Hör auf zu labern, tu was!Hör auf zu labern, tu was!

Hör auf zu labern, tu was!

Stundenentwurf

Verband: buch+musik , ejw-service gmbh
Zeitbedarf: 90-120 Min. (Vorbereitung: 40-60 Min.)
Materialart: Stundenentwurf
Zielgruppen: Jugendliche (15-19 Jahre), Konfis, Teens (12-16 Jahre)
Einsatzgebiet: Gruppenstunde
Redaktion: der Steigbügel
Benötigte Materialien: Schokolade (1 Tafel), Postkarte(n) (EJW Weltdienst), großes Plakat (Starte DEIN Projekt)
Bibelstelle: Amos 5,7-27

1 Schokoladen-Spiel (15 min)

Setzt euch in einen Kreis. Nun gebt ihr eine Tafel Schokolade in die Runde. Dabei gelten für alle die gleichen Regeln:
1. Jeder darf sich ein beliebig großes Stück abbrechen und essen.
2. Keiner darf die ganze Tafel behalten.
Wenn sich jemand ein Stück abgebrochen hat, gibt er die Tafel an den Nächsten im Kreis weiter. Das Spiel ist zu Ende, wenn sich das Stück nicht mehr teilen lässt. Fragt 2–3 Leute, am besten jemand vom Anfang, Mitte und Ende der Reihe, welche Gedanken ihnen durch den Kopf gegangen sind.

2. Gruppenarbeit: Wo begegnet uns Ungerechtigkeit? (20 min)

Bildet Gruppen mit 3–5 Leuten und möglichst einem Mitarbeitenden und unter-haltet euch über folgende Fragen:
1. Wo habe ich selbst Ungerechtigkeit erlebt?
2. Wo beobachte ich Ungerechtigkeit in meinem Umfeld (Klasse, Sportverein, im Freundeskreis, …)
3. Wo beobachte ich Ungerechtigkeit weltweit?
Alternative für die Älteren: Diskutiert in kleinen Gruppen: Was ist der Unterschied zwischen Gerechtigkeit und Gleichheit?

3 Startet euer Projekt! (40 min)

Schaut euch die Videos von Dina und Alemayehu an. und dann: Startet euer Projekt! Dina kommt aus dem YMCA Nigeria (CVJM Nigeria), Alemayehu aus dem YMCA Äthiopien (CVJM Äthiopien) Beide haben ungerechte Situationen erlebt. Und beide haben einen Weg gesucht und gefunden, um sich für Gerechtigkeit einzuset-zen. Dina hat sich mit ihrem YMCA für Flüchtlinge stark gemacht. Alemayehu hat sich für Frieden eingesetzt.Ungerechte Situationen verändern sich selten von selbst. Das Gute: Wir können etwas verändern! Vielleicht nicht gleich die ganze Welt, aber in unserem Umfeld können wir für Gerechtigkeit sorgen. Oft unterschätzen wir den Einfluss, den wir haben. Wichtig dabei: Wir müssen es tun! Schaut euch das Plakat an. Denkt noch mal kurz an die Gruppenarbeit: Welche der Situationen könntet ihr verändern? Überlegt euch als Gruppe eine Situation, die ihr miteinander anpacken und verändern wollt und tragt sie in das Plakat ein. Überlegt euch dabei möglichst konkrete Schritte. Plant sie ggf. in euer Programm ein.
Einige Beispiele:
(HINWEIS: Erzählt die Beispiele nicht gleich am Anfang. Die Beispiele motivieren zwar zum Nachmachen, aber es geht mehr darum, eine der ungerechten Situationen anzugehen, die ihr selbst entdeckt habt. Fragt eure Teilnehmer, welche Situation sie anpacken wollen. Wenn keine Ideen kommen, könnt ihr das eine oder andere Beispiel nennen.)
Wir organisieren mit Flüchtlingen einen Spielenachmittag.– Wir laden Obdachlose zum Bäcker ein.– Ich sage nein, wenn jemand unrecht über andere redet.– Wir achten darauf, dass in unserer Gruppe alle fair behandelt werden.– Wir organisieren eine Orangenaktion oder einen Weihnachtsverkauf und unterstützen damit Kinder in anderen Ländern der Welt. –
Damit eure Aktion zur Ermutigung für andere wird, würden wir uns sehr freuen, wenn ihr ein Foto von eurem Plakat schickt und später von eurer Aktion berichtet.
Alternative: Verteilt Postkarten und Stifte. Jeder schreibt eine Situation auf die Rückseite, die er verändern will. Nehmt die Postkarte mit und stellt sie in eurem Zimmer auf, oder klebt sie neben die Haustür.

4 Schluss (15 Min)

Schließt mit der Andacht „Gott liebt Gerechtigkeit“ und einem Gebet ab. Nehmt euch als Erinnerung eine der Postkarten zur Gerechtigkeit mit.

4.1 Andacht Gott liebt Gerechtigkeit

Hintergrund
Amos ist ein einfacher Schafhirte. Er wird von Gott beauftragt, den Israeliten seine Worte weiterzugeben. Gott prangert an, dass das Volk ungerecht ist und Arme unterdrückt. In Amos 5,7–27 ist die Situation beschrieben. Vorhang auf! Hier könnt ihr eurer schauspielerischen Ader freien Lauf lassen, ein bisschen Verkleidung macht den Amos viel eindrücklicher! Wenn ihr euch den Text ein paar Mal durchlest, braucht ihr sicher auch keinen Text mehr. Wer sich mit dem Spielen schwer tut, liest die Andacht einfach vor:
„Oh weia! Wie soll ich ihnen das nur sagen? Wer bin ich schon, dass ich zu den Oberen der Stadt gehen könnte? Die werden sowieso nicht auf mich hören. Es ist echt nicht in Ordnung. Jeden Tag kommen die Leute draußen vom Land. Auf dem Markt wollen sie ihre Sachen verkaufen. Die Leute zahlen schon Pacht für die Äcker und dann wird ihnen am Stadttor auch noch ein Teil von der Ernte abgenommen! Dabei haben sie selbst kaum was zu essen! Aber was soll ich schon machen? Hätte Gott mir nicht einen anderen Auftrag geben können? Hätte er sich nicht jemand anderen suchen können? Vielleicht jemand, der sich bei den hohen Tieren in der Stadt auskennt? Ich bin doch bloß ein Schafhirte. Ich weiß, wann man den Schafen die Klauen putzen muss und wie man die Wolle schert. Aber den Mächtigen in der Stadt den Kopf waschen? Was werden sie dann mit mir machen?! Wahrscheinlich werden sie mich einsperren. Gott sagt ja selbst „sie treten das Recht mit Füßen“. Sollte ich vielleicht lieber weglaufen? Aber wie kann ich vor Gott weglaufen? Das hat schon mal einer versucht und ich will nicht zum Fischfutter werden. Was mach ich nur? Gott ist echt mächtig sauer. Hört mal, was ich den Israeliten sagen soll: „Ihr treibt mit der Gerechtigkeit Schindluder und tretet das Recht mit Füßen“ (V7) und „Ihr hasst jeden, der vor Gericht für das Recht eintritt, und wer die Wahrheit sagt, den verabscheut ihr“. (V10) Gott ist echt sauer, weil sie in den Gottesdienst gehen und trotzdem unrecht tun. Weil sie sagen, sie gehörten zu ihm, aber sich nicht so verhalten. Gott liebt Gerechtigkeit und er nimmt die Israeliten hart ran, weil sie ungerecht sind. Und das, obwohl sie sein Volk sind! Offensichtlich ist es ihm wichtig, dass die Menschen, die zu ihm gehören kein Unrecht tun, sondern sich für Gerechtigkeit einsetzen. Hm. Na gut, dann gehe ich jetzt los – immerhin ist Gott auf meiner Seite.“ [Amos geht ab]
Gott liebt Gerechtigkeit. Im Alten und im Neuen Testament setzt sich Gott immer für die Schwachen und Unterdrückten ein und immer wieder schimpft er mit seinem Volk, weil sie unrecht tun und sich ungerecht verhalten. Weil Gott gerecht ist, sollen wir als seine Kinder auch gerecht sein und uns für Gerechtigkeit einsetzen.
Gebet
Herr, unser Gott, danke für all die Situationen, in denen wir Gerechtigkeit erleben dürfen. Es gibt aber trotzdem Situationen, die ungerecht sind. Herr, du beauftragst uns, uns für Gerechtigkeit einzusetzen. Mach uns wach, dass wir Ungerechtigkeit sehen und mach uns mutig, uns für Gerechtigkeit einzusetzen.

Die Links zu den Videos und zum Plakat findet ihr auf der Homepage: change-maker.info

HINWEIS: Dieser Gruppenstundenentwurf ist ein Teil der Changemaker-Akti-on des EJW-Weltdienstes (www.change-maker.info). Auf der Homepage findet ihr weitere ermutigende Beispiele .

  • Autor / Autorin: Valerian Grupp
  • © buch+musik , ejw-service gmbh