Ängste und Phobien bei Kindern und Jugendlichen – verstehen, unterstützen und Mut machen

Angst gehört zum Leben dazu und schützt uns vor Gefahren. Problematisch wird sie jedoch, wenn sie den Alltag bestimmt. In Deutschland leiden schätzungsweise 10–15 % aller Kinder und Jugendlichen an einer behandlungsbedürftigen Angststörung. Damit gehören Angststörungen zu den häufigsten psychischen Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter. Besonders verbreitet sind soziale Ängste, Prüfungsangst, Trennungsangst sowie spezifische Phobien, beispielsweise vor Spinnen, Hunden, Spritzen oder engen Räumen.

In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Betroffenen deutlich gestiegen. Während vor der COVID-19-Pandemie etwa 10 % der Kinder und Jugendlichen unter ausgeprägten Ängsten litten, zeigen neuere Studien Werte zwischen 15 und 20 %. Die Pandemie, soziale Isolation, Leistungsdruck in Schule und Ausbildung, Zukunftsängste, Klimawandel, Kriege sowie der zunehmende Einfluss sozialer Medien gelten als wichtige Ursachen. Besonders der ständige Vergleich mit anderen in sozialen Netzwerken kann das Selbstwertgefühl erheblich beeinträchtigen.

Auch im europäischen Vergleich zeigt sich ein ähnliches Bild. Studien weisen darauf hin, dass Deutschland im Mittelfeld der EU-Staaten liegt. Länder wie Schweden oder die Niederlande berichten teilweise von etwas niedrigeren Belastungen, während in einigen süd- und osteuropäischen Ländern höhere Werte festgestellt wurden. Insgesamt beobachten nahezu alle europäischen Länder in den letzten zehn Jahren einen deutlichen Anstieg psychischer Belastungen bei jungen Menschen.

Die gute Nachricht lautet: Ängste lassen sich erfolgreich behandeln. Wichtig ist, dass Kinder und Jugendliche ihre Sorgen ernst genommen wissen. Eltern, Lehrkräfte und Jugendbetreuerinnen sollten aufmerksam zuhören, Verständnis zeigen und Betroffene nicht unter Druck setzen. Aussagen wie »Hab dich nicht so« oder »Das ist doch nicht schlimm« helfen meist nicht. Stattdessen stärken Geduld, Ermutigung und kleine Erfolgserlebnisse das Selbstvertrauen. Entspannungsverfahren, regelmäßige Bewegung, ausreichend Schlaf sowie ein bewusster Umgang mit digitalen Medien können zusätzlich unterstützen. Halten Ängste über längere Zeit an oder schränken sie den Alltag deutlich ein, sollte professionelle Hilfe durch Kinder- und Jugendpsychotherapeutinnen oder Beratungsstellen in Anspruch genommen werden.

LehrerInnen und JugendbetreuerInnen können viel bewirken. Sie schaffen eine Atmosphäre, in der über Ängste gesprochen werden darf, erkennen Warnsignale frühzeitig und arbeiten eng mit Eltern sowie Fachkräften zusammen. Flexible Lösungen – beispielsweise bei Referaten oder Prüfungssituationen – können den Betroffenen helfen, ohne sie dauerhaft zu entlasten. Ziel ist es, Kinder und Jugendliche schrittweise zu stärken und ihnen positive Erfahrungen zu ermöglichen. Für Jugendliche ist besonders wichtig zu wissen: Du bist mit deinen Ängsten nicht allein. Viele junge Menschen erleben ähnliche Gefühle. Sich Hilfe zu holen ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Mut. Mit Unterstützung lassen sich Ängste überwinden – Schritt für Schritt.

Wie gut kennst du eigentlich deine Intuition, dein Bauchgefühl? Wie triffst du deine Entscheidungen – mit dem Bauch oder mit dem Kopf?

Gut nachzudenken und Vor- und Nachteile abzuwägen ist natürlich oft sinnvoll. Aber unser Bauchgefühl ist ebenso wichtig für uns. Unser Bauchgefühl, unsere Intuition, kann blitzschnell reagieren. Oft viel schneller als unser Kopf. Unser Bauchgefühl kann uns oft schon das sagen, was unser Verstand noch gar nicht verarbeitet hat. Deshalb steht das Bauchgefühl in dieser Gruppenstunde auch im Mittelpunkt.

Warum ist unser Bauchgefühl nicht zu unterschätzen?

Kurzer Einschub vorweg: Warum ist das so? Warum ist unser Bauchgefühl nicht zu unterschätzen?

Unser Gehirn wertet Signale aus z. B. Körpersprache, Tonfall eines Menschen und andere winzige Details, die uns bewusst oft gar nicht auffallen. Unser Gehirn kann das alles in Sekundenbruchteilen analysieren und uns so vor Gefahren warnen. Unser Gehirn, unser Bauchgefühl, unsere Intuition können Gefahren so viel schneller erkennen als wir es mit Nachdenken können. Das ist eine großartige Fähigkeit, die in der Geschichte der Menschheit wahnsinnig wichtig war und bis heute ist. Unsere Intuition kann auf all unsere Lebenserfahrungen zurückgreifen. Sie erinnert sich an alles, auch wenn wir das bewusst nicht tun. Besonders wenn uns klare Fakten fehlen oder wir Zeitdruck haben, kann unsere Intuition eine große Hilfe sein, um die richtige Entscheidung für uns zu treffen.

Natürlich kann unser Bauchgefühl auch mal falsch liegen mit seiner Einschätzung. Aber das eigene Bauchgefühl ernst zu nehmen und z. B. in Entscheidungen mit einzubeziehen, ergibt in jedem Fall Sinn.

In der Seelsorge oder auch einfach in Gesprächen mit Freund*innen ist das Bauchgefühl auch wertvoll. Es kann mir signalisieren, dass bei meinem Gegenüber etwas »nicht stimmt«, obwohl ich vielleicht Worte höre wie »Es geht mir gut.« Mein Bauchgefühl kann mich auch in solchen Seelsorgesituationen vor Überforderung warnen. Es kann mir helfen und auf mich aufpassen –  wenn ich es ernst nehme.

Einstieg:

Beginnt eure Gruppenstunde mit einem kurzen Anspiel der Teamer*innen.

2 Teamer*innen unterhalten sich. Das Thema ist dabei nicht so wichtig, es kann ganz belanglos sein. Sie können z. B. über einen neuen Flyer für eure Gruppe sprechen, mit dem ihr weitere Jugendliche einladen möchtet.

Ein*e Teamer*in sendet während des Anspiels aber minimale nonverbale Signale (kurzes Stocken der Stimme, Blickkontakt vermeiden bei bestimmten Worten, nervöses Kneten der Hände …). Nach dem Anspiel fragt ihr die Jugendlichen danach: »Was hat euer Bauchgefühl gesagt?«

Key Takeaway: Die Jugendlichen merken, dass Seelsorge damit beginnt, feine Schwingungen (Vibes) wahrzunehmen, die wir vor allem mit unserer Intuition aufnehmen. Unser Kopf überhört und übersieht diese Dinge häufig.

Anschließend könnt ihr ein bis zwei dieser Spiele miteinander spielen, um euer Bauchgefühl noch mehr zu spüren und herauszufordern:

Ja-Nein

2 Personen sitzen sich gegenüber.

Person A zieht verdeckt eine Karte, auf der steht entweder »Ja!« oder »Nein!«.

Person B darf Person A nun eine Entscheidungsfrage stellen, die mit »ja« oder »nein« beantwortet werden kann. Dabei muss Person A die Frage nicht zwingend wahrheitsgemäß beantworten sondern so, wie es die gezogene Karte vorgibt.

Person B muss nun versuchen zu erkennen, ob Person A die Wahrheit gesagt hat oder nicht.

Als Variante könnt ihr das Spiel auch spielen, in dem sich die beiden Jugendlichen gegenüberstehen oder sitzen und zwischen ihnen eine Stellwand oder Ähnliches steht.

Person A bekommen einen Gegenstand z.B. eine Mandarine in die Hand.

Person A muss Person B nun sagen: »Ich habe xxx in der Hand.« Dabei kann Person A die Wahrheit sagen oder auch lügen und einen anderen Gegenstand nennen. Person B darf dann 1-3 Fragen stellen, die Person A beantworten muss, um herauszufinden, ob Person A die Wahrheit gesagt hat oder nicht.

Key Takeaway: Wie gehe ich damit um, wenn ich selbst lüge? Wie fühlt sich das an? Was sagt mein Bauchgefühl dazu? Meine Intuition kann mir helfen, andere Menschen und Situationen richtig einzuschätzen.

2 Wahrheiten – 1 Lüge

Alle überlegen sich 2 kurze wahre und eine kurze erfundene Geschichte oder Fakten über sich selbst. Der Reihe nach erzählen alle ihre Geschichten und die Gruppe rät jeweils, welche Story gelogen ist.

Key Takeaway: Mein Bauchgefühl achtet auf kleine Details z.B. Tonfall und Mimik meiner Mitmenschen.

Dein moralischer Kompass

Im Raum wird eine gedankliche Linie gezogen (ein Ende bedeutet »absolutes Ja«, das andere »absolutes Nein«). Die Spielleitung stellt nun moralische oder emotionale Fragen, beispielsweise:

  • Ein Freund erzählt dir ein Geheimnis, das ihm schadet. Verrätst du es?
  • Ein Freund klaut im Supermarkt Schokolade. Verpetzt du ihn?
  • Jemand lästert über deine beste Freundin und du stehst daneben. Sagt du etwas?

Die Jugendlichen stellen sich intuitiv auf die Linie. Sie haben dafür nur jeweils 3 Sekunden Zeit und dürfen sich natürlich nicht absprechen. Nach jeder Frage könnt ihr auch einmal kurz besprechen: Warum stehst du genau dort?

Key Takeaway: Mein Bauchgefühl hat oft schon eine Antwort, bevor mein Kopf sie logisch begründet.

Mäxchen

Bei diesem Würfelspiel geht es ums Bluffen. Es wird immer mit 2 Würfeln im Becher gewürfelt. Wer würfelt, schaut unter den Becher, aber so, dass sonst niemand sieht, was gewürfelt wurde.

Welche Zahlen können gewürfelt werden?

Die höhere Zahl der zwei Würfel bildet immer die Zehnerstelle, die niedrigere die Einerstelle. So entsteht z. B. die niedrigste Zahl im Spiel, die 31.

Die normalen Zahlen sind, angefangen bei der Niedrigsten: 31, 32, 41, 42, 43, 51, 52, 53, 54, 61, 62, 63, 64, 65. Höher als diese Zahlen sind Pasche (beide Würfel zeigen die selbst Zahl an): 11, 22, 33, 44, 55, 66

Die höchste Zahl überhaupt im Spiel ist die 21 – Mäxchen. Diese Kombination kann nicht überboten werden.

Im Spiel geht es nun darum, immer eine höhere Zahl zu würfeln, als die Person zuvor.

Person A beginnt, würfelt, schaut unter den Becher und nennt eine Zahl. Person B bekommt den Becher, würfelt und muss eine Zahl nennen, die gleichgroß oder größer ist, als die Zahl, die Person A zuvor genannt hat. Beim Nennen der Zahlen darf immer gelogen werden. Allerdings gibt es auch immer die Möglichkeit, eine Lüge zu enttarnen. Person B darf vor dem eigenen Wurf nämlich auch sagen, dass sie Person A nicht traut und die Würfel aufdecken. Stellt sich dabei raus, dass Person A gelogen hat und eine andere Zahl gewürfelt hat, als sie angesagt hat, verliert sie ein Leben. Andernfalls verliert Person B ein Leben und eine neue Runde beginnt.

Key Takeaway: Wie gehe ich damit um, wenn ich selbst lüge? Wie fühlt sich das an? Was sagt mein Bauchgefühl dazu? Meine Intuition kann mir helfen, andere Menschen und Situationen richtig einzuschätzen.

Das eigene Bauchgefühl ernstzunehmen ist maßgeblich. Es kann mir gute Tipps geben und eine große Hilfe sein. Deshalb ist es wichtig und wertvoll, in die eigene Intuition zu vertrauen.

DeepDive:

Macht nun gemeinsam die folgenden beiden Übungen:

Stopp

Immer zwei Jugendliche stehen sich gegenüber. Dabei lassen sie ca. 5 m Abstand zwischen sich. Nun geht Person A auf Person B zu. Ganz ruhig und langsam. Aber immer weiter. So lange bis Person B »Stopp!« sagt. Person B achtet dabei auf das eigene Bauchgefühl. Wie nah darf Person A herankommen? Ab wann fühlt sich das für mich nicht mehr so richtig gut an?

Als Variante könnt ihr diese Übung auch machen, ohne dass laut »Stopp!« gesagt wird. Person B versucht in diesem Fall durch Körperhaltung und Mimik den Wunsch auszudrücken, dass Person A stehen bleibt. Person A versucht, sehr einfühlsam diese Signale wahrzunehmen. Ihr könnt die Paare zwischendurch auch gerne wechseln. Die Distanzen, wie nah mir eine Person kommen darf, ändern sich je nach der zwischenmenschlichen Beziehung.

Key Takeaway: Meine Intuition kann ich deutlich in meinem Körper spüren. Mein Körper weiß, wo meine Komfortzone endet.

Mein Seismograph

Bereitet Karten mit kurzen vielfältigen Seelsorge-Szenarien vor wie z. B.:

  • Eine Freundin ist traurig, weil sie eine Fünf in Mathe hat.
  • Ein Freund weint, weil seine Eltern sich scheiden lassen.
  • Jemand vertraut dir an, dass er sich selbst verletzt.
  • …

Die Jugendlichen ziehen der Reihe nach eine Karte, lesen sie laut vor und spüren sofort in sich hinein. Die Frage ist: Wo in deinem Körper spürst du was? Wo schlägt dein Seismograph an? (Zusammenziehen im Magen, Kloß im Hals, Herzklopfen …)

Key Takeaway: Mein Bauchgefühl kann auch meine Notbremse sein. Es kann mir anzeigen, dass ein Thema zu groß für mich ist und ich und die andere Person professionelle Hilfe benötigen. Ich darf auch hier auf mein Bauchgefühl hören und mir Hilfe holen (z. B. zu Teamer*innen gehen und mit ihnen sprechen). Mut bedeutet auch, die eigenen Grenzen zu akzeptieren, denn die sind völlig in Ordnung.

Abschluss:

Der Mut-Satz

In der Peer-to-Peer-Seelsorge haben viele Jugendliche Angst, etwas Falsches zu sagen. Bei dieser Übung sitzt die Gruppe im Kreis und wirft einen Ball hin und her. Person A nennt zuerst ein seelsorgerliches Problem wie z. B.:

  • Ich fühle mich so einsam.
  • Ich habe Liebeskummer.
  • Ich fühle mich so wertlos.
  • Ich habe Streit mit meinen Eltern.
  • Ich finde mich gar nicht schön.
  • Ich glaub, ich bleibe in der Schule sitzen.
  • …

Dann wirft Person A den Ball zu Person B. Person B muss sofort auf das Problem von Person A antworten – intuitiv. Eine Antwort kann beispielsweise sein:

  • Ich bin für dich da.
  • Du schaffst das.
  • Ein mitfühlendes Schweigen
  • Ein freundliches Lächeln
  • …

Key Takeaway: Meistens ist die erste Reaktion gar nicht schlecht, sondern genau das, was die andere Person braucht. Ich brauche keine Angst vor solchen Gesprächen zu haben. Ich kann einfach authentisch und intuitiv reagieren.

Andacht:

Stellt euch vor, ihr steht mitten in der Hamburger Innenstadt zur Rushhour. Autos hupen, Menschen reden durcheinander, Musik dröhnt aus den Läden, das Smartphone vibriert in der Tasche. In diesem ganzen Lärm versucht jemand, euch etwas zuzuflüstern – und zwar ganz leise, ohne Mikrofon. Keine Chance, das zu hören, oder?

Genauso sieht es oft in unserem Kopf aus. Da dröhnen die Erwartungen der Schule, die Stimmen auf Social Media, die Meinungen von Freund*innen und Eltern und unsere eigenen Zweifel.

Und mittendrin gibt es eine Stimme, die ist ganz leise: Unser Bauchgefühl oder unsere Intuition.

In der Peer-Seelsorge – also wenn wir füreinander da sind und einander zuhören – ist dieses Bauchgefühl unser wichtigstes Werkzeug. Wie oft fragen wir jemanden: »Hey, wie geht’s dir?« und die Antwort ist ein schnelles: »Ja, alles gut.« Die Worte sagen »alles gut«. Aber euer Bauchgefühl sagt plötzlich etwas anderes. Ihr spürt: Da stimmt was nicht. Der Blick war zu kurz, das Lächeln zu künstlich, die Stimme zu brüchig.

Dieses Gefühl im Magen ist keine Einbildung. Es ist wie eine feine Antenne, die Gott in uns hineingelegt hat. Es ist die Fähigkeit, zwischen den Zeilen zu hören. Es braucht Mut, diesem Gefühl zu vertrauen und vielleicht noch mal nachzufragen: »Ich merke, du sagst, es ist alles okay – aber ich habe das Gefühl, dich bedrückt was. Stimmt das?«

In der Bibel gibt es eine Geschichte, die ganz gut dazu passt. Es geht um den Prophet Elia. Der hat darauf gewartet, Gott zu begegnen. Wie begegnen wir Gott? Wie geht das? Wie erscheint Gott? Bei Elia kam zuerst ein gewaltiger Sturm – aber Gott war nicht im Sturm. Danach kam ein starkes Erdbeben – aber Gott war auch nicht im Erdbeben. Dann folgte ein loderndes Feuer – aber auch da war Gott nicht drin. Und dann kam noch ein ganz leises, sanftes Säuseln. Und genau da war Gott. Da hat Elia Gott erfahren, gespürt. In diesem leisen Flüstern im Wind.

Ich glaube, dass Gott oft so ist. Dass Gott oft nicht laut ist, nicht schreit, nicht besonders auffällig ist und sich nicht in den Vordergrund drängt. Ich glaube, Gott ist oft leise. Wie unsere Intuition. Leise, aber deutlich spürbar, wenn ich darauf achte. Und dann auch oft total hilfreich. Deshalb lohnt es sich, darauf zu achten.

Gebet:

Gott, danke, dass du uns so wunderbar gemacht hast. Danke für unser Bauchgefühl, das uns schützt und uns den Weg zeigt. Schenk uns den Mut, in all dem Lärm um uns herum auf diese leise Stimme zu hören. Mach unsere Antennen feinfühlig für die Menschen um uns herum, die unsere Hilfe brauchen, und gib uns die Kraft, auch auf unsere eigenen Grenzen zu achten.

Ablauf der Gruppenstunde:

  1. Einstieg: Erlebnispädagogische Aktion
  2. Bibeltext Klagelieder 3, 57 – Auslegung und Andacht
  3. Gebetsstationen

Erlebnispädagogische Aktion (ca. 15–20 Minuten)

Vorbereitung

Vor Beginn wird am besten draußen im Wald eine Strecke festgelegt, die die Jugendlichen einzeln oder in kleinen Gruppen bei Dämmerung oder Dunkelheit durchlaufen können. Die Strecke sollte nicht zu lang sein, aber überraschende Elemente enthalten.

Entlang der Strecke werden verschiedene Hindernisse aufgebaut, zum Beispiel:

  • über ein Seil steigen oder darunter hindurchkriechen
  • über eine niedrige Bank balancieren
  • durch einen mit Planen abgedunkelten Bereich gehen
  • einen kleinen Hindernisparcours überwinden
  • sich tastend an einem Seil entlanghangeln
  • durch einen Bereich mit Ästen oder anderen ungefährlichen Hindernissen gehen

Zusätzlich werden an verschiedenen Stellen gruselige Elemente eingebaut: Es können Geräusche aus einem Lautsprecher kommen, plötzlich eine Taschenlampe aufleuchten oder Gegenstände am Weg stehen, die man im Dunkeln erst im letzten Moment erkennt.

Mitarbeitende verstecken sich entlang der Strecke und können die Teilnehmenden an geeigneten Stellen angemessen erschrecken. Dabei gilt: Sicherheit aller Beteiligten beachten. Es werden keine gefährlichen Hindernisse verwendet und niemand wird körperlich angefasst oder festgehalten.

Durchführung

Die Jugendlichen bekommen vor dem Start nur die wichtigsten Informationen: »Vor euch liegt eine Strecke durch die Dunkelheit. Ihr wisst nicht genau, was euch erwartet. Auf dem Weg gibt es verschiedene Hindernisse und einige Überraschungen. Ihr könnt die Strecke alleine laufen oder euch mit einer anderen Person zusammentun.«

Die Teilnahme erfolgt freiwillig! Wer nicht allein gehen möchte, darf die Strecke auch zu zweit oder zu dritt durchlaufen oder auch gar nicht.

Während die Jugendlichen den Parcour durchlaufen, erleben sie unterschiedliche Situationen: Sie sehen teilweise kaum etwas, hören Geräusche, müssen Hindernisse überwinden und wissen nicht, wann der nächste Schreckmoment kommt.

Alternativ: Mutproben

Falls kein geeigneter Außenbereich zur Verfügung steht, kann der Einstieg auch mit »Mutproben« gestaltet werden. Dafür werden verschiedene kleine Aufgaben vorbereitet, die Überwindung kosten. Zum Beispiel:

  • mit verbundenen Augen einen kurzen Weg gehen
  • sich von einem anderen Jugendlichen durch einen Hindernisparcours führen lassen
  • etwas Unbekanntes ertasten und erraten
  • eine kleine Aufgabe machen, die einem vor der Gruppe unangenehm ist
  • eine Person aus der Gruppe bewusst um Hilfe bitten

Es geht darum, eine Aufgabe zu absolvieren, obwohl man zunächst Angst davor hat

Reflexionsrunde

Nach den Erlebnispädagogischen Elementen erfolgt eine Reflexionsrunde.

  • Wie habt ihr euch gefühlt?
  • Hat es Mut/Überwindung gekostet, den Parcour zu durchlaufen?
  • Hattet ihr davor oder währenddessen Angst?
  • Kennt ihr (neue) Situationen, die auf den ersten Blick angsteinflößend sind?
  • Was macht ihr, wenn ihr Angst habt?

 

Bibeltext/Andacht

Wenn wir Angst haben, können wir ganz unterschiedlich damit umgehen. Der eine versucht vielleicht, die Angst zu verdrängen und denkt: »Ich will da jetzt einfach nicht drüber nachdenken und reden.« Der andere lässt sich nichts anmerken. Nach außen sieht alles ganz normal aus, obwohl es in ihm ganz anders aussieht. Manche reden darüber und erzählen jemandem, was gerade los ist. Andere ziehen sich eher zurück. Manche beten. Und manche suchen sich jemanden, dem sie vertrauen können und bei dem sie einfach mal sagen können: »Ich habe gerade echt Angst!« Es gibt nicht die eine richtige Art, mit Angst umzugehen.

Auch in der Bibel gibt es Menschen, die in ihrem Leben Situationen erleben, in denen sie Angst haben. Die Bibel erzählt nicht nur von Menschen, die immer stark und mutig sind. Sie erzählt auch von Menschen, die zweifeln, weinen, verzweifelt sind und nicht mehr wissen, wie es weitergehen soll.

Einer von ihnen ist der Autor der Klagelieder. Und seine Situation ist wirklich heftig: Er erlebt Zerstörung, Verlust, Schmerz und Verzweiflung. Seine Welt ist nicht einfach ein bisschen schwierig, es ist richtig viel kaputt gegangen. Und mitten in dieser Situation hat er Angst. Aber er versucht nicht, seine Angst zu verstecken. Er sagt und denkt nicht: »Ich muss jetzt stark sein.« oder »Ich darf als gläubiger Mensch keine Angst haben.«
Und er tut auch nicht so, als wäre alles in Ordnung. Nein, er redet mit Gott darüber. Er klagt, er weint, er fragt und er erzählt Gott, wie es ihm geht. Offen und ehrlich.

Auch wenn Gott schon alles weiß, darf ich ihm sagen: Ich habe Angst! Ich verstehe gerade überhaupt nicht, warum das passiert. Ich weiß nicht, wie es weitergehen soll. Gott, wo bist du eigentlich? Warum hilfst du mir nicht?

Ich muss vor Gott nicht so tun, als wäre alles okay. Ich kann ihm eh nichts vormachen. Er weiß bereits, was in mir los ist, auch wenn ich es niemand anderem erzähle. Und deshalb darf ich mit meiner Angst zu ihm kommen, sie bei ihm ablegen und ihn um Hilfe bitten.

Und genau das ist Gebet. Gebet bedeutet nicht, dass ich Gott erst erzählen muss, was passiert ist. Er weiß es längst. Gebet bedeutet: Ich bringe das, was in mir ist, was mich beschäftigt, zu dem, dem ich vertraue. Denn Gebet hat Macht. Nicht, weil Gebet ein Zauberspruch ist, mit dem wir Gott dazu bringen können, genau das zu tun, was wir wollen. Also Gebet bedeutet nicht: »Gott, ich sage dir jetzt, was du machen musst.« Gebet bedeutet vielmehr: »Gott, hier ist meine Angst. Hier ist meine Situation. Ich kann sie gerade nicht alleine tragen. Ich gebe sie dir.« Oder Gebet bedeutet auch: »Hier ist meine Freude, für die ich dir danken möchte.«

Und manchmal verändert sich dann die Situation – oder es verändert sich zuerst etwas in uns: Wir können unsere Angst oder unsere Sorgen aussprechen. Wir merken, dass wir sie nicht allein tragen müssen. Wir bekommen Kraft für den nächsten Schritt. Sehen das, was in unsrem Leben doch gut läuft und Gott uns bereits geschenkt hat. Oder wir finden den Mut, jemanden um Hilfe zu bitten.

Der Autor der Klagelieder zeigt uns genau das: Beten heißt nicht, dass ich schon alle Antworten habe. Beten heißt, dass ich mit meinen Fragen zu Gott kommen darf. Deshalb wollen wir jetzt nicht einfach nur über Gebet reden. Wir wollen beten. Allein, gemeinsam, füreinander.

Jede und jeder von euch kann selbst entscheiden, wie viel er oder sie dabei mitmachen möchte. Ihr müsst nichts laut sagen und ihr müsst niemandem erzählen, was ihr aufschreibt. Es geht darum, Gott das zu bringen, was euch gerade beschäftigt, – eure Angst, eure Freude, eure Bitte oder eure Klage.

An den verschiedenen Stationen könnt ihr euch Zeit nehmen, eure Gedanken aufzuschreiben, still zu werden oder ein Gebet zu sprechen. Vielleicht gibt es gerade etwas, das euch Angst macht. Vielleicht gibt es etwas, das ihr nicht versteht. Vielleicht gibt es eine Situation, bei der ihr Gott fragt: »Wo bist du?«

Oder vielleicht gibt es gerade gar nichts Konkretes. Auch dann laden wir euch ein, einfach einmal bewusst vor Gott still werden.

Gebetsstationen:

Beispiele:

  • Brief an Gott – Was möchtest du Gott jetzt abgeben?
  • Karten mit Bibelversen – Ermutigung
  • Klagemauer – Klagen, Ängste, Leid aufschreiben und bewusst Gott hinlegen
  • Danke-Wand
  • Lobpreis
  • Gebetstation: ein/e Mitarbeiter/in steht bereit, um für die Teilnehmenden zu beten
  • Fürbitte
  • Raum der Stille

Gemeinsamer Abschluss mit Gebet und Lied.

Vermutlich kennen wir es alle: Das Herz fängt an, ganz schnell und stark zu schlagen, der Atem wird schnell und flach, die Gedanken rasen und sind kaum noch klar zu fassen, die Hände fangen an zu schwitzen und einem wird irgendwie übel.

Wenn die Angst kommt, ist das richtig wild – und schnell fühlt man sich dem machtlos ausgeliefert. Aber das muss nicht sein! Tatsächlich gibt es verschiedene Tricks, die helfen können. Der eine kommt mit Atemtechniken gut zurecht, die nächste profitiert vielleicht mehr von einer Sinnes-Übung. Schauen wir uns an, was es für Tools gibt – und probieren sie aus!

Zur Vorbereitung kannst du in eurem Gruppenraum verschiedene Bereiche aufbauen/abgrenzen, an denen du Info-Material bzw. Anleitungen zu den verschiedenen Tipps auslegst. Wenn möglich, versuch dabei den Raum so aufzuteilen, dass sich die Bereiche nicht gegenseitig »stören«. Ebenfalls hilfreich ist eine gemütliche Atmosphäre, bei der man gut zur Ruhe kommt. Und dann geht es auch schon los.

Einstieg

Ankommen, gemeinsames Singen

3 kurze Austausch-Runden:

  1. »Welche Situationen hast du schon mal erlebt oder bei anderen wahrgenommen, bei der du bzw. jemand Angst bekommen hat«?
  2. »Wie hat sich das angefühlt bzw. was konntest du beobachten?«
  3. »Was hat gegen die Angst geholfen«?

Hauptteil

»Obwohl es in dem Moment der Angst nicht unbedingt danach aussieht, gibt es doch Möglichkeiten, dieses Gefühl zu überwinden oder es weniger stark zu erleben. Wenn ihr gleich im Raum umhergeht, werdet ihr verschiedene Stationen finden, die euch einzelne Methoden und Tipps vorstellen. Nicht alle wirken bei allen gleich gut – aber sind in der Wirksamkeit grundsätzlich erprobt.

Nehmt euch Zeit, probiert es aus, fühlt in euch hinein – und nehmt gerne eine Anleitung mit, um euch an den Tipp zu erinnern. Ihr könnt euch da gerne eine persönliche Sammlung erstellen. Am Ende treffen wir uns dann wieder in der gemeinsamen Runde, erleben eine Möglichkeit noch zusammen und tauschen uns dann aus.«

Je nach Gruppengröße bietest du jetzt ein Zeitfenster, in dem alle in ihrem eigenen Tempo die Stationen erkunden können.

Schluss      

Als letzte Möglichkeit könnt ihr eine geführte Einheit »progressive Muskelentspannung« oder auch eine geführte Meditation ausprobieren. Damit ihr an dieser Stelle mit einem qualitativ guten Angebot arbeitet, schaut euch im Internet auf den Seiten der Krankenkassen um, die z. T. einiges zu dem Thema anbieten. Einige Beispiele sind da die TK, die DAK oder die AOK.

Danach könnt ihr euch austauschen: Was hat einen guten Eindruck hinterlassen, was hat sich nicht so stimmig angefühlt? Gebt hier den Raum, Ausgesprochenes nicht abzuwerten – alle Wahrnehmungen haben ihre Berechtigung und Platz, weil wir alle so unterschiedlich sind. Um den Abend mit einem biblischen Gedanken abzuschließen, schau dir mal den Impuls der Bibelarbeit zu Josua 1,9 an: »Ich sage dir noch einmal: Sei mutig und entschlossen! Hab keine Angst und lass dich durch nichts erschrecken; denn ich, der HERR, dein Gott, bin bei dir, wohin du auch gehst!«

Jedes Jahr am 1. Advent beginnt ein neues Kirchenjahr. Der Vorabend des 1. Advents ist also Kirchensilvester und das feiern wir.

Hier findest du verschiedene Möglichkeiten, Kirchensilvester mit Kindern und Jugendlichen zu begehen. Such dir aus, was für dich und deine Gruppe am besten passt und macht euch einen schönen Abend. Ihr könnt das Kirchensilvester natürlich auch schon in eurer Gruppenstunde in der Woche vor dem 1. Advent feiern, falls ihr euch am Samstag nicht gut treffen könnt. Auch die Silvesteruhrzeit kann für eine Aktion mit jüngeren Kindern flexibel sein und ist nicht unbedingt an den Samstag 23:59–00:00 Uhr gebunden. Bei einer Feier mit Jugendlichen könnt ihr diese Nacht vielleicht gemeinsam im Jugendraum oder der Kirche verbringen.

Der Jahresrückblick

Teilt die Gruppe in Kleingruppen ein. Jede Gruppe gestaltet dann einen eigenen Jahresrückblick mit den Highlights, die sie erlebt haben. Dem Jahresrückblick könnt ihr dabei Themen geben. Es kann zum Beispiel nur um die Highlights in eurer Gemeinde gehen. Nach einer gewissen Vorbereitungszeit präsentieren alle Kleingruppen ihren Jahresrückblick, etwa, indem sie ein gestaltetes Plakat vorstellen oder eine Foto-Collage zeigen oder ein kurzes Theaterstück vorspielen … Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Die Zukunft

In vielen Ländern ist es Brauch, an Silvester etwas in die Zukunft zu blicken – oder das zumindest zu versuchen. Beim Bleigießen zum Beispiel ihr könnt das machen oder ihr nehmt dafür Kerzen, zündet sie an und gießt den heißen Wachs dann schnell in eine Schüssel mit kaltem Wasser. Welche Skulpturen oder Symbole kommen dabei heraus? Könnt ihr die deuten für das neue Jahr?

Die Sorgen

Vielleicht habt ihr auch Sorgen, die ihr gerne loswerden und nicht mit ins neue Jahr nehmen möchtet? Dann könnt ihr diese auf Zettel schreiben und im Lagerfeuer oder einer Feuerschale verbrennen.

Die Wünsche

Um eure Wünsche für das neue Jahr freizulassen, könnt ihr aus Teebeuteln kleine Silvesterraketen basteln. Dafür öffnet ihr die Metallklammer, mit der der Faden am Teebeutel befestigt ist. Die Klammer und der Faden müssen weg. Danach kann der Teebeutel auseinandergefaltet werden. Den Tee  könnt ihr in eine Tasse/Teesieb füllen und daraus später noch Tee kochen.
Auf den leeren Teebeutel schreibt oder malt ihr nun eure Wünsche. Anschließend formt ihr den Beutel zu einer Röhre, die ihr auf eine feuerfeste Unterlage (Teller oder Backblech zum Beispiel) stellt. Als letztes zündet ihr einen Teebeutel nach dem anderen oben an. Beim Herunterbrennen steigen die Teebeutel auf.

Die Ziele

Ihr könnt auch ein Vision-Board für das neue Jahr basteln. Auf einem Vision-Board hältst du deine persönlichen Vorsätze, Ziele und Wünsche für das neue Jahr fest – in Bildern, Fotos, Worten, Symbolen …

Silvester worldwide

Silvester wird weltweit gefeiert, und es gibt zahlreiche coole oder einfach witzige Bräuche, die ihr selbst ausprobieren könnt:

  • Spanien/Portugal/Argentinien: Um Mitternacht essen dort alle zwölf Trauben im Takt der Glockenschläge. Jede Traube soll für einen Monat im kommenden Jahr Glück bringen und Wünsche in Erfüllung gehen lassen.
  • Portugal: Menschen machen dort um Mitternacht auch viel Krach. Sie zerschmettern altes Geschirr oder schlagen Töpfe und Pfannen aufeinander, um mit dem Lärm die bösen Geister zu vertreiben und einen guten Start ins neue Jahr zu haben. Außerdem stellen sich Menschen in Portugal um Mitternacht auf einen Stuhl und springen wieder hinunter. So springen sie mit Power und Energie ins neue Jahr.
  • Österreich: Hier tanzen die Menschen ins neue Jahr – natürlich Wiener Walzer.
  • Griechenland: Hier wird gerne ins neue Jahr hinein gezockt. Familien und Freunde treffen sich zum Karten- oder Würfelspielen. Wer gewinnt, darf auf ein glückliches neues Jahr hoffen.
  • Israel: In Israel essen die Menschen Apfelschnitze, die sie vorher in Honig eintauchen. Diese Süßspeise soll zeigen, dass die guten Eigenschaften im neuen Jahr die schlechten überwiegen.
  • Russland/USA/Japan: In Russland schreiben Menschen ihre Wünsche für das neue Jahr auf einen Zettel und verbrennen ihn. In den USA gibt es die Wishing Wall am Times Square in New York. Dort schreiben Menschen ebenfalls ihre Wünsche auf Zettel, verbrennen sie dann jedoch nicht, sondern hängen sie an einer Wand auf. In Japan werden Ballons mit Wünschen für das neue Jahr steigen gelassen.
  • Mexiko: Dort laufen die Menschen um Mitternacht eine Runde mit einem Reisekoffer um den Block. Allen, die sie sehen, wünschen sie dabei ein frohes und vielleicht auch reiselustiges neues Jahr.
  • Brasilien: Hier tragen die Menschen an Silvester gerne weiße Kleidung. Denn die Farbe Weiß steht hier u .A. für Frieden, den sich die Menschen für das neue Jahr wünschen. Außerdem verbringen die Menschen Silvester gerne am Strand. Dort springen sie über die Wellen. Für jede übersprungene Welle dürfen sie sich etwas wünschen. Diesen Brauch könnt ihr mit einem Springseil nachmachen.

Das Licht der Welt

Die Adventszeit, die das neue Kirchenjahr einläutet, ist die Zeit, in der wir auf die Geburt Jesu, auf Weihnachten warten. Jesus wird auch als Licht der Welt bezeichnet, weil er so viel Frieden und Liebe zu uns gebracht und vorgelebt hat. Ihn und das neue Kirchenjahr könnt ihr symbolisch begrüßen, in dem ihr mit Laternen, Wunderkerzen oder Fackeln durch die dunkle Kirche oder vielleicht auch die dunklen Straßen eures Ortes zieht und Licht verbreitet.

Die Party

Eine weitere Alternative Silvesterfeier kann natürlich auch eine große Kinder- oder Jugenddisco in der Kirche oder dem Gruppenraum sein: mit viel Musik, Tanzen, alkoholfreien Cocktails und Tanz-Spielen.

Tanz-Spiele:

  • Stopptanz: Alle tanzen zur Musik. Sobald diese stoppt, müssen alle wie eingefroren stehen bleiben. Wer wackelt oder umfällt, scheidet aus.
  • Zeitungstanz: Alle bekommen eine ausgebreitete Zeitungsseite, auf der getanzt wird. Immer, wenn die Musik stoppt, wird die Zeitung einmal in der Mitte gefaltet. Die Tanzfläche wird immer kleiner – wer den Boden außerhalb der Zeitung berührt, ist raus.
  • Limbo: Zwei Personen halten eine Stange (ein Seil oder einen Besen) hoch. Alle müssen nun nacheinander unten durchtanzen, ohne die Stange zu berühren. Der Oberkörper muss dabei nach hinten gebeugt werden. Nach jeder Runde wird die Stange ein Stück tiefer gelegt. Wer es nicht schafft, scheidet aus.
  • Ballon-Tanz: Alle bekommen je einen Luftballon. Dieser muss während des Tanzens nur durch Berührungen mit dem Körper in der Luft gehalten werden.
    • Variante I: Schwieriger wird es, wenn die Hände beim Spiel tabu sind und nicht benutzt werden dürfen, um den Ballon in der Luft zu halten.
    • Variante II: Das Spiel kann auch in Paaren gespielt werden. Die Paare müssen den Luftballon beim Tanzen dann zum Beispiel zwischen ihren Bäuchen halten und der Ballon darf nicht auf den Boden fallen.
  • Der wandernde Hut: Alle Kinder tanzen im Kreis. Ein auffälliger Hut wird von Kopf zu Kopf weitergereicht. Stoppt die Musik, scheidet das Kind aus, das den Hut gerade auf dem Kopf hat oder in den Händen hält.
  • Reise nach Jerusalem: Stühle oder auch Sitzkissen werden bereitgestellt oder gelegt. Es gibt immer einen Stuhl bzw. ein Kissen weniger als Kinder. Wenn die Musik stoppt, muss sich jeder auf einen Stuhl oder ein Kissen retten.
  • Tanz-Spiegel: Ein Kind steht in der Mitte und macht Tanzbewegungen vor, alle anderen Kinder im Kreis müssen die Bewegungen synchron nachmachen. Nach einer Minute wechselt das Kind in der Mitte.

Alkoholfreie Cocktails:

Shirley Temple

  • 100 ml Ginger Ale (oder Zitronenlimonade, wenn es weniger herb sein soll)
  • 100 ml Orangensaft
  • 1 Schuss Grenadine-Sirup (Granatapfelsirup; zum Schluss vorsichtig ins Glas laufen lassen)
  • Eiswürfel

Blue Lagoon

  • 150 ml Sprite oder 7Up
  • 50 ml Ananassaft
  • 2 TL Blue-Curaçao-Sirup (alkoholfreinatürlich)
  • Eiswürfel

Virgin Piña Colada

  • 120 ml Ananassaft
  • 30 ml Kokosmilch oder Kokossirup
  • 20 ml Sahne
  • Crushed Ice

Apple-Cranberry Fizz

  • 80 ml Apfelsaft (naturtrüb)
  • 80 ml Cranberrysaft
  • Ein Schuss Mineralwasser (mit viel Kohlensäure)
  • 1 Spritzer frischer Zitronensaft

Noch schöner werden die Cocktails mit einem Zuckerrand:

  • Zuckerrand: Den Glasrand zuerst in etwas Zitronensaft und danach in bunten Zucker tauchen.

Andacht

Dieser Vorschlag verknüpft die Andacht mit einer oben vorgeschlagenen Aktionen. Ihr könnt sie natürlich auch in anderer Form feiern.

Zu Beginn der Andacht, mit der ihr in die Gruppenstunde oder das Treffen startet, ist der Raum so dunkel wie möglich. Fangt mit einem bekannten (Advents-)Lied an, das alle auswendig mitsingen können – vielleicht »Wir sagen euch an den lieben Advent«.

Die Begrüßung kann etwa so lauten: »Herzlich willkommen zu einer ganz besonderen Party: Heute ist Silvester! Nein, ihr habt nicht verschlafen, wir haben nicht Ende Dezember. Heute feiern wir Kirchensilvester! Während für die ganze Welt das Jahr erst in ein paar Wochen endet, fängt für uns in der Kirche heute Abend etwas ganz Neues an. Mit dem ersten Advent beginnt das neue Kirchenjahr. Das bedeutet: Das alte Jahr liegt hinter uns – alles, was gut war, alles, was schwer war. Und das neue Jahr liegt vor uns wie ein unbeschriebenes Blatt Papier – oder besser gesagt: wie ein Raum, in dem gleich das Licht angeht.«

Aktion: Rückblick

»An Silvester schauen wir zurück. Was war im letzten Jahr los? Gab es Momente, die dunkel waren? Streit, schlechte Noten, Sorgen oder Traurigkeit? Wir wollen diese Sorgen jetzt symbolisch abgeben, damit wir frei und leicht in das neue Kirchenjahr starten können.«

Alle bekommen jetzt einen Zettel und einen Stift und könne ihre Sorgen oder irgendetwas, das sie belastet und das sie loslassen und loswerden möchten, aufschreiben oder aufmalen. Die Zettel werden nacheinander in der feuerfesten Schale gesammelt und sicher verbrannt. Während dessen könnt ihr leise Musik laufen lassen oder selbst mit der Gruppe singen.

Nun entzündet die große Adventskerze (oder eine andere große Kerze in eurer Mitte).

»In der Bibel steht ein Satz, den Jesus gesagt hat: ›Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.‹ (Johannes 8,12)

Das Kirchenjahr beginnt nicht umsonst mit dem Advent. Advent heißt ›Ankunft‹. Wir warten darauf, dass Gott als Licht in unsere Welt kommt – an Weihnachten. Wir müssen nicht im Dunkeln tappen. Egal, was im neuen Jahr auf uns zukommt: Das Licht ist schon da. Und dieses Licht dürfen wir uns jetzt gegenseitig schenken.«

Aktion: Das neue Jahr

Verteilt Wunderkerzen an alle (oder Knicklichter).

»Wir zählen jetzt gemeinsam den Countdown herunter. Bei NULL zünden wir unsere Wunderkerzen an der Adventskerze an (oder knicken unsere Knicklichter, damit sie leuchten) und rufen uns gegenseitig einen Neujahrsgruß zu!«

Der Countdown: »10… 9… 8… 7… 6… 5… 4… 3… 2… 1… Frohes neues Kirchenjahr!«

Gebet:

»Gott, wir danken dir für das alte Jahr und alles, was wir darin gelernt und erlebt haben. Wir bitten dich für das neue Kirchenjahr: Bring Licht in unsere Schulen, in unsere Familien und in unsere Herzen, wo es gerade dunkel ist. Schenke uns Mut für neue Wege und lass uns spüren, dass du jeden Tag an unserer Seite gehst.«

Segen:

»Gott segne dich und behüte dich. Gott lasse das Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Gott erhebe das Angesicht auf dich und gebe dir Frieden.
Geh in dieses neue Jahr mit Freude, Mut und Gottes Segen. Amen.« Zum Schluss der Andacht singt noch ein gemeinsames Lied, z. B. »Tragt in die Welt nun ein Licht«.

Von Typen, Trost und Turbulenzen

„Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu!“ Offenbarung 21,5

Das war die Jahreslosung für 2026. Ein Jahr lang bin ich mit diesem Bibelvers unterwegs gewesen. Im Januar noch ziemlich häufig – das ist ja meistens so, jede Andacht und jede Predigt beschäftigt sich erstmal mit der Jahreslosung. In diesem Jahr nochmal mehr, weil der Gedanke von „alles neu“ so wunderbar zum Start in ein neues Jahr passte. Aber auch später, bei Sommerfreizeiten und Herbst-Veranstaltungen, tauchte die Jahreslosung nochmal auf und es war spannend zu sehen, dass Menschen so ganz unterschiedlich auf diesen einen kurzen Satz und das „alles neu“ reagierten, und dass mir auch selbst im Laufe der Zeit jedes Mal ein anderer Aspekt wichtig wurde.

Nun steht der nächste Jahreswechsel an, es wird eine neue Losung geben – aber diese hier wird dadurch ja nicht ungültig oder weniger aktuell. Im Gegenteil. Ein neues Jahr wird wieder viel Neues mit sich bringen, Chancen, Herausforderungen, Veränderungen … Daher hier ein paar Gedanken und Erfahrungen als Bausteine für eine Stunde zum Thema „Alles neu!“, die (nicht nur, aber besonders) gut an den Jahresanfang passt.

New Year – new me?

Der Jahreswechsel ist für viele Menschen die Gelegenheit, nicht nur die letzten Monate nochmal Revue passieren zu lassen und zu reflektieren, sondern mit einem innerlichen oder äußerlichen Neuanfang ins neue Jahr zu starten. Manche nutzen den 1.1. als Startschuss in einen „Dry January“, also nach all den Feiertagen mal einen Monat ohne Alkohol auszukommen, für andere ist es der „Veganuary“, also der Versuch, mal bewusst auf Fleisch zu verzichten und vegetarisch oder sogar vegan zu leben; oft ist dieses „magische Datum“ der Startschuss für Vorhaben wie „Endlich ein paar Kilo abnehmen!“ oder „Ab jetzt sportlich unterwegs!“ oder „JETZT bringe ich Ordnung in meine Bude!“, manchmal auch „Schluss mit dem Shopping-Wahnsinn!“ oder „Bücher lesen statt endlos scrollen“. Was es auch ist – das neue Jahr ist oft ziemlich überlastet mit guten Vorsätzen und steilen Selbstoptimierungs-Projekten, und oft ist schon nach wenigen Tagen oder Wochen wieder Schluss damit, weil der Alltag stärker ist oder meine Lustlosigkeit siegt oder meine Selbstverbesserungsträume von vorneherein unrealistisch waren. Und so läuft im neuen Jahr dann irgendwie doch alles so wie im alten.

Menschen „ticken“ unterschiedlich

Interessanterweise ist es ja sehr unterschiedlich, wie wir Menschen auf Neues reagieren – oder auch nur auf den Gedanken daran. Für manche ist die Aussicht auf Neues – oder sogar ein „alles neu!“, also einen kompletten Restart – eine tolle und attraktive Aussicht. Sie wünschen sich Veränderung, gerne auch einen völligen Neuanfang, entweder, weil das augenblickliche Alte so eingefahren ist oder unerträglich oder unpassend, oder einfach, weil sie immer Abwechslung und Stimulation brauchen, um sich lebendig zu fühlen.

Und dann gibt es aber auch Menschen, denen Veränderung Mühe macht oder sogar Angst, weil sie Unsicherheit auslöst. Neues in kleinen, verdaulichen Portionen geht vielleicht gerade noch, aber „alles neu“, wie in dem Bibelvers aus der Offenbarung, klingt nach Überforderung und Verlust von allem Vertrauten.

Um dem ein bisschen auf die Spur zu kommen und mal auszuloten, wie eigentlich mein eigenes Verhältnis zu Neuem und zu Veränderung ist, könnt ihr zum Beispiel das beigefügte Arbeitsblatt nutzen: einfach in entsprechender Anzahl für die Teilnehmenden ausdrucken oder kopieren, und etwa 10 Minuten Zeit geben, in denen sich jede/r damit beschäftigen kann. Es geht nicht darum, zu allen Punkten etwas zu schreiben – guckt einfach, was euch jeweils anspricht oder wo ihr gedanklich anknüpfen könnt. Wenn es hilfreich ist, könnt ihr im Hintergrund leise Instrumentalmusik dazu laufen lassen. Anschließend nehmt euch Zeit für den Austausch. Es soll genügend Platz sein für eigene Erfahrungen und Gedanken.

Wenn ihr nicht mit dem Blatt arbeiten möchtet, könnt ihr es auch direkt als Gesprächsphase gestalten mit den entsprechenden Stichworten und Fragen:

  • Was ich mir für dieses Jahr an Erneuerung und Veränderung wünsche und erhoffe …
  • Das letzte Mal, dass ich etwas Neues ausprobiert habe: …
  • Gute Neuigkeiten der letzten Zeit: …
  • „Nur wer sich ändert, bleibt sich treu“ – stimmt / stimmt nicht / kommt drauf an
  • Veränderung: mag ich gar nicht / geht so / liebe ich (z. B. sich im Raum auf einer imaginären Skala positionieren)
  • Was mich manchmal ausbremst in Sachen Veränderung: …
  • Neues finde ich…
    • spannend
    • nötig
    • beängstigend
    • herausfordernd
    • lästig
    • cool
    • …

„Alles neu“ – Gedanken zum Bibelvers

Auch der Bibelvers aus der Offenbarung kann ganz unterschiedlich auf Menschen wirken: „Siehe, ich mache alles neu!“ kann verheißungsvoll und verlockend klingen, aber auch verunsichernd oder sogar bedrohlich, je nachdem, wie man gestrickt ist.

Im biblischen Zusammenhang wird dieser Satz als großer Trost ausgesprochen: Es wird eine Zeit geben, wo Gott alles neu macht, den Himmel und die Erde. Alles Schwere, Schlimme und Traurige wird dann nicht mehr da sein und nicht mehr das Sagen haben. Gott wird alle Tränen abwischen, und dann kann etwas ganz Neues anfangen.

Ein paar Gedanken zu einzelnen Stichworten des Bibelverses:

  • „Gott spricht“
    Da sagt nicht irgendein Dahergelaufener ein beiläufiges „Kopf hoch, wird schon wieder!“ – hier spricht Gott selber, der Schöpfer des Universums, der alles in der Hand hat! Was hier gesagt wird, hat Autorität.
  • „Siehe“
    So fangen oft wichtige Reden oder markante Merksätze in der Bibel an. Vielleicht ein bisschen wie unser heutiges „Hömma!“ – das heißt so viel wie: Attention! Pass auf! Jetzt kommt was Wichtiges, also alle Aufmerksamkeit hierher!
  • „alles neu“
    NEU heißt: WIRKLICH neu – nicht nur ein bisschen ausgebessert, notdürftig geflickt oder recycelt. Nein, es kommt jetzt wirklich etwas komplett Neues, Anderes, Frisches. Und: ALLES – das heißt, es ist komplett und umfassend. Nicht nur an den Stellen wo’s auffällt, oder soweit halt das Budget reicht – nein, jetzt wird wirklich ALLES NEU! Und das ist in diesem Fall nichts, was uns Angst machen muss, sondern was zutiefst tröstlich ist, weil es so wird, wie Gott es sich von Anfang an gedacht hat, und nicht von menschlichen Unzulänglichkeiten beeinträchtigt wird.
  • „ich mache“

Das ist vielleicht der Punkt, der am ungewohntesten und zugleich entlastendsten ist: GOTT ist der Handelnde! ER macht alles neu! Das ist etwas komplett Anderes als unsere Neujahrsvorsätze und Selbstoptimierungsversuche, an denen wir letztendlich doch immer scheitern werden. Gott, der am Anfang alles geschaffen hat, ist auch der Neuschöpfer. Kein „Mensch, streng dich an! Mach’s endlich besser!“ – sondern ein entlastendes „ICH mache alles neu. Alles. Neu.“

Wie mag es wohl sein, so plötzlich die Verantwortung zu bekommen? Für etwas, auf das man sich definitiv nicht wirklich vorbereiten kann? Wo alle Erzählungen nur graue Theorie sind, Bücher-Wissen nicht wirklich hilft, wo alle Praktika nur einen Teil dessen erfahrbar machen, worum es später gehen wird? Und wo es wahrscheinlich auch keine Möglichkeit gibt, »sauber« wieder aus der Sache rauszukommen?

Dabei ist es im Grunde egal, was für eine Verantwortung es ist: ob du Kapitän:in einer Sportmannschaft wirst oder Klassensprecher:in, ob du eine Schicht im Job verantwortlich leiten sollst oder später mal den ganzen Betrieb, ob du Verantwortung an der Regierungsspitze übernimmst oder als Elternteil. Nichts davon kann man vorher wirklich lernen. Alles hat das Potential, dir Angst zu machen – das eine mehr, das andere weniger.

Josua war ein junger Typ, der Mose bei dessen Weg auf den Berg Sinai begleitet hat. Später war er für ihn als Kundschafter unterwegs, als das Volk Israel kurz vor der Eroberung des von Gott versprochenen Landes war. Doch die Israeliten zögerten und mussten noch 40 Jahre durch die Wüste wandern. Nur Josua und sein Freund Kaleb, die sich damals beide für die Eroberung ausgesprochen hatten, durften später das gelobte Land betreten. Und nicht nur das: nachdem Josua jahrzehntelang immer in der zweiten Reihe stand und Befehle ausgeführt hat, wird er vor dessen Tod noch von Mose als sein Nachfolger bestimmt. Auf einmal war es an Josua, für ein ganzen Volk Verantwortung zu übernehmen.

Das ist auf jeden Fall auch etwas, was Angst machen kann. Was geschah, sehen wir uns mal genauer an.

Einstieg

Ankommen, gemeinsames Singen

Vote by your feet – was macht dir Angst?

  • Die TN stellen sich zu verschiedenen Aussagen auf – zwischen den Polen »0 – gar keine Angst« und »10 – absolute Panik«
  • Aussagen können sein:
    • Ich mussvor einer Gruppe sprechen
    • im Dunkel allein nach Hause gehen
    • nachts allein in einem unbekannten Haus schlafen
    • fliegen
    • allein in eine fremde Stadt ziehen
    • eine Spinne aus dem Haus bringen
    • vom 10-m-Turm springen
    • einen Klassenausflug organisieren
  • Nach jeder Aufstellung nehmt ihr euch Zeit, um zu gucken: Wer steht wo? Wer möchte vielleicht etwas dazu sagen? Ganz wichtig: Niemand wird dafür ausgelacht, was ihr/ihm persönlich Angst macht!

Hauptteil

Die Gruppe wird in Kleingruppen aufgeteilt.

  • Aufgabe: Lest »euren« Bibeltext, klärt alle Fragen mit Hilfe des Internets und stellt die Hauptperson Josua anschließen in der Runde vor: Was hat diese Person erlebt?
    Bibelstellen:
    • Mose 17, 8-16
    • Mose 24, 12-18
    • Mose 14, 1-8
    • Mose 31, 1-8
  • Stellt euch noch einmal zwischen den Polen 0 und 10 auf zu der Frage: »Wie viel Angst hättest du an Stelle von Josua?«
  • Brainstorming zu der Frage: »Was hilft dir, wenn du Angst hast?«
    • Die Antworten werden in ein Mentimeter eingegeben (www.mentimeter.com)
    • Alternativ, wenn kein WLAN vorhanden:
      die TN beschriften dazu Zettel, 1 Antwort – 1 Zettel
  • Was hat Josua wohl geholfen?

Gemeinsam liest die Gruppe Josua 1, 1–9

  • Was passiert in diesen Versen? Hilft Josua das? Woran könnte man das bemerken?
  • Impuls

Schluss      

Gebetsanliegen sammeln

  • alle können einen Zettel beschriften und ein Stichwort/kurzen Satz schreiben, wovor sie aktuell Angst haben und wo sie Gott um Hilfe und Unterstützung bitten
  • die Zettel werden gesammelt und verteilt und
    • jede:r betet bis zum nächsten Mal regelmäßig dafür oder
    • in einer gemeinsamen Gebets- und Lobpreis-Zeit von dir vor Gott gebracht

Impuls

Vielleicht kennst du die Situation? Du stehst immer nur in der zweiten Reihe, deine Ideen werden meistens nicht gehört, du wirst stets als Vertretung gewählt, aber nie in die Verantwortung. Deine Eltern kümmern sich um alles – nehmen dir ab, was Sorgen bereiten könnte, aber behandeln dich auch sonst noch wie ein kleines Kind.

Ganz egal, wie du so durch das Leben gehst, irgendwann wirst auch du vermutlich an den Punkt kommen, dass du Angst vor der eigenen Courage entwickelst – weil du den einen Schritt weiter gehst als bisher, weil du dich für die Hauptrolle im Schul-Theater gemeldet hast oder für einen Austausch ins Ausland, weil du dich dazu entschieden hast, für ein Studium an die andere Seite von Deutschland zu ziehen oder dich zu einem Mammut-Marsch angemeldet hast. Egal was es ist: So funktioniert das Erwachsenwerden. Irgendwann bist du für dich allein verantwortlich. Und bis dahin sind es viele kleine Schritte ins Ungewisse.

Genau so mag es damals auch Josua gegangen sein. Der war schon lange mit Mose unterwegs und hatte viel bei und von ihm gelernt. Er war sein Heerführer, sein Wegbegleiter, sein Kundschafter. Und auf einmal sollte er selbst die Führung übernehmen. Für ein ganzes Volk. Für ein Volk, dass schon seit 40 Jahren durch die Wüste wanderte – weil sie sich damals nicht getraut hatten, auf Gott zu vertrauen – allen guten Zuredens Josuas zum Trotz.

Und jetzt sollte er ihr Anführer werden? Schon damals haben sie nicht auf ihn gehört – und sogar auf Mose nicht. Was sollte jetzt anders sein? Warum sollten sie jetzt auf ihn hören? Und wie sollte er diesem Volk Vertrauen schenken – wo sie ihm doch damals auch kein Vertrauen geschenkt hatten. Da sind für Josua bestimmt eine Menge Fragen offen gewesen.

So kennen wir das auch: Haben wir uns nicht zu viel zugetraut – oder zugemutet? Werden wir das schaffen, was wir uns vorgenommen haben? Finden wir ins in dem Neuen zurecht, was da auf uns wartet?

Josua hatte uns eins voraus: Gott hat direkt zu ihm gesprochen und ihm Mut gemacht:
»Ich sage dir noch einmal: Sei mutig und entschlossen! Hab keine Angst und lass dich durch nichts erschrecken; denn ich, der HERR, dein Gott, bin bei dir, wohin du auch gehst!«
So steht es in der »Gute Nachricht«-Bibel. Und Josua hat mutig losgelegt. Er hat sich von diesem Versprechen Gottes ermutigen lassen und durfte erleben, dass es trägt. Wir dürfen erleben, dass dieses Versprechen auch über 2000 Jahre später nichts an seiner Tragkraft verloren hat – dass es auch uns gilt, wenn wir darauf vertrauen wollen. Dann spricht Gott auch heute noch:

»Sei mutig und entschlossen! Hab keine Angst und lass dich durch nichts erschrecken; denn ich, der HERR, dein Gott, bin bei dir, wohin du auch gehst!«! 
(Vielleicht verteilt ihr den Vers auf kleinen Karten in der Gruppe, um sich in entsprechenden Situationen an die Zusage Gottes zu erinnern.)

Wir merken, dass die Welt um uns herum es nicht nur gut mit uns meint. Wie sollen wir da mit Hoffnung und Zuversicht in die Zukunft schauen? Weil es schon vor tausenden von Jahren eine junge Frau gab, die sich ebenfalls mit großen Herausforderungen und Gefahren konfrontiert sah. Und zu der ein Engel sagte: »Fürchte dich nicht, Maria«. – Ich heiße nicht Maria. Du vielleicht auch nicht. Oder doch? Es ist im Grunde auch egal, denn der Engel spricht auch zu mir. Und zu dir. Egal, wie wir heißen. Wir schauen uns das an.

Einstieg     

ankommen, gemeinsames Singen

Brainstorming: Welche berühmten Frauen kennst du?

  • Welche davon kommen aus Social Media/Musik/Film/Sport/Politik?
  • Welche haben vielleicht Situationen erlebt, in denen sie Angst hatten? Und warum?
  • Welche dieser möglichen Angst-Gründe kennst du auch?
  • Welche Gründe, Angst zu haben, kennst du darüber hinaus?

Optional hast du Bilder von verschiedenen Frauen als Deko ausliegen und kennst etwas über sie.

Hauptteil  

Brainstorming

  • Was wisst ihr alles über Maria, die Mutter von Jesus?
  • Was wisst ihr alles über die gesellschaftlichen Umstände, in denen Maria damals gelebt hat?
  • Wie war es wohl, in der Zeit, als Frau zu leben?

Für die zweite und dritte Frage bekommen die Teilnehmenden Gelegenheit und Zeit, in Ruhe mithilfe ihrer Handys im Internet zu recherchieren und dann die Ergebnisse zusammenzutragen.

Mit diesen Kenntnissen schauen wir uns verschiedene Bibeltexte an. Dazu teilst du die Gruppe in Kleingruppen, die alle den gleichen Auftrag bekommen: Lest den Text über Maria und stellt jeder Sorge, die sie in diesem Moment haben könnte, eine positive Ermutigung gegenüber, ausgehend vom »Fürchte dich nicht« des Engels. Ihr bekommt Plakate und Marker, euren Text und eure Ermutigungen stellen wir uns im Anschluss gegenseitig vor.

Lukas 1, 26–38 / Lukas 2, 1–7 / Matthäus 2, 13–23 / Lukas 2, 41–52 / Johannes 2, 1–12 / Johannes 19, 25–27 / Matthäus 12, 46–50

Impuls

Machen wir uns nichts vor: Wir leben in einer Zeit, in der es für Frauen und Menschen der queeren Community in der Gesellschaft wieder schwieriger wird, in Sicherheit und gleichberechtigt zu leben. Nicht erst seit dem Wahlsieg des vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuften Landesverbandes der AfD in Sachsen-Anhalt wird der Gegenwind für alle Menschen, die nicht als männlich, weiß und cis-heteronormativ gelesen werden, rauer.

Das zeigt sich nicht nur an den Geschichten, die uns auf SocialMedia, im Freundeskreis oder der Klasse begegnen – sondern das zeigt sich vor allem in den Zahlen der Statistik, die der Bund veröffentlicht (BMI – Alle Meldungen – Zunahme bei Straftaten gegen Frauen und Mädchen). Egal, ob wir über häusliche Gewalt, über Sexualstraftaten oder frauenfeindliche Straftaten politisch motivierter Kriminalität sprechen: Die Zahlen steigen – z. T. lagen sie für 2024 mahr als 70 % über denen der vorangegangenen Jahre.

Der Fall Pelicot in Frankreich, die Strafverfahren gegen Männer in Hannover oder München, die ihre Partnerinnen betäubt und ihnen sexualisierte Gewalt angetan haben, das Bekanntwerden von Telegram-Gruppen, in denen tausende Männer Tipps austauschen, wie man Frauen mit Betäubungsmitteln in einen wehrlosen Zustand bringen kann… es ist für viele nicht gerade einfach, als Frau zu leben. Auch bei Menschen der queeren Community haben die Zahlen einen drastischen Zuwachs erlebt: So hat sich die Zahl der Straftaten im Bereich »Sexuelle Orientierung« und »Geschlechtsbezogene Diversität« seit 2010 nahezu verzehnfacht (BKA – Lagebericht zur Sicherheit von LSBTIQ*).

Wie sollen wir da mit Hoffnung und Zuversicht in die Zukunft schauen? Weil es schon vor tausenden von Jahren eine junge Frau gab, die sich ebenfalls mit großen Herausforderungen und Gefahren konfrontiert sah. Und zu der ein Engel sagte: »Fürchte dich nicht, Maria«.

Maria. Die von Gott auserkorene junge Frau, die Mutter von Jesus werden sollte. Ganz ehrlich? Ich hätte nicht mit ihr tauschen wollen. Oder sage ich das nur, weil ich weiß, wie die Geschichte weiterging? Vielleicht hätte ich mich damals auch einfach mega geschmeichelt gefühlt, dass Gott mich für diesen Job und diese Ehre auserwählt hat.

Mit dem Wissen von heute würde ich es vielleicht eher als Bürde bezeichnen. Schwanger in der Verlobungszeit? Die hämischen Blicke und bösen Kommentare der Nachbarschaft gab es vermutlich gratis dazu. Und die Unsicherheit, den Frust und die Zweifel von Josef über diese ganz und gar wunderbare Schwangerschaft vermutlich ebenfalls – zumindest, bis der Engel auch zu Josef gesprochen hat.

Und dann? Der lange Weg zu Fuß nach Bethlehem, die Geburt in einem Stall ganz alleine bewältigen, die Flucht nach Ägypten, das Leben in der Fremde, der beschwerliche Weg zurück und nach Nazareth, die Sorgen um das verloren geglaubte Kind nach dem Tempelbesuch, die Sorgen um den möglicherweise verwirrten jungen Mann, der sich so komisch verhält, das langsame Erkennen seines göttlichen Seins, die Tränen unter dem Kreuz – ich hätte das selbst nicht gerne erlebt. Es gehört schon eine Menge dazu, in all diesen Irrungen und Wirrungen nicht die Hoffnung zu verlieren. Nicht zu verzweifeln, sondern weiterzumachen. Weiter zu glauben. Weiter zu leben. Auch nachdem Jesus am Kreuz elendig verreckt ist. Eine Mutter muss das ganz verrückt machen. Mich würde es vermutlich in den Wahnsinn treiben, mich an allem zweifeln lassen, mich wütend machen. Und traurig – vor allem traurig.

Aber Maria? Wir lesen nicht von ihr, dass sie sich in ihrer Trauer abgewandt hätte von Gott. Dass sie den Mut verloren hätte. Die Hoffnung. Nein – wir lesen von ihr, dass sie in der Reihe der Jünger geblieben ist, beim Pfingstfest selbst dabei war. Lies es nach: Du findest sie in der Apostelgeschichte 1, 14 namentlich erwähnt.

Maria ist mehr als die Mutter von Jesus. Sie hat in all dem, was sie als Mutter erlebt hat, einen Gott erlebt, der stärker war als alles, was sie kannte. Das bezieht die Naturgesetze (ich sage nur »Wasser zu Wein«) genauso ein wie die gesellschaftlichen Strukturen. Jesus hat die gesellschaftlichen Konventionen damals gesprengt. Er hat sich mit Frauen abgegeben, hat fremde Frauen damals sogar aktiv angesprochen, z. B. die Frau am Brunnen.

Er hat deutlich gemacht, dass man das patriarchalisch geprägte Familiensystem weiterdenken musste, sei es in dem Moment, als er seine Mutter draußen hat stehen lassen, als sie ihn holen wollte – oder als er am Kreuz dafür Sorge getragen hat, dass sich Johannes nach seinem Tod um Maria kümmern sollte.

All das hat Maria zu einer Frau gemacht, die uns heute noch Mut machen kann. Nicht, weil sich ihr Leben zu einer kitschig-glücklichen Lebensgeschichte mit Happy End entwickelt hat. Sondern, weil sie in allem Schweren, der Angst und den Herausforderungen immer an Gott drangeblieben ist und so ihr ganz eigenes Happy End gefunden hat. Maria zeigt uns, wie man als Frau in einer Welt zurechtkommen kann, die nicht sehr freundlich zu Frauen ist. Weil Gott freundlich zu uns ist. Weil er uns kennt, uns sieht und uns liebt.

Das bedeutet leider nicht, dass deswegen alle Probleme dieser Welt verschwinden, aber dass wir nicht alleingelassen sind. Und das macht Mut, schenkt Kraft, schenkt Hoffnung und Zuversicht.

Schluss

Wir schauen uns nochmal die Situationen an, die wir im Eingang gesammelt haben:  Welche dieser möglichen Angst-Gründe kennst du auch? Welche Gründe, Angst zu haben, kennst du darüber hinaus?

So, wie wir das bei Maria gemacht haben, suchen wir jetzt für diese Situationen positive Ermutigungen oder auch praktische Tipps, was helfen könnte. Damit versuchen wir, die Angst in diesen Momenten etwas »aufzulösen« bzw. ihr etwas entgegenzustellen, damit sie nicht das letzte Wort hat. Gemeinsames Singen und Gebet beendet den Abend.

Fast die Hälfte der jungen Menschen in Deutschland fühlt sich einsam. Das ist ein massives Problem, das aktives Handeln erfordert.

Die Bertelsmann Stiftung hat 2024 mehr als 2.500 junge Menschen zwischen 16 und 30 befragt. Das Ergebnis: 46 Prozent fühlen sich einsam, jeder Zehnte von ihnen sogar stark.

Da fragt man sich schon „Ist das permanente online sein daran schuld?“. Die ehrliche Antwort lautet wohl „Jein“.

Digitale Räume können viel. Sie helfen uns dabei, Kontakte über lange Distanzen zu halten. Sie geben Menschen eine Community, die vor Ort keine finden. Das ist real und wertvoll.

Aber: Digitale Räume ersetzen keine Begegnungen in der Offline-Welt.

Ein Forschungsteam der University of Pennsylvania hat in einer Untersuchung aus dem Jahr 2018 eine Gruppe von 143 Studierenden in zwei Kohorten aufgeteilt. Die eine sollte ihre Social-Media-Zeit auf 30 Minuten am Tag begrenzen. Die andere sollte ihre Nutzung der Plattformen wie gewohnt fortsetzen.

Nach drei Wochen Untersuchungszeit waren laut Befragungen Einsamkeit, Angstneigungen und depressive Symptome bei den Studierenden mit Social-Media-Limit signifikant zurückgegangen.

Das sind keine repräsentativen Ergebnisse, aber sie lassen doch vermuten: Zu viel Zeit im Netz und vor Allem auf Social Media tut insbesondere jungen Menschen nicht gut. Vermutlich auch deshalb, weil Scrollen durch Social Media wie Verbindung zu anderen wirkt, aber oft keine ist.

Verbindung, die wohltut, braucht von Zeit zu Zeit Menschen in einem Raum. Menschen, die merken, wenn jemand fehlt. Eine Jugendgruppe, ein Hauskreis, ein Spieletreff oder ein gemeinsames Abendessen mit Freunden. Die Forschung legt nahe: Das ist keine Nostalgie, das ist Gesundheitsvorsorge.

Fragt deshalb vielleicht beim nächsten Kontakt mit jungen Menschen nicht nur: „Wie viel Zeit verbringst du eigentlich am Handy?“ Fragt auch: „Wo bist du offline im Kontakt zu Menschen, denen du wichtig bist?“ Je nach Antwort kann es an der Zeit sein, gemeinsam Räume zu eröffnen, die genau das ermöglichen.

Weiterführende Links

VORBEMERKUNGEN

Ein Entwurf für Familien mit kreativen Aktiv-Stationen zu den einzelnen Kinderrechten. Durch das kreative Erleben der einzelnen Kinderrechte an verschiedenen Stationen werden sowohl Eltern als auch Kinder für das Thema sensibilisiert. Sie entdecken, dass sie wertvoll sind und von Gott geliebte Geschöpfe. Durch die Stationen sollen die Kinderrechte auch direkt ganz praktisch erfahrbar werden. So dürfen beispielsweise bei dieser Kirche Kunterbunt die Kinder die Feier-Zeit angeleitet übernehmen.

VORBEREITUNG IM TEAM

VERTRAUT MIT DEN KINDERRECHTEN?

Seid ihr mit den Kinderrechten als Team vertraut? Unicef hat dazu tolles Material ausgearbeitet,. Lasst euch davon und lest nach, welche Kinderrechte es eigentlich gibt: https://www.unicef.de/informieren/einsatz-fuer-kinderrechte

Besonders empfehlen möchten wir dabei auch dieses Buch: https://nord-sued.com/programm/ich-bin-ein-kind-und-ich-habe-rechte/

Sollte es eine Leseecke bei der Kirche Kunterbunt geben, könnte dort auch dieses Buch gelesen werden.

KINDERRECHTE IN DER BIBEL?

Lest gerne diese Bibelstellen und schaut, wo in der Bibel die Rechte von Kindern (und Menschen insgesamt) wichtig genommen werden. Gibt es eine Bibelstelle, die für euch besonders wichtig ist?

  • 1. Matthäus 19,14 – Kinder sind willkommen
  • 2. Markus 10,13–16 – Jesus segnet die Kinder
  • 3. Matthäus 18,5–6 – Kinder schützen
  • 4. Epheser 6,4 – Kinder respektvoll behandeln
  • 5. 1. Mose 1,27 – Jeder Mensch ist ein Ebenbild Gottes
  • 6. Galater 3,28 – Alle Menschen sind gleichwertig

Hier finden sich die Stationsbeschreibungen:

WILLKOMMENSZEIT

BEGRÜßUNG und VOTUM

Wie schön, dass ihr alle da seid zu unserer Kirche Kunterbunt.

Wir glauben, dass nicht nur wir hier sind, sondern, dass auch Gott hier ist und deswegen zünden wir am Anfang immer eine Kerze an. Wenn man nämlich das Licht der Kerze sieht, kann man sich vielleicht einbisschen leichter vorstellen, dass Gott wie ein Licht ist, das wärmt, das Orientierung schenkt, das es schön macht.

Und wir zünden die Kerze am Anfang an, um uns bewusst zu machen, dass wir diese Kirche Kunterbunt hier feiern, weil wir glauben und annehmen, dass Gott mitten unter uns ist und wir diese Kirche Kunterbunt feiern, weil wir an ihn glauben dürfen.

KERZE ANZÜNDEN

Heute darf gerne jemand von euch Kindern die Kerze anzünden. Möchte jemand?

Freiwilliges Kind darf Kerze anzünden

BEGGRÜßUNGSLIED

Zu Beginn singen wir ein Willkommens-Lied.

SPIEL MIT DEN PAPP-GESICHTERN

Material:

  • zwei große Gesichter aufgemalt auf Pappe
  • Gesichts-Körperteile und Assescoires sind auch auf Pappe fertig vorbereitet und mit Klebeband vorbereitet

Bei dem Spiel dürfen zwei Freiwillige nach vorne kommen und die Pappgesichter vor sich halten und blind die Körperteile an die für sie richtig empfundene Stelle packen. Vermutlich werden dabei sehr lustige Gesichter entstehen. Die Zuschauenden dürfen deswegen auch gerne laut hineinrufen, wenn ein Körperteil an einer ganz falschen Stelle landet.

MODERATION

Nicht einfach so haben wir hier zwei Kindergesichter gerade gebastelt. Nein, das hat auch etwas mit dem Thema unserer heutigen Kirche Kunterbunt zu tun. Und auch dafür möchte ich euch heute in eine Geschichte einladen. Bei dieser Geschichte dürfen Freiwillige gerne mitwirken. Ich brauche Personen, die Kinder spielen und Jünger:innen.

Jesus lässt die Kinder zu sich kommen

 
Rollen: Erzähler/in, 1 Jünger/innen, beliebig viele Kinder (vielleicht spielen auch mal Erwachsene die Kinder und Kinder die Erwachsenen?)

Erzähler/in:

Jesus war mit seinen Jüngern unterwegs. Viele Menschen kamen zu ihm, weil sie ihm zuhören wollten und das wichtig fanden, was er tat und was er so erzählte. Eines Tages kamen auch viele Kinder zu Jesus. Sie riefen „Jesus, Jesus“.

Kinder:
„Jesus! Jesus!“

(Die Kinder laufen fröhlich zu einem Ort, wo Jesus als nicht sichtbare Person sitzt.)

Erzähler/in:

Die Kinder wurden aber aufgehalten von einem Jünger, der ihnen sagte, dass sie gerade nicht vorbei dürfen, weil Jesus mit Erwachsenen beschäftigt ist. In der Welt, in der Jesus lebte, waren Kinder wirklich gar nicht wichtig.

Jünger/in:

(Jünger/in kann frei sprechen, was ihr in den Kopf dazu kommt oder nutzt diesen Text:) Halt! Nicht so schnell! Jesus hat keine Zeit für euch! Geht weg! Jesus hat gerade mit Erwachsenen zu tun.“

(Die Kinder gehen traurig ein paar Schritte zurück.)

Erzähler/in:

Die Jünger wollten die Kinder wegschicken. Aber Jesus sah das und er sagte „Lasst die Kinder zu mir kommen! Haltet sie nicht zurück! Gottes Reich gehört solchen wie ihnen. Bei Gott ist jeder willkommen – Groß und Klein!“

Da freuten sich die Kinder sehr.

MODERATION

Diese Geschichte aus der Bibel zeigt: Obwohl es in der damaligen Gesellschaft nicht üblich war: Bei Jesus waren die Kinder schon immer wichtig und hatten einen ganz besonderen Platz.

Heute geht es in dieser Kirche Kunterbunt darum, wie wichtig Kinder sind und dass Kinder Rechte haben. Rechte, die ihnen eigentlich niemand nehmen darf. Und auch Gott findet Kinder so wichtig, dass er ihnen einen Platz gibt. Auch für uns Erwachsene ist das übrigens spannend, weil wenn Gott die Kinder nicht übersieht, dann übersieht er die Erwachsenen auch nicht und vielleicht merkt ihr, dass auch euch ein paar Rechte in eurem Leben fehlen.

Deswegen geht es heute in der Kirche Kunterbunt um Kinderrechte und dafür haben wir folgende Stationen-

STATIONENVORSTELLUNG

AKTIV-ZEIT

DAS RECHT, MITZUMACHEN

Stationsbeschreibung: Ihr dürft heute mitmachen! Wählt euch dafür ein Element aus, in dem ihr gerne mitwirken möchtet. Auf der Rückseite ist ein möglicher Text und eine Beschreibung für euch festgehalten. Lest es gerne in Ruhe durch. Eine mitarbeitende Person wird euch bei der Feier-Zeit Bescheid geben, wann ihr an der Reihe seid. Wir freuen uns, wenn ihr mitmacht.

Material:

  • Feier-Zeit-Elemente ausgedruckt (hier auf dem Bild sind sie hinten auf den Karten draufgedruckt, sodass die Person, die die Moderation wählt, sich die Karte mit Beschreibung direkt mitnehmen kann)

DAS RECHT, SEINE STIMME ZU ERHEBEN

Material:

  • Kamera
  • Interview-Sessel
  • ggfs. Mikrofon

Beschreibung: Hier dürfen Kinder&Erwachsene in dem Filmstudio ihre Stimme erheben und zu verschiedenen Fragestellungen Antworten geben. Vielleicht gibt es jemanden im Team, der den Film anschließend zusammenschneiden kann, sodass er bei der nächsten Kirche Kunterbunt geguckt werden kann.

Fragen für das Interview:

  • wenn du Bundeskanzlern/Bundeskanzler wärst: Was würdest du sofort ändern wollen?
  • Wenn du etwas in deinem Kindergarten/in deiner Schule/in deinem Beruf ändern könntest, was würdest du ändern?
  • Welches Kinderrecht ist dir besonders wichtig?

DAS RECHT, ZU SPIELEN

  1. DAS SCHOKOLADENSPIEL

Material:

  • Schokolade
  • Zeitungspapier
  • Würfel
  • optional lustige Verkleidungsstücke wie Handschuhe, Schal und Mütze.

Beschreibung: Eine Tafel Schokolade wird in mehrere Lagen Zeitungspapier eingewickelt und in die Mitte gelegt. Die Mitspielenden würfeln reihum. Wer eine bestimmte Zahl würfelt, darf sich an der Schokolade versuchen: Mit Handschuhen, Schal, Mütze oder einer lustigen Verkleidung ausgestattet, gilt es, das Zeitungspapier möglichst schnell auszupacken und sich ein Stück Schokolade zu sichern. Doch aufgepasst: Sobald die nächste Person die entsprechende Zahl würfelt, wird gewechselt!

2. DAS MEHLSPIEL

Material:

  • flache Schüssel oder großer Teller
  • Mehl
  • ein stumpfes Messer
  • ein Gummibärchen

Stationsbeschreibung:
Auf einem großen Teller oder in einer flachen Schüssel wird ein Haufen aus Mehl aufgeschüttet, oben drauf wird das Gummibärchen gelegt. Nun schneiden die Spieler der Reihe nach „Stücke“ vom Mehlberg ab -aber ohne, dass das Gummibärchen herunterfällt! Das geht am Anfang noch ganz leicht, wird aber von Mal zu Mal schwerer. Bei wem das Gummibärchen schließlich herunterfällt, der hat verloren und muss die Süßigkeit mit dem Mund aus dem Mehl fischen. Das gibt lustige Mehlgesichter!

DAS RECHT AUF LERNEN

Bei diesem Recht entdecken wir durch zwei Experimente unser Recht auf Bildung&Lernen.

EXPERIMENT 1

Material:

  • Küchenpapierrolle
  • Glasschüssel mit Wasser
  • Glas

So geht´s:

  • Knülle das Küchenpapier zusammen und drücke es ganz fest unten in den Boden des Glases. Das Papier darf beim Umdrehen nicht heraus fallen.
  • Halte das Glas mit der Öffnung nach unten und drücke es ganz gerade nach unten unter die Wasseroberfläche.
  • Ziehe das Glas wieder gerade aus dem Wasser heraus. Trockne den nassen Glasrand ab und hole das Küchenpapier heraus.

EXPERIMENT 2

Material:

  • Rotkohl
  • Schneidemesser
  • Schüssel mit Wasser
  • Essig
  • Backpulver
  • Waschpulver
  • kleine Gläser

So geht´s:

  1. Schneidet als Vorbereitung den Rotkohl auf und legt ihn in eine Schüssel mit Wasser und lasst das Wasser mindestens 30 Minuten mit dem Rotkohl ziehen.
  2. Nun dürfen sich die Teilnehmenden ein Glas Wasser 1/4 mit dem gefärbten Rotkohl-Wasser füllen.
  3. In diesem Experiment färben wir Wasser. Die Teilnehmenden dürfen sich aussuchen, womit sie ihr Wasser färben wollen: einen kleinen Schluck Essig? Eine Prise Backpulver? Eine Prise Waschmittel?
  4. Rührt euer Glas um und staunt: Wie hat sich euer Wasserglas verfärbt?

DAS RECHT AUF SCHUTZ

Version 1:

Material:

  • Kleine Töpfe
  • Schaufel
  • Gartenhandschuhe
  • Erde
  • Samen zum Einsäen (zum Beispiel Kresse)

Beschreibung: Hier dürft ihr selbst lernen, etwas zu schützen und zwar eure Pflanze. Pflanzt die Samen in euren Blumentopf ein und pflegt eure Pflanze in den nächsten Wochen, sodass sie wachsen kann.

Gesprächsimpuls: Wie fühlt sich Schutz für dich an? Wann braucht man Schutz?

Version 2:

Material:

  • eine Strandmuschel
  • ein Zelt
  • ein Schirm
  • eine Wiese
  • einen Wasseranschluss
  • einen Gartenschlauch mit Brause
  • evtl. Gebet auf Kärtchen

Stationsbeschreibung: Einige Besuchende (gerne auch eine Familie) setzen sich in das Zelt oder stellen sich unter einen Regenschirm. Mit dem Wasserschlauch wird gespritzt, so dass die Besucher nicht nass werden aber das Wasser sehen und prasseln hören.

Gesprächsimpuls: Wie fühlt es sich an im trockenen zu sein, wenn das Wasser so prasselt. Was bedeutet Geborgenheit für euch? Wann fühlt ihr euch geborgen und beschützt? Was macht es für einen Unterschied den Schirm/das Zelt zu haben? Was ist für dich wie das Zelt/der Schirm und beschützt dich davor „nass“ zu werden. Zum Abschluss kann folgendes Gebet gesprochen werden(evtl. auf einlaminierten Kärtchen ins Zelt legen): Großer Gott, Danke, dass du mich beschützt. Danke, dass ich keine Angst haben muss, weil du bist wie der Schirm/das Zelt. Danke, dass ich bei dir geborgen bin. Amen.

DAS RECHT, GESEHEN ZU WERDEN

Material

  • Pappe oder festes Papier
  • Stifte
  • Schnur
  • Scheren

Stationsbeschreibung: Hier dürft ihr eure eigene Hand gestalten und sichtbar machen. Dafür dürft ihr euren Handumriss auf eine Pappe/auf ein Papier aufmalen, ausschneiden und dann bunt anmalen. Mithilfe der Schnur wollen wir eure gebastelten Hände dann aufhängen.

VARIATION: Die einzelnen Stationsbeschreibungen der unterschiedlichen Rechte in verschieden farbigen Papier ausdrucken. Man darf sich die Hand in der Farbe des Rechtes dann aufmalen, das man am wichtigsten und spannendsten findet.

DAS RECHT, GOTT KENNENZULERNEN‚

Material:

  • kleiner Koffer/Kiste
  • Spiegel, der in den Koffer/Kiste passt
  • Körper-Öl

Beschreibung: Hier dürfen Kinder&Erwachsene gesegnet werden. Dazu dürfen sie sich in eine ruhige Ecke setzen. Die Stationsleitung fragt dann, was wohl das größte Geschenk ist. Die Kinder&Erwachsenen dürfen raten. Die Stationleitung löst es dann auf mit den Worten „Ich zeig dir, was das größte Geschenk ist und es befindet sich in dieser Kiste/Koffer. Willst du hineinschauen?“ Die Kinder&Erwachsenen dürfen dann in die Kiste schauen und sich selbst im Spiegel ansehen.

Stationsleitung : „Wenn du magst, mag ich dir noch einen Segen zusprechen, damit du nie vergisst, dass du ein großes Geschenk bist. Wenn du möchtest, mach ich dir dafür auch mit Öl ein Kreuz auf die Stirn oder auf die Handfläche. ( Antwort abwarten und ggfs. Öl auf Stirn oder Hand malen) Gott zeige dir immer wieder, was für ein Geschenk du für ihn bist. Sei damit gesegnet. Amen.“

FEIERZEIT

Im Vorfeld durften Kinder  und Erwachsene einzelne Beiträge für die Feierzeit ziehen und dort mitwirken. Auf den Zetteln ist auch genau beschrieben, wie der Beitrag abläuft. Aber natürlich ist auch eigene Kreativitiät erlaubt. 🙂

ANFANGSMODERATION

Hallo,herzlich Willkommen zur Feierzeit. Wir hoffen, ihr hattet viel Spaß bei den Stationen. Weil Gott auch immer noch bei uns ist, zünden wir wieder das Licht der Kerze an.

KERZE ANZÜNDEN

Gott ist immer noch bei uns. Wir zünden wieder die Kerze an (freiwillige Person darf die Kerze anzünden).

MEIN LIEBLINGS-RECHT

An die freiwillige Personen: Hier darfst du erzählen, welches Recht du besonders spannend oder wichtig findest und warum. Vielleicht gab es auch etwas, was dir bei der Station besonders gut gefallen hat.

MODERATION

Freiwillige Person darf das Publikum interviewen: Hattet ihr auch ein Recht, das euch besonders wichtig geworden ist? Ihr dürft euch jetzt melden und erzählen.

GEBET

(freiwillige Kinder haben im Vorfeld den Gebetstext zugeschickt bekommen und dürfen ihn nun vorlesen)

Kind 1

Danke Gott, dass wir bei dir alle wichtig sind. Groß und Klein. Danke Gott, dass wir bei dir alle dasselbe Recht haben. Bei dir haben wir eine Stimme. Bei dir dürfen wir die Welt entdecken. Bei dir dürfen wir mitmachen. Bei dir dürfen wir alle Gefühle zeigen.

Kind 2

An so vielen Orten ist das nicht so. Das ist traurig. Bitte sei bei all den Kindern und den Erwachsenen, die es so schwer in unserer Welt haben. Bitte zeig ihnen, dass du sie nicht vergisst. Amen.

MODERATION

Für den Segen bekommt ihr alle einen Luftballon. In diesen Luftballon ist ein Segen gefüllt, den ihr Zuhause (dann wenn euer Luftballon geplatzt ist, lesen dürft). Es ist ja nämlich manchmal so, dass im Leben etwas platzt, etwas nicht so läuft, wie wir uns das wünschen und dann tut Segen gut. Und es gibt noch ein wunderbares Recht, das uns in der Kirche Kunterbunt wichtig ist: Das Recht, Gott kennenlernen zu dürfen.

Bei dem Segen heute Morgen dürft ihr euren Luftballon als Familie aufpusten und deswegen verteilen wir euch nun die Luftballons. Pro Familie gibt es einen Luftballon.

LUFTBALLON AUSTEILEN

Frewillige Person: Du darfst nun jeder Familie einen Luftballon geben.

SEGEN

Manchmal ist die Luft raus.

Manchmal ist es schwierig, noch gut zueinander zu sein.

Wir wollen immer wieder von dir lernen, wie das geht.

Segne uns damit.

(ihr dürft den Luftballon jetzt aufpusten)

Gott segne dich mit genug Luft,

um jeden einzelnen Tag Gutes zu entdecken.

Gott segne dich mit genug Luft,

um gut zu Anderen und zu dir zu sein.

Gott segne dich mit genug Luft,

um diese Welt zu einem schönen Ort zu machen.

Und wenn die Luft mal ausgeht:

Gott segne dich mit neuem Atem.

Amen.

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