Gesetz und Evangelium – (Wie) Passt das zusammen?Gesetz und Evangelium – (Wie) Passt das zusammen?

Gesetz und Evangelium - (Wie) Passt das zusammen?

Theologischer Artikel

Verband: Deutscher EC-Verband
Zeitbedarf: 30-60 Min. (Vorbereitung: 10-20 Min.)
Materialart: Theologischer Artikel
Zielgruppen: Jugendliche, Junge Erwachsene, Mitarbeitende
Einsatzgebiete: Predigtvorbereitung, Schulung
Redaktion: echt.
Bibelstelle: Johannes 15,9

Schränken uns Gottes Gebote nur ein? Sind sie Abschreckung für Nicht-Christen? Was hat es mit all den Regeln auf sich? Thomas Maier liefert Antworten!


Vorschau:

„Hauptsache, die Menschen kommen zum Glauben!“, sagt Tobi aus tiefster Überzeugung. „Ja“, stimmt Lena, eine andere Jugendmitarbeiterin, sofort zu: „Wir müssen aufhören, von Gottes Geboten zu reden. Die Leute werden sonst misstrauisch und empfinden, dass Gott ihnen keine Freude gönnt.“ Kopfnickend ergänzt Tobi: „Und vor allem dürfen wir nicht mit dem Gericht drohen. Angst ist kein guter Nährboden für den Glauben.“ Lenas Stimme wird lauter: „Ich finde es völlig unangemessen, den Leuten erst eine Not einzureden und ihnen dann Jesus als Lösung zu präsentieren. Wir sollten Gottes Liebe groß machen – und nichts anderes!“ Wie siehst du das? Warum soll ein Mensch an Jesus glauben? Und: Wie soll er leben, nachdem er zum Glauben gekommen ist?

Setzen wir zunächst ganz positiv bei Jesus an, so wie ihn die Evangelien zeigen: Er liebt uns Menschen mit unüberbietbarer, mit göttlicher Liebe (Joh 15,9; Röm 5,8). Er erbarmt sich über uns von Herzen. Er ist der Heiland, der Arzt, usw. Was aber sagen wir damit? Wer braucht denn einen Arzt? Doch nur der, der krank ist! Ein Gesunder geht zu keinem Arzt (vgl. Lk 5,27-32). Wenn sich Jesus von Herzen über Menschen erbarmt – über wen erbarmt er sich? Doch über solche, die in Not sind. Wir können von Jesus so positiv reden, wie wir wollen, wir sagen damit zugleich immer etwas über die Bedürftigkeit und das Elend von uns Menschen aus (vgl. Mt 9,35f). Am Anfang des Matthäusevangeliums wird Jesus als der „Immanuel“, d.h. „mit uns Gott“, vorgestellt. Absolut positiv! Und doch, sein Name ist Programm: „Jesus“ heißt „Gott schafft Heil oder Hilfe“.

 

...
  • Autor / Autorin: Pfarrer Thomas Maier
  • © Deutscher EC-Verband