Am Anfang war da die Idee, eine Reihe zu schreiben, wo es ausnahmsweise mal nicht um männliche Hauptpersonen in der Bibel geht. Uns hat es gereizt, mit biblischen Frauen ein Freizeitprogramm zu gestalten und als besondere Challenge sollten es ausschließlich Frauen aus dem Neuen Testament sein. Dabei war es uns wichtig, nicht eine „Frauen in der Bibel“-Geschichte zu schreiben. Es sollte vielmehr um Menschen gehen, die durch Gott gestärkt werden. Daher auch der Titel „Echt stark! – was uns wirklich Kraft gibt!“ In unserer Zeit haben wir mehr denn je den Eindruck, dass Kinder gestärkt werden sollten. Es ist uns wichtig, dass sie im Erleben der Geschichten Vorbilder finden, Gott näher kennenlernen, Halt und Widerstandskraft für die Herausforderungen in ihrem Leben bekommen.
Wir sahen uns viele Geschichten von Frauen im NT mal näher an und haben uns im Ausschlussverfahren (was gibt welche Geschichte her, wieviel Text gibt es überhaupt?) auf 5 Personen geeinigt. Verrückterweise stellten wir beim Ausarbeiten der Geschichten fest, dass jeder der Personen eine besondere Stärke gegeben ist, die sie in der Begegnung mit Gott/ Jesus durch schwierige Zeiten trägt:
Lydia – Optimismus und Lösungsorientierung
Maria – Fokussierung auf das Gute, Zielorientierung
Elisabeth – Hoffnung und Akzeptanz
Fotina – Raus aus der Opferrolle hin zur Selbstwirksamkeit
Priska – Netzwerkorientierung und Teamwork
Bei der Reihenfolge der Geschichten orientierten wir uns nicht chronologisch. Unser Kriterium war, was die Kinder in welcher Phase der Freizeit am besten brauchen. Wir hoffen, dass Gott durch die Bibelanspiele in die Herzen der Kinder spricht und sie täglich mit seiner Kraft erfüllt.
Auf der Freizeit kommt es generell gut an, wenn man die biblische Geschichte spielt. So sind die Kinder mitten im Geschehen. Um die biblischen Erzählungen wurde eine Rahmengeschichte geschrieben. Die Handlung spielt in der heutigen Zeit und hilft den Kindern, die Themen der Geschichten in ihr Leben zu übertragen. Die Rahmengeschichte könnt ihr ergänzen, umschreiben, verlängern. Achtet nur darauf, dass die Rahmengeschichte nicht mehr Raum und Bedeutung einnimmt, als die Bibelgeschichte selbst. Falls ihr zu wenig Zeit habt, könnt ihr die Rahmengeschichte auch weglassen (wäre schade drum, aber wenn es nicht anders geht…).
Nach den Anspielen sind Kleingruppen geplant, um das Gehörte mit den Kindern zu besprechen. Ihr findet die Vorlagen dazu hier in der Themenreihe. Klassischerweise ist der Ablauf so gedacht: Warming up-Spiel/ Ideen zur Vertiefung (verschiedene Ideen, immer Fragen – schaut, was passt, nicht „abfragen“), Gebet, evtl. Abschlussaktion. Was ihr an Material braucht, findet ihr in der jeweiligen Vorlage.
Bitte bereitet euch auf die Kleingruppen vor. Wir haben für Mitarbeitende eine Einführung zum Bibeltext geschrieben mit Hintergrundwissen, dazu auch immer Ideen, wo die jeweilige biblische Hauptperson ein Vorbild für uns sein kann.
Es steht auch immer eine Frage der Hauptperson an Mitarbeitende dabei, die helfen soll, dass ihr selbst Betroffene der Geschichte seid. Vielleicht redet ihr auch als Mitarbeitende untereinander, wie ihr die Frage des Tages beantworten würdet. Falls ihr generell im Vorhinein irgendwas nicht versteht, fragt eure Verantwortlichen. Tauscht euch aus. Es ist auch keine Schande, wenn man auf Fragen keine Antwort hat. Das kann man vor den Kindern auch zugeben.
Mit unseren ausgearbeiteten Programmvorschlägen haben wir versucht, die Themen des Tages spielerisch nochmal aufzugreifen. So kann man an der einen oder anderen Stelle Themen mit den Kindern „ganz natürlich nebenbei“ nochmal aufnehmen.
Viel Spaß und Gottes Segen bei der Umsetzung der Echt-stark!-Freizeit. Möge euch Gott Kraft geben für alles, was ihr braucht.
Im Namen des Redaktionsteams grüßt euch
Antje
Hier findet ihr eine Worddatei mit dem Programmplan zur Echt-Stark!-Freizeit zum Herunterladen. Der Plan ist nicht vollständig und ein Vorschlag, wie man eine Freizeit aufbauen kann.
In den Kleingruppenzeit kann man mit den Kindern gemeinsam die biblische Geschichte des Tages vertiefen. Nach dem Anspiel trifft man sich dazu mit ca. 6-8 Kindern. Auf Freizeiten treffen sich die Kinder meist mit ihren Zeltmitarbeitenden vor oder im Zelt. Hier kann die Gruppe zusammenwachsen, indem sie ihre offenen Fragen teilen können. Die Kleingruppe bietet hier große Chancen, dass Vertrauen zueinander wachsen kann.
Die Mitarbeitenden leiten und begleiten die Gruppe in der Vertiefung. Es geht weniger darum, einen Ablauf und Aussagen „abzuarbeiten“. Vielmehr sollen die Kinder mit ihren Fragen zur biblischen Geschichte und zum Leben einen Raum bekommen. Manchmal kommen hier auch Sorgen und Ängste zum Ausdruck. Hier braucht es Feingefühl, auf die Kinder und ihre Anliegen einzugehen.
Um ein Kleingruppengespräch nicht vorzeitig abbrechen zu müssen, ist es gut, wenn man nach hinten etwas Zeit einbaut. Man kann beispielsweise noch 15 Minuten Zeit einbauen bis zum Mittagessen. Die Spielvorschläge bieten zusätzlichen Puffer.
Es gibt auch Tage, da haben Kinder überhaupt keine Lust, zu reden oder Inhalte zu vertiefen. Auch hier soll dann kein stockendes Gespräch künstlich verlängert werden. Vielleicht wirkt die Geschichte in den Kindern nach oder es ist eben genug.
In der Anlage findet ihr die Vorlagen für die Kleingruppenzeit (jeweils Einführungen zu den biblischen Texten für Mitarbeitende + Kleingruppenzeit). Überlegt euch in der Vorbereitung, ob die einzelnen Programmteile zu den Kindern der jeweiligen Vorlage vom Alter her passen (6 Jahre im Gegensatz zu 12 Jahren!) und passt den Ablauf entsprechend inhaltlich und zeitlich an, kürzt oder ergänzt.
Im Anhang findet ihr das Bibelanspiel zur Echt-stark!-Freizeitreihe, sowie eine Liste zur Rollenverteilung und eine Requisitenliste.
Praxis-Tipps:
Nun wünsche ich euch viel Spaß beim Proben und Spielen.
Antje
Hier im Anhang findet ihr ein Anspiel für 2 Personen, das man direkt vor und nach der Bibelgeschichte spielt. Die Rahmengeschichte dient dazu, die Bibelgeschichten in die Lebenswelt der Kinder zu übertragen. Und das ist die Grundidee:
Grundidee
Alex (kann Mädchen oder Junge sein) hat eine große Schwester/ einen großen Bruder, die/der mit der Schule fertig ist und ein Auslandsjahr in einem Kinderheim in Afrika macht. Alex hat ein gutes Verhältnis zu dem älteren Geschwisterteil und vermisst sie/ihn sehr. Deswegen nutzen die beiden die Gelegenheit, dass man mit dem Handy/ Tablet gut Video-Anrufe machen kann und sich so austauscht und einander nahe fühlt. Im Anspiel ist Alex ein Junge, der mit seiner großen Schwester Sara telefoniert.
Autorin der Geschichte: Claudia Englert
Die Teilnehmer der Freizeit treten an gegen Erwachsene (Eltern oder Mitarbeitende). Wichtig bei der Spielauswahl ist, dass diese Spiele schnell sind. Heißt geringer Aufbau sowie Spielzeit. Dadurch bleibt es spannend und alle sind beteiligt. Außerdem sollte darauf geachtet werden, dass am Ende alle Kinder mitmachen konnten.
Wenn man gegen Eltern spielt, könnte man die Kinder im Vorfeld schon üben lassen. Dadurch haben sie einen Vorteil.
Eierlauf (5 gegen 5 )
Material: 2x Löffel, 2x hartgekochtes Ei, Markierung
Beschreibung:
Der erste Spieler jedes Teams bekommt ein Ei auf einem Löffel. Auf das Startsignal läuft er zur Wendemarkierung und zurück. Dort übergibt er Löffel und Ei an den nächsten Spieler. Fällt das Ei herunter, muss der Spieler an der Stelle stoppen und das Ei wieder korrekt auf den Löffel legen (oder – je nach Variante – zum Start zurück). Gewonnen hat das Team, bei dem alle Spieler die Strecke zuerst absolviert haben.
Entenrennen (5 gegen 5)
Material: 2x Wasserspritzpistolen aus Schaumstoff, 2x Quietsche Ente, 2x Eimer mit Wasser, 1x Tisch, Markierung
Die Enten werden am Tischkopf aufgestellt. Das Ziel ist es nun die Ente durch den Parcour zu führen. Der einfachste Parcours ist es in der Mitte des Tisches eine Pylone zu haben um die die Ente rum muss. Bewegt wird die Ente mit dem Wasserstrahl der Spritzpistole. Sollte die eigenen Ente vom Tisch fallen muss sie am Start neu aufgestellt werden. Die Fremde Ente darf nicht bewegt werden. Nachdem einmal gespritzt wurde, wird die Wasserspistole an den nächsten Spieler im Team weitergegeben. Dieser Befüllt sie wieder und versucht nun seinerseits die Ente zu bewegen.
Ich packe meinen Koffer (5 gegen 5)
Material: Kein
Beschreibung:
Die Teilnehmer stellen sich immer im wechsel auf. Klein – Groß – Klein – Groß. Der erste beginnt mit: „Ich packe meinen Koffer und nehme mit …“ und nennt einen Gegenstand. Der nächste Spieler wiederholt alle bisherigen Gegenstände in der richtigen Reihenfolge und fügt einen neuen hinzu. So geht es reihum weiter. Wer einen Gegenstand vergisst oder die Reihenfolge falsch sagt, scheidet aus. Lange Variante: Last Man Standing – Es gewinnt das Team, das am Ende noch einen oder mehr Spieler hat. Kurze Variante: Das Spiel endet wenn der erste Spieler ausscheidet. Es gewinnt die Gruppe deren Spieler nicht ausgeschieden ist.
Tastenspiel (1 gegen 1)
Material: 2x Karton, verschiedene Gegenstände
Beschreibung: Hinter einem Vorhang bzw. Karton mit zwei Löchern befindet sich jeweils ein Gegenstand der gefühlt werden muss. Der Puplikum sollte die Gegenstände dabei sehen.
Feuer Wasser Sturm (5 gegen 5)
Material: –
Beschreibung:
Alle Spieler stehen frei im Raum. Eine Spielleitung ruft eines der Kommandos: Feuer, Wasser oder Sturm. Alteranativ kann er ein Geschischte erzählen in dennen diese Kommandos immer wieder eingebaut sind. Hören die Spieler ein Kommando müssen sie sofort richtig reagieren:
Wer zu langsam oder falsch reagiert, scheidet aus oder macht eine kleine Zusatzaufgabe. Lange Variante: Last Man Standing – Es gewinnt das Team, das am Ende noch einen oder mehr Spieler hat. Kurze Variante: Das Spiel endet wenn der erste Spieler ausscheidet. Es gewinnt die Gruppe deren Spieler nicht ausgeschieden ist.
One-hand football (3 gegen 3)
Material: Fußball, Tore
Beschreibung:
Jeder Spieler muss mit mindestens eine Hand auf dem Boden haben. Dann wird Fußball gespielt (kleines Feld mit 1m breitem Tor) Das Spielt endet nach 3-4 Min. Bei Gleichstand entscheidet das nächste Tor.
Tic Tac To (5 gegen 5)
Material: 6x Markierungen jeweils 3 in einer Farbe, Feld
Beschreibung:
In einiger Entfernung liegt ein großes Tic-Tac-Toe-Spielfeld (z. B. mit Reifen, Seilen oder Kreide markiert). Die Teams spielen nacheinander im Staffellauf: Ein Spieler läuft los, legt seine Markierung (z. B. Stofffetzen, Ball, Serviette) ins Feld und läuft zurück. Danach startet der nächste Spieler. Ziel ist es, drei eigene Markierungen in eine Reihe (waagrecht, senkrecht oder diagonal) zu bringen. Wenn alle Markierungen eines Teams im Feld platziert wurden es noch kein Gewinner gibt, läuft das Spiel weiter. Von nun an können die Spieler eigene Markierungen die schon liegen auf ein freies Feld versetzen.
Zeitungsschlacht – (5 gegen 5)
Material: 2x Zeitung
Beschreibung:
Es gibt ein Spielfeld das aus zwei vierecken besteht und einer Mittellinie. Jede Gruppe bekommt zwei Zeitungen ca. 40 Doppeltstein. Die Gruppe hat die Aufgabe jeweils eine Doppeltseite zu einer Papierkugel zu knüllen und in das Gegnerische Feld zu werfen. Die Gegnerische Mannschaft versucht eigene Papierkugeln herzustellen und gleichzeitig Papierkugeln die im eigenen Feld liegen in das Gegnerische Feld zurückzuwerfen. Nach drei Minuten wird gezählt im welchen Feld die wenigsten Papierkugeln liegen. Diese Gruppe gewinnt. Papierkugeln die ausherhalb des Feldes landen sind verbrannt und aus dem Spiel.
Becherstapeln (5 gegen 5)
Material: 20 Becher
Beschreibung:
Die Spieler müssen mit 10 Bechern so schnell wie möglich eine Pyramiede aufbauen. Der nächste in der Reihe muss diese dann abbauen und an gleicher Stelle wieder aufbauen. Welches Team ist schneller.
Bottle Flip ( 5 gegen 5)
Material: 2x Plastikflaschen, Wasser
Vorbereitung: Flaschen müssen mit 1/3 Wasser gefüllt werden.
Beschreibung:
Alle Spieler Flippen gleichzeitig eine Flasche 0,5 Plastikfalsche. Welche Gruppe hat am Ende der Zeit am meisten Flaschen geflippt. Zum Flippen hält man die Flasche am Flaschenhals. Diese muss am Ende dann auf dem Flaschenboden stehenbleiben.
Schubkarrenrennen (8 gegen 8)
Material: Wendemarkierung
Beschreibung:
Die Spieler bilden Paare. Ein Spieler ist die Schubkarre (geht auf den Händen), der andere hält seine Beine fest. Auf das Startsignal bewegen sich die Paare gemeinsam zur Wendemarkierung und zurück. Danach kommt das nächste Paar aus der Gruppe. Gewonnen hat das Team, das die Strecke zuerst korrekt absolviert hat.
Finde dieses Foto (5 gegen 5)
Material: Beamer oder gedruckte Fotos
Beschreibung:
Es wird ein Bild gezeigt, eine Macro-Aufnahme bspw. von einer Gabel oder einen besonderen Ort des Veranstaltungsortes. Nun geht es darum das die Spieler schnell rausfinden um was es sich dabei handelt. Dabei können Sie auch rumrennen. Wer es weiß kommt zurück und ruft es laut aus. Pro richtig erratenes Foto gibt es einen Punkt.
Andacht
In den letzten Jahrzehnten gab es eine Vielzahl von Filmen, bei denen es um eine apokalyptische Zukunft ging. Um das Jahr 2000 wurde in vielen Medien und eben auch im Kino das Thema diskutiert, was das Ende des zweiten Millenniums mit sich bringen würde. Nach all den Jahrzehnten, die wir unter der Bedrohung des Atomkriegs gelebt hatten, nach all den Jahren der Dauerbedrohung des Kalten Krieges war irgendwie ein Gefühl da, dass alles ein schreckliches Ende nehmen müsste.
Die Bibel kennt ja durchaus auch Katastrophen.
Nun sind aber Filme oftmals viel drastischer, weil zu den Bildern im Kopf die Bilder auf der Leinwand kommen. Und die Apokalypsen im Kino wurden immer schlimmer, immer drastischer, immer apokalyptischer. In Filmen und Serien wurden immer extremere Weltenden ausgemalt. Wikipedia bspw. listet 309 Katastrophenfilme auf.
Was gab es da nicht alles:
Es gibt viele Varianten für das Ende. Ich will mich nicht festlegen, aber meine persönliche Vermutung ist: Zusammengefasst sieht es sehr nach Zombie-Weltherrschaft aus. Der Klimawandel könnte noch dazwischen grätschen, aber Zombies sind schon sehr klar im Vorteil.
Was aber interessant ist:
Das Ende der Welt im Kino oder in den Serien
ist immer ein schreckliches.
Die Welt, in der wir leben, ist eigentlich gut.
Sie wird erst schlecht durch das, was kommt.
Aber das, was kommt, ist wirklich schrecklich.
Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu!
Hollywood spricht: Siehe, ich mache alles schrecklich!
So könnte man vielleicht den Unterschied beschreiben.
Denn die Bibel hat ja auch Verheißungen eines Endes.
Und die Botschaft der Bibel ist ja auch die,
dass es ein Ende der Welt, wie wir sie kennen, gibt.
Aber dieses Ende hat einen Anfang.
Es ist die Botschaft vom Reich Gottes, wie es
in Jesaja 11 beschrieben wird.
Ein Reich voller Gerechtigkeit, Freiheit, Frieden
und ohne jede Gewalt.
Ein Reich, in dem keine Angst mehr existiert, weil niemand auf den Gedanken kommt, Gewalt anzuwenden.
Nicht mal die Tiere, nicht mal Löwen
und Schlangen sind gefährlich.
Alle sind friedlich, alle sind gerecht und gut,
alle Leben ohne Sorge und Angst, alle sind Vegetarier.
Das ist die Vision der Bibel.
Und dieses Reich Gottes hat mit Jesus begonnen.
Und dieses Reich Gottes wird am Jüngsten Tag
vollendet werden.
Die Offenbarung, wie die Apokalypse der Bibel übersetzt wird, ist eine Aufdeckung eines schönen Endes,
das nicht in der Hölle der Zerstörung endet.
Wir werden nicht alle in den apokalyptischen Kampf
mit den Zombies oder in das hilflose Ankämpfen
gegen die Eismassen der neuen klimawandelbedingten Eiszeit hineingezogen.
Wir werden einfach in einer neuen Welt sein.
Von Gott durch Jesaja verkündet.
Von Gott in Jesus begonnen.
Von Gott am Jüngsten Tag vollendet.
Gott spricht: „Siehe, ich mache alles neu!“
Das ist der Unterschied.
Es ist der liebende Gott, der alles neu macht.
Es ist der Schöpfergott, der seine Schöpfung
aus Liebe und in Gnade noch besser macht.
Es ist gut neu.
Kein apokalyptisches Ende.
Die Offenbarung eines neuen, besseren Endes.
Ein Ende ohne Schrecken, aber mit ganz viel Liebe
und Gerechtigkeit.
Paradiesisch.
Einfach schön.
Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu! Amen.
3 Einheiten für je 60 Minuten
Es kann Freude wecken, wenn aus Altem Neues entsteht. Längst hat man erkannt: Recycling ist zum Erhalt unserer Schöpfung schlicht notwendig. Manche werden dabei kreativ und machen aus Recycling „Upcycling“. Mit diesem Stichwort ist der rote Faden benannt, der sich durch diesen Entwurf zur Jahreslosung 2026 hindurchzieht. Vergänglichkeit, Wegwerfen, Zerstörung hat nicht das letzte Wort. Am Ende steht das Neue. So hat es Gott auch mit dieser Welt vor.
In einem doppelten Sinne soll die Beschäftigung mit Re- bzw. Upcycling die Teens anregen. Zum einen soll die pure Freude an der Kreativität und an dem neu Entstandenen geweckt werden. Zum anderen will die Beschäftigung mit z. B. neuen Kleiderkreationen aus dem Kleidersack die Teens mit der eigenen Identität konfrontieren: Was will ich darstellen? Wie wirke ich? Was will ich sein? Was soll und was kann an mir neu werden?
Hintergrund dieses Entwurfes ist die Jungbläserschulung in Michelbach. Dort findet in Bibelarbeiten an drei Tagen eine Auseinandersetzung mit der Jahreslosung statt. Die Vorschläge des Entwurfs können ohne Probleme auch separat verwendet werden.
In unseren nächsten drei Treffen werden wir uns mit der neuen Jahreslosung beschäftigen. (Die Jahreslosung kann an prominenter Stelle hängen oder in der Mitte ausgelegt sein.)
„Gott spricht: Siehe ich mache alles neu!“ (Offb 21,5)
Dieses Wort steht am Ende der Bibel, um uns daran zu erinnern: Es ist Gottes letzter Wunsch und auch sein Versprechen, die Dinge am Ende gut zu machen. Das biblische Buch (Offenbarung), in dem dieses Versprechen steht, blickt auf die Geschichte dieser Welt. Dort wird davon erzählt, dass es bis zum Ende der Welt Zerstörung und Krieg geben wird. Viele sehen darum in dem Offenbarungsbuch eine bedrohliche Sache. Den tröstlichen Kern des Offenbarungsbuches finden wir in unserer Jahreslosung. Es ist nicht Gottes Wunsch, die Welt zu zerstören, er sehnt sich danach, die Dinge anders, neu werden zu lassen. Dieses Versprechen gilt uns persönlich und es gilt für die ganze Welt. Was dort versprochen wird, gilt nicht nur für das Weltende, es kann auch schon jetzt passieren. Überall, wo Gott unter uns am Wirken ist, will er die Dinge neu machen. Am Ende werden wir heute eine Geschichte dazu hören.
Es gibt mittlerweile eine ganze Industrie, die sich damit beschäftig, wie aus Altem etwas Neues entstehen kann. Man nennt das Recycling. Aus alten Glasflaschen werden neue gemacht, Kunststoffe werden eingeschmolzen, um neue Produkte daraus zu machen. Noch interessanter wird es, wenn Leute kreativ werden, und aus alten Dingen ganz andere, neue Dinge machen. Man nennt das „Upcycling“. In einem Laden sah ich neulich wunderschöne Rucksäcke, die aus alten Auto-Airbags hergestellt wurden. Airbags werden aus sehr stabilem Stoff gemacht. Der Verschluss des Rucksacks bestand aus einer alten Autogurtschnalle. In Kenia gibt es eine kleine Firma, die aus Altkleidern schicke, teure Mode macht. Sie ist aus alten Klamotten hergestellt, die bei uns in den Container geworfen wurden.
Bei unserer Auseinandersetzung mit der Jahreslosung werden wir uns mit dem beschäftigen, was andere weggeworfen haben oder als Müll betrachten. Wie kann aus Altem Neues werden? Eure Ideen sind gefragt!
Zum Einstieg ein Gedankenexperiment: Was wäre, wenn die Dinge unseres täglichen Lebens plötzlich eine ganz andere Bestimmung hätten?
Ziel des Spiels: Spielerisch die Perspektive der Kinder verändern und zeigen, wie herausfordernd es sein kann, aus alten Sachen etwas Neues zu machen.
Die Teilnehmenden suchen sich im Raum einen Gegenstand aus und geben ihm eine neue Funktion, z. B. ist der Stuhl kein Stuhl, sondern eine Rakete, mit der man Zeitreisen machen kann. Dann kann jeder kurz einmal in der Runde sagen, was einem eingefallen ist. Anschließend gehen die Teilnehmenden im Kreis herum, preisen ihren Gegenstand an und versuchen, ihn wie bei einem Markt anzubieten. Bei jedem Mal schreiben sie dem Gegenstand neue Eigenschaften zu (der Stuhl ist eine Rakete, er kann durch die Zeit fliegen, mit Lichtgeschwindigkeit …). Man kann mehrere Runden spielen, in denen sich die Teilnehmenden einen neuen Gegenstand mit neuer Funktion ausdenken. Man kann auch die Runde weglassen, in der die Teilnehmenden vorstellen, welchen Gegenstand sie gewählt haben.
Material: Klebeband, Stifte, Scheren, (Zeitungs-)Papier, sonstige Bastelmaterialien oder Reste (Korken, Kronkorken, Watte, Klorollen, Pappe), der gewaschene Inhalt eines gelben Sacks.
Je nach Gruppengröße können die Teilnehmenden in kleinere Gruppen eingeteilt werden, oder einzeln die Aufgabe erfüllen. Die Aufgabe ist, aus dem alten „Schrott“ etwas Neues zu machen, z. B.: ein Spielzeug, ein Fortbewegungsmittel oder ein Gerät mit ausgedachter Funktion.
Wenn jede Gruppe etwas gebastelt hat, können alle ihr Gebasteltes präsentieren. Um die Schwierigkeit und Spannung zu erhöhen, können ein zeitliches Limit gesetzt oder nur begrenzte Materialien ausgeteilt werden.
Material: Kronkorken, Fingerfarbe/Acrylfarbe, Kleber, Faden, Schere, Schnur, Stifte, Papier, evtl. Perlen
Die Kronkorken von außen mit der Fingerfarbe bemalen. Während diese trocknen, können schon die Bilder zum Einkleben in die Kronkorken vorbereitet werden, dafür Papierkreise in der passenden Größe ausschneiden und bemalen (hier können auch ausgedruckte Bilder benutzt werden). Dann mit dem Faden eine Schlaufe legen und beide Enden in den Kronkorken legen. Anschließend den bemalten Papierkreis darüber kleben.
Um es zu einem tatsächlichen Schlüsselanhänger zu machen, kann man noch eine Schnur nehmen und diese durch die zuvor gemachte Schlaufe fädeln. Optional können nun noch Perlen oder ähnliches benutzt werden, um den Schlüsselanhänger zu verzieren.

Weitere Tipps
Die recycelten Produkte werden in der großen Runde gegenseitig vorgestellt. Im Vordergrund sollten der Spaß und die Freude an dem, was entstanden ist, stehen.
Gedanken zum Abschluss: Ihr habt euch heute mit alten, gebrauchten Sachen beschäftig und etwas Neues daraus gemacht. Ich hoffe es hat euch Spaß gemacht.
Wie sehr Gott sich daran freut, wenn Dinge neu werden, das können wir in ganz vielen Geschichten der Bibel nachlesen. Meist geht es darum, dass Menschen neu werden. Wenn wir auf die Begegnungen Jesu mit Menschen schauen, dann ging’s eigentlich immer darum. Jesus hat Menschen neu gemacht. Da war zum Beispiel der Mann, der 38 Jahre lang gelähmt an einer Stelle saß (Joh 5,1-18). 38 Jahre lang an einem Fleck liegen und sich nicht bewegen können! Wer ihn versorgt hat, wissen wir nicht. Er hat sich an eine Stelle bringen lassen, von der sehr viele Menschen sich erhofft haben, gesund zu werden – gewissermaßen ein antikes Krankenhaus. Dort war ein Teich und man sagte sich, wenn sich das Wasser dort bewegt, wird der Erste, der in den Teich steigt, geheilt. Und so saß dieser Mann da und hat 38 Jahre darauf gewartet, dass ihn einer in diesen Teich trägt. Darauf hatte sich dieser arme Mann versteift: Ich brauche jemanden, der das macht! Da kommt Jesus bei ihm vorbei und stellt ihm eine ganz einfache Frage: „Willst du gesund werden?“ Der Mann ist so sehr in seiner alten Gedankenschlaufe drin, dass er gar nicht richtig zuhört. Er antwortet nicht auf seine Frage, sondern sagt: „Ich habe keinen Menschen, der mich da hineinträgt!“ Er rechnet erst gar nicht damit, dass es auch anders gehen kann.
Jesus macht diesen Menschen mit einem Satz neu, er spricht aus, was wirklich hilft: „Steh auf, nimm dein Bett und geh!“ Für den Mann war mit einem Schlag alles anders, er konnte sein Leben selbst neu in die Hand nehmen, hingehen, wohin er wollte.
Nun war das schon ein sehr starkes Wunder, das Jesus geschehen ließ. Wenn es stimmt, dass Jesus den Wunsch hat, Dinge neu werden zu lassen, dann können wir das auch für uns erwarten. Christen sind Menschen, die von Jesus erwarten, was er in der Jahreslosung verspricht: „Siehe ich mache alles neu!“ Auch bei dir! Egal, wie kompliziert die Dinge bei dir gerade sind, du darfst ihn darum bitten und es von ihm erwarten. Manchmal braucht es dann etwas Zeit, bis es geschieht.
Jesus, wir danken dir,
Du hast Freude am Neuen,
Von dir dürfen wir erwarten,
dass auch unser Leben neu wird.
Denn das ist dein sehnlichster Wunsch.
So bringen wir dir alles,
was uns gerade unglücklich macht,
was uns ärgert,
wo wir nicht sehen können,
wie es besser werden kann –
du siehst das alles und willst alles neu machen.
Darum wir bitten dich jetzt und hier.
Amen.
Einführung
(Jahreslosung liegt sichtbar in der Mitte.) Der Prophet Jesaja erlebt, wie Gott einen Menschen, ein ganzes Volk, rettet und neu macht. Sein Erlebnis fasst er mit folgenden Worten zusammen:
„Ich freue mich im HERRN, und meine Seele ist fröhlich in meinem Gott; denn er hat mir die Kleider des Heils angezogen und mich mit dem Mantel der Gerechtigkeit gekleidet, wie einen Bräutigam mit priesterlichem Kopfschmuck geziert und wie eine Braut, die in ihrem Geschmeide prangt“ (Jes 61,10 Lu).
Es lagen schwere Jahre hinter den Leuten des Volkes Israels. All das, was wir gerade aus den Kriegsgebieten in den Nachrichten hören, gab es auch schon damals zur Zeit Jesajas. Menschen führten Krieg, Familien wurden verschleppt. Das Volk Israel war in der Fremde. Nach 70 Jahren kommt die Befreiung. Gott bringt das Volk Israel zurück. Die Israeliten können in ihrem Land ein neues Leben beginnen. Jesaja lobt Gott und sagt: Das fühlt sich so an, als hätte Gott mich neu eingekleidet.
„Ich freue mich im HERRN, und meine Seele ist fröhlich in meinem Gott; denn er hat mir die Kleider des Heils angezogen und mich mit dem Mantel der Gerechtigkeit gekleidet, wie einen Bräutigam mit priesterlichem Kopfschmuck geziert und wie eine Braut, die in ihrem Geschmeide prangt“ (Jes 61,10 Lu).
Wer coole, neue Klamotten anhat, zeigt auch, dass er sich am Leben freut. Du streifst zum Duschen die alten, verschwitzten Kleider ab. Was für ein Gefühl, sich mit frischen Klamotten einzukleiden. Manche sagen dann auch: „Ich fühle mich wie neugeboren!“
Wir werden uns heute mit Kleidung beschäftigen. Kleidung ist eine persönliche Angelegenheit. Nicht alles, was die Mama hinlegt, finde ich cool. Andere schauen drauf, was ich anhabe. Manche legen großen Wert auf Marken: Wenn da kein Label drauf ist, sieht es billig aus, so sagen sie. Mit Kleidern kann man zeigen, wer man ist und was man sich leisten kann. Manche flunkern damit auch.
„Kleider machen Leute!“ – das ist eine etwa 200 Jahre alte, lustige Geschichte aus der Schweiz (geschrieben von Gottfried Keller). Es gelang einem armen Schneider mit seinen schicken Klamotten, die er selbst genäht hatte, eine ganze Stadt an der Nase herumzuführen. Sein Anzug hatte in diesem Ort aus einem armen Schlucker einen polnischen Grafen gemacht und die Leute haben das tatsächlich geglaubt. Kleidung kann die Erscheinung eines Menschen vollständig verändern. Das werden wir heute miteinander austesten. So beschäftigen wir uns heute noch einmal mit Upcycling. Diesmal etwas anders. Wir begeben uns in die Welt der Modedesigner und stellen Kleidung her. In einem ersten Schritt gestalten wir Entwürfe und suchen uns die Materialen heraus.

Material: Papierbögen, Bleistifte, Kreiden für Skizzen, Kohle, Altkleidersack mit gewaschenen Kleidern, Stoffreste, Folien, Pappe, buntes Papier, Scheren, Klebstoff, Fäden, Wolle, Perlen, einen Nähkasten und ggf. eine Nähmaschine
Auftrag: Die Kinder suchen sich Materialien heraus, die zu ihnen passen. Danach fertigen sie eine Skizze vom Kleidungsstück an und versuchen, die Materialien so zusammenzufügen, dass der Entwurf vorgestellt werden kann. Schneiden und kleinere Klebe- bzw. Näharbeiten sind erlaubt.
Vorstellung der Entwürfe: In der Runde werden die jeweiligen Entwürfe auf dem Boden ausgelegt. Jede Person stellt ihren Entwurf vor. Es kann sich ein Gespräch über zwei mögliche Leitfragen anschließen:
Das Fazit aus der Runde könnte sein: Wir haben jetzt spannende Entwürfe gesehen. Wir merken dabei auch, dass Kleider etwas mit unserer Persönlichkeit zu tun haben. Manche wollen mit ihren Klamotten Aufsehen erregen, andere wollen damit lieber nicht auffallen. An den Kleidern können wir etwas über unser Wesen und unseren Charakter ablesen. Und das ist eine Sache, die Gott in uns hineingelegt hat. Wenn bei uns etwas neu und anders wird, dann können wir das auch mit unseren Kleidern zeigen.
Ich bin gespannt auf das nächste Mal, wenn wir aus den Entwürfen fertige Klamotten herstellen. Wir planen schon einmal eine Modenschau für das nächste Mal ein.
Du unser Gott,
du hast uns wunderbar geschaffen,
jede und jeden ganz besonders.
Wir dürfen aus unserem Leben etwas machen.
Hilf uns, dass wir uns vor anderen
nicht verstecken müssen,
Denn du hast jeden von uns begabt
und wir dürfen das zeigen.
Dir sei Dank
Amen.
Die Entwürfe der Kleider werden zur Fertigstellung in der dritten Einheit sorgfältig zwischengelagert.
Am Anfang steht noch einmal die Bezugnahme auf die Jahreslosung und die Ankündigung, dass heute die Kleider fertig gestellt werden.
Kurze Geschichte zur Einführung: 1. Mose 37,1-11
Neue Kleider machen neue Menschen. Wir hatten uns beim letzten Mal darüber unterhalten, was Kleider von unserer Persönlichkeit zeigen und welche Wirkung sie erzeugen. Zu Beginn erzähle ich euch heute eine Geschichte, in der auch ein Kleid eine Rolle gespielt hat. Ihr kennt diese Geschichte vielleicht auch schon ein wenig. Sie handelt von Josef. Von ihm wird ganz am Anfang der Bibel berichtet. Heute soll es nicht um die ganze Geschichte gehen, sondern nur um sein Kleid.
Josef hatte elf Brüder. Seine Geschwister mochten ihn nicht, weil er sich anders anzog als die anderen. Sie sagten: „Unser Vater Jakob bevorzugt ihn, weil er solche Spinnereien zulässt und ihm besondere Klamotten kauft.“ Josef hatte von Gott einen besonderen Auftrag für seine Familie. Das scheint er schon als Jugendlicher gespürt zu haben. Ausdruck fand das eben auch in seiner Kleidung. Eines Tages schickte Gott Josef Träume. Er hatte wohl auch die besondere Gabe von Gott, Träume zu deuten und in die Zukunft zu sehen. Als er dann eines Tages mit seinem bunten Kleid vor seinen Brüdern stand und ihnen seine Träume erzählte, stieg der Zorn der Brüder ins Unermessliche. Er träumte von Garben, die sich vor seiner Garbe verbeugten und er träumte von Sternen, die sich um ihn, die Sonne, versammelten. Die Brüder hatten diese Träume wohl verstanden, und ärgerten sich darüber, dass Josef sich ihnen gegenüber als König aufspielen wollte. Sie fassten einen teuflischen Plan. Als Josef mit seinen Brüdern draußen auf der Weide war, schlugen sie ihn halbtot, warfen ihn in ein Erdloch und verkauften ihn als Sklaven nach Ägypten. Sein Kleid beschmierten sie mit Blut und brachten es dem Vater Jakob. Sie erzählten ihm, dass Josef von wilden Tieren gefressen worden war.
Ich kann heute nicht die ganze Geschichte erzählen, doch es ist eine wunderbare Geschichte davon, wie Gott aus alten, schrecklichen Dingen, Neues entstehen lässt. Josef wurde in Ägypten zu einem angesehenen Mann. Er wurde zum zweiten König und er bekam noch schönere Kleider. Viele Jahre später waren seine Brüder wegen einer Hungersnot gezwungen, nach Ägypten zu kommen. Sie trafen auf ihren Bruder und dann passierte genau das, was Josef am Anfang seines Lebens geträumt hatte. Seine Brüder verbeugten sich vor ihm wie vor einem König. Gott hatte eine besondere Geschichte mit ihm vor und das zeigte sich eben auch in der Kleiderwahl, die Josef für sich traf.
Heute werden wir unsere besonderen Kleider fertigstellen und ich bin sehr gespannt auf die neuen Kreationen.
Die Kinder werden mit unterschiedlichem Engagement bei der Herstellung von Kleidern unterwegs sein und brauchen daher auch unterschiedliche Unterstützung. Kinder, die von der Aufgabe eher überfordert sind, können sich auch zu Gruppen zusammenschließen.
Am Ende kann eine Modenschau stehen. Ein Teil des Raumes wird zum Laufsteg erklärt – der Bereich des Stegs kann auch mit Klebeband abgeklebt werden. Evtl. lässt sich die Modenschau auch in eine andere Gemeindeveranstaltung integrieren.
(Die Jahreslosung liegt in der Mitte.) Vielleicht hat die eine oder der andere bei unserer Modenschau entdeckt, wie viel Spaß es machen kann, sich neu zu erfinden und einfach mal ganz andere Klamotten überzuziehen. Es macht etwas mit uns, wie wir uns kleiden. In der Josefsgeschichte haben wir gehört, dass das auch etwas mit unserer Bestimmung, die Gott uns gegeben hat, zu tun haben kann. Josef hat entdeckt, was in ihm steckt. Wir schauen noch einmal auf die Jahreslosung: Wenn Gott bei Menschen etwas neu macht, dann hat es damit zu tun, dass wir entdecken, was Gott in uns hineingelegt hat.
Das Schlussgebet aus der zweiten Einheit kann an dieser Stelle noch einmal stehen.
Andacht
Es ist ein Bild zur Jahreslosung, das so ganz anders ist als die Jahreslosungsmotive, die man sonst so kennt: Da liegt der Schutt im Altarraum, Trümmer sind überall – und mitten drin Maria, die den toten Jesus in den Armen hält, unter einem übergroßen Kreuz.
Mich berührt dieses Bild, weil ich mich frage: Was um alles in der Welt ist in dieser Kirche passiert? Ob diese Kirche in einem Kriegsgebiet steht und der Einschlag der Granaten nicht einmal vor diesem heiligen Ort Halt gemacht hat? Oder wurde dieser Kirchenraum zur Müllhalde für den Bauschutt aus der Umgebung umfunktioniert?
Ich muss immer wieder auf Maria und ihren toten Sohn schauen. Mitten im Schutt ist Jesus. Und er ist selbst einer, dessen Leben in Trümmern liegt. Alles ist scheinbar zerstört, wofür Jesus sich eingesetzt hat: Er hat Liebe gepredigt und den Hass der Menschen auf sich gezogen. Er hat davon gesprochen, dass Gott wie ein Vater ist. Und nun scheint dieser Vater ihn im Stich gelassen zu haben. Aber gerade dieser kaputte Jesus in einer kaputten Kirche ist für mich ein wirklich starkes Bild: So ist Gott. Er ist mittendrin in den Trümmern und im Schutt unseres Lebens.
Für mich zeigt diese Altarruine mit Jesus und Maria: Als Christinnen und Christen glauben wir etwas unheimlich Schönes und Berührendes und gleichzeitigt ist dies völlig verrückt und unvorstellbar: Dass Gott Mensch wird in diesem Jesus von Nazareth und dass er am Kreuz stirbt und damit scheinbar alles zerstört ist, wofür Jesus gelebt hat. Gott ist nicht jemand, der weit weg ist und den unser Leben nicht kümmert. Sondern Gott wird wirklich einer von uns. Er lebt wie ein Mensch und er stirbt. Verrückt ist dieser Gedanke, weil er so völlig anders ist, als es sich Religionen normalerweise vorstellen: Dass Gott irgendwo weit weg im Himmel ist und Menschen ihn suchen und anbeten. Aber Gott ist so ganz anders: Er wird Mensch, um uns zu suchen und zu finden, mitten im Chaos und Trümmerfeld unseres Lebens. All die Trümmer und der Schutt stehen dafür, was geschieht, als Jesus an diesem Kreuz stirbt: Da zerbricht nicht nur das Leben einer Mutter, deren Kind stirbt. Sondern da trägt Jesus all das, was in unserem Leben zerbrochen ist. Das, was wir selbst zerbrochen haben und nie wieder gut machen können: Vielleicht ist zwischen uns und anderen etwas zerbrochen oder unser Vertrauen zu Gott ist zerbrochen oder in unserem Herzen ist etwas kaputt gegangen, weil uns jemand tief verletzt hat. Oder vielleicht sind wir über uns selbst enttäuscht – da wollten wir alles gut machen und am Ende bleiben nur die Scherben.
Die Botschaft des Neuen Testaments ist: Als Jesus stirbt, hält er all diese Trümmer unseres Lebens auf geheimnisvolle Weise aus. Und Jesus wird wieder lebendig. Der Tod kann ihn nicht festhalten. Aus Trümmern wird neues Leben! Was für eine krasse Vorstellung: Gott wird Mensch, um die Trümmer unseres Lebens zu tragen. Und das verändert alles. Es kann neu werden, was zerstört ist. Wenn es stimmt, dass Jesus am Kreuz die Trümmer meines Lebens getragen hat, dann muss ich mit nichts mehr allein zurechtkommen. Mein Schmerz ist der Schmerz von Jesus, meine Enttäuschung trägt er mit. Was ich nicht gutmachen kann und wo ich schuldig geworden bin, das trägt er, und ich kann es loslassen. „Siehe, ich mache alles neu“ – es wird sicher nicht alles in unserem Leben sofort gut und manche Enttäuschung und manche Trümmer bleiben. Aber diese Worte sind ein Versprechen, das Jesus uns gibt: Er ist bei uns in den Trümmern. Er hat es selbst erlebt, wie es ist, ganz am Ende zu sein. Und darum kann er uns helfen, dass wir uns nicht unterkriegen lassen von dem, was bei uns zerbrochen ist. Er kann uns dabei helfen, aufzustehen und aufzubauen. Dass wir auf Menschen zugehen, obwohl sie uns innerlich verletzt haben. Dass wir anderen und uns selbst vergeben.
Und das Versprechen von Jesus geht über diese Welt hinaus. Es wird der Tag kommen, an dem er wirklich alles neu macht. Wenn eine neue Welt anbricht. Dann wird es keine Zerstörung mehr geben und keinen Krieg und kein Leiden. Wie das sein wird, kann ich mir nicht so richtig vorstellen. Aber eines ist klar: Entscheidend ist: Jesus wird da sein. Das ist für mich eine Hoffnung, die mir Mut macht, jetzt schon die Welt zu verändern. Denn dieser Jesus, der am Ende der Zeit alles neu machen wird, der ist jetzt schon da. Mit seiner Liebe und seiner Kraft.
Das Bild von der Altarruine berührt mich: Jesus ist da – mitten in dem, was zerbrochen ist. Und mit nichts lässt er uns allein.

Gottesdienst
Alles neu. Das ist nicht nur eine Hoffnung oder Befürchtung, die sich auf das Ende der Welt bezieht. Schon mitten im Leben kann alles neu werden. Mitten im Leben ist für Lazarus und seine Familie alles aus und doch wird durch die Begegnung mit Jesus alles neu.
Der folgende Gottesdienst lässt sich von der Auferweckung des Lazarus inspirieren. Er kann zu Ostern, aber auch zu einem andern Zeitpunkt, mit Jung und Alt gefeiert werden.
Alles aus oder alles neu? Es ist eine so unglaubliche Geschichte. Jesus stirbt. Damit ist ein Leben zu Ende. Aber die Geschichte geht weiter. Am Ostermorgen ist das Grab leer, in dem er gelegen hat. Gott hat ihn herausgerufen aus dem Tod. Kaum zu glauben! Auch für die Frauen am Grab, für alle, die mit ihm unterwegs waren. Was war da passiert? Im Johannesevangelium geht es schon bevor Jesus nach Jerusalem einzieht, verhaftet wird und stirbt um Auferstehung – alles wird neu.
Danach kann die Geschichte von Lazarus in Auszügen vorgelesen werden oder als Stop-Motion-Film gezeigt werden.

Was ist Auferstehung? Und glaubst du daran? Ja, Marta und Maria glauben daran, dass Jesus einmal auferstehen wird. Und das ist ja auch unsere Vorstellung, die uns trägt. Der Tod hat nicht das letzte Wort. Wenn wir oder andere Menschen sterben, dann hoffen wir darauf, dass wir nicht tot bleiben, sondern wir von Jesus in ein neues Leben gerufen werden. Aber Auferstehung passiert auch mitten im Leben – Lazarus erlebt das ganz deutlich: für ihn wird hier und jetzt schon alles neu. Lassen wir uns heute herausrufen mitten im Leben.

Material
Schoko-Ostereier Aktion
Anmerkung: Diese Station braucht etwas mehr Zeit, ist aber auch sehr beliebt wegen der Materialien. Wer weniger Zeit hat, kann auch alternativ ein Papierkörbchen basteln und Stroh hinlegen.

Material
Spieße-Aktion

Material: Kärtchen mit jeweils einem Spruch
Aktion: Die Teilnehmenden werden eingeladen, sich einen Spruch auszuwählen (s. Anhang). Dort sind Worte zu finden wie:
Ketten sprengen.
Lukas 6,27-28
Aber ich sage euch, die ihr zuhört: Liebt eure Feinde; tut wohl denen, die euch hassen; segnet, die euch verfluchen; bittet für die, die euch beleidigen.
Diese Station hat einen gewissen Challenge-Charakter. Es geht darum, etwas mit Gott zu wagen, Gott zu zutrauen, dass er wirklich etwas an mir, in mir, in meinem Leben verändern kann.
Für die Teilnehmenden wird gebetet.

Mitmachaktion
Reflexion
Wie geht das eigentlich, wenn alles neu wird? Oder wenn überhaupt Neues entsteht? Wenn Blumen wachsen, dann sieht das ganz natürlich und leicht aus. Sie kommen einfach aus dem Boden.
Das fühlt sich bei uns aber meistens nicht so an. Erinnert ihr euch noch an die Lazarusgeschichte? Da waren ganz schön viele Gefühle und Emotionen drin. Liebe, Zweifel, Angst, Zorn, enttäuschte Erwartungen und Jesus weinte sogar. Veränderung geht meistens nicht einfach und entspannt. Das, worauf wir uns verlassen konnten, trägt nicht mehr. Was kommt, ist unklar. Da gehört es dazu, auch mal an anderen zu zweifeln oder auf Jesus sauer zu sein, dass es nicht so wird wie erhofft. Aber das Alte, was uns festhält, hängt nicht mehr an euch.
Aktion: Es kann weg. Stoffbänder vom Kerzenständer abnehmen und ans Kreuz werfen.
Jesus ruft Lazarus heraus in ein neues Leben. Damit wir Neues wagen, braucht es manchmal Worte von anderen, die uns herausrufen. Komm heraus: Komm raus aus deinen Zweifeln! Komm raus aus deiner Angst und Verzweiflung! Komm raus aus deiner ewigen Kritik an allem! Komm raus aus deiner Sackgasse!
Wahrscheinlich habt ihr euch gefragt: was sollte die Station mit dem Schokobrunnen!? Mit dem Neuen ist es so wie mit einem Schokobrunnen und den Früchten. Die Früchte werden mit einer leckeren Schokolade überzogen und sehen ganz anders, ganz neu aus. Der Schokobrunnen kommt so ähnlich auch in der Bibel vor: „Über alles aber zieht an die Liebe“ (Kol 3, 14 Lu). Die Liebe ist wie die süße Schokolade. Alles wird neu, wenn es mit und in Liebe geschieht. Gottes Liebe ist das Band, das alles zusammenhält. Gottes Liebe ruft ins Leben, sie macht alles neu.
Großer Gott (Hände nach oben halten),
wenn um uns herum alles dunkel ist (mit Händen die Augen zuhalten),
kannst du es überraschend hell machen (Hände von den Augen lösen).
Großer Gott (Hände nach oben halten),
wenn wir traurig sind (ein halbes Herz mit der einen Hand formen),
dann kannst du mitfühlen und unser Leid teilen
(ein ganzes Herz mit beiden Händen zeigen).
Großer Gott (Hände nach oben halten),
weil du für immer lebst (Kreis in die Luft malen),
können wir auch für immer leben (noch einmal einen Kreis malen).
Du machst alles neu (Daumen nach oben).
Amen.
Gut eignet sich der Blumenzwiebelsegen: www.jugendarbeit.online/dpf_einheit/blumenzwiebel-segen
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