Allein die Schrift

Zielgedanke

In der Bibel bekommen wir zuverlässige Informationen über Gott, die uns helfen, im Leben gute Entscheidungen zu treffen.

Merkvers

Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege.

Psalm 119,105; Luther84

Situation der Jungscharler

Für Kinder aus christlichem Elternhaus ist die Bedeutung der Bibel sicherlich nichts Neues. Sie sind damit vertraut. Für Kinder, denen dieser Hintergrund fehlt, stellt sich die Situation anders dar. Diese Spannung ist zu berücksichtigen. Kleine Kinder hören vermutlich die Geschichten, ohne sich tiefergehende Gedanken über ihren Ursprung zu machen.
Doch für Ältere kommt die Frage eher auf: Warum sollten die biblischen Berichte einen anderen Wert haben als andere Bücher und Geschichten?
An der Stelle kann es nicht das Ziel einer Jungscharstunde sein, Entstehung und Charakter der Bibel in vollem Umfang zu besprechen. Vielmehr sollte den Kindern lieb und wichtig gemacht werden, dass es ein großes Vorrecht ist, die Bibel (Gottes Wort) zu haben und zu hören, was Gott über sich und uns gesagt hat.

Erklärungen zum Text

Paulus schreibt seinem jungen Mitarbeiter Timotheus. Wahrscheinlich ist der 2. Timotheusbrief der letzte Brief, der uns von Paulus erhalten ist. Er sitzt im Gefängnis und weiß noch nicht, wie sein Prozess ausgehen wird. Mit Blick auf manche Entwicklung in den Gemeinden, die Paulus Sorge machen, ermahnt und ermutigt Paulus Timotheus, an der Bibel als Fundament und Grundlage des Glaubens festzuhalten. Er schreibt über den Ursprung der Bibel (von Gott eingegeben) und den Nutzen der Bibel (zur Lehre, …).

Personen
Paulus: Paulus ist als Missionar eine der zentralen Figuren der ersten Gemeinden und steht auch im Zentrum der Berichte in der Apostelgeschichte. Seine Biografie (vom Christenverfolger zum Missionar) braucht wahrscheinlich keiner weiteren Erläuterungen. Als Autor hat Paulus einen Großteil der Briefe des Neuen Testaments verfasst.
Timotheus: Timotheus war der Sohn einer jüdischen Mutter und eines griechischen Vaters. Er wurde von Paulus auf dessen zweiter Missionsreise getroffen und als Mitarbeiter mitgenommen. Später wird er von Paulus immer wieder mit verschiedenen Aufgaben betreut (z. B. Überbringung von Nachrichten an Gemeinden, aber dann offensichtlich auch Leitungsaufgaben). Den Timotheusbriefen nach zu urteilen hatte Timotheus einen eher vorsichtigen Charakter. Es ist anzunehmen, dass er auch gesundheitlich angeschlagen war, weil Paulus dies an einer Stelle besonders erwähnt (1. Tim 5,23). Timotheus musste oft von Paulus ermutigt werden.

Begriffe
Von Gott eingegeben (V.16): An dieser Formulierung entzünden sich immer wieder viele Diskussionen. Paulus will hier sicherlich nicht auf alle Einwände und Fragen zu diesem Thema eine Antwort geben. Er weist jedoch auf die Mitwirkung Gottes bei der Entstehung der Bibel hin. Dies ist nach dem Gesamtzeugnis der Bibel nicht als ein Zwangsdiktat zu verstehen (wie z. B. im Islam Mohammed von der Entstehung des Korans berichtet). Und doch ist die Bibel mehr als einfach nur ein Erfahrungsbericht. Sie ist ein zuverlässiges Fundament für unseren Glauben, das uns die Wahrheit über uns und Gott vermittelt. An anderer Stelle heißt es dazu, dass Menschen angetrieben von Gottes Geist prophetisch geredet haben (2. Petr 1,21).

Treffpunkt

Spiele

Orientierung auf Zuruf
Es wird ein kleiner Hindernisparcours aufgebaut. Ein Kind muss mit verbundenen Augen durch den kleinen Parcours zu einem festgelegten Ziel laufen. Ein anderes Kind steht am Rand und gibt Tipps und Hinweise, wie sich das andere Kind im Parcours orientieren kann.

Gemeindehausfotorallye
Die Teilnehmer werden in kleine Gruppen eingeteilt. Jede Gruppe erhält einige Bilder, auf denen Details des Gemeindehauses zu sehen sind. Sie müssen nun herausfinden, wo sich diese Punkte in Wirklichkeit befinden. Hinweis: Eventuell muss man den Kindern sagen, in welchen Teilen des Hauses sie nicht suchen sollen (z. B. Heizungskeller) um Ärger zu vermeiden bzw. die Kinder zu schützen.

Geldstücke fühlen
Unter einem Tuch liegen verschiedene Geldstücke der aktuellen Währung. Jeder Mitspieler darf unter das Tuch fassen und fühlen, um welche Geldstücke es sich handelt. Ist er mit seinem Fühlversuch fertig, sagt er dem Spielleiter leise die Summe aller Geldstücke. Gewonnen hat der bzw. haben die Spieler, die die genaue Summe herausgefunden haben.

Basteln

Kartoffeldruck
In Erinnerung an Bibel und Buchdruck könnte an einer Station Kartoffeldruck angeboten werden, wo selbst Stempel erstellt und mit ihnen gedruckt werden kann. (Eine detaillierte Erklärung findet man zum Beispiel unter https://www.zeitmitkindern.com/kartoffeldruck/).

Aktion

Es wird ein älteres Gemeindemitglied eingeladen, welches von seiner Erfahrung mit der Bibel erzählen kann.

Knackpunkt

Ein Mitarbeiter kommt nach vorn und hat einen Kompass und ein Navi fürs Auto dabei. Er fragt die Kinder: Was habe ich hier dabei? Wozu brauche ich diese Dinge? (Weg finden, Orientierung)

Könnt ihr euch vorstellen, dass die Bibel so etwas Ähnliches ist? Sie will uns helfen, im Leben gute Entscheidungen zu treffen. Sie gibt uns zuverlässige Informationen über Gott und über uns.

Um das besser zu verstehen, machen wir heute einen Besuch. Wir machen dazu eine lange Reise zurück. Und wir müssen einen Besuch bei jemand machen, der gerade im Gefängnis sitzt. Wir besuchen einen Mann namens Paulus. Weil er im Gefängnis sitzt, schreibt er einen Brief an einen Freund, um ihm Sachen mitzuteilen, die er wichtig findet. Aber hört selbst:

(Ein Mitarbeiter – als Paulus verkleidet – sitzt an einem Tisch, vor sich ein Blatt Papier und evtl. eine Schreibfeder.)
(In Gedanken versunken): „Ja, das sollte Timotheus auch noch wissen … ich muss ihn unbedingt ermutigen, sich immer gut an das zu erinnern, was wir glauben … dann, wenn ich vielleicht bald nicht mehr da bin.

Er muss darauf achten, dass er nicht einfach nur das sagt, was die Leute hören wollen. Sie wollen oft nur das hören, was ihnen gefällt. Aber Gott sagt uns manchmal auch unangenehme Dinge, um uns auf etwas aufmerksam zu machen. Das brauchen wir auch.
Timotheus weiß eigentlich, worauf es ankommt. Er weiß auch, was er schon von klein auf von seiner Mutter und Großmutter gelernt hat. Sie haben ihm schon immer von Gott erzählt und ihm gesagt, wie wichtig es ist, mit Gott zu leben … Er muss sich auf jeden Fall an das halten, was Gott selbst über sich gesagt hat … und wo findet er das? In den Heiligen Schriften. Sie sagen uns, wer Gott ist und wie wir sind. Sie sagen uns auch etwas über Gottes Maßstäbe für unser Leben. Und nur dort finden wir auch die Botschaft über Gottes Liebe …
Ohne diese Schriften wüssten wir eigentlich nichts von Gott. Wir können ihn nicht sehen. Er muss sich uns zeigen. Und das hat er gemacht. Er hat seinen Sohn Jesus geschickt und es gibt diese Schriften, die von dem berichten, was er getan hat und was sein guter Plan für unser Leben ist … Gott selbst hat mitgeholfen, dass da Dinge richtig aufgeschrieben wurden.
Er hat denen geholfen, die sie geschrieben haben. Wir lesen da vielleicht nicht alles, was wir gern wissen würden. Aber wir finden zumindest alles, was wir brauchen. Das, was Gott über uns denkt und das, was uns hilft, im Leben die richtige Richtung zu finden. Wir lesen da auch von Dingen, die bei uns nicht in Ordnung sind. Aber eben auch davon, wie in unserem Leben Fehler wieder in Ordnung kommen.

Deshalb muss Timotheus auf jeden Fall darauf achten, dass diese Schriften nicht einfach beiseitegeschoben werden. Er muss die Leute immer wieder daran erinnern, was für ein großes Geschenk sie sind. Die Leute sollen sich auf jeden Fall daran halten und immer wieder erkennen, wie nützlich das ist.
Ich werde ihm das noch mal zusammengefasst schreiben: „Denn die ganze Heilige Schrift ist von Gott eingegeben. Sie soll uns unterweisen; sie hilft uns, unsere Schuld einzusehen, wieder auf den richtigen Weg zu kommen und so zu leben, wie es Gott gefällt.
Und dann hoffe ich, dass er das gut weitergeben kann.
(Zurück in die Gegenwart, Mitarbeiter tritt wieder auf.)
So war das damals bei Paulus. Er wusste, dass es immer wieder Situationen gibt, wo wir jemanden brauchen, der uns dabei hilft, die Richtung zu finden und zu wissen, was Gott auch zu bestimmten Situationen denkt.

Es ist gut, die Bibel zu haben. Hier erfahren wir etwas über Gott. Deswegen ist die Bibel mehr als einfach nur ein Buch. Paulus hatte damals erst nur die Bücher, die wir heute im Alten Testament finden. Aber als dann die Berichte über das Leben von Jesus oder die verschiedenen Briefe, auch von Paulus, dazukamen, wurden sie schnell genauso behandelt und wertgeschätzt wie die älteren Schriften. Beide zusammen bilden heute die Bibel, wie wir sie haben.
Und in den Büchern im Neuen Testament lesen wir dann auch die Geschichten von Jesus, die uns noch mal besonders zeigen, wie Gott uns liebt und was er für uns getan hat. Ohne Bibel wüssten wir das alles nicht.
Manches in der Bibel ist vielleicht schwerer zu verstehen. Und manchmal ist das, was wir da lesen, vielleicht ein bisschen unangenehm. Aber wenn das so ist: Weil die Bibel uns vielleicht auch Dinge sagt, die uns nicht passen, dann ist das wie beim Zahnarzt. Da tut es manchmal weh, wenn er bohren muss. Aber am Ende hilft es dem Zahn und verhindert noch mehr Zahnschmerzen.

Wie kann die Bibel für uns so hilfreich und wichtig sein? Wie hilft sie uns an jedem neuen Tag? Ich glaube, dass das ein bisschen wie bei den Gegenständen ist, die ich mitgebracht habe. (Kompass und Navi noch mal zeigen.)

Wie funktionieren diese beiden Gegenstände? (Kompass zeigt die Richtung nach Norden an, daran kann ich mich orientieren; Navi führt mich zum Ziel, indem es mir an jeder Kreuzung sagt, wie ich zu der gewünschte Adresse komme).

Was davon passt eher zur Bibel? Die Bibel ist eher ein Kompass als ein Navi. Sie sagt mir nicht in jeder Situation, was richtig und was falsch ist. Sie sagt mir nicht immer, wo ich abbiegen soll. Nicht auf jede Frage finde ich eine Antwort: Zum Beispiel sagt sie mir nicht, ob ich morgens blaue oder rote Socken anziehen soll.
Aber die Bibel sagt mir auf jeden Fall, was Gott sich für uns Menschen gedacht hat und wie wir den Weg zu Gott finden. Also die richtige Richtung für unser Leben. Wie der Kompass. Der zeigt immer nach Norden und ich kann mich daran orientieren. Um das zu erleben ist es gut, die Bibel auch möglichst gut zu kennen. Und zu entdecken: Was sagt Gott da über sich? Was sagt er über uns? Und vor allem auch: Was lesen wir da über das, was Jesus für uns getan hat?
Weil das so wichtig ist, deshalb hat übrigens Martin Luther vor fast 500 Jahren die Bibel in die deutsche Sprache übersetzt. Er war genauso begeistert wie Paulus von dem, was in der Bibel steht. Und er wollte, dass das jeder in seiner Sprache lesen kann. Damals wurde die Bibel häufig nur auf Lateinisch im Gottesdienst gelesen. Wer das nicht konnte – und das waren viele –, der konnte auch nicht direkt hören, was dort stand. Sie waren darauf angewiesen, was Priester ihnen sagten. Und die wählten aus, was die Menschen hören sollten.
Martin Luther wollte die gute Nachricht der Bibel für alle zugänglich machen. Und so hat er angefangen zu übersetzen. Deshalb können wir auch heute in der deutschen Sprache entdecken, was in der Bibel steht. Jeder kann es entdecken und muss nicht erst alte Sprachen dafür lernen.
Es lohnt sich, die Bibel zu entdecken. Ein Kompass ist zuverlässig. Genauso ist auch die Bibel zuverlässig. Gott selbst steckt dahinter und er steht auch zu dem, was er da gesagt hat. Deshalb lohnt es sich zu entdecken, was in der Bibel drinsteckt.

Doppelpunkt

Hier kommt man zunächst über bisherige Erfahrungen mit der Bibel ins Gespräch?
Welche Lieblingsgeschichten in der Bibel habt ihr? Warum?
Warum ist es als Christ gut, in der Bibel zu lesen?
Gab es eine Situation, wo euch eine Geschichte geholfen oder ermutigt hat?

Lest ihr regelmäßig in der Bibel? Was fällt euch dabei schwer? Was wäre eine Hilfe für euch?
Bibel lesen kannst du in der Jungschar, aber auch zu Hause. Dazu brauchst du eine Bibel. Es gibt heute nicht mehr nur die Übersetzung von Martin Luther, sondern auch viele Bibeln in einer ganz aktuellen Sprache, die dabei eine Hilfe sein können. Während früher Bibeln oft noch sehr wertvoll und teuer waren, gibt es heute ganz viele in unterschiedlichen Größen, Farben und Formen und sie sind gar nicht mehr so teuer.
Für die Dinge, die du nicht verstehst, gibt es sogar Extrahefte mit Erklärungen, speziell für Kinder.
Das probieren wir mal aus. Jeder bekommt ein Bibelleseheft (zum Beispiel „Guter Start“ vom Bibellesebund) und eine Bibel. Damit lesen wir gemeinsam in der Bibel.

Zum Abschluss lernen wir den Merkvers: Dazu werden Bewegungen gelernt, zum Beispiel:
Wort (mit den Händen aufgeschlagenes Buch formen)
Fuß (auf den Fuß zeigen)
Licht auf dem Wege (Schritte vorwärts gehen und mit dem Arm eine vor sich gehaltene Laterne andeuten)

Schlusspunkt

Ich habe hier noch mal den Kompass und eine Bibel dabei. So wie der Kompass euch die Richtung zeigt, können wir solche wichtigen Informationen auch hier drin finden, die uns helfen, den Weg zu Gott zu finden: So heißt es auch in dem Merkvers, den ihr zusammen in den Gruppen gelernt habt. Wir sprechen ihn jetzt noch mal zusammen.

Bausteine

Lieder

Aus: Kinder feiern Jesus
Nr. 151 Ich bin ein Bibelentdecker

Aus: Meine Lieder – Deine Lieder
Nr. 121 Das wichtigste Buch auf der Erde

Eine Aktion ist unter www.jumat.de

1. Vorbemerkungen

Wir alle sind fasziniert davon, wenn Menschen eine klare Berufung für ihr Leben erhalten. Gott spricht deutlich in ihren Lebenslauf – es gibt einen Turning Point, und danach verläuft das Leben linear in diese neue Richtung, die man eben von Gott erhalten hat. Aber so einfach ist es häufig gar nicht. Wir sind vor die Herausforderung gestellt, selbst entscheiden zu müssen.

2. Zielgedanke

Die Teens sollen kapieren, dass sie in ihrem Leben nicht unbedingt einen genauen, stringenten Plan feststellen können, sondern sich das Ziel erst aus dem Laufen ergibt.

Gott hat aber trotzdem einen Plan für uns alle. Vielleicht ist dieser Plan nicht so festgelegt, wie man oft denkt. Gott hat jedenfalls einige Aufträge und Befehle auf unser Leben gelegt. Aber die sind so generell formuliert, dass es dazwischen viel Entscheidungsfreiheit gibt. Aber Gott gibt trotzdem Hinweise, die uns darauf stoßen, was denn genau unsere Berufung sein könnte. Damit sind natürlich Fähigkeiten, Leidenschaften, Gaben gemeint, die man auf keinen Fall ignorieren sollte.

3. Einführung inkl. Exegese

Grundlegend (Jos 1,9): Dieser Vers ist eine starke Zusage Gottes für unser Leben. Diese Zusage gibt Menschen (die Gott kennen – Bedingung ist nämlich Vers 8!) eine große Freiheit. Wir können ziemlich viel selbst entscheiden – Gott wird das segnen, was wir tun.

Übertragen auf die Planung unseres eigenen Lebensweges heißt das wohl, wir sollten eine Bedingung erfüllen: Gottes Willen erforschen. Und: Wir können sicher sein, dass Gott uns hier viel Freiheit gibt, und den Weg segnen wird, den wir gehen.

Jugendliche und Junge Erwachsene suchen Orientierung. Einen Weg, den sie gehen können. Ein Kompass, der ihnen die richtige Richtung zeigt. Irgendwas, was sie sein wollen, was sie werden sollen. Doch diese Orientierung liegt nicht auf der Straße rum, oder ist in irgendeinem Automatismus zu bekommen.

Die Bibel gibt auf mehrfache Art Orientierung.

Zum einen gibt es Punkte, an denen Gott klar und deutlich spricht, und jemandem seine „Berufung“ offenbart (z. B. Paulus).

Dann gibt es aber auch viele Orientierungshilfen, die nicht so genau und exakt sind, z. B. gibt es diese Berufung am Anfang der Bibel: „Bebaut die Erde und macht sie zu eurem Eigentum“, oder „Vermehrt euch!“ Das sind Aufträge und Berufungen für jeden einzelnen Menschen. Nur lassen sie sehr viel Freiheit in ihrer Art und Weise, sie auszuführen.

Außerdem, und das ist sehr wichtig, hat Gott uns Menschen nicht nur als Individuen geschaffen, sondern als Menschen, die aufeinander bezogen sind. Dadurch haben wir die Möglichkeit, uns nicht nur allein auf die Suche nach „unserem Weg“ zu machen, sondern auch andere Menschen mit reinspielen zu lassen.

Und dann gibt es noch sozusagen einen „inneren Kompass“, den Gott jedem einzelnen Menschen gegeben hat. Gott legt in jedes Menschenleben eine Menge Gaben und Fähigkeiten. Diese können und dürfen für die eigene Berufung sehr richtungsweisend sein. Da braucht es oft gar keine zusätzliche externe Beauftragung, da ist schon genug Beauftragung in den Menschen hineingelegt.

Diese Gaben sollte man entdecken. Und es ist wahr, dass viele Erwachsene keine Ahnung davon haben, welche Talente in ihnen sind und was sie eigentlich wirklich fasziniert. Also, los geht’s auf die Entdeckungsreise! Ein kluger Mann hat mal dazu gesagt:

„Wir vermögen mehr, als wir oft denken; wenn wir das einmal erlebt haben, geben wir uns nicht mit weniger zufrieden.“

4. Einstieg

Hindernisse wegräumen – hinaus auf das große Feld.

Einsteigen könntest du mit dem Kompass von Jack Sparrow. Falls du die Filme „Fluch der Karibik“ nicht kennst: Die Hauptperson dieser Filme, Jack Sparrow, ein sehr besonderer Pirat, hat einen Kompass, dessen Nadel nicht nach Norden zeigt, sondern immer in die Richtung weist, wo er selbst hinwill.

Das ist eigentlich ein gutes Bild dafür, dass viele Jugendliche in deiner Gruppe diese Freiheit spüren dürfen und sollten. Natürlich ist dieses Bild etwas extrem, aber im Grunde sollten alle wissen, dass sie große Freiheit haben und gleichzeitig große Verantwortung.

Freiheit, weil unsere Lebenswege selten festgelegt sind und wir relativ viele Möglichkeiten haben. Und Verantwortung, weil sich dann auch niemand hinter festgelegten Wegen verstecken kann, sondern tatsächlich eigene Schritte gehen muss.

5. Hauptteil

Als Hauptteil eignet es sich, die einzelnen Teile der Andacht in eine GPS-Tour einzubinden. Diese kann ganz individuell ausgestaltet und kreativ erweitert werden. Du kannst z. B. an jeder Station noch Spiele oder Gruppenaufgaben einfügen.

Start: Zu Beginn geht es darum, erst einmal loszulaufen. Ein typischer Satz: Man kann ein Auto nur lenken, wenn es fährt (kann man übrigens sehr gut mit den Teens zusammen beobachten: Einfach die Zündung eines Autos anmachen und mal ein bisschen am Lenkrad drehen – merkt ihr, wie das Gummi knirscht, wenn man die Räder im Stehen lenkt? – Besser ist es, wenn man losfährt).

Kleine Geschichte dazu: Abram – ein Mann lebt in einem Ort und Gott sagt ihm, dass er losziehen soll und, dass ihn etwas Großes erwartet. Am Anfang ziemlich wenig Information. Aber wäre Abram nicht losgezogen, hätte er es niemals rausgefunden, wo es hingeht. (Diesen Impuls kannst du jedoch auch als Schlusspunkt setzten.)

Station 1:

Den Weg zu dieser Station gibst du nicht mit einer GPS-Koordinate an, sondern Station 1 ist eine ganz normale Adresse in der Nähe von eurem Startpunkt. Lass die Teens diesen Punkt mit einem Navi finden. Das Navi gibt genaue Wegbeschreibungen und eine eindeutige Route. Der erste Input geht darum, ob Gott wie dieses Navi ist. Natürlich ist Gott manchmal sehr genau in seinen Vorstellungen und seinem Willen. Aber ehrlich gesagt, schränkt das auch ganz schön ein, und man wird zu einem Regelbefolger. Oft ist es aber so, dass Gott uns eine ungefähre Richtung gibt und wir sehr viel Freiheit bekommen.

Das probierst du jetzt mit den Teens aus. Die nächste Station ist keine Adresse, sondern einfach nur eine GPS-Koordinate. Dein Handy/GPS-Gerät wird dir immer die direkte Peilung mit der kürzesten Luftlinie anzeigen. In echt kannst du aber gar nicht direkt auf den Punkt zulaufen – du musst Hindernissen ausweichen, Umwege nehmen, andere Wege wählen, weil sie schöner sind. Hauptsache du bewegst dich in die richtige Richtung! Hier wird wahr: Viele Wege führen nach Rom.

Station 2 bis 4:

An diesen Stationen zeigst du den Teens, wie Gott in der Bibel uns Menschen ganz generelle Berufungen gegeben hat, die zwar ein Ziel haben, die jedoch trotzdem viel Freiheit und Eigenverantwortung lassen. Die letzte Station sollte die Gaben thematisieren, die Gott in jeden einzelnen Menschen hineingelegt hat und die dadurch Richtungsweiser für unsere Berufung sind.

6. Abschluss

Abschließend kannst du eine Biografie nacherzählen (es kann auch deine eigene sein), in der einzelne Aspekte der Inputs nochmal hervorgehoben werden oder ein neuer Gedanke zum Weiterdenken beleuchtet wird.

Diese Themenreihe enthält alle Einheiten zum Thema Reformation aus dem JUMAT-Jahrgang 2017. Zwei Einheiten beschäftigen sich mit Martin Luther und seinem Freund Lucas Cranach. Vier Einheiten haben die vier Sola der Reformation als Schwerpunkt und zwei weitere Einheiten beschäftigen sich mit den Auswirkungen der Reformation bis heute.

Ein Teil der Einheiten ist nach folgendem Schema aufgebaut: Im ersten Teil sind exegetische Überlegungen, sowie eine Beschreibung der Situation der Kinder. Im zweiten Teil geht es um die praktische Umsetzung. Der Treffpunkt vermittelt Spiel- und Bastelideen zum Einstieg. Die Verkündigung und Erzählung der biblischen Geschichte erfolgt im Knackpunkt. Im Doppelpunkt geht es um die Vertiefung des Themas auf unterschiedliche Art und Weise.

Die anderen Einheiten haben folgenden Aufbau: Im ersten Teil sind exegetische Überlegungen, sowie Gedanken über Auswirkungen des Textes für mich und für die Kinder. Im zweiten Teil geht es um die praktische Umsetzung. Dabei werden mehrere Methoden und Möglichkeiten vorgestellt, wie die Umsetzung aussehen kann. Zur Vertiefung stehen jeweils 7 unterschiedliche Elemente zur Verfügung: Wiederholung, Gespräch, Merkvers, Gebet, Kreatives, Spielerisches und Rätselhaftes.

Außerdem enthält die Themenreihe einen passenden Entwurf für einen Familiengottesdienst und zwei Geländespiele.

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