WM in Katar: „…die Tooor macht weit“

Das winterliche Turnier im Wüstenstaat erhitzt die Gemüter bereits jetzt. Während Christinnen und Christen hierzulande in der Adventszeit der Feier der Geburt Jesu Christi entgegenfiebern, werden die weltbesten Fußballer ab dem 20. November unter sengender Sonne um die Krone ihrer Sportart ringen. Das Endspiel im Emirat am Persischen Golf wird pünktlich am 4. Advent ausgetragen. Hinzu kommen Menschenrechtsverletzungen im autoritären Königreich, fragwürdige Arbeitsbedingungen und weltweite Boykottforderungen. Das alles stellt die kirchliche Arbeit im Advent 2022 vor besondere Herausforderungen.

Anti-Turnier und Fußball auf der Kanzel

Die evangelische Kirche hat deshalb jetzt spezielle Hilfsmaterialien für Kirchengemeinden herausgegeben. Unter der Überschrift „Macht hoch die Tür, die Tooor macht weit“ gibt ein Arbeitsheft auf 36 Seiten Tipps für einen konstruktiv-kritischen Umgang mit der umstrittenen WM. Die Broschüre mit dem Titel in Anlehnung an das bekannte Adventslied enthält Anregungen für Gottesdienste an den vier Adventssonntagen im Schatten der WM und Aktionsvorschläge für die Gemeindearbeit. Warum nicht mit lokalen Vereinen ein „Anti-Turnier“ organisieren oder Fußballerinnen und Fußballer zur Predigt auf die Kanzel bitten?

Gastbeitrag von DFB-Präsident Neuendorf

Ergänzt wird das Heft durch Gastbeiträge unter anderem von DFB-Präsident Bernd Neuendorf, ZDF-Sportmoderatorin Claudia Neumann oder Hessen-Nassaus Kirchenpräsident Volker Jung sowie dem EKD-Sportbeauftragten und rheinischen Präses Thorsten Latzel. Zudem gibt es auch Impulse rund um das jüdische Lichterfest Chanukka, auf das die WM ebenfalls fällt. Das Heft will dabei keine endgültigen ethischen Antworten und Lösungen rund um die WM in Katar präsentieren, sondern die Licht- und Schattenseiten des Turniers beleuchten und vor allem zu einem praxisorientierten Umgang vor Ort ermutigen.

Tipps als Gemeinschaftsproduktion

Gedacht ist die Broschüre vornehmlich für das Gemeindeleben vor Ort, für Gottesdienste, die Arbeit mit Jugendlichen und Gesprächskreise. Entwickelt und herausgegeben haben das Heft der Evangelische Bund und die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Kirche und Sport sowie der Arbeitsstelle für missionarische Kirchenentwicklung „midi“ der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). 

Was, wenn »Alles« zu viel wird? Wenn Chaos, Krisen und Katastrophen auf uns stürzen – wie auch schon zu Jesu Geburt? Wenn alles an Weihnachten wichtig ist, nur nicht das Kind in der Krippe?

Hilfreiche Themenartikel und Bibelarbeiten zu alledem bietet euch KON »Mit alles«. Darüber hinaus findet ihr kreative Stundenentwürfe, wie man z. B. aus Alltagsgegenständen Spiele entwickeln oder einen Adventskalender basteln kann.

Die Wege des Herrn sind unergründlich – was mich dazu gebracht hat, in den letzten zwei Jahren in einem Alten- und Pflegeheim zu arbeiten. Es war eine spannende Zeit mit vielen tollen Erfahrungen und einem Einblick in das, was man in einer solchen Einrichtung als „Alltag“ bezeichnet – und wie man Menschen, die dort leben, eine Freude machen kann!
Die Vorschläge in diesem Entwurf sind zwar abgestimmt auf die Advents- und Weihnachtszeit, aber nehmt sie gerne als Inspiration dazu, auch im Jahresverlauf mal vorbei zu schauen. Denn die 4 Wochen der Adventszeit sind meistens voll mit Aktionen, während es in den anderen 11 Monaten mitunter etwas „lau“ ist. Die meisten Alten freuen sich aber das ganze Jahr über von Herzen über Besuch, Abwechslung und Überraschungen – da sind sie nicht anders als wir. Und in der Begegnung mit alten Menschen bekommst du unheimlich viel zurück.

Vorbereitung für einen Besuch

Bevor du mit deinen Mädels darüber nachdenkst, was genau du in der Einrichtung anbieten kannst, nimm zuerst Kontakt mit den Menschen auf, die dort arbeiten. In der Regel wird deine Ansprechpartnerin die Leiterin des „sozialen Dienstes“ oder die Pflegedienstleitung sein. Diese Menschen haben den besten Einblick in die Vorgaben und Regeln, die das Haus einhalten muss, sowie über den Terminkalender der Einrichtung. So kann es zum Beispiel sein, dass ihr vielleicht aus hygienischen Gründen keine selbstgebackenen Kekse mitbringen dürft, aber vielleicht mit Zutaten aus dem Haus direkt vor Ort mit Bewohner:innen backen könnt – und ähnliches.

Ideen und Durchführung

Wenn du dich über die Rahmenbedingungen informiert hast, könnt ihr in eurer Gruppe eure Ideen zusammentragen. Aus meiner Erfahrung heraus habe ich folgende Inspiration für euch:

  • selbstgestaltete Advents- und Weihnachtskarten für Bewohner:innen, die wenig Besuch bekommen
  • ein Nachmittag mit gemeinsam gesungenen klassischen Liedern, mit vorgelesenen Texten, mit Vortragsliedern … für eine gemeinsame Runde mit Bewohner:innen
  • ein kleines Konzert auf den einzelnen Wohnbereichen, Fluren oder vielleicht sogar auf den Zimmern
  • Unterstützung eines vom Haus geplanten, internen Weihnachtsmarktes
  • ein Theaternachmittag mit Sketchen, Krippenspiel o.ä.
  • Begleitung von Bewohner:innen auf den Weihnachtsmarkt „draußen“
  • ansprechend gestaltete Advents- und Weihnachtsdeko mit dem Anspruch, keine „Kinderbastelei“ zu sein

Nun nehmt euch Zeit, eure Ideen sorgfältig und mit Herz auszuführen. In meinen Augen zählt dabei nicht die Perfektion, sondern die Exzellenz: dass man dem, was ihr anbietet, abspürt, dass es von ganzem Herzen kommt.

Worauf man dabei achten sollte: Macht nicht zu viel und erkundigt euch gut, für welche Menschen bzw. Bedarfe ihr plant. Es gibt nicht wenige Alte, die einfach nicht mehr so lange sitzen und sich konzentrieren können. Es gibt einige, die nicht mehr gerne lange in einer Gruppe sitzen – und es gibt einige, die gerne zusammen sind, klönen, sich über Eierlikör freuen, singen … Im Alter sind die Menschen immer noch genauso divers und unterschiedlich wie jetzt in unseren Gruppen.

Wenn ihr eure Idee fertig geplant habt, macht einen Termin in eurer Einrichtung. Klärt noch einmal genau ab, ob die Idee so auch umgesetzt werden kann oder ob ihr noch etwas beachten müsst. Und vergesst nicht, euch zu erkundigen, ob es Corona-bedingt noch bzw. wieder besondere Einlass-Voraussetzungen gibt: Wie sieht es mit Testpflicht, Masken etc. aus? Und dann seid pünktlich vor Ort und habt Spaß bei eurem Tun.

Vergesst dabei folgendes nicht:

  • Sprecht laut, langsam und deutlich
  • Vermeidet Hektik
  • Begebt euch bei Rollstuhl-Fahrer:innen durch Hinknien auf Augenhöhe
  • Seid stets höflich und siezt die Menschen, die euch begegnen.

Impulsidee

Das 4. Gebot fordert uns dazu auf, unsere Eltern zu ehren. Aber es geht dabei nicht nur um den Umgang mit den eigenen Eltern, sondern auch um die Frage, wie die jüngere Generation mit ihren Alten umgeht. Und da ist es tatsächlich so, dass wir uns immer wieder hinterfragen sollten, wie unser Umgang tatsächlich ist.

Haben wir bei aller Kritik auch Respekt für die Leistung unserer Eltern und Großeltern? Lassen wir uns auch bei Oma und Opa blicken, wenn wir nur einfach „Hallo“ sagen wollen oder haben wir dann immer unser Zeugnis im Gepäck, um vielleicht die eine oder andere finanzielle Belohnung einzustreichen? Wie reagieren wir, wenn sie anfangen uns zu vergessen, körperlich und geistig abbauen, nicht mehr so „cool“ sind … wenn sie nicht mehr zu Hause wohnen, sondern in eine Einrichtung ziehen? Besuchen wir sie noch oder setzen wir in unserem Leben andere Prioritäten?
Das Gebot verbindet mit der Aufforderungen eine Verheißung: dass es uns gut ergehen wird, wenn wir unsere Alten ehren.

Und das habe ich tatsächlich erlebt: Die Freude, die ich den Menschen im Altenheim schenken durfte, kam direkt auch in meinem Herzen an! So gerne ich heute auch wieder mit Jugendlichen arbeite, die Zeit mit den Alten werde ich nicht vergessen, sondern immer in meinem Herzen tragen und mich gerne dran erinnern.

Gruppenstundenentwurf zur Jahreslosung 2023

Zielgedanke

Ich bin Gott nicht egal: Er sieht mich in meiner Situation. Er hört mir zu. Und er sorgt für mich.

Hintergrundwissen zur biblischen Geschichte

Abram und Sarai stammen aus Ur in Mesopotamien, dem heutigen Irak. Gott gibt ihnen den Auftrag, von dort wegzuziehen in ein Land, das Gott ihnen zeigen will. Gleichzeitig gibt er ihnen die Zusage, dass sie viele Nachkommen haben werden und von Gott gesegnet sind mit allem Guten, was sie brauchen (1.Mose 12,1+2). Den größten Segen, den man damals haben kann, sind viele Kinder. Sie waren die Versorger der älteren Generation und gleichzeitig die Zukunft zum Fortbestand der ganzen Nomadensippe (damals ist man mit Zelten, Familie und Vieh umhergezogen – dorthin, wo es gutes Weideland und Handel gab).

Abram und Sarai hören auf Gott und ziehen los. Es gibt da in Gottes Zusage aber einige Aspekte, die der Zusage entgegenstehen: Abram ist schon sehr alt, inzwischen weit im Rentenalter und Sarai kann keine Kinder bekommen (1.Mose 11,30). Wie also sollen sie ein Kind bekommen und damit viele Nachkommen?

Auf ihrem Weg ins von Gott verheißene Land kommen sie zunächst nach Ägypten aufgrund einer Hungersnot. Dort wird ihnen vom Pharao Essen geschenkt und dazu noch Diener und Dienerinnen. Eine davon ist Dienerin Hagar.

Erklärungen zur Hagar-Geschichte aus 1.Mose 16

Abram und Sarai sind seit 10 Jahren in Kanaan (Gebiet zwischen Jordantal und Mittelmehr) zuhause. Aber ein Kind ist nicht geboren worden. Vielleicht sollte man Gottes Zusage selber in die Hand nehmen? Durchaus menschlich, die Geduld zu verlieren. Gleichzeitig ist das ein Vertrauensbruch Gott gegenüber, der doch die Zusage schon mehrmals wiederholt hat.

Sarai hat die Idee, ihre ägyptische Dienerin Hagar (Name bedeutet „Flucht, Fremdling“) als Leihmutter einzusetzen. Sie soll an Sarais Stelle das Kind mit Abram bekommen. Im alten Orient ist das durchaus nichts Ungewöhnliches. Wenn das Kind dann geboren wird und gleich nach der Geburt in Sarais Schoß gelegt wird, ist es nach damaligem Recht Sarais Kind.

Hagar wird schwanger. Sie fühlt sich als Mutter der Sippe und lässt es Sarai täglich demütigend spüren. Als Sarai sich schließlich bei Abram beschwert, übergibt er als Sippenchef Sarai die Rechtsprechung über Hagar. Sarai behandelt Hagar nun richtig schlecht. Offensichtlich lässt sie sie nun deutlich spüren, wer Herrin ist und wer Magd. Hagar flieht in die Wüste Schur, einer Wüstenregion auf der Sinaihalbinsel. Vermutlich möchte sie in die alte Heimat Ägypten zurück. Wie verzweifelt muss sie gewesen sein, sich als Schwangere diesem Risiko auszusetzen? Glücklicherweise findet sie einen Brunnen in der Wüste, an dem sie rastet.

Hagar ist die erste Frau, die Gott durch einen Engel anspricht. Er stellt ihr eine wichtige Frage und gibt ihr damit die Gelegenheit, zu sagen, was sie bedrückt. Als Dienerin steht sie in der unteren Hierarchie der Sippe. Bei Gott findet sie erstes Gehör. Gott ist es nicht egal, wie es ihr geht.

Der Engel benennt ihr den weiteren Weg und lässt ihr von Gott eine große Zusage geben: Du wirst einen Sohn bekommen. Und dieser Sohn soll Ismael (Gott hat gehört) heißen.

Wann immer Hagar den Namen ihres Sohnes zukünftig nennen wird, wird sie daran erinnert, dass Gott sie hört. Der Engel weist sie auch darauf hin, dass Ismael nicht in der Sippe bleiben wird. Unangenehme Dinge werden ehrlich genannt.

Hagar begreift: Gott sieht nach mir. Er hört mir zu. Ich bin ihm nicht egal. Von diesem Erlebnis gestärkt geht sie zurück. Sie ordnet sich wieder als Dienerin ihrer Herrin Sarai unter, wie der Engel gesagt hat.

In der Erzählung für die Kinder werden für Abram (Name bedeutet „erhabener Vater“) und Sarai („Fürstin“) schon die neuen Namen genannt, die Gott ihnen im nächsten Kapitel geben wird: Abraham („Vater vieler Völker“) und Sara (unverändert „Fürstin“). Unter diesen Namen sind sie den Kindern eher bekannt.

Erlebniswelt der Kinder

In jeder Familie gibt es Streit. Nicht immer fühlt man sich als Kind mit seinen Anliegen verstanden. Manchmal fühlt man sich benachteiligt oder ungerecht behandelt. Mal schlägt man über die Stränge, ist selbst ungerecht und überheblich. Die Nerven der Erziehungsberechtigten werden dünner. Es wird laut und unangenehm. Dann zieht man sich mal gerne zurück und flieht vor der Eskalation des Konflikts. Wohin mit den eigenen Sorgen und Ängsten? Wohin mit dem Schmerz? Wohin in der Not? Existiert da jemand, der einen sieht?

Auch im „normalen“ Familienalltag fühlen sich Kinder manchmal nicht gehört oder zu wenig gesehen. Wer hat Zeit, mal zuzuhören?

Unter diesen Aspekten bietet die Hagar-Geschichte Anknüpfungspunkte. Gott ist für dich da: Manchmal schickt er (auch menschliche) Engel nur für dich. Er hört dich, sieht deinen Schmerz, deine Not. Er ist ehrlich zu dir. Du bist ihm nicht egal!!!

Gruppenstunde

Warm-up

Spiel: „Oma, Hase, Jäger“. Je ein Drittel der Kinder gehören zu einer der drei Gruppen. Zu Vereinfachung können die Kinder für die Gruppe (z.B. mit farbigen Kreppbändern) markiert werden. Im (großen) Raum oder auf einem abgesteckten Spielfeld befinden sich an drei gleich voneinander entfernten Ecken je eine Zone für Omas, Hasen oder Jäger. In ihrer Zone sind die Spielkinder sicher. Ziel ist es, möglichst viele der anderen Kinder zu fangen und in die eigene Zone zu bringen. Omas fangen die Jäger. Jäger fangen die Hasen, Hasen fangen die Omas. Wer hat am meisten Leute gefangen in 3 Minuten? Das Spannende: Jeder kann fangen und gefangen werden.

Variante: Eigene Leute kann man befreien, indem man die Gefangenen in der fremden Zone abklatscht.

Thematischer Einstieg

Hattet ihr schon mal Streit oder Ärger? Am liebsten würde man sich manchmal verziehen, oder? Nichts mehr hören und sehen. Manchmal ist man auch richtig sauer auf jemanden und würde den am liebsten nicht mehr sehen. Und manchmal ist man auch selber gemein zu jemanden und schämt sich danach dafür (Kinder erzählen lassen).

Gibt es für euch einen Ort, wo ihr euch zurückzieht, wenn es euch nicht so gut geht? (Baumhaus, eigenes Zimmer, bestimmter Ort in der Natur, …).

Hagar ist gerade dabei, sich in die Wüste zu verziehen, wo keiner ist. Sie will nur noch weg. Aber am besten erzähle ich von vorne.

Vorlesegeschichte

Sie kennt es nicht anders. Sie hat nichts zu sagen. Seit Hagar denken kann, ist sie eine Dienerin. Sie tut, was man ihr sagt. Aufgewachsen in einfachen Verhältnissen Ägyptens wird sie als Teenager an den ägyptischen König, den Pharao, verkauft. So hat ihre Familie Geld für die fehlende Nahrung. Ab jetzt muss sie am Königspalast dienen. Kurze Zeit später lässt sie der König herrufen. Im Palast stehen zwei Fremde, Abraham und Sara. „Geh mit ihnen“, befiehlt ihr der König. Und was man ihr sagt, das tut sie.

Seitdem ist Hagar Saras Dienerin. Und seitdem immer unterwegs auf Eseln und Kamelen, mal hier, mal dort, mal da. Je nachdem, wo es Gras für Abrahams Schafe gibt, wird für eine Zeit lang gezeltet.

Inzwischen lebt Hagar schon 10 Jahre mit Abraham, Sara und der ganzen Sippe zusammen. Die Sippe, das sind viele Menschen und Tiere. Hagar ist froh. Endlich haben sich Abraham und Sara auf ein Land festgelegt, wo sie jetzt wohnen. Der Gott Abrahams hatte gesagt, dass sie in dieses Land gehen sollen: Es heißt Kanaan und liegt zwischen dem Mittelmeer und dem Fluss Jordan.

Abraham und Sara sind übrigens sehr reich. Hagar ist froh darüber. Wer viel Vieh besitzt, hat auch immer was zu essen. Und trotz dieses sorgenfreien Lebens hört sie Sara oft weinen. Sara ist sehr traurig. Eines Tages hört Hagar durch die Zeltwände, wie Abraham Sara tröstet. „Sara, sei nicht traurig. Gott hat uns ein Kind versprochen. Und er hält seine Versprechen. Unsere Nachkommen werden so viele sein, wie Sterne am Himmel. Du wirst sie nicht zählen können!“ „Abraham, wir warten schon so viele Jahre darauf, ein Kind zu bekommen. Er hat ja dir ein Kind versprochen und nicht mir. Wie wäre es, wenn ich dir Hagar gebe und ihr ein Kind bekommt. Du weißt, da Hagar nur meine Dienerin ist, wäre es nach dem Recht trotzdem unser Kind.“

Hagar erschrickt. Vielleicht hat sie sich verhört? Das kann doch nicht sein, oder doch? Sie soll Leihmutter sein?

„So soll es sein!“, hört sie Abraham sagen.

Einige Monate später. Hagar ist gerade dabei, Sara die Haare zu frisieren. Sanft streicht sie mit dem hölzernen Kamm mit den groben Zinken durch das dunkle wellige Haar ihrer Herrin. „Huch, jetzt hat sich das Kind bewegt.“ Hagar strahlt und streichelt liebevoll ihren Bauch. Mit einem triumphalen Grinsen schaut sie Sara ins Gesicht: „Dieses Kind ist Abraham und MEIN Kind. Wie gut, dass ICH Kinder bekommen kann, wenn du schon keine kriegst!“ „Hagar“, Sara dreht sich wütend zu ihrer Dienerin um. „Du hast hier nichts zu sagen, du bist nur eine Dienerin. „Wer weiß“, Hagar stellt sich demonstrativ vor ihre Herrin, „am Ende bin ICH die Glückliche.“

Da hat Hagar den Bogen überspannt. Saras Gesicht ist rot vor Wut: „Du überhebliche Kuh, das wird dir noch leidtun.“ Noch ehe Hagar reagieren kann, läuft Sara – noch mit dem Kamm im Haar – los und verschwindet in Abrahams Zelt.

Seit diesem Ereignis geht es Hagar richtig mies. Wo immer sie Sara trifft, muss sie ungeliebte Arbeiten machen. Aber das Schlimmste ist, wie Sara sie verachtet. Jede Arbeit, die Hagar macht, ist nicht gut genug. Wäsche muss nochmal in der Holzwanne geschrubbt werden. Das Essen schmeckt nie. Und die Tiere werden angeblich zu spät gefüttert. Hagar muss schuften und wird nur verachtet. Jetzt ist es Hagar, die traurig ist. „Was tu ich eigentlich noch hier?“, fragt sie sich. „Ich werde behandelt, wie Dreck. Immer, wenn ich Sara sehe, muss ich Angst haben, was als Nächstes passiert. Selbst in Ägypten ging es mir viel besser. Ich muss jetzt auch an mein Kind im Bauch denken. Ich muss hier weg. Weg von Sara und dem ganzen Ärger.“ Noch in der Nacht packt Hagar heimlich ein paar Sachen zusammen und macht sich auf den Weg zurück nach Ägypten durch die Wüste.

Die ersten Sonnenstrahlen kitzeln ihre Augen. Sie ist die halbe Nacht gewandert. Zum Glück hat sie es noch an eine Oase geschafft, ehe sie völlig erschöpft und müde in der Nähe eines Brunnens einschlief. Jetzt fühlt sich ihr Hals extrem trocken an. Gierig löscht sie ihren Durst an der Wasserquelle. Dann setzt sich Hagar an den Brunnen, um sich im Schatten einer Palme von den Strapazen der Nacht zu erholen. Inzwischen ist ein weiterer Wanderer am Brunnen angekommen. Er setzt sich neben sie und blickt sie freundlich an: „Woher kommst du und wohin gehst du?“ Dieser Mensch ist jemand Besonderes. Er zeigt wirklich Interesse an ihrem Leben. Bisher hat das noch keinen interessiert. Bisher war sie nur eine Dienerin. Aber der Mann behandelt sie, wie eine Herrin. So sprudeln die Worte nur so aus ihr heraus: „Ehrlich gesagt bin ich auf der Flucht vor meiner Herrin. Die war so gemein zu mir. Aber ich davor auch zu ihr.“ Der Fremde nickt verständnisvoll. Hagar erzählt weiter: „Wir haben schlimm gestritten und uns das Leben unnötig schwergemacht. Und jetzt will ich nur noch weg nach Ägypten, wo ich ursprünglich herkomme.“

Der Fremde steht auf und hilft Hagar beim Aufstehen, was als Schwangere nun wirklich immer beschwerlicher wird. Der Fremde schaut sie verständnisvoll an, dann sagt er: „Geh wieder zu deiner Herrin zurück und diene ihr wieder. Bald schon wirst du einen Sohn zur Welt bringen. Den sollst du Ismael nennen. Das heißt übersetzt: Gott hat gehört. Denn Gott hat dich heute gehört, als du ihm deine Not erzählt hast.“

Völlig erstaunt aber spontan erwidert Hagar: „Wenn ich dir einen Namen geben darf, dann heißt du El-Roi. Denn das heißt „Gott sieht nach mir. Denn Gott ist ein Gott, der mich sieht.“ Der Fremde schaut sie an, lächelt und verabschiedet sich.

Hagar bleibt mit ihren Gedanken zurück. Ob der Fremde ein Engel war? Es war, als hätte Gott ihn nur zu ihr geschickt. Kein Mensch sonst weit und breit. Und es war gar nicht schwer, ihm zu sagen, wie es in ihr aussieht.

Impulse zur thematischen Vertiefung

Je nach Alter der Kinder, könnt ihr Impulsfragen nach der Geschichte stellen und mit den Kindern ins Gespräch kommen:

Manchmal ist es einfach zum Weglaufen. Man hat das Gefühl, dass einen keiner versteht.

  • So ein ruhiger Ort tut dann ganz gut, wo keiner ist, der einem wehtun kann. Denkt ihr, dass es so einen Ort gibt, wo keiner ist?
  • Was denkt ihr, wer der Mann am Brunnen war?
  • Warum hat Hagar ihm diesen Namen (Gott sieht nach mir) gegeben? Was hat sie an ihm besonders fasziniert?
  • Welchen Namen würdest du Gott geben, was gefällt dir besonders an Gott?
  • Welcher Ort ist für dich gut, um mit Gott zu reden?
  • Woran merkst du, dass er dich sieht und sich für dich interessiert?
  • Wer oder was sind Engel für dich?

Gebet (nach Psalm 139,1-5)

(gemeinsam mit den Kindern beten):

Lieber Gott,

du hast mich erforscht und du kennst mich ganz genau.

Ich bin dir nicht egal.

Egal, ob ich sitze oder stehe, du weißt es eh. Egal, ob ich laufe oder mich ausruhe, du spürst, wie ich drauf bin.

Du interessierst dich für mich.

Noch liegt mir das Wort nicht auf der Zunge, schon weißt du, was ich sagen will.

Du verstehst mich, wie kein anderer.

Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.

Du bist immer für mich da. Du bist ein Gott, der mich sieht.

Amen

Spiele für drinnen

Aktion „Gesehen werden“

Die Kinder stellen sich in zwei Reihen gegenüber auf, sodass sie sich ansehen. Nun darf ein Kind durch die Reihen langsam laufen. Alle applaudieren und sehen das eine Kind an. Dann darf das nächste Kind durchlaufen, bis alle das Erlebnis hatten, gesehen zu werden und den Applaus zu genießen.

Hinweis: Manchen Kindern könnte dieses Spiel unangenehm sein, da sie nicht gerne im Rampenlicht stehen. Daher sollte die Aktion freiwillig sein.

Hagar wird gesehen

Ein Mitarbeitender stellt vor der Gruppenstunde irgendwo im Raum eine kleine Spielfigur ab. Nun sollen die Kinder nur mit ihren Augen den Raum absuchen. Findet ein Kind die Figur, geht es zum Mitarbeitenden und flüstert ihm/ ihr die Lösung ins Ohr. Stimmt es, geht es wieder auf seinen Platz, ohne etwas zu verraten. Wenn noch ein Kind übrig ist und es die Figur nicht findet, verrät es ihm der Mitarbeitende. Das letzte Kind darf nun die Figur (evtl. in einem anderen Raum oder alle machen die Augen zu) aufstellen und das Spiel beginnt von vorne.

Spiele für draußen:

FangspielFlucht und Sicherheit“

Alle Kinder stehen im großen Kreis, mit den Gesichtern zur Mitte des Kreises. Alle spreizen ihre Beine mindestens schulterbreit auseinander. Der Kreis muss groß genug sein, sodass man im Kreis auch rennen kann. Zwischen den Kindern kann Abstand sein. Zwei Kinder stehen im Kreis und spielen Fänger und Gejagte. Das gejagte Kind kann sich in eine Höhle retten, indem es durch die Beine eines Mitspielers krabbelt. In diesem Moment wird das „Höhlenkind“ der Fänger und der Fänger der Gejagte. Wird man vor einer Rettung erwischt, ist man selbst der Fänger und der Jäger der Gejagte. Das Spiel sollte man auf weichem Boden machen, wegen der „Aufschürfgefahr“.

“Ich sehe was, was du nicht siehst”: Ein Kind sucht sich einen bestimmten Gegenstand in einer bestimmten Farbe aus der unmittelbaren Umgebung aus und sagt: Ich sehe was, was du nicht siehst und das ist das ist… (grün, gelb,…). Jetzt versuchen die anderen Kinder nacheinander den Gegenstand zu erraten. Dabei nehmen die Kinder ihre Umgebung wahr. Es eignet sich gut als Spiel nach viel Bewegung, damit man mal ausruhen kann.

“Ein Auge für das Besondere”: Mit den Kindern macht man einen Spaziergang (z.B. den Weg zur Grundschule und zurück), am besten auf einem Weg, an dem es viel zu entdecken gibt. Die Kinder bekommen die Aufgabe, etwas Besonderes unterwegs zu finden, was sie schön finden: ein leeres Schneckenhaus, ein buntes Blatt, ein schöner Stein,… Wieder zurück präsentieren alle Kinder ihre „Schätze“. Warum haben sie genau das ausgesucht? Mit den unterschiedlichen Schätzen können die Kinder eine Geschichte erfinden. Jeder kann dabei seinen Gegenstand in die Geschichte einbringen. Ein Kind beginnt und dann übernimmt das nächste.

Liedliste
  • Hilfe in der Not, Einfach spitze Nr.11
  • Von oben, von unten, Einfach spitze Nr.115
  • Du bist meine Zuflucht und Stärke, Feiert Jesus 3, Nr.99
  • Lege deine Sorgen nieder, das Liederbuch 2, Nr.53
  • Ist da jemand, das Liederbuch 2, Nr.46

Da die gesamte Arbeit zu lang ist, um sie ganz als Beitragstext einzufügen, findet man hier nur einen Ausschnitt der Bachelor-Thesis. Die gesamte Arbeit, sowie weitere Materialien, findet man im Anhang.

findet man im Anhang.

Abstract:

Die vorliegende Arbeit betrachtet sexualisierte Einflüsse der Gesellschaft (Werbung, Social Media, Pornografie, Film und Fernsehen) und sucht einen Weg, wie in der christlichen Jugendarbeit ein Rahmen geschaffen werden kann, in welchem Sexualität kein Tabuthema ist. Hierfür wurde eine konzeptionelle Überlegung verfasst, in welcher sowohl Mitarbeitende als auch Teilnehmende Input zum Thema Sexualisierung als auch Sexualität erhalten. Die Vorgehensweise belief sich im ersten Teil auf eine Literaturarbeit und im zweiten auf eine Ausarbeitung zu einem Konzept in Kooperation mit dem CVJM Bayern e.V..

Zugehörige Materialien wurden ebenfalls erstellt und sind im Anhang einzusehen.

Einleitung:

„Eine Filmkultur, die künstlerische Freiheit predigt, zugleich aber zu kontrollieren versucht, wie Frauen auf der Leinwand dargestellt werden, muss man in Frage stellen. Die MPAA findet Szenen in Ordnung, die Frauen in sexuell gewalttätigen Szenarien als Unterhaltungszweck zeigt. Auf der anderen Seite versuchen sie uns zu zwingen, bei Szenen wegzuschauen, in denen Frauen in sexueller Hinsicht beteiligt sind. Es ist frauenfeindlich, kontrollieren zu wollen, wie Frauen sich selbst sexuell präsentieren. Das ist ein größeres Problem als dieser Film.“ [so äußerte sich] Ryan Gosling zu Kritik über die Oralverkehr Szene mit Michelle Williams in „Blue Valentine“. (Braun, 2018)

Sexualität wird nicht nur in der Filmbranche, wie oben durch Ryan Gosling geschildert, kritisiert, sondern findet in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens Platz. Vor allem findet die Sexualität von Frauen im Verborgenen statt, wohingegen die männliche Sexualität in allen Bereichen des täglichen Lebens Platz findet. Gerade für Kinder und Jugendliche hat das Aufwachsen in einer zunehmend sexualisierten Welt Folgen. Frühreife Jungen und Mädchen, die immer früher erwachsen zu sein scheinen, bedürfen unserer Aufmerksamkeit und Unterstützung, um zu mündigen, selbstständigen, selbstbewussten und vor allem selbstbestimmten jungen Menschen heranwachsen zu können. Jugendliche vor sexualisierten Einflüssen zu schützen, ist wohl kaum möglich in einer digitalisierten Welt wie der unseren, aber Wege zu zeigen, wie Heranwachsende trotz der Einflüsse selbstbestimmt handeln, eigene Meinungen bilden und kritisch hinterfragen lernen, ist unsere Aufgabe, mit der sich beschäftigt werden soll.

Die folgende Arbeit gliedert sich in fünf Hauptteile. Im ersten Teil, dem einführenden Teil, findet sich der Anlass der Arbeit als auch die Relevanz für die Soziale Arbeit. Darauf folgt
der zweite Teil, der theoretische Teil in welchem die Entstehung der Sexualität betrachtet wird und Sexualisierung dargestellt wird. Bereits vorhandene Überlegungen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen bilden den dritten Hauptteil, worauf im vierten Teil die Institutionelle Vorstellung von Landeskirche und CVJM folgen. Der letzte Punkt, die konzeptionelle Ausarbeitung, gliedert sich in zwei Thementage. Abgeschlossen wird die Arbeit mit einem Fazit. Im Anhang werden Materialen bereitgestellt, die zur Durchführung der Thementage relevant sind.

Einführender Teil:

  • Anlass der Arbeit:

Diese Arbeit ist aus einer Herzensangelegenheit heraus entstanden. Im CVJM Bayern e.V. gibt es schon länger Überlegungen, inwiefern Jugendliche dazu bewegt werden können, selbstbestimmt und selbstbewusst Sexualität zu leben. Gerade unter den Eindrücken von Social Media und Werbung fiel vermehrt auf, wie sich das Selbstbild junger Menschen verändert. Nach der Ausarbeitung eines Konzepts zur Prävention sexueller Gewalt kam der Gedanke auf, die beste Prävention dafür ist es, Jugendlichen andere Wege zu zeigen: Jugendliche sollen sexuelle Bildung erhalten. Wenn Jugendliche einen gesunden Umgang mit Sexualität erlernen, wird damit auch sexualisierte Gewalt vorgebeugt.

Das hier vorliegende Konzept entspricht wohl nur entfernt dem gängigen Schutzkonzept und wirkt trotzdem als solches. Prävention ist der beste Schutz, denn die Gefahr an sich wird schon vor Eintreten bewusst wahrgenommen und so gut wie möglich verhindert.

  • Bedeutung für die Soziale Arbeit:

Die Relevanz der Thematik für die Profession der Sozialen Arbeit ergibt sich aus zwei unterschiedlichen Gesichtspunkten. Zum einem aus dem Schutzauftrag der Jugendarbeit und zum anderen aus dem Bildungsauftrag. Die Aufgabe des Schutzes lässt sich aus SGB VIII ableiten. Die Jugendarbeit muss es leisten, Kinder und Jugendliche bestmöglich zu schützen. Der Auftrag der Bildung betrifft nicht nur schulische Bereiche. Auch sexuelle Bildung ist Teil des Auftrages. Kinder und Jugendliche haben ein Recht auf Aufklärung und sollten sie auch erhalten können. Die Soziale Arbeit muss dies leisten können, doch es fehlt an Konzepten, weswegen die vorliegende Arbeit einen ersten Anstoß in diesem Bereich geben soll.

[…]

Konzeptionelle Überlegung:

  • Einführender Teil:

Wir leben in einer Zeit, in der es nicht zu viel nackte Haut geben kann, in der Body Positivity zwar großgeschrieben, aber trotzdem wenig gelebt wird. An jeder Ecke begegnen uns Bilder von unrealistischen Gesichtern, bearbeiteten Körpern und sexuellen Darstellungen. Bilder, die uns nicht nur beeinflussen, sondern auch unser Bild von Sexualität und Schönheit prägen. Wir als CVJM sehen hier den Bedarf, Klartext mit Jugendlichen zu sprechen. Was sagt die Bibel zu Sex? Wo sind meine Grenzen? Wie gehe ich mit Sexualität um? Wir wollen für diese Fragen einen Raum schaffen, in dem offen und ehrlich gesprochen werden darf. Ein Ort, an dem Meinungen gebildet werden und Ansichten diskutiert werden können.

Geschichtlich gesehen wurde Sexualität, gerade in christlichen Kreisen, nahezu immer als negativ, als Sünde abgeschrieben. Darüber zu sprechen war undenkbar. In einer Welt, in der Sexualität in jedem Bereich thematisiert wird, sollten wir, als Anbieter der Jugendarbeit, offen sein und uns positionieren. Für uns ist es von Bedeutung, Jugendliche in ihrer Entwicklung zu begleiten und bestmöglich zu unterstützen, weswegen uns auch dieses Thema am Herzen liegt.

  • Biblisch-Theoretische Grundlage:

Sexualität und die Bibel, ein Vergleich, der nur selten gezogen wird, dabei spricht die Bibel mehrfach und sehr deutlich von Sex und dies nicht im negativen Sinne, wie es oft gedacht wird. Im Folgenden sollen deshalb einige Bibelstellen näher betrachtet werden. Dies soll allerdings keine feste Meinung vertreten, viel mehr eine Anregung sein, um eine eigene, fundierte Meinung bilden zu können.

„Wer sich über die unterschiedlichen Ausdrucksformen von Sexualität und die damit verbundenen Potenziale und Konflikte ein reflektiertes Urteil bilden will, benötigt Orientierung, konkreter: Wissen darüber, woran und wie man sich orientieren kann. Eine evangelische Ethik, die sich im Auftrag vor Gott und den Menschen gerufen sieht, verantwortliche Urteilsbildung zu begleiten, orientiert sich an der Bibel, an den Bekenntnistraditionen und nicht zuletzt auch an den Erkenntnissen anderer Wissenschaften.“ (Dabrock, Augstein, Helfferich, Cornelia, Schardien, Stefanie & Sielert, 2015, S. 17)

So lesen wir bereits am Anfang des Alten Testaments, in 1. Mose 1, 28: „Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde“. Ein Auftrag Gottes, der wohl kaum missverstanden werden kann. Sexualität hat aber noch einen anderen Fokus als die Fortpflanzung an sich. „Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhangen, und sie werden sein ein Fleisch“ (1. Mose 2, 24) Zwei Menschen werden zu einem. Wir verlassen unsere Herkunft und schaffen etwas Neues, indem wir mit dem Partner/der Partnerin eins werden, eine Einheit bilden. Die Bibel spricht hier von der Bindung zwischen zwei Menschen und wie diese wächst, indem sie miteinander intim geworden sind. Eine einzigartige Verbindung, die wertvoll ist, so eine hohe Bedeutung hat, dass eine einzigartige Symbiose entsteht. Gerade durch diese Einzigartigkeit ist sie besonders schützenswert und sollte in einem verantwortungsvollen Rahmen stattfinden. Ziel sollte es für Verantwortliche der Jugendarbeit also sein, Jugendlichen zu zeigen, dass Sexualität nichts Schlechtes ist, viel mehr das Schönste, was erlebt werden kann. Es ist hierbei
aber von hoher Bedeutung zu erwähnen, dass Intimität in einem festen Rahmen beheimatet sein sollte und auf gegenseitigem Einverständnis beruhen muss. Der würdevolle Umgang mit seinem Gegenüber sollte hierbei an erster Stelle stehen. Die Bibel sagt dazu: „Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«“ (Matthäus 22, 39). Der würdevolle Umgang zählt in allen Bereichen des Lebens, als oberstes Gut, auch auf sexueller Ebene. Des Weiteren lesen wir in 2. Mose 22, 15 – 16: „Wenn jemand eine Jungfrau beredet, die noch nicht verlobt ist, und schläft bei ihr, so soll er den Brautpreis für sie geben und sie zur Frau nehmen. Weigert sich aber ihr Vater, sie ihm zu geben, so soll er Geld darwägen, soviel einer Jungfrau als Brautpreis gebührt.“ Der Kontext der Stelle ist, dass im damaligen Zeitalter eine nicht mehr jungfräuliche Braut keine Chance auf einen Bräutigam hatte, was zur Folge hatte, dass die Familie der Frau sich ihr Leben lang um sie kümmern musste. Diese Stelle ist wohl die meistzitierte Stelle im Kontext der Diskussionen um die Thematik „Sex vor der Ehe“. Im Übertragenen Sinne meint diese jedoch nur: „Wer Sex hat, muss auch Verantwortung dafür übernehmen“.

  • Relevanz der Thematik

Gerade für die Arbeit mit Jugendlichen ist es eine Herzensangelegenheit des CVJM Bayern e.V., die ihnen anvertrauten Menschen zu schützen, weswegen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen dahingehend sensibilisiert und informiert werden sollen.

Die zunehmende Sexualisierung der Gesellschaft führt dazu, dass Kinder als auch Jugendliche immer früher mit Sexualität in Berührung kommen. Bei den meisten gezeigten Inhalten handelt es sich um ein verzehrtes Bild von Sexualität, nicht um die Realität. Für Jugendliche ist es von Bedeutung ein realitätsnahes und gesundes Bild von Sexualität zu erfahren, weswegen ihnen zu einer selbstbestimmten Sicht zur Thematik verholfen werden soll. Daher ist es die Aufgabe der Jugendverbandsarbeit, den Jugendlichen zu helfen, ihren eigenen Standpunkt im Bezug der Thematik zu finden und sie dahingehend zu unterstützen, dass sie zu selbstbestimmten, selbstbewussten Erwachsenen heranwachsen.

Ein weiterer Punkt ist die Prävention sexualisierter Gewalt. Indem Jugendliche einen gesunden Umgang zu Sexualität erlernen, wird Übergriffen vorgebeugt, je weniger zum Täter / zur Täterin werden, desto weniger Vergehen gibt es. Im Juli 2019 wurde die zweite Auflage „Richtlinien für den Umgang mit sexueller Gewalt“ im CVJM Bayern veröffentlicht. Damit wurde der Grundstein gelegt für eine offene, gewaltfreie und sexuell selbstbestimmte Jugendarbeit, die darauf aus ist, Jugendliche nicht nur zu schützen, sondern sie zu mündigen Mitgliedern dieser Gesellschaft zu erziehen und sie dahingehend zu fördern und zu unterstützen.

Ziel des hier vorliegenden Konzeptes ist zum einen, Mitarbeitende der Jugendarbeit zu schulen und ihnen Problematiken im Bezug der Sexualisierung aufzuzeigen, zum anderen, Teilnehmende zu unterstützen eigene Standpunkte zu finden und ihnen Anreize wie auch Räume zu bieten, über Sexualität zu sprechen um ihre eigene Meinung als auch ihr Handeln fundiert begründen zu können. Dieser Rahmen soll in Form eines Thementages Grundstein schaffen für weitere Gespräche und einen offenen, ehrlichen und aufrichtigen Umgang mit Sexualität in den Gemeinden. Er soll Mitarbeitenden ein Fundament geben, dass an Jugendliche weitergegeben werden kann, um diese in Fragen zu unterstützen. Das Tabuthema Sexualität soll sich in ein alltagstaugliches Gespräch entwickeln, ohne Scham aber mit würdevollem Umgang.

[…]

Evaluation:

Ziel des Konzepts ist es zum einen, Mitarbeitende der Jugendarbeit zu schulen und ihnen Problematiken im Bezug der Sexualisierung aufzuzeigen, zum anderen, Teilnehmende zu unterstützen, eigene Standpunkte zu finden und ihnen Anreize wie auch Räume zu bieten, über Sexualität zu sprechen, um ihre eigene Meinung fundiert begründen zu können. Überprüfbar sind die Ziele an folgenden Indikatoren:

  • Mitarbeitende wissen, was Sexualisierung ist, in welchen Bereichen sie geschieht und erkennen sie als solche
  • Teilnehmende haben entwickeln fundierte Meinungen / Standpunkte, die sie begründen können
  • Teilnehmende kenne ihre Grenzen und überschreiten keine Grenzen von anderen
  • Teilnehmenden wird ein Rahmen geboten, sich frei zu äußern, Gespräche finden statt
  • Sexualisierte Gewalt findet durch Teilnehmende nicht statt

Fazit und Ausblick:

„Wir sind Schöpfer unserer Realität. Dies bedeutet nicht, dass wir uns ständig kritisieren sollten, wenn unsere Realität noch nicht unseren Vorstellungen entspricht. Sondern
nur, dass wir die volle Verantwortung dafür übernehmen, ohne einen Schuldigen zu suchen.“ – Manfred P. Zinkgraff (*1961)

Abschließend ist zu sagen, dass Sexualität mehr Gehör in unserer Gesellschaft finden muss, es braucht Räume für Gespräch und Diskussion, Orte an welchen hinterfragt werden darf, Menschen, die sich Zeit für Jugendliche nehmen und offen mit ihnen sprechen. Um diese Räume zu schaffen, wurde hiermit ein Grundstein geschaffen, welchen es umzusetzen gilt. Gerade in der Phase der Jugend ist Sexualität eines der wichtigsten Themen und muss deshalb auch Gegenstand in der (christlichen) Jugendarbeit sein.

Verantwortung übernehmen für das eigenen Handeln, Realität selbst gestalten, Selbstbestimmtes Leben, dies könnten einige Aufgaben des Erwachsenwerdens sein. Diese
Aufgaben zu unterstützen, das ist die Berufung der Jugendarbeit und als diese gilt es, sich der Lebenswelt der teilnehmenden Jugendlichen anzupassen und Teil zu werden.


Leitgedanken/Leitverse

Aussage: Angenommen durch Jesus! Deshalb will ich um jeden Preis mit Gott verbunden sein.
Sarg von Jesus, sein voller Einsatz, sein Sterben, sein Möglichmachen, seine Annahme für uns, Zeugnis: Deshalb will ich um jeden Preis mit ihm verbunden sein, Gott ist das, was dich hält, wenn alles wegbricht, …

Aussage: Jesus nachfolgen – Komme was will!

  • mit ihm unterwegs/verbunden sein
  • all in
  • voller Einsatz
  • loslassen, …

Aussage: Kraft seiner Auferstehung!
Durch einen Sarg als Tür in die Kirche gehen. Kirche als Symbol für das Anteilhaben an Gottes Kraft. Selbst der Tod kann uns nicht trennen. Wir leben mit der Perspektive Ewigkeit schon hier und jetzt.

Aussagen aus dem Philipperbrief, die dem inhaltlichen Fokus zugrundeliegen

  • Meine Gefangenschaft hat die Botschaft nicht aufgehalten. Ganz im Gegenteil: die Menschen, die Paulus gefangen gehalten haben, haben erkannt, warum Paulus gefangen wurde: Weil er an Jesus glaubt.
  • Christus ist mein Leben. Am liebsten würde ich jetzt sterben, andererseits habe ich noch eine wichtige Aufgabe, damit auch ihr fest im Glauben bleibt. (Christus ist mein Leben und Sterben mein Gewinn)
  • Lasst euch nicht von euren Gegnern einschüchtern: Jesus war Gott, gehorsam bis hin zum Tod. Er erniedrigt sich selbst.
  • Was immer geschehen mag, freut euch, weil ihr zu Gott gehört. Das ist eine tiefe Gewissheit.
  • Wir verlassen uns nicht mehr auf uns selbst, sondern verlassen uns auf Gott. Gegenüber dem Gewinn, dass Christus mein Herr ist, ist alles andere belanglos geworden! Um jeden Preis möchte ich mit Gott verbunden sein. Macht euch keine Sorgen, ihr könnt in jeder Lage zu Gott beten, sagt ihm, wie es euch geht. Und dankt ihm, denn ihr seid mit Christus verbunden!
  • Was zählt, ist dass ich von Gott angenommen bin. Wir haben unsere Heimat im Himmel, wir sind nicht darauf angewiesen, alles, was unser Leben gerade ausmacht, so wichtig zu bewerten und zwanghaft daran festzuhalten.
  • Ich will die Kraft seiner Auferstehung erfahren!! (Aber auch sein Leid mittragen)

RealLIFE Programm

Rahmen:

Audioguide

  • per Handy der TN

Modus

  • Pro Min. geht eine Person los
  • Flexibles Losgehen und Ankommen möglich
  • Jeder geht für sich alleine / Kleine Gruppe sind aber möglich

Mitarbeitende

  • zusätzliche Personen für die Seelsorge am Ende des Weges
  • 1 Person am Checkpoint
  • 1-2 Personen am Check in
  • je Station mind. 1 Person

Stationen:

Im Downloadbereich gibt es ein Dokument mit den Texten des jeweiligen Audiotracks. Hier nur die Kurzbeschreibungen der Stationspunkte.

Station 1: Checkpoint

  • Backstein/Ziegelstein als Eintrittskarte aushändigen (Erleben eine Last zu tragen / Unangenehm) TN-Zahlen dadurch kontrollieren z. B. an jeder Station gibt es max. 60 Backsteine zum frei rausgeben
  • Wegbeschreibung zum Ankommen
  • 15-30 Min. Wegziel: Ankommen auf dem Friedhofsvorplatz / Stein ablegen

Station 2: Check in

  • Audioguide aushändigen und für technische Funktionen sorgen –> Hinweis beim Aushändigen: ihr seid solo unterwegs, macht es für euch oder maximal zu zweit, nicht in großen Gruppen.
  • Erhalten Friedhofsplan / Wegplan und Schreibzeug inkl. Unterlage / beim Schreibzeug
  • Offene Frage: Kommt jemand ohne Stein, bekommt er mit dem Audiogerät dann direkt einen ausgehändigt, den er dann auch gleich wieder ablegen kann?

Station 3: Blick auf Kreuz

  • Bei Punkt, wo Blick aufs Kreuz gut ist, stehen bleiben, dort Audio hören;
  • Der Punkt sollte markiert sein (auf dem Schild dazu sollte stehen, in welche Richtung sie blicken sollen)
  • Lediglich Erinnerung, keine extra Aktion

Station 4: Lebensinhalt

  • Stifte, Zettel, Schreibunterlage (bekommen sie schon zu Beginn mit)
  • Schreibe Sachen drauf, die dir wichtig sind.

Station 5: Loslassen

  • Vor einem der großen Mülleimer

Station 6: Alles weg? Feld namenloser Gräber 

  • Bei einem Ort von namenlosen Urnengräbern

Station 7: Grabrede

  • Ausgabe von Stiften, Zettel, Unterlage, Briefumschläge zum Mitnehmen
  • Eine eigenen Grabrede über sich selber schreiben
  • Bei finanziellen Spielraum wollen wir die Briefe zentrale ein paar Wochen später an sie versenden

Themensammlung zu Dingen, Kräften, Mächten, wo wir das Gefühl haben: Die sind nicht von dieser Welt! Konkrete Inhalte des Themenpakets siehe einzelne Einheiten und Bausteine.

Krieg, Klima, Corona – die Welt verändert sich … Der Ton wird rauer, der Umgang miteinander oft auch – bleibt die Mitmenschlichkeit immer mehr auf der Strecke?

Mit unserem neuen KON-Thema »mit menschlich« möchten wir die Bereitschaft fördern, Empfindungen, Emotionen, Gedanken und Motive anderer Menschen zu erkennen, zu verstehen und nachzuempfinden.

Hilfreiche und kreative Impulse findet ihr in Themenartikeln für euch als Mitarbeiterinnen sowie in Bibelarbeiten und Stundenentwürfen für eure (Mädchen-)Gruppe.

Geld ist eigentlich immer zu wenig da, oder?

Die Wünsche der Jugendkreise sind doch meistens größer als das Budget, dass im CVJM oder der Gemeinde für die Jugendarbeit vorgehalten wird: Renovierung von Räumen, vielleicht neue Möbel, technische Gerätschaften wie Beamer oder Bluetooth-Box, aktuelle Liederbücher, Zuschüsse zur Teilnahme an Freizeiten oder Kongressen etc.

Es gibt viele Dinge, die in einer laufenden Arbeit benötigt, ersetzt oder angeschafft werden müssen. Auch um Arbeitsbereiche neu aufzubauen, benötigt man nicht weniger.

Manchmal geht es auch gar nicht um die eigene Jugendgruppe, sondern vielleicht um die Möglichkeit, ein anderes soziales Projekt zu unterstützen, oder eine Hilfslieferung, die notleidende Menschen in Kriegs- und Krisengebieten mit den dringendsten Dingen versorgt.

Wie kann man also die Gelder zusammenbringen, die man für all solche Herzenswünsche benötigt?

Sponsorenläufe

Sponsorenläufe sind ein altbekanntes Mittel, das jedoch im digitalen Zeitalter ein kleines Update erfahren hat. Früher war es in der Regel so, dass man sich zu einem bestimmten Termin an einem festgelegten Ort getroffen hat, um z. B. miteinander zu laufen.

Pro km, Stadion-Runde, … wurden von vorher angesprochenen Sponsoren eine vereinbarte Summe gezahlt, die man dann eingesammelt und beim Veranstalter abgegeben hat.

Auf diese Weise hat der CVJM, in dem ich damals gearbeitet habe, durch ein Sponsoren-Schwimmen im Freibad (in Kooperation mit den Schulen vor Ort und der Stadt) genug Geld gesammelt, um ein neues Jugendcafé mit Möbeln auszustatten. Und bei einer anderen Gelegenheit wurde bei einem Sponsoren-Inliner-Fahren in einem Parkhaus der Stadt Geld gesammelt, um die Stelle der CVJM-Sekretärin mit zu finanzieren.

Ortsunabhängige Sponsorenläufe

In Zeiten von Corona waren durch die Schutzverordnung solche »Massen«-Läufe nicht möglich und so kam es zu dem kleinen »Update«, dass ich eingangs angesprochen habe.

Es kam die Idee auf, die Läufe ins Digitale zu übertragen: Es gibt zwar noch eine vereinbarte Zeit, aber keinen festen Ort mehr – alle laufen da, wo sie können und möchten.

Meistens gibt es auch keinen festen Termin mehr im Sinne von »Sonntag um 11.00 Uhr«, sondern ein Zeitfenster von z. B. einem Wochenende, bei dem gelaufen werden kann.

Zur Überprüfung wird dann der Lauf von einer Fitness-App aufgezeichnet und das Ergebnis per Mail geschickt. Die Zahlung der Sponsorengelder kann dann auch kontaktlos per Überweisung erfolgen.

Um das Gemeinschaftsgefühl trotzdem nicht ganz zu verlieren, könnt ihr Startnummern versenden, die ihr am Rechner digital gestaltet habt und die sich die Läuferinnen dann anheften.

Oder ihr investiert selbst ein wenig Geld und versendet eine »Goodie-Bag«, die neben der bereits ausgedruckten Startnummer zudem noch kleine Überraschungen bereithält, z. B. Traubenzucker und Müsliriegel als Kraftspender nach dem Lauf.

Auch ein gemeinsamer Hashtag für die Werbung über Social Media ist eine schöne Sache.

Da man nicht mehr an einen festen Ort gebunden ist, bieten sich auch Kooperationen an, wenn man z. B. für ein Hilfsprojekt laufen möchte: Fragt bei einem benachbarten CVJM nach oder in der afrikanischen Partnergemeinde etc.

Um über die Sponsoren hinaus noch Gelder zu sammeln, könnt ihr auch einen QR-Code erstellen, über den man direkt per PayPal Geld sammeln kann – und druckt diesen Code dann auch auf Flyer, verlinkt ihn auf eurer Homepage etc.

Grundsätzlich gilt: überall, wo ich »laufen« geschrieben habe, könnte auch »walken«, »schwimmen«, »Rad fahren«, »wandern« und anderes stehen – was euch einfällt und zu euch passt.

Euer Event – eure Regeln!

Impuls zu Hebräer 13,16:

»Gutes zu tun und mit andern zu teilen vergesst nicht; denn solche Opfer gefallen Gott.«

Zwei Dinge scheinen bei vielen Menschen sehr knappe Güter zu sein: Zeit und Geld. Darum ist es besonders wertvoll, wenn wir daran auch andere Menschen teilhaben lassen: Wenn wir uns Zeit für einen Freund nehmen, der Trost braucht. Wenn wir von unserem Geld einen Teil an die abgeben, die bedürftiger sind. Wenn wir uns die Zeit nehmen, für ein soziales Projekt einen Sponsorenlauf zu organisieren bzw. mitzulaufen, wenn wir mit unserem Geld jemanden unterstützen, wenn wir mit einem Teil der für unseren Jugendkreis erlaufenden Gelder eine Gruppe in einem Krisengebiet unterstützen. Gott schenkt uns viele Möglichkeiten, Gutes zu tun – wir müssen sie nur nutzen.

Vers für Vers:

V. 29:

Jesus war mit seinen Jüngern (Schülern) 2-3 Jahre in Israel unterwegs. Er lehrte, predigte und erzählte in den Städten von Gott. Außerdem hat er immer wieder Menschen gesund gemacht. Außer den Jüngern, die die ganze Zeit mit Jesus unterwegs waren, gab es auch immer wieder eine unterschiedlich große
Volksmenge, die Jesus nachging.

V. 30:

Dass Kranke am Straßenrand saßen, war nichts Außergewöhnliches. Sie baten um Gaben, die ihnen das Überleben sicherten, da sie aufgrund ihrer Krankheit nicht arbeiten konnten.
Sie scheinen gewusst zu haben, wer dieser Jesus ist und was er tut. Sie rufen ihn laut und bitten ihn um Erbarmen. Sie nennen ihn Jesus „Sohn Davids“. Jesus stammt tatsächlich auch vom großen jüdischen König David ab (vgl. Matthäus 1,6). Außerdem war „Sohn Davids“ damals noch ein besonderer Titel. Die Menschen erwarteten einen „Sohn Davids“, der mit viel Weisheit und Macht (auch über Krankheit) dem Volk helfen würde. Die Blinden erwarten von Jesus, dass er ihnen hilft.

Was erwartest du von Jesus?

V. 31:

Den Menschen ist das laute Rufen der Blinden lästig. Sie befehlen ihnen daher zu schweigen. Doch die beiden lassen sich davon nicht abhalten. Sie rufen nur noch lauter.

Hast du es schon erlebt, dass andere Menschen dich davon abhalten wollten, nach Jesus zu rufen oder an ihn zu glauben? – Wie ging es dir? Was hast du gemacht?

V. 32:

Jesus bleibt stehen. Das Rufen der beiden lässt ihn anhalten. Er ruft die Blinden zu sich. Jesus fragt sie, was er für sie tun soll. Warum fragt er das? Ist es nicht eigentlich offensichtlich, was sie brauchen? Jesus fragt trotzdem. Er will, dass sie es ihm selbst sagen. Denn plötzlich sehen zu können, bedeutet für sie eine
dramatische Lebensveränderung. Sie werden nicht mehr jeden Tag betteln gehen. Sie werden arbeiten müssen. Sie werden einen völlig anderen Alltag haben. Sie werden sich von allem, was sie gewöhnt sind, verabschieden müssen. Jesus fragt sie: Wollt ihr das wirklich?

Wenn Jesus dich fragt, was du von ihm willst: Was antwortest du? Was würde sich damit in deinem Leben ändern?

V. 33:

Die Beiden antworten Jesus klar und deutlich: Herr! Wir wollen sehen! Die beiden Blinden nennen Jesus „Herr“.

Wer ist Jesus deiner Meinung nach? Wer ist Jesus für dich? Freund, Helfer, guter Mensch, Arzt, Prediger, Menschenkenner, Herr?

V. 34:

Jesus hat Mitleid mit den beiden. Wörtlich steht da: Ihm drehte sich der Magen um. Jesus zeigt Gefühl. Es tut ihm weh, die Not der beiden zu sehen. Jesus ist nicht cool und distanziert. Er fühlt mit.
Was denkst du, was Jesus fühlt, wenn er dir gegenübersteht?
Und Jesus greift ein. Als er ihre Augen berührt, können sie sofort sehen und sie gehen mit Jesus. -> Sehen und Gehen. Das gehört für die beiden direkt zusammen.

Wo wünschst du dir solche Wunder von Jesus?
Wo begegnest du Jesus?
Welche Auswirkungen hat es in deinem Leben, wenn du Jesus triffst?

Methoden zur Texterarbeitung:

  • Szenen nachstellen:
    • Material: VIELE Lego- bzw. Playmobilfiguren
    • Den Text in Szenen aufteilen
    • Ein bis zwei ausgewählte Szenen mit den Figuren nachstellen. Wer möchte:
      Mit einem Handy festhalten
    • Ins Gespräch kommen: Was gefällt euch an dieser Szene? Wie könnte es
      danach weiter gehen? (Fortsetzungsgeschichten überlegen.)
  • Bibel teilen:
    • Beim stillen Lesen wählt jeder einen Satz/Satzteil aus, der für ihn besonders ist. (z.B. besonders gefällt, besonders ärgert, besonders unverständlich ist…)
    • In einer ersten Runde liest jeder UNKOMMENTIERT (von sich selbst und
      anderen!) seinen Satz.
    • In einer zweiten Runde sagt jeder, warum er diesen Satz gewählt hat. Immer
      noch UNKOMMENTIERT.
    • Erst in der dritten Runde wird aufeinander Bezug genommen. Z.B. werden
      Fragen geklärt, sich miteinander über gemeinsame Lieblingsstellen gefreut,
      aufgenommen, was sie ärgert usw. Hier kann auch folgende Frage
      herausgearbeitet werden: Was ist für uns jetzt und heute wichtig geworden?!
  • Västeras-Methode:
    • Material: ausgedruckten Bibeltext und Bleistifte (nicht jeder schreibt gerne in seine Bibel…, obwohl ich immer dazu ermuntern würde, die eigene zu benutzen.)
    • Es gibt drei Zeichen:
      ! –> Diese Stelle halte ich für besonders wichtig
      ? –> Diese Stelle verstehe ich nicht.
      ^ –> Diese Stelle berührt mich (ärgert mich, freut mich,…)
    • Mit diesen Zeichen werden die einzelnen Verse markiert. Es darf jedes
      Zeichen mehrmals verwendet werden. Es muss nicht jeder Vers ein Zeichen
      bekommen.
    • Dann geht man gemeinsam Vers für Vers bzw. den Zeichen nach („Wer hat
      ein Fragezeichen?“) den Text durch.
    • Tipp bei Fragen: Es bringt viel eine Frage an die Gruppe weiterzugeben.
      Vielleicht hat einer der Teenies eine gute Antwort dazu. Wenn ihr als Mitarbeiter
      zu schnell Antworten gebt, wird sich bald keiner mehr trauen, selbst nach
      Antworten zu suchen.

Mögliche Fragen und Impulse fürs Gespräch:

  • Kennst du jemanden, der blind ist? Hast du schon einmal einen Blindenparcours durchlaufen? Wie stellst du es dir vor, blind zu sein?
  • Teilt die Gruppe in vier Kleingruppen (Jünger, Jesus, Volk, Blinder): Jede Gruppe soll sich in einen der jeweiligen Charaktere hineinversetzen. Was würdet ihr denken/fühlen/sagen/tun, wenn ihr das live miterlebt hättet? – Tauscht euch darüber in der großen Runde aus.
  • Jesus hat Mitleid mit den beiden Blinden. Es dreht ihm den Magen um. Jesus hat Mitgefühl. Was fühlt Jesus, wenn er dir gegenübersteht? (Stolz, Trauer, Mitleid, Liebe, Hoffnung, Freude…)
  • Die beiden Blinden nennen Jesus „Herr“. Wer ist Jesus deiner Meinung nach? Wer ist Jesus für dich? Freund, Helfer, guter Mensch, Arzt, Prediger, Menschenkenner, Herr?
  • Evtl. kurzer Impuls eines Mitarbeiters: Warum bist du mit Jesus unterwegs? Hast du schon einmal ein Wunder von Jesus erlebt? Wie war das? Wenn du noch kein Wunder erlebt hast: warum bist du dann trotzdem mit Jesus unterwegs?
  • Das Leben der Blinden verändert sich radikal. Was soll sich in deinem Leben verändern? Was müsste passieren, damit du mit Jesus mitgehst?
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