Suchet mich, so werdet ihr leben! (Am 5,4 L)
Der Prophet Amos, von dem dieser Satz stammt, lebte und wirkte in einer Zeit wirtschaftlicher Blüte in Israel. Die Bedrohung durch Assyrien war vorhanden, wenngleich es keine konkreten Auseinandersetzungen gab. Aber die Kluft zwischen Arm und Reich war sehr tief.
Nicht alles ist eins zu eins in unsere heutige Situation übertragbar, aber doch Wesentliches: Ich lese von den Krisenherden um uns herum, in Gaza und der Ukraine und von der Rüstungsdebatte. Ich bekomme den Zollstreit und den Handelskrieg mit. Ich verfolge die Zuwanderungsdiskussion. Und sehe gewisse Parallelen zu der Zeit von Amos.
Auch die Diskussion über die oft verschwiegene Armutssituation und parallel dazu die Gehälter und Boni der Topmanager machen es möglich, mich gedanklich in die Situation von Amos hineinzuversetzen. In diese Situation hinein ruft Amos in seiner Predigt den Satz: „Suchet mich, so werdet Ihr leben!“
Mein erster Gedanke: Hat der nichts anderes im Sinn? Am 5,4 L Keine Demonstration, keine Petition, kein Bürgerbegehren? Ich soll suchen? Wer hat nicht schon einmal etwas gesucht, einen Schlüssel oder einen Geldbeutel? Ich jedenfalls werde fast verrückt, wenn ich etwas verlegt habe und es dann verzweifelt suche. Manchmal bringe ich meine Mitmenschen dabei regelrecht auf die Palme, weil ich so verbissen suche. Auch wenn das, objektiv betrachtet, häufig wirklich nicht nötig wäre.
Jetzt komme ich wieder zu Amos´ Aussage: Wie konkret und ernsthaft suche ich eigentlich Gott und frage nach seiner Instruktion für meinen Tag? Vertraue ich Gott auch im erwähnten Großen, in der Frage, wie es weitergehen kann und soll, sowie in aller Unsicherheit und Ungewissheit? Weiß ich mich geborgen, weil Gott größer ist als alles, was um uns herumtobt?
Das Lied „Weise mir Herr Deinen Weg, dass ich wandle in Deiner Wahrheit“ kann eine Hilfestellung zu den aufgeworfenen Fragen sein.
Wie könnte ich dich preisgeben, Efraim wie dich ausliefern, Israel? […] Gegen mich selbst wendet sich mein Herz, heftig entbrannt ist mein Mitleid. Ich will meinen glühenden Zorn nicht vollstrecken […] Denn ich bin Gott, nicht ein Mensch, der Heilige in deiner Mitte. (Hos 11,8f E)
Angel hatte ihr Leben lang gelernt, niemandem zu vertrauen, bis sie in einem Café Michael kennenlernt. Er beginnt, liebevoll um sie zu werben. Eindrücklich zeigt der Film „Die Liebe ist stark“, wie Angel Michael auch in ihrer Ehe immer wieder wegstößt und davonläuft.
Hosea war ein Prophet, der dem Volk Israel das Gericht angekündigt hat. Das Volk hat, wie eine Braut, die kalte Füße bekommt, den treuen Gott immer wieder verlassen. Hat Götzen zu seinen Göttern gemacht. Bei uns ist es ähnlich. Unsere Götzen heißen: Neid, Konkurrenzkampf, Eifersucht, Geld, der Computer, Stress.
Da ist Schuld gegenüber Gott. Zu groß gegenüber seiner reinen Heiligkeit. Und doch fragt Gott sich selbst:
Wie kann ich euch preisgeben? Euch ausliefern? Und doch ist da heilige Liebe. Schon so oft habe ich das gehört. So oft, dass es manchmal kaum noch eine Bedeutung für mich hat.
Manchmal wird Gottes Liebe mit Schwäche assoziiert. Dieser schwache Gott, der am Kreuz stirbt aus Liebe. Daran ist doch nichts Attraktives…
Die Verse aus dem Buch Hosea beschreiben Gottes Liebe anders. Er kämpft um seine Braut, ähnlich wie Michael um seine Angel. Barmherzigkeit und Liebe Gottes sind entbrannt – wie ein Feuer. In Hosea 11 wird Gott als ein brüllender Löwe beschrieben, vor dem alle erzittern. Das ist gewaltige, kämpfende, ringenden, erobernde Liebe. Das ist Liebe, die uns ehrfürchtig macht. Liebe, die Kraft hat, uns bei allem, was vor uns liegt, zu tragen: Prüfungen, ein Umzug, ein neuer Lebensabschnitt.
Auch wenn eure Sünden scharlachrot sind, können sie weiß werden wie Schnee. Und wenn sie purpurrot sind, können sie weiß werden wie Wolle. (Jes 1,18 BB)
Ich erinnere mich, wie ich als Kind bei einem Abendmahl war. Der Pfarrer sagte, dass Jesu Blut uns reinwaschen würde. So wie Waschmittel ein dreckiges weißes T-Shirt wieder weiß macht. Für mich war das komplett unlogisch. Wie kann etwas Rotes wie Blut etwas Weißes wieder weiß machen? Das geht doch nicht! Tagelang beschäftigte mich diese Frage.
Hinter der kindlichen Logik von damals steht die Frage: Wie kann es sein, dass etwas Schlimmes, was ich getan habe, einfach so vergeben wird? Etwas „Dreckiges« also wieder »rein« wird?
Doch mit Logik komme ich hier nicht weiter. Weder damals als Kind noch heute als Erwachsener, erlebe ich doch in meiner Umwelt meist das Gegenteil. Da wird Bestrafung und Vergeltung für Unrecht gefordert. Man möchte Gerechtigkeit und dass die Schuldigen verurteilt und bestraft werden.
Bei Seelsorgegesprächen begegnet es mir immer wieder, dass Leute sich selbst ihre Schuld nicht verzeihen können. Sie drohen daran zu zerbrechen, weil sie denken, dass auch Jesus ihnen das nicht verzeihen kann. Das Problem ist aber nicht, dass Jesus uns nicht verzeiht, sondern dass wir selbst uns nicht verzeihen können.
Wenn wir mit unserem menschlichen Denken versuchen, die Vergebung zu verstehen, werden wir scheitern. Wir können es uns nicht vorstellen. Die Vergebung durch den Tod Jesu können wir uns nur schenken lassen und dankbar annehmen. Kapieren werden wir es mit unseren moralischen Maßstäben nicht. Weil Jesus genau diese Maßstäbe auf den Kopf stellt. Bei ihm ist es genau andersherum. Das, was für uns unmöglich erscheint, ist bei ihm möglich. Rotes Blut macht weiße Wäsche weiß.
Ebenso nahm er nach dem Mahl den Kelch und sagte: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut. (1. Kor 11,25 E)
Unser Sohn hatte einmal eine richtig harte Kindergartenphase. Er wollte nicht gehen. Und nicht bleiben. Weil er uns so sehr vermisste. Verständlich, aber auch herausfordernd für alle Beteiligten. Bis uns eine Idee kam: Alle aus der Familie banden sich für mehrere Wochen einen Wollfaden um ihr Handgelenk. Jedes Mal, wenn der Dreijährige Sehnsucht und Vermissen empfand, schaute er auf seinen Arm und wusste: Wir sind immer verbunden. Auch wenn ich meine Eltern nicht sehe, weiß ich um unsere Connection. Der Faden war ein sichtbares Zeichen für unsere zeitweise unsichtbare Familienverbindung. Das hat geholfen.
Als Jesus mit seinen Jüngern das letzte Abendmahl feiert, macht er Brot und Wein zu Symbolen der Verbindung zwischen ihm und uns. Er nimmt das Alltäglichste, essen und trinken, und sagt: Ich bin so mit euch verbunden, wie es der Wein aus dem Kelch ist, wenn ihr ihn getrunken habt.
Wow. Wein in unserem Körper. Der geht relativ schnell in uns über. Durch unseren Verdauungstrakt. In unser Blut. Und überall in uns hin. Gott fließt in uns, wie das Blut in unseren Adern. Du kannst am Ende Gott gar nicht mehr so genau von dir unterscheiden. Gott ist mit dir verbunden. Mehr Nähe, mehr Einssein, mehr Identifikation geht ja kaum.
Jesus macht das Abendmahl zu einem geheimnisvollen Ritual, bei dem er in uns eintaucht. Der neue Bund, von dem Jesus redet, ist eine ganz schön krasse Verbindung. Eng und unauflösbar. Erst schmeckbar und erlebbar und dann irgendwie ein Teil von uns. Für immer verbunden.
Welche Herausforderung deines Alltags wäre besser zu bewältigen, wenn du es wirklich glauben könntest: Ich bin mit Gott verbunden?
Meditation:
Gott, mit dir bin ich verbunden.
Für immer.
Danke!
(Wiederholen)
Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit ihm selber. (2. Kor 5,19 L)
Zerbrochenes Geschirr wirft man normalerweise weg. In Japan gibt es eine Kunstform, die das Gegenteil tut: Kintsugi. Zerbrochene Keramik wird nicht entsorgt, sondern repariert – und zwar mit Gold. Die Risse bleiben sichtbar, aber sie werden veredelt. Der Bruch wird nicht versteckt, sondern hervorgehoben – als Teil der Geschichte. Vergangenes wird nicht unter den Teppich gekehrt, sondern ernst genommen.
Paulus sagt: Gott versöhnt. Er wirft nicht weg. Auch nicht, was kaputt ist – in dir oder zwischen Gott und dir. In Jesus nimmt Gott deinen Riss ernst: Er sieht deine Schuld, dein Scheitern, deine Scham – und heilt nicht billig, sondern teuer. Am Kreuz.
Dadurch wird es möglich, mit dem Bruch zu leben, ohne dass er dich definiert. Es wird möglich, nicht so zu tun, als sei nichts gewesen, sondern ehrlich hinzuschauen und trotzdem Hoffnung zu haben. Es wird möglich, neu anzufangen. Nicht perfekt. Aber versöhnt. Der Riss bleibt sichtbar, wie bei Kintsugi, aber er ist vergoldet. Das Zerbrochene wird Teil der Geschichte, nicht das Ende.
Vielleicht denkst du: „Klingt schön, aber ich spüre nichts davon.“ Oder: „Ich habe schon so viel versucht – bei mir oder anderen hat sich trotzdem nichts geändert.“ Versteh ich. Aber vielleicht liegt es daran, dass wir Versöhnung mit „alles ist wieder wie früher“ verwechseln. Ist es nicht. Es ist etwas Neues. Wie Gold in den Rissen. Der Schmerz bleibt sichtbar – aber er hat nicht mehr das letzte Wort.
Kintsugi ist keine schnelle Reparatur. Es ist ein Prozess. Wie Versöhnung auch. Und Gott ist der Künstler, der dich nicht aufgibt, sondern sagt: „Du bist es wert!“ Was wäre, wenn du heute mit ihm anfängst, neu oder zum ersten Mal, den Weg der Versöhnung zu gehen?
Hoffe Israel auf den HERRN! Denn bei dem HERRN ist die Gnade und viel Erlösung bei ihm. (Ps 130,7 L)
Im Haus, in dem ich aufgewachsen bin, gab es im Wohnzimmer einen Teppich. Dies war der Ort vieler Ringkämpfe unter uns Geschwistern. Das Ziel war, den anderen so lange auf den Boden zu drücken, bis dieser rief: „Gnade“. Wenn die Bibel von Gnade spricht, bedeutet dies jedoch etwas völlig anderes.
Psalm 130 ist ein Hilferuf aus der Tiefe. Grund zur Hoffnung gibt es, weil Gott gnädig ist. Das Wort, das im hebräischen Urtext für „Gnade“ steht, bedeutet: Gott schenkt uns Gutes. Gnade und Erlösung gehören zusammen weil Gott uns löst von dem, was uns knechtet.
Wir sind nicht festgelegt auf das, was wir falsch gemacht haben, sondern können neu anfangen. Das ist etwas völlig anderes als die „Teppich-Gnade“ meiner Kindheit. Wir müssen Gott seine Gnade nicht abringen, sondern er schenkt sie uns gratis. Das Wort „gratis“ leitet sich von „gratia“ ab, dem lateinischen Begriff für Gnade. In unserem alltäglichen Leben sind viele Produkte, die ein „gratis Extra“ versprechen, Mogelpackungen.
Bei Gott bedeutet Gnade aber, dass er uns bedingungslos mit seiner Liebe und Zuwendung beschenkt – ohne Mogelpackung. Nichts kann Gott davon abhalten, uns gnädig zu sein. Uwe Heimowski, der ehemalige Vertreter der Evangelischen Allianz beim Bundestag, formuliert es so: „Du kannst Gott nicht so sehr erschrecken, dass er aufhören würde, dir gnädig zu sein.“ Wenn Gott uns gnädig ist, dann bedeutet das nicht, dass Gott uns vor allem Schlimmen bewahrt, er führt uns manchmal nicht um Schwierigkeiten herum, sondern hindurch – und geht selbst mit.
Dass Gott die Gnade in Person ist, sehen wir an Jesus Christus. Er stirbt, um uns zu retten und uns eine Hoffnung zu schenken, die nicht einmal der Tod zerstören kann.
Die Antwort, die wir auf Gottes Gnade geben können, ist schlicht: ihm unser Leben anzuvertrauen!
Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt. (Jes 53,5 L)
Mist! So ein Mist! Warum konnte ich nicht einfach schweigen – meinen Mund halten? Zuhören und die Bestimmung des Vorbereitungszeitpunktes den anderen überlassen, wäre doch so viel einfacher gewesen. Es hätte nicht so weit kommen dürfen, dass die Frage, wer bestimmt und das letzte Wort hat, die Wichtigkeit des Treffens zurückdrängt.
So ging es plötzlich nicht mehr um das Eigentliche, sondern es wurde persönlich. Für mich spielte es doch keine Rolle, ob die Vorbereitung morgen oder übermorgen stattfindet. Es wussten alle, dass ich morgen nicht kann. Aber für alle anderen war dieser Temin geschickter. Eigentlich hätte mir das doch nur recht sein können. Denn so habe ich diese Woche einen Termin weniger.
Vor allem nachts treiben mich die stattgefundenen und die leider nicht stattgefundenen idealen Dialoge zur Weißglut und halten mich vom Schlafen ab. Oft nehmen die anderen es gar nicht als so dramatisch wahr. Doch mir gehen die unnötig gefallenen Worte lange nach. Selten finde ich eine Lösung, die die Situation entspannen kann. Dafür birgt die daraus resultierende Müdigkeit die Gefahr, dass weitere unkluge Worte fallen.
Doch wenn ich den Weg ins Gebet finde, dann stellt sich meist plötzlich eine innere Ruhe ein. Ich lege meine Unfähigkeit und das Geschehene in Gottes Hand und kann auf einmal wieder auf seine Zusage der Vergebung vertrauen. Und meine Seele findet Frieden. Die Gedanken kreisen häufig noch eine Weile weiter, aber sie belasten mich nicht mehr.
Es wirkt so, als wenn ein Schleier der Liebe die Konturen der Problematik verwischt. Manchmal spüre ich, dass ich das Erlebte stehen lassen muss und darf. Manchmal sehe ich konkrete Handlungswege und weiß, dass da noch Arbeit der Versöhnung auf mich zukommt. Aber diese macht mir auf einmal keine Angst mehr. Ruhig atmend und dankend finde ich in den Schlaf hinein.
Ich gebe euch ein neues Herz und einen neuen Geist gebe ich in euer Inneres. Ich beseitige das Herz von Stein aus eurem Fleisch und gebe euch ein Herz von Fleisch. (Hes 36,26 E)
Überraschung! Sehr gute Freunde haben mir zum Geburtstag einen Überraschungsbesuch in einem Freilichttheater mit Laienspielerinnen und -spielern geschenkt. Ich wusste von allem nichts und war sehr gespannt. Ich durfte eine bewegende und super gespielte Aufführung von „Das kalte Herz“, ein Märchen von Wilhelm Hauff, erleben.
Peter Munk, ein armer Köhler, sehnt sich nach Reichtum. Er schließt einen Pakt mit dem bösen Holländer-Michel, der ihm ein steinernes Herz gibt, aber dafür sein echtes Herz nimmt. Zwar wird Peter reich, aber er verliert seine Menschlichkeit und sein Mitgefühl. Durch seine Hartherzigkeit verliert er sogar seine geliebte Frau Lisbeth. Schließlich bereut er seinen Pakt und sucht Hilfe beim guten Glasmännlein, das ihm eine letzte Chance gibt. Durch Mut und Klugheit gelingt es Peter, sein echtes Herz zurückzubekommen und ein glückliches, wenn auch bescheideneres Leben zur führen.
Bei der Aufführung kam mir sofort das Bild aus Hesekiel 36,26 in den Sinn. Gott nimmt seinem Volk das steinerne Herz aus der Brust und gibt ihnen ein fleischliches Herz, gefüllt mit seinem guten Geist.
In der heutigen Zeit erlebe ich in vielen Bereichen unserer Gesellschaft und in unserer Welt diese Kaltherzigkeit, diese Gier nach Macht und Reichtum. Ganz egal, ob dabei jegliche Menschlichkeit und Barmherzigkeit auf der Strecke bleiben.
Aber es gibt einen Weg heraus! Das Angebot Gottes zur Erneuerung besteht bis heute. Für dieses Angebot wurde Gott sogar Mensch – in Jesus. An ihn, an Jesus darf ich mich wenden, an ihm kann ich mich orientieren und er kann und wird mich verändern. Er schenkt mir ein „neues Herz“ und füllt mich mit seinem guten heiligen Geist, damit ich liebevoll, hilfsbereit also warmherzig leben kann.
Es sollen wohl Berge weichen und Hügel hinfallen, aber meine Gnade soll nicht von dir weichen, und der Bund meines Friedens soll nicht hinfallen, spricht der HERR, dein Erbarmer. Jes 54,10
Eine volle Woche liegt hinter mir. Mein Freund und ich gehen einkaufen. Ich erinnere ihn, dass heute Abend Traineekurs ist und ich nicht zu Hause sein werde. Fröhlich sagt er: „Ah, vielleicht lade ich ein paar Leute zum Spieleabend ein“. Leider ist mein Bauchgefühl schneller als mein Kopf. Der Gedanke an Besuch stresst mich und mein Blick verrät mich. „Vorher hast du doch zu deinem Bruder gesagt, du gehst bei ihm vorbei“, antworte ich. Ich sehe, wie meine Reaktion ihn enttäuscht. Wieder mal habe ich es nicht geschafft, erst kurz über seine Idee nachzudenken, bevor ich reagiere.
So oft werde ich meinen Mitmenschen, Gott und der Welt nicht gerecht. Wer kennt das Gefühl nicht? Dieser Stein auf dem Herz, wenn ich ganz genau weiß, dass das jetzt „superdoof“ von mir war. Ja, Menschen machen Fehler, niemand ist perfekt und so. Doch in solchen Momenten schaffe ich es meist nicht, mich aus meiner Enttäuschung über mich selbst herauszuholen. Es ist die Hand meines Freundes, die nach meiner greift und mir zeigt: Ich habe dich trotzdem lieb.
Immer wieder verletzen wir andere, achten nicht auf ihre Bedürfnisse. Wir belasten dadurch die Beziehung zu unseren Mitmenschen und auch zu Gott. Wie gut und tröstlich ist es, zu wissen, dass Gott immer wieder und bedingungslos seine Hand nach uns ausstreckt. Gott verspricht, dass uns seine Liebe und seine Gnade sicher sind. Eher noch brechen Berge auseinander, bevor er seinen Bund, sein Versprechen bricht. In dieser bedingungslosen Liebe und dem Zuspruch bröckeln die Steine in meinem Herzen und ich kann befreit aufatmen.
Landtagswahl in Baden-Württemberg – und wieder einmal müssen wir über Medien sprechen. Warum? Ganz einfach: Weil junge Menschen heute vor allem online entscheiden, wem sie vertrauen!
Am 8. März wird der baden-württembergische Landtag gewählt und zum ersten Mal dürfen auch 16- und 17-Jährige ihr Kreuzchen setzen. Viele von diesen jungen „Neuwähler:innen“ informieren sich über die sozialen Medien, stolpern dabei über Wahlwerbung, Memes, Meinungen und Desinformation. Und genau da kommst du ins Spiel. Du musst kein Medienprofi sein, um junge Menschen auf ihre demokratische Teilhabe vorzubereiten, aber du kannst ihnen helfen, den Überblick zu behalten.
Hier kommen drei einfache Tipps, wie du Jugendliche im digitalen Raum fit für die Wahl machen kannst:
1. Nicht alles verteufeln, was auf Social Media passiert. Viele politische Infos, Meinungen und Diskussionen gelangen zu jungen Menschen heute über Instagram, TikTok oder YouTube. Frag doch einfach mal: Welche politischen Inhalte bekommt ihr eigentlich in eurem Feed angezeigt – und welche Reaktionen rufen sie bei euch hervor? Was spricht euch an, was nicht? Was weckt Begeisterung, was lässt euch kalt, was ärgert euch vielleicht auch?
2. Gemeinsam hirnen statt alleine predigen. Schaut gemeinsam unterschiedlichen politischen Content an und stellt dabei diese Fragen: Wer spricht oder schreibt? Was wird gesagt? Und was will die Person oder die Partei mit diesem Inhalt bezwecken?
3. Fake News entlarven. Zeig den Menschen, mit denen du unterwegs bist, einfache Faktencheckseiten wie „Korrektiv“, „Mimikama“, „Quellencheck“ oder die Angebote der Zentralen für politische Bildung. Das regelmäßige Prüfen von Inhalten fördert oft erstaunliche Ergebnisse zutage. Menschen vergessen leicht, dass man auch deutlich schlauer lügen kann als so mancher US-Politiker mit roter Basecap.
Und ganz wichtig bei alledem: Am besten, soweit es geht, neutral bleiben. Deine Aufgabe sollte nicht sein, Meinungen anderer zu formen, sondern Räume zu öffnen, in denen Jugendliche und junge Erwachsene valide Informationen erhalten, ein sprachfähiges Gegenüber erleben und so eine Grundlage schaffen können für die Entwicklung von eigenen Standpunkten. Das heißt natürlich nicht, dass du zum rückgratlosen Werkzeug werden musst. Wenn es um Spaltung, Menschenfeindlichkeit und Hetze geht, sind nämlich klare Worte von Bezugspersonen unerlässlich. Gerade wenn man als Christ oder Christin in dieser Welt unterwegs ist, steht man hier – meiner Auffassung nach – in einer ganz klaren Verantwortung.
Jugendgerechtes Erklärvideo zum Ablauf der Landtagswahl in BW 2026 von der Landeszentrale für politische Bildung.
https://www.youtube.com/watch?v=3r2jby0Lpzc
Gruppenstunden-Entwurf zum Thema Landtagswahl BW 2026 vom Evangelischen Jugendwerk in Württemberg.
https://www.jugendarbeit.online/dpf_thema/nutze-deine-stimme/
Seite zur Kampagne „Spaltung Sucks“ vom Landesjugendring BW – Für Zusammenhalt und Solidarität in Baden-Württemberg.
https://spaltung-sucks.de
Wahlprogramm-Check der antretenden Parteien für die Landtagswahl BW 2026 vom Landesjugendring BW.
https://www.ljrbw.de/kampagnen/visionen-2026-bis-2031/detail/wahlprogramm-check-zur-landtagswahl-2026
Gestaltungsvorlagen für Jugend-Bildungs-Einheiten zum Thema Landtagswahl BW 2026 von der „Servicestelle Kinder- und Jugendbeteiligung Baden-Württemberg“ (SKJB).
https://kinder-jugendbeteiligung-bw.de/angebote/wahlalter-16/landtagswahl-bw-2026/
Sonderseite der Evangelischen Landeskirche in Württemberg zur Landtagswahl BW 2026 inklusive Kampagnen-Templates („Für Alle – mit Herz und Verstand“).
https://www.elk-wue.de/gesellschaft/landtagswahl-2026#c84127
Erstwähler-Guide der Initiative „Medien-Fokus BW“.
https://www.medienfokus-bw.de/landtagswahl-2026-ein-guide-fuer-erstwaehler/
Wahl-O-Mat zur Landtagswahl BW (Zwar nicht explizit für Jugendliche – aber sehr verständlich formuliert).
https://wahl-o-mat.de/bw2026
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