
ANMERKUNGEN AUS DER REDAKTION
Bitte nutzt diesen Entwurf für eure Kirche Kunterbunt als Anregung!
Vielleicht passt nicht alles zu eurer Situation oder zu eurem Frömmigkeitsstil – das ist völlig in Ordnung. Theologie lädt dazu ein, selbst zu glauben und selbst zu denken. Genau dazu möchte euch auch diese vorgestellte Einheit ermutigen. Im Sinne der Jahreslosung 2025 gilt: „Prüft alles und behaltet das Gute!“
Es gibt einige Weihnachtsideen, die sich mit der Figur der Maria und ihrem Weg als Mutter Jesu beschäftigen. Doch wie erging es eigentlich Josef – als Vater Jesu?
Dieser Frage möchte dieser Entwurf nachgehen. An den einzelnen Stationen wollen wir Josef näher kennenlernen, einen Blick auf seinen Lebensweg werfen und entdecken, was wir aus seinem Leben für unseren eigenen Weg mitnehmen können. Dabei wird es richtig handwerklich, denn wir tauchen auch in sein berufliches Leben als Zimmermann ein.
Der Entwurf ist ursprünglich als Advents- bzw. Weihnachtsentwurf konzipiert. Er lässt sich jedoch auch zu anderen Zeiten im Kirchenjahr einsetzen, wenn der Schwerpunkt entsprechend angepasst wird. Eine passende Gelegenheit ist beispielsweise das Hochfest des Heiligen Josef, das in der katholischen Kirche am 19. März gefeiert wird. Je nach Anlass kann dabei auch die Gestaltung der Feierzeit entsprechend verändert werden.
NAMENSSCHILDER:
Vielleicht möchtet ihr zu Beginn gemeinsam Namensschilder gestalten? Eine unkomplizierte Möglichkeit ist, Kreise aus Pappe auszuschneiden, diese bunt zu bemalen und anschließend ein Loch hineinzustanzen. Durch das Loch kann Wolle gefädelt werden, sodass sich die Namensschilder einfach umhängen lassen.
Passend zum Thema dieses Entwurfs könnten die Namensschilder auch in Form verschiedener Werkzeuge oder Gegenstände aus einer Werkstatt gestaltet werden. So entsteht bereits beim Ankommen eine kleine thematische Verbindung zu Josef und seinem Leben als Handwerker.
BEGRÜßUNGSLIED:
Vorschläge zu Willkommenszeit-Liedern findet ihr hier https://www.kirche-kunterbunt.de/gestalten/material/musik/
ANFANGSMODERATION
(in der Anfangsmoderation geht es darum, die Menschen auf eure Weise willkommen zu heißen. Vielleicht gebt ihr einen Überblick darüber, was die Familien bei euch erwartet? Vielleicht stellt ihr das Team vor? Vielleicht habt ihr ein besonderes Votum, das zu Beginn gesprochen wird? Dafür ist hier Platz. Zusätzlich lädt diese Anfangsmoderation auch ein, das kommende Theaterstück einzuleiten und die Menschen mit dem Thema in Verknüpfung zu bringen.)
Sprecher:in
Willkommen in unserer Kirche Kunterbunt! Heute wird es laut, kreativ und vielleicht auch ein bisschen staubig. Denn heute verwandelt sich unsere Kirche in eine Werkstatt.
Josef kommt mit Hammer und Holzstück zur Tür herein.
Josef:
Schalom! Na, hier wird aber ordentlich gewerkelt!
Ich bin Josef aus Nazareth. Von Beruf bin ich Zimmermann. Ich baue Tische, Türen, Dächer … eigentlich alles, was man aus Holz so bauen kann.
Sprecher:in
Josef? Dich kennen wir doch! Aber woher eigentlich?
(Kinder/Gäste rufen lassen.)
Sprecher:in
Genau! Du bist doch … der Mann von Maria!
Josef:
Richtig.
Sprecher:in
Und der Vater von Jesus!
Josef:
Auch richtig.
Sprecher:in
Der Josef aus der Weihnachtsgeschichte!
Josef:
Ja, genau der. Wobei ich zugeben muss: In den Weihnachtsgeschichten steht meistens eher Maria und Jesus im Mittelpunkt. Ich komme oft nur kurz vorbei.
Sprecher:in
Stimmt. Du bist der, der meistens irgendwo danebensteht und ziemlich ernst schaut.
Josef:
Was soll ich machen? Jemand muss schließlich aufpassen, dass das Ganze nicht auseinanderfällt.
Sprecher:in
Das klingt nach einem echten Handwerker.
Josef:
Das bin ich auch. Aber mein Leben war alles andere als eine ruhige Baustelle.
Sprecher:in
Was meinst du damit?
Josef:
Ich wollte eigentlich ein ganz normales Leben: arbeiten, heiraten, eine Familie haben, mein Holz bearbeiten und abends irgendwann Feierabend machen.
Sprecher:in
Klingt eigentlich ziemlich entspannt.
Josef:
Dachte ich auch! Bis Gott plötzlich andere Pläne hatte.
Sprecher:in
Und wie hat Gott dir das gesagt? Per Brief? Nachricht? E-Mail?
Josef:
Nein. In einem Traum. Und durch einen Engel.
Sprecher:in
In einem Traum?
Josef:
Ja. Gott hat zu mir gesprochen – im Schlaf.
Sprecher:in
Das ist ja praktisch. Andere brauchen morgens erst einmal einen Kaffee.
Josef:
Ich bekam stattdessen einen ziemlich deutlichen Traum. Und danach hieß es: aufbrechen, losgehen, Entscheidungen treffen und meine Familie beschützen.
Sprecher:in
Also kein gemütliches „Heute lasse ich es mal ruhig angehen“?
Josef:
Überhaupt nicht! Ich hatte manchmal das Gefühl, dass mein ganzes Leben eine einzige Baustelle ist.
Sprecher:in
Und du hast trotzdem weitergemacht?
Josef:
Ja. Ich habe gelernt: Manchmal läuft das Leben eben nicht nach Bauplan.
Sprecher:in
Das klingt tatsächlich nach Josef.
Josef:
Und vielleicht kennt ihr das auch: Manchmal hat man selbst einen Plan – und dann kommt das Leben mit einem völlig anderen. Und ich muss sagen (einbisschen stolz), dass ausgerechnet Maria und ich die Eltern von dem Baby Jesus werden durften…wow…das war schon eine große Ehre für uns. Dass Gott uns soetwas zutraut!
Sprecher:in
Da ist was dran. Aber bevor wir jetzt zu emotional werden …
Josef:
… sollten wir lieber anfangen zu arbeiten!
Sprecher:in
Sehr gut. Was erwartet uns denn in deiner Werkstatt?
Josef:
Ihr könnt bauen, ausprobieren, hören, fühlen, riechen und sogar träumen. Und dabei könnt ihr entdecken, wie mein Leben war – und was es vielleicht mit eurem eigenen Leben zu tun hat.
Sprecher:in
Na dann: Werkzeuge raus und Ärmel hoch!
Josef:
Und passt auf eure Finger auf. Ich bin zwar ein guter Zimmermann – aber Erste Hilfe gehört nicht zu meinem Angebot.
Sprecher:in
Also: Auf geht’s in die Werkstatt!
Josef:
Und wer weiß: Vielleicht merkt ihr heute, dass Gott auch in eurem Leben manchmal einen anderen Bauplan hat, als ihr gedacht habt.
Station: Plötzlich Papa!
Material:
So geht’s: Ganz schön überraschend wird Josef plötzlich Papa. Das muss für ihn erst einmal ein großer Schock gewesen sein. Wenn er arbeiten geht, weiß er, was er einpacken und wie er sich darauf vorbereiten muss. Aber Papa-Sein ist für ihn ganz neu.
Können wir ihn gemeinsam darauf vorbereiten?
Schreibt in Josefs Koffer Tipps, wie man ein guter Papa sein kann.
Alternative: Checkliste
Alternativ könnt ihr für Josef auch eine kleine Checkliste zusammenstellen

(Vorlage zum Herunterladen):
Station: Koffer packen
Material:
So geht’s: Auf die Schnelle muss Josef jetzt auch noch mit seiner Verlobten Maria nach Bethlehem wandern. Packt beiden möglichst schnell einen Koffer zusammen. Welche Gegenstände findet ihr besonders hilfreich für die Reise?
Bei dem Koffer-Packen spielen immer zwei Personen gegeneinander auf Zeit. Ihr habt beide 1 Minute Zeit, den vorbereiteten Parcours zu laufen und bei jedem Weg einen Gegenstand in die vorbereiteten Koffer am Ende zu transportieren. Wer am Ende mehr Gegenstände im Koffer hat, gewinnt.
Nachdenkfrage:
Was ist denn ein Gegenstand, den die beiden unbedingt auf der Reise dabei haben sollten?
Station: Glückwunsch zum Baby
Material:
So geht’s: Josef und Maria sind Eltern vom Baby Jesus geworden. Wie aufregend! An dieser Station dürft ihr Maria und Josef eine Glückwunsch-Karte für ihr Baby schreiben. Was wollt ihr den Beiden für ihre Zeit mit Baby Jesus wünschen? Habt ihr vielleicht Mut-machende Worte für Maria oder Josef?
Station: Auf Reisen
Material
So geht’s:
Josef musste oft reisen. Besonders bekannt ist die Reise von Nazareth nach Bethlehem. Ziehe deine Schuhe aus und gehe langsam über den Barfußpfad.
Spüre:
So ähnlich konnten sich auch Wege früher anfühlen.
Nachdenkfrage
Welche Reise war für dich besonders spannend?
Wer begleitet dich auf deinem Lebensweg?
Station: eine Herberge für Baby Jesus
OPTION: HERBERGE AUS EISSTIELEN
Material
Einleitung der Station:
Josef war Zimmermann. Er wusste, wie man Häuser baut.
Aber dann kam er in Bethlehem mit seiner Frau an und es gabkeinen Platz für sie.
Nachdenkfrage: Wie hat sich das wohl für Josef angefühlt, als er für seine schwangere Frau und sich keinen Platz gefunden hat. Was waren wohl seine Gedanken?
So geht nun die Station:
Aber dann gab es eben doch eine Lösung, ein kleines Dach über den Köpfen von Maria und Josef. Wisst ihr, was die Lösung war? Maria und Josef finden Platz in einem kleinen Stall.Hier dürft ihr ihnen nun die Herberge bauen.
Du kannst mit den Eisstielen:
OPTION: HERBERGE AUS EASY-STICKS
Ihr könnt für das Bauen auch easy-sticks verwenden. Daraus lassen sich auch weitere tolle Kunstwerke basteln. Hier findet ihr Inspiration: https://easy-sticks.de/?srsltid=AfmBOoomspeMNC7RPoUcuotPStsPkwXjM_kQJuIyvbEj-gWuAkd3UUQy
OPTION: HERBERGE AUS ÄSTEN
Hier gibt es auch Ideen, wie man aus Birken-Ästen oder anderen Ästen eine kleine Herberge gestalten kann.
https://www.vbs-hobby.com/krippe-aus-birkenaesten-t2079
Station: Ein Stern für Jesus
Material für Holzsterne:
Für die Gestaltung vom Stern:
Einleitung in die Station:
Es gibt einen Stern im Leben von Josef, der ihm sehr wichtig geworden ist. Wisst ihr, von welchem Stern wir sprechen und warum der so wichtig war? (antworten lassen)
Der Stern war das Zeichen für die Sterndeutenden, dass ein neuer König (Jesus) geboren worden ist. Der Stern war ihr Wegweiser zur Krippe von Jesus, zu Maria und Josef. Bestimmt haben Maria und Josef ganz schön gestaunt, als bei der Geburt von Jesus auch am Himmel so ein besonderes Zeichen auftauchte.
Los geht’s zum eigenen Stern:
In dieser Station dürft ihr euren eigenen Stern bauen und gern sogar die Namensbedeutung von Jesus mit dem Brandmalkolben eingravieren.
Bevor ihr loslegt: Für jede Familie ist ein Stern eingeplant. Weil wir hier mit Sägen und mit einem heißen Brandmalkolben arbeiten, sollten immer Erwachsene mit Kindern gemeinsam an dem Stern arbeiten. Niemals sollte die Station von einer mitarbeitenden Person unbetreut gelassen werden.
1. Den eigenen Stern planen
Zu Beginn wird eine Sternform ausgewählt oder auf das Holz übertragen.
2. Stern aussägen
Die Sternform wird mit einer geeigneten Säge aus einem Holzbrett ausgesägt. Je nach Alter der Kinder kann dieser Arbeitsschritt gemeinsam mit den Erwachsenen oder vollständig von den Erwachsenen übernommen werden.
3. Kanten glätten
Nach dem Aussägen werden die Kanten und Oberflächen sorgfältig mit Schleifpapier geglättet. So erhält der Stern eine angenehme Haptik und die Brandmalerei gelingt anschließend besser.
4. Schriftzug gestalten
Nun könnt ihr einen Schriftzug ( zum Beispiel die Namensbedeutung von Jesus = Gott rettet) mit Bleistift leicht auf dem Holz vorgezeichnet. So können Schreibweise, Position und Größe noch einmal überprüft und bei Bedarf korrigiert werden.
5. Brandmalerei
Mit dem Brandmalkolben wird der Schriftzug anschließend vorsichtig in das Holz eingebrannt. Hier ist besondere Aufmerksamkeit und eine gute Begleitung notwendig, da die Spitze des Gerätes sehr heiß wird.
Alternative ohne Sägen:
Wenn das Sägen zu aufwendig ist, gibt es online in verschiedenen Märkten auch fertig gesägte Holz-Sterne zu kaufen, die dann entweder ebenso mit einem Brandmalkolben verziert werden oder auch mit Acrylstiften bemalt werden können.
Station: Auf Reisen mit Josef
So geht’s
Josef musste oft reisen. Besonders bekannt ist die Reise von Nazareth nach Bethlehem.
In Bethlehem ist Jesus auch zur Welt gekommen.
Ziehe deine Schuhe aus und gehe langsam über den Barfußpfad.
Spüre:
So ähnlich konnten sich auch Wege früher anfühlen.
Nachdenkfrage
Welche Reise war für dich besonders spannend?
Station: Josef hört hin
Material
So geht’s
Josef musste gut zuhören – auch auf Gottes Stimme.
Schüttle die Dosen.
Finde immer zwei Dosen, die gleich klingen.
Wenn du glaubst, ein Paar gefunden zu haben, schau auf den Boden der Dose – dort steht die Lösung.
Nachdenkfrage
Wann hörst du besonders gut hin?
Und wann ist es schwierig zuzuhören?
Station: Josefs Werkstatt – Murmelbahnbau
Material
So geht’s
Josef arbeitete jeden Tag mit seinen Händen. Schlage Nägel in das Holz und baue dir damit deine eigene kleine Murmelbahn.
Schritt für Schritt:
Station: Plötzlich spricht ein Engel
Material
Einleitung der Station:
Wählt einen Raum mit Tür, den man abdunkeln kann. Gestaltet ihn so, dass man sich in dem Raum gut und bequem hinsetzen kann. Bevor die Gäste den Raum betreten, gibt eine Person eine
Einleitung: Es war Abend geworden. Josef war müde. Er hatte sich vorgenommen, Maria zu verlassen, damit niemand von ihr schlecht denken würde und er einfach der Verlobte war, der sich aus dem Staub gemacht hatte. Wahrscheinlich hatte Josef viele Ängste und Sorgen. Was meint ihr, was hat Josef wohl so gedacht und gefühlt? (Gäste antworten lassen). Doch mitten in der Nacht wird Josef plötzlich geweckt.
Was da genau passiert, dürft ihr an dieser Station erleben.
Es ist dunkel in dem Raum, geht vorsichtig hinein und macht es euch bequem.
Für die Engel-Person:
Warte kurz ab, bis sich die Familien bequem hingesetzt haben.
Dann leuchte mit deinem Licht und sprich den Bibeltext laut und deutlich.
Fordere dann die Gäste als „Josef“ auf, aufzustehen und loszugehen (sodass sie den Raum wieder verlassen).
Gespräch nach der Station:
Wie war es, von dem Engel geweckt zu werden? Was hat der Engel gesagt?
Was meint ihr, was macht das mit dem Josef?
Station: Ein Name fürs Baby
Material
Einleitung der Station:
Im Traum sagte der Engel nicht nur zu Josef, dass er Vater wird und Maria heiraten soll. Der Engel sagte Josef auch, wie das Kind heißen sollte, nämlich Jesus.
So geht´s:
Schaut doch mal nach, was der Name Jesus bedeutet. Schlagt dafür Matthäus 1,20-21 auf. Wenn ihr möchtet, könnt ihr auch noch die Namensbedeutungen von euren eigenen Namen nachschlagen/recherchieren lassen.
Nachdenkfrage:
Wow, Jesus Name bedeutet übersetzt „Gott rettet“. Was hat wohl Josef dabei gedacht, als er hörte, dass sein Kind so heißen soll. Wovon dachte er, würde Jesus die Menschen retten?
THEATERSTÜCK ZWISCHEN JOSEF UND EINER MODERATION
(Idee: beim Erzählen von Jesus können auch passende Bilder aus den Erzählungen von Josef
Leitung:
Josef, schön, dass du noch einmal zu uns kommst! Wir haben heute richtig viel über dein Leben gelernt: Wir haben gebaut, gehämmert, gerochen und sogar über Träume nachgedacht.
Josef:
Das habe ich gesehen! Ihr wart richtig fleißig – fast wie in meiner Werkstatt in Nazareth. Wobei … bei euch sah es zwischendurch ein bisschen chaotischer aus als bei mir.
Leitung:
Das kann schon sein. Was hat euch denn heute am besten gefallen?
Josef:
Und keine Sorge: Es gibt keine falsche Antwort. Ich bin Handwerker, ich kann mit fast allem leben.
Leitung:
(Kinder und Erwachsene dürfen berichten.)
Leitung:
Josef, ich habe noch eine Frage an dich: Dein Leben sah am Anfang doch eigentlich ganz normal aus, oder?
Josef:
Ja, ziemlich normal. Ich war Zimmermann. Ich habe Häuser gebaut, Türen repariert, Möbel gemacht …
Leitung:
Also ganz normale Handwerkerarbeit.
Josef:
Genau. Ich wollte arbeiten, heiraten, eine Familie gründen und ein ruhiges Leben führen.
Leitung:
Und dann?
Josef:
Dann kam Gott.
Leitung:
Das klingt, als wäre das ein Problem.
Josef:
Nein, nein! Aber wenn Gott ins Spiel kommt, kann es manchmal etwas anders laufen als geplant.
Leitung:
Wie denn?
Josef:
Zum Beispiel hatte ich einen Traum. In diesem Traum sagte mir ein Engel, dass ich keine Angst haben soll, Maria zu heiraten.
Leitung:
Ein Engel im Traum? Das ist ja schon ziemlich ungewöhnlich.
Josef:
Allerdings. Und es blieb nicht bei diesem einen Traum. Später musste ich sogar mitten in der Nacht aufstehen und mit Maria und dem kleinen Jesus in ein anderes Land fliehen. Es war gefährlich, und Jesus war in Gefahr.
Leitung:
Mitten in der Nacht?
Josef:
Mitten in der Nacht.
Leitung:
Und du bist einfach los?
Josef:
Na ja … „einfach“ würde ich jetzt nicht sagen. Ich musste Sachen packen, Maria und Jesus mitnehmen und losgehen. Und ich hatte ehrlich gesagt keine Ahnung, was uns erwartet.
Leitung:
Das klingt ganz schön aufregend.
Josef:
Das war es auch. Manchmal hatte ich Angst. Manchmal wusste ich nicht, wie es weitergeht.
Leitung:
Und trotzdem bist du losgegangen?
Josef:
Ja. Weil ich gespürt habe: Gott geht mit. Und ich wusste: Maria und ich haben eine besondere Aufgabe bekommen. Wir sollten Jesus großziehen.
Leitung:
Das ist ja keine kleine Aufgabe.
Josef:
Überhaupt nicht! Ein ganzes Kind großzuziehen ist schon eine ziemlich große Sache. Aber dann auch noch den Sohn Gottes …
(Josef schaut kurz ratlos.)
Puh. Da hätte ich manchmal schon gerne eine Gebrauchsanweisung gehabt.
Leitung:
„Jesus großziehen – Schritt 1: Bitte zuerst diese Anleitung vollständig lesen.“
Josef:
Genau! Aber die gab es leider nicht. Also habe ich versucht, einfach das zu tun, was ich konnte: für Maria und Jesus da sein, sie beschützen und ihnen ein Zuhause geben.
Leitung:
Und du wusstest, dass Jesus einmal etwas ganz Besonderes sein würde?
Josef:
Ja. Ich wusste, dass Jesus Menschen retten und ihnen guttun wird.
Und deshalb wollte ich gut auf ihn aufpassen.
Leitung:
Das ist eine schöne Aufgabe. Und bald feiern wir Jesu Geburtstag – an Weihnachten. Wir feiern, dass Jesus zu uns Menschen gekommen ist und dass er auch heute bei uns sein kann. Und vielleicht kennt ihr das: Manchmal läuft unser eigenes Leben auch ganz anders, als wir es geplant haben. Vielleicht gibt es …
Und dann stehen wir manchmal da und fragen uns:
Was passiert jetzt? Wie soll es weitergehen?
Josef:
Das kenne ich. Ich habe gelernt: Auch wenn das Leben überraschend ist – Gott bleibt an unserer Seite. Ich habe als Zimmermann vielleicht viele Dächer gebaut. Aber ich glaube: Gott hält ein ganz anderes Dach über uns. Ein Dach, unter dem wir geborgen sein können. Egal, wohin unser Weg führt.
Leitung:
Das klingt schön.
Josef:
Und ich stelle mir vor, dass Gott mit uns unterwegs ist. Wenn wir arbeiten. Wenn wir lachen. Wenn wir Angst haben. Wenn wir nicht wissen, wie es weitergeht. Und sogar dann, wenn wir nachts von Engeln träumen.
Leitung:
Also auch dann, wenn wir morgens aufwachen und denken: „Was war DAS denn für ein Traum?“
Josef:
Ganz genau!
Vielleicht steckt ja manchmal mehr darin, als wir denken.
Leitung:
Und du hast durch dein Leben auch eine Aufgabe bekommen.
Josef:
Ja. Meine Aufgabe war es, gut auf Jesus aufzupassen. Ein guter Vater für ihn zu sein. Und ein guter Ehemann für Maria. Und ich glaube: Gott gibt jedem Menschen eine Aufgabe. Wir müssen nicht alle dasselbe machen. Aber wir alle können etwas tun: Wir können gut aufeinander und auf diese Welt aufpassen. Wir können füreinander da sein. Wir können helfen. Wir können Mut machen. Und wir können darauf vertrauen, dass Gott mit uns geht.
Leitung:
Danke, Josef. Für deine Geschichten, für deine Werkstatt und vor allem dafür, dass du uns gezeigt hast: Manchmal läuft das Leben nicht nach unserem Bauplan. Aber wir müssen unseren Weg trotzdem nicht allein gehen.
Josef:
Genau. Und jetzt habe ich noch eine wichtige Frage: Wer räumt eigentlich meine Werkstatt wieder auf?
Leitung:
Ähm …
Josef:
Dachte ich mir. Dann mache ich mich lieber schnell vom Acker.
Leitung:
Danke, Josef, dass du heute bei uns in der Kirche Kunterbunt warst!
Josef:
Sehr gerne! Und denkt daran: Gott geht mit euch – auch wenn ihr euren Bauplan gerade nicht mehr findet.
Josef winkt, schnappt sich Hammer und Holz und geht ab.
GEBETSIDEE: GEBURTSTAGSWÜNSCHE VON JESUS
Material:
Einleitung:
Josef war der Papa von Jesus. Jesus Geburtstag feiern wir am 24. Dezember. Das Besondere an Jesu Geburtstag ist aber, dass nicht wir ihm Geschenke machen, sondern dass Jesus uns selbst beschenkt. Freiwillige Kinder und Erwachsene dürfen bei dieser Gebetsidee nach vorne kommen, nacheinander eine der Stabkerzen oder Teelichter anzünden und ihren Wunsch an Jesus formulieren und für alle als Gebet nennen.
FÜRBITTENGEBET: ein Dach für die Menschen, die keins haben
Einleitung:
Als Zimmermann hat Josef Dächer gebaut. Ein Dach über den Kopf ist ganz schön viel wert. Das hat Josef auch selbst mal gespürt, als er mit Maria in Bethlehem verzweifelt ein Dach gesucht hat, unter dem sie schlafen und dann auch Jesus bekommen konnten.
Es gibt wirklich viele Menschen in dieser Welt, die leider kein Dach, kein Zuhause haben.
An diese Menschen wollen wir nun denken.
An bestimmten Stellen laden wir euch, während wir das Gebet sprechen, ein Dach mit euren Armen zu formen. Das geht so, indem ihr beide Arme nach oben streckt und zueinander als eine Spitze zusammenführt. Jetzt sieht es aus, als würdet ihr ein Dach über euren Kopf formen.
Guter Gott,
wir bitten dich für alle Menschen,
die kein Zuhause haben (Dach formen).
Sie haben keinen sicheren Ort zum Schlafen
und wissen oft nicht, wo sie morgen sein werden.
Sei bei ihnen, Gott.
Schenke ihnen Menschen, die ihnen helfen.
Schenke ihnen einen warmen Ort,
etwas zu essen und Kleidung.
Schenke ihnen Hoffnung und Mut.
Hilf auch uns,
dass wir andere Menschen sehen
und nicht wegschauen.
Danke, dass unter deinem Dach (Dach formen)
alle Menschen einen Platz finden.
Amen.
WERKZEUG-SEGEN

Beschreibung: Bei diesem Segen tauchen wir ein in das Werkstatt-Leben von Josef. Bei diesem Segen werden die einzelnen Werkzeuge aus dem Werkzeugkasten herausgeholt und bei dem jeweils passenden Spruch hochgehalten. Je nach Bedarf kann der Werkzeugsegen auch erweitert oder um ein paar Gegenstände gekürzt werden. Vielleicht möchten ja auch verschiedene Personen (junge, sowie ältere Menschen) einen Werkzeug-Vers sprechen?
Material: Werkzeugkasten mit
Hammer
Ein Hammer macht etwas fest.
Gott, mach auch uns fest.
Gib uns Halt, wenn es schwierig wird.
Segne unsere Familie.
Schraubenzieher
Ein Schraubenzieher dreht Schrauben fest.
Gott, hilf uns, zusammenzuhalten.
Wenn es mal wackelt, gib uns neue Kraft.
Segne unsere Familie.
Zange
Eine Zange hält fest und hilft beim Reparieren.
Gott, halte uns in deiner Hand.
Sei bei uns, wenn etwas kaputtgeht.
Hilf uns, wieder neu anzufangen.
Segne unsere Familie.
Wasserwaage
Eine Wasserwaage zeigt: Ist etwas gerade?
Gott, hilf uns, die richtige Richtung zu finden.
Wenn wir uns verirren, zeig uns den Weg.
Segne unsere Familie.
Maßband
Mit einem Maßband können wir messen.
Gott, lass uns merken:
Jeder Mensch ist wertvoll.
Jeder Mensch ist genau richtig.
Segne unsere Familie.
Gott, begleite unsere Familien.
Beim Lachen und beim Weinen.
Beim Spielen und beim Streiten.
Beim Anfangen und beim Weitermachen.
Segne unsere Hände,
unsere Herzen
und unser Zuhause.
Gott sei bei uns.
Heute und an jedem neuen Tag.
Amen.
Bei so viel Arbeit in der Werkstatt freuen sich die Familien bestimmt über ein leckeres Buffet. Das sind unsere Essensvorschläge:
Hier findet ihr den Textplan von JUMAT 1/2027. Die dazugehörigen Lektionen sind ab dem 01.12.2026 verfügbar.
| 04.01. | Jesaja 41,10 | Jahreslosung 2027 – Fürchte dich nicht! |
Themenreihe: Die Richter Israels – Gideon
| 11.01. | Richter 6,11-24 | 1. Gideons Berufung |
| 18.01.. | Richter 6,25-32 | 2. Gideons Einsatz für Gott |
| 25.01. | Richter 6,33-40 | 3. Zeichen von Gott |
| 01.02. | Richter 7,1-8 | 4. Auswahl der Kämpfer |
| 08.02. | Richter 7,9-15 | 5. Ermutigung für Gideon |
| 15.02. | Richter 7,16-25 | 6. Kampf und Sieg |
Themenreihe: Passionsgeschichte bei Johannes
| 22.02. | Johannes 13,1-20 | 1. Fußwaschung |
| 01.03. | Johannes 18,1-11 | 2. Die Gefangennahme |
| 08.03. | Johannes 18,28-40 | 3. Vor Pilatus |
| 15.03.. | Johannes 19,16b-24 | 4. Kreuzigung |
| 22.03. | Johannes 20,11-18 | 5. Maria von Magdala |
| 29.03. | Johannes 20,24-29 | 6. Thomas |
Schon mal aktive Medienarbeit gemacht? Egal ob mit Kindern, Jugendlichen oder Erwachsenen – Ich liebe es! Es ist kreativ, vielseitig, bereichernd und macht einfach Spaß!
Von aktiver Medienarbeit sprechen wir, wenn wir digitale Medien nutzen, um damit selbst etwas zu gestalten und Medienkompetenz zu fördern: Beispielsweise ein Film, ein Audiobeitrag, eine Zeitung, ein Blog, ein Game oder sogar eine App! Manche Vorhaben gehen in zwei Stunden und andere Projekte dauern mehrere Wochen.
Ich erstelle zum Beispiel gerne Bibelgeschichten oder Psalme als Stop-Motion-Filme oder erkläre auf diesen Weg Fragen wie „Was ist die Taufe?“.
Egal wie und in welchem Kontext, es passiert dabei ganz viel: Wir lernen die Technik, die Vermittlung eines Themas, Storytelling, die Wirkung und Funktion eines Mediums, Teamwork und Projektmanagement, Sprache und Ausdruck und ganz viel Kreativität.
Und das Wichtigste: Digitale Medien sind „nur“ unser Werkzeug und wir entscheiden, wie wir sie nutzen!
Die Technik? Haben wir meist in der Tasche. Rechtliche Fragen? Dafür gibt’s Lösungen. Was wir brauchen, ist Zeit und Raum, wie zum Beispiel in Jugendgruppen, im Religionsunterricht oder in der Konfi-Arbeit.
Also: Worauf wartest Du noch? Schreib mir, was Du als Nächstes umsetzen möchtest – ich bin maximal interessiert!
Allgemeine Links
Für die Konfi- und Jugendarbeit
Der große Gott macht sich klein. Warum? Für dich.
Die ersten Verse des Johannes-Evangeliums lesen sich „wie warme Butter“. Es klingt einfach schön, wie Johannes Gott und seine Beziehung zu dieser Welt mit seinen Menschen beschreibt. Es lohnt sich, diese einzelnen Verse mit ihren Schlüsselworten „Wort“, „Leben“, „Licht“, „Kinder Gottes“ näher zu betrachten:
Das klingt vielleicht etwas abstrakt, aber genau das ist das Evangelium, die frohe Botschaft. Das, wovon wir Christen glauben, dass jeder Mensch es hören und verstehen soll: Der große Gott – das Wort, das Leben, das Licht – erschafft eine Welt und will nicht zulassen, dass diese Welt in der Dunkelheit versinkt. Sondern er selbst macht sich auf in seine Welt und bringt uns das Licht – Jesus stirbt für unsere Schuld – damit wir als seine Kinder zu Gott kommen dürfen.
Kindern wird zum Teil – mehr oder weniger – vermittelt, dass sie in einer anderen Welt als die Erwachsenen leben. „Das ist noch nichts für dich.“ „Dafür bist du noch zu jung.“ Komm du erst mal in mein Alter.“ Solche Sätze haben wahrscheinlich viele Kinder schon gehört. Verstehen lassen sich solche Aussagen am besten, wenn einem erklärt und bewusst gemacht wird, dass die Person, die eine solche Aussage macht, auch wirklich weiß, wovon sie da redet. Weil man z. B. weiß, dass die Person ja selbst einmal Kind war und damals vielleicht mit dem Thema schreckliche Erfahrungen gemacht hat. Ebenso kann es helfen, den Bibeltext aus dieser Perspektive zu sehen: Gott hat sich auch aufgemacht in unsere Welt, er ist Mensch geworden, er versteht, was es bedeutet Mensch zu sein. Er verknüpft seine Welt mit unserer Welt, obwohl er als Schöpfer über allem steht. Das Angebot, Gottes Kind zu werden, hat keine Einschränkung, es gilt nicht nur für Erwachsene, sondern auch für die Kinder (die einen entscheidenden Vorteil gegenüber den Erwachsenen haben, weil sie noch ganz genau wissen, wie man Kind ist).
Idee 1 – Geheimschrift
Die Kinder bekommen einen Zettel, auf dem ein Satz in Geheimschrift draufsteht und sie sollen ihn vorlesen. Wenn sie nach ein paar Minuten keine Idee haben, wie sie die Schrift entziffern können, wird ihnen der entsprechende Code gegeben und sie können den Satz enträtseln (siehe z. B. PDF „Vorlage_Geheimschrift“)
Idee 2 – Wer kann sich am kleinsten/größten machen?
Jede/r versucht sich im ersten Schritt möglich klein zu machen. Ein Mitarbeiter/eine Mitarbeiterin misst mit einem Zollstock, wer sich am kleinsten machen kann.
Im zweiten Schritt ist dann die Aufgabe sich möglichst groß zu machen. Wieder wird gemessen und ein Sieger ermittelt.
Verkündigungsart: Stationen
Die Text wird Stück für Stück an verschiedenen Stationen erlebbar gemacht. Die Stationen können alle in einem Raum sein, aber wenn die Möglichkeit besteht, können auch Stationen draußen angeordnet werden. (Die Vorbereitung der Stationen nimmt gegebenenfalls etwas Zeit in Anspruch, das muss also in der Vorbereitungszeit eingeplant werden).
In der folgenden Tabelle ist aufgeführt, wie das aussehen könnte, dabei wird für jede Station ein Wo?, ein Was? und Warum? erläutert. Diese bedeuten:
| 1. | Wo? | Vor der Tür. | |
| Was? | An der Tür hängt ein Zettel auf dem „das Wort“ draufsteht | ||
| Warum? | Es gibt einen Text in der Bibel, der in einem kurzen Abschnitt die Geschichte von Gott mit seinen Menschen zusammenfasst. Und der Text fängt an mit den Worten: „Am Anfang war das Wort.“ | ||
| 2. | Wo? | Draußen unter einem Baum / drinnen mit einer Pflanze | |
| Was? | Baum / Pflanze | ||
| Warum? | Weiter heißt es in dem Text, dass das Wort bei Gott und Gott das Wort war und alles durch das Wort geschaffen wurde. Das klingt kompliziert, oder? Habt ihr eine Idee, was das bedeuteten könnte? Kinder antworten lassen. Gott hat diese Welt durch seine Worte geschaffen. Im ersten Buch der Bibel können wir lesen, dass Gott ein Wort gesagt hat – und schwupps – war die Sache da, zum Beispiel hat Gott sich diesen Baum/diese Pflanze ausgedacht. Gott ist der Schöpfer dieser Welt und seine Worte haben eine gewaltige Macht. | ||
| 3. | Wo? | Variante 1: An einem Tisch | Variante 2: Draußen oder mitten im Raum |
| Was? | Wackelpudding essen | Hampelmänner machen | |
| Warum? | Wenn man seine Schüssel oder den Löffel mit dem Wackelpudding bewegt, sieht es so aus, als wäre er lebendig. Das passiert aber nur, wenn wir das machen, solange er still auf dem Tisch steht, ist da kein Leben im Wackelpudding. In unserem Text steht, dass in Gott das Leben ist. Wir würden nicht leben, wenn Gott uns das Leben nicht geschenkt hätte. | Warum können wir Hampelmänner machen? Kinder antworten lassen. Ein toter Mensch kann keine Hampelmänner machen, aber weil wir leben, ist das möglich. In unserem Text steht, dass in Gott das Leben ist. Wir würden nicht leben – und könnten keine Hampelmänner machen – wenn Gott uns das Leben nicht geschenkt hätte. | |
| 4. | Wo? | Dunkle Höhle | |
| Was? | Kerze „anzünden“ (sicherheitshalber gerne eine LED-Kerze) | ||
| Warum? | Gott ist also „das Wort“ und „das Leben“, aber es gibt noch einen anderen Vergleicht für Gott, nämlich: Das Licht. In unserem Bibeltext steht, dass das Licht in die Finsternis kam. Wisst ihr, wie das zu verstehen ist? Kinder antworten lassen. Gott hat diese Welt als Schöpfer erschaffen, aber er hat es nicht dabei belassen, er hat sich selbst aufgemacht und ist ein Mensch geworden – als Jesus geboren wurde, ist Gott als Mensch in diese Welt gekommen. Gott, das Licht, ist in unsere dunkle Welt gekommen. Habt ihr eine Idee, warum unsere Welt in diesem Text mit der Finsternis gleichgesetzt wird? Kinder antworten lassen. So sehr wir auch versuchen, immer das Gute und Richtige zu tun, bekommen wir das oft nicht hin. Im Großen gibt es dann die Kriege und im Kleinen die Streitereien, Lügen und Ungerechtigkeiten. All das macht unsere Welt zu einem dunklen Ort. | ||
| 5. | Wo? | Variante 1: weiterhin drinnen (in der Höhle) | Variante 2: draußen |
| Was? | Taschenlampe und phosphoreszierender / nachleuchtender Gegenstand | Sonne und Mond betrachten (wenn beide zu sehen sind) | |
| Warum? | Zuerst den aufgeladenen nachleuchtenden Gegenstand zeigen. Wisst ihr, warum dieser Gegenstand leuchtet? Kinder antworten lassen. Weil der Gegenstand eine Zeitlang im Licht war, kann er nun selber leuchten. Taschenlampe anschalten. Die Taschenlampe hingegen kann von sich aus leuchten. Gott hat einen Menschen gesandt, der hieß Johannes und sein Auftrag war es auf „das Licht“ – also auf Jesus – hinzuweisen. Johannes war nicht das Licht, so wie dieser Gegenstand nicht von sich aus leuchten kann, aber er hat auf das wahre Licht hingewiesen. | Wisst ihr, warum der Mond nachts leuchtet? Kinder antworten lassen. Der Mond leuchtet nicht von sich aus, sondern er wird von der Sonne angestrahlt und leuchtet deshalb. Die Sonne leuchtet hingegen von sich aus. Gott hat einen Menschen gesandt, der hieß Johannes und sein Auftrag war es auf „das Licht“ – also auf Jesus – hinzuweisen. Johannes war nicht das Licht, so wie der Mond nicht von sich aus leuchten kann, aber er hat auf das wahre Licht hingewiesen. So wie wir letztlich auf die Sonne hingewiesen werden, wenn wir den Mond sehen. | |
| 6. | Wo? | Um einen Tisch oder im Kreis auf dem Boden sitzend. | |
| Was? | Kartenspiel: Jeder soll eine Karte aufnehmen. | ||
| Warum? | In dem Bibeltext heißt es dann, dass alle, die Jesus, das Licht, aufnehmen, sich Gottes Kinder nennen dürfen. Wir haben gerade alle eine Karte aufgenommen. Jesus aufzunehmen, ist auf der einen Seite natürlich etwas ganz anderes, aber auf der anderen Seite auch gar nicht so anders: Legt mal alle eure Karten vor euch auf den Tisch/Boden. Alle legen ihre Karten offen hin. Wir haben alle mehr oder weniger unterschiedliche Karten aufgenommen und um das Spiel zu gewinnen, braucht man ganz bestimmte oder zumindest die besten Karten. Bei Jesus gibt es keine unterschiedlichen Karten, wer ihn aufnimmt, hat automatisch gewonnen, weil man dann ein „Kind Gottes“ wird. Und „aufnehmen“ bei Jesus bedeutet, an ihn zu glauben. Zu glauben, dass es ihn gibt, zu glauben, dass er lebt und uns lieb hat, zu glauben, dass hier und jetzt da ist und als unser Freund Teil unseres Lebens sein möchte. | ||
Ausdruck der Seiten 3 und 4 aus der Vorlage „Verkündigung_Idee“.
Weiterhin werden die Seiten 5 und 6 der Vorlage ausgedruckt und die Textteile herausgeschnitten. Zusammen mit den Kindern kann nun versucht werden, Ordnung in das Durcheinander zu bringen, sodass am Ende die Zusammenfassung des Bibeltextes entsteht, die gemeinsam gelesen wird.
Bibeltext gemeinsam in der Bibel lesen oder die Textteile als Puzzle zusammensetzen und in die richtige Reihenfolge bringen (siehe Vorlage „Verkündigung_Idee“ für „Die andere Idee“)
Bestimmte Personengruppen bekommen eine Frage, die jede/r von ihnen beantwortet.
Die Personengruppen können z. B. über die folgenden Kriterien ermittelt werden:
Mögliche Fragen:
„Aber allen, die ihn aufnahmen und ihm Glauben schenkten, verlieh er das Recht Kinder Gottes zu werden.“ Johannes 1,12 (GNB)
Um sich den Merkvers besser einprägen und als Erinnerung mit nach Hause nehmen zu können, bekommt jeder eine Spielkarte (z. B. aus einem nicht mehr vollständigen Kartenspiel) und schreibt den Vers mit einem geeigneten Stift auf die Rückseite.
In dem Bibeltext heißt es, dass alle die Jesus in ihr Leben aufnehmen Gottes Kinder werden. Um Jesus aufzunehmen, muss man ihm einfach sagen, dass man das gerne tun möchte, dass man das eigene Leben unter Jesus Herrschaft stellen möchte. Wenn in der Gruppe Kinder bereit sind ihr Leben Jesus zu geben, dann kann ihnen an dieser Stelle die Möglichkeit dazu gegeben werden. Entweder indem man ganz persönlich mit den Kindern betet, die das gerne möchten. Oder auch indem man mit der ganzen Gruppe betet. Hier kann zum Beispiel ein vorformuliertes Gebet von einem der Mitarbeiter gesprochen werden, bei dem nach jedem Satz eine kleine Pause gemacht wird, damit alle Kinder, die es wollen, den Satz laut oder leise nachsprechen können.
Beispiel-Gebet:
Lieber Jesus, ich komme zu dir so wie ich bin, mit all meinen Schwächen und dunklen Seiten. Ich glaube, dass du all das Schlechte in mir mit ans Kreuz genommen hast, damit ich frei werde. Ich glaube, dass du lebst und ich möchte mit dir an meiner Seite mein Leben leben. Danke, dass ich ein „Kind Gottes“ sein darf. Amen.
Gedicht schreiben
Der heutige Bibeltext klingt wie ein Gedicht. Wie wäre es, wenn wir auch ein Gedicht als Antwort auf Gottes große Liebe schreiben?
Entweder können sich Kleingruppen bilden oder jeder schreibt für sich.
Um den Einstieg zu erleichtern, kann bereits eine erste Zeile vorgegeben werden, welche nur um eine zweite Zeile ergänzt werden soll, z. B.:
Windlichter basteln und verschenken
z. B. Marmeladengläser mit Transparentpapier bunt bekleben und „Jesus ist das Licht der Welt“ oder ähnliches darauf schreiben. Anschließend kann jedes Kind überlegen, wem es sein Windlicht schenken möchte oder sie werden gesammelt z. B. in einem Pflegeheim oder Krankenhaus verschenkt (ggf. vorher nachfragen, ob das möglich ist und wie viele Windlichter gebraucht werden).
Die Mitmacha(u)ktion ist erstens eine Versteigerung, in der eigene Talente von Kulinarischem, über verschiedenste Unterstützungsangebote für den Haushalt bis hin zu Ausflügen angeboten werden. Zweitens ist es eine Spendenaktion für einen guten Zweck, da das Reinsteigern in ein attraktives Angebot anderen Menschen zugutekommt und Geberlaune weckt. Und drittens ist es eine Möglichkeit für verschiedenste Leute, mitzumachen und Menschen auch über die Veranstaltung hinaus zusammenzubringen.
Zielgruppe: Die Mitmacha(u)ktion eignet sich für eine Gemeinde, einen CVJM, den Jugendkreis oder auf einer Freizeit.
Ziel: Das Ziel ist es, sich eigene Talente bewusst zu machen, diese anderen zur Verfügung zu stellen und damit gleichzeitig eine Spende zu generieren.
Vorbereitung: Im Vorfeld wurden Menschen eingeladen, ihre Angebote einzureichen. Da jede und jeder etwas besonders gut kann (Nachhilfe geben, Gartenarbeit, Kuchen backen, einen Gaming-Abend veranstalten, eine Reparatur durchführen, ein musikalisches Talent, …), war es nicht schwer, Menschen zu finden. Gerade kleine, niederschwellige Dinge eigenen sich besonders gut. Knapp 30 Angebote kamen zusammen, angegeben mit Titel, Beschreibung, Einstiegsgebot und Person, die ihr Talent zur Verfügung stellt. Zur Vorbereitung gehörte außerdem ein vorher veröffentlichter Auktionskatalog, fleißige Werbung, viele helfende Hände für den Abend (Aufbau, Verpflegung, Musik, Organisation der Spenden und Gabengeschenke) und im Nachgang zur Veranstaltung die
Vermittlung zwischen Spenderin/Spender und Talentverschenkenden.
Ablauf: Einlass war ab 19:00 Uhr und es gab Essen und Musik zum Ankommen. Ab 19:30 Uhr startete die Auktion. Zwei Auktionsblöcke mit einer kurzen Pause machten den Abend sehr kurzweilig, sodass gegen 21:00 Uhr alle Angebote versteigert waren. In den Wochen und Monaten nach der Auktion wurden die ersteigerten Angebote eingelöst, sodass der Abend noch nachwirkte.
Tipp: Die wichtigste Rolle des Abends ist der Auktionator. Mit ihr/ihm steht und fällt die Auktion und die Stimmung am Abend. Beachten sollte man, dass es genügend Angebote und auch Spenderinnen/Spender braucht, um einen spaßigen Abend zu erleben.
Was ist passiert? Bei uns wurden aus den verschiedensten Generationen Angebote eingebracht. Insgesamt 1.600 Euro kam an Spenden zusammen und wurden auf drei Projekte aufgeteilt. Geberlaune war an diesen Abenden spürbar. Durch die Angebote. Durch die Spenden. Durch die Gemeinschaft. Und das großzügige Teilen von Talenten auch über den Auktionsabend hinaus.
Wo wurde es durchgeführt? Gemeindehaus der Kirchengemeinde Dettingen/Teck
Aus dem Workbook: Großzügigerweise – Teilen macht happy. Dich und andere. Dein Workbook.
Gott ist groß, ihm gehört die Erde und er ist herrlich. Wir dürfen staunend vor ihn treten.
Psalm 24 enthält verschiedene Themen, die am Ende doch zusammenfließen:
Vers 1-2: Gott hat die Erde geschaffen. Deshalb gehört sie ihm und ebenso alles, was darauf ist. Jedes Lebewesen, jeder Stein, alles. Auch wir Menschen, auch wenn der Gedanke, jemandem zu gehören, wenig populär ist. Als Schöpfer gehört Gott alles, was er geschaffen hat.
Vers 3-6: Im Alten Testament „wohnte“ Gott an festen Orten, die durch seine Anwesenheit heilig wurde. Nur wenige Menschen durften sich Gottes Wohnsitz nähern, denn seine Heiligkeit ist für einen Menschen nicht aushaltbar. Deshalb stellt David auch die Frage, wer sich Gott nähern kann, und zählt Auflagen auf, die ein Mensch erfüllen muss: Nur, wer unschuldig ist und ein reines Gewissen hat, frei von Lug und Trug, der darf sich überhaupt nähern. Menschen, die nach Gottes Willen leben wollen, sollten so sein – und sie werden von Gott Segen erfahren.
Erst mit dem Tod von Jesus hebt Gott diese Trennung auf. Durch ihn können wir Vergebung erfahren und von unserer Schuld freigesprochen werden. Somit dürfen wir uns Gott wieder nähern und vor ihm stehen. Zudem finden Gottesbegegnungen nicht mehr vorrangig an speziellen Orten statt, sondern sind überall für jeden möglich.
Um sich die Größe Gottes bewusst zu machen, kann es hilfreich sein, sich daran zu erinnern, dass es nicht selbstverständlich ist, dass wir einfach so vor ihm stehen dürfen. Denn Gott ist zu heilig und könnte zu Recht erwarten, dass nur die vor ihn treten, die sich entsprechend verhalten.
Vers 7-10: Eine Aufforderung an die Tore direkt, sich zu öffnen für den König, für Gott selbst. (Vers 7 bzw. 9 nach älteren Übersetzungen, z.B. Luther sind Grundlage für das Adventslied „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit“). Der König will einziehen, der mächtige, siegreich kämpfende König, dem alle Ehre zusteht (seit Jesus wird das meist auf ihn und seine Wiederkunft und/oder den Einzug in die Herzen bezogen) Man kann die Zusammenstellung der Verse auch wie ein Passwort interpretieren: nur, wenn die richtige Antwort gegeben wird, öffnen sich die Türen. Die richtige Antwort auf die Frage, wer der König der Herrlichkeit ist, ist, dass es der Herr über Himmel und Erde ist, der Herr Zebaoth (= Herr der himmlischen Heerschare, ein Titel für Gott). Er ist der König der Herrlichkeit.
Bezogen auf das Passwort-Setting in Psalm 24 heißt das: nur wer weiß und anerkennen kann, dass Gott der König ist, der Schöpfer, dem alles gehört, der, der vorgibt, wie Leben auszusehen hat, der kann sich ihm so nähern, wie es in den Versen zuvor beschrieben wurde.
In der heutigen Zeit wird oft darüber geredet, wie sehr Gott uns liebt, aber weniger darüber, wie groß er ist, oder dass er auch Ansprüche (aus Liebe) an die Menschheit stellt. Psalm 24 liefert hier einen Kontrast und stellt klare Bedingungen, wer sich Gott nähern darf. Gleichzeitig wird Gott mit Größe, Macht, Stärke und je nach Übersetzung sogar Kampf / (gerechtem) Streit in Verbindung gebracht. Das kann für Kinder verwirrend sein und es lohnt sich, auf die Gleichzeitigkeit hinzuweisen: Gott ist sowohl groß und mächtig als auch liebevoll. Er ist König und Vater zugleich. Wir dürfen staunen über diese Größe und ganz neu Ehrfurcht lernen.
Und ja, wir dürfen uns ihm nahen, durch Jesus ist es möglich, dass wir vor diesen großen, herrlichen Gott kommen dürfen. Und das sogar als seine Kinder. Wir brauchen angesichts seiner Größe keine Angst haben, sondern dürfen uns sicher bei ihm fühlen.
Idee 1 – Staatsbesuch
Material: ein Mitarbeitender/eine Mitarbeitende zieht sich als „wichtige Person“ an (Blazer/Anzug, Knopf im Ohr, Sonnenbrille, VIP-Umhänger o.Ä.)
Achtung, Achtung, es hat sich wichtiger Besuch angekündigt! Ich soll hier schauen, dass alles seine Richtigkeit hat. Kinder, könnt ihr mir helfen?
Was müssen wir alles beachten, wenn wichtiger Besuch kommt? So richtig wichtiger Besuch, jemand ganz Berühmtes und Mächtiges?
(Vorschläge anhören und idealerweise flexibel darauf eingehen, dann weitere Fragen stellen und die Kinder antworten lassen)
Wie muss der Raum aussehen? Was müssten wir aufräumen oder reinigen?
(Er zeigt auf ein paar Besitztümer der Kinder, z.B. Jacken, Mützen, Kuscheltiere,…):
Wem gehört das?
Und das?
und wem gehört das?
Wisst ihr auch, wem die Welt gehört?
Richtig, Gott.
Okay, ich höre gerade, nicht jeder darf sich unserem wichtigen Gast nähern. Wir müssen Bodyguards bereithalten und Wachen aufstellen. Und die Personalien kontrollieren.
Was denkt ihr, wer darf sich unserer wichtigen Person nähern?
Wer wäre denn berechtigt?
Irgendwelche besonderen Ausweise? Besondere Verdienste? Oder gute Bekanntschaft oder gar Verwandtschaft zum Besuch?
Ach so, ihr wollt noch wissen, wer kommt?
Der König der Herrlichkeit kommt.
Moment, ich höre gerade. Er ist schon da. Dann bin ich hier überflüssig. Ich wünsche eine gute Zeit.
Idee 2 – Doppeltes Mindmap
Material: großes Papier, Stifte
Auf ein großes Papier werden im linken oberen Quadranten das Wort „König“ und im rechten unteren Quadranten das Wort „Herrlichkeit“ geschrieben.
Die Kinder dürfen nun Mind-Map-artig notieren, was ihnen dazu einfällt, wobei ähnliche Worte zueinander geschrieben werden sollten. Worte, die zu beidem passen, gehören in die Mitte. Wenn die Ideen ausgehen, schreibt ein Mitarbeitender/eine Mitarbeitende quer über das Blatt „Gott“ und sagt: Heute geht es um Gott, den König der Herrlichkeit.
Einzelne notierte Begriffe können später in der Vertiefung wieder aufgegriffen werden.
Verkündigungsart: Dialogtheater; zwei Rollen: Mutter (M) und Kind (K)
Kind (K): Mama, ich bin wieder da.
Mutter (M): Hallo mein Schatz, na, wie war es im Kindergottesdienst?
K: Es war sehr schön! Wir haben ein neues Lied gesungen, das geht so: Macht hoch die Tür, die Tor macht weit, es kommt der Herr der Herrlichkeit. Aber Mama, warum singen wir das eigentlich? Ich dachte immer, im Advent geht es um Jesus. Aber Jesus kam doch als Baby und nicht als Herr der Herrlichkeit.
M: Ja das stimmt und trotzdem ist er beides. Du weißt doch, dass Jesus Gott ist.
K: Ja, schon, aber wie kann ich mir den König der Herrlichkeit vorstellen?
M: Denk mal an einen König, so einen richtig guten König. Einen, der so richtig mächtig und reich ist. Der richtig in Glanz lebt: ein riesengroßes Schloss, großer Thronsaal mit einer hohen Tür und prächtigen Vorhängen. Alles ist voller Gold und wertvollen Farben, und es glänzt, leuchtet und funkelt.
K: Wow. Das ist krass.
M: Und dann sitzt da jemand auf dem Thron. Der König. Er strahlt Ruhe, Freundlichkeit und Frieden aus. Aber du weißt auch: Dieser König hat noch keinen Krieg verloren. Er ist mächtig.
K: Boah, da bekomme ich Gänsehaut. das klingt so schön! Aber Mama, darf ich da denn überhaupt hingehen? Ich passe da doch gar nicht dazu.
M: Weißt du, das ist ja das Schöne: Gott lädt uns ein. wir müssen nicht in der Tür stehen bleiben, wir dürfen näherkommen, ganz nah zu ihm.
K: Aber Mama, es gibt doch auch die Geschichten, dass man nicht nahekommen darf. War da nicht etwas, dass nur ganz besondere Menschen in den Tempel gehen durften? Und auf dem Berg konnte auch nur Mose Gott begegnen. Alle anderen hatten Angst vor diesem mächtigen Gott.
M: Ja, das stimmt. Eigentlich können wir nicht einfach so zu Gott kommen. Wir sind nicht gut genug. Er ist zu heilig für uns. Aber genau deshalb ist Jesus in die Welt gekommen: er kam und starb für uns, damit wir zu Gott kommen können. Und das ohne Angst, denn er nennt uns seine Kinder. und als Kinder dürfen wir immer zu ihm kommen.
K: Also darf ich in den Thronsaal gehen?
M: Auf jeden Fall, du darfst direkt zum König durchgehen.
K: Wie cool! Steht da keine Palastwache, die mich nicht reinlässt?
M: Naja, vielleicht. Aber du kennst ja das Passwort: du weißt, dass Gott der große König ist. Und unser Vater im Himmel. Und wenn du ihnen das sagst, lassen sie dich durch.
K: Dann machen sie mir die Tür auf.
M: Ja.
K: Aber Mama? In dem Lied heißt es ja, wir sollen dir Türen aufmachen.
M: Eigentlich soll sogar die ganze Welt die Türen öffnen, damit Gott einziehen kann, wie ein König nach einem Sieg. Er zieht durch seine Städte, alle sollen ihn sehen und zujubeln.
K: Also kommt Gott zu Besuch?
M: Ja, ungefähr so. Nur, dass er nicht nur zu Besuch kommt, sondern direkt einziehen will.
K: Oh oh, dann muss ich aber erst noch aufräumen. Auch wenn Gott mich liebt, wie ich bin, ein bisschen Ordnung kann ich für den König schon machen.
M: Das ist eine schöne Idee
K: Und beim Aufräumen singe ich ihm Lieder, dann weiß er schon, dass meine Tür offen ist.
Bibellese und Gespräch
Der Psalm wird zunächst einmal als Ganzes gelesen, dann noch einmal Satz für Satz. Nach jedem Satz werden die Kinder gefragt, was das Gehörte ihrer Meinung nach bedeutet.
Der/die Mitarbeitende ergänzt dann weitere Gedanken.
Wer ist der König der Herrlichkeit? Es ist der Herr der himmlischen Heere. Er ist der König der Herrlichkeit! Psalm 24,10 (BasisBibel)
Call and response – Methode
Der/die Mitarbeitende stellt die Frage: „Wer ist der König der Herrlichkeit?“
Daraufhin antwortet die Gruppe: „Es ist der Herr der himmlischen Heere. Er ist der König der Herrlichkeit!“
Der/die Mitarbeitende fragt: „Und wo steht das?“
Woraufhin die Gruppe mit „Psalm 24 Vers 10“ antwortet.
Dieser Frage-Antwort-Wechsel wird ein paar Mal hintereinander auf unterschiedliche Art wiederholt, wobei der/die Mitarbeitende z.B. Lautstärke und Geschwindigkeit mit seiner Frage variiert und die Gruppe sich entsprechend anpasst.
Popcorn-Gebet: wie beim Popcorn machen, poppen einzelne Gebete kurz auf, ohne feste Reihenfolge. Dafür schließen alle die Augen und wer mag, kann einfach frei raus einen kurzen Satz sagen. Das Thema kann vorgegeben werden, hier eignet sich „Gott, du bist…“ als Vorgabe. Die Kinder können ausdrücken, wie Gott ist, z.B. „Gott, du bist der Herr der Herrlichkeit“, „Du bist allmächtig“, „Du bist immer für mich da“. Es ist okay, wenn kurze Pausen im Gebet entstehen, bevor sich das nächste Kind traut. Wird die Pause zu lang, kann die Gebetszeit beendet werden.
Schreibe deinen eigenen Psalm
Material: Papier, Stifte.
Jedes Kind erhält Papier und Stifte. Sie sollen sich Zeit nehmen, und einen eigenen Psalm / ein eigenes Gebet oder Lied für Gott zu schreiben oder malen.
Inhalte können u.a. sein:
Palastwache
Ein Kind ist die Palastwache und steht an einem Ende des Raumes. Die anderen Kinder versammeln sich an einer Linie am anderen Ende. Die Palastwache steht mit dem Rücken zur Gruppe und ruft „1-2-3-ihr kommt nicht vorbei“, dann darf sie sich umdrehen. Solange sie mit dem Rücken zur Gruppe steht, können die Kinder auf sie zugehen, sobald sie sich umdreht, müssen sie stehen bleiben. Wer sich bewegt, wird von der Palastwache zurück zur Startlinie geschickt. Wer die Palastwache auf die Schulter tippt, hat gewonnen und wird die neue Palastwache.
Für einen höheren Schwierigkeitsgrad in kleineren Räumen können auf halben oder 2/3 des Weges eine bis zwei weitere Wachen eingeteilt werden, die sich nicht umdrehen, sondern auf ihrer zugeteilten Höhe quer zum Spielfeld auf und abgehen und die Spieler abfangen können. Wer abgeklatscht wird, muss ebenfalls zurück zum Start.
Thronsaal gestalten
Material: großer Stuhl (z.B. Hochlehner-Gartenstuhl), rote Stoffbahnen, Rettungsdecken (gibt es im Baumarkt), Babypuppe, Stoffwindeltuch, evtl. Kissen, Tonkarton in Gold, Schleifenbänder, Klebeband, Blumen, Weltkugel etc.
In einer Ecke wird ein großer Stuhl aufgebaut und ein Bereich als Thronsaal um diesen abgeklebt. Aufgabe ist, den Stuhl in einen Thron zu verwandeln und den Thronsaal festlich herzurichten, mit allem, was die Mitarbeitenden ihnen erlauben. Wenn möglich, können Rettungsdecken an die Wand geklebt werden, um sie zu vergolden. Die Kinder können den Thron mit Decken und Kissen herrichten und Attribute (Krone, Zepter) basteln. Vielleicht hat der König eine Weltkugel neben dem Thron stehen? Oder Blumen?
Wenn die Kinder fertig sind, kann darauf eingegangen werden, dass wir nun ein Stück der Herrlichkeit versucht haben, sichtbar zu machen, aber Gottes Herrlichkeit noch viel größer ist. Trotzdem dürfen wir ganz nah zu ihm kommen und vor seinen Thron treten, weil er uns zuerst entgegengekommen ist. Jetzt, zu Weihnachten feiern wir das: dass der große König als Kind zu uns kam (Puppe in Windeln gewickelt auf den Thron setzen).
Herr der Herrlichkeit
Material: Tonkarton in verschiedenen Farben, Glitter zum Streuen, Schere, Bleistift, Pinsel, Acryl-Farben, Wasserbehältnis, ggf. Basteldecke und Malkittel, evtl. Kleber
Jedes Kind bekommt ein ca. A5 großes Tonkartonstück. Mit Bleistift wird „Herr der Herrlichkeit“ vorgeschrieben, wobei zwischen den Buchstaben Platz bleibt. Sie werden mit Acrylfarbe nachgemalt und Glitter darüber gestreut.
In kreativeren Gruppen können die Kinder auch ein größeres Stück Tonkarton erhalten und ein Bild malen. „Herr der Herrlichkeit“ kann hier in einem Sternenhimmel, über dem Kreuz, auf einem Thron, von Herzen umrahmt oder über einer Krippe stehen.
Die Bibel – ein Licht für dich – als Hilfe für den nächsten Schritt und zur Orientierung.
Die Psalmen sind Gebete. Sie werden heute noch in den Gottesdiensten verwendet. Es gibt 150 Psalmen, der kürzeste hat nur zwei Verse, der längste Psalm 176. Sie entstanden über einen längeren Zeitraum.
Es gibt verschiedene Arten: Psalmen, die in Not entstanden sind, aber auch Psalmen bei denen Menschen Gott danken. Von David finden sich zum Beispiel Psalmen, in denen er Gott um Vergebung bittet.
Psalm 119 ist der längste Psalm mit den meisten Versen. Sie sind in 22 Abschnitte eingeteilt, entsprechend dem jüdischen Alphabet.
Vers 105 ist einer der bekanntesten Verse. Er sagt uns einmal, dass die Bibel ein Licht, bzw. ein Wegweiser für uns Menschen sein soll. Außerdem beschreibt er das Licht. In der damaligen Zeit hatten die Menschen nur kleine Öllampen. Sie leuchteten in einem sehr kleinen Bereich, gerade so weit, dass man die nächsten Schritte gehen konnte.
Im zweiten Teil sagt der Psalmschreiber aber, dass es auch ein Licht auf dem Weg, also eine Leuchte für einen begrenzten Abschnitt ist.
Gott hat als erstes das Licht erschaffen. „Es werde Licht“ sagt er im 1. Buch Mose. Licht ist sehr wichtig, nur wo es das Licht gibt, kann es auch Leben geben. Beides hängt zusammen. Wenn es hell ist, finden wir uns zurecht.
Es gibt einige Beispiele für Licht in der Bibel. Im Alten Testament ist Gott bei der Wüstenwanderung in der Wolken- und Feuersäule. Nachts geht er als Licht vor ihnen her. Mose und David bitten immer wieder um Weisung.
Im Neuen Testament bezeichnet sich Jesus als Licht der Welt. Außerdem fordert er uns in der Bergpredigt auf ein Licht für andere zu sein. Philippus ist ein Licht für den Kämmerer.
Nikodemus ist ein angesehener Pharisäer und Mitglied im Jüdischen Rat in Jerusalem. Pharisäer legen das Gesetz sehr genau aus. Nikodemus hat viel von Jesus gehört. Aber er hat eine Frage: Wer ist dieser Jesus? Er hat ihn beobachtet, aber er ist unsicher und sucht nach Antworten.
Er geht in der Nacht heimlich zu Jesus. Niemand soll ihn sehen. Jesus erklärt ihm anhand der Geschichte mit Mose und der Schlange, dass der Glaube genügt. Nikodemus geht Schritte aus der Dunkelheit und verteidigt später Jesus im Hohen Rat. Zuletzt treffen wir ihn, als er mit Josef von Arimathhäa Jesus beerdigt. Das verlangte Mut von ihm.
Kinder kennen Situationen, in denen sie das Gefühl haben, alles ist ausweglos und dunkel. Vielleicht gibt es Situationen, bei denen sie nicht wissen was richtig oder falsch ist, oder es ist schwer, allein zu seiner Meinung zu stehen. Sie stehen orientierungslos da.
Wie wichtig ist es dann, jemanden zu kennen, der weiterhilft. Es reicht ein wenig Zeit für ein Gespräch und ermutigende Worte. Dadurch kann es für die Person wieder heller werden, um die nächsten Schritte mutig zu gehen. Und genau das genügt oft schon.
Idee 1 – Was gibt uns Orientierung?
Wir bringen verschiedene Dinge mit, die uns Orientierung geben.
Was gibt uns Orientierung? Die Kinder zählen auf. Taschenlampe, ein kleines Licht, Kompass, Navi, Landkarte.
Idee 2 – Nachtwanderung
Wenn es möglich ist, machen wir mit den Kindern eine kurze Nachtwanderung. Nur die Erwachsenen haben eine Taschenlampe dabei. Man kann auch den Jungscharraum verdunkeln und einen Parcours aufbauen. Jetzt versucht ein Kind ihn zu durchgehen. Anschließend geht ein zweites Kind mit einer kleinen Taschenlampe mit. Es leuchtet nur auf den Fuß des anderen Kindes.
Bitte beachten: ein Parcours im Dunkeln oder eine Nachtwanderung kann für manche Kinder angstauslösend sein. In dem Fall sollte man das Ganze entweder nur mit Freiwilligen oder gar nicht durchführen.
Verkündigungsart: Sketchboard
Ein Teil der Geschichte wird vorgezeichnet und dann beim Erzählen ergänzt. Man kann auch einzelne Teile vorzeichnen und ausgeschnitten mitbringen. Die werden dann während des Erzählens dazu geklebt. Man muss es auch nicht genauso verwenden, sondern kann es seiner Erzählung anpassen. Wichtig ist es alles vorher auszuprobieren.
Das Grundbild kann zum Beispiel wie folgt aussehen.

Die einzelnen Veränderungen während des Erzählens stehen im Text unter dem jeweiligen Bild.
Alle Bilder befinden sich auch im Anhang zum Download.
Bild 1

Es ist mitten in der Nacht, die Menschen schlafen. (Dächer und zz )
Niemand ist unterwegs. Aber plötzlich hört man ein leises Geräusch. Eine Tür öffnet sich und ein Mann schlüpft durch den Spalt. Schnell huscht er durch die Straßen von Jerusalem. Manchmal bleibt er stehen und blickt sich vorsichtig um. Er will keine Geräusche machen. Er ist ein Pharisäer, ein Lehrer in der Synagoge. Zur Zeit gibt es große Unruhe. Dieser Wanderprediger richtet ein großes Durcheinander an. Die Pharisäer kämpfen gegen ihn. Aber er muss unbedingt zu diesem Mann von dem gerade alle sprechen. Es gibt so viele Fragen und er findet keine Antworten. Manchmal hat er das Gefühl, dieser Jesus hat Recht. Aber kann das sein? Er kann nicht schlafen, darum ist er jetzt unterwegs.
Endlich ist er da. Er hat Glück, ein kleines Licht schimmert durch das Fenster. Vorsichtig klopft er an die Tür und wird hineingelassen.
Bild 2

Jetzt sitzen sie nebeneinander. (Menschen und Licht)
Ein kleines Öllicht gibt etwas Licht. Nikodemus sagt zu Jesus: “Wir wissen, dass du von Gott kommst. Niemand kann solche Wunder tun wie du.“ Aber Jesus erklärt ihm, dass alle guten Werke und das Einhalten aller Gebote nicht ausreichen, um zu ihm zu kommen. „Du musst von neuem geboren werden,“ erklärt er ihm. Jetzt versteht Nikodemus nichts mehr. Wie soll das funktionieren? (Fragezeichen)
Lange sprechen sie miteinander. Jesus nimmt sich Zeit für Nikodemus.
Bild 3

Jesus erzählt ihm eine alte Geschichte. Mose war mit dem Volk in der Wüste. Wieder einmal waren sie ungehorsam. Gott schickte Schlangen und viele Menschen starben. Mose rief zu Gott und bat ihn zu helfen. Gott gab Mose den Auftrag eine Schlange aus Bronze zu machen und sie an einer Stange zu befestigen. „Jeder der gebissen wurde und diese tote Schlange ansah, sollte gerettet werden“. (Gesichter in die Kreise, Schlange)
Wer also vertraute und hinsah, überlebte. „Nikodemus, Glaube genügt“, sagt Jesus. Ganz langsam versteht Nikodemus, was Jesus meint.
Bild 4

Er weiß, dass er Jesus vertrauen kann. Es wird hell in seinem Leben. Er versteht noch nicht alles, aber er vertraut Jesus. Er fängt an Schritt für Schritt mit ihm zu gehen. Später versteckt er sich nicht mehr, er steht mutig zu Jesus (gelber Weg und Füße, Bibelvers oben).
Die Kinder erzählen die Geschichte mit Smileys.
Wir nehmen das kleine Licht vom Anfang.
Dann legen wir die Bibel dazu. Jesus sagt, sie ist wie ein Licht. Wenn wir den ersten Schritt gehen, wandert das Licht mit.
Psalm 119,105 wird auf kleine Kärtchen geschrieben und im abgedunkelten Raum versteckt. Die Kinder bekommen kleine Taschenlampen und suchen die Kärtchen. Sie dürfen die Lampen nur nach unten halten und immer wieder anschalten. Zum Schluss lesen wir den Vers gemeinsam.
Ein LED-Licht wird herumgereicht. Wer das Licht hat, darf beten. Wer nicht beten möchte, reicht es weiter.
Laternen basteln
Dazu gibt es zahlreiche Bastelvorlagen im Internet, zum Beispiel einen Leuchtkäfer auf der Seite der KEB (Registrierung erforderlich): www.entdeckerseiten.de (letzter Zugriff 30.06.2026)
Was bin ich?
Gott kennt dich voll und ganz, weil er dich wunderbar gemacht hat. Du bist wertvoll, egal was andere sagen.
Dieser Bibeltext ist ein Psalm. Die Psalmen sind Lieder oder Gebete, die Menschen früher geschrieben haben, in ihrem Alltag, in ihrer Situation und so oft passen sie einfach zu unserem Alltag heute. Die Psalmen sind häufig so ehrlich, weil wir einen Blick in die Gefühlslage des Psalmbeters bekommen. Dadurch lernen wir auch die Beziehungen kennen, die sie zu Gott hatten. Dieser Psalm ist ein Psalm Davids, der einmal ein Hirtenjunge war und dann ein großer König. Die Bibel beschreibt ihn als einen Mann nach Gottes Herzen. David ist hier so überwältigt davon, dass Gott, der große Gott, der alles in seinen Händen hält, alles geschaffen hat jede einzelne Person auf der Welt so gut kennt. Gott ist jede Person wichtig und er schaut nicht so allgemein auf die Menschen. David hat schon erleben dürfen, wie Gott ihn wirklich, also wirklich durch und durch kennt. Mit all den guten Sachen, die David schon gesagt und getan hat, aber auch mit den bösen, negativen Sachen, die David vielleicht gedacht, gesagt und getan hat. David war nicht perfekt. Und das fasziniert David: Gott kennt ihn komplett und trotzdem lässt Gott ihn nie allein, steht zu ihm und ist für ihn da. Dafür muss und will er Gott loben. Es gibt keinen Ort auf der Welt, im Weltall – egal wo – wo Gott nicht ist. Und es gibt nicht nur keinen Ort, wo Gott nicht ist, sondern er schützt uns auch noch – überall dort, wo wir sind. Gott möchte jeder Person Sicherheit geben – und zwar von allen Seiten. Dafür muss jemand ganz schön nahe bei einer Person sein. Es sind Gottes liebevolle, starke Vaterarme, die um jede Person sind.
David sagt auch ganz ehrlich Richtung Ende des Psalms, wie er über seine Feinde denkt, das sind keine schönen Gedanken. Aber Gott kennt diese Gedanken von David eh schon – bei Gott muss man nichts beschönigen. Genial ist, dass David diese Gedanken äußert und gleichzeitig Gott bittet, auf sein Herz aufzupassen, dass es nicht schlimme Sachen gegenüber Menschen macht oder denkt.
Die Erlebniswelt der Kinder heute ist ganz unterschiedlich. Doch leider kennen viele das Gefühl des Alleinseins, nicht dazuzugehören, irgendwie unwichtig zu sein und dass niemand sie wirklich versteht. Die älteren Kids können das schon häufig ausdrücken. Die Jüngeren erleben es teilweise, können es nicht einordnen, suchen dann noch mehr die Aufmerksamkeit, durch ganz unterschiedliche Aktionen oder Aussagen.
Gleichzeitig ist es für manche Kids auch selbstverständlich, dass es jemand gibt, der sie als Individuum kennt, liebt, mit ihnen unterwegs sein will. Junge Kids sind grundsätzlich von sich überzeugt; glauben, dass sie Sachen gut können usw. Aber viele haben schon die Erfahrung gemacht, dass sie kleingeredet wurden, ausgelacht für etwas, … dann ist diese Ermutigung ein riesiges Geschenk – niemals allein, immer verstanden, trotz allem geliebt. Wow. Das ist so wertvoll, dass wir das den Kids weitergeben können.
Idee 1 – Forscher
Material: Forscherkittel, evtl. Brille, Mikroskop, evtl. Bilder der Teilnehmenden und Mitarbeitenden, evtl. großer Spiegel
Der Mitarbeiter/die Mitarbeiterin ist als Forscher/in verkleidet und schaut sich was unter einem Mikroskop an. Er/sie ist begeistert von dem, was er/sie sieht und sagt „Wow, krass, unglaublich, so schön, wie wertvoll, das habe ich geschaffen, so was Besonderes … wie genial! Das war nicht aus Versehen – sondern genau so wollte ich das. Eins A.“
(-> man kann hier direkt zum Psalm gehen oder noch eine der nachfolgenden Aktionen durchführen)
Mögliche weitere Aktion danach:
Idee 2 – Gespräch „wertvoll“
Frage: Was ist das Wertvollste für dich zu Hause?
Verkündigungsart: Bibeltexte als PowerPoint-Präsentation oder ausgedruckt oder in der Bibel nachlesen
Ein Mitarbeiter/eine Mitarbeiterin erzählt begeistert als Forscher/in mit einem Geldschein als Veranschaulichung
„Krass – ich habe gerade so getan, als wäre ich ein Forscher, der etwas ganz, ganz Besonderes erschaffen hat. Etwas, das super wertvoll ist und das ich genauso haben wollte.
Wisst ihr, manchmal stelle ich mir Gott so vor. Nicht als Forscher – aber so, dass er dich und dich und dich und mich und jede einzelne Person anschaut und sagt: „Wow, richtig gut! Genau so wollte ich dich. Da habe ich wirklich jemanden Tolles gemacht. Kein Zufall oder sonst etwas – sondern gewollt.“
Ich sage euch, warum ich mir das so vorstelle. Wenn wir in die Bibel schauen, gibt es einen richtig genialen Psalm. Ein Psalm ist ein Text aus der Bibel, meistens ein Gebet oder ein Lied, das Menschen früher aufgeschrieben und für Gott gesungen haben. Ich finde das so cool, dass wir das noch nachlesen können. In dem Psalm steht
„HERR, du hast mich erforscht und kennst mich genau.“
Psalm 139,1
So fängt der Psalm an.
„Du hast mich erforscht.“ In meinem Kopf ist das so wie bei einem Forscher. Und Gott kennt mich genau.
Er kannte nicht nur David, der den Psalm damals geschrieben hat. Gott erforscht und kennt jede einzelne Person auf dieser ganzen Welt genau. Warum? Weil er jede einzelne geschaffen hat.
Gott schaut nicht auf die Welt und sieht einfach nur Milliarden von Menschen. Sondern er schaut auf die Welt und sieht Anna mit ihren tollen roten Haaren, Gabriel mit seiner Freude am Fußball, Emma mit ihren kreativen Ideen, Johannes mit seinem Interesse, immer Neues kennenzulernen … (hier könnt ihr die Namen eurer Kinder einsetzen.)
Und er kennt auch mich – so, wie ich gerade hier stehe und euch von ihm erzähle.
David ist so begeistert davon, dass Gott ihn so gut kennt. Deswegen schreibt er den Psalm und muss Gott einfach sagen, wie genial er das findet.
Wisst ihr, David war am Anfang nur ein Hirtenjunge. Er war der Jüngste von allen. Eigentlich kannte ihn niemand wirklich. Aber er glaubte an Gott, sang ihm Lieder und wusste: Gott kennt mich, Gott sieht mich und Gott will mich.
Später wurde David ein starker Kämpfer für den König und schließlich selbst König. Viele Menschen kannten ihn. Zumindest kannten sie sein Aussehen und wussten, was er getan hatte.
Aber David wusste: Die meisten kennen mich trotzdem nicht wirklich. Niemand kennt mich so wie Gott. Er kennt meine guten Gedanken und auch meine schlechten. Er weiß, was ich heimlich denke, sage oder tue – und trotzdem liebt er mich.
Ich lese euch den Psalm einmal weiter vor. Dann merkt ihr, dass David das wirklich selbst geschrieben hat:
„Ob ich sitze oder stehe – du weißt es.
Meine Gedanken erkennst du schon von fern.
Ob ich gehe oder ruhe – du merkst es.
Alle meine Wege sind dir bekannt.
Noch liegt mir kein Wort auf der Zunge,
da weißt du schon, HERR, was ich sagen will.
Von allen Seiten umgibst du mich
und hältst deine Hand über mir.
Dieses Wissen ist zu wunderbar für mich;
es ist mir zu hoch, ich kann es nicht begreifen.“
Psalm 139,2–6
„Ich kann es nicht begreifen“, sagt David.
Er ist so dankbar, dass dieser geniale Gott, der ihn wirklich kennt, ihn niemals allein lässt, sondern seine schützende Hand über ihm hält.
„Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.“
Egal, wo David ist – das kommt in den Versen danach –, Gott lässt ihn nie allein.
Und das ist auch gar nicht nervig. Vielleicht kennt ihr das von kleineren Geschwistern. Die wollen immer bei euch sein und manchmal wünscht ihr euch einfach mal eure Ruhe.
Bei Gott ist das anders. Er will nie seine Ruhe von uns haben. Er möchte immer in unserer Nähe sein.
Vielleicht wollen wir das manchmal gar nicht. Vielleicht denkt ihr: „Ach, heute habe ich keinen Bock auf Gott.“ Oder: „Der ist doch sowieso nicht echt.“ Ich finde es cool, dass Gott trotzdem da ist. Aber nicht nervig oder anstrengend, sondern weil er möchte, dass wir wissen: Er meint es gut mit uns. Er lässt uns weder in schönen noch in schwierigen Situationen allein.
Jeder von uns kann jederzeit mit ihm reden, weil er immer da ist. Er zwingt uns nicht dazu. Aber er möchte, dass wir wissen: Wir sind niemals allein und er versteht jeden von uns so richtig.
Vielleicht kennt ihr das: Ihr wollt euren Eltern erzählen, was heute in der Schule passiert ist. Vielleicht wart ihr allein, vielleicht wurde jemand ausgelacht, aber eure Eltern verstehen euch nicht ganz, weil sie die anderen Kinder gar nicht kennen oder die Situation nicht miterlebt haben.
Gott versteht es. Er war dabei.
Oder ihr möchtet einer Freundin oder einem Freund erzählen, warum ihr euch gerade so freut oder warum ihr traurig seid. Aber ihr findet gar nicht die richtigen Worte. Gott versteht euch.
Versucht trotzdem, mit anderen Menschen darüber zu reden. Aber ihr dürft wissen: Gott weiß schon längst, wie es euch geht.
Dann kommt nochmal ein ziemlich toller Vers in dem Psalm, da steht:
„Ich danke dir und staune,
dass ich so wunderbar geschaffen bin.
Wunderbar sind deine Werke –
das weiß ich wohl.“
Psalm 139,14
Auch in den Versen davor und danach wird beschrieben, dass Gott uns schon kannte, bevor wir geboren wurden. Er hat jeden einzelnen Menschen geschaffen.
Manche von uns denken vielleicht: Ich wäre gern größer. Oder kleiner. Ich hätte gern andere Haare, mehr Muskeln oder würde Dinge schneller verstehen.
Und ganz ehrlich: Das verstehe ich. Wir Menschen vergleichen uns oft mit anderen. Wir denken, die anderen sehen besser aus oder können mehr.
Aber hört mal zu: Der Gott, der die ganze Welt gemacht hat – jeden Baum, jede Blume, jeden Berg und jedes Tier –, genau dieser Gott hat auch dich gemacht. Und er hat dich wunderbar geschaffen (wenn Kinder mit Krankheiten oder Behinderungen dabei sind, sollte dieser Teil besonders sensibel formuliert werden).
Warum manche Menschen gesund sind und andere nicht, warum manche mehr Haare haben und andere weniger – das weiß ich nicht.
Aber ich weiß: Gott hat jeden Menschen geschaffen. Und er liebt jeden Menschen gleich. Egal, wie jemand aussieht, was er kann oder nicht kann. Jeder Mensch ist für Gott gleich wertvoll.
(dieser Teil kann – muss aber nicht – sein): Geldschein zeigen
Mit dem Geldschein starten:
„Ich danke dir und staune,
dass ich so wunderbar geschaffen bin.
Wunderbar sind deine Werke –
das weiß ich wohl.“
Psalm 139,14
Auch du bist von Gott gemacht, und zwar wunderbar. Weil er dich gemacht hat, kennt er dich – mit all dem, was du gut und was du vielleicht nicht so gut kannst – trotzdem liebt er dich und hat dich wunderbar erdacht.
Ab wann, denkt ihr, kennt man eine Person?
Zeigt mit eurem Daumen hoch oder runter // geht zum Schild Ja / Nein, wenn ihr denkt, dass muss man wissen, um eine Person zu kennen:
Denkst du, du bist wertvoller / besser, wenn du …? (auch hier mit Daumen hoch und runter zeigen lassen):
Das sind alles tolle Sachen und ich freu mich voll, wenn das so ist – aber das macht dich nicht wertvoller als andere. Jede/r von uns ist schon so, wie er/sie ist – supermega wertvoll, er/sie kann nicht wertvoller werden (auch wenn es vielleicht beim Fußball oder so anders ist – Bezug auf Geld, was Spieler kosten => nur, wenn man Fußball-Kids in der Jungschar hat).
„Ich danke dir und staune, dass ich so wunderbar geschaffen bin. Ich weiß, wie wundervoll deine Werke sind.” Psalm 139,14 (BasisBibel)
Die Kinder können den Bibelvers (oder nur „wertvoll“ und Psalm 139,4) auf kleine Spiegel schreiben und als Erinnerung mit nach Hause nehmen (alternativ Spiegelfolie auf Pappe kleben).
Gemeinsames Gebet – Popcorn Gebet (jede/r, der/die will, sagt kurz einen Satz: Jede/r darf Gott eine Sache sagen wofür er/sie dankbar an sich ist, oder dass Gott einen kennt.
Oder Gebet des Mitarbeiters/der Mitarbeiterin:
Danke, Jesus, dass du jeden von uns wunderbar gemacht hast und dass du uns wirklich kennst. Danke, dass du meine guten und schlechten Gedanken kennst, dass du weißt, was ich richtig gut kann und was ich nicht so gut kann und dass du mich trotzdem für superduper wertvoll erachtest. Danke, Jesus, dass du mich nie allein lässt und immer zu mir stehst. Bitte hilf mir selbst zu glauben, dass ich wertvoll bin, auch wenn ich vielleicht nicht alles so kann wie andere oder so. Amen
Schrumpffolien-Schlüsselanhänger oder -Magnete
Die Kids dürfen aus Schrumpffolie einen Schlüsselanhänger oder Magneten basteln. Sie gestalten, kreieren etwas Schönes und darauf steht: Du bist wertvoll, immer.
Die dazugehörigen Materialien kann man im Internet bestellen oder bekommt sie auch in einem Bastelladen.
Material:
Erklärung:
Heizt den Backofen auf ca. 125 – 130°C Ober-/ Unterhitze vor. Legt Backpapier auf den Backblechen aus.
Malt oder zeichnet ein Motiv auf die raue Seite der Schrumpffolie mit Holzbuntstiften. Wenn ihr eine Vorlage verwendet, legt diese einfach unter die Schrumpffolie.
Ihr könnt den Handumriss jedes Kindes nehmen – weil wir wunderbar gemacht sind.
Das Bild wird nachher ungefähr 1/3 so groß sein wie das Original, also lieber größer malen.
Dann schneidet die Form aus. Vorsichtig, die Folie kann brechen – also nicht zu komplizierte Formen wählen und immer so nahe am Rand wie möglich schneiden.
Wenn ihr einen Schlüsselanhänger machen wollt, macht vor dem Backen mit einer Lochzange oben noch ein Loch rein – haltet dabei genügend Abstand zum Rand.
Dann legt das angemalte Folienstück mit der bemalten Seite nach oben auf das Backblech und schiebt alles in den Ofen. Lasst die Folie 2 – 3 Min. backen – sie wird sich erstmal stark wellen und kräuseln, danach wird sie wieder glatt
Wenn die Folie wieder flach auf dem Blech liegt, nehmt sie raus – sie kann etwas verzogen sein, dann legt am besten nach dem Rausholen aus dem Ofen noch ein schweres Buch kurz darauf.
Zum Schluss fädelt den Schlüsselanhänger (= Schlüsselring) durch das Loch oder klebt einen Magneten hinten auf die „gebackene“ Folie.
Spiele zum Thema „sich kennen“
Tuchspiel
Material: große Decke/Decken
Erklärung:
Die Teilnehmenden werden in zwei Gruppen aufgeteilt. Diese setzen sich jeweils hinter eine Seite der Decke, so dass niemand gesehen wird. Die Decke wird von zwei Mitarbeitenden hochgehalten, so dass niemand drüber oder drunter schauen kann. Jede Gruppe bestimmt still ein Kind, dass sich direkt vor die Decke setzt. Auf Kommando lassen die Mitarbeitenden die Decke fallen. Wer den Namen des Gegenübers zuerst nennt, hat gewonnen. Der Verlierer/die Verliererin muss in die Gewinnergruppe wechseln. Die Decke wird wieder nach oben gehalten. Dann bestimmt jede Gruppe ein neues Kind, das sich vor die Decke setzt. Das Spiel kann man so lange wie gewollt spielen – welches Team hat am Ende die meisten Kids?
Luftballon – Partner finden
Material: Luftballons, Zettel, Klebeband, Filzstifte
Variante 1: (für jüngere Kids)
Für jedes Kind wird ein Luftballon aufgeblasen und zugeknotet, dann wird auf jeden Luftballon ein Name von einer Person aus der Jungschar geschrieben.
Als nächstes werden alle Luftballons in die Mitte geworfen – beim Startsignal nimmt sich jede/r einen Luftballon und sucht die Person, deren Namen auf dem Luftballon steht. Das Spiel kann mehrmals wiederholt werden.
Variante 2: (für etwas ältere Kids, die sich evtl. auch ein bisschen kennen)
Für jedes Kind wird ein Luftballon aufgeblasen und zugeknotet. Jede Person schreibt drei Merkmale über sich (nicht nur sichtbare) auf einen Luftballon (so, dass die anderen sie nicht sehen) Dann werden alle Luftballons in die Mitte geworfen, man nimmt sich beim Startsignal irgendeinen Luftballon (außer seinen eigenen) und sucht so schnell wie möglich die dazu passende Person.
Das Spiel kann auch so gespielt werden, dass jede/r die drei Merkmale auf einen Zettel schreibt und die Mitarbeitenden diese vor jeder Runde auf einen anderen Luftballon kleben – dann merkt man sich nicht die Farben der Luftballons und das Spiel kann mehrmals wiederholt werden.
Gott hat einen Plan für unser Leben und weiß, wie alles zusammenpasst.
Jakob war gestorben (1. Mose 50,1-14) und die Brüder beerdigten ihn in Kanaan. Danach zogen sie wieder zurück nach Ägypten. Plötzlich wurde die Sorge groß, dass Josef sich rächen will für die Untaten, die die Brüder an ihm getan hatten (V.15). Sie hatten Angst vor ihm und schickten Abgesandte zu ihm. Sie beriefen sich dabei auf ihren Vater. Sie sind in all den Jahren nicht innerlich völlig zur Ruhe gekommen. Die Last drückte sie, weil die Schuldfrage nicht geklärt war. Sie benutzen zwei verschiedene Worte dafür: 1. Verbrechen – Die Brüder bekennen, dass sie mit dem, was sie getan haben, mit Gott gebrochen haben. Sie haben sozusagen Gott das Seine weggenommen. 2. Sünde – Sünde ist Zielverfehlung, denn alles, was sie getan haben, geht an dem Ziel vorbei, das Gott für sie hatte. In ihrem Schuldbekenntnis kommt klar hervor, dass sie wissen, dass es nicht nur eine Sache zwischen ihnen und Josef ist, sondern Gott eine große Rolle spielt. Zweimal kommt das Verb vergeben vor. Sie bitten Josef darum und berufen sich darauf, dass sie doch einen gemeinsamen Gott haben. Die Reaktion von Josef ist: Er weint. Dieses Weinen wird wohl durch das wiedererwachte Misstrauen der Brüder ihm gegenüber ausgelöst. Auf der anderen Seite bringt es die Brüder dazu, selbst vor ihm zu erscheinen. Sie kommen und werfen sich nieder und bieten sogar die Knechtschaft an. Aus dieser Reaktion spricht sehr viel Angst. Josef denkt in diesem Moment sicher an die Träume, die er in Kanaan hatte (1. Mose 37,5-8 und 1. Mose 37,9-11). Nun folgt die Anrede Josefs: Fürchtet euch nicht. Er beginnt sozusagen mit der Heilszusage und fährt dann mit einer rhetorischen Frage fort. Gott hat doch alles schon zum Guten gewendet. Josef kann nur den Brüdern die von Gott gewährte Vergebung bestätigen. Mit dieser Antwort beschönigt Josef aber nichts. Böses bleibt Böses, aber Gott machte Gutes draus. In Vers 21 wiederholt Josef dieses “Fürchtet euch nicht.” Er sagt ihnen die weitere Versorgung zu. Mit diesen Worten hat er sie getestet und ihnen zugeredet. Damit wich die Trauer aus ihren Herzen. Die Brüder haben ihre Angst besiegt und blieben zusammen.
V.22: Josef wurde 110 Jahre alt – für die Ägypter ein Bild für die Dauer eines vollen und gesegneten menschlichen Lebens. Er konnte bis ins dritte Glied die nachfolgenden Generationen erleben. Besonders hervorgehoben wird in diesen Versen Machier, ein Sohn Manasses. Machier heißt übersetzt: Der Verkaufte. Dieser Stamm hat eine besondere Rolle. Er wird im Siegeslied der Debora (Ri 5) auf gleicher Stufe wie die Stämme Ephraim, Benjamin Sebulon und Issachar gestellt. Dabei wird Manasse nicht genannt. Auf den Knien geboren heißt, von Josef adoptiert.
V.24: Seine letzten Worte sind eine Verheißung und ein Auftrag. Die Verheißung beinhaltet, dass die Familie in das Land ziehen wird, das Gott Abraham, Isaak und Jakob zugesprochen hat. Am Anfang der Vätergeschichte stand die Herausführung Abrahams in das Land, das Gott ihm zeigen wird, und die Vätergeschichte endet mit der Zusage der Rückführung in das Land, das Gott ihnen zugesagt hat. Dabei stehen zum ersten Mal die Namen Abraham, Isaak und Jakob nebeneinander. Das Wort heraufführen bezeichnet 42-mal im AT die Rettung aus Ägypten. Seinem Auftrag: “Nehmt meine Gebeine mit hinauf” stellt Josef eine Verheißung voran: Gott wird sich eurer gnädig annehmen. “Sich jemandes annehmen”: Dieses Wort schlägt die Brücke zum Auszug aus Ägypten. Josef wurde nach seinem Tod einbalsamiert und seine sterblichen Überreste in einen Sarg gelegt. Dieser wurde von Mose beim Auszug aus Ägypten mitgeführt (2. Mose 13,19). Josua setzte die Gebeine Josefs auf dem Grundstück bei Sichem bei, das Jakob gekauft und seinem Sohn Josef vermacht hatte (Jos 24,32).
Angst vor nachträglichen Strafen kennen viele Kinder. Sie erleben immer wieder Situationen, in denen sie erst einmal keine Reaktion auf falsches Verhalten bekommen. Ein Grund kann sein, dass das falsche Verhalten nicht gleich entdeckt wurde, vielleicht war auch nicht sofort eine Reaktion möglich. Das bereitet ihnen dann Sorge. Es kann dazu führen, dass sie schlecht schlafen und sehr unausgeglichen sind. Kinder brauchen in diesen Situationen Menschen, zu denen sie Vertrauen haben und die ihnen zuhören. Es ist erleichternd, wenn sich jemand Zeit zum Erkunden der Sorgen nimmt und die Kinder reden können. Sie wollen meist alles wieder gut machen, auch wenn sie oft nicht das Ausmaß des falschen Verhaltens überblicken können. Für Trost sind sie dann sehr dankbar und geben sich Mühe, es ein nächstes Mal besser zu machen.
Idee 1 – Spiele zu Lebensphasen
Da wir heute noch einmal auf die Josefgeschichte zurückschauen, spielen wir Spiele, die zu verschiedenen Lebensphasen passen.
Babypuppe wickeln
Zwei angezogene Babypuppen werden ausgezogen und um die Wette neu gewickelt und angezogen.
Ein Kind versorgen
Ihr benötigt ein Bettlaken (mit Einschnitten für Kopf, Hände und Füße), ein paar Schuhe, eine Mütze, ein Lätzchen, einen Waschlappen und ein Tuch zum Saubermachen. Außerdem noch Becher, Zahnbürste, Brei und Löffel. Das Bettlaken wird von zwei Helfern hinter einem Tisch in die Höhe gehalten. Der sitzende Mitspieler steckt seinen Kopf durch den obersten Schlitz und seine Arme durch die unteren Schlitze. Dann wird er angezogen: Mütze auf den Kopf, Lätzchen umbinden und Schuhe über die Hände. Die andere Person steht hinter dem Laken und steckt nur ihre Arme durch die noch freien Schlitze. Jemand erzählt dann von dem Tagesablauf, z. B.: “Der kleine …….. ist noch müde und reibt sich verschlafen die Augen.” Dann muss die stehende Person – ohne etwas zu sehen – dem anderen Partner die Augen reiben. Nun wäscht er sich, isst seinen Brei, trinkt etwas, putzt sich die Zähne, usw. Dem Partner werden dazu immer die passenden Gegenstände gereicht. Zum Säubern sollten ein Handtuch und ein Waschlappen ebenfalls bereitliegen.
Hörvermögen testen
Wenn man älter wird hört man schlechter, deswegen testen wir jetzt, wie gut jeder noch hören kann. Hinter einer Decke werden verschiedene Geräusche gemacht (zum Beispiel rascheln mit Papier, einen Tacker bedienen, Luftballon aufblasen, einen Nagel einschlagen, in einen Apfel beißen, Zähne putzen usw.). Diese Geräusche sollen erraten werden.
Idee 2 – Lexikon-Spiel
Wir blicken kurz auf das zurück, was bisher in Josefs Leben geschehen ist. Dazu spielen wir das Spiel Lexikon.
Auf A4-Blätter werden verschiedene Großbuchstaben aufgeschrieben. Dann werden die Blätter in einen geschlossenen Kreis gelegt. Außer einer Spielfigur und einem Würfel wird nichts mehr benötigt. Zu Beginn setzt der Spielleiter die Spielfigur auf das Feld mit dem J wie Josef. Er erzählt kurz den Lebensbeginn des Josef. Nach diesem Einstieg geht es mit den Kindern weiter. Es wird einmal gewürfelt, die Spielfigur auf den neuen Buchstaben gesetzt und ein Kind erzählt nun etwas aus der Josefgeschichte, was zu dem Buchstaben passt. So begeben wir uns auf eine spannende Reise durch die biblische Geschichte.
Verkündigungsart: Rollenspiel
Josef tritt auf. Dazu wirft sich ein Mitarbeiter/eine Mitarbeiterin einen einfachen Umhang um und erzählt die Geschichte aus der Sicht von Josef:
Ich bin Josef. Mein Vater ist vor kurzer Zeit gestorben und ich bin sehr traurig. Aber ich bin froh, dass ich noch meine Brüder habe. Doch wer kommt da? Ein Bote von meinen Brüdern? Warum kommen die nicht selbst? Der Bote überbringt mir eine Nachricht. Vater hat vor seinem Tod noch gesagt, dass die Brüder mir sagen sollen, dass ich ihnen vergeben soll. Ich soll ihnen all die alten Sachen vergeben, das mit dem Brunnen, das mit dem Auslachen und mit dem Verkauf. Darum bitten sie mich jetzt. Ich soll ihnen vergeben, weil wir doch demselben Gott angehören. Das kann doch nicht wahr sein, ich habe ihnen doch längst vergeben. Warum jetzt diese Worte? Das bringt mich zum Weinen. Konnten sie mich damals nicht verstehen und es annehmen, als sie im Palast vor mir standen? Warum können sie mir nicht glauben, dass alles vergeben ist? Oh, da kommen sie ja doch selbst. Sie werfen sich zu Boden. Steht auf, ihr seid doch meine Brüder.
Was höre ich jetzt von euch? “Wir sind deine Diener?” Nein, so geht das nicht, ich muss es ihnen noch einmal sagen. “Habt keine Angst. Ich richte euch nicht, das tut Gott und wird es richtig mit euch machen. Ihr habt damals gedacht, ihr schadet mir, aber nun ist so viel Gutes daraus geworden. Dass ich hier bin, hat vielen Menschen das Leben gerettet. Ich konnte in der Hungersnot helfen. Ihr braucht also nichts befürchten – ich werde weiter für euch und eure Familien sorgen.” So sprach ich damals zu ihnen.
Der Mitarbeiter/die Mitarbeiterin zieht das Josefsgewand aus.
Josef wurde dann noch 110 Jahre alt und konnte seine Kinder, Enkel und Urenkel aufwachsen sehen. Als er merkte, dass er bald sterben würde, bat er seine Familie noch einmal zu sich.
Der Mitarbeiter/die Mitarbeiterin zieht das Josefsgewand wieder an.
Liebe Familie, ich habe noch einen Wunsch: Ich werde bald sterben und Gott hat versprochen, für euch zu sorgen und euch aus Ägypten herausführen und euch in das verheißene Land führen, das er Abraham, Isaak und Jakob versprochen hat. Schwört mir, dass ihr meine Gebeine mitnehmt, wenn ihr nach Kanaan zurückgeht. Das Gewand wird wieder ausgezogen. Josef starb und wurde einbalsamiert.
Es wird ein großes Gefühlsbarometer in die Mitte gelegt (siehe Kreatives). Anhand des Gefühlsbarometers wird die Geschichte wiederholt. Die Gefühle von Josef und seinen Geschwistern werden auf dem Barometer eingestellt und damit erleben wir noch einmal diese Geschichte.
Die Kinder besprechen die Frage: Habt ihr schon mal erlebt, dass ihr Angst vor Strafe hattet? Was hat euch geholfen, dazu zu stehen?
Danach erzählt man den Kindern eine Geschichte:
Zwei Jungen spielen in einem Treppenhaus Ball. Als sie unten die Eingangstür hören, wirft einer aus Spaß den Ball mit voller Wucht in den Treppenschacht. Zur Haustür kommt eine ältere Frau herein und der Ball trifft sie, sodass sie hinfällt. Sie versucht, sich mit einer Hand aufzufangen. Das gelingt ihr aber nicht. Sie stürzt und tut sich dabei sehr weh. Eine andere Frau kommt und ruft den Krankenwagen. Die Jungs haben sich schnell versteckt. Sie hören den Krankenwagen und erschrecken. Der eine Junge macht sich große Sorgen. Er sieht die alte Frau am nächsten Tag mit einem Gipsarm aus einem Taxi steigen. Wie geht die Geschichte weiter?
Vielleicht traut sich der Junge, sich zu entschuldigen und es entwickelt sich eine gute Freundschaft zwischen den beiden oder er kneift und schläft dann lange Zeit sehr schlecht.
Die Brüder von Josef erlebten die Vergebung. Es war alles geklärt zwischen ihnen und Josef, aber auch zwischen ihnen und Gott. Sie müssen sich nicht mehr fürchten.
Jedes Kind stellt auf dem Gefühlsbarometer seine momentane Gefühlslage ein und ein Mitarbeiter/eine Mitarbeiterin betet für alle, so unterschiedlich wir uns gerade fühlen.
Gefühlsbarometer
Ein Kreis wird ausgeschnitten und mit verschiedenen Smileys beklebt. Es gibt verschiedene Gesichter: traurig, fröhlich, krank, müde, wütend, … Dann wird ein Zeiger ausgeschnitten und mit einer Musterklammer in der Mitte befestigt. Jedes Kind kann dann selbst einstellen, wie es sich gerade fühlt.
Bonbonwürfel
Es wird ein Spielfeld mit den Zahlen 1-11 aufgemalt. Jeder bekommt eine bestimmte Anzahl von Bonbons. Reihum wird mit zwei bzw. einem Würfel gewürfelt. Ist das gewürfelte Feld noch frei, muss man ein Bonbon hineinlegen, liegt dort schon eins, darf man es sich nehmen. Feld 10 ist der Kerker, dort dürfen nur Bonbons reingelegt werden und keine rausgenommen werden. Bei einer 12 dürfen alle Felder abgeräumt werden – außer dem Kerker. Wird eine Zwei gewürfelt, dürfen alle Felder (auch der Kerker) ausgeräumt werden. Das Spiel ist beendet, wenn nur noch ein Kind Bonbons besitzt.
Wer bereit ist zur Vergebung, macht Versöhnung möglich.
V.1-4: Nachdem Josef seine Brüder lange hingehalten, sie auch auf die Probe gestellt hat (Kap. 42-44), gibt er sich ihnen nun zu erkennen. Jetzt weiß er, dass sie nicht mehr die Gleichen sind wie damals. Er merkt, dass sie keine rach- und eifersüchtigen Männer mehr sind, die ohne Rücksicht auf ihren Vater handeln. Nun darf er sich seinen Brüdern offenbaren.
V.5: Auch er selbst hegt keine Rachegedanken mehr. Interessant ist hier das, was er nicht sagt und nicht tut. Er lässt seine Brüder nicht vor ihm im Staub kriechen und um Verzeihung bitten, bevor er sich mit ihnen versöhnt. Er sagt seinen Brüdern nicht: Seht ihr, das habe ich euch doch früher schon gesagt, dass ihr mal vor mir hinknien werdet. Erinnert ihr euch an meine Träume. Er lässt seine Brüder vor sich treten. Und er tut von sich aus den Schritt zur Versöhnung.
V.5b-8a: Josef sieht inzwischen den göttlichen Sinn hinter dem bösen Handeln der Brüder und hat Frieden über ihrer Schuld gefunden. Er hat ihnen vergeben.
V.8b-13: Sein Wille zur Versöhnung ist echt. Er ist in vollem Umfang bereit zu einem Neuanfang. Er will die, die ihm Unrecht getan haben, ganz nah bei sich haben. Daran erkennt man, dass er keinen Groll mehr gegen sie hat (siehe dazu auch 1. Mose 50,15 ff.). Das Land Goschen liegt im östlichen Nildelta. Es ist das fruchtbarste Gebiet Ägyptens. Der Pharao meint seine Einladung ernst (V.18).
V.14.22: In diesem Punkt könnte der Ärger schon wieder anfangen. Hier hat Josef nichts gelernt. Er bevorzugt seinen Bruder Benjamin. V.15: Aber die Brüder nehmen das kommentarlos hin. Bisher ging der Brückenschlag nur von Josef aus, nun beginnen auch die Brüder, mit Josef zu reden. Jetzt beginnt Versöhnung.
V.16-21.23: Auf Einladung und mit großer Unterstützung des Pharaos kommt die ganze Sippe des Jakob (in 1. Mose 32,29 bekam er den Namen Israel) nach Ägypten und bleibt viele Jahre da und wird zum Volk Israel. Hier lässt sich noch nicht ahnen, dass viele Jahre später ein anderer Pharao das Volk hart unterdrücken wird, bis es dann von Mose wieder zurück ins Land Kanaan gebracht wird.
V.24: Josef nimmt eine verantwortliche Rolle in der Familie ein. Er, als einer der Jüngsten, ermahnt seine älteren Brüder väterlich.
V.25-28: Jakob kann nach den vielen Jahren der Trauer um seinen vermeintlich toten Sohn nicht glauben, dass der noch lebt. Als Selbstschutz vor einer neuen Enttäuschung lässt er die Hoffnung zunächst nicht zu. Erst als alles offensichtlich und keine Täuschung möglich ist, glaubt er seinen Söhnen und ist bereit, nach Ägypten zu gehen.
Streit ist für Kinder etwas Alltägliches. Sie erleben Streit zu Hause zwischen den Geschwistern und zwischen den Eltern. Streit kommt auch in der Schule vor und auch in der Jungschar. Sie erleben, wie Streit entsteht und wie damit umgegangen wird. Sie erfahren unterschiedliche Strategien, wie mit Streit umgegangen wird: Wird er offen besprochen oder wird alles verdrängt? Wird offen gestritten oder verbittert geschwiegen? Wird laut geschrien oder hasserfüllt gezischt? Hängt die dunkle Wolke des Grolls lange, vielleicht sogar über Generationen über der Familie oder wird Versöhnung gelebt? Ist die Versöhnung echt oder nur vordergründig? Daran, wie in der Familie damit umgegangen wird, orientiert sich das Kind auf dem Weg zum eigenen Umgang mit Streit und Versöhnung.
Idee 1 – Spiel Der Kaiser schickt Soldaten aus
Zwei Gruppen stehen sich gegenüber. Jede Gruppe wählt einen Gruppennamen und einen Kaiser. Dieser Kaiser bestimmt, wer von seiner Gruppe gegen den Soldaten der anderen Gruppe antreten wird. Dann beginnt das Spiel. Der Kaiser der ersten Gruppe sagt: Der Kaiser schickt Soldaten aus, der Kaiser schickt (Name Kindes) aus. Das sagt nun auch der Kaiser der Gegnergruppe. Die beiden genannten Soldaten treten nun gegeneinander an, indem sie die Arme vor ihrer Brust verschränken und auf einem Bein hüpfen. Sie hüpfen aufeinander zu, stoßen sich mit den verschränkten Armen und versuchen so, den anderen zu zwingen, mit dem zweiten Bein den Boden zu berühren. Wer mit dem zweiten Bein den Boden berührt, hat verloren. Wer verloren hat, darf nicht wieder antreten. Der Sieger schon. Hat eine Gruppe keinen Soldaten mehr, schickt der Kaiser sich selbst in den Kampf. Er hat jedoch im Gegensatz zu den Soldaten zwei Chancen statt nur einer.
Idee 2 – Streitspiel und Versöhnungsspiel + Gespräch
Es wird für beide Spiele ein weicher Schaumstoffball gebraucht und ein freier Platz im Raum oder ein Spielfeld im Freien.
Streitspiel
Alle Kinder stellen sich frei im Raum auf. Einer hat den Ball. Wer den Ball in der Hand hat, darf keinen Schritt gehen. Ohne Ball darf man laufen oder rennen. Das Kind mit dem Ball versucht nun, mit dem Ball einen Mitspieler abzuwerfen. Wer getroffen ist, scheidet aus. Liegt der Ball am Boden, darf irgendjemand den Ball aufnehmen und wiederum ein anderes Kind abwerfen. Gewonnen hat, wer zum Schluss übrigbleibt.
Gespräch zum Spiel:
Wie geht es einem, wenn man getroffen wurde und ausscheiden muss?
Man ärgert sich, es tut vielleicht sogar ein bisschen weh, wo man getroffen wurde. So läuft es oft beim Streit: Einer teilt aus, trifft einen anderen, der ist verletzt, ärgert sich, fühlt sich ausgegrenzt. Manchmal merkt der Austeilende gar nicht, dass er den anderen verletzt hat, dass er ihm wehgetan hat. Er spielt sozusagen fröhlich weiter und der Getroffene zieht sich beleidigt und traurig zurück.
Versöhnungsspiel
Wieder laufen alle Kinder im Raum umher. Sie sollen permanent in Bewegung sein. Einer hat den Ball und darf mit dem Ball in der Hand keinen Schritt gehen. Jetzt aber ist die Aufgabe, dass der Ball von so viel Kindern wie möglich gefangen und weitergeworfen wird, ohne den Boden zu berühren. Die Stationen werden laut mitgezählt. Wenn der Ball runterfällt, rufen beide (Werfer und Fänger): “Entschuldigung” und es beginnt ein neuer Rekordversuch.
Gespräch zum Spiel:
Worin liegt der Unterschied zum vorherigen Spiel?
Nun ist nicht einer gegen den anderen, sondern alle arbeiten zusammen. Man darf den Ball nicht scharf schießen, sondern behutsam so, dass der andere ihn fangen kann. Damit es einfacher geht, läuft man aufeinander zu. Hier läuft man nicht voneinander weg. Passiert ein Missgeschick, entschuldigt man sich und weiter geht’s.
Verkündigungsart: Erzählung mit ergänzender Pantomime
Allen Kindern werden Rollen zugeteilt: Josef, Benjamin, Brüder, Pharao, Vater (auch wenn es nur eine Person ist, können mehrere Kinder die Rolle spielen).
Nun wird die Geschichte aus der Bibel vorgelesen. Wenn eine Person oder Personengruppe erwähnt wird, machen die Kinder, die diese Rolle spielen, eine passende Bewegung.
Josef: resolut aufstehen, Hände in die Seiten stützen, einmal kräftig auftreten, hinsetzen
Benjamin: unsicher aufstehen, umschauen, mit den Schultern zucken, hinsetzen
Brüder: angstvoll aufspringen, ängstlich um sich schauen, hinsetzen
Pharao: hoheitsvoll aufstehen, beide Arme schräg nach vorn strecken, die Hände segnend ausstrecken, huldvoll nach rechts und links blicken, wieder setzen
Vater: mühsam aufstehen, den Rücken stützen, etwas stöhnen, wieder hinsetzen, erleichtert aufatmen
In der Geschichte heißt es an einer Stelle: Danach unterhielten sich seine Brüder mit ihm (1. Mose 45,15). Die Kinder und Mitarbeitenden sollen das Gespräch nachspielen. Dabei wird sich herausstellen, dass nicht nur die Brüder, sondern auch Josef und auch der Vater Schuld auf sich geladen haben.
Eine Hälfte der Kinder übernimmt gemeinsam mit einem Mitarbeiter/einer Mitarbeiterin die Rolle des Josef, die anderen Kinder übernehmen mit einem anderen Mitarbeiter /einer Mitarbeiterin die Rolle der Brüder. Zu einer wirklichen Versöhnung kann es dann kommen, wenn die Dinge, die den Ärger ausgelöst haben, angesprochen und geklärt werden können. Dazu gehört eine gute Gesprächsdisziplin.
Nun hat jede Partei Zeit, gemeinsam darüber nachzudenken, was früher vorgefallen war. Stichworte aus den vorhergehenden Bibeltexten sind dafür hilfreich. (Kap. 37: Lieblingssohn, Bevorzugung durch den Vater, Neid, Angeber bei den Träumen, Petzen, Verkauf nach Ägypten, Unreife beim Umgang mit der Gabe der Traumdeutung.)
Anschließend beginnt das Gespräch. Die Brüder haben zuerst eine Minute Zeit, ihre Version der Geschichte darzulegen, ihre Vorwürfe vorzubringen. Dann hat die Josefgruppe eine Minute Zeit, ihre Sicht der Dinge darzulegen. So geht es immer hin und her.
Bei einer Versöhnung kommen zwei Parteien zusammen, die ihre Differenzen bereinigen. Dafür ist die Vergebung der erste Schritt. Wie bei einer Vergabe eines Bauauftrages gibt bei der Vergebung der, dem Unrecht getan worden ist, die Schuld des anderen ab an Jesus, der für die Schuld der Menschen gestorben und auferstanden ist. Er heißt die Schuld des anderen dadurch nicht gut, aber er überlässt Jesus die bitteren Gedanken und wird dadurch frei. Vergebung ist also zunächst erst einmal eine einseitige Handlung. Dabei ist es keine Voraussetzung, dass der Schuldige um Vergebung bittet. Es ist spannend, dass Jesus den Anspruch an seine Leute hat, dass der, dem Unrecht getan wurde, den ersten Schritt gehen soll (Mt 5,23.24; 6,12; 18,21.22; Joh 20,23).
Vergebung kann nicht eingefordert werden. Ein schuldig gewordener Mensch kann nur um Vergebung bitten. Er ist darauf angewiesen, dass der andere bereit ist zur Vergebung. Erst dann ist er wieder frei (Joh 20,23). Wer bereit ist zur Vergebung, macht Versöhnung möglich. Nur weil Josef seinen Brüdern bereits vergeben hat, wurde Versöhnung möglich.
Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie wirklich vergeben. Wem ihr sie aber nicht vergebt, dem sind sie nicht vergeben. Johannes 20,23; BasisBibel
Merkvers-Wettbewerb
Dafür braucht man zwei Lutherbibeln in der revidierten Fassung von 1984. Außerdem muss man die unten aufgeführten Bibelstellen auf kleine Zettel schreiben. Diese Zettel braucht man jeweils zweimal. Hinter den Bibelstellen steht eine kursive Zahl. Diese Zahl zeigt an, das wievielte Wort in dem gesuchten Bibelvers gebraucht wird. Die Kinder werden in zwei Gruppen aufgeteilt. In jeder Gruppe ist ein Mitarbeiter/eine Mitarbeiterin. Der/die hat jeweils einen Stapel mit den Zetteln. Beide Gruppen stellen sich an einer Seite des Raumes jeweils hintereinander an einer Startlinie auf. Bei dieser Linie liegen auch ein Zettel und ein Stift.
An der gegenüberliegenden Wand stehen zwei Stühle. Darauf liegt je eine Lutherbibel 1984. Nach dem Startsignal gibt der Mitarbeiter dem ersten Kind der Riege den ersten Zettel mit einer Bibelstelle. Das Kind läuft zur Bibel, schlägt sie an der genannten Stelle auf, liest das gesuchte Wort, läuft zurück zur Gruppe und schreibt das Wort auf das Papier. Danach gibt der Mitarbeiter/die Mitarbeiterin dem nächsten Kind die nächste Bibelstelle, das läuft los, schlägt die Bibel auf, sucht die Bibelstelle usw. Wer zuerst den Merkvers komplett aufgeschrieben hat, hat gewonnen.
Folgende Bibelstellen werden auf die Zettel geschrieben:
| 1. Samuel 24,15 | 1 |
| Apostelgeschichte 21,13 | 6 |
| Römer 1,6 | 6 |
| 1. Mose 50,17 | 15 |
| Nehemia 5,11 | 13 |
| Matthäus 1,18 | 12 |
| Johannes 1,3 | 3 |
| Philipper 2,21 | 2 |
| Daniel 6,14 | 23 |
| Lukas 1,7 | 1 |
| 1.Könige 3,14 | 2 |
| Jesaja 1,19 | 2 |
| Markus 1,36 | 4 |
| Matthäus 6,12 | 5 |
| Jeremia 1,18 | 3 |
| 2. Korinther 2,10 | 5 |
| Josua 1,9 | 21 |
| Hebräer 4,6 | 5 |
| Psalm 5,11 | 3 |
Danke, Vater im Himmel, dass du die Vergebung erfunden hast und dass deshalb Versöhnung möglich ist. Wir brauchen nicht verstrickt zu bleiben in Dinge, die uns andere angetan haben. Du hast einen Ausweg geschaffen. Bitte gib uns die Kraft, anderen zu vergeben, die uns Unrecht getan haben. Und schenke uns auch, dass andere uns vergeben, denen wir Unrecht getan haben. Amen
Freundschaftsbändchen stricken
Als Material benötigt man bunte Wolle. Am Anfang des Wollfadens knotet man eine Schlaufe und legt sich die über den Zeigefinger. Dann wird der Faden jeweils einmal um den Mittelfinger, den Ringfinger und den kleinen Finger geschlungen. Jetzt wird der Faden einmal über den Schlaufen über alle Finger gelegt. Nun wird der untere Faden über den darüberlaufenden Faden und den Zeigefinger nach hinten gelegt, das Gleiche mit dem Mittel-, dem Ring- und dem kleinen Finger. So wiederholt sich das immer weiter. Besonders schön wird das Bändchen, wenn man mehrere bunte Fäden auf einmal nimmt. Das symbolisiert noch mehr das freundschaftliche Miteinander-Verbunden-Sein. Genauere Anleitungen findet man im Internet unter dem Begriff “Fingerstricken”.
Befreiung aus Verstrickungen
Die Kinder finden sich zu Paaren. Für jedes Kind braucht man eine ca. 80 cm lange unzerreißbare Schnur. Einem Kind wird jeweils die Schnur um beide Handgelenke gebunden. (Nicht zu fest, aber auch nicht zu locker.) Die Schnur des zweiten Kindes wird zunächst hinter der Schnur des ersten durchgeführt und dann an beiden Handgelenken festgebunden. Die Paare sollen nun versuchen, sich zu befreien, ohne die Schnur zu zerreißen und ohne die Hand durch die Schlaufe zu ziehen. Die Kinder wären jetzt für immer aneinandergekettet, wenn nicht einer einen Ausweg wüsste. Der geht so: Ein Kind legt die Mitte seiner Schnur zu einer Schlaufe. Die führt er nun vom Arm her kommend zwischen Handgelenk und Knoten des anderen Kindes hindurch und führt sie über dessen Hand. Schon sind beide frei.
Zur Erinnerung an die Befreiung aus der Schuld durch die Vergebung bekommt jedes Kind ein Stück von der Schnur aus dem Verstrickungsspiel. Es kann sich das um das Handgelenk binden. Zum Abschluss wird gemeinsam der Merkvers gesagt.
Wortgefecht
Bei diesem Spiel versucht jeder, das letzte Wort zu haben. Alle Kinder sitzen im Kreis und klatschen sich rhythmisch auf die Schenkel. Der Spielleiter nennt ein Thema, z. B. Schule, und zeigt auf ein Kind. Das beginnt mit einem Wort zu diesem Thema. Schlag auf Schlag geht es die Reihe herum. Jeder sagt irgendein Wort zum Thema. Wem so schnell nichts einfällt, setzt sich vor den Stuhl auf den Boden, klatscht aber weiter. So geht es immer weiter, bis nur noch ein Kind übrig bleibt. Hier geht es nicht unbedingt um Richtigkeit, sondern um die Geschwindigkeit und darum, wer am Ende das letzte Wort hat, wie das manchmal auch beim Streiten ist.
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