Jesus rettet uns in den Stürmen des Lebens.
Durch Jesus bekommen wir die Sicherheit, andere im Sturm zu ermutigen.
Paulus war in Jerusalem gefangen genommen worden und verlangte beim Statthalter, dass sein Fall vor dem Kaiser in Rom verhandelt werden sollte. Weil er das römische Bürgerrecht hatte, konnte er das tun. Deshalb war er nun mit einem Schiff römischer Soldaten auf den Weg nach Rom. Von Cäsarea – einer Hafenstadt nördlich von Jerusalem – bis Rom waren es ca. 2900 km Schiffsreise. Zwischendrin wechseln sie die Schiffe in Myra, um weiter nach Italien zu segeln. Paulus wird gut behandelt, aber die Fahrt ist wegen ungünstiger Winde langsam. Deshalb müssen sie in einem Hafen überwintern. Zwischen November und März war das Meer nur sehr schwer zu befahren und die Schifffahrt eingeschränkt.
Weil sie trotzdem einen anderen Hafen anfahren wollen, kommen sie in einen Sturm, der das Schiff manövrierunfähig macht. Der Sturm und wie sie darauf reagieren, ist sehr detailliert beschrieben.
Spannend ist, dass Paulus von einem Engel die Sicherheit bekommt, dass sie alle überleben werden. Als dann aber Matrosen fliehen wollen, sagt er, dass diese Zusage nur eintreffen wird, wenn die Männer an Bord bleiben. Das ist ein schönes Bild für Gottes Vorsehung und unsere Freiheit. Beides ist zur gleichen Zeit wahr – Gott ist souverän und weiß, wie wir uns entscheiden, bevor wir es tun, aber gleichzeitig haben wir einen freien Willen und sind verantwortlich für unsere Entscheidungen. Wie beides gleichzeitig wahr ist, übersteigt unseren Verstand. Aber wir können beide Dinge in der Praxis leben. Die Sicherheit, einen souveränen Gott zu haben, wie Paulus die Besatzung damit ermutigt. Und gleichzeitig die Ernsthaftigkeit Verantwortung zu übernehmen, die uns wie die Soldaten zum Handeln bringt.
Gleichzeitig ist diese Geschichte auch ein Bild für unsere Rettung durch Jesus. Paulus sagt den Matrosen, das Schiff muss zerstört werden, damit ihr gerettet werdet. Setzt euer Vertrauen auf Gott.
Wir haben auch Stürme im Leben, die uns Vertrauen abverlangen. Aber wir dürfen wissen, dass unsere letztliche Rettung durch Jesus kommt, der für uns zerstört wurde, damit wir leben können.
Mir gefällt an diesem Text, wie detailliert Paulus seine Reise hier schildert, wie er sich in die Seefahrt hineingedacht hat, um zu verstehen was passiert. Aber was mich am meisten fasziniert ist, mit welcher Sicherheit Paulus hier auftritt. Er ist ein Gefangener auf einem Schiff, dass die Soldaten, die ihn nach Rom bringen sollen, gechartert haben. Und trotzdem mischt er sich in die Angelegenheiten der Seeleute ein, weil er sie vor Gefahr warnen will. Und er ermutigt die Mannschaft im Sturm mit Gottes Wort und überzeugt sogar die Soldaten. Diese Freimütigkeit wünsche ich mir auch, eine Sicherheit, die daraus kommt, dass ich mit Gott lebe und seinen Willen tue.
Starter:
Die Starter kennen vielleicht auch solche Stürme im Leben, Situationen, die überfordernd und hoffnungslos scheinen. Sie sollen heute erfahren, dass Gott diese Situationen trotzdem im Griff hat. Dass bei ihm Rettung zu finden ist. Aber dass wir die Rettung nur durch Jesus finden, weil er für uns sein Leben gab.
Checker:
Auch die Checker kennen Stürme im Leben, denn der Glaube an Jesus bewahrt uns nicht vor Schwierigkeiten. Wir dürfen aber anders damit umgehen, weil Gott uns Sicherheit gibt. Sie dürfen aber auch herausgefordert werden andere zu ermutigen und von Gott zu erzählen (so wie Paulus im Sturm).
Idee 1 – Erlebnispädagogisches Spiel:
Die Gruppe hat Schiffbruch erlitten und muss zunächst versuchen, sich aus dem sinkenden Schiff auf Wrackteile (Teppich o. Holzbrett – 1 pro Spieler) zu retten. Um sie herum treibt verstreut ihr Hab und Gut (zusätzliche Gegenstände wie Tasche, Hut, Teller, Taschenlampe usw.). Die Spielaufgabe besteht darin, mit ihrer Habe eine nahe Insel zu erreichen, die als sichere Zone im Raum markiert ist. Da ein Taifun heranzieht, hat die Gruppe hierfür 10 Minuten Zeit. Zu Beginn stehen alle Beteiligten an einer Linie, von der aus sie die ersten Wrackteile erreichen können. Sie müssen sich nun so organisieren, dass alle auf den Wrackteilen Platz finden, von diesen aus sie ihre verloren gegangenen Gegenstände einsammeln und die Insel erreichen können.
Idee 2 – Der Kapitän sagt
Der Kapitän gibt Befehle, die aber nur ausgeführt werden dürfen, wenn er vorher „Der Kapitän sagt“ ruft. Wer einen Fehler macht, scheidet aus.
Verkündigungsart: Theaterstück
Vorbereitung: Mit Stühlen, Bänken, Tischen o.ä. ein Boot stellen (draußen kann man auch mit Wasser arbeiten) und die Kinder hineinsetzen
Personen (dargestellt durch Mitarbeitende): Paulus, Hauptmann, Matrosen
Andacht:
Vorgeschichte erzählen: Paulus wurde gefangen genommen und weil er sich auf den Kaiser in Rom berufen hat, wird er nun von Soldaten nach Rom gebracht. Dazu müssen sie auf einem großen Schiff reisen mit 276 Leuten drauf. Es wird immer später im Jahr, deshalb wurde das Wetter immer unsicherer.
Paulus geht zum Hauptmann:
Paulus: Herr Hauptmann. Ich glaube, es ist keine gute Idee in der nächsten Zeit loszufahren. Ich will euch wirklich warnen. Ich sehe, dass die Fahrt nicht gut enden wird – sowohl für das Schiff als auch für uns.
Hauptmann: Was weiß denn so ein Missionar wie du schon von der Schifffahrt? Hier können wir nicht den Winter überbleiben. Und der Steuermann hat gesagt, das wird schon. Außerdem weht gerade ein sanfter Südwind, das ist auch ein gutes Zeichen. Also hab dich mal nicht so, das klappt schon alles.
Mitarbeiter und Kinder segeln zusammen in ihrem Boot.
Matrose 1: Oh nein, schaut mal da vorne – die Wolken werden ja immer dunkler. Und der Wind ist auch nicht mehr gerade sanft.
Über die Box Sturmgeräusche laufen lassen.
Mitarbeiter rennen wie verrückt durch die Boote. Sie werfen Ballast nach draußen, schreien Befehle, andere Mitarbeitende spritzen Wasser in die Boote. Panik und Hektik verbreiten.
Matrose 3: Schnell – reißt die Segel runter!
Matrose 2: Aber dann können wir nicht mehr steuern. Wir haben keine Ahnung, wo wir eigentlich sind.
Matrose 3: Egal, sonst gehen wir unter!
Matrose 1: So geht das jetzt schon seit Tagen. Wir haben keine Ahnung, wo wir sind, wir werden vom Wind hin und her getrieben und können nicht mehr steuern. Wir sind verloren!!!
Paulus steht in der Mitte auf schreit Ruhe – alle Mitarbeitenden sind ruhig und hören zu:
Ich will ja nicht sagen, ich hab’ es euch ja gesagt aber: Ich hab’ es euch ja gesagt! Wir hätten nicht abfahren sollen. Aber heute Nacht stand ein Engel Gottes bei mir, der hat mir gesagt, dass wir alle gerettet werden. Es wird aber keine sanfte Landung sein. Aber habt Mut – wenn wir zusammenbleiben, wird keinem von uns etwas passieren.
Paulus redet zu den Kindern:
Wie geht es euch in diesem Boot? Wenn ein Sturm kommt, wollen wir da nicht drin sein. Aber ich glaube wir hatten alle schon solche Stürme in unserem Leben. Wenn es in der Schule nicht glatt läuft, eine schlechte Note nach der anderen kommt. Streit mit guten Freunden. Oder Mobbing in der Schule. Vielleicht ist der Streit auch zuhause, oder die Eltern haben sich getrennt. Da fühlt man sich manchmal so wie ein Schiff im Sturm – wild hin und her geworfen, keine Steuermöglichkeit, keine Ahnung wo es hin geht und keine Hoffnung mehr.
Was verspricht uns Gott in so einer Situation? Dass wir davor beschützt werden? Nein, die Stürme kommen, das haben die Männer auf dem Schiff auch erlebt. Aber er verspricht uns das Gleiche wie Paulus (also wie mir) – dass wir am Ende gerettet werden, wenn wir uns auf ihn verlassen. Letztlich macht Gott alles gut, wenn wir ihm vertrauen. Gott rettet uns!
Matrose 1 kommt zum Hauptmann neben Paulus:
Matrose 1: Wir haben gerade die Wassertiefe zwei Mal geprüft. Es wird flacher! Wir nähern uns Land!
Steuermann: Werft die Anker aus, damit wir nicht in der Dunkelheit auf ein Riff auffahren!
Ein paar Matrosen versuchen heimlich zu verschwinden. Sie gehen nach hinten zu einem Rettungsboot (Decke) und versuchen damit zu fliehen.
Paulus zu Hauptmann:
Herr Hauptmann, wenn die Matrosen abhauen und sich selbst retten, kann niemand von uns gerettet werden.
Hauptmann (laut): Haltet sie auf! – Mitarbeitende und Kinder fangen die Matrosen, ziehen sie ins Boot und werfen das Rettungsboot (Decke) von Bord.
Paulus: So wie die Matrosen sich selbst retten wollen, versuchen wir es auch oft. Wir wollen Gott nicht so richtig vertrauen, dass er uns einfach so rettet. Deshalb wollen wir es ohne ihn schaffen. Aber das geht nicht, damit machen wir alles nur noch schlimmer. Es gibt nur eine Möglichkeit gerettet zu werden – Gott zu vertrauen.
Deshalb vertraut ihm jetzt und esst etwas – keinem von euch wird ein Haar gekrümmt werden.
Matrose 2: Werft noch mehr Ballast über Bord.
Matrose 3: Seht mal, da vorne ist eine Bucht!
Steuermann: Hisst das Segel, volle Fahrt voraus!
Matrose 1: Da ist eine Landzunge, ahh!
Alle werden zu Boden geworfen.
Steuermann: Wir sind aufgesessen und die Wellen haben das Heck des Schiffs völlig zerrstört! Ist jemand verletzt?
Nacheinander stehen die Mitarbeitenden auf und sagen, Nein, alles gut! Bin fit. Bin okay.
Hauptmann: Los geht’s – rettet euch an Land. Nehmt die Trümmer des Schiffs als Schwimmhilfen. Wir haben überlebt! Wir haben tatsächlich alle überlebt! Wir sind gerettet!
Paulus: Ja, Gott rettet! In diesem Fall musste erst das Schiff zerstört werden, damit alle darauf gerettet werden. Und wie ist es bei uns? Wie rettet Gott uns? Wie macht er zum Schluss alles gut?
Ganz ähnlich. Jesus ist auf diese Welt gekommen und wurde „zerstört“, d.h. er ist für unsere Schuld gestorben. Und wird damit zu unserem Rettungsboot. Wenn wir uns auf ihn verlassen, dann können wir in den Stürmen des Lebens wissen, dass am Ende alles gut wird. Dass Gott eine Zukunft für uns hat, ohne Tränen, ohne Leid und Schmerz. Ohne Stürme. Ein Leben der Freude – bei Gott wo wir hingehören.
Auf wen willst du dich verlassen? Willst du Jesus vertrauen?
Die Geschichte wird mit einem Klemmbaustein-Boot und blauen Tüchern nachgestellt.
Die Stationen der Geschichte werden mit einem Papier- oder Klemmbausteinboot nachgespielt.
In Kleingruppen werden folgende Fragen besprochen:
Er brachte den Sturmwind zum Schweigen, und die aufgepeitschte See beruhigte sich. Sie waren froh, dass sich die Wogen legten. So führte er sie in den ersehnten Hafen. Psalm 107,29-30 (BasisBibel)
Bewegungen:
Die Kinder überlegen, welche Stürme sie gerade im Leben haben und schreiben diese auf einen Zettel. Es kann ein Austausch folgen, aber kein Kind muss etwas erzählen. Im Anschluss betet jeder für sich für diese Stürme und ein Mitarbeiter/eine Mitarbeiterin greift nochmal auf, dass wir Sicherheit bei Gott finden können.
Papierschiffe falten und bemalen
Im Anschluss können die Papierboote schwimmen gelassen (und gegebenenfalls der Sturm nachgespielt) werden.
Ladung wegwerfen
Zwei Spielfelder werden getrennt durch eine Mittellinie. Auf jeder Seite steht ein Team. Papierkugeln, Bälle oder ähnliches müssen aus der eigenen Hälfte rüber geworfen werden. Wer nach Ablauf der Zeit die wenigsten Bälle o.ä. auf seiner Seite hat, hat gewonnen.
Feuer, Wasser, Sturm
Die Spielleitung gibt die Kommandos und überprüft die Durchführung.
Feuer: flach auf den Boden legen
Wasser: auf Stuhl, Tisch oder Bank retten
Sturm: in eine sichere Ecke des Raumes stellen
Wer die falsche Aktion ausführt oder zu langsam ist, scheidet aus und übernimmt die Kommandogabe für die nächste Spielrunde.
Schwierigen Situationen muss ich nicht aus dem Weg gehen. Jesus kann mir helfen.
Gott zeigt mir den Weg, auf ihn kann ich vertrauen. Wenn es einmal schwierig wird, kann ich mich an ihn wenden.
Unser Text beschreibt das Ende der dritten Missionsreise des Paulus. Mit dem Schiff erreicht er Ptolemais, eine Hafenstadt und wichtiger Handelspunkt nördlich der heutigem Stadt Haifa. Hier gibt es eine kleine Christengemeinde, bei der er sich aber nicht lange aufhält, denn Paulus möchte gerne zu Pfingsten in Jerusalem sein. Hatte er am anderen Orten noch längere Aufenthalte, da er auf eine passende Schiffspassage warten musste, geht es jetzt zu Fuß weiter nach Cäsarea. In Cäsarea (einen Tagesmarsch entfernt) kehrt er ein bei Philippus. Philippus ist einer der Sieben, die von den Aposteln als Helfer berufen wurden, er lebt jetzt mit seiner Familie in Cäsarea und verkündigt dort die Botschaft von Jesus. Bei Philippus zu Gast ist auch der Prophet Agabus. Agabus ist Paulus auf einer seiner Reisen in Antiochia schon einmal begegnet und hat damals eine Hungersnot in Judäa vorausgesagt, woraufhin Paulus dann Spenden gesammelt und nach Jerusalem gebracht hat. Agabus warnt Paulus in Form einer Handlung, vor dem, was ihn in Jerusalem erwarten wird, indem er sich mit seinem Gürtel Hände und Füße fesselt. Ein Gürtel war zur Zeiten Christi ein langes Tuch, das um die Lenden geschlagen wurde. Paulus schlägt diese Warnung aber aus. Er ist sich dessen bewusst, was ihn in Jerusalem erwarten wird, und ist sogar bereit für Jesus zu sterben. Weiter geht die Reise nach Jerusalem. Eine Strecke von etwa 100 Kilometern, die wohl mit Hilfe eines Reittieres zurückgelegt werden musste und einen Zwischenstopp bei einem alten Jünger Namens Mnason erforderte. In Jerusalem wurde Paulus von den Christen freundlich willkommen geheißen. Es sind wohl aber nicht alle Christen gemeint, denn in Jerusalem herrschte ein allgemeines Misstrauen gegenüber Paulus. Es findet ein Treffen mit den Gemeindeleitern bei dem Apostel Jakobus statt. Da im Text nur von Jakobus gesprochen wird, ist davon auszugehen das er der Einzige der Apostel war, der sich zu der Zeit in Jerusalem aufhielt. Paulus berichtet ausführlich über seine Reisen und wie Gott unter den Heiden gewirkt hatte, die sich zu Christus bekehrt hatten. Sein Bericht wird mit Freude aufgenommen, es überwiegt aber die Sorge, wie die Judenchristen die Ankunft Paulus in Jerusalem aufnehmen werden. Paulus hatte vor seiner Ankunft in Jerusalem schon einige seiner Briefe verfasst und deren Inhalt wirkte verstörend auf die Christen in Jerusalem, da er in seinen Briefen vor allem den Glauben an Jesus in den Vordergrund stellt und nicht so sehr die Einhaltung der jüdischen Gesetze. Das wurde von den Judenchristen so verstanden, dass Paulus zur Abkehr von den jüdischen Vorschriften aufruft. Jakobus schlägt deshalb vor, das Paulus seine Gesetzestreue beweist, indem er an einem Nasiräergelübde teilnimmt. Ein solches Nasiräat ist eine besondere Form, sich an Gott zu binden, indem in einem bestimmten Zeitraum bestimmte Regeln einhält. Zum Beispiel der Verzicht auf Speisen und Getränke und die Einhaltung von Reinigungsvorschriften, die in 4 Mose 6, 1 – 21 beschrieben sind. Vier Männer der Urgemeinde durchlaufen gerade dieses Gelübde und Paulus soll die Kosten für die zum Teil sehr teuren Opfer dieses Brauchs übernehmen und auch an den Reinigungszeremonien teilnehmen, um so zu zeigen, dass auch er sich von den Tischgemeinschaften mit den Heiden reinwäscht. Nachdem Paulus das Gelübde fast vollendet hat, wird er von Juden aus Asia im Tempel erkannt. Die Provinz Asia liegt in der heutigen Türkei und gerade die Juden aus Ephesus waren nicht gut auf Paulus zu sprechen, da er sich dort schnell bei seinen Verkündigungen von den Synagogen getrennt hatte. Sie warfen Paulus sogar die Aufgabe Heiliger Stätten vor, zudem hatten sie Paulus zuvor in Begleitung des Griechen Trophimus gesehen, und waren nun überzeugt, Paulus hätte ihn mit in das Innere des Tempels genommen. Nichtjuden war es verboten, den inneren Vorhof des Tempels zu betreten. Verbotstafeln wissen daraufhin, auch das eine Nichteinhaltung mit dem Tod bestraft werden kann. Ein Tumult entsteht, Paulus wird lautstark aus dem Tempel geworfen, denn im Tempel darf kein Blut vergossen werden, und sie fangen an ihn zu verprügeln. Da der Tempel mitten in der Stadt steht, werden immer mehr Bewohner Jerusalems auf das Ereignis aufmerksam und begeben sich zum Tempel. Durch die nun aufgebrachte Menschenmenge bleibt aber auch den Soldaten der nahen Burg Antonia der Tumult nicht verborgen. Der Tribun schickt sofort eine Eskorte, um den Aufstand aufzulösen. Im Angesicht der Soldaten wird von Paulus abgelassen und die Soldaten nehmen ihn fest und fesseln ihn mit Ketten. Dem Tribun gelingt es nicht herauszubekommen, was man Paulus eigentlich vorwirft, so aufgebracht ist die Menge. Er lässt Paulus abführen. Als die Juden merken, dass ihnen Paulus entzogen wird, bedrängen sie die Soldaten so, dass sie ihn auf Händen tragen müssen, um ihn vor dem Volk zu schützen. Die Juden fordern, wie auch schon bei Jesus, „hinweg mit ihm!“.
Wir kommen immer wieder in Situationen im Leben, in denen wir Entscheidungen treffen müssen. Da tut es manchmal gut, einen guten Ratgeber an der Seite zu haben. Doch wer ist der richtige Ratgeber? Der Kollege oder Mitschüler, den man gerade erst ein halbes Jahr kennt oder doch der Freund aus dem Kindergarten? Das hängt wohl auch immer von der jeweiligen Situation und äußeren Einflüssen ab. Aber zeigt uns Paulus hier nicht, dass Gott unser bester Ratgeber ist? Er schätzt die Warnungen seiner Ratgeber sehr, doch ist er davon überzeugt, dass Gott einen anderen Plan für ihn vorgesehen hat und die ganzen Geschehnisse, die ihn da erwarten könnten, doch ein Teil davon sein können. Sollten böse Gerüchte ihn von seinem Weg abhalten? Er ist doch davon überzeugt, das Richtige zu tun und seine Meinung gegebenenfalls auch zu verteidigen. Manchmal ist es gut, aber erfordert auch viel Mut, Entscheidungen die andere nicht nachvollziehen können, auch wenn uns gute Ratgeber vielleicht davon abraten würden, ganz im Vertrauen auf Gott. Wenn Kinder mit Problemen zu uns kommen, sollten wir ihr Anliegen immer im Ganzen betrachten, mit ihnen und auch für sie beten und nach Gottes Willen fragen.
Auch Kinder kommen immer wieder in Situationen, wo sie Entscheidungen treffen müssen. Da geht man der schwierigen Situation dann lieber aus dem Weg, als sich dem zu stellen. Geh dem doch lieber aus dem Weg, kann da ein Rat sein, obwohl ein klärendes Gespräch vielleicht oft die bessere Lösung ist. Manchmal haben Kinder auch eine Abneigung gegenüber anderen Kindern, die sie überhaupt nicht kennen. Vorurteile oder Gerüchte können da die Gründe sein und wenn man sich dann mal ein bisschen besser kennenlernt, können wahre Freundschaften daraus entstehen. Oft haben Kinder ein mulmiges Gefühl vor einer schwierigen Situation, zum Beispiel wenn es in eine Prüfung geht. Paulus kann hier ein echtes Vorbild sein, er stellt sich den Geschehnissen und vertraut voll auf Gott.
Idee 1 – Geschichte zum Einstieg
Die Geschichte kann entweder vorgelesen werden oder durch ein kleines Anspiel vorgetragen werden. Die Namen sind beliebig austauschbar.
Anna und Ben unterhalten sich, Ben sagt: „Hast du schon gehört, die Jungschar soll ab nächste Woche immer an einem anderen Tag stattfinden und außerdem soll sie eine halbe Stunde kürzer sein“. Lisa ist ganz erstaunt: „Was, das höre ich ja zum ersten Mal, wer hat dir das denn erzählt.“ Ben sagt: „Meine Mutter hat mir das erzählt, die hat das wohl von Lisas Mutter und die hat das wohl vom Pastor gehört“. „Aber ich kann doch nur freitags, das ist ja blöd, dann kann ich ja gar nicht mehr kommen“ entgegnet Anna. „Komm wir fragen mal unseren Jungscharleiter, ob das stimmt“ sagt Ben. „Martin, stimmt es das die Jungschar ab nächster Woche an einem anderen Tag stattfindet und außerdem nicht mehr so lange dauert?“ fragt Anna. „Nein, wie kommt ihr denn darauf?“ fragt Jungscharleiter Martin. „Das habe ich so gehört, hat meine Mutter erzählt“ entgegnet Ben. „Dann kann ich ja gar nicht mehr zur Jungschar kommen“ sagt Anna. „Da macht euch mal keine Sorgen, das stimmt so nicht. Die Jungschar bleibt so wie sie ist. Wir haben mal überlegt, die Jungschar in den Ferien zusätzlich auch an einem anderen Tag anzubieten“ entgegnet Martin. „Da bin ich ja beruhigt“ sagt Anna. „Und sag deiner Mutter noch, dass alles so bleibt wie es ist, Ben“ fordert ihn Jungscharleiter Martin auf. „Werde ich machen“ sagt Ben.
Idee 2 – Flüsterpost
Die Kinder stellen sich in einer Reihe auf. Ein Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin sagt dem ersten Kind nun einen Begriff ins Ohr. Das erste Kind flüstert dem zweiten Kind den Begriff ins Ohr und so weiter. Ziel ist es zu zeigen, dass wenn etwas durch viele Ohren wandert, meist nicht mehr das Wahre am Ende rauskommt.
Verkündigungsart: Anspiel
Benötigte Personen: Agabus, ein Bürger aus Cäsarea
Die Geschichte wird aus Sicht von Agabus erzählt. Ein Mitarbeiter/eine Mitarbeiterin verkleidet sich als Agabus. Zur Zeit von Jesus trug man für gewöhnlich eine Tunika. Ein Gewand aus Wolle, das bis zu den Knien ging. Wichtig dabei ist der Gürtel, der wie ein Tuch um die Taille gebunden wurde.
Agabus fesselt sich mit einem langen Tuch (Gürtel) Hände und Füße. Ein/e zweite/r Mitarbeiter/in geht auf ihn zu.
Mitarbeiter/in (M): Hallo, wer bist denn du und was machst du, kann ich dir helfen?
Agabus (A): Mir ist nicht mehr zu helfen, beziehungsweise Paulus ist nicht mehr zu helfen.
M: Paulus, du kennst Paulus?
A: Ja, ich komme gerade aus Jerusalem und sie haben ihn festgenommen.
M: Was, aber was hat er denn getan?
A: Das ist gar nicht so leicht zu erklären, den eigentlich hat er nichts Schlimmes getan.
M: Aber, woher kennst du Paulus?
A: Ohh, entschuldige, ich habe mich gar nicht vorgestellt. Mein Name ist Agabus.
M: Agabus? Sagt mir nichts. Sollte man dich kennen?
Agabus tut ganz bescheiden.
A: Nein, nein ich bin nur ein ganz unbedeutender Prophet. Ich habe Paulus vor einigen Jahren in Antiochia kennengelernt. Damals habe ich eine Hungersnot vorausgesagt und Paulus konnte so Spenden sammeln und die Leute in Jerusalem mussten nicht verhungern.
M: Wow nicht schlecht, du hast eine Hungersnot vorausgesagt. Das find ich jetzt nicht so unbedeutend. Wie konntest du das vorausahnen?
A: Nun ja, ich bin ja Prophet. Da werden mir von Gott Dinge vorausgesagt. Durch einen Traum zu Beispiel.
M: Okay, und warum hast du dir jetzt Hände und Füße gefesselt?
A: Ich hatte wieder so etwas vorausgeahnt. Diesmal sollte Paulus festgenommen werden.
M: Und, da hast du ihn gewarnt, oder?
A: Ja, Paulus, habe ich gesagt, gehe nicht nach Jerusalem. Sie werden dich festnehmen und dich an Händen und Füßen fesseln.
M: Hmm, er scheint nicht auf dich gehört zu haben.
A: Nein und es kam noch viel schlimmer. Es gab einen riesigen Tumult. Die Leute wollten Paulus verprügeln. Zum Glück hat das jemand gesehen und dem römischen Kommandanten gemeldet, die Soldaten sind dann eingeschritten.
M: Die haben ihn dann beschützt?
A: Nein, das nun auch nicht gerade, sie haben aber verhindert, dass er weiter geschlagen wird.
M: Und wie ging es dann weiter?
A: Sie haben ihn in die Kaserne gebracht, dafür mussten sie ihn auf Händen tragen, weil die Leute so in Aufruhr waren.
M: Boah, das hört sich aber krass an, aber nun noch einmal zu meiner Frage von vorhin. Was wurde Paulus denn nun eigentlich vorgeworfen?
A: Ja, das wollte der Kommandant dann auch wissen. Aber die Leute schrien so durcheinander, dass er nichts verstanden hat.
M: Aber du. Du weißt doch bestimmt, worum es ging.
A: Ja, wir haben uns ja bei der Ankunft von Paulus in Jerusalem bei Jakobus getroffen. Und da wurde uns gleich berichtet, das böse Gerüchte über Paulus im Umlauf sind.
M: Gerüchte, was den für Gerüchte?
A: In Jerusalem hatten viele Juden zum Glauben an Jesus gefunden. Sie hielten sich aber weiterhin an die Gesetze von Mose.
M: Du meinst die Zehn Gebote und so?
A: Nicht nur die Zehn Gebote, es wurden ja auch noch viele andere festgelegt, die die Juden einzuhalten hatten.
M: Und was war nun das Gerücht?
A: Paulus soll die Juden im Ausland aufgefordert haben, sich nicht mehr an diese Regeln zu halten.
M: Und ist das wahr?
A: Nicht ganz, die haben das einfach nicht richtig verstanden.
M: Okay, das verstehe ich jetzt aber auch nicht.
A: Naja, es gab für die Juden viele Gesetze, die Mose mal aufgestellt hat. Und die Nichtjuden, den Paulus ja von Jesus erzählt hat, kannten diese Gesetze nicht. Er hat ihnen gesagt, dass das nicht so wichtig ist, sondern der Glaube an Jesus viel wichtiger ist. Und die Juden glauben jetzt, dass Paulus diese Gesetze abschaffen möchte.
M: Ahh, verstehe, ganz schön kompliziert…
A: Und nun kam noch hinzu, dass Paulus in der Stadt mit einem Griechen gesehen wurde und gleich wurde behauptet, Paulus hätte ihn mit in den inneren Vorhof des Tempels genommen.
M: Das ist da, wo nur die Juden reindürfen, oder?
A: Da stehen sogar Schilder, die das verbieten und auch, was für schlimme Strafen es dafür gibt.
M: Hat Paulus den Griechen wirklich mit reingenommen?
A: Nein, natürlich nicht, das war auch wieder ein Gerücht. Im Gegenteil, er hat sogar an einem Gelübde teilgenommen, um sich reinzuwaschen.
M: Einem was?
A: Da muss man eine Woche lang bestimmte Vorschriften beachten. Man darf zum Beispiel bestimmte Speisen und Getränke nicht zu sich nehmen.
M: Und, hat das was gebracht?
A: Nein, das hat dann auch keine Rolle mehr gespielt und nun sitzt Paulus im Gefängnis.
M: Dann beruhige dich erst einmal und ich hoffe, dass es für Paulus gut ausgeht.
A: Danke, wir werden sehen.
M: Tschüss und danke für das Gespräch.
A: Tschau.
Die Geschichte wird mit Hilfe von Bildern erzählt. Dazu eignen sich folgende Links (letzter Zugriff 06.05.2026):
https://www.gratisbibelbilder.de/illustrationen/paul-jerusalem-return
Folie 6: Die Missionsreise nach Cäsarea
Folie 7: Paulus bei Philippus
Folie 8: Agabus fesselt sich mit Paulus Gürtel
Folie 9: Bitte an Paulus, nicht nach Jerusalem zu gehen
Folie 10: Paulus schlägt alle Warnungen aus
Folie 11: Reise nach Jerusalem
Folie 12: Empfang in Jerusalem
Folie 13: Beratung unter den Gemeindeleitern
Folie 14: Paulus wird unterrichtet, was man ihm vorwirft
Folie 15: Jakobus schlägt vor, dass Paulus an einem Gelübde teilnimmt
Folie 16: Paulus erklärt sich bereit, an dem Gelübde teilzunehmen
https://www.gratisbibelbilder.de/illustrationen/paul-arrested-jerusalem
Folie 3: Paulus wird im Tempel entdeckt
Folie 4: Ein Aufruhr wird angestiftet
Folie 5: Paulus wird verprügelt
Folie 6: Paulus wird festgenommen
Fragen zur Wiederholung:
Folgende Fragen helfen, über die Geschichte ins Gespräch zu kommen:
Schlussimpuls: Manchmal ist es schwer eine Entscheidung zu treffen, aber wir dürfen die Situation immer an Jesus abgeben und ihn um Hilfe bitten.
Die Kinder sitzen im Kreis und fassen sich an den Händen, jeder darf kurz im Stillen für eine schwierige Situation beten und drückt dann die Hand des nächsten. Ein Mitarbeiter/eine Mitarbeiterin schließt das Gebet dann ab.
Bibel hoch
Jedes Kind bekommt eine Bibel. Auf das Kommando “Bibel hoch” halten alle ihre geschlossene Bibel hoch. Ein Mitarbeiter/eine Mitarbeiterin nennt nun eine Bibelstelle und wer sie zuerst gefunden hat und vorliest, bekommt einen Punkt. Es kann hilfreich sein, die Kinder vorher nach Wissen, Können und Alter einzuteilen. Alternativ können auch zwei Gruppen gegeneinander antreten und statt der ganzen Bibel nur das Neue Testament verwendet werden.
Reise nach Jerusalem
Es werden Stühle in einem Kreis aufgestellt. Es ist immer ein Stuhl weniger im Kreis als Kinder. Nun wird Musik gespielt und die Kinder müssen um den Stuhlkreis laufen. In dem Moment, wo die Musik aufhört, müssen alle Kinder sich hinsetzen. Wer keinen Platz bekommt, scheidet aus.
Gott hat uns immer im Blick, auch wenn wir gerade mit etwas anderem beschäftigt sind.
Paulus hat in seinem Leben einiges gemacht, worauf er nicht stolz ist. Früher hat er Christen sogar verfolgt. Doch dann begegnete er Jesus, und sein Leben veränderte sich komplett. Paulus wurde Christ und begann zu glauben, dass Gott ihn führt und auf ihn achtgibt. Diese Erfahrung wollte er mit anderen teilen. Deshalb reist er durch viele Städte und Länder, besucht Gemeinden und erzählt den Menschen von Jesus, von seinem Glauben und davon, was Gott in seinem Leben verändert hat.
Lukas, Paulus und seine Begleiter sind nun schon sieben Tage in Troas, einer Hafenstadt an der Westküste Kleinasiens. Sie befinden sich auf einer langen Reise, auf der Paulus den Menschen von Jesus erzählt. Bevor sie Troas erreichten, waren sie schon in Philippi und feierten dort das Passahfest. Weil es der letzte Abend in Troas vor ihrer Abreise war, zog sich Paulus Rede noch sehr lange.
Sie befanden sich in einem Versammlungsraum im obersten Stockwerk, und es war sehr voll, stickig und warm. Die Menschen, auf die Paulus und seine Reisebegleiter in Troas trafen, werden in der Bibel nicht explizit definiert. Wahrscheinlich handelte es sich um junge und alte, kleine und große, kranke und gesunde Frauen und Männer, die überwiegend Christen waren. Sicher haben sich unter den Versammelten auch Reisende oder Freunde von Christen aufgehalten, die einfach Paulus Worten zuhören wollten.
Auch Eutychus wollte hören, was Paulus zu sagen hatte, und fand einen Platz zum Sitzen am Fenster. Je länger er zuhörte, desto anstrengender wurde es, nach dem langen Tag noch die Augen offen zu halten. Er schaffte es bis kurz vor Mitternacht, wach zu bleiben, aber dann übermannte ihn der Schlaf. Weil er am Fenster keinen sicheren Halt hatte, stürzte er im Schlaf plötzlich aus dem Fenster drei Stockwerke tief auf den harten Boden.
Die Versammelten stürmten nach unten, und als die ersten Personen zu Eutychus gelangten, merkten sie, dass er tot war. Auch Paulus kam kurz darauf dazu und nahm Eutychus Körper in den Arm. Paulus sprach zu allen Anwesenden: „Beruhigt euch, er lebt noch!“
Als wäre nichts gewesen, kehrte Paulus mit Eutychus und den Versammelten wieder in den Versammlungsraum zurück und feierte mit allen Anwesenden das Abendmahl. Außerdem redete er anschließend noch bis zum Morgen weiter.
Als es dann Zeit wurde, machten sich Lukas, Paulus und seine Begleiter auf den Weg zu ihrem nächsten Reiseziel nach Assos. Die Zuhörer aus Troas machten sich ebenfalls wieder auf den Weg nach Hause, und Eutychus wurde nach Hause gebracht. Er kam gesund an.
Alle Anwesenden erlebten den Vorfall und den Besuch von Paulus als eine große Ermutigung.
Im normalen Alltag kommt es selten vor, dass man sieht, wie ein junger Mann aus dem Fenster fällt und stirbt. Aber Kinder werden nach einem langen Tag oft müde und können nicht mehr ganz aufmerksam sein. Eutychus hatte einen langen Tag und wollte, wie alle anderen im Raum, der Rede von Paulus zuhören. Trotz der vielen Menschen und der warmen Luft ließ er sich nicht abbringen, fand einen Sitzplatz und lauschte Paulus Worten.
Im nächsten Moment wacht er auf, liegt am Boden und sieht, wie alle ihn anstarren. Die Geschichte zeigt Kindern, dass sie selbst dann Unterstützung erfahren können, wenn sie müde oder abgelenkt sind. Sie erleben, dass Fehler oder Schwäche nicht das Ende bedeuten muss und andere für sie da sind. Gott ist real und wirkt sogar, wenn wir gerade erst von ihm hören.
Eutychus hat sich interessiert gezeigt und ist trotz Müdigkeit zu Paulus Rede gekommen. Gott hat uns immer im Blick, auch wenn wir gerade mit etwas anderem beschäftigt sind.
Idee 1 – Spiegeltick
Spielfiguren: Eutychus ist der Ticker, die anderen Spieler sind die versammelten Zuhörer.
Spielerklärung: Es gibt mehrere Spieler. Ab 5 Spielern gibt es einen Ticker. Bei größeren Gruppen können auch mehrere Ticker bestimmt werden (z. B. 2 Ticker bei etwa 10 Kindern).
Der Ticker versucht, so schnell wie möglich möglichst viele Spieler zu ticken. Wer getickt wurde, bleibt in einer lustigen Standposition stehen und darf sich nicht mehr bewegen. Erst wenn ein „freier“ Spieler diese Position spiegelt, darf sich der getickte Spieler wieder bewegen. So wird deutlich, dass man manchmal nicht mehr weiterkommt und darauf angewiesen ist, dass andere sich einem zuwenden und helfen.
Idee 2 – Bild vom Hochhaus
Vorbereitung: Ein Bild von einem Hochhaus mit vielen Fenstern.
Durchführung: Den Kindern wird zunächst nur das Hochhaus gezeigt. Gemeinsam wird überlegt, was hinter den einzelnen Fenstern passieren könnte.
Leitfrage: „Was ist dieser Bewohnerin / diesem Bewohner heute passiert?“
Die Kinder sammeln verschiedene Ideen, zum Beispiel:
Im Anschluss sammelt ihr gemeinsam, was euch zu den verschiedenen Situationen einfällt, und tauscht euch darüber aus, welche Gefühle die einzelnen Bewohner haben könnten. Dabei wird deutlich, dass jeder Mensch seinen eigenen Alltag, eigene Erlebnisse und Herausforderungen mitbringt, ihr aber trotzdem miteinander verbunden seid.
Verkündigungsart: Erzählen mit Gegenständen
Materialien: Schuhkarton, Lampe, Figuren oder Steine, Stuhl, Figur für Eutychus, Figur für Paulus, Knospe, Brot
Hinweise: Die Gegenstände werden schrittweise passend zum Verlauf der Geschichte eingesetzt. Die Darstellung mit den Gegenständen soll ruhig und deutlich nachvollziehbar erfolgen, damit die Kinder gut folgen können. Kinder können zwischendurch einbezogen werden (z. B. Vermutungen äußern, mitdenken).
Durchführung
Schuhkarton: Der Schuhkarton wird als Bühne genutzt und zu Beginn geschlossen vor die Kinder gelegt. Er dient als Ort der Geschichte und bleibt zunächst geschlossen, um Spannung aufzubauen.
Lampe: Die Lampe wird als Erstes in den Schuhkarton gestellt. Sie macht sichtbar, dass es Abend ist. Die Atmosphäre im Raum wird warm und ein wenig stickig.
Figuren/Steine: Figuren oder Steine werden in den Schuhkarton gestellt. Sie stehen für die Menschen, die zusammengekommen sind, um Paulus zuzuhören. Der Raum wird immer voller.
Stuhl & Figur Eutychus: Ein Stuhl wird in den Schuhkarton gestellt und die Figur für Eutychus daraufgesetzt. Der Stuhl zeigt den Platz am Fenster. Eutychus sitzt dort und hört zu, während Paulus spricht. Mit der Zeit wird er müde.
Der Stuhl wird langsam umgekippt und die Figur fällt zu Boden. Dadurch wird deutlich, dass Eutychus aus dem Fenster gefallen ist und nicht mehr lebt.
Figuren/Steine: Die Figuren bewegen sich zur liegenden Figur. Sie zeigen, dass sich die Menschen um Eutychus kümmern und ihm Aufmerksamkeit schenken.
Figur Paulus: Die Figur von Paulus wird zu Eutychus gestellt. Paulus wendet sich ihm zu und spricht zu den Menschen.
Knospe: Die Knospe wird gezeigt. Sie steht für neues Leben. Sie macht deutlich: Eutychus lebt – neues Leben ist geschehen.
Brot: Das Brot wird in den Schuhkarton gelegt. Die Menschen feiern gemeinsam Abendmahl und erleben Gemeinschaft.
Die Menschen bleiben noch zusammen, hören Paulus weiter zu und erleben Gemeinschaft. Als es schließlich Morgen wird, gehen alle wieder auseinander und kehren nach Hause zurück. Eutychus ist wieder gesund und wird sicher nach Hause begleitet.
Erzählung aus Eutychus’ Perspektive:
Ich heiße Eutychus.
Heute ist ein besonderer Tag. Paulus ist in unserer Stadt, und alle sagen, dass er von Jesus erzählt. Das will ich auf keinen Fall verpassen! Am Abend gehe ich mit den anderen in den Versammlungsraum. Es sind viele Menschen da. Überall brennen Lampen. Es ist warm und ein bisschen stickig. Paulus steht vorne und erzählt. Er erzählt von Jesus – wie er Menschen geholfen hat, wie Gott die Menschen liebt und wie man mit Gott leben kann.
Ich höre richtig gern zu. Ich setze mich ans Fenster, damit ich alles gut sehen kann. Aber mein Tag war lang. Ich bin schon den ganzen Tag unterwegs gewesen. Jetzt ist es Abend… und es wird immer später. Paulus redet weiter. Und weiter. Und weiter. Inzwischen ist es schon richtig spät geworden. Meine Augen werden schwer. Ich blinzele. Ich versuche, wach zu bleiben. „Ich will doch zuhören…“, denke ich. Aber ich bin einfach zu müde. Meine Augen fallen zu. Und plötzlich… verliere ich den Halt. Ich falle. Alles wird dunkel…
Dann spüre ich etwas. Ich öffne langsam die Augen. Ich liege auf dem Boden. Menschen stehen um mich herum. Alle schauen mich an. Manche sehen erschrocken aus. Und dann sehe ich Paulus. Er ist ganz nah bei mir. Er hält mich fest.
Ich höre ihn sagen: „Habt keine Angst – er lebt!“
Und ich merke: Ich lebe wirklich.
Ich atme. Ich kann mich bewegen. Die Leute sind erleichtert.
Und dann gehen wir wieder nach oben. Es ist inzwischen mitten in der Nacht. Aber Paulus hört nicht auf. Er redet weiter von Jesus. Und wir hören zu. Wir feiern Abendmahl zusammen. Und wir bleiben noch lange zusammen. Als es schließlich Morgen wird, machen sich alle auf den Weg nach Hause. Und ich? Ich werde nach Hause gebracht. Mir geht es gut und ich vergesse diesen Abend ganz bestimmt nie.
Pantomime
Stellt gemeinsam verschiedene Momente der Geschichte als Standbild nach.
Die Szenen können im Vorfeld auf Zettel geschrieben werden oder den Kindern von den Mitarbeitenden leise zugeflüstert werden.
Je nach Gruppengröße können 2–3 Kinder gemeinsam eine Szene darstellen oder einzelne Kinder zeigen die Szene als Pantomime.
Die anderen Kinder schauen zu und versuchen zu erraten, um welchen Moment der Geschichte es sich handelt.
Mögliche Szenen:
Richtig oder Falsch
Es werden nacheinander Aussagen vorgelesen. Wenn eine Aussage richtig ist, bleiben die Kinder stehen. Wenn eine Aussage falsch ist, setzen sich die Kinder hin. Anschließend wird kurz gemeinsam geklärt, was an der Aussage nicht stimmt und wie es richtig wäre. Die Kinder können ihre Gedanken dazu teilen.
Beispiel-Aussagen:
Wenn du durch Wasserfluten gehst, bin ich bei dir. Reißende Ströme spülen dich nicht fort. Wenn du durchs Feuer gehst, verbrennst du nicht. Die Flammen können dir nichts anhaben. Jesaja 43,2 (BasisBibel)
Sprecht den Vers gemeinsam.
Lies den Vers zunächst Stück für Stück vor und lass die Kinder ihn jeweils nachsprechen. Variiere dabei die Art des Sprechens: mal leise, mal laut, wie ein Roboter oder mit verstellter Stimme. So wird der Vers spielerisch wiederholt und bleibt besser im Gedächtnis.
Schreibt oder malt auf einen Zettel etwas, das euch müde macht oder Kraft kostet. Das kann zum Beispiel Schule, Streit, Stress oder etwas anderes sein, das euch beschäftigt. Nehmt euch danach gemeinsam Zeit zum Gebet. Während des Gebets dürft ihr Gott alles sagen, was euch bewegt. Wenn das Gebet zu Ende ist, zerknüllt euren Zettel und werft ihn weit weg.
So wie Eutychus nicht im Tod geblieben ist, sondern durch Gottes Eingreifen wieder zum Leben gekommen ist, dürfen wir darauf vertrauen, dass auch unsere Sorgen und Belastungen bei Gott nicht einfach „liegen bleiben“. Gott hört unser Gebet und ist da, besonders in unseren müden und schweren Momenten.
Reise nach Troas
(Spielablauf wie bei “Die Reise nach Jerusalem”)
Stellt einen Stuhl weniger als Mitspieler auf. Die Kinder laufen zur Musik um die Stühle rum, wenn die Musik stoppt, setzen sich alle hin. Wer keinen Platz findet, scheidet aus.
Flüsterpost
Der Satz “Eutychus schläft ein” wird durch Flüstern weitergegeben. Was kommt am Ende dabei raus?
Gott braucht niemanden, der für ihn kämpft. Manchmal ist es besser, sich nicht auf einen Streit einzulassen.
Auf seiner dritten Missionsreise ist Paulus mit seinen Reisegefährten und Helfern Timotheus und Erastus (V.22) sowie Gaius und Aristarch (V. 29) in die Stadt Ephesus gekommen. Dort lassen sich einige Juden bald im Namen Jesu taufen. Eine Kirche entsteht (Apg.19,1-7)
Paulus lehrt weiter unter den Juden aus Ephesus in der Synagoge. Aber dort will keiner etwas von Jesus hören – also setzt er die Treffen und seine Predigten in einer Schule fort. Dort hören nicht nur Juden, sondern auch Griechen und Andersgläubige von Jesus. Viele von ihnen kommen zum Glauben an Jesus und wenden sich von ihren alten Göttern, von Zauberei und bösen Mächten ab (Apg.19,8-22).
Paulus sieht seinen Auftrag in der Stadt erfüllt und plant weiterzureisen. Timotheus und Erastus brechen schon auf – aber dann kommt es zu einem Aufstand in Ephesus – Apg. 19,23-40. In Ephesus steht ein berühmter Tempel der griechischen Göttin Artemis (mehr Infos darüber in diesem Video: https://www.zdf.de/video/dokus/antike-weltwunder-100/antike-weltwunder-der-artemis-tempel-in-ephosos-100 ; letzter Zugriff 23.03.2026).
Die Silberschmiede verdienen mit dem Tempel und ihren silbernen Nachbildungen gutes Geld. Paulus bringt die Menschen dazu, sich von den Göttern abzuwenden. Der Silberschmied Demetrius sieht sein Geschäft und die Ehre der Göttin in Gefahr. Er schafft es, die ganze Stadt in Aufruhr zu versetzen. Gaius und Aristarch werden von den Schmieden ins Theater gebracht. Das ist der Ort, an dem die Stadtversammlungen abgehalten werden. Paulus will auch dahin gehen. Vielleicht hofft er, die Situation klären zu können und sieht eine Chance von Jesus zu reden. Aber seine Schüler und Freunde halten ihn zurück. Sie haben Angst, dass ihm etwas zustößt. Auch einige Beamte warnen ihn (V.30, 31). Denn in manchen Situationen, wenn die Emotionen so sehr hochkochen, ist kein logisches Argument und keine Diskussion mehr möglich.
Das zeigt auch der weitere Verlauf der Geschichte (V. 34). Der Stadtschreiber schafft es endlich die aufgebrachte Masse zu beruhigen und für Ordnung zu sorgen. Er schafft es an die Vernunft zu appellieren und die Versammlung löst sich auf.
Paulus verabschiedet sich anschließend von seinen neuen Freunden und setzt seine Reise wie geplant fort (Apg. 20,1).
Ein Konflikt eskaliert – die Kinder erleben in ihrem Alltag in der Schule oder in der Familie Konflikte. Vielleicht haben sie selbst schon einmal erlebt, dass man vor lauter Wut nicht mehr logisch argumentieren kann. Oder, dass man einfach mitmacht, auch wenn man gar nicht weiß, worum es geht. Wann ist es dran, sich einem Konflikt zu stellen? Wann eher nicht?
Da der Glaube in unserer Gesellschaft als Privatsache betrachtet wird, kennen die Kinder es sicher kaum, dass man über Gott in einen großen Streit gerät. Aber auch wenn wir um Gerechtigkeit streiten, ist es gut, von Paulus und seinen Freunden zu lernen: Gott ist groß und hat alle Macht. Wir müssen nicht in einer wütenden Auseinandersetzung für ihn und sein Recht kämpfen. Wenn wir mit anderen über unseren Glauben reden oder für Fairness sorgen wollen, dann da, wo Menschen entspannt und an einem ehrlichen Austausch interessiert sind.
Idee 1 – Mitschimpfen
Das Mitarbeitenden-Team spielt eine Gruppe von Menschen, die sich aufregen. Z.B. an einer Bushaltestelle, im Kino, im Supermarkt …: „Das kann ja wohl nicht wahr sein!!“; „Ich lass mir ja viel gefallen – aber das geht zu weit!“; „Findet ihr das nicht auch?!“ … Alle schimpfen und versuchen, die Kinder zum Mitschimpfen zu bewegen. Man erfährt nicht wirklich, worum es geht.
Idee 2 – Die Milch kocht über
Die Kinder stehen sich in zwei Gruppen mit etwas Abstand gegenüber. Eine Gruppe beginnt leise: „Die Milch kocht über!“ – die andere Gruppe antwortet etwas lauter: „Hol´ du sie doch vom Herd!“. Woraufhin die erste Gruppe ihren Satz noch lauter wiederholt. So schaukelt sich der Streit hoch, bis die Kinder nicht mehr lauter rufen können.
Verkündigungsart: Sprech-Chöre
In die Erzählung der Geschichte sind die Kinder mit einzelnen Sätzen eingebunden. Wenn das entsprechende Stichwort fällt, ruft die festgelegte Kindergruppe (bzw. Einzelne) ihren Satz.
Paulus erklärt: „Selbstgemachte Götter, sind keine echten Götter!“
Alle Epheser: „Groß ist die Artemis von Ephesus!“
Mit ruhiger Stimme: „Leute, beruhigt euch! Hört mir zu!“
Demetrius: „Paulus macht unser Geschäft kaputt!“
Erzählung
Auf seiner Reise kommt Paulus mit seinen Gefährten in die Stadt Ephesus. Dort leben Menschen aus unterschiedlichen Kulturen und Religionen. Es gibt in der Stadt einen großen Tempel der griechischen Göttin Artemis. Sie wird von vielen verehrt. Alle Epheser: … Paulus befreit im Namen von Jesus viele Leute von bösen Mächten. Darum wollen viele Leute aus der Stadt jetzt nichts mehr mit Zauberei zu tun haben, sondern Jesus nachfolgen. Paulus erklärt: … Die Leute merken, Paulus hat Recht. Jesus ist stärker als Zaubermächte und Götterstatuen. Sie sagen: Es stimmt, was Paulus erklärt: …! Die Leute verbrennen ihre Götterstatuen und Zauberbücher. Sie werden durch Jesus Kinder von dem Gott, der Himmel und Erde gemacht hat.
In der Stadt Ephesus leben viele Kunsthandwerker. Sie machen kleine Statuen von Artemis und verkaufen sie Touristen. Damit verdienen sie viel Geld. Denn so überzeugt sind Alle Epheser: …! Alle wollen eine kleine Artemis-Göttin zu Hause haben. Einer der Kunsthandwerker ist der Silberschmiede Demetrius …!
Er schimpft: Alle schmeißen wegen Paulus ihre Silberfiguren auf den Müll und keiner kauft neue! Der Meister der Silberschmiede hat Angst um seinen Reichtum.
Was ist, wenn keiner mehr bei mir einkauft!?
Was ist, wenn ich mir meine teure Villa und meinen teuren Wagen nicht mehr leisten kann!?
Wütend ruft Demetrius …!
Er ruft alle Kunsthandwerker aus Ephesus zusammen. Als alle versammelt sind, sagt Demetrius …! Er schimpft, weil Paulus erklärt: …! Der Meister der Silberschmiede macht den anderen Kunsthandwerkern Angst: Dieser Paulus macht sich über unsere schöne Artemis lustig. Sie wird keinen Einfluss und keine Macht mehr haben. Und keiner wird mehr unsere Kunst feiern oder kaufen. Wütend ruft Demetrius …!
Die Kunsthandwerker sind entsetzt. Wütend rufen sie mit Allen Ephesern: …! Sie gehen auf die Straße. Die Kunsthandwerker rufen mit Allen Ephesern: …! Immer mehr Leute laufen zusammen. Alle wollen wissen, was los ist. Immer lauter rufen Alle Epheser: …! Die Menschenmenge trifft auf Gaius und Aristarch, zwei Freunde von Paulus, die zufällig vor einem Laden stehen. Sie schleppen sie mit zum Versammlungsplatz. Es kommen noch mehr Leute dazu. Große und Kleine, Alte und Junge. Immer lauter rufen Alle Epheser: …!
Paulus erfährt davon. Er will zum Versammlungsplatz gehen. Er denkt: Man muss den Leuten das in Ruhe erklären! Mit ruhiger Stimme …! Aber seine Freunde halten ihn zurück. Das ist viel zu gefährlich! Du kannst da nichts tun!
Ein Beamter der Stadt, ein Freund von Paulus, ist auf dem Versammlungsplatz. Er schickt schnell einen Boten mit einer Nachricht zu Paulus: „Lass dich nur nicht auf dem Versammlungsplatz blicken!!“ Denn dort geht es zu, wie in einem Fußballstadion, wenn der Schiri ein Foul übersehen hat. Alle sind wütend. Es rufen Alle Epheser: …! Aber die meisten Leute haben gar keine Ahnung, was eigentlich los ist. Wozu soll diese Demo gut sein!? Aber immerhin ist hier was Spannendes los! Darum rufen Alle Epheser: …!
Endlich geht Alexander auf die Bühne. Er glaubt an den einen Gott, der Himmel und Erde gemacht hat. Er hebt die Hand. Langsam werden alle still. Er sagt Mit ruhiger Stimme …! Aber da ruft einer: „He! Das ist doch Alexander! Der ist Jude, der glaubt nicht an unsere Artemis!” Also geht das wütende Brüllen von vorne los. So laut sie können rufen Alle Epheser: …! Das geht ungefähr zwei Stunden so.
Endlich bekommt der Stadtschreiber die Aufmerksamkeit der Menge Mit ruhiger Stimme …! Jeder weiß doch, dass Artemis die Größte ist. Beruhigt euch jetzt mal! Ihr habt diese Freunde von Paulus hierhergeschleppt. Aber sie haben gar nichts getan. Sie haben weder den Tempel bestohlen noch Artemis beschimpft. Wenn Demetrius eine Anklage gegen sie vorbringen will, soll er mit der Sache vor Gericht gehen. Wenn alle so durchdrehen wie heute, dann wird noch unsere ganze Stadt wegen Aufruhr angeklagt. So spricht der Stadtschreiber Mit ruhiger Stimme …!
Damit löst der Stadtschreiber die Versammlung auf. Die Leute gehen heiser und irgendwie betroffen nach Hause. Viele fragen sich: Was war denn nur los mit mir? Warum war ich denn so wütend!?
Gaius und Aristarch, die Freunde von Paulus, sind erleichtert. Das war eine brenzlige Situation!
Paulus ist froh, dass ihnen nichts passiert ist. Er weiß, dass manche Leute wütend werden, wenn sie merken, dass Jesus das Leben von Menschen verändert. Manche Leute werden wütend, wenn Paulus erklärt: … Paulus ruft alle zusammen, die an Jesus glauben und macht ihnen Mut.
Sockentheater
Die Geschichte kann auch mit Sockenpuppen als Theaterstück aufgeführt werden. Dazu kann man die Rollen mit zwei Puppen pro Person wie folgt besetzen:
1. Person: Paulus und Gaius / Aristarch
2. Person, 2 Epheser
3. Person: 2 Epheser
4. Person: Demetrius und Alexander / Stadtschreiber
Geschichtenbox
Die Kinder werden losgeschickt, um im Gemeindehaus etwa zu finden, was zur Geschichte passt. Die Kinder überlegen, was passt: Zum Beispiel: Etwas Rotes für Wut, ein silberner Löffel für den Silberschmied, etwas Lautes für das Schreien … Wenn alle wieder zusammen sind, wird eine leere Kiste mit Gegenständen zur Geschichte gefüllt. So wird die Geschichte buchstäblich „zusammengetragen“.
Geschichtenbox – „Das kenn ich auch!“
Aus der entstandenen Geschichtenbox suchen sich die Kinder einen Gegenstand zur Geschichte aus und erzählen, wie sie selbst eine ähnliche Situation erlebt haben. Überlegt dann gemeinsam: Können wir aus der Geschichte etwas über solche Situationen lernen?
Luftballon-Gebet zum unsichtbaren Gott
Götter, die man mit Händen macht, sind keine Götter – wir reden mit dem unsichtbaren Gott, der die ganze Welt gemacht hat.
Der Mitarbeitende schlägt einen Luftballon (bei größeren Gruppen auch zwei) in die Luft und beginnt das Gebet mit „Gott du bist…“. Bevor der Ballon auf den Boden kommt, stupst ein Kind ihn wieder an und sagt dabei eine Eigenschaft Gottes. Usw. Wenn keinem Kind mehr etwas einfällt, und der Ballon (die Ballons) auf dem Boden liegt, sagen alle „Amen“. Evtl. vorher gemeinsam Eigenschaften Gottes sammeln.
Schatz-Wächter
Oft erreicht man sein Ziel nicht in einem wilden Streit, sondern durch ruhiges, besonnenes Handeln. So auch bei diesem Spiel: In der Mitte des Raumes steht ein Stuhl. Unter dem Stuhl liegt ein „Schatz“. Der blinde Schatz-Wächter sitzt auf dem Stuhl. Die anderen Kinder sind Räuber. Eins nach dem anderen darf versuchen den Schatz zu stehlen und aus dem Spielfeld in Sicherheit zu bringen. Hört der Schatzwächter einen Räuber kommen, deutet er in die Richtung. Liegt er richtig, scheidet der Räuber aus (und muss ggf. den Schatz wieder zurücklegen).
Spiele mit Hustenbonbons
Sind nach der Geschichte alle Kinder heiser vom lauten Schreien? Zeit, um der Stimme mit einem Hustenbonbon etwas Gutes zu tun.
Gruppenregeln gestalten
Die Geschichte ist eine gute Gelegenheit, um über die Regeln zu sprechen, die in unserer Kindergruppe gelten. Aktualisiert mit den Kindern eure Gruppenregeln. Gestaltet Schilder, auf denen die Regeln zu lesen sind. Stellt dafür Emojis, Icons und anderes zum Aufkleben zur Verfügung.
Wenn es schwierig wird, was hilft mir?
Vertrauen, auch wenn es aussichtslos ist.
Silas treffen wir das erste Mal am Ende des Jerusalemer Konzils. Hier werden verschiedene Fragen besprochen, die in den jungen Gemeinden auftreten. Er ist einer der Leiter der Jerusalemer Gemeinde und wird vom Apostelkonzil zu den nichtjüdischen Gemeinden nach Antiochia geschickt. Er begleitet Paulus auf der zweiten Missionsreise.
In einem Traum werden sie nach Mazedonien gerufen. Sie kommen nach Philippi, im heutigen Nordgriechenland. Hier lebten viele Soldaten, die im Ruhestand waren.
In Philippi entsteht die erste europäische Gemeinde.
Paulus und Silas gehen zum Gebetstreff, der außerhalb der Stadt liegt. Da Philippi eine römische Kolonie ist, darf keine fremde Kultur innerhalb der Stadt verkündet werden.
Nachdem sie immer wieder von einer Magd mit einem Wahrsager-Geist verfolgt werden, wendet sich Paulus eines Tages um und treibt diesen Geist aus. Das ist für die Besitzer dieses Mädchens ein finanzieller Schaden. Sie klagen Paulus und Silas bei den Stadtobersten an. Gefangennahme, Schläge und Gefängnis waren die Folgen. Der Gefängniswärter bekam strenge Anweisungen, wie er die beiden Männer zu behandeln hatte.
Trotzdem fangen die Beiden um Mitternacht an zu singen. Gott schickt ein Erdbeben und befreit die Gefangenen. Für den Gefängniswärter gibt es nur einen Ausweg. Er ist für die Gefangenen verantwortlich und haftet mit seinem Leben für sie. Er will sich selbst töten. Aber Paulus hindert ihn daran, keiner der Gefangenen ist geflohen.
Der Gefängniswärter hat sicher von Paulus und Silas gehört und kennt sie. Er erkennt seine Chance und nutzt sie. Deshalb stellt er ihnen die wichtigste Frage: „Was muss ich tun?“ und er bekommt die einfache Antwort: „Glaube!“
Paulus und Silas erklären ihm und seiner ganzen Familie und seinen Dienstboden das Evangelium. Sein ganzes Haus wird getauft,
Von den Verantwortlichen der Stadt bekommt er den Auftrag, Paulus und Silas fortzuschicken. Paulus widerspricht und beruft sich auf ihre Rechte als römische Bürger. Die Amtsleute erschrecken und kommen selbst, um Paulus und Silas freizulassen.
Immer wieder gibt es Situationen, in denen wir keinen Ausweg sehen. Manchmal bauen wir uns selbst ein Gefängnis, oder wir werden wegen unseres Glaubens verlacht. Auch Einsamkeit, Angst, kaputte Beziehungen können Gefängnisse sein.
Wir suchen oft verzweifelt nach einem Weg, aber wir finden keinen. Paulus und Silas machen drei Dinge: sie sind trotz der schlimmen Umstände fröhlich, sie sind geduldig (sie warten ab) und sie beten.
Es heißt nicht, dass Gott immer so schnell eingreift, aber wir dürfen ihm vertrauen.
Probleme und Schwierigkeiten sind unseren Kindern bekannt. Sie können wie Ketten sein. Auch als Christen sind sie nicht davor bewahrt. Aber sie können lernen, Gott auch in diesen Situationen zu vertrauen.
Für Kinder, die neu in unsere Gruppen kommen, ist der Gefängniswärter ein gutes Beispiel. Er redet nicht um den heißen Brei. Er fragt klar was muss ich tun. Er weiß, dass er Hilfe braucht und fragt diejenigen um Hilfe, die ihm eine Antwort geben können.
Idee 1 – Spiele mit dem Seil
Wir bringen ein dickes Seil mit und sprechen mit den Kindern darüber.
Spiele mit dem Seil:
Idee 2 – Gespräch über Stromausfall
Verkündigungsart: Bodenbild mit Seil
Die Geschichte wird mit einem dreifarbigen Seil als Bodenbild erzählt. Der erste Teil des Seils wird mit grünem Tuch oder Band umwickelt, der nächste Teil mit schwarzem Band/Tuch. Das wird das Gefängnis. Der letzte Teil bekommt wieder eine grüne Farbe.
Man kann verschiedene Arten von Figuren benutzen, die am Seil entlang „wandern“.

„Hey Paulus, ich freue mich schon sehr, wenn wir jetzt zum Gebetstreff kommen. Wer heute wohl dabei sein wird?“ Silas geht erwartungsvoll mit Paulus durch die Straßen von Philippi. Jeden Tag treffen sie sich mit Lydia und ein paar anderen Leuten zum Gebet. Schnell durchqueren sie die Stadt. Fragend sieht Silas seinen Begleiter an.
Paulus sieht sich um. „Glaubst du, diese Frau kommt auch heute wieder?“ Silas schaut sich jetzt auch um.
„Ich hoffe nicht“ antwortet Paulus. Einige Leute sind unterwegs und jetzt hören sie auch das laute Rufen.“ Das sind Diener Gottes, sie sagen euch, wie ihr gerettet werden könnt.“
Jeden Tag geschieht das Gleiche, kaum sind sie unterwegs, hören sie diese Stimme. Diese Frau kennt sie nicht, aber trotzdem ruft sie ihnen hinterher. Sie war von einem bösen Geist besessen, der dafür sorgte. Manchmal sagte sie auch die Wahrheit. Heute bleiben Paulus und Silas stehen und befehlen diesem bösen Geist wegzugehen.
Gott macht diese Frau frei. Ihre Besitzer verdienen viel Geld mit ihr. Das war aber jetzt vorbei. Wütend treten sie vor die Stadtoberen. „Diese Männer“, behaupteten sie, „bringen Unruhe in unsere Stadt. Sie verkündigen eine falsche Religion.“
Schnell kommen Soldaten und nehmen Paulus und Silas mit. Sie werden geschlagen und ins Gefängnis gebracht.
(Paulus und Silas Figur wandern in das Gefängnis = schwarzes Seilstück)
„Pass gut auf sie auf, sie sind gefährlich“ ermahnen die Soldaten den Gefängniswärter. Der Gefängniswärter bringt sie in einen besonders sicheren Teil des Gefängnisses. „Hier könnt ihr nicht fliehen,“ brummt er und bindet Paulus und Silas gut fest. Dann nimmt er das Licht mit und geht hinaus.
Jetzt ist es still und dunkel. Jeder Knochen schmerzte. Unbequem ist es außerdem. Lange sitzen sie da und grübeln. Was wird mit ihnen geschehen?
Leise unterhalten sie sich. Es war langweilig, was sollten sie tun? Da kam ihnen ein guter Gedanke. Eigentlich wollten sie zum Gebetstreff und anderen von Gott erzählen. Das geht nun nicht. Aber auch hier sind sie nicht allein. Einige andere Gefangene sind auch da. Petrus und Silas fangen an zu singen und zu beten. Die anderen Gefangenen sind wach und lauschen. Vielleicht überlegen sie, wer wohl im Gefängnis noch singen kann.
Plötzlich verstummen Paulus und Silas. Irgendein Geräusch passt nicht in das Gefängnis. Was war das? Plötzlich merken sie, das ist ein Erdbeben. Die Erde wackelt, es kracht und poltert.
(Beim Erzählen am Ende des Seiles ziehen, damit das Gefängnis zusammenbricht.)
Plötzlich springen die Türen auf und auch ihre Fesseln fallen weg. Paulus und Silas stehen auf und gehen aus der Tür. Da rennt der Gefängniswärter aus seinem Haus, in seiner Hand hält er ein Schwert. Totenblass und zitternd blickt er auf das geöffnete Gefängnis. Er ist für die Gefangenen verantwortlich, das ist ihre Gelegenheit zu fliehen. Sicher ist keiner mehr da. Er hat die Verantwortung und ihm bleibt nichts mehr übrig, als sich zu töten. Da hört er Paulus rufen. „Stopp, wir sind alle da. Du musst dich nicht umbringen.“
Fragend sieht er die beiden Männer an. Wahrscheinlich hat auch er schon von ihnen gehört. Er weiß, es gibt nur eine Frage für ihn. „Was muss ich tun, um gerettet zu werden?“ Das ist die wichtigste Frage für ihn im Moment. Paulus antwortet: „Glaube!“
Dann sitzen der Gefängniswärter, seine ganze Familie und seine Diener bei Paulus und Silas und treffen ihre Entscheidung für Gott.
Wenn alles dunkel ist (Gespräch)
Mit elektrischen Teelichtern erzählen
Die Geschichte wird mit elektrischen Teelichtern erzählt. Jede Person in der Geschichte bekommt ein Licht zugeordnet. Das Licht von Petrus und Silas leuchtet. Die anderen Lichter sind aus.
Erst wenn der Gefängniswärter, seine Familie und seine Mitarbeiter eine Entscheidung für Gott treffen, geht das Licht der übrigen Teelichter an (anschalten). Das Licht der Soldaten bleibt aus.
“Wumms, jetzt ist die Türe zu. Nur noch das Scharren von Füssen und es ist still. Paulus und Silas sitzen im Gefängnis. Es ist dunkel und kalt. Sie versuchen sich zu orientieren, aber es gibt nichts außer der Dunkelheit.
Eigentlich wollten sie zu dem Gebetstreff vor der Stadtmauer. Aber jetzt sitzen sie im tiefsten Gefängnis von Philippi.“ Hey Paulus, wie geht es dir, „flüstert Silas. „Bestimmt genauso schlecht; wie dir,“ Paulus versucht sich besser hinzusetzen. Aber das geht nicht. Die Beine sind in Holzblöcken befestigt.
Was sollen sie jetzt tun? Aber anstatt zu jammern, fangen sie an zu singen und zu beten.
Plötzlich geschieht etwas Unvorhergesehenes, die Erde bebt und der Gefängniswärter stellt die zentrale Frage der Geschichte:“ Was muss ich tun?“
Mit Dominokarten erzählen
Zuerst müsst ihr mit Bildern der Geschichte ein Domino-Spiel basteln (es gibt kostenlose Bilder bei gratisbilder.de). Ein Kind legt die erste Karte hin und erzählt den entsprechenden Teil der Geschichte. Anschließend kommt das nächste Kind dran, legt seine Karte an, erzählt usw.
Wir legen ein Seil, ein Fragezeichen, ein Bild von einem singenden Kind und ein Bild von gefalteten Händen hin. Mit diesen Gegenständen/Bildern können wir gemeinsam die Fragen und Gedanken besprechen.
Verbindung zum Bibeltext: In der Geschichte fallen die Ketten ab, als Paulus und Silas Gott loben. Das Lob Gottes hat die Macht, Ketten zu sprengen
Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, beharrlich im Gebet. Römer 12,12 (Luther 2017)
Jedes Kind bekommt eine Karte, eventuell schon mit dem Bibelvers beschriftet/aufgedruckt. Alle verzieren ihre Karte mit Stiften, Stickern usw.
Die Kinder bekommen ein dünnes Lederband oder einen Schnürsenkel. Sie dürfen für ein Problem einen Knoten machen. Wer möchte, darf auch darüber sprechen. Am Schluss betet ein Mitarbeiter/eine Mitarbeiterin für alle.
Kratzbild
Festes weißes Papier wird mit Wachskreide bunt bemalt. Mit schwarzer Wachskreide wird das ganze Bild übermalt. Die Kinder kratzen die Geschichte in die Wachskreidenschicht hinein. Dabei kann jedes Kind ein anderes Motiv wählen oder alle das Gleiche (Bilder oder Symbole als Vorlage/Anregung bereithalten)
Lied schreiben
Paulus und Silas haben im Gefängnis gesungen – ihr könnt nun gemeinsam ein Lied schreiben.
Dreibeinspiel
Immer zwei Kinder werden an den Beinen zusammengebunden (das rechte Bein von Kind 1 mit dem linken Bein von Kind 2, wenn sie nebeneinanderstehen und in dieselbe Richtung gucken). Sie müssen eine bestimmte Strecke zurücklegen. Wer ist das schnellste Paar?
Katz und Maus-Spiel
Hier ist die Katze der Wärter und die Maus der Gefangene. Die Katze kann die Maus durch Abschlagen fangen und in ein vorher festgelegtes Gefängnis bringen. Die anderen Mäuse dürfen die gefangene Maus durch Abschlagen befreien, sich aber möglichst nicht dabei erwischen lassen, sonst landen sie selbst im Gefängnis.
Jesus befreit uns von unseren Götzen
Jesus zieht unser Herz weg von Götzen, ganz hin zu ihm.
Paulus und Barnabas wurden in der Gemeinde in Antiochia vom Heiligen Geist auserwählt und auf Missionsreise geschickt. Ihr erstes Ziel war Zypern, dann Kleinasien. Sie erlebten schnell Widerstand, In Pisidien wurden sie verjagt, in Ikonien fanden sie großes Interesse, das aber auch in Verfolgung umschlug. Und so kamen sie nach Lystra. In Lystra gab es eine Legende. Die besagte, dass vor langer Zeit einmal der griechische Göttervater Zeus zusammen mit seinem Boten Hermes als Menschen verkleidet auf die Erde gekommen waren. Sie sahen ganz unscheinbar aus, eher ärmlich und wollten mal schauen, wie die Leute reagierten. Manche lachten sie aus und jagten sie fort. Andere waren freundlich zu ihnen und luden sie in die Häuser ein. Und am Ende wurden die einen hart bestraft, die sie schlecht behandelt hatten und die anderen wurden reich belohnt.
Als Paulus ein Wunder tut, denken die Menschen an diese Geschichte und wollen nicht den vermeintlichen Fehler ihrer Vorfahren wiederholen. Deshalb beginnen sie sofort Paulus und Barnabas als Götter zu verehren. Die wehren sich vehement dagegen, schließlich sind sie ja eigentlich da, um die Menschen von den falschen Göttern zu bekehren und ihnen den lebendigen Gott vorzustellen. Das kommt aus Paulus Predigt an die Menschen dort rüber.
Nach einigem Aufruhr kamen dann noch Juden aus den anderen Städten und wiegelten die Menschen so weit auf, dass sie Paulus steinigten. Er überlebt und geht am nächsten Tag mit Barnabas nach Derbe.
Wenn ich in die Bibel schaue, dann sehe ich, dass eines der großen Themen Gottes Ringen um das Herz der Menschen ist, die immer wieder Götzen hinterherlaufen. Wir tun das oft als altmodisch ab, aber wenn ich in mein Leben schaue, sehe ich die gleichen Muster. Nicht mehr Baal oder Zeus, aber Dinge, die mir zum Wichtigsten, zur größten Hoffnung werden. Von denen ich mir Glück erwarte, wenn ich ihnen diene. Das passiert jedoch unbewusst, weshalb wir oft gar nicht merken wie sehr wir Götzen dienen wollen. Für mich ist es oft die Anerkennung von Menschen zu bekommen. Wenn ich meine Identität darin verankere, gesehen und wertgeschätzt zu werden, dann geht es mir gut. Den Götzen zu dienen bedeutet, dass es zu meiner Priorität wird und meine Entscheidungen prägt. Die Angst vor den Götzen zeigt sich darin, dass ich z.B. Konflikte scheue, um ja keinen Anstoß zu erregen – sonst würde der Götze seine Gunst zurückziehen. Wir können dem nur entfliehen, wenn wir Jesus zu unserem Wichtigsten machen und aus seiner Gnade leben.
Starter:
In der Lebenswelt der Starter spielen Götzen oberflächlich gesehen keine Rolle. Zeus und Hermes kennen sie vielleicht aus dem Geschichtsunterricht oder Serien über griechische Götter. Deshalb ist es wichtig, dass sie verstehen, dass diese Götter nicht auf der gleichen Ebene stehen, wie der Gott der Bibel, von dem wir reden.
Aber das Grundproblem von Götzen betrifft sie genauso stark, wenn nicht sogar stärker, weil sie den lebendigen Gott noch nicht kennen. Deshalb soll ihnen hier die Augen dafür geöffnet werden, dass sie genauso Götzen in ihrem Leben haben. Dass sie erkennen, worauf sie ihre Hoffnung setzen und was für einen Druck das ihnen macht.
Checker:
Die Checker kennen die Geschichten mit Götzen aus dem Alten Testament. Da spielen sie eine viel größere Rolle. Aber auch sie müssen erkennen, dass Götzen nicht so weit von ihrer Lebenswelt entfernt sind wie sie vielleicht denken. Denn auch wenn man mit Gott lebt, ist das Herz oft geteilt. Es kann sein, dass wir zumindest einen Teil unseres Vertrauens in Götzen stecken. Deshalb dürfen auch sie erkennen, wo sie Götzen in ihrem Leben haben. Und wie Jesus ihnen hilft, davon wegzukommen.
Idee 1 – Götter-Spiel
Die Menschen in Lystra lebten mit der Geschichte, dass Götter in Menschengestalt zu ihnen gekommen waren. Das wird mit einem Spiel illustriert:
Ein Kind wird vor die Tür geschickt. Von den übrigen wird eines ausgewählt, das Zeus ist. Das andere Kind kommt nun hinein und fragt die Kinder in einer beliebigen Reihenfolge nach ihrem Namen. Alle antworten mit ihrem eigentlichen Namen. Das zuvor ausgewählte Kind antwortet jedoch mit „Zeus“. In dem Moment muss das andere Kind sofort wegrennen und einen zuvor ausgewählten Ort erreichen, bevor es von „Zeus“ gefangen wird. Das Spiel kann beliebig oft wiederholt werden.
Idee 2 – Plakat “Was sind Götzen?”
Früher waren Götzen Figuren von falschen Göttern, die die Menschen angebetet haben, um etwas von ihnen zu bekommen. Auch heute gibt es viele Dinge, von denen wir uns heute Glück oder Erfolg versprechen und die uns Hoffnung geben. Was könnte das sein?
Sammelt eure Antworten auf einem Plakat (entweder aufschreiben oder Dinge aus Zeitschriften und Prospekten ausschneiden und aufkleben: Z.B. Geld, das richtige Handy, ein toller Urlaub, die coolen Freunde…).
Verkündigungsart: Erst Geschichte lebhaft erzählen, dann eigene Götzen betrachten
Requisiten: drei Podeste mit schönem Deckchen drauf (Kisten übereinanderstapeln, Barhocker o.ä.,); drei Gegenstände darauf: Sonnenbrille, Zeugnisheft, Ball
Ich möchte euch heute etwas erzählen.
Zunächst erstmal die Vorgeschichte:
Paulus wurde mit seinem Freund Barnabas ausgesandt, um den Menschen von Jesus zu erzählen. Sie reisten durch Römische Reich zuerst mit dem Schiff nach Zypern, Antiochia und dann nach Ikonien. Da wurden sie aber nicht gerade gut aufgenommen und mussten fliehen.
Jetzt kamen die beiden nach Lystra. Und auch dort begannen sie sofort damit den Menschen von Jesus zu erzählen. Sie gingen auf einen Marktplatz, und Paulus begann damit zu reden und zu predigen. Dort saß aber auch ein Mann, der von Geburt an gelähmt war. Noch nie hatte er einen Schritt machen können. Der hörte Paulus reden und dachte für sich: Dieser Jesus, von dem der erzählt, der kann mir bestimmt helfen. Da drehte sich Paulus zu ihm um, sah ihn an und sagte zu ihm: Steh auf! Und er stand auf und ging umher. Ein Wunder!
Das dachten sich auch die Menschen in Lystra – aber ganz anders als es sich Paulus gewünscht hätte. Denn die Leute gingen auf einmal völlig ab. „Die Götter!“ schrie einer, „die Götter sind in Menschengestallt zu uns gekommen!“ „Der Große da, das ist sicher Zeus!“ schrie ein anderer. „Und der, der redet ist Hermes, der Götterbote!“ Und sie rannten los und brachten Blumenkränze und Ochsen und wollten den Aposteln ein Opfer darbringen
Komische Reaktion, oder? Ich glaube, so würden wir nicht reagieren, wenn jemand ein Wunder vor unseren Augen tut. Wir würden vielleicht erstmal zweifeln und den Trick dahinter suchen, es rational erklären wollen. Aber dazu muss man sagen, in Lystra gab es eine Legende. Die besagte, dass vor langer Zeit einmal der griechische Göttervater Zeus zusammen mit seinem Boten Hermes als Menschen verkleidet auf die Erde gekommen waren. Sie sahen ganz unscheinbar aus, eher ärmlich und wollten mal schauen, wie die Leute reagierten. Manche lachten sie aus und jagten sie fort. Andere waren freundlich zu ihnen und luden sie in die Häuser ein. Und am Ende wurden die einen hart bestraft, die sie schlecht behandelt hatten und die anderen wurden reich belohnt. Die Botschaft dahinter ist ja nicht schlecht: behandelt jeden Menschen so, als ob er ein verkleideter Gott sein könnte.
Natürlich dachten die Leute aus Lystra an diese Geschichte, schließlich hatten sie einen Zeus-Tempel, der sie täglich daran erinnerte. Und sie bekamen es mit der Angst zu tun! Was, wenn sich die Geschichte wiederholt? Wenn hier Zeus und Hermes stehen, um uns zu testen, dann müssen wir aber alles tun, um diesen Test zu bestehen. Und deshalb wollten sie diese beiden Götter gebührend behandeln, ihnen Opfer bringen, sie anbeten.
Paulus und Barnabas gefiel das natürlich überhaupt nicht. Sie waren doch gekommen, um den Leuten von Jesus zu erzählen, und nicht, um auf einmal selbst als Götter verehrt zu werden. Und deshalb schreien sie: „Freunde, warum tut ihr das? Wir sind Menschen wie ihr! Wir sind doch gekommen, um euch die Botschaft zu bringen, die euch von diesen wertlosen Götzen befreit und euch den lebendigen Gott vorstellt!“
Aber Moment mal, warum ist sowas denn wichtig? Wer von euch hat schonmal Zeus oder Hermes angebetet? Und ich meine jetzt nicht den Hermesboten, der das Päckchen bringen soll. Ist die Botschaft überhaupt wichtig für uns?
Ich glaube, sie ist für uns genauso wichtig! Weil wir auch ganz viele Götzen – das sind unechte Götter – in unserem Leben haben.
Schaut mal hier in unseren Tempel (Podeste mit Gegenständen):
Götzen:
1. Coolness (Sonnenbrille)
Hier haben wir ein Exemplar eines Götzen. Die Coolness, oder Anerkennung. Dieser Götze verspricht dir, wenn du ihn anbetest: Du wirst beliebt sein. Leute werden dich mögen. Du wirst viele Freunde haben. Du wirst im Mittelpunkt stehen. Leute wollen in deiner Nähe sein. Du bist ein Anführer.
2. Gute Noten (Zeugnisheft)
Das ist ein anders Exemplar. Wenn du nur gut in der Schule bist, dann verspricht er dir: Deine Eltern werden stolz auf dich sein. Du fühlst dich schlau und gut. Du bist besser als die anderen. Du kannst einmal richtig viel Geld verdienen. Die wichtigen Leute werden dich mögen.
3. Sport (Ball)
Und dieser Götze hier hat auch einige Versprechungen: Wenn du den Sport als Nummer 1 im Leben hast: Dann wird er dir richtig viel Spaß bringen. Du kannst anderen zeigen, was du draufhast. Die Leute werden dich feiern. Du kannst erfolgreich sein.
Was ist jetzt das Problem? Warum haben die Leute in Lystra nochmal so krass reagiert? Weil sie Angst hatten. Sie hatten Angst davor bestraft zu werden, wenn sie etwas falsch machen. Und so sind Götzen immer! Sie versprechen uns eine Belohnung, wenn wir ihnen dienen, die aber nie genügt. Und sie drohen uns mit Strafe, wenn wir ihnen nicht genug dienen, und das lässt uns in Angst leben!
Beispiel Coolness:
Wehe, du bist nicht up to date. Wehe, du machst etwas Peinliches. Wehe, du passt dich nicht an und spielst den Coolen. Dann werden alle weglaufen und du bist allein. Dann wird dich niemand mehr leiden können
Beispiel Gute Noten:
Wehe du versagst. Wenn du eine Arbeit versaust. Wenn du deine Ziele nicht erreichst. Oder Mal die Hausaufgaben vergessen hast. Dann bist du eine Enttäuschung. Dann sind deine Eltern und Lehrer sauer auf dich. Dann bist du schlechter als alle anderen.
Beispiel Sport:
Wehe, du gibst nicht dein Bestes. Wehe du versaust das Spiel. Wehe, du verletzt dich und kannst nicht mehr richtig spielen. Dann hast du es versaut. Dann wird nie was aus dir. Dann haben es dir alle andern gezeigt. Eigentlich bist du ein Looser, ein Niemand. Also streng dich an!
Deshalb erzählt Paulus den Menschen in Lystra von Gott. Gott ist der lebendige Gott, der die Welt und alles darin erschaffen hat. Er drängt sich nicht auf und hat lange Zeit die Völker ihre eigenen Wege gehen lassen. Aber er hat immer mit Zeichen auf sich hingewiesen, Gutes, das im Leben passiert, die Natur und Freude schenkt er, um unser Herz zu gewinnen. Weil er uns von den Götzen, die uns gefangen nehmen, befreien will.
Das tut er durch Jesus. Während die Götzen sagen: „Diene mir oder ich bestrafe dich“, sagt Jesus stattdessen „Ich habe alles für dich getan, bei mir findest du alles, was du bei den Götzen suchst“. Und je mehr du es bei ihm findest, desto freier wirst du von anderem.
Die Geschichte wird als Theater nacherzählt. Benötigt werden Paulus und Barnabas, der Gelähmte sowie eine beliebige Anzahl an Stadtbewohnern.
Richtig oder falsch?
Die Kinder bekommen rote (= falsch) und grüne (= richtig) Karten und müssen sie hochheben:
Fragen:
Die Götzenpodeste aus der Verkündigung werden nochmal hergeholt.
Die Kinder sollen sich überlegen, welcher/was am ehesten für sie interessant ist: Beliebtheit, Sport, gute Noten, Leistung…
(Anmerkung: der richtige Umgang mit Sport und guten Noten ist kein Götze – erst dann, wenn Sport und gute Noten wichtiger werden als das, was Jesus über uns sagt).
Welche Götzen könnte es sonst geben?
Wie befreit uns Jesus von den Götzen? Es bedeutet nicht, dass wir sie aus unserem Leben werfen müssen, dass wir keinen Sport mehr machen und keine guten Noten mehr schreiben dürfen. Nein. Aber wenn ich Jesus glaube, dass er mich liebt, so wie ich bin, dann können mir die Noten usw. nicht mehr drohen, dann gebe ich ihnen nicht mehr die Macht über mich.
Gott hat sich immer wieder deutlich zu erkennen gegeben – durch all das Gute, das er tut: Vom Himmel her gibt er euch Regen und lässt die Ernte reifen. Er schenkt euch Nahrung und erfüllt euer Herz mit Freude. Apostelgeschichte 14,17(BasisBibel)
Der Text wird ausgedruckt und die einzelnen Worte ausgeschnitten. Dann wird er gemeinsam in die richtige Reihenfolge gelegt. Nach und nach werden Worte entfernt, bis der Vers auswendig aufgesagt wird.
Die Götzen, über die wir gesprochen haben, werden auf Zettel geschrieben. Dann wird gebetet:
Jesus, du kennst unser Herz und weißt, wo es geteilt ist. Du weißt, welchen Dingen wir vertrauen und auf was wir unsere Hoffnung setzen. Du weißt, welchen Druck und Angst uns das macht. Zeig uns, was uns gefangen hält. Und befreie du uns. Du bist der lebendige Gott, der uns liebt. Amen“
Dann werden die Zettel gemeinsam verbrannt (am besten draußen in einer Feuerschale).
Collage
Die Kinder schreiben verschiedene moderne Götzen auf ein Blatt und malen Bilder dazu oder schneiden passende Dinge aus Zeitungen oder Magazinen aus und kleben sie auf. Dann werden mit Strohhalmen Gitterstäbe über die Götzen geklebt, um zu zeigen, dass sie uns gefangen nehmen.
Betrüger: Die Götzen sind immer mehr Schein als Sein
Jedes Kind bekommt einen Zettel, auf einem steht „Betrüger“, auf den anderen der jeweils gleiche Begriff wie z.B. Pizza oder Regenschirm oder Schule.
Reihum gibt jedes Kind einen kleinen Hinweis (nur ein Wort, keine Sätze, Erklärungen oder Nachfragen) zum Begriff, um den Mitspielern zu zeigen, dass man den Begriff kennt, aber ohne dem Betrüger zu viel zu verraten. Danach wird diskutiert, wer den Begriff nicht kennt. Die Gruppe stimmt ab, wer der Betrüger ist. Die Gruppe gewinnt, wenn der Betrüger entlarvt wird. Der Betrüger gewinnt, wenn er nicht entdeckt wird oder das Wort errät.
Versteckfangen
Es werden zwei Gruppen gebildet, welche nicht unbedingt gleich groß sein müssen (eher weniger Fänger als “Verstecker”). Ein Gelände mit vielen Versteckmöglichkeiten ist ideal. Ein Gefängnis (abgegrenzter Bereich) wird festgelegt und den “Versteckern” ein zeitlicher Vorsprung gegeben, sich ein Versteck zu suchen.
Dann müssen die Fänger sie suchen und auch einfangen (durch Abschlagen). Anschließend bringen sie das gefangene Kind in das Gefängnis. Der Gefangene kann durch einfaches Abschlagen durch einen noch freien “Verstecker” wieder befreit werden.
Jesus neu zu begegnen, begeistert und macht Mut.
Die Kinder erfahren, dass sie nicht allein sind und andere Christen mit ihnen unterwegs sind und ihnen auch Mut machen können.
Nachdem Paulus wieder sehen konnte, blieb er zunächst in Damaskus. Diese Stadt liegt etwa 200 km von Jerusalem entfernt. Doch auch hier reicht der Einfluss der obersten Tempelbehörde hin. Schon bald wird deutlich, dass die Verfolgung, die Paulus früher selbst betrieben hatte, nun ihn selbst trifft – so, wie Gott es Hananias angekündigt hatte.
Paulus beginnt sofort, in den Synagogen von Jesus zu reden. Seine Botschaft ist klar: Jesus ist der Sohn Gottes und der verheißene Messias. Damit tut er genau das Gegenteil von dem, was er ursprünglich vorhatte: Statt Christen zu verfolgen, verkündet er nun mutig den Glauben an Jesus. Seine klare und überzeugende Argumentation bringt die jüdischen Männer in große Verwirrung. Sie sind regelrecht entsetzt und außer sich. Das griechische Wort „existanto“ beschreibt dieses Erstaunen und die Fassungslosigkeit sehr deutlich. Paulus kann mit den Schriften beweisen, dass Jesus der Messias ist, und schlägt seine Gegner mit ihren eigenen Argumenten. Aus Wut und Hilflosigkeit heraus beginnen sie, ihn zu verfolgen.
Vermutlich war Paulus zwischen Vers 22 und 23 für einige Zeit in Arabien, bevor er nach Damaskus zurückkehrte. Dort spitzt sich die Lage weiter zu, sodass andere Christen ihm helfen, heimlich aus der Stadt zu fliehen. Wieder in Jerusalem stößt Paulus zunächst auf Misstrauen. Die Christen dort haben Angst vor ihm, da sie ihn noch als Verfolger kennen. Erst Barnabas tritt für ihn ein, erzählt von seiner Begegnung mit Jesus und von seinem mutigen Zeugnis. So findet Paulus langsam wieder Akzeptanz als Lehrer
Schon in dieser frühen Zeit zeigt sich ein Muster: Paulus reist viel, verkündigt zuerst in den Synagogen, gerät in Konflikte, muss fliehen und wird verfolgt. Seine pharisäische Ausbildung hilft ihm, theologische Streitgespräche zu führen. Gott gebraucht Paulus trotz aller Widerstände, um die gute Nachricht von Jesus weiterzutragen.
„Wovon das Herz voll ist, davon geht der Mund über.“ Genau das erleben wir bei Paulus. Nach seiner krassen 180-Grad-Wende verliert er keine Zeit. Er beginnt sofort, von Jesus zu erzählen. Sein größtes Ziel ist es nun, den Menschen zu zeigen, was in der Bibel steht und dass sich diese Worte in Jesus erfüllt haben. Nichts und niemand soll ihn davon abhalten. Diese Leidenschaft beeindruckt mich sehr und möchte mir ein Vorbild sein.
Natürlich bedeutet das nicht, anderen den Glauben aufzuzwingen oder mit der „Jesus-Keule“ zu kommen. Aber ich möchte mich auch nicht entmutigen lassen, wenn es schwierig wird oder Gegenwind kommt. Stattdessen will ich mutig zu Jesus stehen – in meinem Alltag, mit meinen Fragen, Sorgen und Herausforderungen. Paulus zeigt: Wer Jesus kennt, darf davon erzählen und darauf vertrauen, dass Gott wirkt.
Besonders schön finde ich, dass Paulus kein Einzelkämpfer ist. Gott stellt ihm Menschen zur Seite, die ihn unterstützen, für ihn da sind und ihm helfen. So wird deutlich: Wir müssen unseren Glauben nicht allein leben. Gott schenkt Gemeinschaft und schickt uns Menschen, die uns stärken. Das macht Mut, an Jesus festzuhalten und die Begeisterung für ihn nicht klein machen zu lassen.
Vielleicht haben die Kinder selbst schon erlebt, dass andere nicht begeistert reagieren, wenn sie von etwas erzählen, das ihnen wichtig ist. Manchmal erntet man nur ein Schulterzucken, fragende Blicke oder sogar Ablehnung. Vielleicht haben sie das auch schon erlebt, wenn sie von Jesus erzählt, einen Freund in die Jungschar eingeladen oder von einer Freizeit geschwärmt haben.
Bei Paulus sehen wir: Das ist nichts Ungewöhnliches. Wer von Jesus erzählt, stößt nicht immer auf offene Ohren. Aber genauso wird deutlich: Jesus lässt uns in solchen Situationen nicht allein. Er ist bei uns und stellt Menschen an unsere Seite, die mitgehen, helfen, trösten und Mut machen. So dürfen Kinder lernen: Auch wenn Ablehnung weh tut, sind sie nicht allein, und Gott sorgt für sie.
Idee 1 – Teamaufgaben
Löst gemeinsam als Gruppe oder in kleineren Teams Aufgaben. Beispiele könnten sein: Gemeinsam ein Rätsel lösen, Dreibeinlaufen, Staffelläufe, mit Teppichfliesen Distanzen überwinden, etc.
Idee 2 – Flüsterpost mit Hindernissen
Paulus ist bei der Verbreitung der Guten Nachricht schnell auf Hindernisse gestoßen.
Flüsterpost mit Hindernissen
Eine Botschaft soll wie bei dem Spiel Flüsterpost weitergegeben werden. Allerdings versucht eine vorherbestimmte Zahl von Kindern, die anderen daran zu hindern, indem sie z.B. laut sind oder sich in den Weg stellen. Welche Botschaft kommt an Ende noch an?
Verkündigungsart: Erzählung mit Holzbausteinen
Erzählt die Geschichte mit Holzbausteinen, die Gesichter/Augen aufgeklebt bekommen, so können die Gefühle dargestellt werden. Auch kann die Stadtmauer gebaut werden und dann Paulus in einem Körbchen heruntergelassen werden. (Anschauungsbilder und Kopiervorlage für die „Augen“ siehe Download)
Im Vorfeld kann mit den Kindern aus Holzbausteinen eine Stadtmauer und darin eine Synagoge (Haus) aufgebaut werden.
Erzählung
Paulus (Paulus hinstellen) kann es kaum glauben, was er in der letzten Zeit alles erlebt hat. Eigentlich wollte er ja diese Christen verfolgen, aber dann ist Jesus ihm begegnet und das hat alles verändert. Das sollen die anderen jetzt aber auch erfahren. Das kann er nicht für sich behalten. Und so geht er in die Synagoge – da waren auf jeden Fall genug Leute. Besonders den Juden wollte er doch zeigen, dass Jesus wirklich Gottes versprochener Retter ist (Synagogenbesucher hinstellen– wütend, grimmig, nachdenklich, erstaunt, freudig).
Aber Paulus merkt, dass nicht alle sich freuen, die ihm zuhören. Manche sind richtig entsetzt – das kann ja nicht sein, das ist alles nicht wahr.
Andere sind erstaunt und verwundert – okay, das ist verständlich, schließlich hatten sie ja ganz andere Geschichten von ihm gehört. Manche wurden aber auch nachdenklich und glaubten ihm. So unterschiedlich.
Aber die führenden Männer der Synagoge wollten es nicht zulassen, dass Paulus weiterredete. Sie beschlossen, ihn zu beseitigen.
Zum Glück hatte Paulus auch Freunde in der Stadt (Freunde und Paulus an die Stadtmauer stellen), die ihn nachts heimlich mit einem Korb die Stadtmauer herunterließen, da die Tore geschlossen waren und sonst bewacht wurden. Dann hieß es erst einmal für Paulus aus der Gefahrenzone kommen und so reiste er gute 200 km nach Jerusalem.
Aber auch dort gab es sehr unterschiedliche Reaktionen. Keiner konnte sich vorstellen, dass Paulus sich geändert hatte. Bis Barnabas schließlich für Paulus sprach. Zum Glück – Gott hat Paulus immer mit Freunden versorgt.
Auch in Jerusalem konnte Paulus es nicht lassen, den Menschen von Jesus zu erzählen. Und auch hier gab es die, die so wütend wurden, dass sie ihn umbringen wollten. Und auch hier gab es wieder gut Freunde, die Paulus in Sicherheit brachten. Gar nicht so einfach von Jesus zu erzählen, aber zum Glück gab es auch die, die sich über Paulus und seine Nachricht freuten und an Jesus glaubten. Immer mehr fanden sich in Gemeinden zusammen.
Erzählt die Begebenheit aus der Sicht eines Juden, der zuerst erstaunt und ablehnend auf Paulus reagiert, ihm dann aber glaubt und bei der Flucht aus Damaskus hilft.
Spielt die Geschichte mit den Holzbausteinen nach.
Sprecht über die Erfahrungen der Kinder, wie es ist, von Jesus zu erzählen.
Haben sie positive oder negative Erlebnisse erlebt? An dieser Stelle kann auch ein Zeugnis eines/einer Mitarbeitenden vorkommen.
Wo habt ihr die Erfahrung gemacht, dass man nicht allein ist?
Paulus hatte Unterstützer und Freunde, die ihm geholfen haben. Wer kann das in eurem Leben sein?
=> z.B. Jungschar, Familie, andere gute Freunde in der Klasse, etc.
Ich bin immer bei euch, jeden Tag, bis zum Ende der Welt. (Matthäus 28, 20)
Schreibt die einzelnen Worte auf Zettel. Jedes Kind erhält nur ein Wort und dann wird nacheinander schnell der Vers aufgesagt. Geht es auch schon ohne Spickzettel?
Wenn die Kinder sich in einer Reihe aufstellen, es ist einfacher. Schwieriger wird es, wenn die Kinder durcheinanderstehen und dann den Vers in der richtigen Reihenfolge aufsagen sollen.
Stellt euch in einen Kreis und reicht euch die Hände. Ein/e Mitarbeitende/r fängt mit einem Gebet an und gibt dann durch einen Händedruck das Gebet an den linken Nachbarn weiter. Der oder diejenige kann laut oder leise beten und am Ende das Gebet im Kreis durch den Handdruck weitergeben. Am Ende sagt der/die Mitarbeitende Amen. So beten alle gemeinsam.
Bastelt die Szene nach, wo Paulus aus Damaskus flieht.
Druckt dafür die Kopiervorlage (siehe Download) auf festes Papier und bastelt es gemäß der Anleitung im Download.
Spielt die Ideen aus der Hinführung (Teamaufgaben und Flüsterpost mit Hindernissen)
Reise nach Jerusalem
Spielt die Reise nach Jerusalem. Aber statt einer abgespielten Musik, steht immer ein Kind am Rand, später dann immer das Kind, das ausgeschieden ist, und ruft z.B. Zahlen oder Begriffe zu einem Oberthema wie Tiere. Nach einiger Zeit ruft das Kind einen Begriff, der offensichtlich keine Zahl bzw. nicht zum gewählten Oberthema passt. Die Kinder, die noch im Spiel sind, müssen immer genau hinhören, wann die Runde endet.
Korb-Transport (Teamspiel)
Ein Ball oder Stofftier ist „Paulus im Korb“. In Teams muss er vorsichtig über Hindernisse transportiert werden, ohne dass er herunterfällt.
Jesus kann ein Leben völlig verändern. Auch wer Jesus noch nicht kennt, darf erleben, dass er neu anfangen darf.
Kinder entdecken: Jesus begegnet Menschen persönlich und ruft sie in seine Nachfolge – egal, wie ihre Vergangenheit aussieht.
Saulus ist ein entschiedener Gegner der ersten Christen. Er als gesetzestreuer Pharisäer meint, im Auftrag Gottes zu handeln, wenn er Menschen verfolgt, die an Jesus glauben (für ihn lebten Christen nicht nach den Gesetzen Gottes). Deshalb reist er nach Damaskus, um auch dort Christen gefangen zu nehmen und nach Jerusalem zu bringen. Doch auf dem Weg geschieht etwas völlig Unerwartetes: Ein helles Licht vom Himmel umstrahlt Saulus. Er fällt zu Boden und hört eine Stimme: „Saul, Saul, warum verfolgst du mich?“ Saulus fragt: „Wer bist du, Herr?“ Die Antwort lautet: „Ich bin Jesus, den du verfolgst.“ Damit wird deutlich: Wer Christen verfolgt, stellt sich gegen Jesus selbst. Saulus erkennt, dass er sich geirrt hat. Der selbstsichere Verfolger wird plötzlich hilflos. Er steht auf, kann aber nichts mehr sehen. Drei Tage lang bleibt er blind und isst und trinkt nichts. Diese Zeit ist eine Zeit der Orientierungslosigkeit, aber auch eine Zeit der inneren Umkehr. Parallel dazu spricht Gott zu einem Jünger in Damaskus: Hananias. Er bekommt den Auftrag, zu Saulus zu gehen. Hananias hat Angst, denn Saulus ist für seine Gewalt gegen Christen bekannt. Doch Gott macht ihm deutlich, dass Saulus ein besonderes Werkzeug für ihn sein wird. Er soll den Namen Jesu zu vielen Menschen bringen. Hananias gehorcht schließlich. Er besucht Saulus, legt ihm die Hände auf und sagt ihm, dass Jesus ihn gesandt hat. In diesem Moment kann Saulus wieder sehen. Er wird mit dem Heiligen Geist erfüllt und lässt sich taufen.
Diese Begegnung mit Jesus verändert sein ganzes Leben. Aus dem Christenverfolger wird später der Apostel Paulus, einer der wichtigsten Verkündiger des Evangeliums.
Der Text zeigt, dass Jesus Menschen persönlich begegnet und ihre Lebensrichtung verändern kann. Gleichzeitig wird deutlich, dass Gott auch andere Menschen gebraucht – wie Hananias –, um jemanden auf seinem neuen Weg zu begleiten.
Die Geschichte von Saulus erinnert Mitarbeitende daran, dass Gott Menschen verändern kann – manchmal ganz überraschend. Saulus war überzeugt, im Recht zu sein. Doch Jesus begegnet ihm und zeigt ihm, dass er auf dem falschen Weg ist.
Auch heute können Mitarbeitende in der Kinder- und Jugendarbeit erleben, dass Gott Menschen verändert. Manchmal geschieht das schnell und überraschend, manchmal langsam. Die Aufgabe der Mitarbeitenden ist es nicht, Veränderung zu erzwingen, sondern Räume zu schaffen, in denen Kinder Jesus begegnen können.
Gleichzeitig fordert die Rolle von Hananias heraus. Er hatte Angst vor Saulus und gute Gründe dafür. Trotzdem gehorcht er Gott und geht zu ihm. Mitarbeitende können sich darin wiederfinden: Gott fordert manchmal Schritte des Vertrauens, auch wenn sie Mut kosten. Vielleicht möchte Gott gerade dich gebrauchen, um einem Kind zu zeigen, dass Jesus es liebt und einen guten Plan für sein Leben hat.
Kinder erleben in ihrem Alltag oft Situationen, in denen sie merken, dass sie falsch gehandelt haben. Streit mit Freunden, Lügen oder ungerechtes Verhalten gehören zum Alltag vieler Kinder. Manchmal denken sie dann: „Jetzt bin ich bestimmt abgeschrieben.“ Die Geschichte von Saulus zeigt etwas anderes. Selbst ein Mensch, der Christen verfolgt hat, bekommt von Jesus eine neue Chance. Jesus schreibt Menschen nicht ab. Er kann aus einem Gegner sogar einen Nachfolger machen.
Viele Kinder kennen außerdem das Gefühl, Angst vor bestimmten Personen zu haben oder jemandem nicht zu vertrauen. Auch Hananias ging es so mit Saulus. Trotzdem erlebt er, dass Gott größer ist als seine Angst. Die Kinder können entdecken: Jesus kennt mich, er sieht mein Leben – und er lädt mich ein, ihm zu vertrauen und mit ihm neu anzufangen.
Idee 1 – Blind durchs Zimmer
Die Kinder sollen erleben, wie unsicher man sich fühlt, wenn man nichts sehen kann. Vorsicht bei Kindern, die durch Flucht oder andere traumatische Erlebnisse geprägt sind (kann triggerauslösend sein).
Einige Hindernisse (Stühle, Tische, Seile, Kissen) werden im Raum verteilt. Ein Kind bekommt die Augen verbunden. Ein anderes Kind darf es nur mit Worten durch den Raum führen. Dabei darf es das Kind nicht berühren.
Nach ein bis zwei Durchgängen wird kurz darüber gesprochen:
Überleitung:
Heute hören wir von einem Mann, der plötzlich blind wurde – und dabei Jesus begegnete.
Idee 2 – Richtungswechsel-Spiel
Alle Kinder stellen sich in einer Reihe auf. Der/die Mitarbeitende gibt Kommandos:
Plötzlich ruft der/die Mitarbeitende: „Stopp – Richtungswechsel!“. Jetzt müssen alle in die entgegengesetzte Richtung laufen.
Das Spiel wird einige Male wiederholt.
Gesprächsimpuls: Manchmal merken wir, dass wir in die falsche Richtung laufen und müssen umkehren. Heute hören wir von jemandem, dessen ganzes Leben eine neue Richtung bekommen hat.
Verkündigungsart: Erzählen mit Gegenständen
Material:
Schwert oder Stock, Taschenlampe oder starke Lampe, Tuch für Augenbinde, kleines Haus aus Karton oder Bauklötzen.
Erzählung
(Schwert oder Stock hochhalten)
Dieser Mann heißt Saulus. Saulus hat eine wichtige Aufgabe – zumindest denkt er das. Er jagt Menschen, die an Jesus glauben.
Saulus ist überzeugt: „Diese Christen machen alles falsch! Ich muss sie aufhalten!“
Deshalb reist er nach Damaskus. Dort will er noch mehr Christen gefangen nehmen.
(Mit der Hand eine Reisebewegung zeigen)
Doch plötzlich passiert etwas Unglaubliches.
(Taschenlampe oder Licht einschalten)
Ein helles Licht vom Himmel blendet Saulus. Es ist so hell, dass er zu Boden fällt.
Und dann hört er eine Stimme:
„Saul! Saul! Warum verfolgst du mich?“
Saulus erschrickt.
„Wer bist du, Herr?“
Die Stimme antwortet: „Ich bin Jesus, den du verfolgst.“
Saulus merkt: Ich habe mich geirrt. Ich kämpfe gegen Jesus selbst.
Langsam steht er wieder auf.
(Tuch über die Augen legen)
Doch etwas stimmt nicht. Saulus kann nichts mehr sehen! Er ist blind.
Seine Begleiter müssen ihn an der Hand nach Damaskus führen.
(Das kleine Haus zeigen)
Drei Tage lang bleibt Saulus dort. Drei Tage lang sieht er nichts. Er isst nichts. Er denkt nur nach.
Zur gleichen Zeit spricht Gott zu einem anderen Mann. Sein Name ist Hananias.
„Hananias“, sagt Gott, „geh zu Saulus und hilf ihm.“
Hananias erschrickt.
„Saulus? Der verfolgt doch Christen!“
Doch Gott sagt: „Ich habe einen Plan mit ihm.“
Also geht Hananias zu Saulus.
Er legt ihm vorsichtig die Hände auf.
„Saulus“, sagt er, „Jesus hat mich geschickt.“
In diesem Moment passiert etwas Erstaunliches.
Saulus kann wieder sehen!
Die Bibel sagt: Es war, als ob Schuppen von seinen Augen fallen.
(Tuch von den Augen nehmen)
Saulus lässt sich taufen und beginnt ein ganz neues Leben.
Aus dem Christenverfolger wird ein Freund von Jesus.
Und später erzählt Saulus – der nun Paulus heißt – vielen Menschen von Jesus.
Stehgreiftheater
Einige Kinder übernehmen spontan Rollen: Saulus, Begleiter, Jesus (Stimme), Hananias. Mit einfachen Requisiten wird die Geschichte gespielt. Der Mitarbeiter/die Mitarbeiterin erzählt die Geschichte und die Kinder stellen die Szenen dar. Besonders die Begegnung mit dem Licht und die Heilung können eindrücklich gespielt werden.
Bewegungs-Wiederholung
Der Mitarbeiter/die Mitarbeiterin liest Aussagen vor. Wenn sie richtig sind, stehen die Kinder auf. Wenn sie falsch sind, bleiben sie sitzen.
Beispiele:
Danach kann kurz geklärt werden, was wirklich passiert ist.
Methode: Gesprächskreis mit Gegenstand
Ein Gegenstand (z. B. eine Taschenlampe) wird herumgegeben. Nur wer den Gegenstand hält, darf sprechen.
Fragen:
Wichtig: Niemand muss persönliche Dinge erzählen, wenn er nicht möchte.
Wenn jemand zu Christus gehört, ist er eine neue Schöpfung. (2. Korinther 5,17 – BasisBibel)
Methode: Bewegungsmerkvers
Der Vers wird mit Bewegungen gelernt:
Der Vers wird mehrmals gemeinsam gesprochen.
Gebetsidee: Lichtgebet
In der Mitte steht eine Kerze oder LED-Teelicht.
Der Mitarbeiter/die Mitarbeiterin erklärt: Jesus ist Saulus mit seinem Licht begegnet.
Kinder dürfen kurze Gebete sprechen, z. B.:
Blindenführung
Kinder bilden Zweiergruppen. Ein Kind bekommt die Augen verbunden, das andere führt es vorsichtig durch den Raum oder über einen kleinen Parcours.Danach wird gewechselt.
Achtung: Für manche Kinder kann das Augenverbinden Angst auslösen (siehe Hinweis Idee 1 – Blind durchs Zimmer).
Gespräch:
Wie wichtig ist Vertrauen?
Vorher-Nachher-Bilder
Die Kinder zeichnen zwei Bilder:
So wird sichtbar, wie stark sich sein Leben verändert hat.
Gott zu folgen, bedeutet auch Dinge und Angewohnheiten wegzuwerfen oder loszulassen.
Gott zu folgen, bedeutet auch Dinge und Angewohnheiten wegzuwerfen oder loszulassen.
Josia wurde im Alter von 8 Jahren König. Sein Vater wurde ermordet, sein Großvater war ein König, an dem Gott keinen Wohlgefallen hatte. Aber sein Urgroßvater Hiskia tat, was Gott gefiel. In der letzten Lektion ging es darum, wie Josia in seinem 18. Regierungsjahr – also im Alter von 26 Jahren – über eine im Tempel gefundene Schriftrolle von Gottes Geboten erfährt und feststellt, dass diese nicht eingehalten wurden und dem Volk Israel somit schlimme Zeiten bevorstehen. Aber er erfährt auch, dass diese Zeiten noch nicht während seiner Lebenszeit anbrechen. In dem heutigen Textteil können wir nun sehen wie Josia auf diese Nachrichten reagiert. Als allererstes schließt er mit dem gesamten Volk Israel und Gott einen Bund. Er verpflichtet sein Volk, sich an Gottes Gebote zu halten und das Volk stimmt dem zu. Anschließend kommt die große Reinigungsaktion im ganzen Land: Als erstes wird der Tempel gereinigt. Alle Gegenstände und Altäre, die für fremde Götter angeschafft wurden, werden weggebracht und verbrannt. Die Priester werden abgesetzt und die Häuser der Prostituierten im Tempelbezirk abgerissen. Danach geht es in der Umgebung weiter: Altäre werden entweiht und verbrannt, geweihte Steinmale und Pfähle werden niedergerissen. Auch die Priester der fremden Götter müssen zum Teil sterben. Wahrsager und Totenbeschwörer werden verjagt und auch die Hausgötter werden entfernt. Alles Schlechte und Verführerische soll von den Augen der Menschen weggenommen werden. Als alles sauber ist, wird das Passafest gefeiert. Das Fest, dass an den Auszug an Ägypten und Gottes großen Wunder dort und auf dem Weg durch die Wüste erinnert.
Kurz zusammengefasst: Hören – Wollen – Tun – Feiern/Erinnern!
Mich beeindruckt der Mut von Josia. Er war zwar der König und hatte sich sicherlich im Laufe der Jahre schon das Vertrauen des Volkes erarbeitet, aber der Götzendienst war schließlich eine Sache, die aus Sicht der Menschen schon immer gemacht wurde. Das alles aufzugeben und einzureißen hat mit Sicherheit nicht jedem gefallen. Am wenigsten wohl den Priestern, die diesen Götzen gedient haben und nun sterben mussten. Bevor die ganze Reinigungsaktion jedoch losging, hat ja das ganz Volk einen Bund mit Gott geschlossen und geschworen, das Gesetz zu halten. Somit war vielleicht auch gerade ein großer Elan da und der Wunsch endlich mal sauber zu machen.
Es musste also erst eine Basis geschaffen werden, die Menschen mussten wissen, was eigentlich der „Dreck“ ist, der weggeputzt werden soll. Das mag hier im Text offensichtlich erscheinen, aber im eigenen Leben ist das meiner Erfahrung nach manchmal nicht so eindeutig. Es ist somit wichtig auf Gott zu hören, was er entfernt haben möchte. Genauso wichtig ist dann aber auch der nächste Schritt: man muss es auch wollen! Die Israeliten haben einen Bund mit Gott geschlossen und damit ihren Willen bezeugt, dass sie nicht nur beim Hören stehen bleiben, sondern in das Tun übergehen wollen.
Wenn diese Geschichte also den Kindern erzählt wird und die Übersetzung in das Leben der Kinder kommt, bewegen wir uns nur im allerersten Schritt dem „Hören“. Wir können die nächsten Schritte nicht bewirken, das kann nur Gott. Aber vielleicht lohnt es sich zu überlegen, wie man den Kindern in den nächsten Schritten dem „Wollen“, dem „Tun“ und dem „Feiern/Erinnern“ helfend zu Seite stehen kann. Und vielleicht muss man sich auch selbst immer mal wieder die Frage stellen, in welchem Schritt man sich selbst befindet und ob es mal an der Zeit ist ein Stück weiterzugehen. Bete vorab für dich und die Kinder um Erkenntnis!
Wie oben erläutert, wollen wir mit dieser Geschichte den Kindern verdeutlichen, dass gewisse Dinge keinen Platz in unserem Leben haben können, wenn wir Gott voll und ganz nachfolgen wollen. Es geht darum, dass sie es hören und sehen, wo dieses Thema in ihrem Alltag angreift. Die Frage ist somit: Was bzw. wer sind die Götter der Kinder? Für was „opfern“ sie Zeit und Geld? Von was bzw. von wem erhoffen sie sich Hilfe oder Glück? Das können Stars und Vorbilder sein, aber auch gesellschaftliche Ideale, Glücksbringer, Social Media, die „richtigen“ Marken für Kleidung und technische Geräte…
Aber wie können wir / die Kinder damit umgehen, wenn wir einen solchen „Götzen“ in unserem Leben entdecken? Wichtig ist, dass nicht alles von dem Genannten an sich schlecht ist, aber es beinhaltet Versuchungen. Josia wollte alles entfernen, damit auch die Versuchung nicht mehr da ist. Dabei muss man sicherlich Schritt für Schritt vorgehen. Einen Glücksbringer kann man einfacher wegwerfen, als dass man gesellschaftliche Idealvorstellen aus seinem Kopf streichen kann. Und bei allem gilt: Mit Gottes Hilfe!
Idee 1 – Müll sortieren
Die Reinigungskraft, die die Geschichte erzählt kommt bereits zur Einführung mit einem großen Mülleimer voll Müll, aber auch mit Dingen, die man noch gebrauchen kann. Als Einführung kann zum Beispiel gesagt werden, dass in so einem Mülleimer immer wieder Dinge landen, die man noch gut gebrauchen kann. Anschließend kommt die Bitte an die Kinder beim Sortieren zu helfen.
Der Inhalt des Mülleimers wird geleert und gemeinsam werden die Dinge sortiert. Der wirkliche Müll kommt direkt wieder in den Eimer, die anderen Sachen bleiben in der Mitte liegen und werden zum Erzählen der Geschichte verwendet.
Gegenstände für die Geschichte: Streichhölzer, Glücksbringer, Bibel, Freundschaftsarmband, Horoskop, Chipstüte oder eine Tüte Süßigkeiten
Idee 2 – Der König befiehlt
Mit diesem kleinen Spiel wird das „Hören“ und „Tun“ verdeutlicht.
Ein Kind oder ein/e Mitarbeitende/r ist König/Königin und sitzt in der Mitte auf dem Stuhl. Die übrigen Kinder werden in zwei bis drei Gruppen aufgeteilt. Nun befiehlt der König/die Königin, dass verschiedene Dinge gebracht werden sollen (z. B. ein Stein, ein Schnürsenkel etc.). Die Gruppen versuchen, die Aufgabe jeweils am schnellsten zu erledigen. Welche Gruppe hat die meisten Aufgaben als erstes erbracht?
Verkündigungsart: Erzählung durch Reinigungskraft
Nach dem Müllsortieren der Hinführung (Idee 1) beginnt die Reinigungskraft die Geschichte zu erzählen:
Ich möchte euch heute eine Geschichte erzählen, in der es um Müll und ums Saubermachen geht. Wir haben ja letztes Mal schon von Josia gehört und wie er in dem Gesetzbuch von Gott gelesen hat. (Bibel zeigen)
In diesem Gesetz steht, was Gott sich für unser Leben wünscht. Josia hat das so mitgenommen, dass er es nun auch seinem ganzen Volk vorlesen lassen wollte. Und das hat er auch getan. Nachdem das ganze Volk nun das Gesetz gehört hat, haben Josia und das Volk mit Gott einen Bund geschlossen. (Freundschaftsarmband zeigen) Das ist ein bisschen wie so ein Freundschaftsarmband: Man verspricht sich gegenseitig, dass man immer befreundet sein will. Gott und Josia und das ganze Volk wollten also Freunde sein! Josia wusste allerdings auch, dass ihr bisheriges Leben nicht zu einer Freundschaft mit Gott passte, das stand ja in dem Gesetzbuch und somit war ihm klar, dass da mal ordentlich aufgeräumt werden muss! Für sowas bin ich ja Experte! Aufräumen ist mein Spezialgebiet, aber ich muss sagen, Josia hatte das auch ziemlich gut drauf!
Nach meiner Erfahrung ist es sehr wichtig, dass man erst mal an einer Stelle anfängt, sonst überfordert man sich schnell und das hat Josia auch gemacht. Er hat sich als allererstes den Tempel vorgenommen, den Ort, an dem Gott quasi wohnen wollte. Dieser Ort war leider in den letzten Jahrhunderten total zugemüllt worden. Da waren nicht nur Gegenstände, mit denen man Gott die Ehren geben wollte, sondern auch ganz viel Kram für irgendwelche anderen Götter und sogar Bilder und Skulpturen von anderen Göttern! Das hat Josia erst mal alles rausschmeißen und verbrennen lassen. (Streichhölzer zeigen)
Als der Tempel endlich sauber war, hat Josia aber nicht einfach aufgehört, sondern dann ging es in der Stadt – in Jerusalem – weiter. Auch in der Stadt und vor der Stadt standen Altäre und Skulpturen von Göttern, die Josia alle niederreißen und verbrennen ließ. Und auch mit Jerusalem war nicht Schluss, sondern dann ging es in die weitere Umgebung, ins ganze Land. Überall sollten die Altäre und Opferstätten und Standbilder vernichtet werden, die anderen Göttern geweiht waren. Und auch die Hausgötter – also spezielle Götzenbilder, die die Menschen in ihren Häusern hatten – wurden weggeworfen. (Glücksbringer zeigen) Heutzutage wäre das zum Beispiel sowas wie dieser Glücksbringer. Aber es ging nicht nur um diese Gegenstände, sondern auch um die Priester – also die Menschen, die diesen fremden Göttern gedient – haben. Viele von diesen Priestern wurden getötet.
Aber dann gab es auch andere Menschen, die Dinge getan haben, die Gott nicht gefallen: Totenbeschwörer und Wahrsager. (Horoskop zeigen) Die wurden aus dem Land verbannt, sie mussten also in andere Länder ziehen und dort leben. So hat Josia mit dem Volk zusammen im ganzen Land aufgeräumt und als alles schön sauber war – was meint ihr wurde da gemacht?
Also, wenn ich fertig mit einem Großputz bin, dann lass ich es mir gut gehen und feier ein bisschen. (Süßigkeiten oder Chipstüte zeigen) Genau das haben auch Josia und die Israeliten gemacht. Als alles sauber war, haben sie zusammen das Passafest gefeiert. Das ist das Fest, bei dem sich die Israeliten daran erinnern, wie Gott sie aus der Sklaverei in Ägypten befreit hat. Chips/Süßigkeiten wie diese wurden bei dem Fest sicherlich nicht gegessen, aber es ist ein großes Freudenfest, dass daran erinnert, dass Gott nicht nur vor langer Zeit sein Volk aus Ägypten befreit hat, sondern zeigt, dass Gott auch in Josias Zeit sein Volk von all den Götzen befreit hat und das Beste ist: Gott will auch heute dich und mich von dem befreien, was uns gefangen hält, von den Götzen, denen wir dienen, ohne es vielleicht zu wissen.
Die Geschichte wird mit Bildern erzählt, die nach und nach gezeigt werden. Kostenlose Bilder zum Download für diese Geschichte findet man z. B. hier: https://www.gratisbibelbilder.de/suche/?book=2.%20K%C3%B6nige (letzter Zugriff 11.03.2026)
Es werden Gruppen aus 3-4 Kindern gebildet. Jede Gruppe überlegt sich eine Szene aus der Geschichte und versucht diese in einem Standbild nachzustellen. Anschließend kommen alle wieder zusammen und die Gruppen zeigen nacheinander ihr Standbild. Überlegt gemeinsam in welcher Reihenfolge die Standbilder richtig gewesen wären. An welche Szenen erinnert ihr euch noch, die nicht in einem Standbild gezeigt worden sind?
Um ein Gespräch leichter aufbauen zu können, kann reihum gewürfelt werden, je nachdem welche Zahl erscheint, wird eine entsprechende Frage gestellt, die die würfelnde Person beantworten soll.
Um dem Thema bereits vorab etwas mehr Alltagsrelevanz zu geben, kann ein/e Mitarbeitende/r aus ihrem/seinem eigenen Leben erzählen, welche Götzen sie/er dort entdeckt hat und wie sie/er damit umgegangen ist.
Beispielhafte Fragen:
„Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes Geist in euch wohnt?“ 1. Korinther 3,16 (Luther 2017)
Josia hat im Tempel aufgeräumt. Der Bibelvers besagt, dass wir Gottes Tempel sind. Beides zusammengenommen bedeutet also, dass wir auch immer mal wieder in uns aufräumen müssen. Um uns daran zu erinnern, lernen wir den Merkvers auswendig und verknüpfen ihn mit Bewegungen, um uns den Vers besser einprägen zu können:
Wisst ihr nicht,
dass ihr Gottes Tempel seid
und der Geist Gottes in euch wohnt?
Zeigefinger an die Schläfe halten
Hand aufs Herz legen
Mit beiden Armen ein Haus formen
Jeder kann auf einen Zettel etwas aufschreiben, was aus seinem Leben verschwinden soll. Bringt das im Gebet zu Jesus (laut oder leise) und verbrennt die Zettel in einer großen Schale oder ähnlichem.
Anschließend können für die Feier die Chips/Süßigkeiten verteilt werden.
Die oben aufgeführte Idee für das Gespräch kann spielerisch ausgeweitet werden, indem die Fragen auf Haftnotiz-Zettel geschrieben werden, weiterhin wird ein Zettel mit „Start“ und ein Zettel mit „Ziel“ benötigt. Dann bekommt jedes Kind ebenfalls einen Haftnotiz-Zettel und schreibt dort eine Aktion auf (z. B. 2 Kniebeugen machen, ein Lied singen, einmal um den Tisch laufen…). Wenn jeder seinen Zettel beschrieben hat, werden die Aktions-Zettel der Kinder und die Fragen-Zettel durcheinander auf den Tisch/Fußboden geklebt. Der Start-Zettel kommt an das eine Ende und der Ziel-Zettel an das andere. Nun bekommt jeder eine Spielfigur (aus einem Spiel oder kleine Gegenstände (Stifte, Radiergummi, Steine…), die auf den Start-Zettel gesetzt wird. Danach fängt eine Person an zu würfeln und setzt ihre Figur so viele Zettel weiter, wie gewürfelt wurde. Die Aktion oder Frage, bei der man landet, muss dann ausgeführt / beantwortet werden. So geht es reihum weiter, bis alle im Ziel sind.
Müllsammeln im Park / im Wald / in der Straße
Ihr könnt eine Müllsammelaktion durchführen rund um das Gemeindehaus, im Park usw.
Müll ist zwar kein Götze, aber durch die Aktion werden vielleicht die Gedanken angestoßen und einem fällt ein, welcher Müll im eigenen Leben so rumliegt, den man einfach mal aufsammeln und entsorgen sollte.
Gott steht zu seinem Wort. Was er verspricht, gilt!
Wir sollen unseren Glauben immer wieder prüfen, ob er dem entspricht, was Gott sich für uns wünscht.
Josia stammt aus einer Familie von Königen, die sich alle gegen den Herrn wendeten und dem Götzendienst verfielen. So geschah es, dass er schon mit acht Jahren zum König gekrönt wurde, nachdem sein Vater durch eine Verschwörung, von den Hofleuten angezettelt, ermordet wurde (vgl. 2. Könige 21,20-24).
Wir wissen zwar, dass Josia – anders als seine Vorfahren – nach dem Willen des Herrn handelte, jedoch lesen wir nichts über seine ersten Regierungsjahre. Es ist nicht auszuschließen, dass seine ersten Jahre als König durch die Erfahrungen und Vorstellungen seiner Berater am Hof und seiner Mutter beeinflusst wurden.
Durch den Text erfahren wir aber, dass Josia im Alter von ca. 26 Jahren dem Herrn bereits sehr verbunden ist und durch den Fund eines Gesetzbuches bei der Renovierung des Tempels sichtlich erschüttert wird (2. Könige 22,11). Als er liest, was darinsteht, zerreißt er aus Betroffenheit über sein eigenes Fehlverhalten, dem seiner Vorfahren und dem seines Volkes seine Kleider.
Wir wissen nicht mit Sicherheit, was genau in diesem Buch stand, jedoch lässt der weitere Text vermuten, dass Gott darin Gesetze hinterlassen hatte, wie die Menschen ihn heiligen und mit ihm leben sollen, und dass ein Fehlverhalten drastische Folgen mit sich ziehen wird. Zumindest äußert Josia in 2. Könige 22,13, dass sie etwas nicht getan haben, was in dem Buch ausdrücklich gefordert wird. Josia will wissen, was nun zu tun ist und lässt dafür eine Prophetin befragen. Durch diese meldet sich Gott zu Wort und macht deutlich, dass er es mit den Gesetzen ernst meint. Was er angekündigt hat, wird eintreffen! Jerusalem wird für das falsche Verhalten den angedrohten Preis zahlen müssen. Auch wenn dieser in Vergessenheit geraten war. Doch Gott zeigt sich auch gnädig. Er lässt Josia wissen, dass er seine Geste der Betroffenheit und Anteilnahme gesehen und angenommen hat. Gnädig sichert er Josia zu, dass dieser den Untergang Jerusalems nicht miterleben muss und vorher in Frieden sterben soll.
Tatsächlich können wir in den nächsten Kapiteln lesen, wie Josia zunächst einen neuen Bund mit Gott schließt und das Volk zu neuem Gehorsam auffordert.
Nach seinem Tod gerät Jerusalem jedoch Schlag auf Schlag in eine Abwärtsspirale, welche letztlich zur Zerstörung der Stadt führt.
So streng der Text auf den ersten Blick auch klingen mag, so erleben wir in diesem gleichermaßen Gottes Zuverlässigkeit und Treue. Seine Worte aus dem wiedergefundenen Gesetzbuch sind keine alten, abgelaufenen Ideen. Das macht Gott sehr deutlich. Auch wenn wir eine Entwicklung vom Alten zum Neuen Testament feststellen und lieben dürfen, erlebe ich einen beständigen Gott. Einen Gott, der gesunde, gute Beziehungen will. Zwischenmenschlich, aber auch und vor allem zwischen mir und ihm. Ich schätze es sehr, in dieser chaotischen und ständig wandelnden Welt einen Gott an meiner Seite zu wissen, der immer für mich da ist und an den ich mich immer wieder wenden kann. Mit all meinen Macken und Fehlern, die mir immer wieder passieren.
Wie ist es mit uns Mitarbeitenden? Leben wir den Kindern Beständigkeit und Zuverlässigkeit vor? Ziehen wir angedrohte Strafen konsequent durch? Singen wir in der nächsten Woche wirklich das Lied, welches wir diese Woche nicht mehr geschafft haben? Gott würde es.
Kinder testen gerne ihre Grenzen. Sie wollen sehen, ob Autoritäts- und Bezugspersonen zu ihrem Wort stehen. Denn oft genug erleben sie in ihrem Alltag, dass leere Versprechen gemacht und nicht gehalten werden. Von Eltern und Freunden, die versprechen, etwas mit ihnen zu unternehmen und dann doch keine Zeit für sie haben. In sozialen Medien stoßen sie auf Menschen, die zwar immer auf Abruf, aber trotzdem unerreichbar weit weg sind. Es wird ihnen vorgelebt, dass sie sich auf niemanden verlassen können, außer auf sich selbst.
Kinder brauchen Zuverlässigkeit und Beständigkeit in ihrem Leben und fordern diese auch ein. Gott zeigt, dass wir uns auf ihn und sein Wort voll und ganz verlassen können. Auch wenn es uns Angst machen mag, auf ihn können wir vertrauen.
Idee 1 – Verlorenes wiederfinden
Das verlorengegangene Gesetzbuch wird versteckt. Die Kinder müssen es suchen, vorher kann es nicht weitergehen. In diesem befinden sich die Comic-Elemente, welche für die Verkündigungsmethode „Comic Erzählung“ wichtig sind.
Sollte man eine kleine Gruppe und viel Zeit zur Vorbereitung haben, könnte man diese Suche auch wie einen Escape-Room aufbauen, indem es erst ein Kreuzworträtsel über Könige gibt, dessen Lösungswort „Josia“ oder „2.Könige 22,3“ lautet. Anschließend kann ein Puzzle von einem Tempel, mit dem Wort „Gesetzbuch“ auf der Rückseite, die Kinder zum Bücherregal führen, wo sie einen Briefumschlag oder eine Schriftrolle finden. In diesem sind dann die Comicelemente versteckt, um die Geschichte zu erzählen.
Idee 2 – Vertrauen
Die Kinder können sich zu zweit zusammentun und hintereinander aufstellen. Es geht darum, auf den anderen zu vertrauen und auf ihn zu hören. Wenn die hintere Person sagt: „Ich fange dich auf.“, darf sich die vordere in ihre Arme fallen lassen. Dies darf gerne öfter gemacht werden, bevor getauscht wird. Dabei bitte Kinder mit einer Angstproblematik beachten und die Freiwilligkeit der Aktion betonen.
Verkündigungsart: Comic-Erzählung zum Mitgestalten
Bevor die Geschichte erzählt wird, werden sechs leere A4 Zettel an eine Pinnwand gehängt. Diese bilden die nach und nach entstehenden Comicbilder, welche die Geschichte erzählen (d.h. die ausgedruckten, einzelnen Comic-Bilder nach und nach auf die weißen A4-Zettel pinnen).
TIPP: Solltest du dir beim Erzählen von Geschichten etwas unsicher sein, hänge die Bilder selbst auf, oder lasse sie noch besser von einem anderen Mitarbeitenden anpinnen, während du die Geschichte erzählst. Es ist zwar relativ eindeutig, wann was aufgehängt werden soll, dennoch sind Kinder oft kreativer als wir es uns vorstellen können und hängen Bilder doch anders auf, als man gedacht hätte. Lasse dich davon nicht rausbringen und frage lieber, warum das Kind denkt, dass dieses Bild gerade passt.
Vorgehensweise:
Es gibt kleine Zeichnungen (Comic-Bilder), aus welchen ihr die Geschichte gemeinsam zusammensetzt. Diese befinden sich auf zusätzlichen Zetteln, und können im Laufe der Geschichte von den Kindern (oder euch selbst) angepinnt oder sogar mit Stiften ergänzt werden. So können die Kinder der Geschichte ihren eigenen Stil verpassen. Dafür sollten die Comic-Bilder vorbereitet sein und an die Kinder verteilt werden. Zum Beispiel durch „Hinführung 1“. Handelt es sich um eine größere Gruppe, ist es sinnvoll, die Elemente vorher so zu platzieren (z.B. unter Stühlen), dass sie bereits im Vorhinein Kindern zugeteilt sind. Die Geschichte wird erzählt:
„Ich habe euch heute Josia mitgebracht (Strichmännchen selbst anpinnen). Er ist schon ganz früh König geworden (Krone wird angepinnt), damals war er erst 8 Jahre alt – so alt wie manche von euch. Ganz schön früh, oder? Als König kann man zwar vieles allein entscheiden, aber man hat auch viele wichtige Aufgaben. Ein König kümmert sich ja um sein ganzes Volk. Und Josia machte das richtig gut. Er handelte, wie einer seiner Vorfahren David, ganz nach Gottes Willen (Sprechblase wird angepinnt). Bei allem, was er tat, versuchte er zu berücksichtigen, dass es Gott auch gefiel. Doch das gelang nicht immer.
Als Josia dann etwas älter war und schon lange Jahre als König regiert hatte (zweites Strichmännchen selbst anpinnen), beschloss er den Tempel zu renovieren (Sprechblase wird ergänzt). Sicher war dort schon für eine längere Zeit nichts mehr repariert worden und Josia dachte: „Wenn ich das Haus des Herrn in seiner alten Pracht wiederherstelle, gefällt Gott das ganz sicher!“ (Werkzeuge anpinnen lassen) (drittes Strichmännchen selbst anpinnen)
Gesagt – getan. Er schickte Schafan (Sprechblase von Josia wird angepinnt), einen seiner Männer, zum Tempel. Dieser sollte das benötigte Material und die Menschen, die dort arbeiteten, bezahlen. Schafan ging los und tat wie ihm befohlen (Schafan wird angepinnt).
Sofort erledigte er den Auftrag, den er bekommen hatte. Doch das war nicht alles. Im Tempel wurde bei den Aufräumarbeiten ein sonderbarer Fund gemacht (viertes Strichmännchen mit Sprechblase wird angepinnt): Was denkt ihr, was könnte wohl damals im Tempel gefunden worden sein? (Bild von Schriftrolle anpinnen) Ein altes Gesetzbuch! Wahrscheinlich war das kein Buch, wie wir es heute kennen, sondern eher eine alte Schriftrolle.
Josia war ganz überrascht, als Schafan mit dem Fundstück zurückkam.
Er war neugierig und wollte unbedingt wissen, was darin stand (fünftes, nachdenkendes Strichmännchen anpinnen).
Doch als Josia die Worte hörte, die in dem alten Buch standen, zerriss er tieftraurig seine Kleider (Strichmännchen mit Fetzten anpinnen lassen). Dort stand so viel drin, was er nicht gewusst hatte und wonach er sich falsch verhalten haben sollte. Nicht nur er, sondern auch viele vor ihm hatten sich nach diesem Text nicht richtig verhalten, obwohl sie dachten, sie täten das Richtige. Das ganze Volk hatte sich die letzten Jahre falsch verhalten. Sie haben nur noch Statuen angebetet und keinen Kontakt mehr zu Gott gehabt.
Josia war sofort klar, dass es so nicht bleiben konnte (Strichmännchen 6 selbst anpinnen). Etwas musste sich ändern, und zwar schnell! (Sprechblase anpinnen) Also schickte er seine Männer (drei Boten anpinnen) zu der Prophetin Hulda. Propheten waren damals Menschen, die einen sehr guten Draht zu Gott hatten und direkt mit ihm sprechen konnten. Bei Gott sollte sie erfragen, was diese Worte für König Josia und sein Volk bedeuteten und außerdem fragen, ob er alles richtig verstanden hatte.
Die Prophetin wusste genau, was Gott dazu sagte (Gedankenblase mit Strichmännchen selbst anpinnen): „Weil sich niemand an meine Gesetze gehalten hat, wird Zerstörung über die Stadt und ihre Bewohner kommen.“ (zerstörte Stadt anpinnen) Es würde sich also genauso erfüllen, wie es in dem alten Gesetzesbuch geschrieben stand (Strichmännchengruppe selbst anpinnen). Denn Gott steht zu seinem Wort – Immer! (Sprechblase anpinnen) Aber die Prophetin ließ dem König auch noch ausrichten, dass Gott sich sehr darüber freute, dass Josia ihn um Hilfe gebeten und nachgefragt hatte (Sprechblase anpinnen). Weil sich Josia ändern wollte und ihm leidtat, was er unwissentlich falsch gemacht hatte, hat ihm Gott vergeben. Er sollte die Zerstörung der Stadt nicht miterleben müssen.
Mitmachtheater
Die Kinder dürfen sich hierbei vorher eine Person aus der Geschichte aussuchen. Das Ganze macht noch viel mehr Spaß, wenn passende Verkleidung bereitgestellt wird. Eine Person liest die Geschichte vor, während die Kinder dazu pantomimisch Theater spielen. Die Geschichte sollte möglichst etwas langsamer vorgelesen und die genannten Personen stärker betont werden, damit die Kinder wissen, wann sie dran sind.
Rollen:
Gegenstände:
Die einzelnen Elemente des Comics können verwendet werden, um die Geschichte nochmal von den Kindern erzählen zu lassen. Wie könnte eine passende Überschrift zum jeweiligen Bild lauten?
Alternativ können von einem Mitarbeiter/einer Mitarbeiterin auch Sätze vorgelesen werden, welche die Geschichte zusammenfassen. Die Kinder müssen dabei entscheiden, ob der Satz richtig, oder falsch ist. Ist er richtig, bleiben die Kinder sitzen. Ist er falsch, müssen sie aufstehen. Sätze können sein:
Vertiefungsfragen für Starter:
Vertiefungsfragen Checker:
Er ist ein treuer Gott und hält seinen Bund. Die ihn lieben und seine Gebote befolgen, erfahren seine Güte noch tausend Generationen. – 5. Mose, 7,9 (BasisBibel)
Der Bibelvers kann zusammen und mit Bewegungen gesprochen werden.
Im Gebet können wir nochmal benennen, was Gott uns verspricht, um es uns bewusster werden zu lassen und ihm dafür zu danken.
Statt die Hände zu falten, können die Kinder mit sich selbst, oder alle im Kreis, einen kleinen Finger-Schwur machen (kleine Finger einhaken z.B.). Diese Haltung zeigt: An dem Gesagten halte ich fest, das gilt!
Dann kann ein Mitarbeiter/eine Mitarbeiterin für alle beten:
Gott, du versprichst, dass du zu deinem Wort stehst. Bitte hilf uns, dieses zu verstehen und nicht zu vergessen. Danke, dass du ein treuer Gott bist, auf den wir uns immer verlassen können. Amen.
Versprochen ist versprochen
Während alle Kinder die Augen schließen oder aus dem Raum gehen, darf ein Kind einen Schatz (etwas Naschi o.ä.) verstecken. Hinterher muss es in drei „Ich verspreche, dass…“-Sätzen beschreiben, wo der Schatz ist. Z.B.:
Hierbei darf nicht gelogen werden! Je nach Gruppengröße und Ort, hat die Gruppe nun 3 Minuten Zeit, den versteckten Schatz zu finden. Wer ihn findet, darf ihn behalten. Wird er nicht gefunden, darf der “Verstecker” ihn behalten.
Die Kinder sind herausgefordert, dem “Verstecker” zu glauben, dass er auch wirklich die Wahrheit sagt und nur dort zu suchen, wo es laut Anweisung Sinn ergibt.
Vielleicht ist es in eurer Gruppe mal wieder Zeit, sich zu erinnern, welche Regeln ihr eigentlich habt und was euch für ein gutes Miteinander wichtig ist. Diese Geschichte bietet einen optimalen Rahmen, um auf dieses Thema einzugehen. Sammelt mit den Kindern, welche Regeln sie gerne festhalten und aufschreiben wollen. Für diese könnt ihr zusammen ein großes Plakat basteln, welches aussieht wie ein Buch und euch an diese Geschichte erinnert.
An Versprechen muss man sich immer wieder erinnern. Gott hat zum Beispiel aus diesem Grund den Regenbogen geschaffen (1. Mose 9,13-15). Bastelt zusammen einen großen Regenbogen aus bunten Tüchern oder Tonkarton und hängt diesen zur Erinnerung in eurem Raum auf. Ihr könnt auch noch Dinge draufscheiben wie „Gott ist hier“, um euch an diese Versprechen bewusst zu erinnern.
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