Liedpool

Die Jahreslosung in Gemeindeliedern und Säkularen Liedern

Das Liederbuch

Hintergrund

Liednummer Liedtitel
32Ich glaube
33In Christus
51Ganz nah
58Irgendwas bleibt
70Von guten Mächten wunderbar geborgen
71Drei Tage
72Du für mich, wie so groß die Libe
73Am Kreuz
76Morgenstern
77Christ ist erstanden
78Happy day
110Gott verwandelt leise
135Beautiful things
137Befreit durch deine Gnade
138Mighty to save
178Er ist die Quelle
186Blessed be your Name
212Gott gab uns Atem
214Anker in der Zeit
216Ich weiß, dass mein Erlöser lebt
218Hope of the world
224Siehe, ich will ein Neues schaffen

Heinzmann, Gottfried / Eißler, Hans-Joachim (Hg.): Das Liederbuch. glauben – leben – lieben – hoffen, buch+musik, Stuttgart 32015.

Das Liederbuch 2

LiednummerLiedtitel
7Dancing on the waves
28Lord have mercy
36Christus erhöre uns
38Dem Himmel näher
50Bleib mir nah, Herr
51Wohin sinst
59Wach auf
60Voller Erwartung
68Christus, der Herr, ist auferstanden
69Jesus meine Hoffnung lebt
70Das ist der Sieg des Lebens
78Neuer Tag, neues Glück
79Ein neuer Morgen
84Bleib bei uns
105Au allen meinen Wegen
121No longer slaves
123I am loves
131Neues Leben
143Way maker
144Größer
146Goodness of God
150So will I
179Do it again
188Du bist das Licht
190Frieden finden
200Hilf uns einander helfen, Herr
203Jesaja 61
212Ewigkeit
213One day
216Du machst alles neu

Kuttler, Cornelius / Eißler, Hans-Joachim / Krimmer, Michl / Seule, Johannes (Hg.): Das Liederbuch 2. glauben – leben – lieben – hoffen, buch+musik, Stuttgart 2021.

Evangelisches Gesangbuch

LiednummerLiedtitel
EG 16Die Nacht ist vorgedrungen
EG 65Von guten Mächtne
EG 98Korn das in die Erde
EG 115Jesus lebt, mit ihm auch ich
EG 171Bewahre uns, Gott
EG 175Ausgang und Eingang
EG 262Sonne der Gerechtigkeit
EG 395Vertraut den neuen Wegen
EG 426Es wird sein in den letzten Tagen
EG 428Komm in unsre stolze Welt

Spotify-Playlists

Weida&Mohns Choral Session zu „Jesus lebt, mit ihm auch ich“: www.weidaundmohns.de/jesuslebtmitihmauchich

Spotify-Playlist mit Gemeindesongs passend zu Jahreslosung: bumlnk.de/JL26_gemeindesongs

Spotify-Playlist mit säkularen Songs passend zu Jahreslosung: bumlnk.de/JL26_saekulare-songs

Ideen für eine Gruppenstunde für Jungscharen oder Konfirmanden

Baustein und Andacht

Ziel

Ziel des Bausteins und der Andacht ist nicht weniger, als die Kinder/Jugendlichen mithilfe der Jahreslosung mit in die große und starke Hoffnungsperspektive des christlichen Glaubens hineinzunehmen. Dieses Mithineinnehmen geschieht praktisch dadurch, dass die Kinder/Jugendlichen kreativ das Thema „Aus Alt mach Neu“ bzw. Upcycling umsetzen, und in der anschließenden Andacht immer wieder ihre Überlegungen einbringen dürfen und sollen.

Vorbereitung

  • Je nachdem, welche Aus-Alt-mach-Neu-Ideen praktisch umgesetzt werden sollen, muss das entsprechende Material vorher gesammelt oder von den Kindern mitgebracht werden, z. B. Klopapierrollen, alte Schuhe, Konservendosen, Plastikflaschen usw.
  • Darüber hinaus müssen Farben, Klebstoff und andere Materialien
  • besorgt und bereitgestellt werden.
  • Ich persönlich mag Ideen, die mit wenig Aufwand einen Aha-Effekt erzielen bzw. die einen praktischen oder ökologischen Nutzen haben. Solche habe ich (aus dem Internet) zusammengestellt, wo sie leicht im Detail nachzu­lesen sind. (Weniger schlägt mein Herz für reine Deko-Artikel; oft werden dazu viele weitere Materialen benötigt, wodurch das „Upcycling“ nicht sehr ressourcenschonend ausfällt.)
  • Es ist zu entscheiden, ob man gemeinsam eine Aus-Alt-mach-Neu-Idee umsetzt (Vorteil: Weniger Aufwand) oder ob man den Kindern/Jugendlichen eine Auswahl bzw. mehrere Stationen bietet (Vorteil: Individuelle Präferenzen werden ernstgenommen). Ein Kriterium dafür ist die zur Verfügung stehende Zeit sowie die Anzahl der Teilnehmenden.
  • Man kann den Kindern/Jugendlichen anbieten, sowohl in Einzel- als auch in Partner- und Gruppenarbeit ein Upcycling-Projekt durchzuführen.
  • Je nach (Kirchen-)Jahreszeit liegt die eine oder andere Idee näher (z. B. Indoor/Outdoor).

Aus-Alt-mach-Neu-Ideen (Upcycling)

  1. Plastik-Flaschen-Blumentöpfe
    Gebrauchte PET-Falschen aufschneiden, (lustig) anmalen (mit Acrylfarbe, Schwamm und Pinsel), mit Erde befüllen und bepflanzen (Löcher im Boden nicht vergessen, damit überschüssiges Wasser abfließen kann).
  2. Konserven-Insekten-Dosen
    Gebrauchte Blechdosen ohne Deckel mit buntem Wollfaden umwickeln und verzieren (z. B. schwarz-gelb wie eine Biene), Augen aufkleben, Wollfadenbeine anknoten usw. Einen Draht zum Aufhängen an einem Baum befestigen und Dose mit (Natur-)Material befüllen: Kieferzapfen, Stroh, dünne Zweige, Bambusstäbe, Holzwolle etc. Das „Insektenhotel“ im Garten oder auf dem Balkon aufhängen.
  3. Papprollen-Stifte-Halter
    Papprollen in unterschiedlich lange Stücke schneiden, bemalen und auf eine stabilere Unterlage (z. B. dicke Pappe oder dünnes Holz) kleben – evtl. thematisch: Papprollenhochhäuser auf einer mit Straßen bemalten Unterlage oder Papprollen­bäume auf einer mit Wiese und einem Fluss bemalten Unterlage.
  4. Klopapierrollen-Murmelbahn
    Klo- oder Küchenpapierrollen an eine stabile Pappe oder Holzwand kleben, so dass eine Murmel oder ein Tischtennisball von einer Rolle in die nächste rollen kann. Damit man den Ball besser sieht, in die Papprollen Sichtfenster schneiden. Nach Belieben anmalen. Je länger die Bahn, desto spannender. Evtl. kann man in einem Gebäude die Rollen auch (vorübergehend) an ein Treppengeländer, Wände usw. kleben.
  5. Dosen-Laterne
    Gebrauchte Blechdose ohne Deckel mit dickem Nagel und Hammer durchlöchern – 2 Löcher am oberen Rand für den Draht zum Aufhängen nicht vergessen. Tipp: Wenn die Dose vorher mit Wasser gefüllt und zu Eis gefroren wurde, verformt sie sich beim Löcher-Hämmern nicht; eine Alternative könnte Sand sein. Nach Belieben (z. B. mit Acrylfarben) bemalen, Teelicht rein(kleben) und an einen Stock zum Tragen oder woanders aufhängen.

Weitere coole Ideen

(die Anleitung bitte im Internet recherchieren)

  • T-Shirt-Einkaufsbeutel
  • Tetrapack-Portemonnaie
  • Altpapier-Korb

Andacht

„Aus Alt mach Neu“. Unter diesem Motto haben wir einige Sachen „upgecycelt“, umgearbeitet, neu gemacht. Toll, wie fleißig und kreativ ihr dabei wart! Es gibt noch einen anderen Spruch, der so ähnlich klingt wie „aus Alt mach Neu“. Nämlich: „Aufgepasst, ich mache alles neu!“ Hm, ob das ein Werbespruch, ein Werbeslogan ist? Und wenn ja, von wem? Was meint ihr: Von wem könnte dieser Spruch stammen? (Antworten unkommentiert sammeln.)

„Aufgepasst“, oder wörtlicher „Siehe, ich mache alles neu!“ – dieser Spruch stammt nicht von dem Chef einer Firma, die alte Häuser renoviert. Oder von einem Recyclingunternehmen, das Müll wiederverwertet und das aus altem Papier neues macht, aus altem Glas neues, aus altem Plastik neues. Nein, dieser Satz stammt von Gott höchstpersönlich! „Siehe, aufgepasst, ich mache alles neu!“ Das verspricht Gott uns. Übrigens ist das auch das Motto für dieses Jahr, die sogenannte „Jahreslosung“ für 2026. Aber was meint Gott damit, dass er alles neu macht? Habt ihr eine Idee, was unser Schöpfer alles erneuern will? (Antworten unkommentiert sammeln.)

Wisst ihr was, ich vermute mit „alles“ meint Gott auch wirklich alles! Er will und er wird absolut alles neu machen. Nämlich diese ganze Welt. Den Himmel und die Erde. Das komplette Universum. Und das bedeutet: Auch mich und dich! – Nanu! Mich und dich erneuern? Wieso denn das? „Ich bin doch noch gar nicht so alt“, denkst du vielleicht. Ich bin doch erst 12, 13 oder 14 Jahre alt. Ich brauche doch noch keine Erneuerung, kein Upgrade, keine Überarbeitung. Hm, was könnte Gott also meinen, wenn er sagt: „Ich mache auch dich neu!“ Habt ihr da Ideen? (Antworten unkommentiert sammeln.)

Warum will Gott uns erneuern? Ich behaupte: Weil wir alt sind! Ich sowieso. Aber ihr auch. Ja, ich behaupte, dass ihr sogar genauso alt seid wie ich! Denn mit „alt“ meine ich nicht einfach die Anzahl an Lebensjahren – da bin ich natürlich (ein wenig) älter als ihr. Sondern dass wir, ihr und ich, alt sind, bedeutet: Unser Körper ist vergänglich. Keiner von uns ist unzerstörbar. Jede und jeder von uns kann krank werden. Wir sind verletzlich. Und irgendwann wird jede und jeder von uns sterben. Das meint „alt“. Das ist nicht schön, aber so ist es.

Doch nicht nur unser Körper ist alt, sondern auch unser Herz. Und wieder meine ich hier nicht das Alter in Jahren. Sondern unser Herz ist alt, weil es zum Beispiel immer noch Angst kriegen kann. Weil es immer noch schwer werden kann, wenn wir keinen Sinn im Leben sehen, wenn alles einfach blöd ist oder wenn uns ein Streit zu schaffen macht. Versteht ihr, was ich meine? Fallen euch noch andere Beispiele ein, die zeigen, dass wir alle, Kinder, Jugendliche und Erwachsene, in diesem Sinn „alt“ sind? (Antworten unkommentiert sammeln.)

„Siehe, aufgepasst, ich mache alles neu!“ – Wisst ihr, warum ich dieses Versprechen von Gott, unserem himmlischen Vater, liebe und es total genial finde? Weil er uns damit verspricht: „Eines Tages mache ich euer Herz neu. Da wirst du dann keine Angst mehr haben. Nichts wird dich mehr bedrücken, was dir jetzt manchmal noch wie schweres Blei auf der Seele lastet. Du wirst nie mehr traurig sein. Ich, Gott, werde jede Träne von deinen Augen abwischen, die du jetzt noch weinst. Und deinen Körper mache ich auch neu. Du wirst nie mehr krank werden. Nichts wird dir mehr wehtun. Und nichts wird dich mehr einschränken: Keine Allergie, keine Unverträglichkeit, keine Fehlbildung und keine Schmerzen. Und auch alles andere, was jetzt noch negativ ist, schlecht, böse oder ungerecht, wird aus und vorbei sein. Kein Krieg, kein Streit, kein Hass, keine Klimakrise und keine Katastrophen mehr. Nur noch Frieden und Freude und Liebe und Schönheit wird sein! Denn siehe, aufgepasst, ich mache alles, alles neu.“

Merkt ihr, was für ein gigantisch großes Versprechen die Jahreslosung ist? Hammer! Nur: Wann wird es so weit sein? Wann erfüllt unser Gott denn endlich sein Versprechen? Was denkt ihr? (Antworten unkommentiert sammeln.)

Ja, noch brauchen wir eine ganze Menge Geduld! Wir wissen nicht, wann der Tag kommt, an dem unser Schöpfer alles neu schafft und bis dahin brauchen wir Geduld. Aber, aufgepasst: Immer wieder gibt es Zeichen dafür, dass Gott schon angefangen hat, alles neu zu machen! Wenn wir genau hinschauen, dann können wir entdecken und erleben, dass er schon dabei ist, alles zu verwandeln. Auch mich und dich!

Spürst du manchmal, dass Jesus dich liebt und dir vergibt, auch wenn du etwas Blödes gemacht hast? Kennst du das gute Gefühl tief in dir, dass Gott dein Leben in seiner Hand hält und irgendwie alles gut machen wird – selbst wenn es aktuell nicht danach aussieht? Hast du dich schon einmal gefreut, wenn Menschen sich versöhnen und sich um Verzeihung bitten? Hast du schon einmal gespürt, wie gut es tut, anderen zu helfen? All diese positiven Dinge und noch vieles mehr ist ein Vorgeschmack auf das Neue, das Gott am Ende schaffen wird! Ja, wir ­brauchen noch Geduld, bis Gott alles komplett neu macht. Aber bis dahin gibt uns die Jahreslosung schon jetzt eine ordentliche Portion Hoffnungsenergie!

Noch eine knifflige Frage zum Abschluss: Was ist der Unterschied zwischen Recycling und Upcycling? Weiß das jemand von Euch? (Antworten unkommentiert sammeln.)

Die richtige Antwort lautet: Recycling bedeutet Wiederverwertung. Etwas, z. B. Glas oder Papier oder Metall, wird noch einmal benutzt. Aber es bleibt Glas, Papier oder Metall. Upcycling bedeutet Aufwertung oder Hochverwerten. Und das meint: Etwas wird verarbeitet und zu etwas anderem, etwas Besserem gemacht. So wie … (hier Beispiele der Aus-Alt-mach-Neu-Aktion nennen)! Und jetzt sagt ihr mir: Ist unser Gott ein Recycler oder ein Upcycler? (Antworten sammeln und ggf. nach Begründungen fragen.)

Ich sehe das (auch) so: Unser Gott ist eindeutig ein Upcycler! Denn Gott verwertet uns nicht wieder, sondern er macht alles komplett neu! Wenn er beginnt, mich und dich zu erneuern, dann verändert er uns: Er macht uns jetzt schon zu Menschen mit einer großen, starken Hoffnung, die bis in den Himmel reicht. Und wenn am Ende sein großer Tag kommt, dann holt er uns zu sich und verwandelt uns komplett. Dann sind wir nigelnagelneu und nichts Altes ist mehr übrig. Dann wird nichts mehr unsere Freude trüben, sondern wir werden für immer bei ihm sein: Glücklich und geheilt. Darum liebe ich die Jahreslosung und finde Gottes Versprechen total genial: „Siehe, aufgepasst, ich mache alles neu!“

Jesus in den Trümmern

Andacht

Es ist ein Bild zur Jahreslosung, das so ganz anders ist als die Jahreslosungsmotive, die man sonst so kennt: Da liegt der Schutt im Altarraum, Trümmer sind überall – und mitten drin Maria, die den toten Jesus in den Armen hält, unter einem ­übergroßen Kreuz.

Mich berührt dieses Bild, weil ich mich frage: Was um alles in der Welt ist in dieser Kirche passiert? Ob diese Kirche in einem Kriegsgebiet steht und der Einschlag der Granaten nicht einmal vor diesem heiligen Ort Halt gemacht hat? Oder wurde dieser Kirchenraum zur Müllhalde für den Bauschutt aus der ­Umgebung umfunktioniert?

Ich muss immer wieder auf Maria und ihren toten Sohn schauen. Mitten im Schutt ist Jesus. Und er ist selbst einer, dessen Leben in Trümmern liegt. Alles ist scheinbar zerstört, wofür Jesus sich eingesetzt hat: Er hat Liebe gepredigt und den Hass der Menschen auf sich gezogen. Er hat davon gesprochen, dass Gott wie ein Vater ist. Und nun scheint dieser Vater ihn im Stich gelassen zu haben. Aber gerade dieser kaputte Jesus in einer kaputten Kirche ist für mich ein wirklich starkes Bild: So ist Gott. Er ist mittendrin in den Trümmern und im Schutt unseres Lebens.
Für mich zeigt diese Altarruine mit Jesus und Maria: Als Christinnen und Christen glauben wir etwas unheimlich Schönes und Berührendes und gleichzeitigt ist dies völlig verrückt und unvorstellbar: Dass Gott Mensch wird in diesem Jesus von Nazareth und dass er am Kreuz stirbt und damit scheinbar alles zerstört ist, wofür Jesus gelebt hat. Gott ist nicht jemand, der weit weg ist und den unser Leben nicht kümmert. Sondern Gott wird wirklich einer von uns. Er lebt wie ein Mensch und er stirbt. Verrückt ist dieser Gedanke, weil er so völlig anders ist, als es sich Religionen normalerweise vorstellen: Dass Gott irgendwo weit weg im Himmel ist und Menschen ihn suchen und anbeten. Aber Gott ist so ganz anders: Er wird Mensch, um uns zu suchen und zu finden, mitten im Chaos und Trümmerfeld unseres Lebens. All die Trümmer und der Schutt stehen dafür, was geschieht, als Jesus an diesem Kreuz stirbt: Da zerbricht nicht nur das Leben einer Mutter, deren Kind stirbt. Sondern da trägt Jesus all das, was in unserem Leben zerbrochen ist. Das, was wir selbst zerbrochen haben und nie wieder gut machen können: Vielleicht ist zwischen uns und anderen etwas zerbrochen oder unser Vertrauen zu Gott ist zerbrochen oder in unserem Herzen ist etwas kaputt gegangen, weil uns jemand tief verletzt hat. Oder vielleicht sind wir über uns selbst enttäuscht – da wollten wir alles gut machen und am Ende bleiben nur die Scherben.

Die Botschaft des Neuen Testaments ist: Als Jesus stirbt, hält er all diese Trümmer unseres Lebens auf geheimnisvolle Weise aus. Und Jesus wird wieder lebendig. Der Tod kann ihn nicht festhalten. Aus Trümmern wird neues Leben! Was für eine krasse Vorstellung: Gott wird Mensch, um die Trümmer unseres Lebens zu tragen. Und das verändert alles. Es kann neu werden, was zerstört ist. Wenn es stimmt, dass Jesus am Kreuz die Trümmer meines Lebens getragen hat, dann muss ich mit nichts mehr allein zurechtkommen. Mein Schmerz ist der Schmerz von Jesus, meine Enttäuschung trägt er mit. Was ich nicht gutmachen kann und wo ich schuldig geworden bin, das trägt er, und ich kann es loslassen. „Siehe, ich mache alles neu“ – es wird sicher nicht alles in unserem Leben sofort gut und manche Enttäuschung und manche Trümmer bleiben. Aber diese Worte sind ein Versprechen, das Jesus uns gibt: Er ist bei uns in den Trümmern. Er hat es selbst erlebt, wie es ist, ganz am Ende zu sein. Und darum kann er uns helfen, dass wir uns nicht unterkriegen lassen von dem, was bei uns zerbrochen ist. Er kann uns dabei helfen, aufzustehen und aufzubauen. Dass wir auf Menschen zugehen, obwohl sie uns innerlich verletzt haben. Dass wir anderen und uns selbst vergeben.

Und das Versprechen von Jesus geht über diese Welt hinaus. Es wird der Tag kommen, an dem er wirklich alles neu macht. Wenn eine neue Welt anbricht. Dann wird es keine Zerstörung mehr geben und keinen Krieg und kein Leiden. Wie das sein wird, kann ich mir nicht so richtig vorstellen. Aber eines ist klar: Entscheidend ist: Jesus wird da sein. Das ist für mich eine Hoffnung, die mir Mut macht, jetzt schon die Welt zu verändern. Denn dieser Jesus, der am Ende der Zeit alles neu machen wird, der ist jetzt schon da. Mit seiner Liebe und seiner Kraft.

Das Bild von der Altarruine berührt mich: Jesus ist da – mitten in dem, was ­zerbrochen ist. Und mit nichts lässt er uns allein.

Siehe und staune – Drei Gruppenstundenentwürfe zur Jahreslosung für Teens von 10–13 Jahre

3 Einheiten für je 60 Minuten

Es kann Freude wecken, wenn aus Altem Neues entsteht. Längst hat man erkannt: Recycling ist zum Erhalt unserer Schöpfung schlicht notwendig. Manche werden dabei kreativ und machen aus Recycling „Upcycling“. Mit diesem Stichwort ist der rote Faden benannt, der sich durch diesen Entwurf zur Jahreslosung 2026 hindurchzieht. Vergänglichkeit, Wegwerfen, Zerstörung hat nicht das letzte Wort. Am Ende steht das Neue. So hat es Gott auch mit dieser Welt vor.

In einem doppelten Sinne soll die Beschäftigung mit Re- bzw. Upcycling die Teens anregen. Zum einen soll die pure Freude an der Kreativität und an dem neu Entstandenen geweckt werden. Zum anderen will die Beschäftigung mit z. B. neuen Kleiderkreationen aus dem Kleidersack die Teens mit der eigenen Identität konfrontieren: Was will ich darstellen? Wie wirke ich? Was will ich sein? Was soll und was kann an mir neu werden?

Hintergrund dieses Entwurfes ist die Jungbläserschulung in Michelbach. Dort findet in Bibelarbeiten an drei Tagen eine Auseinandersetzung mit der Jahreslosung statt. Die Vorschläge des Entwurfs können ohne Probleme auch separat verwendet werden.

Einheit 1: Upcycling und die Freude am Neuen

  1. Einführung
  2. Spiel „Upcycling virtuell“
  3. Aus „Alt mach Neu“ – Upcyclingideen zum Umsetzen
  4. Übertragung – Impuls zu Johannes 5,1-18 – Fazit
  5. Abschlussgebet

Einführung

In unseren nächsten drei Treffen werden wir uns mit der neuen Jahreslosung beschäftigen. (Die Jahreslosung kann an prominenter Stelle hängen oder in der Mitte ausgelegt sein.)

„Gott spricht: Siehe ich mache alles neu!“ (Offb 21,5)

Dieses Wort steht am Ende der Bibel, um uns daran zu erinnern: Es ist Gottes letzter Wunsch und auch sein Versprechen, die Dinge am Ende gut zu machen. Das biblische Buch (Offenbarung), in dem dieses Versprechen steht, blickt auf die Geschichte dieser Welt. Dort wird davon erzählt, dass es bis zum Ende der Welt Zerstörung und Krieg geben wird. Viele sehen darum in dem Offenbarungsbuch eine bedrohliche Sache. Den tröstlichen Kern des Offenbarungsbuches finden wir in unserer Jahreslosung. Es ist nicht Gottes Wunsch, die Welt zu zerstören, er sehnt sich danach, die Dinge anders, neu werden zu lassen. Dieses Versprechen gilt uns persönlich und es gilt für die ganze Welt. Was dort versprochen wird, gilt nicht nur für das Weltende, es kann auch schon jetzt passieren. Überall, wo Gott unter uns am Wirken ist, will er die Dinge neu machen. Am Ende werden wir heute eine Geschichte dazu hören.

Es gibt mittlerweile eine ganze Industrie, die sich damit beschäftig, wie aus Altem etwas Neues entstehen kann. Man nennt das Recycling. Aus alten Glasflaschen werden neue gemacht, Kunststoffe werden eingeschmolzen, um neue Produkte daraus zu machen. Noch interessanter wird es, wenn Leute kreativ werden, und aus alten Dingen ganz andere, neue Dinge machen. Man nennt das „Upcycling“. In einem Laden sah ich neulich wunderschöne Rucksäcke, die aus alten Auto-Airbags hergestellt wurden. Airbags werden aus sehr stabilem Stoff gemacht. Der Verschluss des Rucksacks bestand aus einer alten Autogurtschnalle. In Kenia gibt es eine kleine Firma, die aus Altkleidern schicke, teure Mode macht. Sie ist aus alten Klamotten hergestellt, die bei uns in den Container geworfen wurden.

Bei unserer Auseinandersetzung mit der Jahreslosung werden wir uns mit dem beschäftigen, was andere weggeworfen haben oder als Müll betrachten. Wie kann aus Altem Neues werden? Eure Ideen sind gefragt!

Zum Einstieg ein Gedankenexperiment: Was wäre, wenn die Dinge unseres täglichen Lebens plötzlich eine ganz andere Bestimmung hätten?

Spiel „Wir erfinden etwas Neues“

Ziel des Spiels: Spielerisch die Perspektive der Kinder verändern und zeigen, wie herausfordernd es sein kann, aus alten Sachen etwas Neues zu machen.

Die Teilnehmenden suchen sich im Raum einen Gegenstand aus und geben ihm eine neue Funktion, z. B. ist der Stuhl kein Stuhl, sondern eine Rakete, mit der man Zeitreisen machen kann. Dann kann jeder kurz einmal in der Runde sagen, was einem eingefallen ist. Anschließend gehen die Teilnehmenden im Kreis herum, preisen ihren Gegenstand an und versuchen, ihn wie bei einem Markt anzubieten. Bei jedem Mal schreiben sie dem Gegenstand neue Eigenschaften zu (der Stuhl ist eine Rakete, er kann durch die Zeit fliegen, mit Lichtgeschwindigkeit …). Man kann mehrere Runden spielen, in denen sich die Teilnehmenden einen neuen Gegenstand mit neuer Funktion ausdenken. Man kann auch die Runde weglassen, in der die Teilnehmenden vorstellen, welchen Gegenstand sie gewählt haben.

Upcycling praktisch – Neues aus „Schrott“

Material: Klebeband, Stifte, Scheren, (Zeitungs-)Papier, sonstige Bastelmaterialien oder Reste (Korken, Kronkorken, Watte, Klorollen, Pappe), der gewaschene Inhalt eines gelben Sacks.

Je nach Gruppengröße können die Teilnehmenden in kleinere Gruppen eingeteilt werden, oder einzeln die Aufgabe erfüllen. Die Aufgabe ist, aus dem alten „Schrott“ etwas Neues zu machen, z. B.: ein Spielzeug, ein Fortbewegungsmittel oder ein Gerät mit ausgedachter Funktion.

Wenn jede Gruppe etwas gebastelt hat, können alle ihr Gebasteltes präsentieren. Um die Schwierigkeit und Spannung zu erhöhen, können ein zeitliches Limit gesetzt oder nur begrenzte Materialien ausgeteilt werden.

Upcycling praktisch: Schlüsselanhänger

Material: Kronkorken, Fingerfarbe/Acrylfarbe, Kleber, Faden, Schere, Schnur, Stifte, Papier, evtl. Perlen

Die Kronkorken von außen mit der Fingerfarbe bemalen. Während diese trocknen, können schon die Bilder zum Einkleben in die Kronkorken vorbereitet werden, dafür Papierkreise in der passenden Größe ausschneiden und bemalen (hier können auch ausgedruckte Bilder benutzt werden). Dann mit dem Faden eine Schlaufe legen und beide Enden in den Kronkorken legen. Anschließend den bemalten Papierkreis darüber kleben.

Um es zu einem tatsächlichen Schlüsselanhänger zu machen, kann man noch eine Schnur nehmen und diese durch die zuvor gemachte Schlaufe fädeln. Optional können nun noch Perlen oder ähnliches benutzt werden, um den Schlüsselanhänger zu verzieren.

Weitere Tipps

  • Ideen zum Kunststoffrecycling:
  • www.youtube.com/watch?v=eGeOw4tip6o
  • Aus alten Kerzen eine neue herstellen:
  • www.youtube.com/watch?v=neN8a6jloq8&t=4s
  • Aus einer alten Glasflasche ein Trinkglas herstellen (bitte beachten: Es wird mit brennbarem Material
  • und Glas gearbeitet):
  • www.youtube.com/watch?v=NRx7oJPhU9k
  • Ein Kissenbezug aus alten Hemden:
  • www.jugendarbeit.online/dpf_einheit/wunderbar-recycelt-ein-hemd-wird-zum-kissenbezug
  • Nachhaltigkeit to go:
  • www.jugendarbeit.online/dpf_einheit/nachhaltigkeit-to-go-lasst-uns-die-schoepfung-bewahren

Schlussrunde mit Impuls zu Johannes 5,1-18

Die recycelten Produkte werden in der großen Runde gegenseitig vorgestellt. Im Vordergrund sollten der Spaß und die Freude an dem, was entstanden ist, stehen.

Gedanken zum Abschluss: Ihr habt euch heute mit alten, gebrauchten Sachen beschäftig und etwas Neues daraus gemacht. Ich hoffe es hat euch Spaß gemacht.

Wie sehr Gott sich daran freut, wenn Dinge neu werden, das können wir in ganz vielen Geschichten der Bibel nachlesen. Meist geht es darum, dass Menschen neu werden. Wenn wir auf die Begegnungen Jesu mit Menschen schauen, dann ging’s eigentlich immer darum. Jesus hat Menschen neu gemacht. Da war zum Beispiel der Mann, der 38 Jahre lang gelähmt an einer Stelle saß (Joh 5,1-18). 38 Jahre lang an einem Fleck liegen und sich nicht bewegen können! Wer ihn versorgt hat, wissen wir nicht. Er hat sich an eine Stelle bringen lassen, von der sehr viele Menschen sich erhofft haben, gesund zu werden – gewissermaßen ein antikes Krankenhaus. Dort war ein Teich und man sagte sich, wenn sich das Wasser dort bewegt, wird der Erste, der in den Teich steigt, geheilt. Und so saß dieser Mann da und hat 38 Jahre darauf gewartet, dass ihn einer in diesen Teich trägt. Darauf hatte sich dieser arme Mann versteift: Ich brauche jemanden, der das macht! Da kommt Jesus bei ihm vorbei und stellt ihm eine ganz einfache Frage: „Willst du gesund werden?“ Der Mann ist so sehr in seiner alten Gedankenschlaufe drin, dass er gar nicht richtig zuhört. Er antwortet nicht auf seine Frage, sondern sagt: „Ich habe keinen Menschen, der mich da hineinträgt!“ Er rechnet erst gar nicht damit, dass es auch anders gehen kann.

Jesus macht diesen Menschen mit einem Satz neu, er spricht aus, was wirklich hilft: „Steh auf, nimm dein Bett und geh!“ Für den Mann war mit einem Schlag alles anders, er konnte sein Leben selbst neu in die Hand nehmen, hingehen, wohin er wollte.

Nun war das schon ein sehr starkes Wunder, das Jesus geschehen ließ. Wenn es stimmt, dass Jesus den Wunsch hat, Dinge neu werden zu lassen, dann können wir das auch für uns erwarten. Christen sind Menschen, die von Jesus erwarten, was er in der Jahreslosung verspricht: „Siehe ich mache alles neu!“ Auch bei dir! Egal, wie kompliziert die Dinge bei dir gerade sind, du darfst ihn darum bitten und es von ihm erwarten. Manchmal braucht es dann etwas Zeit, bis es geschieht.

Abschlussgebet

Jesus, wir danken dir,
Du hast Freude am Neuen,
Von dir dürfen wir erwarten,
dass auch unser Leben neu wird.
Denn das ist dein sehnlichster Wunsch.
So bringen wir dir alles,
was uns gerade unglücklich macht,
was uns ärgert,
wo wir nicht sehen können,
wie es besser werden kann –
du siehst das alles und willst alles neu machen.
Darum wir bitten dich jetzt und hier.
Amen.

Einheit 2: Kleider machen Leute – Leute machen Kleider (Teil 1)

  1. Einführung mit Impuls zu Jesaja 61,10
  2. Mode aus alten Klamotten: Materialsuche und Entwürfe zeichnen, kreative Kleiderwerkstatt
  3. Vorstellung der Entwürfe
  4. Fazit und Gebet

Einführung

(Jahreslosung liegt sichtbar in der Mitte.) Der Prophet Jesaja erlebt, wie Gott einen Menschen, ein ganzes Volk, rettet und neu macht. Sein Erlebnis fasst er mit folgenden Worten zusammen:
„Ich freue mich im HERRN, und meine Seele ist fröhlich in meinem Gott; denn er hat mir die Kleider des Heils angezogen und mich mit dem Mantel der Gerechtigkeit gekleidet, wie einen Bräutigam mit priesterlichem Kopfschmuck geziert und wie eine Braut, die in ihrem Geschmeide prangt“ (Jes 61,10 Lu).

Es lagen schwere Jahre hinter den Leuten des Volkes ­Israels. All das, was wir gerade aus den Kriegsgebieten in den Nachrichten hören, gab es auch schon damals zur Zeit Jesajas. Menschen führten Krieg, Familien wurden verschleppt. Das Volk Israel war in der Fremde. Nach 70 Jahren kommt die Befreiung. Gott bringt das Volk Israel zurück. Die Israeliten können in ihrem Land ein neues Leben beginnen. Jesaja lobt Gott und sagt: Das fühlt sich so an, als hätte Gott mich neu eingekleidet.

„Ich freue mich im HERRN, und meine Seele ist fröhlich in meinem Gott; denn er hat mir die Kleider des Heils angezogen und mich mit dem Mantel der Gerechtigkeit gekleidet, wie einen Bräutigam mit priesterlichem Kopfschmuck geziert und wie eine Braut, die in ihrem Geschmeide prangt“ (Jes 61,10 Lu).

Wer coole, neue Klamotten anhat, zeigt auch, dass er sich am Leben freut. Du streifst zum Duschen die alten, verschwitzten Kleider ab. Was für ein Gefühl, sich mit frischen Klamotten einzukleiden. Manche sagen dann auch: „Ich fühle mich wie neugeboren!“

Wir werden uns heute mit Kleidung beschäftigen. Kleidung ist eine persönliche Angelegenheit. Nicht alles, was die Mama hinlegt, finde ich cool. Andere schauen drauf, was ich anhabe. Manche legen großen Wert auf Marken: Wenn da kein Label drauf ist, sieht es billig aus, so sagen sie. Mit Kleidern kann man zeigen, wer man ist und was man sich leisten kann. Manche flunkern damit auch.

„Kleider machen Leute!“ – das ist eine etwa 200 Jahre alte, lustige Geschichte aus der Schweiz (geschrieben von Gottfried Keller). Es gelang einem armen Schneider mit seinen schicken Klamotten, die er selbst genäht hatte, eine ganze Stadt an der Nase herumzuführen. Sein Anzug hatte in diesem Ort aus einem armen Schlucker einen polnischen Grafen gemacht und die Leute haben das tatsächlich geglaubt. Kleidung kann die Erscheinung eines Menschen vollständig verändern. Das werden wir heute miteinander austesten. So beschäftigen wir uns heute noch einmal mit Upcycling. Diesmal etwas anders. Wir begeben uns in die Welt der Modedesigner und stellen Kleidung her. In einem ersten Schritt gestalten wir Entwürfe und suchen uns die Materialen heraus.

Mode aus alten Klamotten: Materialsuche und Entwürfe zeichnen, kreative Kleiderwerkstatt

Material: Papierbögen, Bleistifte, Kreiden für Skizzen, Kohle, Altkleidersack mit gewaschenen Kleidern, Stoffreste, Folien, Pappe, buntes Papier, Scheren, Klebstoff, Fäden, Wolle, Perlen, einen Nähkasten und ggf. eine Nähmaschine

Auftrag: Die Kinder suchen sich Materialien heraus, die zu ihnen passen. Danach fertigen sie eine Skizze vom Kleidungsstück an und versuchen, die Materialien so zusammenzufügen, dass der Entwurf vorgestellt werden kann. Schneiden und kleinere Klebe- bzw. Näharbeiten sind erlaubt.
Vorstellung der Entwürfe: In der Runde werden die jeweiligen Entwürfe auf dem Boden ausgelegt. Jede Person stellt ihren Entwurf vor. Es kann sich ein Gespräch über zwei mögliche Leitfragen anschließen:

  • Erkläre, warum deine Auswahl und dein Entwurf
  • zu dir passen.
  • Welche Wirkung erhoffst du dir von deinem Entwurf? Was denkst du, wie andere darauf reagieren?

Abschluss

Das Fazit aus der Runde könnte sein: Wir haben jetzt spannende Entwürfe gesehen. Wir merken dabei auch, dass Kleider etwas mit unserer Persönlichkeit zu tun haben. Manche wollen mit ihren Klamotten Aufsehen erregen, andere wollen damit lieber nicht auffallen. An den Kleidern können wir etwas über unser Wesen und unseren Charakter ablesen. Und das ist eine Sache, die Gott in uns hineingelegt hat. Wenn bei uns etwas neu und anders wird, dann können wir das auch mit unseren Kleidern zeigen.
Ich bin gespannt auf das nächste Mal, wenn wir aus den Entwürfen fertige Klamotten herstellen. Wir planen schon einmal eine Modenschau für das nächste Mal ein.

Gebet

Du unser Gott,
du hast uns wunderbar geschaffen,
jede und jeden ganz besonders.
Wir dürfen aus unserem Leben etwas machen.
Hilf uns, dass wir uns vor anderen
nicht verstecken müssen,
Denn du hast jeden von uns begabt
und wir dürfen das zeigen.
Dir sei Dank
Amen.

Die Entwürfe der Kleider werden zur Fertigstellung in der dritten Einheit sorgfältig zwischengelagert.

Einheit 3: Kleider machen Leute – Leute machen Kleider (Teil 2)

  1. Einführung
  2. Fertigstellung der Kleidung
  3. Modenschau
  4. Abschluss

Einführung

Am Anfang steht noch einmal die Bezugnahme auf die Jahreslosung und die Ankündigung, dass heute die Kleider ­fertig gestellt werden.

Kurze Geschichte zur Einführung: 1. Mose 37,1-11 
Neue Kleider machen neue Menschen. Wir hatten uns beim letzten Mal darüber unterhalten, was Kleider von unserer Persönlichkeit zeigen und welche Wirkung sie erzeugen. Zu Beginn erzähle ich euch heute eine Geschichte, in der auch ein Kleid eine Rolle gespielt hat. Ihr kennt diese Geschichte vielleicht auch schon ein wenig. Sie handelt von Josef. Von ihm wird ganz am Anfang der Bibel berichtet. Heute soll es nicht um die ganze Geschichte gehen, sondern nur um sein Kleid.

Josef hatte elf Brüder. Seine Geschwister mochten ihn nicht, weil er sich anders anzog als die anderen. Sie sagten: „Unser Vater Jakob bevorzugt ihn, weil er solche Spinnereien zulässt und ihm besondere Klamotten kauft.“ Josef hatte von Gott einen besonderen Auftrag für seine Familie. Das scheint er schon als Jugendlicher gespürt zu haben. Ausdruck fand das eben auch in seiner Kleidung. Eines Tages schickte Gott Josef Träume. Er hatte wohl auch die besondere Gabe von Gott, Träume zu deuten und in die Zukunft zu sehen. Als er dann eines Tages mit seinem bunten Kleid vor seinen Brüdern stand und ihnen seine Träume erzählte, stieg der Zorn der Brüder ins Unermessliche. Er träumte von Garben, die sich vor seiner Garbe verbeugten und er träumte von Sternen, die sich um ihn, die Sonne, versammelten. Die Brüder hatten diese Träume wohl verstanden, und ärgerten sich darüber, dass Josef sich ihnen gegenüber als König aufspielen wollte. Sie fassten einen teuflischen Plan. Als Josef mit seinen Brüdern draußen auf der Weide war, schlugen sie ihn halbtot, warfen ihn in ein Erdloch und verkauften ihn als Sklaven nach Ägypten. Sein Kleid beschmierten sie mit Blut und brachten es dem Vater Jakob. Sie erzählten ihm, dass Josef von wilden Tieren gefressen worden war.

Ich kann heute nicht die ganze Geschichte erzählen, doch es ist eine wunderbare Geschichte davon, wie Gott aus alten, schrecklichen Dingen, Neues entstehen lässt. Josef wurde in Ägypten zu einem angesehenen Mann. Er wurde zum zweiten König und er bekam noch schönere Kleider. Viele Jahre später waren seine Brüder wegen einer Hungersnot gezwungen, nach Ägypten zu kommen. Sie trafen auf ihren Bruder und dann passierte genau das, was Josef am Anfang seines Lebens geträumt hatte. Seine Brüder verbeugten sich vor ihm wie vor einem König. Gott hatte eine besondere Geschichte mit ihm vor und das zeigte sich eben auch in der Kleiderwahl, die Josef für sich traf.

Heute werden wir unsere besonderen Kleider fertigstellen und ich bin sehr gespannt auf die neuen Kreationen.

Fertigstellung der Kleidung

Die Kinder werden mit unterschiedlichem Engagement bei der Herstellung von Kleidern unterwegs sein und brauchen daher auch unterschiedliche Unterstützung. Kinder, die von der Aufgabe eher überfordert sind, können sich auch zu Gruppen zusammenschließen.

Modenschau

Am Ende kann eine Modenschau stehen. Ein Teil des Raumes wird zum Laufsteg erklärt – der Bereich des Stegs kann auch mit Klebeband abgeklebt werden. Evtl. lässt sich die Modenschau auch in eine andere Gemeindeveranstaltung integrieren.

Abschluss

(Die Jahreslosung liegt in der Mitte.) Vielleicht hat die eine oder der andere bei unserer Modenschau entdeckt, wie viel Spaß es machen kann, sich neu zu erfinden und einfach mal ganz andere Klamotten überzuziehen. Es macht etwas mit uns, wie wir uns kleiden. In der Josefsgeschichte haben wir gehört, dass das auch etwas mit unserer Bestimmung, die Gott uns gegeben hat, zu tun haben kann. Josef hat entdeckt, was in ihm steckt. Wir schauen noch einmal auf die Jahreslosung: Wenn Gott bei Menschen etwas neu macht, dann hat es damit zu tun, dass wir entdecken, was Gott in uns hineingelegt hat.

Gebet

Das Schlussgebet aus der zweiten Einheit kann an dieser Stelle noch einmal stehen.

Liedvorschläge zum Thema

  • Du machst alles neu (Das Liederbuch, Nr. 216)
  • Mit allem, was ich bin (Das Liederbuch, Nr. 16)
  • Herr ich komme zu dir (Das Liederbuch, Nr. 14)
  • Du gibst mir ein neues Leben (Das Liederbuch 2, Nr. 131)

Tauferinnerung – das Neue immer wieder neu feiern

Baustein

Ein Gotteswort

„Siehe, ich mache alles neu!“ Ein Gotteswort, das am Anfang, am Ende und durch alle Zeit gilt, wahr und wirklich wird.

„Siehe ich mache alles neu!“ Die schöpferische und transformatorische Wahrheit und Wirklichkeit wird an drei Stellen in der Bibel in ihrer vollkommenen und wunderbaren Weise besonders deutlich. Nämlich da, wo der erste Teil dieses Verses ganz unmittelbar dazukommt. „Und der auf dem Thron saß, sprach“. Wo Gott, der das Regiment hat, direkt spricht, da entsteht in unüberbietbarer und einzigartiger Weise Neues. Da wird ganz unmittelbar wahr und wirklich, was wir im Vater Unser beten: „Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden.“
So heißt es ganz am Anfang, in der Schöpfungsgeschichte. „Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Die Erde war wüst und leer, und Finsternis lag über dem Urmeer. Über dem Wasser schwebte Gottes Geist. Gott sprach: Es soll Licht werden! Und es wurde Licht“ (Gen 1,1-3 BB). So geht es weiter, bis alles geschaffen ist, alles NEU und SEHR GUT ist. Gottes Wort tut, was es sagt. Gottes Wort schafft Neues. Gott ist in vollkommener, unüberbietbarer Weise das Gute, und so wird Gutes, wenn der Gute etwas sagt und schafft.

Ebenso ist es zur Zeit Jesu, als Gott Mensch wurde. Wo Menschen Jesus vertrauensvoll begegnet sind, erwartungsvoll sich seinem Wort und Wirken geöffnet haben, ist etwas neu geworden. So hat er nicht nur dem Glauben und der Kirche eine neue Gestalt gegeben, vor allem wurde das Neue und Gute für diese Menschen ganz persönlich erlebbar, indem sie Heilung und Versöhnung, Begabung und Begeisterung, Aufwertung und Annahme, Verwandlung ihrer persönlichen und sozialen Lebenswirklichkeit erlebt haben. Gottes Wort tut, was es sagt! Wenn er das Gute ausspricht und zusagt, dann wird etwas neu und gut. Wenn er das Gute in ungute Situationen und Wirklichkeiten hineinspricht, dann transformiert es das zu dem, wie es sein soll. Auch das sich in und mit Jesus wie bei keinem anderen Gottes Wort erfüllt, das Neue, das Gute, das Gott verheißen hat.

Und dann wird es Ostern. „Siehe ich mache alles neu!“ Alles, was uns von Gott trennt, wird überwunden. Alles, was uns mit Gott verbindet und versöhnt, wird geschaffen. Endlichkeit und Vergänglichkeit werden aufgehoben. Das ist für uns Neuschöpfung und Transformation in erlösender, entscheidender, erlebbarer und einzigartiger Weise.

„Siehe, ich mache alles neu!“ Mit der Jahreslosung vergewissert uns Gott, dass das auch am Ende der Zeit stehen wird. Dann in seiner höchsten Form. In unvorstellbarer Weise beschreibt uns die Offenbarung diese neue Dimension von Ewigkeit und unmittelbarer Gegenwart Gottes. Da heißt es in den Versen vor der Jahreslosung: „Und ich hörte eine laute Stimme vom Thron her rufen: Sieh her: Gottes Wohnung bei den Menschen! Er wird bei ihnen wohnen und sie werden seine Völker sein. Gott selbst wird als ihr Gott bei ihnen sein. Und er wird jede Träne abwischen von ihren Augen. Es wird keinen Tod und keine Trauer mehr geben, kein Klagegeschrei und keinen Schmerz. Denn was früher war, ist vergangen“ (Offb 21,3-4 BB).

Unvorstellbar, unüberbietbar wird da wahr und wirklich, was die Jahreslosung sagt und schafft. Wo Gott persönlich, durch seinen Sohn und Geist sowie durch Engel unmittelbar in das Jetzt und Hier hineinspricht, wird neuschöpferisch und transformatorisch eine neue Wirklichkeit geschaffen. Gottes Wort tut, was es sagt.
Da schleicht sich die zweifelnde Frage ein, warum wir Gottes unmittelbares Reden und Wirken so kaum erleben. Wo Gott durch Menschen spricht, wo er durch das biblische Wort spricht, ist es meist nicht ganz so unmittelbar. In diesem Reden Gottes wird meistens ein Morgen beschrieben und versprochen, in dem sich Stück für Stück mehr von dem erfüllt, was er sagt. Gottes Wort tut, was es sagt.

„Siehe, ich mache alles neu!“ Ein Gotteswort, das am Anfang, am Ende und durch alle Zeit gilt, wahr und wirklich wird. Das will uns nicht nur erwartungsvoll und hoffnungsvoll machen, das soll uns gewiss machen. Gewissheit, gewiss werden, aus dem heraus, dass es so war, ist und sein wird. Diese Gewissheit wird an einer ganz bestimmten Stelle für uns in sehr bestimmender Weise wahr und wirklich, erlebbar und elementar. Damit sind wir beim zweiten Punkt.

Eine Zusage

„Siehe, ich mache alles neu!“ Eine Zusage für mich, die neuschöpfend und transformatorisch alles erneuert.

„Siehe, ich mache alles neu!“ Das wird mit unserer Taufe im Heute schon zu einer neuen, bestimmenden Wirklichkeit für unser Leben. Schöpferisch: „Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden“ (2. Kor 5,17 Lu). Transformatorisch: „Seht, welch eine Liebe hat uns der Vater erwiesen, dass wir Gottes Kinder heißen sollen – und wir sind es auch“ (1.Joh 3,1a Lu)!

Dieses neue Sein soll unser Leben, Glauben und Miteinander bestimmen. Das soll zu einem neuen festen Fundament werden, auf dem unser Leben und Glauben steht und Bestand gewinnt. Damit treten wir in eine neue Dimension unseres Seins ein. Dieser neue Beziehungsstatus, der uns mit der Taufe geschenkt wird, bezieht sich auf das Neue, das nun das Leben und den Glauben bestimmt. Es bezieht den in allem und vor allem ein, der Neues schafft, der es gut werden und sein lässt, der getrost und gewiss macht, der Wahrheit und Weisheit schenkt. Den, der mit all dem zum Wegbereiter, Wegbegleiter, Lebenssinn und -ziel wird. Der Heilige Geist, den Gott uns mit der Taufe zuspricht, schafft, schenkt, erhält und vergewissert unseren Glauben. Er begeistert und begabt, belebt und bestärkt, lehrt und ­leitet, er verbindet uns mit und vertritt uns vor Gott.

Das alles ist nur ein kleiner Teil dessen, was uns mit der Taufe erneuernd geschenkt wird. Aus all den Zusagen und Versprechen, die auf der Taufe liegen, will etwas Neues werden, das erlebbar und lebbar ist, das bestimmt und ­verändert. Damit sind wir beim dritten Punkt.

Ein Versprechen

„Siehe, ich mache alles neu!“ Ein Versprechen für mich, das mein Heute und Morgen bestimmt und verändert. Nun soll also alles neu werden und sein. Doch unser Alltag beschreibt meist etwas anderes, nämlich das Alte, das uns so festhält, das wir so festhalten.

Bewusstes Annehmen und Gebrauchen, wahr Sein und werden Lassen durchbricht das Alte und Alltägliche, das uns festhält, das wir festhalten. Das schafft einen Zugang zu Neuem, das lässt Neues bestimmend und verändernd werden. Martin Luther bringt diese Theorie in ein praktisches Bild, wenn er sagt, man müsse täglich neu in seine Taufe hineinkriechen. Das meint, mit, in und aus seiner Taufe zu leben und zu glauben.

Wo uns Altes und Ungutes gefangen hält, gilt es sich neu zu vergewissern und bewusst zu machen, auf welchem Fundament unser Leben und Glauben steht. Diese fundierte Gewissheit beschreibt Paulus so: „Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch irgendeine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn“ (Röm 8, 38+39 Lu). Genauso dürfen wir getrost und gewiss sein, denn nicht weniger wird uns mit unserer Taufe versprochen. Das ist geradezu das, was unseren neuen Beziehungsstatus ausmacht.

Selbst da, wo wir diese alles erneuernde Liebe ausschlagen, ihr entgegenhandeln, lieblos werden, bleibt die Zusage der Jahreslosung durch alle Zeiten und Situationen einladend und erneuernd stehen. Das beschreibt Paulus so: „Wollen habe ich wohl, aber das Gute vollbringen kann ich nicht. Denn das Gute, das ich will, das tue ich nicht; sondern das Böse, das ich nicht will, das tue ich. […] Ich elender Mensch! Wer wird mich erlösen von diesem Leib des Todes? Dank sei Gott durch Jesus Christus, unsern Herrn! Es gibt also keine Verurteilung mehr für die, die in Christus Jesus sind“ (Römer 7,18b-19+24-25a; 8,1).

Das immer wieder neu Hineinkriechen, das in, mit und aus der Taufe Leben, schafft die nötige Verbindung, Vergebung und Versöhnung, die alles wieder neu, gut und gewiss macht. Wer so „in seine Taufe hineinkriecht“, der tritt mit der belebenden Zusage aus ihr heraus: „Siehe, ich mache alles neu!“ Wer so „hineinkriecht“ und „heraustritt“ erlebt Gottes Fürsorge, die ans Ziel bringt, so wie er sie uns in Psalm 23 verspricht: „Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar.“ Das soll unser Zuhause sein, darin sollen und dürfen wir uns mehr und mehr beheimaten. Das soll unser Heute und Morgen mehr und mehr bestimmen, verändern. Das soll das Zuhause und die Zuversicht ­unserer Lebens- und Glaubenswirklichkeit werden.

Dem Schritt für Schritt näherzukommen, ist oft ein mühsamer Weg. Wie immer dieser Weg aussieht, es hilft und belebt, die gemachten Schritte, was erreicht und geworden ist, was gilt und gut ist, zu feiern. Das durchbricht belebend und bestärkend das Mühsame. Damit sind wir beim vierten Punkt.

Eine Wirklichkeit

„Siehe, ich mache alles neu!“ Eine Wirklichkeit für mich, die das Neue, das geworden ist und werden wird, belebend feiert. Feiern bringt dankbar und freudig zum Ausdruck was geworden ist. Feiern bringt belebend und bestärkend zum Ausdruck, was gilt. Genau das sollten wir immer wieder ­feiern, auf dem Weg, bis alles neu geworden ist.

Das, was Gott sagt, sind häufig Weg-Worte, Weg-Zusagen, Weg-Versprechen, Weg-Wirklichkeiten. Er sagt und schafft Neues und bringt es dann in, mit und für uns auf den Weg – wegweisend, wegbereitend und Wirklichkeit werdend. Gottes Wort tut, was es sagt. Das heißt, aus Worten werden Wirklichkeiten. Unterwegs, Schritt für Schritt schafft und transformiert Gottes Wort Neues. Sich so mit ihm auf den Weg machen, heißt eben nicht nur „hören – gehen – tun“, es heißt auch „sehen – stehen – feiern“. Zum bewussten Sehen, Erkennen, Wertschätzen und Annehmen, was geworden ist, muss man rückblickend, reflektierend und auch feiernd stehen bleiben. Damit das, was geworden ist, feststeht, beständig wird und belebend fortgeführt wird, gilt es immer wieder zu feiern was feststeht, Bestand hat und Fortschritt schafft.

„Siehe, ich mache alles neu!“ Diese Wirklichkeit kann man als Tauferinnerung feiern: Mit der Taufe gewinnt das „Ich mache alles neu!“ eine neuschöpferische, transformatorisch bedeutsame Gestalt, die für unser ganzes Leben und auch Sterben gilt. Wenn man als Säugling getauft wurde, hat man davon kaum etwas im Vollzug wahrgenommen und angenommen. Die Erinnerung und Bedeutung der Taufe hat im alltäglichen Glauben eher einen geringeren Erinnerungs- und Bedeutungswert. Vielleicht wird am Tauftag noch die Taufkerze angezündet.

Tauferinnerungsgottesdienste können dem Neuen, das mit unserer Taufe gilt, das im Erinnern und Annehmen immer wieder neu wichtig und bedeutsam für uns wird, eine gute Gestalt geben. Tauferinnerung – ist ein Eintritt in Erneuerung. Im Tauferinnerungsgottesdienst für die Gemeinde, oder im Rahmen eines Jugendgottesdienstes kann hier durch verkündigende und rituelle Erinnerung ein neues Bewusstsein, eine neue Bedeutsamkeit und vor allem Vergewisserung dessen, was die Taufe ist und bewirkt, entstehen.

Verkündigend kann die Jahreslosung hier ein aussagekräftiges Abbild und Zukunftsbild sein für das Neue, das mit der Taufe entsteht, und für unser Leben, Glauben und Sterben (den Übergang in das Neue, das die Jahreslosung zusagt). Zeichenhaft kann den Gottesdienstbesuchern ein Kreuz mit Wasser am Taufstein auf die Stirn gezeichnet werden. Dazu kann ein Segenswort zugesprochen werden, in dem das Alles verändernde Neue bestärkend und belebend zum Ausdruck kommt. Die Taufe schafft in der evangelischen Kirche den Zugang zum Abendmahl. Darin kann sich ­dieses Feiern gut fortsetzten.

„Siehe, ich mache alles neu!“ Diese Wirklichkeit kann man als Abendmahl feiern: Im Abendmahl bekommen wir den größtmöglichen Vorgeschmack von dem, was das „Ich mache alles neu!“ heute und alle Tage für uns bedeutet. „Schmecket und sehet, wie freundlich der Herr ist“(Ps 34,9 Lu). In Brot und Wein/Traubensaft wird uns das zuteil. In den Abendmahlsgaben und seiner Verkündigung wird das „Ich mache alles neu!“ in uns, für uns und mit denen, die mit uns feiern, geistig, geistlich und physisch ein Teil von uns. Belebend feiern wir die Vergebung und Versöhnung, den Frieden und die Gemeinschaft, die Gott im Abendmahl für uns und untereinander schafft und schenkt. Gott tut, was er sagt. Im Abendmahl ist Gott der Handelnde. Das, was nur er tun, schaffen und schenken kann, das sollen und dürfen wir hier erleben und feiern. Darum feiern wir es auch als Sakrament.

„Siehe, ich mache alles neu!“ Diese Wirklichkeit können wir belebend weiterfeiern – in Gottesdiensten/Jugendgottesdiensten zu Weihnachten, Ostern und Pfingsten. In Wort und Tat kann in diesen Gottesdiensten erlebbar werden und ankommen, was Gott hier für uns neu macht. Wie das unser Leben, Glauben und Miteinander immer wieder neu und gut macht. Aber auch in Gottesdiensten/Jugendgottesdiensten wo es um Jesus-Geschichten geht. Geschichten, die davon erzählen wie das Reden und Tun Jesu im Leben, Glauben und Miteinander von Menschen alles neu gemacht hat, lässt uns das weiterfeiern. Dabei feiern wir nicht alte Geschichten und Wahrheiten. Dabei feiern wir vielmehr, dass diese Geschichten erlebbar, belebend und alles verändernd zu unserer Geschichte werden ­wollen und sollen.

Das beschreibt ein Morgen, eine Zukunft, wo sich Himmel und Erde berühren. Ein Stück Himmelreich auf Erden, das mehr und mehr sein und werden will. Damit sind wir beim fünften Punkt.

Eine Zukunft

„Siehe, ich mache alles neu!“ Eine Zukunft für mich, die mein Christsein vom Morgen definiert. Die Jahreslosung ist ein Zielfoto. So ein Bild ist wichtig, um auf dem richtigen Weg zu bleiben. Um den nächsten Schritt zu planen. Um sich die Kraft, die Hoffnung, Erwartung, Zuversicht und Gewissheit zu erhalten, zu behalten. Es ist ein Zielfoto, das unser Christsein vom Morgen definiert, ausrichtet und ans Ziel bringt. Wenn wir all das Gesagte bedenken, ist dieses Zielfoto ein großes Lebenspuzzle.

Alles, was Gott neu gemacht hat und mit allem, was er neu macht, beschreibt und bemalt er immer neue Puzzleteile, aus denen Tag für Tag mehr dieses Zielfoto entsteht, das die Jahreslosung uns vor Augen stellt. Alles, was bei uns schon neu geworden ist und immer wieder neu wird, beschreibt und bemalt immer neue Puzzleteile, aus denen Tag für Tag mehr dieses Zielfoto entsteht, das die Jahreslosung uns vor Augen stellt.

Über diesem Zielfoto steht die Überschrift „SCHON und NOCH NICHT“. Tag für Tag, in allem Werden und Sein, entstehen kleine und große Bilder und Zusammenhänge die schon etwas von der Wahrheit und Wirklichkeit des Zielfotos belebend erlebbar machen. Es ist aber noch nicht vollkommen. Es ist ein Lebenspuzzle, in dem aus Gottes Wort, seinen Zusagen, seinen Versprechen, seiner Wirklichkeit und unserer Lebenswirklichkeit, wahr und wirklich wird, neuschöpfend und transformatorisch alles erneuert wird, bestimmt und verändert wird und belebend gefeiert wird, was morgen sein wird. „Siehe ich mache alles neu!“

Ja, puzzeln ist anstrengend, vor allem wenn es so ein großes Lebenspuzzle ist. Dieses Lebenspuzzle soll auch ein Lebensfest sein. Wir dürfen und sollen jedes Teil, das da dazukommt, das mehr von diesem „Alles neu“ beschreibt und erlebbar macht, dankbar feiern. Feiern was geworden ist und gilt. Feiern was werden wird und alles vollkommen, ganz und gut macht.

Bildbetrachtung zur Jahreslosung für Kinder

Baustein

Mit viel Bewegung in mehreren Dimensionen nimmt dieses Bild die Dynamik der Jahreslosung auf und will zum Gespräch darüber anregen.

Was geschieht hier?
Eine Art Feuerball wird in die Luft geworfen – oder schwebt er wie magisch über der Hand? Es könnte auch eine Blume sein. Die Ranke unten am Handgelenk könnte darauf hindeuten.

Fragen zum oberen Teil des Bildes

  • Was siehst du oben im Bild?
  • Wie fühlen sich diese Personen?
  • Warum sind die so fröhlich?
  • Hast du dich schon einmal ähnlich gefühlt?
  • Was hat dich dazu gebracht?
  • Was siehst du hinter den Personen?
  • Was hat es zu bedeuten?

Deutung

Feuerball oder Blume stehen für das Neue, das Gott macht / machen wird. Das Feuer kann für den Heiligen Geist stehen, die Blume für das Hervorbrechen des Lebens aus scheinbar toter Erde im Frühling.

Getragen ist dieser Teil des Bildes von der Hand darunter. Gleichzeitig strebt aber alles nach oben Richtung Himmel. Freude ist hier das dominante Gefühl.

Mögliche Fragen zum unteren Teil des Bildes

  • Was siehst du / was fällt dir auf?
  • Wie fühlen sich diese Personen?
  • Warum geht es ihnen nicht gut / was macht sie traurig?
  • Hast du dich schon einmal ähnlich gefühlt?
  • Warum war das bei dir so?
  • Wem gehört diese Hand?
  • Was tut die Hand?
  • Wissen die Personen, dass sie auf der Hand sitzen?

Deutung

Der Bibelvers legt nahe, dass es sich um die Hand Gottes, des Schöpfers, handelt. Das dunkle Mal in der Handwurzel deutet auf Jesus hin, als Nagel-Mal von der Kreuzigung.

Auf der großen Hand sitzen und liegen junge Menschen, die traurig, krank, verängstigt, sauer, reumütig aussehen. Obwohl sie von der Hand getragen sind, machen sie nicht den Eindruck, als ob „alles neu“ wäre.

Gott macht alles neu – das geschieht in zwei Stufen

  1. Hier auf der Erde geschieht das Neue darin, dass Gott in Jesus allen Menschen schon jetzt ganz nahe gekommen ist, auch unseren Ängsten, unseren Schmerzen und unserer Schuld. Das sind die Personen unten in der Hand. Auch wenn wir noch unter vielem leiden, sind wir schon jetzt von ihm getragen. Wer das erkennt und an Jesus glaubt, weiß, dass er in allem getragen ist, und ist nie wirklich allein. Jesus gibt Trost und die Kraft durchzuhalten. Tatsächlich geschieht es auch schon heute, dass Jesus Menschen heilt, unsere Ängste völlig wegnimmt oder Schlimmes gut macht – aber das tut er nicht immer.
  2. Christen haben eine große Hoffnung: Wir freuen uns jetzt schon auf die Zeit nach unserem Tod, wenn wir Jesus sehen können und Gott wirklich alles neu machen wird. Schmerzen, Ängste und Sorgen werden wir dann nicht mehr kennen. Die Personen auf der Hand werden dann in die Personen oben verwandelt. Aus Traurigkeit wird Freude, aus Krankheit umfassende Gesundheit, aus Angst Jubel, aus Ärger, Wut und Schuld werden Versöhnung und Freundschaft. Und in allem wächst jubelnde Freude an Gott. Das alles können wir oft heute schon erleben, aber es ist noch nicht vollkommen, und wir sind noch nicht frei von allem Negativen.

Bei genauer Betrachtung kann man entdecken, dass die Personen oben mit ihren Körpern das Wort „NEU“ bilden. Nicht nur alles an ihnen ist neu geworden, sie selbst sind wie völlig neu geschaffen.

Motiv und Text: Uli Gutekunst © Praxisverlag buch+musik bm gGmbH, Stuttgart

Das Jahreslosungsmotiv von Uli Gutekunst ist als Postkarten, Kärtchen und Din A3 Poster erhältlich. Mehr Infos unter: www.praxisverlag-bm.de/pvbm_collection/jahreslosung-uli-gutekunst

Katastrophenfilm vs. Offenbarung

Andacht

In den letzten Jahrzehnten gab es eine Vielzahl von Filmen, bei denen es um eine apokalyptische Zukunft ging. Um das Jahr 2000 wurde in vielen Medien und eben auch im Kino das Thema diskutiert, was das Ende des zweiten Millenniums mit sich bringen würde. Nach all den Jahrzehnten, die wir unter der Bedrohung des Atomkriegs gelebt hatten, nach all den Jahren der Dauerbedrohung des ­Kalten Krieges war irgendwie ein Gefühl da, dass alles ein schreckliches Ende ­nehmen müsste.

Die Bibel kennt ja durchaus auch Katastrophen.

  • Sodom und Gomorrha
  • die Sintflut
  • die Androhung der Zerstörung Ninives in der Jona-Geschichte
  • die persönliche Katastrophe von Hiob
  • und was da so in der Apokalypse an Apokalypsen angedroht wird … uiuiuiuiui!

Nun sind aber Filme oftmals viel drastischer, weil zu den Bildern im Kopf die Bilder auf der Leinwand kommen. Und die Apokalypsen im Kino wurden immer schlimmer, immer drastischer, immer apokalyptischer. In Filmen und Serien wurden immer extremere Weltenden ausgemalt. Wikipedia bspw. listet 309 ­Katastrophenfilme auf.
Was gab es da nicht alles:

  • Der Erdkern gerät aus den Fugen.
  • Dinosaurier werden wieder erweckt und bedrohen uns.
  • Godzilla kommt und vernichtet ganze Städte.
  • Der Klimawandel macht die Welt unbewohnbar.
  • Zombies besiedeln die Welt.
  • Die Maschinen übernehmen die Kontrolle.
  • Die Roboter beherrschen uns und die Welt.

Es gibt viele Varianten für das Ende. Ich will mich nicht festlegen, aber meine persönliche Vermutung ist: Zusammengefasst sieht es sehr nach Zombie-Weltherrschaft aus. Der Klimawandel könnte noch dazwischen grätschen, aber ­Zombies sind schon sehr klar im Vorteil.

Was aber interessant ist:
Das Ende der Welt im Kino oder in den Serien
ist immer ein schreckliches.
Die Welt, in der wir leben, ist eigentlich gut.
Sie wird erst schlecht durch das, was kommt.
Aber das, was kommt, ist wirklich schrecklich.

Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu!
Hollywood spricht: Siehe, ich mache alles schrecklich!
So könnte man vielleicht den Unterschied beschreiben.

Denn die Bibel hat ja auch Verheißungen eines Endes.
Und die Botschaft der Bibel ist ja auch die,
dass es ein Ende der Welt, wie wir sie kennen, gibt.
Aber dieses Ende hat einen Anfang.
Es ist die Botschaft vom Reich Gottes, wie es
in Jesaja 11 beschrieben wird.
Ein Reich voller Gerechtigkeit, Freiheit, Frieden
und ohne jede Gewalt.
Ein Reich, in dem keine Angst mehr existiert, weil niemand auf den Gedanken kommt, Gewalt anzuwenden.
Nicht mal die Tiere, nicht mal Löwen
und Schlangen sind gefährlich.
Alle sind friedlich, alle sind gerecht und gut,
alle Leben ohne Sorge und Angst, alle sind Vegetarier.
Das ist die Vision der Bibel.

Und dieses Reich Gottes hat mit Jesus begonnen.
Und dieses Reich Gottes wird am Jüngsten Tag
vollendet werden.
Die Offenbarung, wie die Apokalypse der Bibel übersetzt wird, ist eine Aufdeckung eines schönen Endes,
das nicht in der Hölle der Zerstörung endet.
Wir werden nicht alle in den apokalyptischen Kampf
mit den Zombies oder in das hilflose Ankämpfen
gegen die Eismassen der neuen klimawandelbedingten Eiszeit hineingezogen.

Wir werden einfach in einer neuen Welt sein.
Von Gott durch Jesaja verkündet.
Von Gott in Jesus begonnen.
Von Gott am Jüngsten Tag vollendet.
Gott spricht: „Siehe, ich mache alles neu!“
Das ist der Unterschied.
Es ist der liebende Gott, der alles neu macht.

Es ist der Schöpfergott, der seine Schöpfung
aus Liebe und in Gnade noch besser macht.
Es ist gut neu.
Kein apokalyptisches Ende.
Die Offenbarung eines neuen, besseren Endes.
Ein Ende ohne Schrecken, aber mit ganz viel Liebe
und Gerechtigkeit.
Paradiesisch.
Einfach schön.
Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu! Amen.

Ein Familiengottesdienst mit Stationen zu Ostern

Gottesdienst

Alles neu. Das ist nicht nur eine Hoffnung oder Befürchtung, die sich auf das Ende der Welt bezieht. Schon mitten im Leben kann alles neu werden. Mitten im Leben ist für Lazarus und seine Familie alles aus und doch wird durch die Begegnung mit Jesus alles neu.

Der folgende Gottesdienst lässt sich von der Auferweckung des Lazarus inspirieren. Er kann zu Ostern, aber auch zu einem andern Zeitpunkt, mit Jung und Alt gefeiert werden.

Einstieg

Alles aus oder alles neu? Es ist eine so unglaubliche Geschichte. Jesus stirbt. Damit ist ein Leben zu Ende. Aber die Geschichte geht weiter. Am Ostermorgen ist das Grab leer, in dem er gelegen hat. Gott hat ihn herausgerufen aus dem Tod. Kaum zu glauben! Auch für die Frauen am Grab, für alle, die mit ihm unterwegs waren. Was war da passiert? Im Johannesevangelium geht es schon bevor Jesus nach Jerusalem einzieht, verhaftet wird und stirbt um Auferstehung – alles wird neu.

Danach kann die Geschichte von Lazarus in Auszügen vorgelesen werden oder als Stop-Motion-Film gezeigt werden.

Was ist Auferstehung? Und glaubst du daran? Ja, Marta und Maria glauben daran, dass Jesus einmal auferstehen wird. Und das ist ja auch unsere Vorstellung, die uns trägt. Der Tod hat nicht das letzte Wort. Wenn wir oder andere Menschen sterben, dann hoffen wir darauf, dass wir nicht tot bleiben, sondern wir von Jesus in ein neues Leben gerufen werden. Aber Auferstehung passiert auch mitten im Leben – Lazarus erlebt das ganz deutlich: für ihn wird hier und jetzt schon alles neu. Lassen wir uns heute herausrufen mitten im Leben.

Station 1: Osternest basteln

Material

  • Kreisrunde Holzstücke (weiches Holz, ca. 8 cm Durchmesser)
  • Bleistifte
  • 8 Nägel pro Nest
  • (ca. 6 cm Länge)
  • Mehrere Hammer
  • Wolle oder Bast
  • Heu oder Stroh

Schoko-Ostereier Aktion

  • Auf das Holz werden in gleichmäßigem Abstand (ca. 1 cm)
  • Punkte für die Nägel markiert (8 pro Holzscheibe).
  • Mit dem Hammer werden die Nägel befestigt.
  • Dann wird an einem Nagel Wolle befestigt und um
  • die Nägel herumgewebt bis ein Nest entstanden ist.
  • Am Ende wird Heu oder Stroh in das Nest gelegt
  • und mit ein paar Schokoeiern dekoriert.

Anmerkung: Diese Station braucht etwas mehr Zeit, ist aber auch sehr beliebt wegen der Materialien. Wer weniger Zeit hat, kann auch alternativ ein Papierkörbchen basteln und Stroh hinlegen.

Station 2: Alles mit Liebe – Schokobrunnen

Material

  • Schokobrunnen
  • Schokolade
  • Früchte

Spieße-Aktion

  • Einfach leckere Schokofrüchte genießen.
  • „Über alles aber zieht an die Liebe, die da ist
  • das Band der Vollkommenheit.“ (Kol 3,14 Lu)

Station 3: Segen empfangen – Neues wagen!

Material: Kärtchen mit jeweils einem Spruch

Aktion: Die Teilnehmenden werden eingeladen, sich einen Spruch auszuwählen (s. Anhang). Dort sind Worte zu finden wie:
Ketten sprengen. 
Lukas 6,27-28 
Aber ich sage euch, die ihr zuhört: Liebt eure Feinde; tut wohl denen, die euch hassen; segnet, die euch verfluchen; bittet für die, die euch beleidigen.

Diese Station hat einen gewissen Challenge-Charakter. Es geht darum, etwas mit Gott zu wagen, Gott zu zutrauen, dass er wirklich etwas an mir, in mir, in meinem Leben verändern kann.

Für die Teilnehmenden wird gebetet.

Station 4: Auferstehung im Alltag – Stoffbänder beschriften

Mitmachaktion

  • Ein Stoffband nehmen und als Verband stramm um die Hand wickeln.
  • Wer möchte, kann die Stoffbänder beschriften mit Situationen und Fragen, die belastend sind.
  • Dabei wird erklärt: „Zur Lebenszeit von Jesus war es ein religiöser Brauch, verstorbene Personen mit Leinentüchern zu umwickeln. So hat man es auch bei Lazarus gemacht: Er lag so im Grab. Aber dabei ist es nicht
  • geblieben! Denn Jesus ruft: „Komm heraus, Lazarus!“ Und da schlägt Lazarus die Augen auf und fängt an, sich zu bewegen! Probiert es auch selbst aus! (Stoffbänder durch Bewegung etwas lockern, aber noch nicht abfallen lassen) Jetzt hat man schon mehr Bewegungsfreiheit, aber diese Stoffreste, die an einem dranhängen, das ist nicht alltagstauglich.
  • Deshalb: Wir brauchen mehr Spielraum, mehr Raum zum Bewegen!
  • Und so war es bei Lazarus auch: Alles, was an den Tod erinnert, muss weg, damit er sich frei bewegen kann.“

Reflexion

  • Was hat das alles mit uns zu tun?
  • Auch wir schleifen Belastungen mit uns herum, die uns ausbremsen, belasten und uns unfrei machen. An Ostern ist Schluss damit!
  • Schreibe eine Sache auf das Stoffband, die dich belastet.
  • Wirf das Band über das Kreuz / den Kerzenständer. Es ist ein Zeichen dafür, dass Gott mit uns heute Neues beginnt. Wir sind befreit von dem,
  • was uns hält! Das ist Auferstehung im Alltag!

Impuls – Alles Neu

Wie geht das eigentlich, wenn alles neu wird? Oder wenn überhaupt Neues entsteht? Wenn Blumen wachsen, dann sieht das ganz natürlich und leicht aus. Sie kommen einfach aus dem Boden.

Das fühlt sich bei uns aber meistens nicht so an. Erinnert ihr euch noch an die Lazarusgeschichte? Da waren ganz schön viele Gefühle und Emotionen drin. Liebe, Zweifel, Angst, Zorn, enttäuschte Erwartungen und Jesus weinte sogar. Veränderung geht meistens nicht einfach und entspannt. Das, worauf wir uns verlassen konnten, trägt nicht mehr. Was kommt, ist unklar. Da gehört es dazu, auch mal an anderen zu zweifeln oder auf Jesus sauer zu sein, dass es nicht so wird wie erhofft. Aber das Alte, was uns festhält, hängt nicht mehr an euch.

Aktion: Es kann weg. Stoffbänder vom Kerzenständer abnehmen und ans Kreuz werfen.

Jesus ruft Lazarus heraus in ein neues Leben. Damit wir Neues wagen, braucht es manchmal Worte von anderen, die uns herausrufen. Komm heraus: Komm raus aus deinen Zweifeln! Komm raus aus deiner Angst und Verzweiflung! Komm raus aus deiner ewigen Kritik an allem! Komm raus aus deiner Sackgasse!

Wahrscheinlich habt ihr euch gefragt: was sollte die Station mit dem Schokobrunnen!? Mit dem Neuen ist es so wie mit einem Schokobrunnen und den Früchten. Die Früchte werden mit einer leckeren Schokolade überzogen und sehen ganz anders, ganz neu aus. Der Schokobrunnen kommt so ähnlich auch in der Bibel vor: „Über alles aber zieht an die Liebe“ (Kol 3, 14 Lu). Die Liebe ist wie die süße Schokolade. Alles wird neu, wenn es mit und in Liebe geschieht. Gottes Liebe ist das Band, das alles zusammenhält. Gottes Liebe ruft ins Leben, sie macht alles neu.

Gebet

Großer Gott (Hände nach oben halten),
wenn um uns herum alles dunkel ist (mit Händen die Augen zuhalten),
kannst du es überraschend hell machen (Hände von den Augen lösen).
Großer Gott (Hände nach oben halten),
wenn wir traurig sind (ein halbes Herz mit der einen Hand formen),
dann kannst du mitfühlen und unser Leid teilen
(ein ganzes Herz mit beiden Händen zeigen).
Großer Gott (Hände nach oben halten),
weil du für immer lebst (Kreis in die Luft malen),
können wir auch für immer leben (noch einmal einen Kreis malen).
Du machst alles neu (Daumen nach oben).
Amen.

Segen

Gut eignet sich der Blumenzwiebelsegen: www.jugendarbeit.online/dpf_einheit/blumenzwiebel-segen

Ausgewählte Medien zur Jahreslosung 2026

Hintergrund

Passend zur Jahreslosung eine Auswahl an Filmen mit thematischem Bezug.

Die Medien stehen nach Registrierung und Berechtigung als Download und Stream auf dem neuen bundesweiten Medienportal der Kirchen in Deutschland unter medienzentralen.de zur Verfügung. Bitte beachten Sie die Lizenzrechte. Eine Möglichkeit zur Lizensierung bietet auch die Film-Lizenz von CCLI (de.ccli.com/church-video-licence).

Die Last der Vergebung

Claudia Willke, Deutschland 2006 | 30 Min., f., Dokumentarfilm

Durch den Bombenanschlag in London am 7. Juli 2005 verliert die Pastorin Julie Nicholson aus Bristol ihre 24-jährige Tochter und damit auch die Gewissheit ihres Glaubens. Da sie den Tätern nicht vergeben kann, legt sie ihr Amt als Pastorin nieder. Der Dokumentarfilm zeigt, wie schwer es für Hinterbliebene ist, mit den Folgen von Terror, Verlust, Trauer und Wut fertig zu werden – selbst dann, wenn ein starker Glaube das eigene Leben und die eigene Arbeit bisher bestimmten. DVDplus. Auf der ROM-Ebene Themen- und Infoblätter, Szenenbilder, Folien, Unterrichtsvorschläge und Medientipps. Das Medium ist auch online verfügbar.

Glaube, Versöhnung, Vergebung, Theodizee, Trauer, Terrorismus 
ab 14 Jahren

Fatima und Sumaya – Freundschaft zwischen den Religionen

Uwe Dieckhoff, Deutschland 2007 | 26 Min., f., Dokumentarfilm

Fatima, Tochter eines berühmten Beduinenscheichs und Sumaya, Bauerntochter aus Ramallah im Westjordanland, sind seit 50 Jahren eng miteinander befreundet. Beide sind auf die evangelische Schule Talitha Kumi gegangen – eine Schule, die Christen und Muslime gemeinsam unterrichtet und gegenseitigen Respekt und Toleranz gegenüber Andersgläubigen vermittelt. Der Film zeigt die unterschiedlichen Lebensgeschichten der beiden Frauen: Während die Muslimin Fatima noch vor dem Abitur von der Schule genommen und mit einem Cousin verheiratet wurde, machte Sumaya nach dem erfolgreichen Schulabschluss und dem Studium in Deutschland Karriere. Sumaya ist als Buchautorin, Dozentin und ­Friedensaktivistin für ihre klaren Meinungsäußerungen bekannt. In verschiedenen Projekten motiviert sie Frauen, eine Lösung des israelisch-palästinensischen Konflikts herbeizuführen. Fatimas Lebensbedingungen in der Wüste hingegen waren unvorstellbar schwer: Durch das Heiraten im engen Familienclan wurde ihre Tochter Magdolin mit schwersten Behinderungen geboren. Sumaya unterstützt Fatima und Fatima hilft heute auch anderen Familien mit behinderten Kindern: Während ihrer Besuche in den entlegensten Dörfern ist sie Sozialarbeiterin, Krankenschwester und Beraterin in einer Person. Außerdem bieten beide Frauen nun in Talitha Kumi gemeinsame Seminare an. Das Medium ist auch online verfügbar.

Frieden, Frauen, Versöhnung, Friedenserziehung, Vergebung, Christentum, Islam, Toleranz 
ab 14 Jahren

Über Gott nachdenken – von Gott sprechen

Evangelisches Medienhaus GmbH, Stuttgart 2018 | DVD mit drei Bilderbuchkinos

3 Bilderbuchkinos zu Gottesvorstellungen für Grundschulkinder. Manuela Monari (Autorin), Brunella Baldi (Illustratorin), ins Deutsche übersetzt von Gottfried Kompatscher: Der rote Faden. Ein Junge stellt sich vor, wie ein „roter Faden“ alles miteinander verbindet, ihn mit seinen Eltern, Häuser und Städte, aber auch Wälder, Ozeane und die Sterne. Er überlegt, wie man ihn bezeichnen könnte, und warum er Halt gibt. Hermann Schulz (Text), Dorota Wünsch (Illustrationen): Ein Apfel für den lieben Gott. Ganz handfeste Vorstellungen treiben ein freches kleines Mädchen in „Ein Apfel für den lieben Gott“ um. Als es in eine gefährliche Situation gerät, in der ihm nur dank eines Pferdes nichts geschieht, ist es sich sicher, dass Gott sich in dem Tier verbirgt. Will Gmehling (Text), Wiebke Oeser (Illustrationen): Gott, der Hund und ich. Gibt es Gott? Und wenn ja, hält er sich in unserer Nähe auf und wir nehmen ihn nur nicht wahr? Steckt in jedem Menschen etwas Göttliches, das nur manchmal spürbar ist? Mit dem Bilderbuchkino „Gott, der Hund und ich“ lässt sich prächtig über solche Fragen philosophieren. Das Begleitmaterial mit Arbeitsblättern zu jedem Titel ist für den Religions- und Deutschunterricht an Grundschulen konzipiert. Das Medium ist auch online ­verfügbar.

Kinder, Glaube, Gottesvorstellungen, Gottesbild 
ab 8 Jahren 
DVD-complett. auch käuflich zu erwerben im Evangelischen Medienhaus.

Wunderbare Tage

Matthias Kiefersauer, Deutschland 2002 | 25 Min., f., Kurzspielfilm, FSK: o. A.

Irgendwo in Oberbayern: Der frustrierte Pfarrer Schöttl will die Bänke seiner Kirche wieder füllen – mit zweifelhaften Mitteln: Eine Theatergruppe soll in seinem Dorf Bibelwunder und Heiligengeschichten nachstellen. Und niemand soll merken, dass es sich dabei nur um eine Inszenierung handelt. Schöttls Plan geht auf. Die Kirche wird von Woche zu Woche voller. Doch dann erscheint im Ort eine Figur, die nicht im Skript des Pfarrers steht: Jesus selbst taucht auf und greift in die Inszenierung des Pfarrers ein. Das Medium ist auch online verfügbar.

Wunder, Glaube, Kirche, Jesus Christus, Gemeinde, Christsein  
ab 12 Jahren

Spin oder wenn Gott ein DJ wäre

Jamin Winans, USA 2005 | 9 Min., f., Kurzspielfilm

Ein DJ fällt vom Himmel. Mit Hilfe seiner Plattenteller ist er in der Lage, in den Ablauf der Dinge einzugreifen. Ein schwerer Unfall? Kein Problem. Der DJ macht das ­Geschehen rückgängig und gibt dem Ball, der den Unfall verursacht hat, einen anderen Drive. Doch ganz so einfach ist es nicht: die veränderte Bahn des Balls ruft eine neue Katastrophe hervor. Erst nach einer Reihe von Versuchen hat er die Situation im Griff und den Unfall verhindert. Doch dann fällt einem kleinen Mädchen die Puppe aus der Hand und zerbricht. Soll er erneut eingreifen? Das Medium ist auch online verfügbar.

Glaube, Religion, Jesus Christus, Gottesvorstellungen, Zufall, Determinismus, Gottesbild 
ab 14 Jahren  
„Spin“ ist ein videoclipartiger Kurzspielfilm, der sich dank seiner formalen Stringenz und inhaltlichen Komplexität in vielerlei Hinsicht ausdeuten lässt. Er verlangt allerdings mitdenkende Aufmerksamkeit und die Fähigkeit, die ironische Dimension zu erkennen, die für seine Aussage nicht unwesentlich ist. In der Bibliothek finden Sie im Band mit der Signatur Mmm 70 Ideen für die Arbeit mit dem Film im Unterricht.

Die Wiese – Ein Paradies nebenan

Jan Haft, Deutschland 2019 | 89 Min., f., Dokumentarfilm

Die Dokumentation stellt die bunte, blühende Sommerwiese und seine vielfältigen Bewohner vor. Vögel, Heuschrecken, Zikaden und zahlreiche andere Tiere leben in diesem Naturparadies, das von Jan Haft mit großem technischem Aufwand in Szene gesetzt wird. Die Hauptdarsteller des Films sind zwei junge Reh-Zwillinge in ihrem Lebensraum zwischen Waldrand und Wiese. Neben der Vielfalt von Flora und Fauna heimischer Naturwiesen zeigt der Film deren Verödung durch Überdüngung und zu früher Mahd und auch, weshalb der Verlust solcher Biotope aus Wildkräutern, Blumen und Gräsern eine der Hauptursachen für das Verschwinden kleiner und großer Wildtiere ist. Das Medium ist auch online verfügbar.

Umwelt, Tiere, Schöpfung, Natur, Landwirtschaft 
ab 12 Jahren  
In der Bibliothek kann unter der Signatur Afiu 656 ein pädagogisches Begleitmaterial zum Film entliehen werden.

Der Frühling kommt

Bundesverband Jugend und Film, Deutschland 2008 | 3 Kurzfilme, f., 4 Bildergeschichten, 8 Bildergalerien, In Bilderbuchkino

Sampler-DVD mit Filmen, Bilderbuchkinos und Zusatzmaterial für Erzieherinnen/Erzieher, Lehrkräfte und Kinderfilm-Initiativen. – Filme: Das schönste Ei der Welt (Animationsfilm von Christopher Palesty, GB 1987) / Sechziggrad (Animationsfilm aus der ZDF-Serie Siebenstein) / Die Natur erwacht – Eine Hummelkönigin auf der Frühjahrswiese (Dokumentarfilm, Christopher Paul nach Aufnahmen von Karlheinz Baumann, D 2008). – Bilderbuchkinos: Die Ostererzählung (Rainer Oberthür, Renate Seelig) / Das Frühlings-Wimmelbuch (Rotraut Susanne Berner) / Nina und Sechziggrad (Marcus Sauermann, Silke Brix, Reproduktion). – Die Bilderbuchkinos können mit und ohne Erzählerstimme genutzt werden. Die Texthefte zum Vorlesen gibt es im DVD-ROM-Teil zum Ausdrucken. Musik, u. a. Vivaldi: „Frühling“ aus der CD „Vier Jahreszeiten“. Das Medium ist auch online verfügbar.

Passion, Ostern, Schöpfung, Natur, Jahreszeit, Kirchenjahr, Brauchtum 
ab 4 Jahren 
Die DVD ist mit den öffentlichen Aufführungsrechten auch käuflich beim Evang. Medienhaus zu erwerben.

Der Baum

André Schmidt, Deutschland 2000 | 6 Min., f., Animationsfilm

Ein Mann läuft in der heißen Sonne und sucht Schatten. Da kommt ihm ein Apfelbaum gerade recht. Schön ist es, sich unter den Blättern des Baumes auszuruhen, köstlich, einen der reifen Äpfel zu essen. Doch der Mann belässt es nicht dabei. Alle Äpfel will er haben, und aus den Ästen des Baumes baut er ein Haus. Am Ende ist der Baum verschwunden, und man sieht, der Mann hat einen großen Fehler gemacht. Eine Parabel über den Umgang des Menschen mit der Natur und ihren Ressourcen. Das Medium ist auch online verfügbar.

Umwelt, Schöpfung, Verantwortung 
ab 8 Jahren

Kamishibai-Bildkarten: Die Emmausgeschichte

Susanne Brandt, Deutschland 2015 | 11 Bildkarten (A3) für Erzähltheater

Zwei Freunde sind unterwegs von Jerusalem in ein Dorf namens Emmaus. Die Männer sind sehr traurig, denn sie haben erlebt, wie ihr Freund Jesus zum Tode verurteilt wurde und am Kreuz gestorben ist. Doch dann treffen sie einen geheimnisvollen Fremden und machen eine wunderbare Entdeckung. Nach Lukas 24,13-35. Das Medium ist auch online verfügbar.

Neues Testament, Evangelien, Ostern, Jesus Christus, Bibel, Auferstehung 
ab 4 Jahren

Kamishibai-Bildkarten: Jesus ist auferstanden

Susanne Brandt, Klaus-Uwe Nommensen, Deutschland 2012 | 11 Bildkarten A3

Am Ostermorgen machen sich zwei Frauen schweren Herzens auf den Weg, um Jesus am Grab zu besuchen. Doch dann erleben sie hautnah, wie sich tiefste Trauer in größte Freude verwandeln kann. Erzählung von Jesus Auferstehung an Ostern nach Matthäus 28,1-10. Das Medium ist auch online verfügbar.

Neues Testament, Evangelien, Passion, Ostern, Bibel, Auferstehung 
ab 4 Jahren

Jesus begegnen: Geschichten von Mut, Kraft und Veränderung

Catharina Fastenmeier, Deutschland 2023 | E-Kamishibai

Von Bartimäus bis zur Emmaus-Geschichte: Begegnungen mit Jesus, die alles verändert haben. Wo Jesus auf die Menschen trifft, verbreitet er stets Mut und Zuversicht. Diese Botschaft vermitteln die von Petra Lefin illustrierten Kamishibai-Bildkarten mit drei biblischen Geschichten aus dem Leben und Wirken Jesus Christus. Ob es um die Berufung der ersten Jünger geht, das Wunder der Auferstehung oder um die Heilung des blinden Bartimäus: Das Aufeinandertreffen mit Jesus gibt allen Beteiligten Kraft und neue Einsichten. In 15 ausdrucksstarken Szenen wird deutlich, was unseren Glauben ausmacht.

Neues Testament, Evangelien, Wunder, Auferstehung, Nachfolge  
ab 0 Jahren

Eternal you

Hans Block / Moritz Riesewieck, Deutschland / USA 2024 | 87 Min., f., Dokumentarfilm

Mithilfe Künstlicher Intelligenz schaffen Start-Ups digitale Avatare, die es Trauernden ermöglichen, mit ihren verstorbenen Liebsten in Kontakt zu treten. Eine filmische Erkundung eines tiefen menschlichen Wunsches. Was passiert, wenn der Traum von der Unsterblichkeit in ein Produkt verwandelt wird?

Menschenbild, Sterben, Tod, Hoffnung, Menschenrechte, Ethik, Trauer, Auferstehung, Menschenwürde, Künstliche Intelligenz 
ab 14 Jahren

Eine ausführliche Liste mit weiteren Filmempfehlungen findet sich im Anhang.

Eine Auslegung der Jahreslosung 2026

Auslegung

Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu! 
Καὶ εἶπεν ὁ καθήμενος ἐπὶ τῷ θρόνῳ· ἰδοὺ καινὰ ποιῶ πάντα (Novum Testamentum Graece) 
Der auf dem Thron saß, sagte: „Ich mache alles neu.“ (Basisbibel)  
Dann sagte der, der auf dem Thron saß: „Gebt acht, jetzt mache ich alles neu!“ (Gute Nachricht Bibel) 
Er, der auf dem Thron saß, sprach: „Seht, ich mache alles neu.“ (Einheitsübersetzung) 
Der auf dem Thron saß, sagte: „Sieh doch, ich mache alles neu!“ (Hoffnung für alle) 
Et dixit qui sedebat un throno ecce nova facio omnia. (Biblia Sacra Vulgata) 
And he that sat upon the throne said: “Behold, I make all things new.“ (King James Version)

Aller guten Dinge sind drei

Schon wieder dieses Wörtchen „alles“. Auch die Jahreslosung für 2026 beinhaltet wieder dieses kleine Wörtchen mit der großen Bedeutung. Nach „Alles in Liebe“ (2024) und „Prüft alles“ (2025) nun also „alles neu“. Dabei gehören die drei Jahreslosungen durchaus zusammen: Wenn die Grundlage allen Tuns die Liebe ist, dann kann man auch alles einmal auf den Prüfstand stellen. Trotzdem bleiben diese beiden ersten Schritte stets unvollendet ohne diese dritte ­Jahreslosung, die verheißt: „Alles wird neu!“

Legte die Jahreslosung 2025 noch nahOb das nun absichtlich war oder nicht, es ist ein passender Dreischritt für die Jahre 2024–2026. Ob das etwas mit der aktuellen Kirchenlage zu tun hat oder nicht, ob das Zufall war oder nicht, das vermag ich nicht zu beurteilen. Klar ist nur: Über dem Jahr 2026 steht dieses Verheißungswort Gottes. Eine Verheißung für unser Leben, für unsere Gemeinden und für unsere Welt. Weil Gott verspricht, dass er eben nicht nur ein paar Dinge, sondern alles neu machen wird.

Die Offenbarung: Apokalypse Now!

Die Jahreslosung stammt aus dem Buch der Offenbarung. Dieses Buch ist das letzte Buch in der Bibel. Darin bekommt der Seher Johannes einen exklusiven Einblick in die himmlische Realität und den himmlischen Gottesdienst. Er bekommt Einblicke in den Thronsaal Gottes. Und ihm wird das Ende der Welt gezeigt. Dabei sieht er, wie Jesus seine Herrschaft aufrichtet und in diesem Zuge massiven Gegenwind erhält. Denn das Böse schart ebenso seine Anhänger um sich. Schließlich kommt es zur Vernichtung alles Bösen, bevor Gott ein für allemal sein Reich aufrichtet und das ewige Reich Gottes anbricht, in dem es ­keinerlei Leid mehr geben wird.

Die Offenbarung wird als apokalyptische Schrift eingeordnet. Der griechische Name der Offenbarung ist sogar Apokalypse. Dieses Wort kommt vom griechischen Wort apokaluptō und bedeutet „enthüllen“. Apokalypse meint also, dass eine verborgene Realität – nämlich die des Himmels – enthüllt wird.

Es gab im Judentum mehrere solcher Schriften, in denen einer berühmten biblischen Person Zugang zur himmlischen Welt gewährt wird. In der damaligen Zeit war bspw. die Himmelsreise des Henoch weit verbreitet. Die Offenbarung ist jedoch die einzige apokalyptische Schrift im neutestamentlichen Kanon.

Das Update – Jesus Christ 1.1

Das Buch der Offenbarung zeigt uns einen ganz anderen Jesus Christus als die Evangelien. Matthäus, Markus, Lukas und Johannes zeigen Jesus als Menschen, der hungrig ist, der weint, der leidet und stirbt. Die Offenbarung stellt den auferstandenen und erhöhten Christus vor Augen, der in Macht und Herrlichkeit eingesetzten ist:

„Sein Kopf und seine Haare waren weiß wie weiße Wolle, ja wie Schnee. Seine Augen glichen lodernden Flammen. Seine Füße glänzten wie Golderz, das im Schmelzofen glüht. Seine Stimme klang wie das Tosen von Wassermassen. In seiner rechten Hand hatte er sieben Sterne und aus seinem Mund kam ein doppelschneidiges, scharfes Schwert. Sein Gesicht leuchtete so hell, wie die Sonne zur Mittagszeit“ (Offb 1,14-16 BB).

Dieser Jesus Christus wird als der Urheber der Offenbarung bezeugt. Er offenbart seinen Dienerinnen und Dienern, was zukünftig geschehen wird (vgl. Offb 1,1).

Der perfekte Abschluss

Somit ist die Offenbarung ein perfekter Abschluss des biblischen Kanons. Denn indem sie beschreibt, wie die Welt zu Ende geht und das neue Reich Gottes anbricht, schließt sie den biblischen Erzählbogen.

Angefangen beim Buch Genesis, das von der Schöpfung der Welt erzählt und davon, wie das Böse in die Welt kommt, erzählt die Offenbarung von der Vernichtung des Bösen und der Neuschöpfung der Welt durch das Wirken Gottes.

Somit spannt sich ein heilsgeschichtlicher Bogen vom ersten bis zum letzten Buch der Bibel. Und zwischen den Buchdeckeln der Bibel findet sich sozusagen die komplette Weltgeschichte.

Wer war eigentlich dieser Johannes?

Es gibt verschiedene Ansichten darüber, um wen es sich beim Empfänger der Offenbarung handelt. Die Offenbarung gibt keine nähere Auskunft, ob es sich bei Johannes um den Jünger Jesu handelt oder nicht.

Klar ist: Es ist ein Johannes, der aufgrund seines Glaubens und seiner Lehre auf die Insel Patmos in Griechenland verbannt wurde. Er selbst nennt sich „euer Bruder“ (Offb 1,9). Dort, in der Abgeschiedenheit der Insel, begegnet er dem auferstandenen Christus und empfängt von ihm das Buch der Offenbarung, bzw. er muss alles aufschreiben, was er sieht (Offb 1,19).

In der altkirchlichen Tradition glaubte man, dass es sich bei Johannes tatsächlich um den Jünger Jesu handelt, den Sohn des Zebedäus, der uns auch in den Berichten der vier Evangelien begegnet. Da das Buch der Offenbarung erst am Ende des 1. Jh. nach Christus auftaucht, wird diese Behauptung oft angezweifelt, da Johannes sonst sehr alt geworden wäre. Viele Theologen gehen davon aus, dass die Offenbarung aus der sog. „johanneischen Schule“ stammt. Das bedeutet, dass sie davon ausgehen, dass die Offenbarung von einem Kreis von Theologinnen und Theologen verfasst wurde, die ihre Schriften ganz im Sinne von Johannes verfasst haben.

Wer war dann der Verfasser, was war sein Hintergrund? Darüber lässt sich nur mutmaßen. Er selbst bezeichnet sich als Mitarbeiter Jesu. Und vielleicht hat er als gläubiger Christ unter der Verfolgung durch den römischen Staat gelitten und geliebte Menschen und Mitchristinnen und Mitchristen leiden und sterben sehen. Möglicherweise war er selbst römischer Staatsbürger und entging deshalb der Hinrichtung, kam aber ins Gefängnis auf die Insel Patmos. Dort hatte er, der in der Tradition auch als „Seher von Patmos“ bezeichnet wird, Visionen. Darin sah er, wie sich Gott der Seinen annimmt und in seinem Plan die gesamte ­Schöpfung zu einem guten Ziel führt.

Fakt ist: Man weiß es nicht genau, wer der Verfasser war. Und trotzdem wirken seine Worte. Sie haben den Menschen damals – und denen nach ihnen bis heute – Hoffnung gegeben, dass Erlösung, Veränderung, Transformation möglich ist. Denn Gott verspricht darin: „Ich mache alles neu“. Was in Kreuz und Auferstehung, an Karfreitag und Ostern begann, ist allen, die daran glauben, verheißen.

Sieben auf einen Streich

Gleich sieben Gemeinden sind als Adressaten der Offenbarung auszumachen: Ephesus, Smyrna, Pergamon, Thyatira, Sardes, Philadelphia und Laodizea (Offb 1,11). Alle diese Orte liegen im Gebiet der heutigen Türkei. Johannes (auch wenn die Verfasserschaft nicht endgültig geklärt werden kann, wird, um der Lesbarkeit willen, der Name Johannes für den Autor der Offenbarung verwendet) wird von Jesus selbst beauftragt, die Offenbarung an diese sieben Orte zu schicken. Und nicht nur das, sondern jede Gemeinde bekommt ein eigenes „Sendschreiben“ vom auferstandenen Christus (Offb 2-3). Sozusagen ein direktes „Feedback vom Chef“, wie sich die Gemeinde so macht.

Diese sieben Sendschreiben enthalten sowohl Lob für einige Gemeinden, die sich im Glauben bewährt haben, aber sie legen auch den Finger in die Wunde, wo es nicht gut läuft. Sie sparen keineswegs mit Kritik. Letztendlich sind alle Gemeinden aufgerufen, an ihrem Glauben an den auferstandenen Jesus ­Christus festzuhalten.

Die Offenbarung soll den sieben Gemeinden in einer schwierigen Zeit Hoffnung machen und die Gemeindemitglieder trösten. Die Zeit der Verfolgung und des Todes wird vorübergehen. Gott wird Gericht halten und am Ende alles Böse vernichten. Sein Reich wird anbrechen. Das ist eine zentrale Botschaft der Offenbarung.

Verstehst du auch, was du da liest?

Die Offenbarung ist ein Buch, das anders gelesen werden muss als z. B. die Evangelien. Denn das Geschehen spielt sich eben nicht auf der Erde ab und an Orten, die uns bekannt sind. Sondern die meiste Zeit beschreibt sie das Geschehen im Himmel. Einem Ort, von dem wir zwar viele Vorstellungen haben, der uns aber nicht wirklich bekannt ist. Das macht die Auslegung und das Verständnis des Buches so herausfordernd.

Es gibt sehr interessante, teils chaotische und durchaus verwirrende Einblicke und Abschnitte: Da sind Wesen, die man sich nur schwer vorstellen kann, wie z. B. ein Lamm mit sieben Hörnern und sieben Augen (Offb 5,6). Da wird über Orte gesprochen, die zwar bekannt sind, aber ziemlich sicher nicht wirklich gemeint sind, wie z. B. Babylon (Offb 18 f.). Dazu gibt es Drachen, Panther, ganz viele Engel, himmlische Schlachten, die vier apokalyptischen Reiter, den Thron Gottes, ein Buch mit sieben Siegeln, Gläubige und Ungläubige, den feurigen Abgrund, das neue Jerusalem und noch ganz viel mehr. Klingt fast wie ein ­ziemlich abgefahrener Fantasyroman.

Damit soll keineswegs behauptet werden, dass wir die Offenbarung einfach links liegen lassen können, weil es eh niemand verstehen kann. Aber es ist Vorsicht geboten, die geschilderten Bilder für unsere Zeit eindeutig zu interpretieren. Denn voreilige Schlüsse können schnell in die Enge und zu falschen Schlüssen führen.

Ein Beispiel, damit es klarer wird …

Im Buch der Offenbarung gibt es beispielsweise eine Gestalt, die all das verkörpert, was gegen Gottes Willen ist: die sog. „Hure Babylon“. Sie wird bezeichnet als „die Stadt, die an den Wasserläufen liegt“ (Offb 17,1 BB). Diese Beschreibung passt zu Babylon, der Stadt im heutigen Irak. Dennoch erscheint sie Johannes in Gestalt einer Frau, die in edle Gewänder gekleidet ist und auf einem abscheulichen Wesen reitet. Auf ihrer Stirn steht geschrieben: „Babylon, die Große, die Mutter aller Huren und aller abscheulichen Dinge auf der Erde“ (Offb 17,5 BB). Sie bringt alle Königreiche zu Fall, die sich mit ihr einlassen und sie wird am Ende der Zeiten von Gott zur Rechenschaft gezogen. Nun gibt es verschiedene Meinungen ­darüber, wie die Beschreibung der Hure Babylon zu deuten ist:

  • Man könnte es wörtlich meinen, dass es sich um die Stadt Babylon handelt, die ja auch schon in Genesis 11 als Stadt beschrieben wird, die sich gegen Gott auflehnt. Also quasi die Gegenspielerin Gottes.
  • Die bekannteste Interpretation lautet, dass es sich bei Babylon eigentlich um die Stadt Rom handelt, die zur Entstehungszeit der Offenbarung das Zentrum der Weltmacht Roms schlechthin war und die Christinnen und Christen unterdrückte und verfolgte. Dazu würde auch die Schilderung passen, dass die Frau das Blut der Zeugen Jesu trinkt (Offb 17,6). Aus Angst vor den römischen Behörden wurde Rom im Text als „Babylon“ bezeichnet, aber eigentlich wussten alle Bescheid, wer wirklich damit gemeint war. Also es handelt sich dabei um eine zeitgebundene Kritik an Rom.
  • Nun könnte aber die Hure Babylon auch als das Geld bzw. „der Mammon“ interpretiert werden. Eine große Versuchung für viele, die aber am Ende alle ins Verderben stürzt, die sich zu stark danach sehnen und sich für es aufopfern, weil es immer zu Ungerechtigkeit führt.
  • Oder sie könnte für die Unzucht und Sittenlosigkeit und den moralischen Verfall stehen, in der die Welt, der Meinung einiger Christinnen und Christen nach, versinkt.
  • Oder sie steht für die neue Bedrohung der künstlichen Intelligenz (KI). Sieht verlockend aus, stürzt aber am Ende alle ins Unglück.

Alle o. g. Interpretationen sind möglich. Alle passen für die jeweiligen Vertreterinnen/Vertreter, aber eben auch nur für sie. Es gibt einfach sehr vielzählige und unterschiedliche Möglichkeiten das Geschehen in der Offenbarung zu interpretieren.

Da passiert es leider, dass konkrete Endzeitvorhersagen getroffen und das Ende der Welt sehr klar, aber auch vorschnell, erkannt wird. Ich würde an dieser Stelle zu großer Vorsicht und Zurückhaltung raten. Den besten Tipp gibt Jesus, wenn er sagt: „Bleibt also wachsam! Denn ihr kennt weder den Tag noch die Stunde, in der der Menschensohn wiederkommt“ (Mt 25,13 BB).

Befehl vom König

Die Jahreslosung stammt aus dem 21. Kapitel der Offenbarung. Wir befinden uns also schon fast am Ende des Buches. Das Böse ist bereits besiegt, die Hochzeit des Lammes ist gefeiert und die neue Welt Gottes bricht nun an (Offb 21,1). Das neue Jerusalem, der Ort der Gegenwart Gottes, kommt aus dem Himmel auf die Erde herab (Offb 21,2 f.). Wir befinden uns also mitten in der Beschreibung der heilvollen Neugestaltung der Welt am Ende aller Zeit. Die Formulierung der Jahreslosung vereinfacht die Autorität des Sprechers. Sie verkürzt es auf: „Gott spricht“. Jedoch heißt es in Offenbarung 21,5: „Und der auf dem Thron saß, sprach: Siehe ich mache alles neu!“ (Lu).

Die Jahreslosung ist keine exakte Übersetzung, sondern eine Interpretation. Sie identifiziert den, „der auf dem Thron saß“, mit Gott. Das ist dem Sinn nach richtig, vereinfacht aber die Interpretation, wer hier spricht, und gibt den Text nicht wörtlich wieder.

Gott wird in der Offenbarung als einer geschildert, der auf dem himmlischen Thron sitzt. Umgeben von Herrlichkeit. Es unterstreicht, dass die folgenden Worte von höchster göttlicher Autorität stammen. Gott sitzt im Chefsessel. Auch der Prophet Jesaja im Alten Testament beschreibt Gott als auf dem Thron sitzend (Jes 6). Der Thron verdeutlicht den königlichen Status Gottes. Er herrscht. Sein Befehl ist zu befolgen. Gott selbst ist in letzter Instanz für sein Reich zuständig. Von seinem Thron aus lenkt er die Geschicke der Welt. Der Thron erhebt ihn auch über andere himmlische Wesen. Die Jahreslosung 2026 kommt also von höchster Stelle.

Eine göttliche Verheißung

Interessanterweise ist die Jahreslosung das erste Wort in der Offenbarung, von dem es ausdrücklich heißt, dass Gott (der Schöpfer und Vater) spricht. Zuvor sprechen Christus, verschiedene Engel, Chöre der Heiligen, usw. Nun kommt eine Ansage von dem, der auf dem Thron sitzt. Und das ist einmal eine ­Verheißung: „Siehe, ich mache alles neu!“

Es ist wieder ein allmächtiges Schöpferwort, so wie am Anfang der Zeit, als Gott sprach: „Es werde Licht!“ (Gen 1,3). Es ist das Wort, das unbedingt geschieht. Weil es Gottes Wort ist, das Wort, das zugleich wirkt, was es spricht. Somit ist es eine Verheißung Gottes. Und indem es gesprochen wird, geschieht es bereits.

Eine Verheißung für die Welt

Diese Worte sind eine Ermutigung für die Welt. Sie verdeutlichen betont die transformative Kraft Gottes. Es ist ein Versprechen der vollständigen Erneuerung und Wiederherstellung der Schöpfung. Dies schließt sowohl die physische Welt als auch die geistliche Realität ein.

An vielen Ecken und Enden sehen wir, wie es mit unserer Welt bergab geht: Klimakrise, Krieg, Naturkatastrophen, Brände, Armut oder Spaltung in der Gesellschaft – es gibt viele Nöte und Probleme auf dieser Welt. Viele Themen, von denen man sagen könnte: „Hier muss sich Grundlegendes ändern.“, oder: „Ein Neustart wäre gut.“

Die Erneuerung umfasst das Ende aller Leiden, allen Schmerzens und des Todes, wie in den vorhergehenden Versen beschrieben (Offb 21,4). Die Jahreslosung verheißt uns: Alle Not, alle Bedrängnis, alles Schlechte, Ungerechte und Böse in der Welt, alle Zustände von Angst, Schrecken, Unterdrückung und Tod können nicht verhindern, dass Gott einmal alles neu machen wird. Zusammengefasst bedeutet das Dreierlei:

  1. Erneuerung und Hoffnung: Offenbarung 21,5 vermittelt die Hoffnung auf eine neue Schöpfung, in der alle gegenwärtigen Leiden überwunden sind. Das ist ein zentraler Gedanke im christlichen Glauben, der die Gläubigen ermutigt, in ihrem Glauben standhaft zu bleiben und auf Erlösung und Erneuerung zu hoffen. Begründet liegt dieser Gedanke im Osterereignis und seiner transformativen Kraft für das Leben der Gläubigen.
  2. Göttliche Autorität: Die Tatsache, dass Gott selbst diese Worte spricht, unterstreicht seine absolute Autorität und Macht, alles neu machen zu können. Es verdeutlicht, dass nichts außerhalb seiner Kontrolle liegt.
  3. Verlässlichkeit der Verheißungen: Die Aufforderung zu Verschriftlichung dieser Worte der Verheißung betont die Wahrheit und Gewissheit dieser Worte und soll, denjenigen, die daran glauben Sicherheit, Gewissheit und Vertrauen in Gott geben.

Denn Gott kann und er wird alles neu machen. Das ist die Hoffnung und die Verheißung für die Welt.

Wie in dem Disney-Klassiker Der König der Löwen: Unter dem schlechten König Scar leidet das Land. Alles Gras, alles Grün scheint geflohen zu sein. Das einst so fruchtbare Land ist unter der schlechten Herrschaft zu einem Ödland verkommen. Als jedoch der neue, der gute König seine Herrschaft antritt, da beginnt es zu regnen. Und aller Tod und alles Böse wird weggespült. Das Land blüht neu auf. So ähnlich stelle ich mir das auch vor, wenn Gott über unserer Welt sagt: „Siehe, ich mache alles neu.“

Hoch die Hände, Wochenende?

Heißt das, wir können all unsere Bemühungen um Gerechtigkeit, Frieden, Bewahrung der Schöpfung, usw. einfach lassen, weil ja am Ende alles neu gemacht wird? So wie ein Kind sagt: „Was soll ich versuchen zu lernen, wie man einen Nagel gerade in die Wand schlägt, wenn es am Ende doch die Mama oder der Papa macht?“

Nein, auf keinen Fall! Denn Gottes Verwandlung der Welt geschieht durch seinen Heiligen Geist. Und dieser Geist ist schon heute am Werk. Die Verwandlung der Erde geschieht nicht erst dann, wenn Gott genug hat und sich lange genug rausgehalten hat. Sondern Gott ist seit Beginn der Welt am Werk, diese durch sein Wort, sein Wirken und die Menschen, die zu ihm gehören, zu verändern.

In der Theologie nennt man das die missio dei, also die „Mission/Sendung Gottes“. Dabei geht es um ein ganzheitliches Verständnis dessen, was Gott auf der Erde tun möchte. Gott will nicht nur „Seelen für den Himmel retten“, sondern er möchte die Welt durch und durch verändern und neu machen. Wir dürfen an seiner Sendung, seiner Mission, Anteil haben. Wir dürfen und sollen mitgestalten. Gott möchte durch uns Liebe, Gerechtigkeit und Wahrheit in dieser Welt verbreiten. Das ist unser Auftrag. Und dabei können wir schon heute erleben, wie Gott Menschen und diese Welt verändert.

Zwei Mal „Aber“

Trotzdem erinnert uns die Jahreslosung an zwei Dinge: Erstens, das das Heil dieser Welt nicht an unserem Einsatz hängt, sondern an Gottes Wirken. Am Ende ist es Gott, der alles schafft und der hinter aller Verwandlung steht.

Zweitens, dass es am Ende aller Zeit nochmal einen qualitativen Sprung benötigt. Also: Die Welt ist nicht am Ziel, wenn die Natur blüht und der CO2-Ausstoß bei null ist. Denn so sehr wir uns auch bemühen, diese Welt in ihrem aktuellen Zustand bleibt vergänglich.

Paulus drückt es im Römerbrief so aus:
„Denn die Schöpfung ist der Vergänglichkeit unterworfen – allerdings nicht durch ihre eigene Schuld. Vielmehr hat es Gott so bestimmt. Damit ist aber eine Hoffnung verbunden: Denn auch die Schöpfung wird befreit werden aus der Sklaverei der Vergänglichkeit. Sie wird ebenfalls zu der Freiheit kommen, die Gottes Kinder in der Herrlichkeit erwartet“ (Röm 8,20-21 BB).
Wenn also Gott alles neu macht, dann wird er sogar die Vergänglichkeit von ­dieser Welt wegnehmen.

Eine Verheißung für dich

Die Jahreslosung ist aber ebenso eine gute Nachricht für uns Menschen. Denn „alles neu“, das wünschen wir Menschen uns vielleicht auch in so manchen Bereichen unseres Lebens. Gerade zum Jahreswechsel haben viele die Hoffnung, dass „jetzt alles anders wird“: Ab jetzt mach ich mehr Sport, übe fleißiger mit meinem Instrument, bin weniger am Handy, besuche meine Oma regelmäßig, usw. Ich kenne nur wenige, die ihre guten Vorsätze das ganze Jahr über durchhalten.

Wir Menschen brauchen genauso ein „Makeover“ wie die restliche Schöpfung. Unser Leben ist auch nicht d as, was es eigentlich sein sollte. Die Bibel nennt das Sünde, die in unserem Leben ist. Die gängige Interpretation, dass Sünden kleine schlechte Taten sind, greift dabei zu kurz. Eine der verschiedenen Bedeutungen von Sünde ist „Zielverfehlung“. Also Sünde verhindert, dass wir das werden, wozu Gott uns geschaffen hat.

Deshalb steht im Zentrum der missio dei das Leben, Sterben und Auferstehen von Jesus Christus. Gott hat seinen Sohn gesandt, um dem Problem der Sünde zu begegnen. Durch seinen Tod am Kreuz und seine Auferstehung schenkt Gott uns die Lösung für das Problem.

Und wer an Jesus Christus glaubt, der bekommt ein neues Leben geschenkt. Das beginnt schon im Hier und Jetzt. Die Umgestaltung unseres Herzens und unserer Gedanken, die bewirkt Gott schon in diesem Leben. Aber auch nach dem Tod glauben Christinnen und Christen, dass Gott unsere vergänglichen Körper zum unvergänglichen Leben auferwecken wird.

Paulus schreibt: „Gesät wird ein natürlicher Leib. Auferweckt wird aber ein Leib, der vom Geist Gottes geschaffen ist“ (1 Kor 15,44 BB).

Gottes Geist möchte uns schon im hier und heute verändern und uns ein neues Herz und einen neuen Geist geben. Aber genau so dürfen wir erwarten, nach dem Sterben komplett neu und unvergänglich geschaffen zu werden. Das ist die Hoffnung und Verheißung für uns.

Eine Verheißung für die Kirche

Wenn Gott alles neu macht, was bedeutet das dann für eine (Landes-)Kirche, die aktuell mit ihren Reformen, theologischen Konflikten, fehlenden finanziellen ­Mitteln und zurückgehenden Mitgliederzahlen herausgefordert ist?

Zunächst mal: mit „alles“ ist natürlich auch die Kirche gemeint. Also Gott wird auch die Kirche „neu machen“. Das bedeutet aber nicht, dass er das Dach des maroden Kirchengebäudes repariert.
Es wäre falsch, an einen Punkt in der Zukunft zu denken, an dem Kirche super und attraktiv und unterhaltsam ist. Lasst uns die Jahreslosung doch eher von Gottes Handeln her verstehen: Gott ist jetzt am Werk. In dieser Welt. In seiner Kirche. Und er ist dabei, dass Menschen ihn kennenlernen, dass Menschen Heilung und Gerechtigkeit erfahren. Gott ist schon mitten dabei, seine Kirche zu erneuern.

Wir dürfen nur sein Wirken nicht mit einer Institution verwechseln. Sondern dort, wo Menschen in seinem Namen unterwegs sind und sich für seine „Mission“ ­einsetzen, da ist er durch seinen Geist am Werk.

Die Verheißung, dass er alles neu macht, ermutigt uns dazu, Neues auszuprobieren. Denn vielleicht will Gott ja gerade durch dich etwas Neues schenken.

Eine Verheißung, die garantiert wird

Das klingt jetzt alles super und total schön und stimmig. Trotzdem ändert sich erst einmal nichts an unserer aktuellen Lage. Immer noch treten Menschen aus der Kirche aus, immer noch geschieht – leider auch im Namen der Kirche – viel Unrecht. Also ist doch die Frage berechtigt: „Stimmt das überhaupt?“ Oder ist das nicht doch alles ein frommer Wunsch?

Dazu lesen wir noch den nächsten Vers nach der Jahreslosung. Denn es scheint so, als ob Johannes es auch nicht fassen kann. Er ist völlig perplex, als Gott das sagt, so als könnte er es in der aktuellen Lage gar nicht fassen. Und dann sagt Gott direkt zu Johannes: „Schreib alles auf, denn diese Worte sind zuverlässig und wahr“ (Offb 21,5b BB).

Gott bürgt für sein Versprechen. Er stärkt Johannes und sagt: „Du hast dich nicht verhört. So wird es kommen.“

Eine Verheißung, die bei uns beginnt

Wir sind überzeugt, dass Gott einmal alles verwandeln wird. Warum wir das glauben? Weil wir an die Auferstehung Jesu glauben. Gott, der auch den Tod überwunden hat, der kann auch dieser Welt und uns sterblichen Menschen neues Leben schenken. Und er wird diese Welt komplett verändern. Alles wird neu! Wann genau er das macht, wann Jesus wiederkommt und sein Reich aufrichtet, wann alles unvergänglich gemacht wird, das bleibt sein Geheimnis.

Aber wir sind überzeugt, dass wir durch den Glauben schon heute Anteil bekommen an der verändernden Kraft Gottes, dem Heiligen Geist. Gott will unser Leben schon heute neu machen. Und er ist schon heute, in dieser Welt und in allen Krisen dabei, diese Welt nach seinem Willen umzugestalten. Und wir dürfen ein Teil davon sein. Das klingt doch verlockend!

Verwendete Literatur: Nestle, Eberhard / Aland, Kurt / Aland, Barbara: Novum Testamentum Graece, Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart 282012.

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