Anspiel - Was kann ich tun? Der barmherzige Samariter - Berge - Mittwoch

Theater/ Anspiel

Verband: EJW - evangelisches Jugendwerk in Württemberg
Zeitbedarf: 10-15 Min.
Materialart: Theater/ Anspiel
Zielgruppe: Kinder
Einsatzgebiete: Freizeiten, Gruppenstunde
Themenstellung: Bibelanspiele
Heft: 5 Sterne Sommer
Bibelstelle: Lukas 10,25-37
  • Das Evangelium nach Lukas (Lk 10,25-37)

Die Frage nach dem ewigen Leben. Der barmherzige Samariter

25 Und siehe, da stand ein Gesetzeslehrer auf, versuchte ihn und sprach: Meister, was muss ich tun, dass ich das ewige Leben ererbe?

26 Er aber sprach zu ihm: Was steht im Gesetz geschrieben? Was liest du?

27 Er antwortete und sprach: »Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit all deiner Kraft und deinem ganzen Gemüt, und deinen Nächsten wie dich selbst« (5.Mose 6,5; 3.Mose 19,18).

28 Er aber sprach zu ihm: Du hast recht geantwortet; tu das, so wirst du leben.

29 Er aber wollte sich selbst rechtfertigen und sprach zu Jesus: Wer ist denn mein Nächster?

30 Da antwortete Jesus und sprach: Es war ein Mensch, der ging von Jerusalem hinab nach Jericho und fiel unter die Räuber; die zogen ihn aus und schlugen ihn und machten sich davon und ließen ihn halb tot liegen.

31 Es traf sich aber, dass ein Priester dieselbe Straße hinabzog; und als er ihn sah, ging er vorüber.

32 Desgleichen auch ein Levit: Als er zu der Stelle kam und ihn sah, ging er vorüber.

33 Ein Samariter aber, der auf der Reise war, kam dahin; und als er ihn sah, jammerte es ihn;

34 und er ging zu ihm, goss Öl und Wein auf seine Wunden und verband sie ihm, hob ihn auf sein Tier und brachte ihn in eine Herberge und pflegte ihn.

35 Am nächsten Tag zog er zwei Silbergroschen heraus, gab sie dem Wirt und sprach: Pflege ihn; und wenn du mehr ausgibst, will ich dir's bezahlen, wenn ich wiederkomme.

36 Wer von diesen dreien, meinst du, ist der Nächste geworden dem, der unter die Räuber gefallen war?

37 Er sprach: Der die Barmherzigkeit an ihm tat. Da sprach Jesus zu ihm: So geh hin und tu desgleichen!

Bibelstelle Lk 10,25-37

Zielgedanke

Auch du kannst deinem Nächsten etwas Gutes tun!

Anspiel

Personen:

  • Erzähler
  • Jesus
  • Schriftgelehrter
  • Rabbi
  • Levit
  • Samariter

Requisiten:

  • Gewänder für alle Schauspieler, der Priester sollte etwas „Besonderes“ anhaben
  • Vielleicht etwas „Kunstblut“ für den Verletzten
  • Umhängetasche für den Samariter, wo Binden und Getränk drin ist
  • Binden für den Samariter
  • Karaffe o.ä., aus der der Samariter den Verletzten trinken lässt

SZENE 1

[Jesus und der Schriftgelehrten treten auf

Schriftgelehrte: [sehr wichtigtuerisch]
Jesus, Meister, was muss ich tun, damit ich mal das ewige Leben bekomme?

Jesus:                   [schaut ihn liebevoll an]
Du kennst dich doch in der Bibel hervorragend aus. Was steht denn dazu geschrieben?

Schriftgelehrte: Du sollst den Herrn, deinen Gott lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, mit all deiner Kraft und mit allem was du bist, und deinen Nächsten wie dich selbst.

Jesus:                   Genau, das steht drin. Also, dann mach das so und du wirst das ewige Leben erhalten.

Schriftgelehrte: [schaut etwas „ertappt“ und verlegen, vielleicht auch etwas rechtfertigend]
Aber aber aber … wer ist denn überhaupt mein Nächster?

Jesus:                   Pass auf. Ich erzähle dir eine Geschichte…
Ein Mann ging von Jerusalem hinab nach Jericho. Als er so unterwegs war, kamen Räuber. Sie bedrohten ihn, raubten alle seine Sachen, sogar seine Kleider. Sie schlugen ihn halbtot, ließen ihn einfach liegen und verschwanden wieder.
Dann kam ein Priester….

[weist auf die Bühne und geht ab]

SZENE 2

Priester:              [kommt nachdenklich und würdigen Schrittes von einer Seite der Bühne; erschrickt, als er den Verletzten sieht und bleibt kurz stehen]
Ohje, da hat es aber einen erwischt. Bestimmt diese Räuberbande, von der man schon so viel Schlimmes gehört hat. Wie der blutet… Wenn ich einen Menschen anfasse, der so schmutzig und verblutet ist, wie der Mann hier, darf ich als Priester keinen Gottesdienst machen. Das verbietet das Gesetz..
[Schaut sich suchend um]
Wird schon noch jemand anders vorbeikommen, der sich um ihn kümmert und gerade keinen Dienst im Tempel hat, so wie ich. Ist ja auch eine Hauptstraße hier. Ach, da kommt ja schon der nächste. Dann geh ich mal.
[dreht sich weg und geht entschlossen weiter]

Levit:                     [kommt etwas fahrig und hastig herbeigelaufen]
Ich muss mich sputen. Ich darf nicht zu spät zum Tempel kommen, sonst schimpft der Priester wieder. Mein Dienst. Nicht schon wieder unpünktlich sein.
[erschrickt, als er den Verletzten sieht]
Räuber! Die haben sich wohl wieder jemanden geschnappt. Armer Kerl.
[schaut sich ängstlich um]
Oh, was wenn die hier noch in der Nähe sind und nur darauf lauern, dass ihm jemand hilft. Vielleicht haben die ihn als Lockvogel liegen lassen. Dann wäre ich auch dran. Lieber schnell weiter, nicht umdrehen, Land gewinnen. Ich mach lieber, dass ich heute noch ankomme. Bin doch eh schon spät dran. Wird schon noch jemand anders kommen und ihm helfen.
[geht schnell und ängstlich weiter]

Samariter:           [kommt gut gelaunt des Weges, als er den Verletzten sieht hält er an]
Ach du liebe Zeit, wie sieht der denn aus? Den haben sie aber übel zugerichtet.
[geht zu ihm hin, kniet sich neben ihn]
Komm, ich helfe dir. Trink erst mal was, du scheinst sehr durstig zu sein.
[Reicht ihm Wasser und lässt ihn trinken; schaut sich anschließend die Wunden an]
Das sieht aber nicht gut aus. Ich verbinde dich mal etwas notdürftig. So gut es hier halt geht. Vorsicht, das kann jetzt etwas wehtun …
[beginnt etwas die Wunden zu säubern und verbindet ihn]
So, ich helfe dir auf. Wir müssen weiter. Ich nehme dich erstmal mit. Ja langsam, so geht’s…
[hilft ihm auf und stützt ihn; auf dem Samariter gestützt geht der Verletzte mit diesem gemeinsam von der Bühne ab]

SZENE 3

Jesus:                   [tritt auf]
Der Samariter lädt ihn auf seinen Esel und bringt ihn zum nächsten Gasthof. Ausgerechnet ein Samariter. Samariter waren bei den Juden gar nicht gut angesehen.
Im Gasthof angekommen pflegte er ihn weiter, verband die Wunden und kümmerte sich um ihn. Als es für den Samariter Zeit war weiterzureisen, gab er dem Wirt zwei Silberstücke. Das ist viel Geld, nämlich so viel, wie ein Arbeiter an zwei Tagen Arbeit verdiente. Er bat ihn, sich weiter um den Verletzten zu kümmern. Und auf seiner Rückreise würde er noch mehr bezahlen, wenn weitere Kosten entstehen.
[kurze Pause]

 [Jesus und der Schriftgelehrte kommen wieder ins Bild]

Jesus:                   Nun, was denkst du: Wer von den dreien ist dem der Nächste gewesen, der unter die Räuber gefallen ist?

Schriftgelehrte: Na das ist doch klar: Derjenige, der ihm geholfen hat.

Jesus:                   Also, dann mach du es genauso.

(Jesus geht ab)

Schriftgelehrter: Was meint dieser Jesus eigentlich, wer er ist? Da halte ich alle Gebote und diene Gott. Und er stellt uns Priester, Schriftgelehrte und Leviten wie Gottlose dar. Ausgerechnet uns. Er hetzt das ganze Volk gegen uns auf. Das kann nicht so weitergehen. Jesus muss weg. Ich werde das gleich mit meinen Freunden besprechen: einflussreiche Politiker und Hohepriester. Dann werden wir ja mal sehen, wie lange er hier noch predigt.         

  • Autor: 5 Sterne - Kids-Team
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