Der Wind ist eisig, die Wellen werden immer höher und bedrohlicher. Das Wasser schlägt wie eine schallende Ohrfeige immer wieder ins Gesicht. Das Boot ist kaum noch zu steuern. Das Ruder wird von den Wellen durch das dunkle Wasser hin- und hergerissen. Die Jünger geraten in Panik und sehen dem Tod entgegen. Gerade noch glitt das Boot sanft über den See und nun tobt ein Sturm um sie herum. Die Jünger klammern sich verzweifelt am Boot fest. Das Wasser steigt und steigt. Was sollen sie nur tun? Das Boot droht zu kippen, die Jünger werden ertrinken! Wer kann sie noch retten?
Die Jünger sind nicht allein unterwegs. Jesus ist auch im Boot, aber er schläft. Warum schläft Jesus und warum merkt er nicht, dass sie ertrinken? Die Jünger wecken ihn panisch. Jesus steht auf und spricht: „Sei still! Schweige!” – Und der Sturm legt sich. Jesus stillt den Sturm und rettet somit sich und den Jüngern das Leben (vgl. Mk 4,35-41).
Er rettet auch dich. Jesus rettet dich in deinen Stürmen. Wenn die Welt um dich tobt, die Aufgaben, Ansprüche und Hürden im Leben unüberwindbar scheinen. Wenn du verzweifelt oder einsam bist und nur noch aufgeben möchtest, dann kann Jesus dein Retter sein und dir neue Hoffnung geben.
Sunrise Avenue schreibt in ihrem Lied übersetzt: „Oh mein Freund, du streckst deine Hand aus. Ich nehme sie wie ein Ruder aus der Tiefe.” Jesus streckt dir die Hand entgegen wie ein rettendes Ruder. An diesem Ruder kannst du dich festhalten und dich aus der Tiefe ziehen lassen. Du wirst gerettet. Jesus sortiert dich nicht nach Aussehen oder Fähigkeiten aus. Bei Jesus musst du auch nicht die beste Kleidung, das neuste Handy und die neuste Musik hören. Jesus rettet dich so, wie du bist. Nicht nur das: Jesus vergibt dir! Er vergibt dir dein Verhalten. Alle Worte, die du gesagt hast, aber vielleicht doch gar nicht sagen wolltest und die andere sehr verletzt haben. Jesus nimmt dir die Schuld und die Last. Jesus stärkt dich und lässt dich im Streit mit deinen Eltern oder Geschwistern nicht allein. Er steht dir bei und begleitet dich. Er zieht dich aus deiner persönlichen Tiefe, auch wenn du den Eindruck hast, dass Jesus dir fern ist. Dass er dich gar nicht beachtet, dich vergessen hat und schläft.
Einfach so? Ja, einfach so! Weil ihm so viel an dir liegt! Du fragst dich, wie das geht, dass Jesus eingreift? Mach es wie die Jünger! Sie wecken ihn und bringen ihr Anliegen und ihre Angst zu ihm. Wende dich an Jesus, denn er hebt die Hand und stillt den Sturm. Leg dein Vertrauen in Jesus. Sag ihm, welche Stürme um dich toben und was dir die Kraft im Leben nimmt. Dazu musst du aber nicht wie die Jünger in Todesgefahr sein. Sag ihm auch die kleinen Dinge, die dir schwer fallen oder wo du Angst hast und nicht allein sein möchtest. Du darfst jederzeit Jesus sagen, wie es dir geht. Er begleitet dich und fängt dich immer wieder auf, wenn du fällst. Und noch viel mehr: Er stärkt dich und lädt dich ein, Kind Gottes zu sein.
Jetzt liegt es an dir. Greifst du nach dem rettenden Ruder? Lässt du dich von Jesus retten? Ich wünsche es dir.
Manchmal braucht es einfach einen Neuanfang. Weil es da, wo man gerade ist, keine Perspektive mehr gibt. Weil einen die Abenteuerlust packt. Weil man endlich nicht nur erwachsen sein, sondern sich auch so fühlen und benehmen will. Einfach raus aus dem alten, eintauchen in ein neues Leben.
Einem jungen Mann, von dem Jesus eine Beispielgeschichte erzählt geht es haargenau so (vgl. Lk 15,11-32). Er ist in einem Alter angekommen, wo er sich überlegen muss, in welche Richtung sich sein Leben weiterentwickelt. Bleibt er im Betrieb seines Vaters, gliedert sich in der Familienhierarchie irgendwo ein und lebt ein ziemlich herkömmliches Leben, was sicherlich nicht die schlechteste Entscheidung gewesen wäre? Oder lässt er sich sein Erbe auszahlen und wagt in einer anderen Stadt einen Neuanfang? Er entscheidet sich für die zweite Option. Das war gar kein so seltener Fall für die damalige Zeit. Denn wie auch heute pulsiert das Leben nun mal in der Stadt und auf dem Land gibt es einfach weniger Chancen. Nun kommt der Tag, an dem er fortgeht von zu Hause. Und vielleicht geht ihm so etwas wie dieses Lied durch den Kopf:
Lied „Wieder am Leben” einspielen
Was für eine mega Befreiung das für diesen jungen Mann wohl war. Und was für eine Befreiung ist es für uns, wenn wir aufbrechen in die Selbstständigkeit oder zu einem großen Urlaub, zu einer neuen He-rausforderung. Klar, das kann auch Angst machen. Aber es kann auch richtig Energie freisetzen! Und so geht die Reise los in die unbekannte Stadt. Geld hat der junge Mann genug dabei und er findet auch gleich Gelegenheit, es zu investieren. Natürlich kommt der Spaß in den ersten paar Wochen auch nicht zu kurz. Mit ihm sind noch viele andere Leute in seinem Alter unterwegs. Schnell findet er Freunde. Zumindest denkt er das. Er kennt sie ja kaum, aber der Fun-Faktor stimmt und so verrinnt die Zeit wie im Flug. Mit ihr geht aber auch sein Geld ziemlich schnell flöten und ehe sich der junge Mann versieht, ist von seinem Vermögen nicht mehr allzu viel übrig geblieben. Hinzu kommt die schlechte wirtschaftliche Lage, die sich plötzlich entwickelt hat. Das Wenige, das er noch hat, ist nichts mehr wert. Mit einem Mal wird ihm klar, dass sein Plan, sich ein neues Leben aufzubauen, nicht aufgegangen ist. Weil er am Ende ist. Ganz schön ernüchternd. Er hatte doch so viel vor. Und jetzt? Alles ist beim Alten.
Lied „Alles beim Alten” einspielen
Werde ich auf ewig ein Suchender sein? Und wo gehöre ich eigentlich hin? Habe ich jetzt so richtig versagt? Diese Fragen gehen dem jungen Mann jetzt vielleicht durch den Kopf. Das ist auch in unserer Welt, die scheinbar alle Möglichkeiten bietet, die wohl beste Frage, die man sich stellen kann. Einerseits wollen wir alle Freiheiten, die wir haben, auskosten und ausleben. Dagegen spricht auch überhaupt nichts. Und doch werden wir irgendwann merken, dass wir so etwas wie einen Heimathafen brauchen. Einen Ort, an dem wir uns sicher und geborgen fühlen, wo Menschen sind, die uns vertraut sind, die uns kennen. Einen Platz, wo wir auch trotz unserer Fehler willkommen sind. Der junge Mann aus der Bibelgeschichte hat keine Ahnung, wo er solche Menschen oder Orte finden kann. Die Freunde aus seinem neuen Leben sind nicht mehr da, weil auch sein Geld nicht mehr da ist. Das waren keine stabilen Beziehungen, es war nur eine Täuschung. Und die aus seinem alten Leben? An die will er eigentlich gar nicht denken. Weil er genau weiß, wie ihn sein Bruder anschauen würde, käme er mit leeren Händen wieder heim. „Hab ich es dir nicht gleich gesagt?”, würde sein Blick sagen. Und sein Vater? Er würde ihm sicher die Tür vor der Nase zuschlagen. Das Geld, das sein Vater hart erarbeitet hat, ist jetzt weg. Unwiederbringlich. Der junge Mann hat ihn auf ganzer Linie enttäuscht. Nach langem Nachdenken wird ihm aber klar, dass er keine andere Chance hat, als nach Hause zurückzugehen. Er will für seinen Vater arbeiten und so versuchen, es irgendwie wieder gutzumachen. Als er nach einer langen Reise zu Hause ankommt, wird er bereits von seinem Vater erwartet. Sehnsuchtsvoll. Denn der ist alles andere als sauer. Er ist überglücklich, weil er seinen Sohn wieder in seine Arme schließen kann. Es tritt das genaue Gegenteil ein von dem, was der junge Mann befürchtet hatte. Und eigentlich ist es das, was man sich von einem liebenden Vater auch erhofft. Alles, was schief gegangen ist, rückt in den Hintergrund. Weil die Tatsache, dass der Sohn am Leben ist und nach Hause zurückkehrt, wichtiger ist als alles Geld der Welt. Durch seine Geste, dass der Vater ihm sogar entgegenrennt, zeigt er ihm: Ich vergebe dir! Und nun vergib du auch dir! Und sei nicht so hart zu dir selbst!
Lied „Hey” einspielen
Du bist bei mir wieder willkommen, sagt der Vater seinem Sohn in der Bibelgeschichte. Und das sagt uns auch Gott, jedem persönlich. Er gibt uns durch seine Liebe zu verstehen, dass bei ihm der Heimathafen unseres Lebens ist. Weil es nicht auf unsere Leistung ankommt. Nicht auf unser Haben. Sondern einfach auf unser Sein. Bei ihm dürfen wir auch Fehler machen. Bei ihm dürfen wir uns irren und verirren. Er kennt uns genau, weiß um unsere Schwächen. Aber Gott kann sie ertragen und uns wieder aufhelfen, wenn wir gefallen sind. Und dann sind wir erst recht am Leben.
Lied „Ich bin wieder am Leben” noch einmal einspielen
Tim hatte genug. Er ließ sich auf sein Bett fallen und starrte an die Decke. Ist das wirklich alles, was das Leben zu bieten hat? Täglich lief das gleiche „Alltags-Lied”, als hätte jemand den Repeat-Modus angeschaltet: das nervige Klingeln des Weckers, raus aus dem Bett, rein in die Klamotten, ab zur Schule, später wieder nach Hause, Hausaufgaben machen, schnell etwas essen, Aufgaben zu Hause erledigen, mit Freunden schreiben, Musik hören, abschalten, müde ins Bett fallen mit immer den gleichen Gedanken: So ist also der „Song meines Lebens”?
In seinem Kopf begannen die Gedanken Achterbahn zu fahren. Warum war sein Leben so, wie es war? Und warum erlebten immer nur die anderen die krassen Storys? Wann kommt endlich der Tag, an dem er von „voll den Wundern” auf dem Schulhof berichten konnte? Wunder hatte er schon abgeschrieben. Was sollte schon wundervolles passieren?
Da er nicht schlafen konnte, stand er noch einmal auf, um sich in der Küche etwas aus dem Kühlschrank zu holen. Auf dem Weg dorthin musste er am Wohnzimmer seines Opas vorbei, der, wie jeden Abend, in seinem Ohrensessel saß und immer das Gleiche tat: Er las in der Bibel. Weil Opa sich immer freute, wenn jemand bei ihm war, setzte er sich einen Moment zu ihm. Er fragte ihn: „Opa, sag mal, warum gibt es auf dieser Welt keine Wunder mehr zu erleben?” Opa sah ihn mit einem Blick an, der seine ganze Lebenserfahrung ausstrahlte. Er blätterte durch die Bibel und zeigte auf einen Satz. Er sagte: „Lies mal, mein Junge!” Ohne große Erwartungen an das Buch begann er, den Teil, auf den Opa zeigte, vorzulesen: „Kommt her und sehet an die Werke Gottes, der so wunderbar ist in seinem Tun an den Menschenkindern” (Ps 66,5 Lu). „Ja, Opa, ich weiß schon, dass Gott viel Gutes gemacht hat. Aber ich habe das noch nie erlebt.” Opa schaute ihn an und sagte: „Hast du schon einmal richtig hingeschaut?”
Am nächsten Tag bat Opa Tim, mit ihm ein paar Schritte zu gehen – Opa sagte nicht viel, außer: „Schau mal hin!” Sie wohnten an einem See mit einem wunderbaren Blick auf die Berge. Als sie stehen blieben, legte Opa die Hand auf Tims Schulter und sagte: „Schau hin! Und du glaubst nicht an Wunder?” Tim sah hin und begann zu verstehen: Alles um ihn herum war ein Puzzle aus perfekt zusammenpassenden Teilchen. Jedes noch so kleine Detail war wichtig dafür, dass die Welt funktioniert. Und dazu war sie auch noch wunderschön. Lange hatte er nicht mehr richtig hingesehen und hingehört. Die majestätischen Berge, der tiefblaue See. Die Menschen um ihn herum – jede und jeder einzigartig und besonders. Keiner wie der andere. Und mittendrin: er selbst.
Ein paar Tage später lief Opa an Tims Zimmer vorbei. Die Tür stand offen. Tim lag auf seinem Bett und hörte Musik. Opa musste schmunzeln, da der Vers aus der Bibel, den er Tim gezeigt hatte, neben seinem Bett lag. Tim sah ihn und sagte: „Opa, komm mal her! Dein Bibelvers, der passt voll gut zu dem Lied, das ich gerade höre.” Gut, es war nicht die Musik, die Opa sonst hörte, aber er spürte: Sie hatten gemeinsam etwas entdeckt. Gott hat eine „Welt der Wunder” erschaffen.
Und die Antwort auf Opas Frage am See war klar: „Doch!” Viel Spaß beim Hingucken und Wunder erleben!
(FJ6 33)
Ein gebackenes Osterlamm aus Rührteig – lecker. Da bekomme ich Appetit reinzubeißen. Lämmchen auf der Wiese – voll süß. Da geht mir das Herz auf. Aber wenn ich an ein Opferlamm denke, dann ist das für mich nichts Schönes, sondern eine grausame, schmerzhafte, leidvolle Vorstellung. Doch das Agnus Dei (lateinisch für „Lamm Gottes“) ist für uns Christinnen und Christen positiv besetzt. Als Osterlamm, gekennzeichnet mit der Siegesfahne, ist es ein Symbol für die Auferstehung Jesu.
Das Lied „Gotteslamm“ strahlt eine tolle Zuversicht aus. Das „Opferlamm“ wird zum „Gotteslamm“. Das Lamm als tierische Opfergabe gab es schon lange vor Jesu Geburt. „Schaut es euch an“ – so heißt es in dem Lied. Schaut nicht weg, seht immer wieder hin, vergesst nicht! Macht euch bewusst, was Gott für uns gegeben hat, was Jesus für uns auf sich genommen hat. Das fasziniert mich, macht mich demütigt und erfüllt mich gleichzeitig mit unbändiger Freude und Zuversicht.
In der Passionszeit reden und hören wir besonders oft vom „Gotteslamm“. Das deutsche Wort „Passion“ bedeutet für uns die Einkehrzeit und Besinnung auf das Leiden Jesu. Er wurde von Gott für uns alle auserwählt und für würdig erachtet, geopfert zu werden.
Das englische Wort „Passion“ bedeutet „Leidenschaft“, „Hingabe“. Ein Gegensatz? Oder eher eine Ergänzung? Sprich das Wort „Passion“ einmal deutsch und einmal englisch aus. Gott hat seinen Sohn für uns ans Kreuz gegeben, aus Leidenschaft und Liebe für uns.
Und Jesus hat für uns seine Rolle als „Gotteslamm“ angenommen und ist den Gang ans Kreuz gegangen. Das ist, trotz aller bildlichen Grausamkeit, eine wunderbare Liebestat für uns Menschen.
„Schaut es euch an“: das Gotteslamm trägt eine Siegesfahne. Jesus ist auferstanden – er ist wahrhaftig auferstanden! Er ist uns vorausgegangen und bereitet uns den Weg. Und wir dürfen irgendwann an seiner Seite sein.
Tipp: Das Lied “Gotteslamm” anhören, singen oder Liedtext lesen.
Was wäre, wenn das Leben unendlich viele Möglichkeiten böte und man doch in der Wiederholung feststecken würde?
Phil Conners, ein egoistischer und zynischer TV-Wetteransager, fährt mit einem Murmeltier auf dem Schoss, verfolgt von der Polizei, über die Klippe eines Steinbruchs, schlägt unten auf und stirbt. Dann erklingen die vertrauten Klänge des Liedes „I´ve got you babe“. Phil wacht auf, als sei nichts passiert. Er befindet sich in einer Zeitschleife, in der er immer am gleichen Morgen aufwacht. Er kann machen, was er will, ohne die Konsequenzen fürchten zu müssen.
Was würdest du machen? Ohne Bedenken dein ganzes Geld ausgeben? Jemandem mal richtig die Meinung sagen? Golf spielen auf der Autobahn? Phil Conners hat viele neue Ideen, die er ausprobieren will. Was sich zunächst nach absoluter Freiheit anfühlt, wird zu einem Gefängnis. Ich glaube, es wäre zu kurz gegriffen, nur zu denken, dass sein Leben langweilig wird.
Welche Qualität hat Neues für uns? Stundenlang durch YouTube, TikTok oder Instagram wischen – am Ende bleibt ein fahler Beigeschmack. Eine supergute Shoppingtour – doch manches gekaufte Kleidungsstück hängt ungetragen im Schrank. Für Phil Conners ändert sich etwas, als das Neue ihn selbst verändert. Er lernt Mitmenschlichkeit, Kartentricks, Klavier spielen, Selbstlosigkeit. Das Neue bringt ihn weiter, fordert und fördert ihn.
In der Jugendarbeit bieten wir Raum für solche neuen Erfahrungen. Auf dem Zeltlager das eigene Geschirr abzuspülen, neue Dinge auszuprobieren, Verantwortung zu übernehmen. Und wir können von einem Gott reden, mit dem nichts beim Alten bleiben muss. Sich auf ihn und seine Botschaft einzulassen, bedeutet immer wieder neu herausgefordert und inspiriert zu werden. Das reicht – für dieses Leben und darüber hinaus.
Einstieg: Was war das letzte „Neue“, das du gekauft, geschaut, erlebt … hast?
Abschluss: Wann hast du das letzte Mal etwas Neues gemacht, das dich persönlich verändert hat?
Es ist kurz vor Ostern. Die meisten sind schon in den Ferien. Doch wir drei Frauen treffen uns. Der Tisch ist gedeckt. Es gibt Suppe und frisch gebackenes Brot. Ein Gebet bringt den Dank vor Gott. Dann essen wir und erzählen. Teilen, was uns beschäftigt. Hören uns zu, fragen nach. Gestärkt gehen wir nach Hause.
Eat Pray Love
Verzweifelt sitzt Liz auf dem Boden ihres Badezimmers. Ihr Leben ist eine einzige Katastrophe. Sie ist völlig am Ende, will nur noch raus. Schließlich fasst sie einen Entschluss: Ein Jahr lang gibt sie sich Zeit für eine Reise, die ihr Leben neu ordnen soll. Italien – Indien – Bali. An jeder Station entdeckt sie einen Teil ihres Lebens neu: In Italien den Genuss – Essen, Kultur, die Sprache. In Indien sucht sie Gott, lernt beten und Meditation. In Bali findet sie die Liebe wieder.
Der Film „Eat Pray Love“ des US-amerikanischen Regisseurs Ryan Murphy aus dem Jahr 2010 basiert auf dem gleichnamigen autobiografischen Roman von Elizabeth Gilbert. Es gibt berührende Szenen in diesem manchmal auch etwas klischeehaften Film: In Italien ist Liz zu einem Essen eingeladen. Eine große Runde sitzt zusammen am Tisch: Oma, Eltern, Kinder, Freundinnen und Freunde. Bevor sie essen, fassen sie sich an den Händen und sagen, wofür sie dankbar sind in diesem Moment und in ihrem Leben. Für Liz ist das der Beginn der Heilung.
Eat Pray Love
Ich denke bei diesen drei Worten an das Abendmahl. Jesus nimmt Brot und Wein, dankt, gibt es seinen Jüngern: „Nehmt und esst. Nehmt und trinkt.“ Eine Geste voller Liebe. Und ich denke an die Jünger, die nach Jesu Tod desillusioniert und traurig auf dem Weg zurück in ihr Heimatdorf Emmaus sind. Einer gesellt sich zu ihnen. Geht mit, fragt nach, hört zu. Bleibt zum Essen. Als er das Dankgebet spricht, das Brot bricht und ihnen gibt, erkennen sie den Auferstandenen. Alles wird neu.
Eat Pray Love
Tipp: Ladet Menschen ein. Esst miteinander, redet, hört einander zu, teilt eure Sorgen. Und betet füreinander. Alles wird neu.
Alle reden über Intelligenz – aber was meinen Psychologie und Informatik eigentlich damit? Für Psycholog:innen heißt Intelligenz: Aus Erfahrung lernen, Probleme lösen, Wissen in neuen Situationen einsetzen.
Einige Menschen sprechen von einer allgemeinen Intelligenz. Andere unterscheiden verschiedene Intelligenzarten – sprachlich, sozial, musikalisch usw. Allerdings: Intelligenz ist immer mit Bedeutung, mit Verstehen verbunden.
Für die Informatik bedeutet ‚Künstliche Intelligenz‘: Muster in Daten erkennen, Wahrscheinlichkeiten berechnen, Zuordnungen vornehmen. Ob regelbasiert oder mit Hilfe von neuronalen Netzen. Die KI versteht weder die Eingaben noch das, was sie ausgibt. Die Antworten haben nur eine bestimmte Wahrscheinlichkeit wahr zu sein.
Das Gehirn versteht Bedeutung. KI erkennt Muster. Beide wirken ‚intelligent‘ – sie funktionieren aber sehr unterschiedlich. Wenn wir von künstlicher Intelligenz sprechen, werten wir den Menschen, der zu echter Intelligenz in der Lage ist ab und stellen ihn mit Maschinen auf eine Stufe, die letztlich nur statistische Berechnungen durchführen. Frage an deine Jugendgruppe: Wann handelt jemand wirklich intelligent – braucht es dafür nicht ein Bewusstsein, besser noch ein Selbstbewusstsein, über das KI-Systeme nicht verfügen?
https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC8108480
https://www.iks.fraunhofer.de/de/themen/kuenstliche-intelligenz.html
https://www.transcript-verlag.de/shopMedia/openaccess/pdf/oa9783839444689.pdf?utm
Stratmann, J. (2025). Künstliche Intelligenz im interdisziplinären Dialog und ihre Potentia-le für die Hochschullehre aus einer lerntheoretischen Betrachtung. In Preiss, F., Reichle, H. & Wendorff , J. (Hrsg.), Dynamische Hochschule entwickeln – ein multiperspektivischer Ansatz. Waxmann
Er hat die Schnauze voll von zu Hause. Immer das gleiche. „Tu dies! Mach das! Wieso hast du nicht? Kannst du nicht einmal?” Er hält es einfach nicht mehr aus. „Ihr könnt mich mal!”, denkt er. Schnell ist der Rucksack mit ein paar Sachen gepackt und dann raus hier. Zufällig liegt noch das Portemonnaie seines Vaters auf dem Tisch. Kurzentschlossen steckt er es ein, Bargeld und Kreditkarte schaden nicht. Er zieht die Tür hinter sich zu und haut ab.
Das Wochenende wartet, einige Partys sind geplant, da muss er auf jeden Fall dabei sein. Er feiert seine Freiheit und feiert sich weg. Er lädt seine Freunde ein. Es läuft bei ihm. Geniale Musik, gute Freunde, schicke Mädels, so hat er sich das vorgestellt. Am nächsten Morgen wacht er neben einem Mädchen auf, das er gestern kennengelernt hat. Sein Schädel brummt, sie frühstücken und verabreden sich für den nächsten Abend. Dann zieht er wieder weiter. Irgendetwas treibt ihn an. Er ist rastlos. Allerdings weiß er auch nicht, wohin er jetzt gehen soll. Wo kann er bleiben?
Irgendwie schlägt er die Zeit tot. Die nächste Feier wartet schon. Das Leben meint es gut mit ihm. Er lernt ein paar extrem coole Typen kennen. Sie nehmen ihn mit auf eine kleine Spritztour. Alle sind irgendwie in einem Stadium zwischen angetrunken und volltrunken. Sie halten schließlich irgendwo im Nirgendwo und dann geht alles ganz schnell. Warum auch immer hält ihm einer ein Messer an den Hals. Die anderen nehmen ihm alles weg, was er bei sich hat. Sie lachen ihn aus und dann schlagen sie auf ihn ein. Als er am Boden liegt, wird er getreten, irgendwann verliert er das Bewusstsein.
Als er langsam die Augen aufmacht, ist es furchtbar hell. Er liegt in einem Bett, alles tut ihm weh. Jemand muss ihn ins Krankenhaus gebracht haben. Aus dem Augenwinkel sieht er, dass jemand an seinem Bett sitzt. Er erschrickt. Sein Vater sitzt dort. Er sitzt direkt neben ihm und schläft. Als er ihn sich genauer ansieht, erkennt er, wie kaputt sein Vater aussieht. „Scheiße, was sag ich ihm, wenn er aufwacht? Wie kann ich das wiedergutmachen?” In seinem schmerzenden Kopf springen die Gedanken und Gefühle hin und her. Aber das eine Gefühl überwiegt. Er ist froh, dass sein Vater da ist. Nur, was kann er ihm sagen nach diesem ganzen Mist?
Lied abspielen – „Oft gefragt”
Der Vater schlägt die Augen auf. Sofort sieht er seinen Sohn an und bemerkt, dass er wach ist. Erleichtert lächelt er ihn an. „Papa, es tut mir leid, ich …”, fängt sein Sohn an, aber der Vater unterbricht ihn: „Hey, du musst nichts sagen, du musst dich jetzt schonen. Ich bin einfach nur froh, dass ich dich wiederhabe.” Er steht auf und gibt seinem Sohn vorsichtig einen Kuss auf die Stirn.
(Pause lassen)
Das Original dieser Geschichte steht in der Bibel in Lukas 15. Ein Vater, der seinem rebellischen Sohn vergibt, obwohl der richtigen Mist gebaut hat. Ein Vater, der sogar seinem Ausreißer vor Freude entgegenläuft. Der ihn in die Arme nimmt, bevor der überhaupt nur irgendeine Entschuldigung stammeln kann. Ich weiß nicht, ob das dein Vater auch so machen würde. Ich weiß nicht, ob ich als Vater so reagieren würde. Ich würde es mir zumindest wünschen. Wer allerdings so mit dir umgeht, ist Gott. Er ist wie dieser Vater. Zu ihm kannst du immer gehen. Egal, was war, egal, was du getan hast. Er ist für dich da! Er ist zu Hause für immer und dich!
Ich sollte mal dringend … mehr Sport machen, mich bewusster ernähren, mich bei bestimmten Personen melden und, und, und. Die Liste mit Unerledigtem, Aufgeschobenem, Verdrängtem, sie ist lang. Und sie ist lästig. Und bei ganz schön vielen Punkten auf dieser Liste spüre ich ein leichtes, unangenehmes Ziehen im Gewissen bei der Frage: Worauf warte ich eigentlich? Manchmal gibt es keinen Grund mehr zu warten. Für manche Dinge ist die Zeit immer reif. Da gilt es, einfach mal zu machen. Anfangen mit dem ersten Schritt. Und dranbleiben. So steht es auch in vielen Lebenshilferatgebern. Ganz einfach. Theoretisch.
Aber dann gibt es da Dinge, da hilft ein schneller Anfang nicht weiter. Wichtige Entscheidungen wollen überlegt sein. Und manchmal lohnt es sich auch zu warten. Weil die erstbeste Entscheidung, die schnellste Lösung und der offensichtlichste Weg eben nicht immer das halten, was man sich von ihnen erhofft. Blöd nur, wenn man die wichtigen Entscheidungen seines Lebens vor lauter Warten auf den perfekten Moment verpasst.
Der Song von Nickelback ist eine Mahnung. Und macht Mut. Er fordert die Hörer heraus und erinnert daran, dass man irgendwann auch mal zupacken muss, die Gelegenheiten, die einem das Leben bietet, ergreifen muss. Bewusst, mutig und ohne Angst sein Ja zu den Entscheidungen seines Lebens finden muss.
Die Idee dazu ist nicht neu. Wenn man in die Bibel schaut, entdeckt man immer wieder Geschichten von Menschen, die vor Entscheidungen stehen. Menschen, die an Weichenstellungen des Lebens angekommen sind. Eines meiner Lieblingsbeispiele dafür ist Josua, der sich als junger Mensch plötzlich in einer Rolle wiederfindet, die ihn überfordert. Und in diese Situation hinein spricht Gott ihm wundervolle Worte zu: „Ich sage dir noch einmal: Sei mutig und entschlossen! Hab keine Angst und lass dich durch nichts erschrecken; denn ich, der Herr, dein Gott, bin bei dir, wohin du auch gehst” (Jos 1,9 GNB)!
Manchmal brauche ich diese grundsätzliche Zusage Gottes in meinem Leben, um wichtige Entscheidungen zu treffen. Dann kann ich mutig und voller Zuversicht Wege einschlagen in der Gewissheit, dass Gott mit mir geht. Kann auch mal einen falschen Weg gehen und Gott ist trotzdem dabei. So macht mir die freundliche Ermutigung „Worauf wartest du?” keinen Druck und keine Angst. Vielmehr erinnert sie mich daran: Ich sollte mal wieder … einfach mehr vertrauen.
Lieber Gott, kannst du mir nicht einfach ein Zeichen geben? Wenn ich heute ein Autokennzeichen mit „JA” sehe, dann deute ich das als eine Antwort von dir. Kennst du solche Situationen in deinem Leben? Momente, in denen du dir ein Zeichen von Gott wünschst? In denen du vor einer Entscheidung stehst und diese endlich treffen musst? In denen du in einer verzwickten Lage steckst und Gott dir endlich einen Weg zeigen soll, wie es weitergeht?
Lady Gaga singt in ihrem Song „Million Reasons” genau über so eine Situation. Sie singt von einer Person, die sehr verzweifelt ist und nicht weiß, was sie tun soll. Dabei fällt sie auf die Knie und betet zu Gott mit den Worten „Lord, show me the way!” Sie wünscht sich, dass Gott ihr den Weg zeigt. Wir Christinnen und Christen glauben, dass Gott uns einen Weg zeigt, indem er an unserem Leben teilhaben will und an uns interessiert ist.
Doch funktioniert das immer? Antwortet er dir auf jede deiner Fragen? Du kennst die Antwort wohl schon. Leider antwortet dir Gott nicht immer. Bei dir trifft das oft auf Unverständnis und Verzweiflung. Du willst gern vorwärts gehen und eine Entscheidung treffen, weißt aber einfach nicht, was richtig oder falsch ist. Du bewegst dich auf der Stelle und bittest Gott immer wieder um ein Zeichen oder eine Antwort. Es kann manchmal lange dauern, bis Gott zu reden beginnt. Auf dem Weg dahin gibt er dir die nötige Kraft!
Jede und jeder von uns hat vermutlich auch schon erlebt, dass Gott einfach still geblieben ist. Er hat dir einfach keine Antwort gegeben. Oder zumindest gab er dir keine Antwort, die du erwartet hättest. Denn Gott redet und wirkt oft anders, als du es dir vielleicht vorstellst. Wie kannst du dann eine Entscheidung treffen? Zum Beispiel kannst du dich dann an das erinnern, was dir Gott selbst gegeben hat. Du kannst in seinem Wort, der Bibel, lesen. Dort kannst du viel lernen und begreifen. Zudem hat Gott jedem von uns einen Verstand geschenkt! Einen Verstand, der einem hilft, Gutes und Böses zu unterscheiden und Situationen zu bewerten und abzuschätzen. Einen Verstand, der auch dein Herz und so alle deine Wünsche miteinschließt. Somit bist du fähig, gute Entscheidungen für dein Leben treffen zu können. Was aber nicht heißt, dass du Gott nicht mehr fragen darfst – im Gegenteil! In deinen Entscheidungsfindungen kannst du auf den besten Ratgeber vertrauen, den diese Welt gesehen hat. Er, der sie und jeden und jede von uns geschaffen hat, weiß, was zu einem guten Leben führt.
Du darfst Schritte wagen und Entscheidungen treffen. Im Vertrauen, dass du mit ihm gemeinsam unterwegs bist. Und ja, manchmal erlebst du, dass du nicht die richtige Entscheidung getroffen hast. Aber auch da darfst du wissen, er weicht nicht von deiner Seite – er bleibt.
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