu-Methode:
    • Ein Freiwilliger liest den Text vor (evtl. auch ein Mitarbeiter. Es ist wichtig, dass gut gelesen wird). Die anderen hören einfach zu. Ist der Text zu Ende gelesen, darf in einer kurzen Pause jeder in Stichpunkten aufschreiben, was er noch weiß. Anschließend versuchen alle zusammen die Geschichte nachzuerzählen.
    • Danach: den Text nochmal lesen. Was habt ihr vergessen beim Nacherzählen? Was habt ihr anders in Erinnerung?
  • Szene nachstellen:
    • Material: VIELE Lego- bzw. Playmobilfiguren
    • Den Text in Szenen aufteilen
    • Ein bis zwei ausgewählte Szenen mit den Figuren nachstellen. Wer möchte:
      Mit einem Handy festhalten
    • Ins Gespräch kommen: Was gefällt euch an dieser Szene? Wie könnte es
      danach weiter gehen? (Alternative Geschichten überlegen.)
  • Bibel-Puzzle:
    • Achtung: Bei dieser Methode gibt es einen anderen Ablauf. Hier NICHT VORHER den Text lesen, er wird hinterher gelesen!!!
    • Bastle dir ein Bibel-Puzzle. Drucke dazu den Bibeltext aus
    • Zerschneide ihn bei den Absätzen und mische gut durch. (Bis hierhin bitte alles VOR Beginn erledigt haben.)
    • Dann drücke jedem Jugendlichem einen Abschnitt in die Hand und gib ihnen den Auftrag, den Text in die richtige Reihenfolge zu puzzeln.
    • Sind die Teenies fertig, schlage mit ihnen die Bibel auf und lest, ob euer Puzzle stimmt.

Mögliche Fragen und Impulse fürs Gespräch:

  • Hattest du schon mal ein Erlebnis, dass dich “umgehauen” hat?
  • Stell dir vor, du wärst einer dieser Fischer. Hättest du das Netz nochmal
    rausgeworfen?
  • Was müsste heute passieren, damit du Jesus nachfolgst?
  • Wie kann denn das “Menschenfischen” praktisch aussehen. Hast du das
    schon mal probiert?


Freunde fürs Leben, das wünscht sich jeder. Für Kinder sind Freunde die wichtigsten Personen – neben den Familienmenschen. Eine Kindergruppe, wie eine Jungschar, ist da ein gutes Feld, um Freunde zu finden. Dabei braucht es Mitarbeitende, die Kinder ermutigen, Beziehungen zu knüpfen und zu festigen.

„Freunde gewinnen“, darum geht es also. Man kann es aber auch so lesen: Freunde gehören zu den Gewinnern. Denn es ist allemal besser, als Freunde durchs Leben zu gehen, als alleine.

In Jesus lernen Kinder einen Freund kennen, der immer für sie da ist und auch ihre Freundschaften stärken will. Mit Jesus können Kinder einen Freund fürs Leben gewinnen und ein Leben mit Gott. Freunde gewinnen!!!

So gibt es in der Bibel tolle Geschichten über Freunde und Freundschaft. Hier können Kinder lernen, was gute Freundschaft ausmacht: David und Jonatan; die vier Freunde, die ihren Freund durch ein Dach zu Jesus bringen; das Bild von der dreifachen Schnur; Jesus und seine Freunde…

Neben Praxisartikeln zu diesen Geschichten, Spielen, Kreatives, gibt es einen Grundsatzartikel zum Thema „Freundschaften unter Kindern fördern“: Was versteht ein Kind in welchem Alter unter Freundschaft und wo sind dann Anknüpfungspunkte für unsere Arbeit?

Und wenn du diese Zeilen liest, dann denk dran, mal wieder was mit deinen Freunden zu unternehmen, sie anzurufen, wertzuschätzen. Nimm dir Zeit für deine Freunde. Denn Freunde gewinnen!

Dein Redaktionsteam Jungscharleiter 🙂

P.S.: Ein Buchtipp, um ein Miteinander unter den Kindern spielerisch zu fördern: „Sinn gesucht, Gott erfahren, Kids – Erlebnispädagogik im christlichen Kontext der Arbeit mit Kindern von 8-12 Jahren“ – erhältlich bei Sinn gesucht – Gott erfahren KIDS (ejw-buch.de). Hier gibt es tolle Entwürfe, um biblische Geschichten und gemeinsames Erleben zusammenzubringen.

Zielgedanke

David und Jonathan sind trotz großer Unterschiede ziemlich beste Freunde und halten in Notzeiten zusammen.

Vorüberlegungen für Mitarbeitende
Im Mittelpunkt steht eine ungleiche Freundschaft: Der Königsohn Jonatan befreundet sich mit dem Hirtenjungen David. Dieser wurde durch seinen erfolgreichen Kampf gegen den Riesen Goliath über Nacht zu einem Helden. Allerdings war Jonatan schon beim Volk sehr beliebt und hatte einige Kämpfe hinter sich gebracht und David musste sich erst noch als Soldat weiterhin bewähren.
Jonatan empfindet für David mehr als Achtung- er spürt, dass Gott etwas Besonderes mit ihm vorhat. Als die zwei einen Freundschaftsbund schließen ist Jonatan der Schenkende. Er gibt David seinen Mantel und sein Schwert. David kann ihm nichts zurückgeben, aber dennoch funktioniert die Freundschaft. Denn wahre Freundschaft ist unabhängig von Geschenken. Und beiden ist auch ihr Glaube an Gott von großer Bedeutung. Dadurch wird die Freundschaft tiefer, vertrauensvoller und liebevoller.
Im krassen Gegensatz dazu wird Saul dargestellt, der auf sich allein gestellt scheint. Er ist einsam, hat große Stimmungsschwankungen und versucht, seine Herrschaft ohne Gott zu meistern. Sowohl Saul wie auch Jonatan ahnen, dass David der nächste König Israels werden wird. Aber beide gehen unterschiedlich damit um. Obwohl es Jonatan mehr betrifft, akzeptiert er die Entscheidung Gottes und befreundet sich mit David. Saul hingegen, wird von Eifersucht zerfressen und will David töten. Jonatan hilft David bei der Flucht und warnt ihn mehrfach vor seinem Vater.
Obwohl sie gute Freunde sind, müssen sie sich voneinander verabschieden und sich trennen.

Erlebniswelt der Kinder
Freundschaften sind in der Entwicklung von Kindern sehr wichtig. Einen Freund zu haben bedeutet, dass man jemandem vertrauen kann und ihm oder ihr auch Dinge erzählt, die einem wichtig sind. Aber es gibt auch immer wieder Konflikte, Missverständnisse und Enttäuschungen. Kinder lernen in Freundschaften, zu teilen, zuzuhören, auf ihre Gefühlen und die Gefühlen der anderen gut zu achten, Probleme zu klären und Kompromisse auszuhandeln.

Einstieg
Hier findet ihr einige Vorschläge für einen möglichen Einstieg ins Thema.

Zublinzeln
Bei diesem Spiel gehen immer zwei Kinder zusammen und ein Kind bleibt zuerst alleine. Die Kinder stellen sich paarweise im Kreis auf, das einzelne Kind steht auch im Kreis. Bei den Paaren steht ein Kind vorne und ein Kind steht dahinter, die Hände werden ruhig hängen gelassen, Blickrichtung in den Kreis. Das Kind, das alleine ist, versucht anderen Kindern zuzublinzeln. Wenn einem vorderen Kind zugeblinzelt wurde, darf es versuchen, von seinem bisherigen Partner wegzurennen und sich zu dem zublinzelnden Kind zu stellen. Das hintere Kind versucht, es festzuhalten. Falls ein Kind weglaufen konnte, stellt es sich hinter das andere Kind und hat einen neuen Partner. Das Kind, das nun alleine ist, darf nun durch Zublinzeln einen neuen Partner gewinnen.

Reflexion nach dem Spiel:
1. Wie ging es euch, wenn ihr als Paar zusammenstandet?
2. Wie ging es euch, als ihr allein wart und auf der Suche nach jemandem?
3. Hattet ihr „Lieblingspartner/innen“?
Wahrscheinlich nennen die Kinder als „Lieblingspartner/innen“ auch die Kinder mit denen sie befreundet sind.

Ergänze…
Die Kinder sitzen im Erzählkreis und ergänzen folgenden Satz: „Ein Freund/eine Freundin ist für mich …“
Die Gesprächsleitung sollte auch die Kinder ermuntern neue Aspekte zu benennen und nicht immer nur das gleiche zu sagen.

Vote by your feet
Aussagen über das Thema „Freundschaft“ werden vorgelesen, und die Kinder begeben sich zu der jeweiligen Ecke oder Seite des Raumes. Auf der einen Seite ist „Ja“ auf der anderen „Nein“ als Antwort. In der Mitte ist alles möglich von „Eher ja“, „Weiß nicht/ bin unentschieden“ oder „Eher nein“.

Mögliche Aussagen, die auch gerne ergänzt werden können:

  • Freunde halten immer zusammen.
  • Einem guten Freund/ einer guten Freundin kann ich alles erzählen.
  • Freunde streiten nie.
  • Freunde haben immer dieselben Interessen und Ansichten.
  • Einem guten Freund/ einer guten Freundin kann ich vertrauen.
  • Man kann nur einen richtig guten Freund/ eine richtig gute Freundin haben.
  • Freunde helfen sich immer.
  • Freunde sind unzertrennbar.


Erzählung

Erzählung aus Sicht eines Dieners
Mein Name ist Amir, und ich bin ein Diener vom großen König Saul. Ich könnte euch Geschichten erzählen, was ich schon alles mit diesem verrückten König erlebt habe. Welche Siege er schon eingefahren hat, aber auch welche miesen Launen er hat, wenn etwas nicht so ganz funktioniert wie er will. Und wie gemein er mit Menschen sein kann, die er eigentlich mal gemocht hat.
Ich rede hier von David. David, der ehemalige Hirtensohn, der über Nacht zum Helden wurde, weil er den Riesen Goliath besiegt hat. Das war eine Sache. Saul holte diesen Helden natürlich gleich an den Königshof unter seine Fittiche. Und dort lernte David Jonatan kennen, den Sohn von Saul. Die zwei hätten nicht unterschiedlicher sein können. Ein Sohn aus armen Verhältnissen und das Königssöhnchen. Aber na ja, bei Freundschaften kommt es nicht auf Äußerlichkeiten an, sondern auf die inneren Werte und bei den zwei war es Sympathie auf den ersten Blick. Die haben sich gleich blind verstanden, hatten denselben Humor, aber auch denselben starken Glauben an Gott. Die zwei wurden unzertrennbar. Jonatan hat David viele Geschenke gemacht und er konnte diese einfach annehmen ohne schlechtes Gewissen, weil er nichts geben konnte.
Jonatan merkte schnell, dass David zwar nicht seinen Thron wollte, aber dass Gott es gut mit David meinte und mit ihm etwas vorhatte. Vielleicht sollte er ja der nächste König werden? Jonatan wollte da ganz dem Willen Gottes folgen.
Und Saul? Der tobte! Erstens weil David alles zu glücken schien, das Volk ihn liebte und auch Gott ihn beschützte. Saul hatte sich schon lange von Gott abgewandt – er wollte alles alleine meistern. Zweitens hatte Saul Angst, dass David ihm den Thron streitig machen würde. Drittens war er eifersüchtig auf die Freundschaft zwischen Jonatan und David.

Von daher gab es für ihn nur eine Lösung: David musste weg.

Erst versuchte er, ihn in eine Schlacht zu schicken, in der Hoffnung, dass er dort starb. Dann versuchte Saul ihn töten zu lassen, aber David entkam. David versteckte sich. Jonatan versuchte stets als Mittler da zu sein und seinem Vater aufzuzeigen, dass David ihm nichts Böses wolle. Kurz meinte man auch, dass Saul einsichtig war und es verstand, aber dann heckte er auch schon den nächsten Mordplan aus. Deswegen einigten sich Jonatan und David auf einen eigenen Plan. Sie wollten herausfinden, was Saul als nächstes vorhat und ob es für David in der Königsstadt Jerusalem noch sicher war oder ob er fliehen sollte.

Jonatan hatte die Idee zu dem Plan. Es gab ein Fest im Palast und David sollte nicht hingehen. Am ersten Abend blieb sein Platz leer, aber Saul fragte auch nicht nach ihm. Am zweiten Abend fragte Saul nach David. Jonatan erklärte ihm, David wollte in Bethlehem seine Familie anlässlich des Festes besuchen. Saul wurde daraufhin richtig wütend. Er schrie Jonatan an: „ Warum verstehst du es nicht oder willst du es einfach nicht sehen. Solange David lebt, wirst du nie König werden. Er muss sterben.“ Nun gab es keinen Zweifel mehr. Saul hatte es direkt gesagt. Aber Jonatan wollte nicht locker lassen. Er fragte: „Warum soll er sterben? Was hat er getan?“ Daraufhin tobte Saul richtig los und warf sogar einen Speer nach Jonatan, der sich gerade noch so ducken konnte. Das war echt eine ganz schön schlimme Situation. Mir tat es im Herzen leid, wie Jonatan sich nun zwischen seinem Vater und seinem Freund entscheiden musste. Er war ziemlich fertig, aber die Entscheidung, was er als Nächstes tun wollte, hatte er schon getroffen. Er wollte zu seinem Freund stehen und ihn warnen.

Jonatan nahm mich mit, als er zum Bogen schießen aufs Feld ging. Er schoss seine Pfeile lustlos. Man merkte richtig, dass er nicht bei der Sache war. Dann sagte er „Die Pfeile liegen weiter weg.“ Und ich musste sie einsammeln. Das war wohl ein Geheimcode zwischen den beiden Freunden gewesen. Das sollte heißen „David, du musst fliehen.“ Als ich die Pfeile eingesammelt hatte, schickte mich Jonatan heim. Er wolle noch etwas allein sein. Ich machte mich also auf dem Heimweg, wobei ich natürlich doch neugierig war, was mit Jonatan los war. Also drehte ich mich um, schlich mich noch mal an die Stelle und konnte beobachten, wie David aus seinem Versteck kam, beide kurz miteinander sprachen, sich ganz fest umarmten und dann jeder seines Weges ging. Jeder traurig, weil er wusste, dass sie sich nicht so schnell wiedersehen würden.

Und seitdem habe ich David auch nicht mehr gesehen. Ich frage mich ab und zu, wie es ihm wohl geht. Ich merke, dass Jonatan ihn sehr vermisst. Er ist nicht mehr derselbe. Aber Jonatan hält sich an seinem Glauben und an Gott fest. Auch wenn David als Freund nicht mehr da ist, ist Gott immer noch für ihn da. Wie ein Freund.

Erzählung als Filmclip

Wenn man wenig Zeit für die Vorbereitung der Erzählung hat, kann man auch ein kurzes Video über die Erzählung von David und Jonatan zeigen: https://www.youtube.com/watch?v=6OBUrrxWOc4

Andachtsimpuls
Manchmal gibt es Menschen, die sehen sich und verstehen sich blind. Sie haben ähnliche Interessen, Werte und Ansichten. Manchmal gibt es Menschen, die verstehen sich erstmal nicht. Aber dann erleben sie etwas gemeinsam und merken, dass sie vielleicht doch ähnlicher sind als sie dachten. Man muss sich einfach besser kennenlernen, um auch zu Freunden zu werden. Manche Freundschaften laufen einfach so, bei anderen Freundschaften muss man vielleicht mehr investieren und mehr Zeit miteinander verbringen. Wie Freundschaften beginnen und laufen ist sehr unterschiedlich, aber eines ist uns allen klar: es ist wichtig, Freunde zu haben. Mit Freunden gehen auch schwierige Sachen leichter von der Hand. Man kann gemeinsam lachen und weinen. Man streitet vielleicht auch mal, aber versöhnt sich dann auch wieder.
Auch Gott will für uns Menschen da sein, wie ein guter Freund. Wir können ihm alles erzählen, er hört unsere Sorgen und Probleme, aber auch die schönen Dinge, die wir erleben. Er freut sich mit uns und sorgt sich um uns. Gott will mit uns Zeit verbringen. Wir sind ihm wichtig. Er ist immer für uns da, wenn wir ihn brauchen. So, wie ein guter Freund.

Gebet
Lieber Gott,
danke, dass ich Freunde habe, die für mich da sind. Die mit mir lachen und mich trösten, wenn es mir schlecht geht. Denen ich vertrauen kann und die mir helfen. Danke, dass auch du ein solcher Freund für mich sein willst. Dem ich alles anvertrauen und sagen kann, der meine Sorgen mit mir teilt und mir in der Not hilft. Amen.

Ideen zur Vertiefung

  • Vertrauensspiele jeglicher Art: z.B. jemanden blind führen oder durch Worte lenken, jemanden auffangen, ein Kind in einer Decke tragen, die die Gruppe gemeinsam hält etc.
  • Menschen-Memory: Immer zwei Kinder gehören zu einem Memory-Paar. Sie können sich eine Bewegung oder einen Satz überlegen. Oder der eine singt die erste Zeile eines Liedes und der andere die zweite, z. B. der eine „Alle meine Entchen…“ und der andere „schwimmen auf dem See“. Zwei Kinder suchen die Paare, indem sie jeweils auf zwei Kinder zeigen. Wer hat das bessere Gedächtnis und findet die Paare, die zusammen gehören?
  • Spiele, bei denen man gemeinsam etwas machen muss: etwas gemeinsam malen, etwas gemeinsam erklären, etwas gemeinsam pantomisch darstellen (z.B. Begriffe auswählen, die man nur zu zweit darstellen kann)

Liedvorschläge

  • Wenn einer sagt
  • Du bist immer da
  • Freunde sein
  • Ich hab einen guten Freund (Andreas Malessa)

Wähle gezielte Methoden aus diesem Baukasten für deine Gruppe aus. Je nachdem, wo deine Gruppe steht und was du mit ihnen fokussieren möchtest, suchst du passende Elemente aus.

  1. Bibelstelle Phil. 1
  2. Bibellese-Methoden
  3. Gebetsstationen
  4. Fragen fürs Gespräch
  5. Gruppenaktion
  6. persönliche Challenge
  7. Ratespiel
  8. Quiz
  9. Andacht
  10. Warm up
  11. Serien-Tipp
  12. Film-Tipp
  13. Leitvers

Inhaltsübersicht

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1. Bibelstelle Phil. 1, 3-26

Dank und Fürbitte für die Gemeinde

3 Ich danke meinem Gott jedes Mal, wenn ich an euch denke. 4 Ich danke ihm in jedem Gebet, das ich für euch alle spreche! Ich kann voller Freude beten, 5 weil ihr euch so sehr für die Gute Nachricht einsetzt – vom ersten Tag an bis heute. 6 Ich bin ganz sicher: Der das gute Werk bei euch begonnen hat, der wird es auch vollenden – bis zu dem Tag, an dem Jesus Christus wiederkommt. 7 Es ist ja nur richtig, dass ich so über euch alle denke. Denn ich habe euch ins Herz geschlossen. Wenn ich auch im Gefängnis sitze und vor Gericht die Gute Nachricht verteidige und für sie eintrete: Ihr alle habt zusammen mit mir Anteil an der Gnade, die Gott mir schenkt. 8 Gott ist mein Zeuge: Ich sehne mich nach euch allen mit der ganzen Liebe, die Christus Jesus in mir geweckt hat. 9 Und das ist es, worum ich bete: Eure Liebe soll immer noch größer werden und immer mehr geprägt sein von Erkenntnis und umfassendem Verständnis. 10 Ihr sollt selbst überprüfen können, worauf es ankommt. Denn ihr sollt fehlerlos sein und keinerlei Anstoß erregen an dem Tag, an dem Christus wiederkommt. 11 Dann werdet ihr reichlich ausgestattet sein mit dem Ertrag der Gerechtigkeit. Den lässt Jesus Christus wachsen, zur Ehre und zum Lob Gottes. In Bedrängnis am Glauben und an der Liebe festhalten

Die Gefangenschaft des Paulus dient der Verbreitung der Guten Nachricht

12 Brüder und Schwestern, das sollt ihr wissen: Meine Lage hat die Verbreitung der Guten Nachricht sogar noch gefördert. 13 Allen Leuten im Palast des Statthalters und allen anderen hier ist nämlich bewusst geworden: Ich bin deswegen in Haft, weil ich zu Christus gehöre. 14 Und viele Brüder und Schwestern, die wie ich zum Herrn gehören, haben durch meine Haft Zuversicht gewonnen. Sie wagen jetzt viel mehr und verkünden die Botschaft ohne Furcht. 15 Einige verkünden Christus wohl aus Neid und Streitsucht. Aber bei anderen geschieht es durchausmit gutem Willen: 16 Sie tun es aus Liebe. Denn sie wissen, dass es mein Auftrag ist, vor Gericht die Gute Nachricht zu verteidigen. 17 Die anderen aber, die Christus aus Eigennutz verkünden, meinen es nicht ehrlich. Sie wollen es mir in meiner Gefangenschaft noch schwerer machen. 18 Was soll’s! Ob mit Hintergedanken oder aufrichtig – die Hauptsache ist doch, dass Christus verkündet wird. Und darüber freue ich mich.

Die Hoffnung und die Zukunft des Paulus

Auch in Zukunft werde ich Grund zur Freude haben. 19 Denn ich weiß: Alles, was ich jetzt durchmache, wird zuletzt zu meiner Rettung führen. Darin unterstützen mich eure Gebete und der Geist, durch den Jesus Christus mir beisteht. 20 Ja, es ist meine feste Erwartung und Hoffnung, dass ich mich nie lächerlich mache. Im Gegenteil: Durch das, was mit mir geschieht, soll Christus in aller Öffentlichkeit verherrlicht werden. Dies galt schon immer, und es gilt auch jetzt. Und es gilt, ob ich nun am Leben bleibe oder sterbe. 21 Denn für mich ist Christus das Leben. Und deshalb ist sogar das Sterben für mich ein Gewinn. 22 Andererseits gilt für mich: Wenn ich am Leben bleibe, kann mein Werk weiter Ertrag bringen. Ich weiß nicht, was ich vorziehen soll! 23 Ich fühle mich hin- und hergerissen: Ich wünschte, ich könnte sterben und bei Christus sein. Das wäre sehr viel besser. 24 Aber für euch ist es notwendiger, dass ich am Leben bleibe. 25 Deshalb bin ich überzeugt, ja ich weiß: Ich werde am Leben und euch allen erhalten bleiben. So kann ich dazu beitragen, dass euer Glaube Fortschritte macht und ihr immer mehr Freude daran findet. 26 Ich werde euch noch viel mehr Grund geben, auf Jesus Christus stolz zu sein – dann, wenn ich wieder bei euch bin.

2.  Bibellese-Methoden

Die beschriebenen Methoden sind aus den Büchern “Liest du mich?” und “Liest du mich noch?”

2.1 Bibelspaziergang mit persönlicher Nachdenkzeit

Vorbereitung:
Überlegt euch, wie ihr den Bibeltext bei euch haben wollt (via Bibel-App, Bibelserver, Hörbibel oder ausgedruckt). Sucht euch einen Ort, der die Teilnehmenden zum Nachdenken über den Bibeltext inspiriert, zum Beispiel in der Natur.

Durchführung:

Beginnt mit einem Gebet. Bittet Gott, dass er zu euch spricht. Lest den Bibeltext laut und langsam vor. Jede Person geht anschließend eine verabredete Wegstrecke und meditiert dabei den Bibeltext. Versucht dabei mit einem aufmerksamen Herzen zu gehen und euch auf Gottes Gegenwart einzustellen. Zunächst kann jeder den Text mehrmals lesen, hören oder vor sich hersagen. Versucht anschließend, die Gegend und das Leben aus der Perspektive des Textes zu betrachten und das, was ihr wahrnehmt, mit dem, was ihr gelesen habt, zu assoziieren. Lasst euch von den Assoziationen unterwegs zu einem Gespräch mit Gott inspirieren. Nach einer gewissen Zeit trefft ihr euch als Gruppe wieder am Ausgangspunkt und tauscht euch kurz über eure Impulse und Erfahrungen aus. Schließt den Spaziergang mit einer Gebetsgemeinschaft ab.

Material:

  • Bibel-App oder Ähnliches

2.2 Farbe bekennen

Diese Methode ist von dem Kartenset: „Farbe bekennen“ abgeleitet.

Vorbereitung:

Du benötigst pro Person acht Karten in acht verschiedenen Farben.

Durchführung:

1. Jede Person erhält acht Karten

2. Du erklärst die Bedeutungen der Karten

  • Das interessiert mich näher.
  • Das habe ich nicht verstanden.
  • Das merke ich mir.
  • Da bin ich anderer Meinung.
  • Das habe ich verstanden.
  • Das finde ich beeindruckend.
  • Der Meinung bin ich auch.
  • Joker

3. Jetzt liest jede Person immer der Reihe nach einen Vers der Bibelstelle.

4. Nachdem der Vers vorgelesen wurde, sucht sich jeder der Runde eine für ihn passende Karte aus und legt diese verdeckt vor sich hin.

5. Alle drehen ihre Karten gemeinsam um.

6. Nun sagt jeder einen Satz, warum er diese Karte in Bezug auf den Bibelvers gelegt hat.

7. Schließt die Runde mit einer Gebetsgemeinschaft ab.

2.3 Wortkreation

Diese Methode wurde aus der Semantischen Intuition abgeleitet.

Vorbereitung:

Legt Stifte und ein Flipchart o. Ä. bereit.

Durchführung:

  1. Beginnt mit einem Gebet.
  2. Eine Person liest den Bibeltext laut vor.
  3. Anschließend werden zum Text passende Wörter in die Gruppe gerufen. Diese Wörter werden in zwei Spalten mit unterschiedlichen Farben notiert:
    1. Aktivitäten und Verben
    1. Objekte, Personen und Hauptwörter
  4. Jetzt könnt ihr neue Wortkreationen bilden, indem ihr zwei Wörter aus unterschiedlichen Spalten zusammenfügt.
  5. Jede Person nennt nun eine Wortkreation, die ausdrückt, was sie heute am Text und dem Erlebnis angesprochen hat.
  6. Sagt Gott zum Abschluss, was euch bewegt.

3. Gebetsstationen

Diese Gebetsstationen können sowohl einzeln als auch als parallele Stationen auf einem Gebetsabend nach dem EscapeBus genutzt werden.

Die beschriebenen Methoden sind aus dem Buch “Hörst du mich?”

3.1 Brief an Gott

Vorbereitung:
Besorge für alle Papier, Briefumschläge und Stifte.

1. Stellt euch auf Gottes Gegenwart ein.

2. Formuliert persönlich eure Gebete in einem Brief an Gott. Schreibt euren Dank, eure Ängste, eure Bitten und Sorgen auf (gut zu wissen: Der Brief wird von einem Gruppenmitglied gelesen werden).

3. Steckt euren Brief in einen Umschlag und verteilt die Briefe im Anschluss untereinander in der Gruppe. So kann jeder in der kommenden Woche für seinen Nächsten beten.

4. Macht einen gemeinsamen Abschluss. Sprich dazu ein lautes Gebet oder schließt gemeinsam mit dem Vaterunser ab.

3.2 Musik-Gebet

Vorbereitung:

Suche dir ein Anbetungslied mit einem Text, der dir gut gefällt. Besorge dir den Liedtext auf Papier und das Lied zum Anhören (auf CD, YouTube, deinem Handy …).

1. Finde Ruhe und stelle dich auf Gottes Gegenwart ein.

2. Höre dir das Lied an und achte ganz bewusst auf den Text des Liedes. Du kannst das Lied mitsingen oder den Text innerlich mitsprechen.

3. Bete den Liedtext zum Abschluss noch einmal (laut) – diesmal ohne Musik.

3.3 Fünf-Finger-Gebet

1.   Du betest (allein oder in der Gruppe), indem du deine fünf Finger zu Hilfe nimmst. Jeder Finger steht dabei für eine Frage:

  • Daumen: Was gefällt dir in deinem Leben? Wofür bist du Gott dankbar?
  • Zeigefinger: Worauf hat Gott dich aufmerksam gemacht? Was willst du bekennen?
  • Mittelfinger: Was stinkt dir in deinem Leben? Worüber willst du klagen?
  • Ringfinger: Wo hast du Gottes Treue in deinem Leben erlebt? Wofür willst du ihn loben?
  • Kleiner Finger: Was kommt in deinem Leben zu kurz? Worum willst du Gott bitten?

2. Du kannst die Finger nacheinander durchgehen und zu jeder Frage ein kurzes Gebet sprechen. Du kannst aber auch bei einem Finger hängen bleiben und länger mit Gott über diese Frage reden.

3.4 Müllgebet

Vorbereitung:
Du brauchst eine volle Mülltüte, die du wegbringen willst.

1. Stell dich auf Gottes Gegenwart ein, indem du ein paarmal tief ein- und ausatmest.

2. Bringe deinen Müll zur Tonne oder zum Container und schau dir die einzelnen Teile an, die du wegwirfst.

3. Je nachdem, was sich in deinem Müll befindet, kannst du Gott jeweils danken oder bitten.

Zum Beispiel:

  • Benutztes Taschentuch: Du könntest Gott dafür danken, dass er tröstet oder für die Menschen beten, die du kennst, die gerade traurig oder krank sind.
  • Leere Schokoladenpackung: Danke Gott für einen schönen Moment, den du in den letzten Tagen erlebt hast.

Tipp
Diese Gebetsidee kannst du auch mit einer Gruppe durchführen, indem du ausgesuchten Müll mitbringst und ihn auf einem Tisch ausbreitest. Die Gruppe kann sich dann darum stellen und wie oben beschrieben beten.

3.5 Gebetskarate

Vorbereitung:

Besorge dir zwei leere Getränkekisten, für alle Teilnehmenden einen dicken Filzstift und außerdem pro Person je ein Brett (etwa 20 x 30 cm).

Die Bretter sollten maximal 2 cm dick sein und aus Leimholz-Fichte bestehen.

1. Alle notieren auf einem Brett ein Thema, in dem sie sich in ihrem Leben einen Durchbruch wünschen.

2. Sprich ein Gebet, in dem du Gott darum bittest, dass er bei allen genannten Themen eine Veränderung schenkt.

3. Danach können alle mit einem Handkantenschlag symbolisch ihr Brett durchschlagen. Dazu werden die beiden Getränkekisten umgedreht und das Brett dazwischen auf die Ränder der Kisten gelegt. Die Teilnehmenden müssen sich bei ihrem Handkantenschlag auf den Fußboden unterhalb des Brettes konzentrieren und nicht auf das Brett selbst. Dann ist die Kraft beim Auftreffen der Handkante auf das Brett so hoch, dass der Durchbruch auch ungeübten „Schlägern“ gelingt.

Tipp
Achte auf die korrekte Holzwahl und Ausführung des Schlags, damit die symbolische Handlung auch wirklich gelingt.

3.6 Gebetsanliegen-Wand

Gestaltet eine bzw. zwei Wände für Gebetsanliegen. Die Teilnehmenden dürfen ihre Anliegen auf die Wände notieren.

Wir empfehlen zwei Wände:

  • Freiheit: Dank
  • Gefangenschaft: Bitten

Material:

  • Bretter
  • Aufstellmöglichkeit für Bretter (Böcke)
  • Zettel
  • Stifte
  • Musik
  • Gegenstände, z.B. aus Taschen
  • Müll
  • Kisten zur Auflage
  • Briefumschläge
  • Liedtexte auf Papier
  • Wände für Gebetsanliegen
  • Fragen fürs Gespräch

4.1 Einstieg:

  • Welches Rätsel fandest du am besten?
  • Wo konntest du dich einbringen?
  • Gab es Situationen, die dir besonders hängen geblieben sind?
  • Wie hat es sich in der Zelle angefühlt?
  • Wie war es für dich, aus dem Bus zu kommen?
  • Hattest du Angst in dem Bus?
  • Wie ist es dir ergangen mit so vielen Menschen in einem Raum?

4.2 Persönlich:

  • Bist du zufrieden mit dir?
  • Was bedeutet für dich persönlich Freiheit?
  • Hast du inneren Frieden? Was fehlt dir für inneren Frieden?
  • Kannst du dir vergeben?
  • Was müsstest du eigentlich dringend mal klären?
  • Was trägst du mit dir rum, was dich belastet?
  • Wovon hast du dich schon mal freigestrampelt?
  • Liebst du dich selbst? Was liebst du an dir? Was magst du eher nicht an dir?
  • Was fängt dich von der Freiheit ab?
  • Was nimmt dich in deinem Leben gefangen?
  • Wo bist du unfrei?
  • Auf was könntest du nur schwer verzichten und auf was leicht?

4.3 Theologisch:

  • Paulus hat im Gefängnis von Freude geschrieben. Wie konnte er das so sehen?
  • Erkläre den Begriff: „Gnade“!
  • Was kann Gott dazu beitragen, dass du Freiheit erlebst?
  • Wofür bist du persönlich Jesus dankbar?
  • Was trennt dich wie eine Fessel von Gott?

4. Bildbetrachtung

Betrachtet das Bild und versucht, den Figuren passende Gefühle zuzuordnen. In welchen Situationen befinden sie sich? Was könnte sie beschäftigen? Welche Gefühle beschreiben ihre Lage am besten?

Schaut euch nun das Bild noch mal an und überlegt, in welcher Figur ihr euch ganz persönlich wiederfindet.

Falls Teilnehmende keine eigene Position finden, können folgende Fragen helfen:

  • Seid ihr vielleicht gerade in einem Bereich eures Lebens in einer Art Gefängnis?
  • Versucht ihr euch aktiv zu befreien?
  • Oder habt ihr dort drinnen bereits aufgegeben?
  • Vielleicht seid ihr auch außerhalb und fühlt euch in keinem Bereich eures Lebens eingesperrt. Seid ihr dort glücklich?
  • Gibt es andere Baustellen in eurem Leben?
  • Kennt ihr vielleicht andere Menschen in eurem Umfeld, die gerade in einem Lebensbereich unfrei wirken?
  • Wie geht ihr damit um?

Tauscht euch untereinander aus.

© Bild von Linda Ehlers

5. Gruppenaktion

5.1 Verbrennen:

Schreibe auf einen Zettel, was dich gefangen nimmt und du loswerden möchtest. Jetzt können diese Zettel verbrannt oder geschreddert werden. Es wäre auch möglich, aus dem Zauberbedarf „Magnesiumpapier“ zu nutzen, was beim Anzünden komplett verbrennt. Das würde dann so ablaufen: Die Personen bekommen ein kleines Stück Magnesiumpapier, auf das sie aufschreiben bzw. malen können, was andere ihnen angetan haben oder mit was sie andere verletzt haben. Danach nimmt der Mitarbeiter den Zettel und zündet ihn an. Alle können nun sehen, wie die „Schuldzettel“ mit spektakulärer Flamme restlos verbrennt.

Hinweis:

Man sollte sich nicht direkt unter einen Rauchmelder stellen.

Material:

5.2 Bibelgespräch – Gedenk- und Stolpersteine
Beginnt mit einem Gebet. Eine oder einer von euch liest die Bibelstelle Philipper 1, 3-26 laut und langsam vor. Alle, die möchten, erzählen ein Erlebnis aus ihrem Leben, das sie mit einer Stelle des Textes verbinden und für das sie dankbar sind. Kommentiert und diskutiert nicht, sondern hört nur zu. Nun liest eine oder einer den Abschnitt noch einmal laut vor. Alle, die möchten, können nun erzählen, an welcher Stelle sie über den Text stolpern, wo sie hängen bleiben, irritiert sind oder sich vielleicht sogar über den Text ärgern. Auch jetzt diskutiert nicht darüber. Eine oder einer liest den Abschnitt noch einmal laut vor. Nehmt vorher genannte Gedanken auf, diskutiert, denkt über Konsequenzen nach und überlegt, was ihr festhalten wollt. Sagt Gott zum Abschluss, was euch bewegt.

Material:

  • Bibeltext

6. Persönliche Challenge für den Alltag

Allein wirkt man verlassen. Doch auf wen kannst du dich verlassen? Suche dir heute noch einen Verbündeten.

Gehe auf jemanden zu, der dir vertraut ist oder den du vielleicht schon länger kennst. Erzählt euch gegenseitig, wie es euch in eurem Leben geht und ob ihr euch in Teilen eures Lebens unfrei fühlt. Tauscht euch aus und redet miteinander. Nun könnt ihr euch gemeinsam überlegen, ob und wie ihr diese Situationen ändern könnt und wie das aussehen kann. Bleibt in den nächsten Tagen oder Wochen in Kontakt und haltet euch auf dem Laufenden. Berichtet euch gegenseitig von euren Entwicklungen und Veränderungen.

7. Ratespiel

Jeder überlegt sich drei Begriffe, die er mit der letzten Stunde assoziiert. Schreibt dies je auf einen kleinen Zettel und faltet diesen einmal zusammen. Jetzt kommen alle Begriffszettel in einen Sammelbehälter, z. B. eine Mütze oder eine Schüssel.

Jetzt zieht immer ein Spieler einen Zettel und erklärt diesen Begriff auf folgende Art und Weise:

  1. Runde „Erklären“
  2. Runde „Pantomime“ Erklären ohne Worte und Geräusche
  3. Runde „nur ein Geräusch machen“

Wer die meisten Begriffe in einer Runde erraten hat, gewinnt die Runde. Nach jeder Runde kommen die Begriffe wieder in dem Sammelbehältnis und die nächste Runde beginnt.

Material:

  • Stifte,
  • Kleine Zettel
  • Sammelbehälter, z.B. Mütze oder Schüssel

8. Quiz

Ziel dieses Quiz ist es die Zitate zu vervollständigen:

  1. Wo der Geist des Herrn ist, …
    Wo der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit (2. Korinther 3, 17b)
  2. Geschwister, ihr seid zur Freiheit …
    Geschwister, ihr seid zur Freiheit berufen! (Galater 5, 13a)
  3. Zur Freiheit hat uns … ! So steht nun fest und lasst euch nicht wieder das Joch der … auflegen.
    Zur Freiheit hat uns Christus befreit! So steht nun fest und lasst euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auflegen. (Galater 5,1)
  4. Wenn ich … , will ich mich dir anvertrauen.
    Wenn ich Angst habe, will ich mich dir anvertrauen. (Psalm 56,4)
  5. Unser früheres Leben endete mit …
    Unser früheres Leben endete mit Christus am Kreuz. (Römer 6,6)
  6. Durch Jesus haben wir …
    Durch Jesus haben wir Frieden mit Gott! (Römer 5,1)
  7. Nur bei Gott komme ich zur Ruhe. Er allein gibt
    Nur bei Gott komme ich zur Ruhe. Er allein gibt mir Hoffnung. (Psalm 62,6)
  8. Gott aber ist … Er wird euch Mut und … geben und euch vor allem Bösen bewahren.
    Gott aber ist treu. Er wird euch Mut und Kraft geben und euch vor allem Bösen bewahren. (2. Thessalonicher 3,3)
  9. Es gibt eine Hoffnung für … , spricht der Herr.
    Es gibt eine Hoffnung für deine Zukunft, spricht der Herr. (Jeremia 31,17)
  10. Gott wird dich ans … bringen und dir Kraft und …
    Gott wird dich ans Ziel bringen und dir Kraft und Stärke geben! (1. Petrus)
  11. Freiheit beginnt dort, wo die … endet .
    Freiheit beginnt dort, wo die Angst endet.

9. Andacht

Eingesperrt – Wo bist du (un)frei!

Eisenstäbe vs. Gute Nachricht

Paulus sitzt in seinem Leben immer wieder in Gefängnissen. Dieses Mal vermutlich in Ephesus. Aber kein Gefängnisgitter, kein kalter und dreckiger Boden und auch das dunkelste Verlies hält ihn nicht davon ab, für seine Überzeugungen einzustehen und die Gute Nachricht, die er erlebt hat, weiterzugeben. Dabei war seine Situation wirklich ernst und bedrohlich. Paulus ist eingesperrt. Er wird gegen seinen Willen festgehalten und kommt da nicht raus. Er hängt fest! Meistens bekamen die Gefangenen damals keine Verpflegung von den Wärtern, und natürlich konnte Paulus als Zeltmacher auch nicht von seinem Job leben, wie viele Gefangene heute einer Arbeit nachgehen können. Paulus war auf Hilfe angewiesen, sonst wäre er dort verhungert. Hilfe von Menschen, die ihn genauso in sein Herz aufgenommen hatten wie er sie. Paulus ist eingesperrt. Er wird gegen seinen Willen festgehalten und kommt da nicht raus. Er hängt fest!

Wo bist du unfrei?

Was legt dich lahm? Wo hast du das Gefühl, dass dir jemand Ketten angelegt hat und du dich einfach nicht frei bewegen kannst? Irgendetwas hält dich zurück und klein. Du würdest so gern frei davon sein, aber deine Realität sieht anders aus. Freiheit in einem gefangen nehmenden Bereich in deinem Leben sieht aus wie ein Sonnenstrahl, der in die Gefängniszelle scheint. Aber auch so schnell wieder weg ist, wie er gekommen ist. Jeder Versuch, dich zu befreien, ist gescheitert. Die Fesseln sitzen zu fest. Die Tür ist verrammelt und der dreckige kalte Boden lässt dich erstarren. Wo bist du unfrei in deinem Leben? Wo wünschst du dir Weite? Freiheit, das zu tun, was du wirklich möchtest? Vermutlich sitzt du nicht wirklich in einem Gefängnis. Es ist mehr eine innere Barriere, die du nicht überwinden kannst. Egal was du tust. Es scheint vergeblich zu sein.

Früher habe ich mich als Teenager nicht getraut, zu meinem Glauben zu stehen, habe versucht, es zu vertuschen. Vielleicht steckst du aber auch woanders in deinem Leben in der Klemme, weil du süchtig bist und damit einfach nicht aufhören kannst. Oder du denkst ständig schlecht von dir und kannst dich von diesen Gedanken nicht befreien.

Unfrei frei sein.

Obwohl Paulus unfrei ist, ist er in seinem tiefsten Inneren frei. Frei, das zu sagen, wovon er überzeugt ist. Frei durch Jesus und das, was Jesus für ihn und uns alle getan hat. Frei von dem Druck, die Gesetze zu halten, nach denen er sich sein Leben lang ausgerichtet hatte. Frei von der Last, andere zu verurteilen. Die Gnade, die Paulus durch Jesus entdeckt hat, hat ihn frei gemacht. Die Umstände, in denen er lebt, spielen nicht die entscheidende Rolle. Er hätte sich vermutlich auch gewünscht, nicht eingesperrt zu sein. Aber das macht ihn nur in einem bestimmten Rahmen unfrei. Er ist eingesperrt und trotzdem frei.

Getragen sein

Kommen wir zurück zu dir. Auch du kannst frei sein. Frei von der Scham, dass du in einem Lebensbereich unfrei bist. Mach dich auf die Spur, warum Paulus das für sich so sagen konnte. Er hat erlebt, was Jesus für ihn getan hat. Davon erzählt er uns unter anderem im Philipperbrief. Paulus spricht von so viel Freude, obwohl er eingesperrt ist. Diese Ketten, die Paulus erfahren hat und die du spürst, haben nicht das letzte Wort. Sie mögen dich gerade fesseln, klein- und kurzhalten, aber sie haben nicht das Recht, dich zu bestimmen. Du kannst deine Unfreiheit besiegen, nicht allein. Aber mit Freunden, die dich unterstützen und – wie Paulus – auch Hilfe empfangen. Dazu hast du einen Jesus an deiner Seite, der dir beisteht, die Situation auszuhalten, der möchte, dass du, so wie Paulus, trotzdem Freude erleben kannst und dich nicht von deinen Umständen so sehr lahmlegen lässt. Steh auf und lebe. Lebe für das, wovon du überzeugt bist. Lass dich nicht kleinkriegen, sondern erlebe, dass der, der dich groß macht, der dich gemacht hat und für dich ist, auch schon durch dreckige und kalte Lebensphasen gegangen ist. Jesus wurde auch gefesselt, ausgepeitscht, verspottet und letztlich ist er sogar gestorben. Das war für ihn auch nicht leicht, aber für uns bedeutet das Freiheit. Frei sein, trotz dem, was uns einsperrt. Darum kann Paulus von Freude erzählen. Darum kann Paulus Hilfe annehmen. Darum lässt sich Paulus trotz seiner Gefangenschaft nicht einschüchtern. Darum weiß Paulus, was wichtig ist.

10. Warm Up

Die Welle

Welche Hindernisse hast du in Leben? In diesen Warm Up wirst du durch eine sich öffnende Mauer laufen.

Anleitung

Die Gruppe bildet eine Gasse, bei der eine Hälfte auf der einen und die andere Hälfte auf der anderen Seite steht. Sie stehen sich gegenüber. Der Abstand zum Gegenüber sollte eine Armlänge betragen. Die Arme müssen so ausgesteckt werden, dass die Fingerspitzen sich leicht berühren. Ein Teilnehmer fängt nun an, durch die Gasse zu laufen. Wenn der Teilnehmer einer anderen Person in der Gasse nah ist, sollen die Teilnehmer, die nicht laufen, die Arme runternehmen, um den Läufer durchzulassen. Dies dürfen nun auch alle anderen aus der Gruppe machen.

Ist ein Lauf beendet, fängt ein anderer Teilnehmer mit dem nächsten Lauf an, bis alle einmal durchgelaufen sind.

Tipp

Die Teilnehmer können die Geschwindigkeit, mit der sie durch die Gasse laufen wollen, selber wählen.

11. Serien-Tipp

Schaue die erste Folge der Jesus-Serie „The Chosen“ an. Dort siehst du, wie Jesus befreit.

Material:

  • App: The Chosen (kostenlos zum ansehen)

Passend zur Serie gibt es auf Jo auch Material zu jeder Folge.

12. Film-Tipps

Es gibt unzählige Filme die gut zum Thema: Freiheit, Gefangenschaft oder Befreiung passen. Hier ein paar Empfehlungen:

  • Free Willy
  • Into the wild
  • Madagascar
  • Harriet

Material:

  • Film und Abspielgeräte

13. Leitvers aus dem Philipperbrief:

Es ist ja nur richtig, dass ich so über euch alle denke. Denn ich habe euch ins Herz geschlossen. Egal, ob ich im Gefängnis sitze oder vor Gericht die Gute Nachricht verteidige und für sie eintrete: Ihr alle erhaltet zusammen mit mir Anteil an der Gnade, die Gott mir schenkt.   Philipper 1,7, Basisbibel

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