Gott hat einen Plan für unser Leben und weiß, wie alles zusammenpasst.
Jakob war gestorben (1. Mose 50,1-14) und die Brüder beerdigten ihn in Kanaan. Danach zogen sie wieder zurück nach Ägypten. Plötzlich wurde die Sorge groß, dass Josef sich rächen will für die Untaten, die die Brüder an ihm getan hatten (V.15). Sie hatten Angst vor ihm und schickten Abgesandte zu ihm. Sie beriefen sich dabei auf ihren Vater. Sie sind in all den Jahren nicht innerlich völlig zur Ruhe gekommen. Die Last drückte sie, weil die Schuldfrage nicht geklärt war. Sie benutzen zwei verschiedene Worte dafür: 1. Verbrechen – Die Brüder bekennen, dass sie mit dem, was sie getan haben, mit Gott gebrochen haben. Sie haben sozusagen Gott das Seine weggenommen. 2. Sünde – Sünde ist Zielverfehlung, denn alles, was sie getan haben, geht an dem Ziel vorbei, das Gott für sie hatte. In ihrem Schuldbekenntnis kommt klar hervor, dass sie wissen, dass es nicht nur eine Sache zwischen ihnen und Josef ist, sondern Gott eine große Rolle spielt. Zweimal kommt das Verb vergeben vor. Sie bitten Josef darum und berufen sich darauf, dass sie doch einen gemeinsamen Gott haben. Die Reaktion von Josef ist: Er weint. Dieses Weinen wird wohl durch das wiedererwachte Misstrauen der Brüder ihm gegenüber ausgelöst. Auf der anderen Seite bringt es die Brüder dazu, selbst vor ihm zu erscheinen. Sie kommen und werfen sich nieder und bieten sogar die Knechtschaft an. Aus dieser Reaktion spricht sehr viel Angst. Josef denkt in diesem Moment sicher an die Träume, die er in Kanaan hatte (1. Mose 37,5-8 und 1. Mose 37,9-11). Nun folgt die Anrede Josefs: Fürchtet euch nicht. Er beginnt sozusagen mit der Heilszusage und fährt dann mit einer rhetorischen Frage fort. Gott hat doch alles schon zum Guten gewendet. Josef kann nur den Brüdern die von Gott gewährte Vergebung bestätigen. Mit dieser Antwort beschönigt Josef aber nichts. Böses bleibt Böses, aber Gott machte Gutes draus. In Vers 21 wiederholt Josef dieses “Fürchtet euch nicht.” Er sagt ihnen die weitere Versorgung zu. Mit diesen Worten hat er sie getestet und ihnen zugeredet. Damit wich die Trauer aus ihren Herzen. Die Brüder haben ihre Angst besiegt und blieben zusammen.
V.22: Josef wurde 110 Jahre alt – für die Ägypter ein Bild für die Dauer eines vollen und gesegneten menschlichen Lebens. Er konnte bis ins dritte Glied die nachfolgenden Generationen erleben. Besonders hervorgehoben wird in diesen Versen Machier, ein Sohn Manasses. Machier heißt übersetzt: Der Verkaufte. Dieser Stamm hat eine besondere Rolle. Er wird im Siegeslied der Debora (Ri 5) auf gleicher Stufe wie die Stämme Ephraim, Benjamin Sebulon und Issachar gestellt. Dabei wird Manasse nicht genannt. Auf den Knien geboren heißt, von Josef adoptiert.
V.24: Seine letzten Worte sind eine Verheißung und ein Auftrag. Die Verheißung beinhaltet, dass die Familie in das Land ziehen wird, das Gott Abraham, Isaak und Jakob zugesprochen hat. Am Anfang der Vätergeschichte stand die Herausführung Abrahams in das Land, das Gott ihm zeigen wird, und die Vätergeschichte endet mit der Zusage der Rückführung in das Land, das Gott ihnen zugesagt hat. Dabei stehen zum ersten Mal die Namen Abraham, Isaak und Jakob nebeneinander. Das Wort heraufführen bezeichnet 42-mal im AT die Rettung aus Ägypten. Seinem Auftrag: “Nehmt meine Gebeine mit hinauf” stellt Josef eine Verheißung voran: Gott wird sich eurer gnädig annehmen. “Sich jemandes annehmen”: Dieses Wort schlägt die Brücke zum Auszug aus Ägypten. Josef wurde nach seinem Tod einbalsamiert und seine sterblichen Überreste in einen Sarg gelegt. Dieser wurde von Mose beim Auszug aus Ägypten mitgeführt (2. Mose 13,19). Josua setzte die Gebeine Josefs auf dem Grundstück bei Sichem bei, das Jakob gekauft und seinem Sohn Josef vermacht hatte (Jos 24,32).
Angst vor nachträglichen Strafen kennen viele Kinder. Sie erleben immer wieder Situationen, in denen sie erst einmal keine Reaktion auf falsches Verhalten bekommen. Ein Grund kann sein, dass das falsche Verhalten nicht gleich entdeckt wurde, vielleicht war auch nicht sofort eine Reaktion möglich. Das bereitet ihnen dann Sorge. Es kann dazu führen, dass sie schlecht schlafen und sehr unausgeglichen sind. Kinder brauchen in diesen Situationen Menschen, zu denen sie Vertrauen haben und die ihnen zuhören. Es ist erleichternd, wenn sich jemand Zeit zum Erkunden der Sorgen nimmt und die Kinder reden können. Sie wollen meist alles wieder gut machen, auch wenn sie oft nicht das Ausmaß des falschen Verhaltens überblicken können. Für Trost sind sie dann sehr dankbar und geben sich Mühe, es ein nächstes Mal besser zu machen.
Idee 1 – Spiele zu Lebensphasen
Da wir heute noch einmal auf die Josefgeschichte zurückschauen, spielen wir Spiele, die zu verschiedenen Lebensphasen passen.
Babypuppe wickeln
Zwei angezogene Babypuppen werden ausgezogen und um die Wette neu gewickelt und angezogen.
Ein Kind versorgen
Ihr benötigt ein Bettlaken (mit Einschnitten für Kopf, Hände und Füße), ein paar Schuhe, eine Mütze, ein Lätzchen, einen Waschlappen und ein Tuch zum Saubermachen. Außerdem noch Becher, Zahnbürste, Brei und Löffel. Das Bettlaken wird von zwei Helfern hinter einem Tisch in die Höhe gehalten. Der sitzende Mitspieler steckt seinen Kopf durch den obersten Schlitz und seine Arme durch die unteren Schlitze. Dann wird er angezogen: Mütze auf den Kopf, Lätzchen umbinden und Schuhe über die Hände. Die andere Person steht hinter dem Laken und steckt nur ihre Arme durch die noch freien Schlitze. Jemand erzählt dann von dem Tagesablauf, z. B.: “Der kleine …….. ist noch müde und reibt sich verschlafen die Augen.” Dann muss die stehende Person – ohne etwas zu sehen – dem anderen Partner die Augen reiben. Nun wäscht er sich, isst seinen Brei, trinkt etwas, putzt sich die Zähne, usw. Dem Partner werden dazu immer die passenden Gegenstände gereicht. Zum Säubern sollten ein Handtuch und ein Waschlappen ebenfalls bereitliegen.
Hörvermögen testen
Wenn man älter wird hört man schlechter, deswegen testen wir jetzt, wie gut jeder noch hören kann. Hinter einer Decke werden verschiedene Geräusche gemacht (zum Beispiel rascheln mit Papier, einen Tacker bedienen, Luftballon aufblasen, einen Nagel einschlagen, in einen Apfel beißen, Zähne putzen usw.). Diese Geräusche sollen erraten werden.
Idee 2 – Lexikon-Spiel
Wir blicken kurz auf das zurück, was bisher in Josefs Leben geschehen ist. Dazu spielen wir das Spiel Lexikon.
Auf A4-Blätter werden verschiedene Großbuchstaben aufgeschrieben. Dann werden die Blätter in einen geschlossenen Kreis gelegt. Außer einer Spielfigur und einem Würfel wird nichts mehr benötigt. Zu Beginn setzt der Spielleiter die Spielfigur auf das Feld mit dem J wie Josef. Er erzählt kurz den Lebensbeginn des Josef. Nach diesem Einstieg geht es mit den Kindern weiter. Es wird einmal gewürfelt, die Spielfigur auf den neuen Buchstaben gesetzt und ein Kind erzählt nun etwas aus der Josefgeschichte, was zu dem Buchstaben passt. So begeben wir uns auf eine spannende Reise durch die biblische Geschichte.
Verkündigungsart: Rollenspiel
Josef tritt auf. Dazu wirft sich ein Mitarbeiter/eine Mitarbeiterin einen einfachen Umhang um und erzählt die Geschichte aus der Sicht von Josef:
Ich bin Josef. Mein Vater ist vor kurzer Zeit gestorben und ich bin sehr traurig. Aber ich bin froh, dass ich noch meine Brüder habe. Doch wer kommt da? Ein Bote von meinen Brüdern? Warum kommen die nicht selbst? Der Bote überbringt mir eine Nachricht. Vater hat vor seinem Tod noch gesagt, dass die Brüder mir sagen sollen, dass ich ihnen vergeben soll. Ich soll ihnen all die alten Sachen vergeben, das mit dem Brunnen, das mit dem Auslachen und mit dem Verkauf. Darum bitten sie mich jetzt. Ich soll ihnen vergeben, weil wir doch demselben Gott angehören. Das kann doch nicht wahr sein, ich habe ihnen doch längst vergeben. Warum jetzt diese Worte? Das bringt mich zum Weinen. Konnten sie mich damals nicht verstehen und es annehmen, als sie im Palast vor mir standen? Warum können sie mir nicht glauben, dass alles vergeben ist? Oh, da kommen sie ja doch selbst. Sie werfen sich zu Boden. Steht auf, ihr seid doch meine Brüder.
Was höre ich jetzt von euch? “Wir sind deine Diener?” Nein, so geht das nicht, ich muss es ihnen noch einmal sagen. “Habt keine Angst. Ich richte euch nicht, das tut Gott und wird es richtig mit euch machen. Ihr habt damals gedacht, ihr schadet mir, aber nun ist so viel Gutes daraus geworden. Dass ich hier bin, hat vielen Menschen das Leben gerettet. Ich konnte in der Hungersnot helfen. Ihr braucht also nichts befürchten – ich werde weiter für euch und eure Familien sorgen.” So sprach ich damals zu ihnen.
Der Mitarbeiter/die Mitarbeiterin zieht das Josefsgewand aus.
Josef wurde dann noch 110 Jahre alt und konnte seine Kinder, Enkel und Urenkel aufwachsen sehen. Als er merkte, dass er bald sterben würde, bat er seine Familie noch einmal zu sich.
Der Mitarbeiter/die Mitarbeiterin zieht das Josefsgewand wieder an.
Liebe Familie, ich habe noch einen Wunsch: Ich werde bald sterben und Gott hat versprochen, für euch zu sorgen und euch aus Ägypten herausführen und euch in das verheißene Land führen, das er Abraham, Isaak und Jakob versprochen hat. Schwört mir, dass ihr meine Gebeine mitnehmt, wenn ihr nach Kanaan zurückgeht. Das Gewand wird wieder ausgezogen. Josef starb und wurde einbalsamiert.
Es wird ein großes Gefühlsbarometer in die Mitte gelegt (siehe Kreatives). Anhand des Gefühlsbarometers wird die Geschichte wiederholt. Die Gefühle von Josef und seinen Geschwistern werden auf dem Barometer eingestellt und damit erleben wir noch einmal diese Geschichte.
Die Kinder besprechen die Frage: Habt ihr schon mal erlebt, dass ihr Angst vor Strafe hattet? Was hat euch geholfen, dazu zu stehen?
Danach erzählt man den Kindern eine Geschichte:
Zwei Jungen spielen in einem Treppenhaus Ball. Als sie unten die Eingangstür hören, wirft einer aus Spaß den Ball mit voller Wucht in den Treppenschacht. Zur Haustür kommt eine ältere Frau herein und der Ball trifft sie, sodass sie hinfällt. Sie versucht, sich mit einer Hand aufzufangen. Das gelingt ihr aber nicht. Sie stürzt und tut sich dabei sehr weh. Eine andere Frau kommt und ruft den Krankenwagen. Die Jungs haben sich schnell versteckt. Sie hören den Krankenwagen und erschrecken. Der eine Junge macht sich große Sorgen. Er sieht die alte Frau am nächsten Tag mit einem Gipsarm aus einem Taxi steigen. Wie geht die Geschichte weiter?
Vielleicht traut sich der Junge, sich zu entschuldigen und es entwickelt sich eine gute Freundschaft zwischen den beiden oder er kneift und schläft dann lange Zeit sehr schlecht.
Die Brüder von Josef erlebten die Vergebung. Es war alles geklärt zwischen ihnen und Josef, aber auch zwischen ihnen und Gott. Sie müssen sich nicht mehr fürchten.
Jedes Kind stellt auf dem Gefühlsbarometer seine momentane Gefühlslage ein und ein Mitarbeiter/eine Mitarbeiterin betet für alle, so unterschiedlich wir uns gerade fühlen.
Gefühlsbarometer
Ein Kreis wird ausgeschnitten und mit verschiedenen Smileys beklebt. Es gibt verschiedene Gesichter: traurig, fröhlich, krank, müde, wütend, … Dann wird ein Zeiger ausgeschnitten und mit einer Musterklammer in der Mitte befestigt. Jedes Kind kann dann selbst einstellen, wie es sich gerade fühlt.
Bonbonwürfel
Es wird ein Spielfeld mit den Zahlen 1-11 aufgemalt. Jeder bekommt eine bestimmte Anzahl von Bonbons. Reihum wird mit zwei bzw. einem Würfel gewürfelt. Ist das gewürfelte Feld noch frei, muss man ein Bonbon hineinlegen, liegt dort schon eins, darf man es sich nehmen. Feld 10 ist der Kerker, dort dürfen nur Bonbons reingelegt werden und keine rausgenommen werden. Bei einer 12 dürfen alle Felder abgeräumt werden – außer dem Kerker. Wird eine Zwei gewürfelt, dürfen alle Felder (auch der Kerker) ausgeräumt werden. Das Spiel ist beendet, wenn nur noch ein Kind Bonbons besitzt.
Wer bereit ist zur Vergebung, macht Versöhnung möglich.
V.1-4: Nachdem Josef seine Brüder lange hingehalten, sie auch auf die Probe gestellt hat (Kap. 42-44), gibt er sich ihnen nun zu erkennen. Jetzt weiß er, dass sie nicht mehr die Gleichen sind wie damals. Er merkt, dass sie keine rach- und eifersüchtigen Männer mehr sind, die ohne Rücksicht auf ihren Vater handeln. Nun darf er sich seinen Brüdern offenbaren.
V.5: Auch er selbst hegt keine Rachegedanken mehr. Interessant ist hier das, was er nicht sagt und nicht tut. Er lässt seine Brüder nicht vor ihm im Staub kriechen und um Verzeihung bitten, bevor er sich mit ihnen versöhnt. Er sagt seinen Brüdern nicht: Seht ihr, das habe ich euch doch früher schon gesagt, dass ihr mal vor mir hinknien werdet. Erinnert ihr euch an meine Träume. Er lässt seine Brüder vor sich treten. Und er tut von sich aus den Schritt zur Versöhnung.
V.5b-8a: Josef sieht inzwischen den göttlichen Sinn hinter dem bösen Handeln der Brüder und hat Frieden über ihrer Schuld gefunden. Er hat ihnen vergeben.
V.8b-13: Sein Wille zur Versöhnung ist echt. Er ist in vollem Umfang bereit zu einem Neuanfang. Er will die, die ihm Unrecht getan haben, ganz nah bei sich haben. Daran erkennt man, dass er keinen Groll mehr gegen sie hat (siehe dazu auch 1. Mose 50,15 ff.). Das Land Goschen liegt im östlichen Nildelta. Es ist das fruchtbarste Gebiet Ägyptens. Der Pharao meint seine Einladung ernst (V.18).
V.14.22: In diesem Punkt könnte der Ärger schon wieder anfangen. Hier hat Josef nichts gelernt. Er bevorzugt seinen Bruder Benjamin. V.15: Aber die Brüder nehmen das kommentarlos hin. Bisher ging der Brückenschlag nur von Josef aus, nun beginnen auch die Brüder, mit Josef zu reden. Jetzt beginnt Versöhnung.
V.16-21.23: Auf Einladung und mit großer Unterstützung des Pharaos kommt die ganze Sippe des Jakob (in 1. Mose 32,29 bekam er den Namen Israel) nach Ägypten und bleibt viele Jahre da und wird zum Volk Israel. Hier lässt sich noch nicht ahnen, dass viele Jahre später ein anderer Pharao das Volk hart unterdrücken wird, bis es dann von Mose wieder zurück ins Land Kanaan gebracht wird.
V.24: Josef nimmt eine verantwortliche Rolle in der Familie ein. Er, als einer der Jüngsten, ermahnt seine älteren Brüder väterlich.
V.25-28: Jakob kann nach den vielen Jahren der Trauer um seinen vermeintlich toten Sohn nicht glauben, dass der noch lebt. Als Selbstschutz vor einer neuen Enttäuschung lässt er die Hoffnung zunächst nicht zu. Erst als alles offensichtlich und keine Täuschung möglich ist, glaubt er seinen Söhnen und ist bereit, nach Ägypten zu gehen.
Streit ist für Kinder etwas Alltägliches. Sie erleben Streit zu Hause zwischen den Geschwistern und zwischen den Eltern. Streit kommt auch in der Schule vor und auch in der Jungschar. Sie erleben, wie Streit entsteht und wie damit umgegangen wird. Sie erfahren unterschiedliche Strategien, wie mit Streit umgegangen wird: Wird er offen besprochen oder wird alles verdrängt? Wird offen gestritten oder verbittert geschwiegen? Wird laut geschrien oder hasserfüllt gezischt? Hängt die dunkle Wolke des Grolls lange, vielleicht sogar über Generationen über der Familie oder wird Versöhnung gelebt? Ist die Versöhnung echt oder nur vordergründig? Daran, wie in der Familie damit umgegangen wird, orientiert sich das Kind auf dem Weg zum eigenen Umgang mit Streit und Versöhnung.
Idee 1 – Spiel Der Kaiser schickt Soldaten aus
Zwei Gruppen stehen sich gegenüber. Jede Gruppe wählt einen Gruppennamen und einen Kaiser. Dieser Kaiser bestimmt, wer von seiner Gruppe gegen den Soldaten der anderen Gruppe antreten wird. Dann beginnt das Spiel. Der Kaiser der ersten Gruppe sagt: Der Kaiser schickt Soldaten aus, der Kaiser schickt (Name Kindes) aus. Das sagt nun auch der Kaiser der Gegnergruppe. Die beiden genannten Soldaten treten nun gegeneinander an, indem sie die Arme vor ihrer Brust verschränken und auf einem Bein hüpfen. Sie hüpfen aufeinander zu, stoßen sich mit den verschränkten Armen und versuchen so, den anderen zu zwingen, mit dem zweiten Bein den Boden zu berühren. Wer mit dem zweiten Bein den Boden berührt, hat verloren. Wer verloren hat, darf nicht wieder antreten. Der Sieger schon. Hat eine Gruppe keinen Soldaten mehr, schickt der Kaiser sich selbst in den Kampf. Er hat jedoch im Gegensatz zu den Soldaten zwei Chancen statt nur einer.
Idee 2 – Streitspiel und Versöhnungsspiel + Gespräch
Es wird für beide Spiele ein weicher Schaumstoffball gebraucht und ein freier Platz im Raum oder ein Spielfeld im Freien.
Streitspiel
Alle Kinder stellen sich frei im Raum auf. Einer hat den Ball. Wer den Ball in der Hand hat, darf keinen Schritt gehen. Ohne Ball darf man laufen oder rennen. Das Kind mit dem Ball versucht nun, mit dem Ball einen Mitspieler abzuwerfen. Wer getroffen ist, scheidet aus. Liegt der Ball am Boden, darf irgendjemand den Ball aufnehmen und wiederum ein anderes Kind abwerfen. Gewonnen hat, wer zum Schluss übrigbleibt.
Gespräch zum Spiel:
Wie geht es einem, wenn man getroffen wurde und ausscheiden muss?
Man ärgert sich, es tut vielleicht sogar ein bisschen weh, wo man getroffen wurde. So läuft es oft beim Streit: Einer teilt aus, trifft einen anderen, der ist verletzt, ärgert sich, fühlt sich ausgegrenzt. Manchmal merkt der Austeilende gar nicht, dass er den anderen verletzt hat, dass er ihm wehgetan hat. Er spielt sozusagen fröhlich weiter und der Getroffene zieht sich beleidigt und traurig zurück.
Versöhnungsspiel
Wieder laufen alle Kinder im Raum umher. Sie sollen permanent in Bewegung sein. Einer hat den Ball und darf mit dem Ball in der Hand keinen Schritt gehen. Jetzt aber ist die Aufgabe, dass der Ball von so viel Kindern wie möglich gefangen und weitergeworfen wird, ohne den Boden zu berühren. Die Stationen werden laut mitgezählt. Wenn der Ball runterfällt, rufen beide (Werfer und Fänger): “Entschuldigung” und es beginnt ein neuer Rekordversuch.
Gespräch zum Spiel:
Worin liegt der Unterschied zum vorherigen Spiel?
Nun ist nicht einer gegen den anderen, sondern alle arbeiten zusammen. Man darf den Ball nicht scharf schießen, sondern behutsam so, dass der andere ihn fangen kann. Damit es einfacher geht, läuft man aufeinander zu. Hier läuft man nicht voneinander weg. Passiert ein Missgeschick, entschuldigt man sich und weiter geht’s.
Verkündigungsart: Erzählung mit ergänzender Pantomime
Allen Kindern werden Rollen zugeteilt: Josef, Benjamin, Brüder, Pharao, Vater (auch wenn es nur eine Person ist, können mehrere Kinder die Rolle spielen).
Nun wird die Geschichte aus der Bibel vorgelesen. Wenn eine Person oder Personengruppe erwähnt wird, machen die Kinder, die diese Rolle spielen, eine passende Bewegung.
Josef: resolut aufstehen, Hände in die Seiten stützen, einmal kräftig auftreten, hinsetzen
Benjamin: unsicher aufstehen, umschauen, mit den Schultern zucken, hinsetzen
Brüder: angstvoll aufspringen, ängstlich um sich schauen, hinsetzen
Pharao: hoheitsvoll aufstehen, beide Arme schräg nach vorn strecken, die Hände segnend ausstrecken, huldvoll nach rechts und links blicken, wieder setzen
Vater: mühsam aufstehen, den Rücken stützen, etwas stöhnen, wieder hinsetzen, erleichtert aufatmen
In der Geschichte heißt es an einer Stelle: Danach unterhielten sich seine Brüder mit ihm (1. Mose 45,15). Die Kinder und Mitarbeitenden sollen das Gespräch nachspielen. Dabei wird sich herausstellen, dass nicht nur die Brüder, sondern auch Josef und auch der Vater Schuld auf sich geladen haben.
Eine Hälfte der Kinder übernimmt gemeinsam mit einem Mitarbeiter/einer Mitarbeiterin die Rolle des Josef, die anderen Kinder übernehmen mit einem anderen Mitarbeiter /einer Mitarbeiterin die Rolle der Brüder. Zu einer wirklichen Versöhnung kann es dann kommen, wenn die Dinge, die den Ärger ausgelöst haben, angesprochen und geklärt werden können. Dazu gehört eine gute Gesprächsdisziplin.
Nun hat jede Partei Zeit, gemeinsam darüber nachzudenken, was früher vorgefallen war. Stichworte aus den vorhergehenden Bibeltexten sind dafür hilfreich. (Kap. 37: Lieblingssohn, Bevorzugung durch den Vater, Neid, Angeber bei den Träumen, Petzen, Verkauf nach Ägypten, Unreife beim Umgang mit der Gabe der Traumdeutung.)
Anschließend beginnt das Gespräch. Die Brüder haben zuerst eine Minute Zeit, ihre Version der Geschichte darzulegen, ihre Vorwürfe vorzubringen. Dann hat die Josefgruppe eine Minute Zeit, ihre Sicht der Dinge darzulegen. So geht es immer hin und her.
Bei einer Versöhnung kommen zwei Parteien zusammen, die ihre Differenzen bereinigen. Dafür ist die Vergebung der erste Schritt. Wie bei einer Vergabe eines Bauauftrages gibt bei der Vergebung der, dem Unrecht getan worden ist, die Schuld des anderen ab an Jesus, der für die Schuld der Menschen gestorben und auferstanden ist. Er heißt die Schuld des anderen dadurch nicht gut, aber er überlässt Jesus die bitteren Gedanken und wird dadurch frei. Vergebung ist also zunächst erst einmal eine einseitige Handlung. Dabei ist es keine Voraussetzung, dass der Schuldige um Vergebung bittet. Es ist spannend, dass Jesus den Anspruch an seine Leute hat, dass der, dem Unrecht getan wurde, den ersten Schritt gehen soll (Mt 5,23.24; 6,12; 18,21.22; Joh 20,23).
Vergebung kann nicht eingefordert werden. Ein schuldig gewordener Mensch kann nur um Vergebung bitten. Er ist darauf angewiesen, dass der andere bereit ist zur Vergebung. Erst dann ist er wieder frei (Joh 20,23). Wer bereit ist zur Vergebung, macht Versöhnung möglich. Nur weil Josef seinen Brüdern bereits vergeben hat, wurde Versöhnung möglich.
Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie wirklich vergeben. Wem ihr sie aber nicht vergebt, dem sind sie nicht vergeben. Johannes 20,23; BasisBibel
Merkvers-Wettbewerb
Dafür braucht man zwei Lutherbibeln in der revidierten Fassung von 1984. Außerdem muss man die unten aufgeführten Bibelstellen auf kleine Zettel schreiben. Diese Zettel braucht man jeweils zweimal. Hinter den Bibelstellen steht eine kursive Zahl. Diese Zahl zeigt an, das wievielte Wort in dem gesuchten Bibelvers gebraucht wird. Die Kinder werden in zwei Gruppen aufgeteilt. In jeder Gruppe ist ein Mitarbeiter/eine Mitarbeiterin. Der/die hat jeweils einen Stapel mit den Zetteln. Beide Gruppen stellen sich an einer Seite des Raumes jeweils hintereinander an einer Startlinie auf. Bei dieser Linie liegen auch ein Zettel und ein Stift.
An der gegenüberliegenden Wand stehen zwei Stühle. Darauf liegt je eine Lutherbibel 1984. Nach dem Startsignal gibt der Mitarbeiter dem ersten Kind der Riege den ersten Zettel mit einer Bibelstelle. Das Kind läuft zur Bibel, schlägt sie an der genannten Stelle auf, liest das gesuchte Wort, läuft zurück zur Gruppe und schreibt das Wort auf das Papier. Danach gibt der Mitarbeiter/die Mitarbeiterin dem nächsten Kind die nächste Bibelstelle, das läuft los, schlägt die Bibel auf, sucht die Bibelstelle usw. Wer zuerst den Merkvers komplett aufgeschrieben hat, hat gewonnen.
Folgende Bibelstellen werden auf die Zettel geschrieben:
| 1. Samuel 24,15 | 1 |
| Apostelgeschichte 21,13 | 6 |
| Römer 1,6 | 6 |
| 1. Mose 50,17 | 15 |
| Nehemia 5,11 | 13 |
| Matthäus 1,18 | 12 |
| Johannes 1,3 | 3 |
| Philipper 2,21 | 2 |
| Daniel 6,14 | 23 |
| Lukas 1,7 | 1 |
| 1.Könige 3,14 | 2 |
| Jesaja 1,19 | 2 |
| Markus 1,36 | 4 |
| Matthäus 6,12 | 5 |
| Jeremia 1,18 | 3 |
| 2. Korinther 2,10 | 5 |
| Josua 1,9 | 21 |
| Hebräer 4,6 | 5 |
| Psalm 5,11 | 3 |
Danke, Vater im Himmel, dass du die Vergebung erfunden hast und dass deshalb Versöhnung möglich ist. Wir brauchen nicht verstrickt zu bleiben in Dinge, die uns andere angetan haben. Du hast einen Ausweg geschaffen. Bitte gib uns die Kraft, anderen zu vergeben, die uns Unrecht getan haben. Und schenke uns auch, dass andere uns vergeben, denen wir Unrecht getan haben. Amen
Freundschaftsbändchen stricken
Als Material benötigt man bunte Wolle. Am Anfang des Wollfadens knotet man eine Schlaufe und legt sich die über den Zeigefinger. Dann wird der Faden jeweils einmal um den Mittelfinger, den Ringfinger und den kleinen Finger geschlungen. Jetzt wird der Faden einmal über den Schlaufen über alle Finger gelegt. Nun wird der untere Faden über den darüberlaufenden Faden und den Zeigefinger nach hinten gelegt, das Gleiche mit dem Mittel-, dem Ring- und dem kleinen Finger. So wiederholt sich das immer weiter. Besonders schön wird das Bändchen, wenn man mehrere bunte Fäden auf einmal nimmt. Das symbolisiert noch mehr das freundschaftliche Miteinander-Verbunden-Sein. Genauere Anleitungen findet man im Internet unter dem Begriff “Fingerstricken”.
Befreiung aus Verstrickungen
Die Kinder finden sich zu Paaren. Für jedes Kind braucht man eine ca. 80 cm lange unzerreißbare Schnur. Einem Kind wird jeweils die Schnur um beide Handgelenke gebunden. (Nicht zu fest, aber auch nicht zu locker.) Die Schnur des zweiten Kindes wird zunächst hinter der Schnur des ersten durchgeführt und dann an beiden Handgelenken festgebunden. Die Paare sollen nun versuchen, sich zu befreien, ohne die Schnur zu zerreißen und ohne die Hand durch die Schlaufe zu ziehen. Die Kinder wären jetzt für immer aneinandergekettet, wenn nicht einer einen Ausweg wüsste. Der geht so: Ein Kind legt die Mitte seiner Schnur zu einer Schlaufe. Die führt er nun vom Arm her kommend zwischen Handgelenk und Knoten des anderen Kindes hindurch und führt sie über dessen Hand. Schon sind beide frei.
Zur Erinnerung an die Befreiung aus der Schuld durch die Vergebung bekommt jedes Kind ein Stück von der Schnur aus dem Verstrickungsspiel. Es kann sich das um das Handgelenk binden. Zum Abschluss wird gemeinsam der Merkvers gesagt.
Wortgefecht
Bei diesem Spiel versucht jeder, das letzte Wort zu haben. Alle Kinder sitzen im Kreis und klatschen sich rhythmisch auf die Schenkel. Der Spielleiter nennt ein Thema, z. B. Schule, und zeigt auf ein Kind. Das beginnt mit einem Wort zu diesem Thema. Schlag auf Schlag geht es die Reihe herum. Jeder sagt irgendein Wort zum Thema. Wem so schnell nichts einfällt, setzt sich vor den Stuhl auf den Boden, klatscht aber weiter. So geht es immer weiter, bis nur noch ein Kind übrig bleibt. Hier geht es nicht unbedingt um Richtigkeit, sondern um die Geschwindigkeit und darum, wer am Ende das letzte Wort hat, wie das manchmal auch beim Streiten ist.
Die Kinder sollen wissen, dass sie als Menschen mit Schuld die Möglichkeit zur Umkehr haben.
Kapitel 43, V.1.2: Wie schon bei der ersten Reise nach Ägypten ist es wieder der Vater, der die Initiative ergreift und seine Söhne auffordert, nach Ägypten zu gehen, um dort Getreide zu kaufen.
V.3-5: Dieses Mal ist es Juda, der das Gespräch mit dem Vater führt und die Problematik aufgreift, dass sie nicht ohne Benjamin in Ägypten auftauchen können.
V.6-14: Seit dem Verlust Josefs wird Jakob in diesem Abschnitt zum ersten Mal wieder als Israel bezeichnet. Die Trauer über den Verlust Josefs hatte ihn wieder zum Jakob gemacht. Jetzt, da er sich wieder ganz der Herrschaft Gottes aussetzt und ihm sein Vertrauen entgegenbringt, wird aus Jakob wieder Israel. Der Dialog mit dem Vater macht zwei Dinge deutlich. Zum einen zeigt er, wie schwer es dem Vater fällt, Benjamin gehen zu lassen. Gleichzeitig zeigt sich hier aber auch sein Vertrauen in Gott. Er hofft auf seine Allmacht und sein Eingreifen und ist bereit, alles, was geschieht, aus Gottes Hand zu nehmen. Zum anderen wird in diesem Gespräch auch deutlich, dass sich bei Juda etwas verändert hat. Er setzt nicht wie bei Josef damals das Leben eines Bruders leichtfertig aufs Spiel. Ganz im Gegenteil, er verspricht sogar dem Vater, dass er die volle Verantwortung für Benjamin übernimmt und alles tun wird, um ihn gesund zurückzubringen.
V.15-25: Bei der Ankunft in Ägypten fühlen sich die Brüder unwohl. Gegen alle ihre Befürchtungen ordnet Josef ein gemeinsames Essen an und auch Simeon wird wieder zu ihnen gebracht.
V.26-32: Es kommt zur erneuten Begegnung mit Josef und wieder erkennen die Brüder ihn nicht. Sie werfen sich noch einmal vor ihrem Bruder nieder. Er fragt nach ihrem Wohlergehen und auch nach dem Wohlergehen des Vaters. Hier wird Josefs Sorge deutlich, sein Vater könnte sterben, bevor es zu einem Wiedersehen kommt. Dann gehört Josefs Aufmerksamkeit seinem kleinen Bruder Benjamin. Er schaut ihn an und segnet ihn. Josef ist emotional sehr stark berührt von dieser Begegnung. Bei einem Essen hält er sich an die Vorschrift der Ägypter, nicht mit Hebräern an einem Tisch zu sitzen und hält so seine Tarnung aufrecht. Was allerdings Erstaunen bei den Brüdern auslöst, ist die Sitzordnung dem Alter entsprechend, die ja eigentlich niemand wissen konnte. Außerdem wird Benjamin mit fünffach so viel Essen von Josefs Tisch besonders hervorgehoben.
Kapitel 44, V.1.2: Josef verfolgt seinen Plan, die Brüder auf die Probe zu stellen, weiter. Er gibt die Anweisung, dass die Getreidesäcke der Brüder gefüllt werden sollen. Auch dieses Mal gibt er ihnen wieder ihr ganzes Geld zurück. Im Sack von Benjamin lässt er seinen silbernen Becher verstecken.
V.3-12: Nach der Abreise der Brüder schickt Josef ihnen seine Männer hinterher. Sie beschuldigen die Brüder des Diebstahls, obwohl sie so freundlich behandelt wurden. Der, bei dem der silberne Becher gefunden wird, soll Josefs Sklave werden. Der Becher wird bei Benjamin gefunden.
V.13-17: Es zeigt sich deutlich, dass die Brüder ihr Verhalten geändert haben. Sie lassen Benjamin nicht im Stich, wie sie es damals bei Josef getan haben, und kehren freiwillig mit ihm zurück zu Josef.
V.18-34: Juda erklärt Josef die Familiengeschichte. Er erzählt von der Geschichte mit der Lieblingsfrau, von dem jüngsten Bruder, der nach Josefs Tod übriggeblieben ist und von den Schmerzen, den der Verlust von Benjamin für den Vater bedeuten würde. Er bietet sich sogar als Sklave an Benjamins Stelle an. Jetzt erkennt Josef, dass seine Brüder sich wirklich geändert haben. Sein Plan, mit dem er sie auf die Probe gestellt hat, hat funktioniert.
Josefs Brüder haben eine große Schuld auf sich geladen, die sie erst viel später erkannt haben. Sicher haben die Kinder in ihrem eigenen Leben auch schon viele Situationen erlebt, in denen sie sich falsch verhalten haben. Oft erkennt man falsches Verhalten auch erst im Nachhinein. Mit einem gewissen Abstand wissen die Kinder dann sehr genau, dass ihr Verhalten falsch war. Sie bekommen ein schlechtes Gewissen und fühlen sich unwohl. Es ist wichtig, dass wir uns für unsere Fehler entschuldigen und uns nach einem Streit wieder versöhnen.
Wir können auch Gott im Gebet um Vergebung für unsere Fehler bitten, denn er will sie uns vergeben. Dadurch sind wir mit ihm wieder versöhnt. Die Kinder haben sicher schon erlebt, dass Versöhnung ein sehr gutes Gefühl ist. Darum sollen die Kinder ermutigt werden, mit Gottes Hilfe diesen Schritt immer wieder zu gehen.
Idee 1 – Stein-Hindernislauf
Im Gruppenraum wird ein kleiner Parcours aufgebaut, durch den die Kinder einen Stein auf einem Löffel transportieren müssen. Dabei kann die Zeit gestoppt werden und die aktuelle Bestzeit soll immer wieder unterboten werden. Wenn der Stein herunterfällt, muss das Kind wieder von vorn anfangen.
(Bezug zur Geschichte: Die Brüder tragen Schuld mit sich herum und die Steine sind Symbole für diese Schuld).
Idee 2 – Wer bin ich?
Teilt die Kinder in zwei Gruppen ein (ungefähr gleich groß). Diese sitzen sich gegenüber auf dem Boden. Zwischen den Gruppen wird von den Mitarbeitenden eine Decke gehalten, sodass die Kinder sich nicht sehen können. Aus jeder Gruppe hockt sich nun ein Kind direkt hinter/an die Decke. Dann wird die Decke fallen gelassen. Die beiden Kinder direkt an der Decke müssen möglichst schnell den Namen des anderen Kindes nennen. Wer das zuerst geschafft hat, bekommt einen Punkt.
(Bezug zur Geschichte: Die Brüder erkannten Josef erst nicht, aber dann sagte er ihnen, wer er ist.)
Verkündigungsart: Erzählung mit Gegenständen
Die Erzählung der Geschichte wird durch verschiedene Gegenstände, die direkt in der Geschichte vorkommen bzw. den Inhalt der Geschichte veranschaulichen, unterstützt. Dazu werden alle Gegenstände von Anfang an in der Mitte des Stuhlkreises verteilt, sodass alle die Gegenstände gut sehen können. Die Kinder sollen dann während der Geschichte jeweils die richtigen Gegenstände der Erzählung zuordnen. Hier ist es wichtig, dass der Mitarbeiter/die Mitarbeiterin an den entsprechenden Stellen eine kurze Erzählpause macht, um den Kindern Zeit zu geben, herauszufinden, welcher Gegenstand jetzt gerade zur Erzählung passt.
Folgende Gegenstände werden benötigt:
ein leerer Sack, ein großer Stein, ein schön verpacktes Geschenk, eine Landkarte, ein Schlüsselbund, eine Schüssel mit Wasser, ein Tuch, drei Teller und drei Kerzen, ein silberner Becher, Geldscheine, elf kleine Schüsseln mit je einem Fruchtgummi und eine kleine Schüssel mit fünf Fruchtgummis.
Erzählung:
Die Hungersnot im Land dauert lange, sehr, sehr lange. So lange, dass auch das Getreide, das die Brüder in Ägypten gekauft hatten, schon fast wieder ganz aufgebraucht ist. Keiner der Brüder traut sich den Vater noch einmal darum zu bitten, Benjamin mit nach Ägypten nehmen zu dürfen. Alle wissen, der Vater hat sein “Nein” dazu ganz deutlich ausgesprochen. Aber was sollen sie dann tun? Ohne Benjamin können sie sich nicht in Ägypten blicken lassen und die Vorratssäcke sind so gut wie leer. Sollen sie etwa alle sterben?
Auch der Vater sieht die Not und ruft seine Söhne zusammen: “Ihr seht, unsere Vorräte sind schon fast wieder aufgebraucht. Bald werden wir nichts mehr zu essen haben. Ihr müsst noch einmal nach Ägypten reisen und unsere Säcke dort mit Getreide füllen!” (Gegenstand: leerer Sack)
Die Brüder schauen betroffen. Sie wollen dem Vater Benjamin nicht wegnehmen. Sie erinnern sich daran, dass sie ihm schon Josef genommen haben. Damit haben sie eine große Schuld auf sich geladen, das wissen sie genau. Noch einmal wollen sie so einen Fehler nicht machen. Aber andererseits wissen sie genau: Ohne Benjamin können sie nicht nach Ägypten reisen. Auch Juda erinnert sich an das, was damals mit Josef geschehen ist und an die Schuld, die sie deshalb mit sich herumtragen. (Gegenstand: Stein)
Aber Juda nimmt allen Mut zusammen. Dieses Mal will er es besser machen! Deshalb sagt er zu seinem Vater: “Du weißt, dass wir nicht ohne Benjamin nach Ägypten gehen können, das hat uns der Herrscher dort ausdrücklich gesagt. Wir können nur Getreide kaufen, wenn Benjamin mit uns kommt. Ohne Benjamin macht die weite Reise keinen Sinn!” Jakob ist aufgebracht: “Warum musstet ihr überhaupt erzählen, dass ihr noch einen Bruder habt? Musstet ihr mir das wirklich antun?“
Juda versucht, seinen Vater zu beruhigen, er verspricht ihm, dass er ganz gut auf Benjamin aufpassen wird und ihn sicher wieder zurückbringt. Er sagt sogar: “Vater ich übernehme die ganze Verantwortung und werde mein Leben einsetzen, um Benjamin sicher zurückzubringen“
Tatsächlich willigt der Vater endlich ein. Aber bevor die Brüder sich auf den Weg machen, gibt der Vater ihnen noch ein paar letzte Anweisungen. Sie sollen Harze, Honig, Pistazien und Mandeln für den ägyptischen Herrscher mitnehmen und ihm damit eine Freude machen und zeigen, dass sie in friedlicher Absicht kommen. (Gegenstand: Geschenk)
Außerdem sollen sie genug Geld mitnehmen, um das neue Getreide zu bezahlen und auch das Geld, das sie in den Säcken nach der letzten Reise gefunden haben, wieder zurückgeben.
Die Brüder bereiten sich auf die Abreise vor und machen alles so, wie es der Vater ihnen aufgetragen hat. Auch Benjamin wird dieses Mal dabei sein. Bevor sie losziehen, betet der Vater noch für seine Söhne. Er bittet Gott um Schutz für seine Söhne. Dann machen sich die Brüder auf den weiten Weg nach Ägypten. Wieder sind sie mehrere Tage unterwegs. (Gegenstand: Landkarte)
Als die Brüder endlich in Ägypten ankommen, sind sie sehr müde und erschöpft von der langen Reise. Sie sind gespannt, was sie in Ägypten erwartet und wie der Herrscher reagiert, wenn sie Benjamin mitbringen. Wird er ihnen jetzt glauben? Wird er Simeon wieder freilassen? Irgendwie fühlen sie sich etwas unwohl. Hier in Ägypten haben sie zum ersten Mal erkannt, dass sie damals bei Josef einen großen Fehler gemacht haben. Ob sie jetzt die Strafe dafür erwartet? Zu gern würden sie die Schuld von damals loswerden“ (Gegenstand: Stein)
Aber zum Nachdenken haben sie keine Zeit. Die Brüder melden sich bei Josef. Auch dieses Mal erkennen sie ihn nicht als ihren Bruder. Als Josef sieht, dass sie Benjamin mitgebracht haben, gibt er seinem Diener die Anweisung, seine Brüder in den Palast zu führen.
Die Brüder wissen nicht, was jetzt mit ihnen geschieht. Sie verstehen die Sprache nicht. Sie denken, dass sie jetzt bestraft werden, weil sie das Geld beim letzten Getreidekauf wieder in ihren Säcken hatten. Sie versuchen, die Geschichte dem Diener Josefs zu erklären. Aber den interessiert das Geld gar nicht. Plötzlich sind alle so freundlich zu den Brüdern. Das sind sie von ihrem letzten Besuch in Ägypten gar nicht gewöhnt. Sie wundern sich, was das alles wohl zu bedeuten hat. Als Simeon freigelassen und zu ihnen gebracht wird, sind die Brüder sehr erleichtert. Simeon war eine lange Zeit von ihnen getrennt und bei den Ägyptern eingesperrt, aber jetzt ist er wieder frei. Darüber sind alle Brüder froh. (Gegenstand: Schlüsselbund)
Als Nächstes wird den Brüdern gesagt, dass sie bei dem Herrscher zum Essen eingeladen sind. Auch darüber wundern sich die Brüder. Sogar ihre Esel werden von Josefs Diener gefüttert. Aber bevor die Brüder in den Speisesaal des Herrschers geführt werden, bringen die Diener ihnen erst einmal Wasser, damit sie sich ihre Füße, die von der langen Reise ganz staubig sind, waschen können. (Gegenstand: Schüssel mit Wasser)
Als Josef den Raum betritt, überreichen die Brüder ihm ihre Geschenke und werfen sich wieder vor ihm nieder. Josef fragt auch bei dieser Begegnung wieder nach dem Vater. Er hofft, dass der Vater noch am Leben ist. Dann schaut Josef seinen Bruder Benjamin an. Er freut sich so sehr, ihn wiederzusehen, dass ihm Freudentränen über sein Gesicht laufen. Weil er nicht will, dass seine Brüder das sehen und ihn vielleicht schon jetzt erkennen, muss er schnell sein Gesicht verstecken. (Gegenstand: Tuch)
Er verlässt den Raum und kommt erst wieder zurück, als alle Tränen abgewischt sind und er sich wieder beruhigt hat. Dann befiehlt Josef seinen Dienern, das Essen an die Tische zu bringen. Im Raum gibt es drei verschiedene Tische. An einem Tisch sitzt Josef ganz allein. Am zweiten Tisch sitzen die Brüder und am dritten Tisch sitzen die anderen Ägypter. Es gibt nämlich ein Gesetz, das besagt, dass Hebräer (also Josefs Brüder) und Ägypter nicht am gleichen Tisch essen dürfen. (Gegenstand: drei Teller und drei Kerzen)
Es ist ein fröhliches Essen und alle genießen die Gemeinschaft. Aber es gibt etwas, das die Brüder immer noch verwundert: Sie sitzen am Tisch genau in der Reihenfolge, wie sie geboren sind. Angefangen beim Ältesten bis hin zum Jüngsten. Und eigentlich kann das hier in diesem fremden Land doch keiner wissen. Und noch etwas ist komisch: Benjamin bekommt fünfmal so viel zu essen, wie alle anderen. Was das wohl zu bedeuten hat? (Gegenstand: kleine Schüsseln mit Fruchtgummis)
Nach dem Essen gehen die Brüder in ihre Unterkunft und Josef bringt seinen Plan zu Ende. Er gibt die Anweisung, dass die Säcke der Brüder mit Getreide gefüllt werden sollen und auch, dass wieder das Geld der Brüder in die Säcke gelegt werden soll. So wie beim letzten Mal auch. (Gegenstand: Geldscheine)
Aber dieses Mal gibt Josef noch eine Anweisung. In dem Sack von Benjamin soll sein silberner Becher versteckt werden. (Gegenstand: silberner Becher)
Am nächsten Morgen machen sich die Brüder vollbepackt mit Getreidesäcken wieder auf den Heimweg. Sie ahnen nichts von Josefs Plan. Aber sie sind noch nicht weit gekommen, da werden sie von Josefs Männern eingeholt. Sie beschuldigen die Brüder des Diebstahls und durchsuchen alle ihre Säcke. Schließlich finden sie Josefs silbernen Becher in dem Sack von Benjamin. Als Strafe soll Benjamin Josef als Sklave dienen. Die anderen Brüder sollen nach Hause gehen. Aber die Brüder haben sich wirklich verändert. Sie lassen Benjamin nicht im Stich. Sie kehren mit ihm zurück zu Josef. Wenn Benjamin als Sklave in Ägypten bleiben muss, dann wollen sie alle als Sklaven in Ägypten bleiben. Josef sagt noch einmal, dass nur Benjamin als Sklave bleiben muss und alle anderen frei sind. Da erklärt Juda Josef die ganze Geschichte mit ihrem Vater und dass sie auf keinen Fall ohne Benjamin zurückkehren können. Er ist sogar bereit, an Benjamins Stelle in Ägypten zu bleiben. Da erkennt Josef, dass seine Brüder ihre Schuld wirklich bereuen und dass sie sich verändert haben.
Ein Rucksack mit Steinen wird in die Mitte gelegt und die Steine werden herausgenommen. Die Steine sind Symbole für Schuld.
Josefs Brüder wussten, dass sie in ihrem Leben Schuld hatten, und wir wissen es auch. Jeder Mensch hat Schuld in seinem Leben. Es ist aber unsere Entscheidung, was wir mit der Schuld in unserem Leben machen. Wir können einfach versuchen, sie zu vergessen, so wie es die Brüder am Anfang auch versucht haben. Aber von allein geht Schuld nicht weg. Wir brauchen Vergebung für unsere Schuld. Erst wenn Schuld vergeben ist, fühlen wir uns wirklich wieder gut.
Habt ihr das schon einmal erlebt? Das Gefühl, wenn jemand zu dir sagt: Ich bin nicht mehr sauer auf dich! Ab heute sind wir wieder Freunde! Oder: Ich hab dich doch trotzdem noch lieb!
Die Kinder dürfen ihre Erlebnisse erzählen.
Eigentlich wünschen wir uns doch alle, dass andere uns unsere Fehler vergeben und dann alles wieder gut ist, oder?
Aber oft fällt es uns schwer, unsere Fehler zuzugeben. Wir haben Angst vor dem, was die anderen sagen, wenn wir einen Fehler zugeben und uns entschuldigen. Manchmal würde man es lieber gar nicht sagen, oder? Kennt ihr das? Wann wolltet ihr schon mal was lieber gar nicht sagen?
Auch hier dürfen die Kinder wieder ihre Erlebnisse erzählen.
Weil es manchmal so schwierig ist, jemand anderen um Vergebung zu bitten, ist es gut, wenn wir wissen, dass Gott da ist.
Er freut sich sehr, wenn wir ihm sagen, was wir falsch gemacht haben und ihm sagen, dass es uns leidtut. Das lesen wir auch in der Bibel. An dieser Stelle legt man eine Bibel in die Mitte und der Merkvers Psalm 25,11 wird vorgelesen.
Wenn wir Gott unsere Fehler sagen und ihn um Vergebung bitten, dann ist schon mal der erste Teil, eigentlich sogar der wichtigste Teil, geschafft.
Der Mitarbeiter/die Mitarbeiterin nimmt nun einige der Steine und packt sie in einen schwarzen Sack auf dem steht: “Wieder rausholen strengstens verboten!
Vergib mir meine Schuld, die so groß ist. (Psalm 25,11; Luther84)
Nun kann gemeinsam der Merkvers gelernt werden. Teilt dazu die Kinder in zwei Gruppen auf, die sich gegenüberstehen. Die Gruppen sagen abwechselnd je ein Wort des Verses auf. Das Ganze kann wiederholt werden (nur dieses Mal fängt die Gruppe an, die beim ersten Mal das zweite Wort gesagt hat).
Gott vergibt uns und das ist eigentlich das Allerwichtigste! Aber manchmal ist es dann mit den Menschen, zu denen wir gemein waren oder mit denen wir uns gestritten haben, immer noch nicht gut. Deshalb ist es wichtig, dass wir nicht nur Gott, sondern auch die Menschen um Vergebung bitten. Und weil das so schwer ist, können wir auch Gott bitten, dass er uns dazu ganz viel Mut gibt.
Besprecht mit den Kindern gemeinsam verschiedene Situationen aus ihrem Alltag und überlegt, wie man sich in so einer Situation entschuldigen kann und wie man sich das nächste Mal besser verhalten könnte.
Möglich Situationen:
Nach jeder besprochenen Situation packt man einen weiteren Stein in den schwarzen Sack, bis alle Steine im Sack verschwunden sind.
Lieber Gott, ich danke dir, dass du uns unsere Schuld vergibst, danke, dass das wirklich immer so ist, egal, was wir falsch gemacht haben. Aber du weißt auch, dass es manchmal ganz schön schwer ist, sich bei anderen Menschen zu entschuldigen. Ich bitte dich, dass du uns dazu ganz viel Mut gibst. Amen
Wer einen Fluss oder See in der Nähe hat, kann mit den Kindern gemeinsam dort hingehen und die Steine symbolisch dafür, dass die Schuld wirklich ganz weg ist, im Wasser versenken (vgl. Micha 7,19).
Spiele mit Steinen
Stein-Zielwurf
Ähnlich wie auf einer Dart-Scheibe werden verschieden große Kreise mit Kreppband auf den Boden geklebt. Der innerste und kleinste Kreis gibt die höchste Punktzahl, nach außen wird die Punktzahl weniger. Die Kinder sollen versuchen, mit fünf kleinen Steinchen (ca. 12 cm große Kieselsteine) so viele Punkte wie möglich aus einer vorgegebenen Entfernung zu machen.
Stein-Weitwurf
Auf einer Wiese wird eine Startlinie markiert. Dann werden fünf etwa gleich schwere Steine mit unterschiedlichen Symbolen (Kreis, Dreieck, Viereck, Stern und Pfeil) so markiert, dass jeder Werfer seinen Stein wiedererkennt. Anschließend werden die Steine so weit wie möglich geworfen. Jeweils die beiden Kinder, die am weitesten geworfen haben, bleiben noch eine weitere Runde im Spiel und drei neue Kinder steigen ein. Wichtig ist, dass die Mitarbeitenden immer darauf achten, dass kein Kind in der Wurflinie steht und ein deutliches Signal an die Kinder geben, wann sie werfen dürfen.
Stein-Suche
Ein rot bemalter oder deutlich markierter Stein wird immer wieder neu versteckt. Gewonnen hat das Kind, das den Stein findet.
Stein-Boccia
Alle Kinder stehen hinter einer Startlinie. Ein besonders markierter Stein wird als Zielstein geworfen. Jedes Kind bekommt zwei Steine und muss versuchen, sie so nahe wie möglich an den Zielstein zu werfen. Wer am nächsten am Zielstein dran ist, hat die Runde gewonnen und darf für die nächste Runde den Zielstein werfen.
Steine fühlen
Fünf unterschiedlich große Steine werden unter einem Tuch versteckt. Die Kinder sollen mit den Händen unter das Tuch greifen und die Steine der Größe nach, ohne hinzuschauen, in eine Reihe legen. Hat ein Kind das Gefühl die Steine richtig geordnet zu haben, darf es das Tuch hochheben und nachschauen, ob die Reihenfolge stimmt.
Rache ist keine Lösung! Ich lerne von Josef, Übeltätern mit Gottes Liebe zu begegnen, damit sie sich wirklich verändern können.
Josef wurde mit 17 Jahren von seinen Brüdern verkauft. Mit 30 Jahren wurde er zum zweitmächtigsten Mann Ägyptens. Nach sieben Jahren des Überflusses befindet sich das Land nun im zweiten Jahr der Hungersnot (1. Mose 45,6). Als Josef seinen Brüdern nach 25 Jahren wieder begegnet, wird er unweigerlich in die Vergangenheit zurückversetzt.
Er erkennt, dass sich gerade sein erster Traum erfüllt: Die Brüder verneigen sich vor ihm wegen des Getreides (1. Mose 37,7). Ausgerechnet dieser Traum hatte ihren Hass verstärkt und schließlich dazu geführt, dass Josef nach Ägypten verkauft wurde (1. Mose 37,8). Der Ausgangspunkt seines Leidens wird nun zum Beginn von Gottes neuem Handeln.
Josef reagiert bemerkenswert. Er hätte seine Brüder bestrafen, sich sofort zu erkennen geben oder sie einfach ziehen lassen können. Stattdessen beschuldigt er sie, Spione zu sein. Diese Gefahr war für Ägypten damals durchaus real. So kann er seine Brüder befragen. Mit jeder der vier Anschuldigungen erzählen sie mehr von zuhause, und Josef erfährt, dass sein Vater und sein Bruder Benjamin noch leben. Gleichzeitig werden auch die Brüder mit ihrer Vergangenheit konfrontiert.
Dabei geht es Josef nicht um Hass oder Rache. Er möchte herausfinden, ob seine Brüder sich verändert haben. Hassen sie Benjamin genauso wie ihn damals? Schließlich bevorzugt Jakob Benjamin offensichtlich, weshalb er nicht mitreisen durfte. Um ihren Charakter zu prüfen, setzt Josef die Brüder unter Druck und lässt sie für einige Tage ins Gefängnis werfen. Die Brüder haben Todesangst. Zugleich verschafft die Situation allen Zeit zum Nachdenken.
Schließlich lässt Josef die Brüder wieder ziehen. Immerhin wartet in Kanaan die hungernde Familie und die Reise dorthin dauert mindestens eine Woche. Das zeigt seine Liebe und Fürsorge für seine Familie. Und dann nimmt die Geschichte eine unglaubliche Wende: Die Brüder bereuen ihre Schuld. Was für ein bewegender Moment.
Um ihre Rückkehr sicherzustellen, behält Josef Simeon als Geisel zurück. Möglicherweise verschont er Ruben, weil dieser damals versucht hatte, ihn zu retten. Außerdem lässt Josef heimlich das Geld der Brüder in ihre Säcke zurücklegen, damit sie bald erneut Getreide kaufen können.
Dennoch wird die Rückkehr nach Ägypten zunächst durch Jakobs Angst blockiert. Er vertraut seinen Söhnen nicht mehr, denn weder Josefs noch Simeons Verlust konnten sie verhindern.
So bleibt die Familie zwischen Hunger, Trauer, Schuld und Angst gefangen, während Gott bereits an ihrer Versöhnung arbeitet.
Kinder haben oft einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn. „Das ist unfair!“ hören wir häufig. Dabei geht es um tatsächliches oder gefühltes Unrecht: „Der hat mich nicht eingeladen!“, „Die hat mich übel beschimpft!“ oder „Immer muss ich die blöden Aufgaben machen!“
Die natürliche Reaktion ist Protest oder Vergeltung. Man möchte den anderen seinen Fehler spüren lassen, damit er ihn bereut und sich entschuldigt.
Josef verfolgt dasselbe Ziel – aber auf eine andere Weise. Er handelt nicht aus Verletzung, Hass oder Rache heraus, sondern aus Liebe und dem Wunsch nach Veränderung und Versöhnung. Deshalb konfrontiert er seine Brüder mit ihrer Vergangenheit und stößt einen Prozess an, in dem Gott an ihren Herzen arbeitet.
Josef weiß, dass Gott an seiner Seite ist. Darum kann er cool bleiben.
Die Geschichte zeigt: Nicht Rache überwindet Unrecht, sondern Güte, die zu echter Einsicht, Umkehr und Veränderung führt.
Idee 1 – Gedankenexperiment
Stell dir vor: In deiner Schule gibt es ein älteres Kind, das dich nicht leiden kann und dir das Leben zur Hölle macht. Es beschimpft dich, ärgert dich, schubst dich und verbreitet Lügen über dich. Dadurch sorgt es sogar dafür, dass andere Kinder nicht mehr mit dir reden und spielen wollen. Ein Albtraum!
Viele Jahre später arbeitest du erfolgreich in einer Bank. Eines Tages sitzt dir ein verzweifelter Kunde gegenüber. Der Kunde scheint dich nicht zu erkennen. Doch du erkennst sofort: Es ist „das Kind“, das dich früher gemobbt hat.
Er will von deiner Bank Geld leihen und sagt: „Bitte helfen Sie mir! Ohne Ihre Hilfe bin ich ruiniert.“
Wie würdest du reagieren? Warum würdest du so reagieren? Was willst du damit erreichen?
(Falls niemand spontan antwortet, kann man folgende Anregungen geben: Würdest du denken: „Geschieht ihm recht!“? Oder würdest du ihm helfen?)
Idee 2 – Spiel Herrscher und Diener
Die Kinder bilden Zweier-Teams. Jedes Zweier-Team entscheidet zunächst, wer die Rolle des Herrschers und wer die Rolle des Dieners übernimmt.
Der Herrscher darf dem Diener kleine Aufgaben geben, die freundlich, ungefährlich und respektvoll sein müssen, zum Beispiel:
Nach fünf Minuten werden die Rollen getauscht.
Reflexionsrunde
Verkündigungsart: Bibliodrama mit Reflexionspausen (siehe PDF zum Download)
Überleitung: Wenn wir die Möglichkeit haben, Unrecht zurückzuzahlen, nutzen wir das gerne mal aus. „Wie du mir, so ich dir.“ Dieses Motto steckt wie ein Reflex in uns. Aber ist das auch Gottes Art Konflikte zu klären? Dieser Frage werden wir heute auf den Grund gehen.
In den letzten Wochen haben wir erfahren, dass Josef oft ungerecht behandelt wurde. Was war alles unfair in Josefs Leben? (Kinder antworten)
Trotz allem blieb er Gott treu und tat das, was Gott wollte. Deshalb hat Gott ihm geholfen zum zweitwichtigsten Mann in ganz Ägypten zu werden. Ende gut, alles gut?
Nein – die Geschichte geht weiter … und weil die so spannend ist, erleben wir sie heute gemeinsam nach. Keine Sorge, ihr müsst nichts lesen oder sagen. Stellt einfach pantomimisch dar, was ich (oder andere Mitarbeitende) aus 1. Mose 42 vorlese. Versucht euch richtig in die Lage hineinzuversetzen.
Ok, dann geht es los:
Seit Josef verschwunden ist, sind 22 Jahre vergangen. Seit dem Tag hängt ein dunkler, schwerer Schatten über Jakob und seiner Familie. Alle machen ein ernstes, trauriges Gesicht.
Text Teil 1 vorlesen und spielen lassen.
Hier machen wir eine kurze Pause. Merkt euch eure Position und setzt euch kurz normal hin.
Wie ist es Josef gegangen, als er plötzlich seine zehn Brüder wieder sah? (Rolle Josef befragen, Kinder befragen)
Ich glaube, Josef traf es wie ein Blitz. Sein Herz pochte schneller und er erinnerte sich an die letzte Begegnung mit seinen Brüdern zurück.
Wie war es damals? Das stellen wir mal kurz nach.
Brüder, steht auf und bildet einen Kreis. Josef, setze deine Krone ab und knie dich in die Mitte. Das ist die Zisterne, in die du reingeschmissen wurdest.
Damals war es Josef, der seine Brüder um Hilfe anflehte. Damals war es Josef, der hoffte, dass die Brüder gnädig mit ihm umgehen. Leider waren sie knallhart und ignorierten seine Hilferufe.
Ok, nun geht bitte wieder in eure Position, die ihr euch gemerkt habt:
Nun knien die Brüder vor Josef – wegen Getreide – wie in dem Traum mit den Garben vor über 20 Jahren. Sie betteln um Hilfe. Was soll er tun? Es geht weiter …
Text Teil 2 vorlesen und spielen lassen.
Jetzt machen wir eine kurze Interview-Pause
(zu Josef auf dem Thron) Josef, wie fühlt sich das an… dieser Wechsel vom hilflos den Brüdern ausgelieferten Josef zum Josef, vor dem die Brüder hilflos knien? Kind antwortet
(zu den Brüdern im Gefängnis) Und ihr Brüder, wie fühlt sich das an? Zuerst seid ihr stark und nun kniet ihr vor einem mächtigen Mann? Kinder antworten
Josef übt keine Rache. Sonst hätte er alle Brüder als Sklaven genommen oder sie schlagen oder töten lassen.
Er tut aber auch nicht so, als ob nie etwas geschehen wäre. Er will mit ihnen reden. So beginnt er unter dem Vorwand, dass sie Spione seien, eine Befragung und erfährt so einiges – über den Vater, Benjamin und dass er als tot gilt.
Josef macht das nicht aus Hass. Denn Josef will das tun, was Gott gefällt.
Und Gott hat eine ganz besondere Waffe, die alles Böse besiegen kann. Wisst ihr, was diese Waffe ist? Kinder antworten LIEBE
Liebe kann jeden Hass besiegen. Das hat uns Jesus durch sein Leben ganz deutlich gezeigt. Auch Josef nutzt diese göttliche Liebe als Waffe.
Sein Wunsch ist es nicht, dass die Brüder eine Tracht Prügel bekommen. Er möchte, dass sie ihre Schuld bereuen und sich verändern. Sein Ziel ist es nämlich, dass sie wieder als Familie in Frieden zusammenleben können. So setzt er nun seinen göttlichen Plan fort und testet, ob sie noch so gemein sind wie damals:
Text Teil 3 vorlesen und spielen lassen.
Hier stoppen wir noch einmal für eine Interview-Pause:
Liebe Brüder – wie fühlt ihr euch?
Und Simeon, wie geht es dir?
Josef, wie war es für dich, als du hörtest, was deine Brüder über ihre schlimme Tat sagten? (andere Kinder dürfen auch antworten)
Die Brüder hatten Todesangst. Sie wussten ja nicht, ob sie umgebracht werden oder was mit ihnen geschieht. Ganz abgesehen von ihren Familien, die ohne das Getreide in Kanaan verhungern werden. Eine große Krise.
Aber gerade in Krisen, denkt man oft über sein Leben nach. Auch die Brüder beginnen darüber zu reden, was sie damals getan haben. Diese Tat trugen sie seit 22 Jahren als Geheimnis mit sich herum. Ich glaube, sie überspielten es, aber es machte all die Jahre ihr Leben schwer.
Josef weinte. War er traurig, weil er sich an damals erinnerte? Oder waren es Freudentränen, weil er sah, dass seine Brüder die Tat bereuten?
Auf alle Fälle gibt Josef ihnen eine Chance alles wieder gut zu machen. Er erwidert ihre böse Tat nicht mit Vergeltung. Nein, er tut ihnen Gutes. Er versorgt seine Brüder und seine Familie kostenlos mit extra viel Getreide. Könnest du das an Josefs Stelle?
Text Teil 4 vorlesen und spielen lassen.
Puh, ob das gut ausgeht? Fortsetzung folgt in der nächsten Stunde.
Text anhand von Emojis erzählen
Der Text steckt voller Emotionen von verschiedenen Menschen. Diese verändern sich auch schnell. Z. B. die zuversichtlichen Brüder sind plötzlich schockiert/verängstigt, sind nachdenklich, empfinden Reue, sind verzweifelt…
Man malt im Vorfeld verschiedene Emojis auf Blätter. Diese legt man auf den Boden in die Mitte des Stuhlkreises. Während des Erzählens pausiert man immer wieder und fragt, welcher Emoji zu der Situation/Person passt.
So können die Kinder die Geschichte besser nachempfinden, sich identifizieren und daraus für ihr eigenes Leben Schlüsse ziehen.
Das ist in der Verkündigung integriert.
Der Merkvers aus Römer 2,4 (Gute Nachricht) wird von Bewegungen begleitet, die den Inhalt unterstützen:
| Seht ihr nicht, | mit Händen eine Brille vor den Augen andeuten |
| dass Gott euch | Arm nach oben strecken und auf den Himmel zeigen |
| durch seine Güte | eine Umarmung andeuten, indem man Arme vor der Brust überkreuzt und sich mit den Händen an die Schultern fasst. |
| zur Umkehr bewegen will? | auf der Stelle sich 180° umdrehen und auf der Stelle marschieren |
| Römer | wieder 180° zurückdrehen |
| 2,4 | mit Fingern 2 und 4 zeigen |
Gebets-Challenge (Material herzförmige Zettel)
Gibt es jemanden in deinem Leben, der dich sehr tief verletzt hat? Schreib den Namen auf das Herz.
Bete diese Woche jeden Tag für ihn/sie. Zum Beispiel, dass du ihm/ihr vergeben kannst. Dass du ihm/ihr mit Liebe begegnen kannst. Und dass Gott dein und sein/ihr Herz verändert. usw.
Nächste Woche könntest du mir sagen, wie es dir mit dieser Challenge gegangen ist.
Challenge
Material: Münzen (echte oder unechte)
Du fühlst dich wahrscheinlich täglich irgendwie unfair behandelt. Heute haben wir von Josef gelernt, wie wir so reagieren können, dass sich beim anderen etwas verändert. Wisst ihr noch, was Josef gemacht hat?
Das ist Gottes Art. Die Challenge für dich in der nächsten Woche ist, dass du versuchst, nicht Böses mit Bösem zu erwidern. Sondern versuche eine josef-mäßige Gegenreaktion zu machen. Versuche, den anderen zu verstehen, mit ihm/ihr zu reden oder freundlich zu sein.
Wie kann das klappen?
Lass uns mal ein paar Beispiele besprechen, wie du anders reagieren könntest:
Es ist gut mit den Kindern ein paar Beispiele zu erarbeiten, damit sie ein Gefühl dafür bekommen, um was es geht.
Damit du es nicht vergisst, darfst du dir eine Münze nehmen. Sie soll dich an Josef erinnern, der seine Brüder mit Geld beschenkt hat, obwohl sie es nicht verdient hätten. Trag sie mit dir als Erinnerung an die Challenge herum.
Josef und seine Brüder – Fangspiel
Dieses Spiel greift die Geschichte auf, wie die Brüder bei Josef Getreide kaufen.
Rollen
Je nach Gruppengröße muss die Anzahl der Rollen angepasst werden.
Spielfeld
Auf einer Seite des Spielfelds befindet sich Josef (+ Soldaten) in Ägypten mit einem Vorrat an Proviant (Steinen).
Auf der gegenüberliegenden Seite befindet sich das Lager der Brüder.

Spielablauf
Die Brüder reisen nach Ägypten. Dabei können sie nicht gefangen werden, da sie noch keinen Proviant bei sich tragen.
Erst wenn sie einen Proviant (nicht mehrere!) in Ägypten abgeholt haben, können sie von den Soldaten (Josef-Team) gefangen werden.
Der Bruder, der von einem Soldaten berührt wurde, muss sein Proviant an den Soldaten abgeben und sich an Ort und Stelle hinsetzen.
Ein Soldat kann nur fangen, wenn er keinen Proviant mit sich trägt. Deshalb muss er zurück nach Ägypten, den Proviant in die Speisekammer zurückbringen und dann wieder auf die Jagd gehen.
Benjamin (Brüder-Team) läuft ständig herum (darf nicht rennen!) und befreit die gefangenen Brüder durch Freiklatschen.
Punkte
Josef-Team:
Brüder-Team:
Spielende
Es gibt zwei Möglichkeiten, wann das Spiel endet:
a) Zeitvariante
Nach 10 Minuten gewinnt das Team mit den meisten Punkten.
b) Punktevariante
Das Team gewinnt, das zuerst 10 Punkte erreicht.
Menschen vergessen ihre Versprechen, Gott nie. Er hält immer, was er versprochen hat. Die Kinder sollen erfahren, dass es wichtig ist, Versprechen zu halten und dass sie darauf vertrauen können, dass Gott seine Versprechen hält.
Josef erlebt immer wieder in seinem Leben, dass er von Menschen ungerecht behandelt wird. Seine Brüder sind neidisch und verkaufen ihn als Sklaven nach Ägypten. Die Frau des Potifar beschuldigt ihn zu Unrecht, und er kommt ins Gefängnis.
Gleichzeitig erlebt er immer wieder Gottes Schutz und Segen. Im Gefängnis wird er zum Aufseher über alle Gefangenen.
Es steht nicht, wie lange er schon im Gefängnis sitzt, als die beiden königlichen Beamten dahin kommen.
Der königliche Mundschenk und der Hofbäcker haben den Pharao verärgert. Der Pharao hat die Macht, ganz willkürlich zu handeln. Weshalb die beiden ihn verärgert haben, wird nicht erzählt.
Mundschenk: Er hatte eine verantwortungsvolle Aufgabe. Zum einen versorgte er den Pharao mit Getränken. Aber er musste auch alles vorher probieren, was der Pharao aß oder trank.)
Josef steht in der Rangordnung unter ihnen. Er ist ein Sklave, die anderen beiden sind Hofbeamte. So wird Josef im Gefängnis ihr Diener.
Wie lange sie im Gefängnis blieben, wird im Text nicht genannt.
Träume: Träume wurden in der damaligen Zeit oft als ein Zeichen der Götter gedeutet. Es gab Traumdeuter, zu denen die Menschen gingen, wenn sie Träume hatten, denen sie eine besondere Bedeutung zumaßen.
Josef ist ein aufmerksamer Diener und deshalb merkt er am Morgen sofort, dass es den beiden Beamten nicht gut geht.
Normalerweise hätte ein Diener es nie gewagt, seine Herren anzusprechen. Aber es scheint sich ein gutes Verhältnis zueinander entwickelt zu haben. Joseph spricht die beiden an.
Mundschenk und Bäcker sind verzweifelt, weil niemand im Gefängnis zu sein scheint, der ihnen ihre besonderen Träume deuten könnte. Josef fragt nach ihren Träumen, macht aber erst deutlich, dass das Deuten von Träumen Gottes Sache ist.
Es steht nicht da, ob Josef ihnen vorher von seinem Gott erzählt hat.
Aber sie wundern sich nicht, dass er nicht sagt, dass es Sache der Götter ist, Träume zu deuten.
Josef ist Hebräer und sie glauben an einen einzigen Gott, im Gegensatz zu den Ägyptern, die an viele Götter glauben.
Hebräer: Das Volk Israel oder das Judentum ist erst viel später entstanden, als Gott seinen Bund mit Mose und dem Volk geschlossen hat. Hebräer sind ein Volk, die in Kanaan ansässig waren. Übersetzt heißt es: hinübergehen.
Josef bekommt von Gott die Deutung der beiden Träume, so dass er sie dem Mundschenk und dem Bäcker erklären kann.
Und es kommt dann genauso, wie Gott es in den Träumen gesagt hat. Als der Pharao Geburtstag hat, lässt er beide Beamte holen. Der Mundschenk wird wieder eingesetzt und der Bäcker wird hingerichtet.
Josef bittet den Mundschenk vorher noch, beim Pharao ein gutes Wort für ihn einzulegen, weil er unschuldig ist.
Zwei Jahre vergehen, bis der Mundschenk sich wieder an Josef erinnert. Als der Pharao Träume hat, findet sich tatsächlich niemand, der die Träume deuten kann und dass, obwohl sich der Pharao die besten Traumdeuter leisten kann.
Da endlich erinnert sich der Mundschenk an Josef.
Josef wird geholt. Allerdings kann er so, wie er ist, nicht einfach zum Pharao. Das Gefängnis war keine Wellnessoase. Er musste erst einmal zurecht gemacht werden.
Wieder macht Josef deutlich, dass er keine Träume deuten kann, nur Gott kann es. Der Pharao geht darauf gar nicht ein. Wo er doch selbst als Gottheit in Ägypten verehrt wird.
Ihm scheint egal zu sein, wer diese Träume deutet, Hauptsache, er weiß, was los ist. Bei der Deutung weist Josef noch einmal darauf hin, dass der eine Gott es ist, der die Überfluss-Jahre und die Dürre geschehen lassen wird.
Josef erklärt auch gleich, was zu tun ist.
Das scheint den Pharao zu beeindrucken und er setzt Josef als Verwalter ein.
In Kap. 41, 38 sagt der Pharao einen bemerkenswerten Satz. Er merkt, das in Josef der Geist Gottes ist. Er erkennt den Gott des Hebräers Josef an.
Josef bekommt einen neuen Namen und eine ägyptische Frau, die die Tochter eines ägyptischen Priesters ist.
Zafenat-Paneach: der neue Name Josefs bedeutet: „Gott sagt: ‚er soll leben‘!“
Josef macht sich an die Arbeit, zieht durch Ägypten, lässt überall Vorratskammern und Zisternen bauen und sammelt Vorräte aus den Jahren des Überflusses. Als die Dürre kommt, sind die Ägypter bestens vorbereitet. Sie können sogar etwas an die umliegenden Länder verkaufen.
Viele Kinder haben manchmal Albträume. Deshalb erscheint es mir wichtig, ihnen deutlich zu machen, dass nicht jeder Traum eine bestimmte Bedeutung für die Zukunft hat, sondern dass wir in Träumen oft unseren Tag verarbeiten.
Der Schwerpunkt der Erzählung sollte auf Gottes Segen liegen, den Josef immer wieder erfährt.
Wir können oft erst hinterher erkennen, dass Gott in schwierigen Situationen bei uns war und uns zur Seite gestanden hat.
Sich immer wieder an Gott wenden, ihn um Hilfe bitten, wenn wir nicht weiterwissen – das lehrt Vertrauen.
Idee 1 – Geschichte erzählen
Folgende Geschichte wird erzählt oder vorgelesen:
Unschuldig
Mila sitzt am Schreibtisch bei ihren Hausaufgaben. Joel kommt rein und schimpft los: „Ey, du hast wieder mal meine Stifte aus meinem Zimmer genommen. Immer vergisst du deine in der Schule und nimmst mir meine weg!“
„Ich habe deine blöden Stifte nicht! Das hier sind meine!“, entgegnet Mila.
Joel wird noch lauter: „Erst klaust du und dann lügst du auch noch! Mama, Mila hat meine Stifte geklaut!“
Die Mutter kommt ins Zimmer. „Mila, warst du schon wieder in Joels Zimmer. Ich habe dir schon letztes Mal gesagt, dass das nicht geht. Du willst auch nicht, dass wir einfach so in dein Zimmer gehen und schon gar nicht, dass wir etwas rausnehmen.“
Mila erklärt: „Aber ich war doch gar nicht in seinem Zimmer. Und seine schlechten gammeligen Stifte habe ich auch nicht weggenommen. Dies hier sind meine!“
„Wenn du meinst!“, sagt die Mutter. „Du kannst ja noch mal darüber nachdenken. Ich fahre jetzt mit Joel in die Stadt und kaufe ihm neue Stifte.“
„Aber Mama, das ist voll unfair. Seit du mir letzte Woche deutlich gemacht hast, dass ich ja auch nicht möchte, dass jemand einfach so in mein Zimmer geht, war ich gar nicht mehr bei Joel drin. Ich schwöre!“ Mila ist den Tränen nahe.
Die Mutter und Joel kommen nach einer Stunde fröhlich lachend vom Einkaufen wieder. Mila hat ihre Zimmertür abgeschlossen und weint vor sich hin.
10 Minuten später klopft Joel an die Tür. Vorsichtig und leise sagt er: „Du Mila, es tut mir leid. Als gerade meine neuen Stifte in die Schreibtischschublade tun wollte, habe ich gesehen, dass ganz hinten meine alten Stifte lagen. Es tut mir wirklich leid. Bitte entschuldige!“
Mila braucht erst mal eine ganze Zeit, bis sie das verdaut hat. Auch die Mutter entschuldigt sich bei ihr. Zur Versöhnung gehen alle drei in die Eisdiele und Mila darf sich das größte Eis aussuchen, das es gibt. Beim Aufessen müssen Joel und Mama allerdings helfen. Allein schafft sie es nicht.
Idee 2 – Gespräch zweier Mitarbeitender
A: Du, was machen wir heute in der Jungschar?
B: Ich weiß nicht, du hast doch gesagt, dass du etwas vorbereitest.
A: Ich, nein – du!
B: Aber wir haben doch letzte Woche zusammengesessen und da haben wir es eingeteilt. Du in dieser Woche und ich nächstes Mal.
A: Das stimmt nicht. Es war genau umgekehrt.
B: Du immer mit deiner Vergesslichkeit. Schau (holt Handy oder Kalender raus), da steht es. Ich habe es mir genau aufgeschrieben. O… Mist… Da steht, dass ich diese Woche dran bin und du nächstes Mal… Es tut mir leid. Ich hätte dich nicht einfach beschuldigen dürfen. Bitte entschuldige!
A: Na gut. Entschuldigung angenommen.
Wir haben jetzt nur so getan, als würden wir uns streiten. Wir haben natürlich gemeinsam etwas für heute vorbereitet.
An die Kinder: Ist es euch auch schon mal so gegangen, dass ihr zu Unrecht beschuldigt wurdet? -> Kinder erzählen lassen (aber aufpassen, dass sie sich in ihren Erzählungen nicht selbst übertrumpfen wollen)
Verkündigungsart: Erzählen anhand von Bildern, die die Kinder vorher selbst malen
Der Bibeltext wird abschnittweise kopiert und die Kinder malen zu ihrem Abschnitt ein Bild. Danach wird die Geschichte erzählt und die Kinder schauen, welches Bild zu diesem Teil passt.
Mögliche Textabschnitte und Erzählung:
Kapitel 40
Bild 1: V. 1-8 Mundschenk und Bäcker kommen ins Gefängnis
Josef war nun schon eine ganze Weile im Gefängnis. Der Gefängnisaufseher mochte ihn. So wurde Josef zum Aufseher über die anderen Gefangenen. Eines Tages kamen zwei Beamte des Pharaos ins Gefängnis. Sie hatten den Pharao verärgert. Der Aufseher macht Josef zu ihrem Diener. Josef achtet darauf, dass es den Beamten gut geht. Eines Morgens stellt er fest, dass sie wohl schlecht geschlafen haben und fragt, wie es ihnen geht.
Bild 2: V. 9-23 Träume der beiden
Beide hatten einen merkwürdigen Traum und sind traurig, dass niemand im Gefängnis ihnen ihren Traum erklären kann.
Josef sagt: „Es ist Gottes Sache, Träume zu deuten!“ Erzählt mir von euren Träumen. Vielleicht zeigt Gott mir ja, was es zu bedeuten hat.
Der Mundschenk fängt an: „Ich sah vor mir einen Weinstock, da waren drei dicke reife Weintraubenreben dran. In meiner Hand hielt ich den Becher des Pharaos und drückte den Saft der Trauben in seinen Becher. Den gab ich dann dem Pharao.“
Josef sagt: „Die drei Reben sind drei Tage. In drei Tagen wirst du wieder beim Pharao im Dienst stehen und als Mundschenk arbeiten. Wenn das geschieht. Bitte erinnere dich an mich und sag dem Pharao, dass ich hier zu Unrecht im Gefängnis bin.“
Nun will auch der Bäcker seinen Traum erzählen und deuten lassen.
Er erzählt: „Ich trug drei Körbe mit feinem Gebäck zum Pharao. Da kamen Vögel und fraßen es auf.“
Josef erklärt: Die drei Körbe sind wieder drei Tag. In drei Tagen wird der Pharao dich endgültig verurteilen.“
Es kommt so, wie Gott es durch Josef vorhergesagt hat.
Drei Tage später hat der Pharao Geburtstag. Er lässt den Mundschenk wieder für sich arbeiten und der Bäcker wird (zum Tode) verurteilt.
Der Mundschenk ist so froh, dass er wieder für den Pharao arbeiten darf. Aber er vergisst, dem Pharao von Josef zu erzählen.
Kapitel 41
Bild 3: V. 1-8 Die Träume des Pharao
Eines Nachts träumt der Pharao. Er hat zwei Träume hintereinander.
Beim ersten Traum steht er am Ufer des Nils und daraus kommen sieben schöne, fette Kühe und weiden am Ufer. Danach steigen sieben hässliche, magere Kühe aus dem Nil. Sie fressen die sieben schönen Kühe auf. Sehr merkwürdig ist, dass sie nach dem Fressen genauso hässlich und mager sind wie vorher.
Der Pharao wacht auf und überlegt, aber er weiß nicht, was das zu bedeuten hat. Er schläft wieder ein.
Im zweiten Traum sieht er, dass aus einem Halm sieben Getreideähren wachsen, die schön und dick sind. Daneben wachsen sieben dürre, ausgetrocknete Ähren. Die fressen die schönen, dicken auf und sehen hinterher genauso verdorrt aus wie vorher.
Der Pharao wacht auf und erinnert sich an die beiden Träume. Er ist ganz beunruhigt und lässt alle Wahrsager und Gelehrten des Landes kommen. Niemand kann ihm sagen, was diese Träume bedeuten.
Bild 4: V. 9-16 der Mundschenk erinnert sich an Josef
Da fällt dem Mundschenk endlich nach zwei Jahren wieder Josef ein. Er erzählt dem Pharao, dass ihm damals im Gefängnis ein Mann namens Josef begegnet ist, der seinen Traum und den Traum des Bäckers richtig gedeutet hat.
V. 17-24 auslassen, da es wiederholt wird
Bild 5: V. 25-36 Josef erklärt die Träume und sagt, was zu tun ist
So wird Josef aus dem Gefängnis geholt. Natürlich kann er nach all den Jahren im stinkigen Loch nicht direkt zum Pharao. Er wird gebadet, die Haare werden ihm geschnitten und er bekommt ein Gewand an.
Der Pharao sagt: „Ich hatte Träume und niemand hier kann mir sagen, was sie bedeuten. Ich habe erfahren, dass du einen Traum nur hören musst, und dann weißt du, was er bedeutet:
Josef erwidert: „Nein so ist es nicht. Ich kann es nicht. Nur Gott kann dem Pharao gute Antworten geben.“
So erzählt der Pharao seine Träume.
Gott erklärt sie durch Josef: „die sieben Kühe stehen jeweils für sieben Jahre. Die schönen, fetten Kühe stehen für sieben gute Jahre, in denen es genug regnet und die Ernten in Ägypten gut ausfallen. Die sieben dürren, hässlichen Kühe stehen für sieben schlechte Jahre, in denen Regen und Ernte ausfallen.
Und genauso verhält es sich mit dem Getreide. Die sieben schönen vollen Ähren stehen für sieben gute Jahre und die ausgetrockneten für sieben schlechte Jahre.
Das du diesen Traum zweimal in ähnlicher Form hattest, bedeutet, dass Gott es wirklich wahr werden lässt.
Ich an deiner Stelle würde in den sieben guten Jahren alles einsammeln, was zu viel ist, damit wir genug haben, wenn die schlechten Jahre kommen.“
Bild 6: V. 37-57 Josef wird Verwalter über Ägypten
Der Pharao ist begeistert. Er sagt: „Können wir einen besseren Mann finden als diesen, in dem der Geist Gottes ist?“
Er macht Josef zu seinem Stellvertreter. Alle Ägypter sollen das machen, was Josef sagt. Josef bekommt neue Kleidung und einen Siegelring. Damit kann er beweisen, dass er der Stellvertreter des Pharaos ist.
Er bekommt auch eine Frau.
So macht sich Josef an die Arbeit. Er zieht durch Ägypten. In jeder Stadt werden Lagerhäuser und Wasserzisternen gebaut. In den nächsten sieben Jahren gibt es Ernteerträge in Hülle und Fülle. Alles, was übrig ist, wird getrocknet und in die Lager gebracht.
Josef und seine Frau Asenat bekommen zwei Söhne.
Dann gehen die sieben guten Jahre vorbei und es beginnt die Dürre. Alle Länder um Ägypten herum bekommen eine Hungersnot. Aber in Ägypten können alle zu den Lagern gehen und Essen bekommen.
Das spricht sich in der Welt herum und viele kommen nach Ägypten und wollen bei Josef Getreide kaufen. Und eines Tages… aber da geht es beim nächsten Mal weiter.
Die Geschichte wird vom Flipchart aus erzählt und es entsteht eine Zeichnung während des Erzählens.
Es gibt dazu ein sehr gutes Buch, dass aber nicht mehr aufgelegt wird: Heinz Gerlach, Sprechzeichnungen zur Bibel, Agentur des Rauhen Hauses.
Auf den Seiten 53-54 findet man „Josef deutet im Gefängnis Träume“ und „Die Träume des Pharao“.
Die Kinder erzählen die Geschichte noch einmal anhand ihrer selbst gemalten Bilder oder anhand der Sprechzeichnungen vom Flipchart.
„Denn das Wort des HERRN ist vollkommen. Auf sein Tun ist ganz und gar Verlass.“ Psalm 33,4 (BasisBibel)
Lest den Bibelvers zweimal vor und sagt ihn dann im Radio-Stil auf (so, also ob man ein Radio lauter oder leiser dreht).
Ein Mitarbeiter/eine Mitarbeiterin kontrolliert die Lautstärke beim Aufsagen, indem er/sie den Arm hebt oder senkt. Dabei kann die Geschwindigkeit auch variiert werden.
Aus wenig mach viel
Die Kinder werden in Dreier-Teams losgeschickt und bekommen eine Packung Schokoriegel mit. Diese Riegel tauschen sie in der Nachbarschaft ein in Zutaten für eine Pizza (evtl. Zutatenliste mitgeben, da nicht alle wissen, was man dafür benötigt.) Wenn die Gruppen wieder da sind, wird aus den Eroberungen eine Pizza gemacht.
Sinnvoll sind Kooperationsspiele, bei denen die Kinder erfahren, dass sie gemeinsam etwas erreichen können.
Ein Suchsel
Folgende Begriffe der Geschichte müssen gefunden werden (vorwärts, rückwärts, senkrecht von oben nach unten; senkrecht von unten nach oben):
Josef, Mundschenk, Bäcker, Träume, Pharao, Getreide, Kühe, Trauben, Siegelring, Dürre
| S | I | E | G | E | L | R | I | N | G | G | B |
| T | E | R | N | U | B | F | E | O | L | L | Q |
| R | J | E | S | U | B | N | M | K | Ü | H | E |
| Ä | H | I | T | J | V | T | E | R | P | Ü | N |
| U | Ä | Ö | D | O | A | R | A | H | P | S | E |
| M | U | N | D | S | C | H | E | N | K | E | E |
| E | R | C | H | E | B | U | B | K | S | E | R |
| P | E | S | S | F | C | D | C | Ü | I | O | R |
| Z | K | E | V | B | H | Z | J | H | O | Ü | Ü |
| U | C | Q | T | R | A | U | B | E | N | R | D |
| Ü | Ä | Z | Z | U | J | O | M | D | E | F | G |
| S | B | E | D | I | E | R | T | E | G | C | V |
Das Rätsel findet ihr auch als PDF zum Download + Ausdrucken.
Die Kinder sollen anhand des Verhaltens von Josef lernen, dass wir auch manchmal Nein sagen müssen.
V.1-6: Josef kommt als Sklave an den Hof des Pharao, um dort für den Hofverwalter Potifar zu arbeiten. Josef bekommt mit der Zeit immer mehr Aufgaben von Potifar zugeteilt, weil dieser merkt, dass Gott Josef, bei allem, was er tut, Gelingen schenkt. So kümmert sich Josef um den ganzen Besitz von Potifar.
V.7-9: Die Frau von Potifar bedrängt Josef immer und immer wieder und will, dass Josef mit ihr schläft. Doch Josef wehrt sich dagegen, denn er weiß, dass die Frau eines anderen Mannes für ihn tabu ist. Er darf sie nicht berühren und nicht mit ihr schlafen, da er sonst eine große Sünde gegenüber Gott begehen würde.
V.10-12: Die Frau von Potifar versucht erneut, Josef zu verführen. Sie packt ihn an seinem Mantel und fordert ihn auf, mit ihr zu schlafen. Doch Josef wehrt sich dagegen und dreht sich weg. Sie fängt an, ganz laut zu schreien und behauptet, dass Josef ihr wehtun wollte. Voller Schreck rennt Josef aus dem Haus, so schnell er kann. Dabei verliert er seinen Mantel, an dem die Frau von Potifar ihn festgehalten hatte.
V.13-15: Als die Frau von Potifar merkt, dass sie Josefs Mantel noch in der Hand hält, ruft sie einen der Diener herbei. Sie erzählt ihm, dass Josef ihr wehgetan hat und sie nur noch schreien konnte. Das habe ihn wohl davon abgehalten und er sei aus dem Haus gerannt. Doch sie hat hier eine Lüge über Josef erzählt.
V.16-18: Als am Abend ihr Mann nach Hause kommt, erzählt sie ihm dieselbe Geschichte wie dem Diener auch, den sie nach dem angeblichen Übergriff von Josef gerufen hatte. Potifar, ihr Mann, ist sichtlich entsetzt darüber, da er Josef sonst immer als zuverlässigen und rücksichtsvollen Menschen erlebt hat.
V.19-23: Potifar ist so entsetzt, dass er Josef wegen seines Fehlverhaltens gegenüber seiner Frau ins Gefängnis werfen lässt. Doch auch im Gefängnis lässt Gott Josef nicht im Stich, wie auch die ganze Zeit zuvor nicht. Josef wird sehr beliebt im Gefängnis und der Gefängnisverwalter überträgt Josef sogar die Aufsicht über alle anderen Gefangenen.
Personen
Pharao: Pharao ist der Titel der ägyptischen Herrscher. Er war der uneingeschränkte Herr über das ganze Land.
Potifar: Er war der Kämmerer und Oberster der Leibwache des Pharao. Er hatte also einen der wichtigsten Posten im ganzen Land inne.
Für die Kinder ist es nicht einfach sich in die Lage von Josef hineinzuversetzen. Auch können sie sich sicherlich schwer vorstellen, wie sich Josef gefühlt haben muss, als Potifars Frau ihn bedrängte. Der Schwerpunkt sollte hier nicht auf dem Vorgehen der Frau liegen, sondern darauf, dass Josef sich an Gottes Gebote halten will. Kinder werden auch heute Alltagssituationen erleben, bei denen es herausfordernd sein kann, sich an Gottes Gebote zu halten. Die Kinder sollen die Gebote als Hilfestellung für ihre Beziehung mit Gott erleben und nicht als ein Instrument, mit dem er sie unterdrücken will.
Idee 1 – Ja-Nein-Spiel
Es werden zwei Stühle benötigt, die jeweils mit einem Schild “JA” und einem Schild “NEIN” versehen werden. Die Kinder werden in zwei Gruppen eingeteilt und durchnummeriert. Sie müssen sich in zwei Reihen, entsprechend den Gruppen, aufstellen. Dabei stehen sich Kinder mit gleichen Zahlen gegenüber. Ein Mitarbeiter/eine Mitarbeiterin stellt nun Fragen, die mit Ja oder Nein zu beantworten sind und sagt eine Zahl. Die Kinder mit dieser Zahl müssen dann blitzschnell entscheiden, welches die richtige Antwort ist und sich auf den entsprechenden Stuhl setzen. Pro richtige Antwort gibt es einen Punkt. Die Punkte werden von einem Mitarbeiter/einer Mitarbeiterin gezählt. Die Gruppe mit den meisten Punkten hat gewonnen.
(Bezug zur Geschichte: Josef hat “Nein” gesagt)
Idee 2 – Kleidertausch
Es wird mit der ganzen Gruppe ein Stuhlkreis gebildet, sodass alle Kinder einen Platz haben. Nun wird ein Kind ausgesucht, das nachher den Raum verlassen muss. Bevor es aber geht, darf es sich jedes mitspielende Kind genauer anschauen. Denn während das Kind vor der Tür wartet, werden drinnen im Raum bei drei bis fünf Kindern “Kleider getauscht”. Zum Beispiel werden bei zwei Kindern die rechten Schuhe getauscht und zwei andere Kinder tauschen zum Beispiel Gürtel und Brille. Das Kind, das draußen gewartet hat, wird hereingerufen und muss nun herausfinden, welche Kleidungsstücke vertauscht wurden.
(Bezug zur Geschichte: Josef musste wahrscheinlich seine schöne Kleidung gegen Gefängniskleidung tauschen).
Verkündigungsart: Mitmachgeschichte
Die Geschichte aus 1. Mose 39 wird anhand einer Mitmachgeschichte erzählt.
Mit vier Kindern wird die Geschichte, die ein Mitarbeiter/eine Mitarbeiterin vorliest, nachgestellt und somit den Kindern deutlich gemacht, was es heißt, Josefs Situation von damals auf unser heutiges Leben zu übertragen. Auch in unserer heutigen Zeit muss man immer wieder bewusst zu Dingen “Nein” sagen, die vor Gott nicht richtig sind.
Für die Geschichte werden folgende Utensilien benötigt: ein Tisch, der als Ladentheke dient. Zwei Einkaufskörbe, Süßigkeiten, und noch ein paar Dinge wie zum Beispiel eine Packung Nudeln oder Obst, die in die Einkaufskörbe gefüllt werden können. Außerdem braucht man eine Ladenkasse (beispielsweise aus dem Kaufladen) und ein paar Euromünzen für die Hosentasche. Die Einkaufskörbe werden an zwei Kinder verteilt, die in dem Supermarkt einkaufen gehen. Das Geld wird an das Kind gegeben, das den Jungen Theo spielt. Das vierte Kind steht als Kassierer hinter dem Tisch an der Kasse. Die Süßigkeiten werden auf dem Tisch platziert, sodass jeder sie gut sehen kann.
Erzähler: Ich möchte Euch Theo vorstellen. (Das Kind, welches Theo spielt, kommt herein.) Theo ist sieben Jahre alt und geht gern mal durch den Supermarkt, um zu schauen, was es für neue Sachen gibt. Heute ist er mal wieder im Supermarkt unterwegs. Dort trifft er auch schon altbekannte Gesichter aus der Nachbarschaft: Frau Maier und Herrn Rudolf. (Die entsprechenden Schauspieler winken einmal, um auf sich aufmerksam zu machen.)
Frau Maier ist schon auf dem Weg zur Kasse, während Herr Rudolf noch im Regal nach den Nahrungsmitteln sucht, die er für seine Frau einkaufen soll. Theo begrüßt seine Nachbarn und den Ladenbesitzer freundlich und schlendert dann die Regalreihen entlang.
(Theo bleibt abrupt vor dem Tisch mit den Süßigkeiten darauf stehen.)
Plötzlich bleibt er vor einem Regal stehen und schaut wie gebannt hin. Er hat seine Lieblingssüßigkeit entdeckt, einen Schokoriegel mit Erdnüssen. Schnell greift er in seine Hosentasche, in der er sein Geld eingesteckt hat. Er zählt nach – 80 Cent hat er noch in der Tasche. Dann schaut er auf das Preisschild – der Schokoriegel kostet einen Euro. Er überlegt: So ein Mist. Ich habe 20 Cent zu wenig in der Tasche. Was mach ich denn jetzt? Theo überlegt hin und her. Er schaut immer wieder von seiner Hand, in der er immer noch das Geld hält, zu dem Schokoriegel auf. Er würde jetzt so gern diesen Schokoriegel essen. Er ist ganz verzweifelt und überlegt ernsthaft, ob er nicht einfach den Schokoriegel in seine Hosentasche stecken soll, ohne ihn zu bezahlen. Er streckt die Hand schon danach aus. Doch dann schaut ihn die Verkäuferin auf einmal an. Theo erschrickt und zieht die Hand zurück. Er bleibt wie erstarrt stehen. Auf einmal fällt ihm ein, dass es Dinge im Leben gibt, die nicht richtig sind und die wir lieber lassen sollten. Theo dreht sich vom Regal weg und geht aus dem Laden. Draußen sagt er ganz leise zu sich: “Es war nicht richtig, dass ich den Schokoriegel nehmen wollte. Entschuldigung, lieber Gott. Es tut mir leid.”
In dem Moment fällt ihm eine Geschichte ein, die er in der Jungschar gehört hat. Die Geschichte war aus dem Alten Testament. In 1. Mose 39 wird die Geschichte von Josef erzählt, der von seinen Brüdern an ägyptische Männer als Sklave verkauft wurde. Josef war nicht sehr beliebt bei seinen Brüdern und diese wollten ihn nicht mehr zu Hause haben und haben ihn deshalb als Sklaven verkauft. Josef kam somit zu einem Mann namens Potifar, der am Hof des Pharaos als Verwalter arbeitete. Josef durfte mit der Zeit immer mehr Aufgaben bei Potifar übernehmen. Ihm ging es richtig gut. Er hatte immer genug zu essen und zu trinken, ein Bett zum Schlafen. Eines Tages kam die Frau von Potifar, dem Chef von Josef. Sie wollte mit Josef allein sein und ganz nah bei ihm sein. Doch Josef wollte das nicht und wies sie zurück. Er sagte: “Nein, das ist nicht richtig. Es ist nicht richtig deinem Mann gegenüber, denn er ist mein Chef. Es ist erst recht nicht richtig Gott gegenüber. Ich möchte tun, was richtig ist und nicht, was Gott nicht möchte.” So hat Josef die Frau von Potifar weggeschickt und hat das getan, was Gott für richtig hält. Josef hat bewusst “Nein” gesagt zu Dingen, die nicht richtig sind vor Gott. Die Frau wollte aber trotzdem ganz nah mit Josef zusammen sein und kam immer wieder zu ihm. Immer wieder sagte Josef Nein. Das ärgerte die Frau sehr. Einmal riss sie ihm deswegen seinen Umhang von den Schultern und rief laut: “Dieser Mann wollte mir zu nahekommen. Aber ich habe geschrien. Da ließ er seinen Mantel hier und lief weg.” Zum Beweis hielt sie den Mantel Josefs in die Höhe. Das erzählte sie am Abend auch ihrem Mann Potifar. Der wurde zornig und ließ Josef ins Gefängnis werfen.
Josef wollte erzählen, wie es wirklich gewesen ist, aber niemand glaubte ihm, denn das Wort dieser bedeutenden Frau galt mehr als das Wort von Josef. Josef saß im Gefängnis, er war sich aber trotzdem sicher, dass es richtig war in der Situation “Nein” zu sagen.
Es wird ein Schild mit dem Wort NEIN in die Mitte gelegt.
Wo haben wir in der heutigen Jungscharstunde erlebt, dass jemand Nein gesagt hat? => Klar, bei der Geschichte mit Theo im Supermarkt und bei der Geschichte von Josef.
Jetzt werden die beiden Geschichten noch einmal kurz wiederholt und vertieft.
Mögliche Fragen:
Alle Ereignisse, die die Kinder berichten, werden auf ein Plakat geschrieben. Es reicht ein Stichwort, welches die Situation beschreibt. Jedes Kind erhält nun ein Blatt mit den 10 Geboten. Gemeinsam lesen wir die Gebote und überlegen, gegen welche der Gebote in den einzelnen Situationen gehandelt wurde.
Die Gebote beschreiben, wie sich Gott das Zusammenleben zwischen Menschen und das Zusammenleben zwischen Menschen und Gott vorgestellt hat. Wenn ich mich an die Gebote halte, dann gibt es Situationen, in denen ich manchmal “Nein” sagen muss.
Aktion:
Um das deutlich zu machen, wird ein Blatt mit den Geboten auf die Stichpunkte auf dem Plakat geklebt (z.B. mit Kreppband). Gott gibt uns die Gebote, weil er es gut mit uns meint. Er möchte, dass wir Ja zu seinen Geboten sagen, denn erst dadurch wird ein Nein zu den verkehrten Handlungen möglich. Um das zu verdeutlichen, wird nun ein Schild mit dem Wort JA auf die Gebote gelegt.
Gott sagt Ja zu uns, deshalb können wir auch Ja zu ihm und seinen Geboten sagen. Das heißt auch, dass wir logischerweise auch Nein zu dem sagen müssen, was diesen Geboten widerspricht. Josef hat es vor vielen Jahren gemacht, Theo in der Geschichte hat es gemacht und hoffentlich gelingt es uns auch immer wieder.
Wer sich an meine Gebote hält und sie befolgt, der liebt mich wirklich. (Johannes 14, 21; GNB)
Es wird gemeinsam der Merkvers geübt. Dies kann anhand einer PowerPoint-Präsentation geschehen, auf der zuerst der ganze Bibelvers zu sehen ist und mit jeder Folie, die dazukommt, werden Teile des Bibelverses weggenommen und so müssen die Kinder den Vers schließlich aus dem Gedächtnis aufsagen. Zum Schluss bekommt jedes Kind ein Kärtchen mit dem Vers aus Johannes 14 als Erinnerung mit.
Plätze wechseln
Alle Teilnehmenden sitzen im Kreis nebeneinander, das heißt, es darf kein Stuhl frei bleiben. Ein Kind steht in der Mitte und sagt Eigenschaften, die auf einige der Kinder zutreffen können, zum Beispiel:
Die Kinder, auf die diese Eigenschaften zutreffen, müssen die Plätze tauschen. Das Kind in der Mitte muss versuchen, einen Platz zu bekommen. Wer übrig bleibt, stellt sich in die Mitte und nennt die nächste Eigenschaft.
Wer bin ich?
Es wird jedem Kind ein kleiner Zettel an die Stirn geklebt, auf dem der Name einer berühmten Person steht. Ziel des Spiels ist es, so schnell wie möglich herauszufinden, welche Person man selbst ist. Dann geht es der Reihe nach los. Das erste Kind stellt eine Frage, die nur mit Ja oder Nein zu beantworten ist. Wird diese Frage mit Ja beantwortet, darf es eine weitere Frage stellen. Sobald eine Frage mit Nein beantwortet wird, kommt das nächste Kind an die Reihe.
Josef und seine Brüder haben erlebt, dass Eifersucht zu Hass führen kann. Wie können Kinder mit Eifersucht umgehen?
Die Textstelle zeigt, wie sich aus Eifersucht der Brüder auf Josef Hass entwickelt. Der Hass führt dazu, dass sie planen, ihren eigenen Bruder umzubringen und ihn schließlich nach Ägypten verkaufen.
Hintergrund:
Eifersucht und Ungleichbehandlung entsteht nicht erst bei Josef und seinen Geschwistern, sondern zeigt sich bereits zuvor in der Familiengeschichte.
Jakob, der Vater von Josef, erfährt selbst eine ungleiche Behandlung durch seine Eltern bei sich und seinem Bruder Esau. Er überträgt dieses Verhalten auf seine Frauen (1.Mose 29,30+30,14-15) und seine Kinder. Josef ist sein Lieblingssohn. Dies macht er deutlich, in dem er beispielsweise Josef ein wertvolles Gewand schenkt. Josefs Brüder hassen Josef dafür, dass er das Lieblingskind seines Vaters ist (1.Mose 37,1-4). Die Eifersucht und der Hass auf Josef werden durch Josefs Träume noch größer (1.Mose 37,8+11).
Bibelstelle:
V. 12-17
Josef bekommt von seinem Vater den Auftrag nach seinen Brüdern zu schauen, die die Schafe und Ziegen ca. 80km von ihrem Wohnsitz entfernt in Sichem hüten. Als Josef seine Brüder in Sichem nicht finden kann, erfährt er, dass sie weiter nördlich nach Dotan gezogen sind. Er macht sich weitere 25km auf den Weg nach Dotan.
V. 18-22
Als die Brüder Josef schon von weitem sehen, beschließen sie ihn zu töten. Nur Ruben, der Älteste der Brüder, widerspricht. Er will Josef heimlich zu seinem Vater zurückzubringen.
V. 21-30
Die Brüder werfen Josef in eine Zisterne. Als eine Karawane vorbeikommt, beschließen sie Josef nach Ägypten zu verkaufen. Als Ruben davon erfährt, ist er verzweifelt. Er, der als Ältester verantwortlich für seine Geschwister ist, weiß nicht, wie er seinem Vater gegenübertreten soll.
V. 31-35
Die Brüder tränken Josefs Gewand in Tierblut und überbringen dieses ihrem Vater. Jakob glaubt, was seine Söhne beabsichtigt haben, Josef sei durch ein Tier getötet worden. Jakob ist untröstlich. Die Brüder müssen mit ihrer Schuld und dem Geheimnis um Josefs Tod leben, da sie die Situation nicht aufklären.
V. 36
Josef wird nach Ägypten an einen Hofbeamen des Pharaos verkauft.
Eifersucht:
Eifersucht entsteht, aus dem Gefühl bzw. der Sorge heraus, nicht genug Anerkennung, Aufmerksamkeit oder Liebe zu erhalten oder einen relativen Mangel an objektiven Dingen im Vergleich zu andern zu haben. Eifersucht löst das Gefühl aus, benachteiligt zu werden. Daraus kann Missgunst entstehen, der zu Hass umschlagen kann.
Zisterne:
Eine Zisterne ist ein mehrere Meter tiefes Loch in Erde oder Fels gehauen, um Regen oder Quellwasser unterirdisch zu speichern.
Karawane:
Eine Karawane ist eine Gruppe von Reisenden und Händlern, die sich zusammengeschlossen haben, um durch die Wüste zu reisen. Als Gruppe zu reisen bietet Schutz vor Gefahren. Dies ist sicherer als allein unterwegs zu sein.
Kinder kennen das Gefühl von Eifersucht. Sie erleben beispielsweise, dass ein Geschwisterkind mehr Geschenke zum Geburtstag bekommt, ein Freund öfter im Unterricht drangenommen wird oder dass ihre Geschwister mehr Rechte haben als sie. Auch bei der Geburt eines Geschwisterkindes müssen Kinder sich häufig mit Eifersucht auseinandersetzen. Kinder fühlen sich im Vergleich zu anderen ungleich behandelt, sie fühlen sich zurückgesetzt und empfinden eine Bevorzugung der anderen. Unter Geschwistern wird häufig ein Kind zum “Lieblingskind” der Eltern ernannt. Auch das “Lieblingskind” steht dabei häufig in der Spannung, von den anderen anerkannt zu werden, aber auch die Eltern zu lieben und auf sie zu hören.
Idee 1 – Über Eifersucht sprechen
Die Kinder bekommen ein Bild gezeigt, auf dem eine “Eifersucht-Szene” unter Geschwistern zu sehen ist. Gemeinsam kommt man mit den Kindern ins Gespräch:
Hier kann ggf. eine kurze Wiederholung zur letzten Stunde “Josefs Träume” angeschlossen werden.
Idee 2 – Unfaires Quiz
Die Kinder erleben selbst, was es heißt, ungerecht behandelt zu werden: Ein Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin spielt gegen die Jungschargruppe ein Quiz. Dabei sind die Kinder immer etwas besser, schneller oder haben die originelleren Antworten. Trotzdem wird nur die mitarbeitende Person immer wieder gelobt. Am Ende gibt es ein unfaires Unentschieden.
Mögliche Fragen:
Verkündigungsart: Erzählung/Ein-Personen-Theater aus Sicht von Ruben mit Stopps, in dem die Kinder überlegen, wie die Geschichte weitergehen könnte
Habt ihr ihn nicht auch gesehen? Da hinten am Horizont, ist das nicht Josef? Ja, dass ist er. Josef, der tolle Josef – Papas Liebling. Bestimmt ist er wieder da, um uns zu kontrollieren und alles wieder Papa zu petzen. Er ist ja sowieso die Nummer eins. Wir können es unserem Vater nie recht machen – auch ich nicht als ältester Bruder, obwohl ich die meiste Verantwortung trage, für die Schafen und Ziegen, meine Brüder, … Aber Papa bevorzugt Josef immer. Letztens hat Papa ihm ein teures Gewand geschenkt. So etwas haben wir anderen noch nie von ihm bekommen. Das ist so unfair.
Aber was das Fass zum Überlaufen gebracht hat, waren Josefs Träume. Als ob er glaubt, wir würden uns vor ihm verbeugen. Pah – da hat er sich aber geschnitten! Seitdem ist die Stimmung unterirdisch. Zum Glück konnten wir die letzten Tage von zu Hause fort und mussten Josef nicht sehen. Ich wünschte er wäre nicht unser Bruder! Wenn wir zu Hause sind, geht es immer nur um Josef, Josef, Josef. Am besten wäre es, er käme nie wieder heim!
Aber ich bin nicht der Einzige, der so denkt. Auch meine anderen zehn Brüder sehen das genauso. Wenn es nach ihnen ginge, wäre Josef schon lange nicht mehr da. Jetzt, heute, in diesem Moment wäre die Chance in loszuwerden – für immer.
STOPP – Was könnten Ruben und seine Brüder vorhaben?
Sie sind wirklich festentschlossen. Sie wollen Josef umbringen! Ihn erschlagen und ihn in eine Zisterne werfen. Sie wollen Papa gegenüber behaupten, ein wildes Tier hätte ihn gefressen. Dann wären wir Josef endlich los. Aber ihn umbringen? Er ist immerhin unser Bruder. Klar, mir gefällt es auch nicht, dass er Papas Liebling ist. Papa soll auch mal stolz auf mich sein – und nicht immer nur auf Josef! Aber ihn ermorden …?!
STOPP – Was macht Ruben jetzt?
Ich kann das nicht! Ich kann nicht zulassen, dass Josef umgebracht wird! Am besten ich sage zu meinen Brüdern, dass sie ihn in die Zisterne werfen, ihn aber nicht umbringen sollen. Vielleicht merkt er dann, wie das ist, wenn keiner einen beachtet und man ganz allein ist. Aber ich werde ihn später wieder herausholen und ihn zu unserem Vater zurückbringen. Ich werde nicht für den Tod von Josef verantwortlich sein.
Zum Glück hat mein Vorschlag meine Brüder etwas beruhigt. Wir haben Josef gepackt, als er bei uns war und ihn in die Zisterne geworfen. Mann, war der überrascht. Der wusste gar nicht, wie ihm geschah. Aber da half alles Jammern und um Hilfe rufen nichts. Das hat dieser Angeber verdient.
Nachher werde ich ihn aber herausholen und ihn Papa wieder zurückbringen. Bevor es sich meine Brüder vielleicht anderes überlegen. Jetzt muss ich aber noch einmal nach den Schafen und Ziegen schauen.
STOPP – Was könnten die Brüder in der Zwischenzeit tun, während Ruben nicht da ist?
Er, er ist weg! Was haben sie mit ihm gemacht? Was haben sie mit Josef gemacht? Er ist nicht mehr in der Zisterne?!
Ihr habt was? Ihr habt Josef verkauft? An wildfremde Leute – nach Ägypten? Wer weiß, ob er da überleben wird? Ich soll mich glücklich schätzen, dass dieser Angeber jetzt endlich weg ist?! Nein, ganz sicher nicht! Ich hatte die Verantwortung für ihn! Ich bin der Älteste. Was soll ich jetzt Papa sagen! Ich kann ihn doch nicht erzählen, dass wir ihn nach Ägypten verkauft haben. Das könnte uns Papa nie verzeihen! Wie soll ich je wieder unter seine Augen treten können?
STOPP – Die Brüder machen sich wieder auf den Weg nach Hause. Was werden sie ihrem Vater erzählen?
Papa ist untröstlich. Er weint schon seit Tagen. Keiner kann ihn trösten. Seitdem wir ihm Josefs Gewand gezeigt haben – das wir vorher in Tierblut getränkt haben – denkt Papa, Josef ist von einem wilden Tier getötet worden. So traurig und verzweifelt habe ich unseren Vater noch nie gesehen. Ich glaube, er wäre am liebsten direkt mit Josef gestorben. Seitdem ist alles anderes. Ich fühle mich schrecklich und ich glaube, meinen Brüdern geht es genauso. Wir sind dafür verantwortlich, dass Papa so traurig ist. Aber wir hätten ihm die Wahrheit auch nicht sagen können.
STOPP – Wie könnte die Geschichte weitergehen?
Geschichte mit Emotionskarten/Emojis erzählen
Der Bibeltext wird vorgelesen/erzählt und passend zur Szene ein Emoji gezeigt.
| Bibelstelle (1. Mose 37) | Geschehen | Emoji |
| V. 12-14 | Josefs Auftrag, nach Sichem zu gehen | lachend, gut gelaunt |
| V. 15-17 | Josef findet seine Brüder nicht, geht weiter nach Dotan | fragend |
| V. 18-20 | Brüder beschließen Josef zu töten | wütend, zornig |
| V. 21-20 | Ruben greift ein und verhindert die Ermordung | nachdenklich, verheimlichend |
| V. 23-28 | Josef wird verkauft | entschlossen |
| V. 29-30 | Rubens Reaktion auf den Verkauf | verzweifelt, geschockt |
| V. 31-35 | Jakobs Trauer | traurig |
| V. 36 | Josef in Ägypten | im Nebel |
Der Text wird mit Hilfe der Emojis, die ggf. bereits Teil der Verkündigung waren, wiederholt.
Eifersucht kann, wie bei Josef und seinen Brüdern, schlimme Folgen haben. Die Geschichte hätte aber auch anders ausgehen können. Wie hätten Josef und seine Brüder mit ihrer Eifersucht umgehen können?
Gemeinsam werden die Stopps aus der Geschichte noch einmal aufgegriffen und mit der Frage verbunden, wie hätten Josefs Brüder besser reagieren können?
Jeder von uns kennt das Gefühl von Eifersucht. Die Frage ist, wie wir damit umgehen können. Gemeinsam wird mit den Kindern überlegt, was gegen Eifersucht helfen kann:
Gott, danke, dass du alle gleich lieb hast. Danke, dass du mich auch lieb hast, auch wenn ich manchmal eifersüchtig bin. Hilf mir, dass ich den anderen trotzdem wieder lieb haben kann und hilf mir auch selbst zu teilen. Amen
Gefühlspaare-Pantomime
Zwei Kinder spielen gegeneinander. Die anderen suchen sich jeweils einen Partner und überlegen sich ein Gefühl, dass sie pantomimisch darstellen wollen. Wie beim Paare-suchen-Spiel werden zwei Kinder aufgerufen, die ihre Emotion darstellen. Passen sie zusammen, bekommt der Spieler einen Punkt und ist noch einmal am Zug. Bei kleineren Gruppen kann das Spiel auch umgewandelt werden. Jeder denkt sich für sich eine Emotion aus. Alle haben die Chance zu raten, um welches Gefühl es sich handelt.
Emotionsfangen
Ein Kind hat die Aufgabe, die anderen Kinder zu fangen. Gelingt es ihm, bleibt das Kind auf der Stelle stehen. Es bekommt eine Emotion vom Fänger gesagt, die es pantomimisch darstellen muss. Wenn ein anderes Kind die Emotion errät, ist es wieder frei.
Gemeinsames Aufstehen
Alle Kinder sitzen mit dem Armen eingehakt auf dem Boden in einem Kreis. Dabei schauen alle nach außen. Die Aufgabe besteht darin, gemeinsam aufzustehen, ohne sich dabei auszuhaken.
Gruppengeschichte erzählen
Eine mitarbeitende Person beginnt eine Geschichte mit einem Satz. Anschließend kann jeder einen weiteren Satz ergänzen, sodass eine witzige Geschichte entsteht.
Gemeinsam wird überlegt, was in einer Familie wichtig ist. Ein Rätsel (siehe PDF Silbenrätsel Familie) befindet sich dazu im Anhang. Anschließend kann darüber gesprochen werden.
Unter folgendem Link findet sich ein schöner Kinderpodcast des Hessischen Rundfunks, der kindgerecht das Thema Neid und Eifersucht aufgearbeitet hat:
https://www.hr.de/bildungsbox/wunderwigwam/gefuehleundseele/wunderwigwam-neidisch-eifersuechtig-zwei-ganz-schoen-komplizierte-gefuehle-v1,neid-104.html (letzter Zugriff 15.06.2026).
Die Kinder sollen erleben und verstehen, dass zwar oft Sachen passieren, die ungerecht sind, aber dass Gott da ist und auch darin führt. Und, dass manche Sachen erst Sinn ergeben, wenn wir im Rückblick darauf schauen. In der Beziehung mit Gott heißt es immer wieder zu vertrauen.
Jakob hat mittlerweile 12 Kinder und wohnt in Kaanan. Dies ist das von Gott versprochene Land. Er hatte es Abraham und Mose versprochen und Jakob lebt nun dort mit seiner Familie. Er hat Kinder von vier verschiedenen Frauen. Zwei heißen Lea und Rahel, beide hat er geheiratet. Er wollte aber eigentlich nur Rahel heiraten. Da Rahel erstmal keine Kinder bekommen konnte, sorgte sie dafür, dass Jakob mit ihrer Magd Bilha Kinder bekam. Daraufhin sorgte Lea dafür, dass auch ihre Magd Silpa mit Jakob weitere Kinder bekam. Es fand ein Kampf um die Liebe und Aufmerksamkeit Jakobs statt.
Nur eine hat er wirklich geliebt: Rahel. Doch mit ihr bekam er erst sehr spät eigene Kinder. Josef und Benjamin. Bei der Geburt von Benjamin verstarb Rahel. Diese beiden Söhne liebte er besonders. Und das spürten und erlebten die Brüder täglich. An sich war Josef genau wie seine Brüder. Er war mit ihnen auf dem Feld und hütete die Tiere. Doch er war es wohl auch gewohnt eine Sonderstellung zu haben.
So lief er ohne Scheu im neuen Gewand herum, das sein Vater ihm geschenkt hatte. Und er erzählte auch seine Träume, ohne sensibel dafür zu sein, was dies mit seinen Brüdern und Eltern machte. Jakob wird immer wieder auch Israel genannt, weil er der Start des Volkes Israel im verheißenen Land ist. Seine 12 Söhne sind die 12 Stämme Israels. Josef ist schon fast erwachsen als seine Geschichte startet, 17 Jahre alt. Später erfahren wir, dass Gott Josef immer wieder hilft, Träume zu deuten und damit Einfluss auf die Geschichte zu nehmen. Doch in den jungen Jahren deutet er sie noch nicht.
Jeder, der Geschwister hat, kennt Eifersucht. Aber auch in Freundschaften ist dies etwas, was Kinder kennen. In Kindergruppen, Familien, Klassen, Sportvereinen usw. Immer kann es ein Kind geben, welches eine Sonderstellung hat. Das andere lieber mögen/bevorzugen. Doch je nach Alter sind sie sich ihrer Gefühle, die dabei entstehen, nicht so sehr bewusst. Sie merken aber, dass es kein schönes Gefühl ist. Dass Wut, Streit, Intrigen entstehen. Sie wissen vielleicht auch wie es ist, wenn man der/die Besondere ist. Zum Beispiel als Geburtstagskind, wenn sich alles um einen dreht. Wie gut es sich anfühlen kann, so im Mittelpunkt zu stehen. So oder so können sie sich entweder mit Josef oder den Brüdern identifizieren. Da die Geschichte mitten in der Geschichte von Josef stattfindet, bleibt der Konflikt bestehen. Die Spannung wird nicht aufgelöst. Auch das erleben die Kinder immer wieder. In den 10 Geboten steht ganz klar: Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus, Frau, Knecht, Magd, Vieh noch alles, was sein ist. Gott kennt unser Herz. Er kennt auch die Gefühle, die uns nicht gut tun. Und zeigt: auch die Menschen in der Bibel sind nicht perfekt. Sie machen Fehler, doch auch mit diesen Fehlern/Menschen schreibt Gott Geschichte und wandelt alles zum Guten. Wie Josef am Ende seines Lebens selbst fest stellt: 1.Mose 50,20 Ihr hattet Böses mit mir vor, aber Gott hat es zum Guten gewendet; denn er wollte auf diese Weise vielen Menschen das Leben retten. Das war sein Plan, und so ist es geschehen.
Idee 1 – Sonderrollen
Ihr teilt die Kinder vorher ein. Z.B. die Kinder, die sonst immer die Schüchternen/ am Rand stehenden sind, sind heute die Josefs. (Bitte fragt vorsichtig an, ob sie das auch wirklich wollen) Also, die Lieblinge, die bevorzugt werden. Bei allen Spielen, Aktionen und dem Essen bekommen sie das Beste/Meiste, so dass sie sich in Josef rein fühlen können und die anderen in die Brüder. Je nach Gruppensituation und Größe können eine Person oder mehrere die Josefsrolle übernehmen (nachfolgend “die Josefs” genannt). Die Josefs werden schon bei der Begrüßung besonders herzlich im Empfang genommen. Gebt ihnen was Süßes, für den Rest ist dann leider nichts mehr da. Redet besonders mit ihnen und vernachlässigt den Rest.
Spielt folgende Spiele, bei denen ihr immer wieder zu Gunsten der Josefs entscheidet:
Je nach Gruppe löst ihr die Situation hier schon auf und verteilt noch gerecht weitere Snacks oder stellt klar, warum ihr so gehandelt habt.
Idee 2 – Plakate “Das will ich” + “Das habe ich”
Legt zwei große Plakate oder Tapetenrolle in die Mitte. Auf das eine Plakat/die eine Seite schreibt groß in die Mitte „Das will ich auch“ und auf das andere/die andere Seite „Das hab/kann ich, was kein anderer kann/hat“.
Nun sammelt mit den Kindern. Überlegt, was sie bei anderen schon gesehen haben, was sie auch gerne hätten und was sie Besonderes haben und können. So können sie sehen: jeder kennt das Gefühl, dass ihm/ihr noch etwas fehlt, aber er/sie ist auch dankbar für etwas.
Falls die Kinder nicht direkt auf Ideen kommen, hier ein paar Vorschläge:
“Das will ich auch”: Smartphone, Pferd, Urlaub in einem Kinderhotel, Geschwister, Mama und Papa, ein Elektroroller, Spielekonsole, gute Noten…
“Das hab/kann ich, was kein anderer kann/hat“: Gute Noten, tolle Familie, Haus, Computer, Handstand, ein Instrument spielen, ..
Verkündigungsart: Theater mit Pappfiguren
Vorbereitung: Druckt die Vorlagen (siehe Bilder zum Download) aus und klebt sie anschließend noch auf Pappe. Befestigt unten am Bild einen Holzspachtel oder Stock (am besten mit festem Klebeband wie Panzertape). Legt dann einen Tisch auf die Seite und kniet euch auf die Seite mit den Beinen. Die Kinder sehen euch so gar nicht oder nur ein wenig. Erzählt nun die Geschichte und haltet an den entsprechenden Stellen die Figuren hoch.
Josef: Hallo Kinder, ich bin’s!! J!! Ich bin 17 Jahre alt und ich habe einen richtigen Bruder und noch eine ganze Menge Halbbrüder. Meine Familie ist so ne richtig krasse Patchworkfamilie. Kann sich echt keiner ausdenken was hier alles die letzten Jahre los was. Aber wisst ihr was, auch wenn mein Vater Kinder mitinsgesamt 4 Frauen hatte, mir geht’s echt gut!! Mein Vater kümmert sich richtig liebevoll um mich!! Ich hab echt null Stress mit ihm. Er gibt mir alles, was ich will.
Jakob: Josef komm mal zu mir, ich hab da was gerade für die gekauft. Ich hab es gesehen und sofort an dich gedacht!! Es wird dir mega stehen!!
Josef: Hi Paps, ja zeig mal her, was du da hast!
(Jakob gibt ihm ein Geschenk und verschwindet, Josef packt es aus und zieht sich den bunten Mantel an)
Josef: Wow, der sieht ja abgefahren aus!! Ich sehe damit aus wie die Reichen und Schönen in der Stadt!! Das fühlt sich sooo gut an, was ist das wohl für ein Stoff, echt mega!! Wisst ihr was, dass muss ich unbedingt meinen Brüdern zeigen!! Die werden staunen, wie gut ich jetzt aussehe!!
(Brüder kommen dazu)
Josef: Jungs schaut mal, was Paps mir mitgebracht hat!! Na, was sagt ihr? Abgefahren, oder? Echt die neuste Mode!!
Brüder: Alter Angeber!! Hau ab oder wir machen dir Beine, du Papasöhnchen…
(Brüder verschwinden, Jakob erscheint wieder)
Josef: Papa, weißt du was, die anderen sind so gemein! Immer beleidigen sie mich!! Und weißt du was, gestern haben sie beim Arbeiten einfach eine Runde geschlafen! Deshalb sind drei Ziegen abgehauen!! Das haben sie dir aber nicht verraten, sie wollen sie später suchen, damit du es nicht bemerkst!!
Jakob: Was?? Diese Faulenzer!! Die werde ich mir vorknöpfen!! Die können was erleben! Das ziehe ich ihnen vom Taschengeld ab!!!
(Schild mit „An einem anderen Tag“)
(Josef und die Brüder sind auf der Bühne)
Josef: Jungs, ich muss euch einen mega abgefahrenen Traum erzählen, den ich hatte!!
Brüder: Jetzt kommts…
Josef: Also, ich hab geträumt, dass wir zusammen auf dem Feld waren und Getreide geerntet haben. Jeder von uns hat eine Garbe zusammengebunden. Und dann haben sich eure Garben vor meiner verbeugt!
Brüder: Davon träumst du nachts, sonst noch was?!? Als ob wir uns jemals vor dir verbeugen würden!
Josef: Ah, da ist Papa, ich hatte nämlich noch einen Traum! Und zwar waren am Himmel Sterne, 12 Stück und die Sonne und der Mond. Und alle haben sich vor meinem Stern verbeugt!!
Brüder: Oh, Josef, jetzt bist du zu weit gegangen!! Wir ziehen Leine!! Mal sehen, was Papa zu der Fantasie von dir sagt.
(Brüder gehen, Jakob kommt)
Jakob: Ich hab gehört, was du deinen Brüdern da gerade erzählt hast. Du glaubst doch nicht ernsthaft, dass deine Mutter und ich uns je vor dir verbeugen werden, oder? Wie kommst du nur auf solche Ideen?!? Geh in dein Zimmer und mach dir Gedanken darüber!!
(Josef geht)
Jakob: Ich mach mir auch Gedanken darüber. Woher kommen seine Träume und Ideen nur und was sollen sie bedeuten?
Setze dich an einen Tisch verkleidet als Josef und tu so, als würdest du in dein Tagebuch schreiben. Führe dabei ein Selbstgespräch, welchem die Kinder folgen können. Du kannst gerne dabei etwas schauspielern.
Liebes Tagebuch,
die letzten Tage waren echt verrückt! Erst lief alles richtig gut und dann ging einfach alles schief!!!
Aber von Anfang an! Anfang der Woche kam Papa mit einem Geschenk für mich nach Hause. Einem neuen Gewand für mich. Es ist bunt und wunderschön. Ich war so begeistert!! Ich hab es sofort auch meinen Halbbrüdern zeigen müssen. Doch die waren nur gemein. Können die mir denn gar nichts gönnen?
Naja, ich war danach so sauer auf sie, dass ich Papa erst mal gesteckt habe, dass sie letztens beim Arbeiten geschlafen haben und deshalb nun drei Ziegen weg sind. Da haben die Zehn ganz schön Ärger bekommen. Selbst schuld!!
Die nächsten Tage hab ich mich lieber etwas zurückgezogen, damit sie ihren Frust nicht an mir auslassen. Ich kann ja nix dafür, wenn die so unfähig sind.
Und dann hatte ich einen richtig verrückten Traum!! Ich hab geträumt, dass ich mit meinen Brüdern bei der Getreideernte bin. Und jeder von uns hat eine Garbe gebunden. Dann haben auf einmal die Garben von ihnen sich vor meiner verbeugt. Echt verrückt. Also wir wieder dabei waren die Tiere einzufangen und zu zählen, habe ich ihnen davon erzählt. Boah, da sind die wieder eifersüchtig geworden. Ich meine, das war doch nur ein Traum. Warum muss man denn direkt so eingeschnappt reagieren?
Naja, und die letzte Nacht hatte ich wieder einen Traum. Und ich hätte einfach meinen Mund halten sollen. Ich meine, das letzte Mal haben sie mich schon alle zwei Tage lang ignoriert. Aber beim Abendessen mit unseren Eltern konnte ich nicht anders und hab den Traum dann doch erzählen müssen.
Und zwar hab ich geträumt, dass am Himmel 12 Sterne waren und die Sonne und der Mond und alle haben sich vor meinem Stern verbeugt.
Da war es auf einmal mucksmäuschenstill am Tisch. Papa hat mich richtig ernst und enttäuscht angeschaut. Und meinte dann nur: „ Josef komm!“ Und ist mit mir weg von den anderen. Ich hab meine Brüder noch flüstern hören: „Ohoh, jetzt hat er es zu weit getrieben! Das gibt Ärger.“
Naja, und so war es auch, Papa hat mich ernst angeschaut und mich gefragt, was ich mir dabei gedacht habe! Dass alles ginge jetzt wirklich zu weit!! Und ich soll wohl wissen, wo mein Platz ist.
Ich hab das Gefühl, so schnell vergisst er nicht diesen Traum nicht mehr. Mist.
Quiz: Stellt die Fragen, wer richtig antwortet, bekommt sofort eine Kleinigkeit z.B. einen Sticker oder was Süßes.
Überlegt mit den Kindern, was schon alles schiefgelaufen ist, bevor die Geschichte von Josef überhaupt begonnen hat. Jakob hatte mehrere Frauen und mit ihnen Kinder. Aber geliebt hat er nur eine (Rahel). Jakob hatte 12 Söhne, doch er bevorzugte die beiden von Rahel. Das ist unfair von ihm. Die Brüder wissen bestimmt alle, was da los ist. Sie sind eifersüchtig.
Überlegt mit den Kindern, ob sie Eifersucht auch kennen. Oder aber die andere Seite, dass sie bevorzugt werden. Überlegt zusammen, wie man gut mit diesen Gefühlen umgehen kann.
Zum Beispiel kann man Ungerechtigkeiten ansprechen und benennen. Seinem Gegenüber sagen, was man fühlt. Sich auf das besinnen, was man selbst hat. Man kann den anderen Menschen ja nicht verändern, aber man kann die eigene Einstellung verändern. Wer eifersüchtig ist, kann nicht ganz frei und glücklich sein. Jesus will aber, dass wir frei und fröhlich sind. Er möchte unsere Eifersucht wegnehmen und unser Herz mit Liebe, Dankbarkeit und Freude füllen. Was wir allein nicht schaffen, können wir mit ihm schaffen. Er kann heilen und verändern.
Und wenn man bemerkt, dass man bevorzugt wird, kann man dies benutzen für alle. Z.B., um bei Lehrern einzutreten für unbeliebtere Kinder.
Ihr hattet Böses mit mir vor, aber Gott hat es zum Guten gewendet; denn er wollte auf diese Weise vielen Menschen das Leben retten. Das war sein Plan, und so ist es geschehen. (1.Mose 50,20, Gute Nachricht)
Schreibt diesen Vers auf eine Tafel oder druckt ihn groß aus, so dass alle ihn gut sehen können. Lest ihn ein paar Mal zusammen durch und setzt euch dann in einen Kreis. Nun werfen sich die Kinder einen Ball zu. Wer ihn fängt, sagt die nächsten zwei Wörter im Bibelvers. Das kann auch wiederholt werden, bis es richtig schnell geht.
Jesus, du kennst nicht nur unser Tun und Reden, sondern auch unser Herz. Du weißt, wo bei uns Eifersucht im Herzen wohnt und uns vergiften will. Hilf uns, diese Eifersucht immer wieder loszulassen, sodass wir frei sein können. Danke, dass du keine Lieblinge hast, sondern jeden von uns besonders liebst. Mit jedem von uns hast du einen Plan. Jeden von uns hast du gewollt. Danke dafür und dafür, dass du aus etwas Schlechtem etwas Gutes werden lassen kannst.
Gruppenspiel “Schnick-Schnack-Schnuck“
Vorbereitung: Man braucht einen Platz, z.B. auf einer Wiese, einem Sportplatz. einem Hof oder in einem großen Saal. Der Platz wird in der Mitte geteilt durch ein Seil, Kreppband oder mit Kreide.
Die Kinder werden in zwei Gruppen geteilt. Beide Gruppen gehen ans Ende ihres Feldes.
Ablauf: Jede Gruppe wählt einen Charakter aus dem Bibeltext aus, sie laufen dann zur Mittellinie auf das Zeichen des Mitarbeiters/der Mitarbeiterin hin und führt dort ihr Charakter vor. Wie bei „Schnick-Schnack-Schnuck“ gewinnt oder verliert immer ein Charakter. Bei gleich gewählten ist es unentschieden, es passiert also nichts. Die Gruppe, die verliert, muss wegrennen – zurück zu ihrer Startlinie. Die Gruppe, die gewonnen hat, versucht sie zu fangen. Wer gefangen wurde, ist im anderen Team. Wer es geschafft hat, zurück zu seiner Linie zu kommen, ist safe. Gewonnen hat die Mannschaft, in der am Ende alle Kinder sind (oder die meisten).
Folgende Charaktere gibt es:
Jakob gewinnt gegen die Brüder, verliert aber gegen Josef.
Josef gewinnt gegen Jakob, verliert aber gegen die Brüder.
Die Brüder gewinnen gegen Josef und verlieren gegen Jakob.
T-Shirts batiken
Material: weiße T-Shirts, Batikfarben, Gummis, Pappen, Gefrierbeutel, Einweghandschuhe, Frischhaltefolie
Da Josef ein buntes Gewand bekommen hat, machen wir bunte T-Shirts:
Jedes Kind bekommt ein weißes T-Shirt, dieses muss man nun an einer oder mehreren Stellen drehen und knoten. Eine Anleitung dazu findet man auf der Verpackung der Batikfarbe oder im Internet: https://www.youtube.com/watch?v=vhUr-Zm1df4 (Letzter Zugriff am 13.6.26)
Je nachdem, welche Farbe ihr benutzt, müsst ihr als Mitarbeitende die weitere Behandlung der T-Shirts am nächsten Tag zu Hause machen.
Am Anfang war da die Idee, eine Reihe zu schreiben, wo es ausnahmsweise mal nicht um männliche Hauptpersonen in der Bibel geht. Uns hat es gereizt, mit biblischen Frauen ein Freizeitprogramm zu gestalten und als besondere Challenge sollten es ausschließlich Frauen aus dem Neuen Testament sein. Dabei war es uns wichtig, nicht eine „Frauen in der Bibel“-Geschichte zu schreiben. Es sollte vielmehr um Menschen gehen, die durch Gott gestärkt werden. Daher auch der Titel „Echt stark! – was uns wirklich Kraft gibt!“ In unserer Zeit haben wir mehr denn je den Eindruck, dass Kinder gestärkt werden sollten. Es ist uns wichtig, dass sie im Erleben der Geschichten Vorbilder finden, Gott näher kennenlernen, Halt und Widerstandskraft für die Herausforderungen in ihrem Leben bekommen.
Wir sahen uns viele Geschichten von Frauen im NT mal näher an und haben uns im Ausschlussverfahren (was gibt welche Geschichte her, wieviel Text gibt es überhaupt?) auf 5 Personen geeinigt. Verrückterweise stellten wir beim Ausarbeiten der Geschichten fest, dass jeder der Personen eine besondere Stärke gegeben ist, die sie in der Begegnung mit Gott/ Jesus durch schwierige Zeiten trägt:
Lydia – Optimismus und Lösungsorientierung
Maria – Fokussierung auf das Gute, Zielorientierung
Elisabeth – Hoffnung und Akzeptanz
Fotina – Raus aus der Opferrolle hin zur Selbstwirksamkeit
Priska – Netzwerkorientierung und Teamwork
Bei der Reihenfolge der Geschichten orientierten wir uns nicht chronologisch. Unser Kriterium war, was die Kinder in welcher Phase der Freizeit am besten brauchen. Wir hoffen, dass Gott durch die Bibelanspiele in die Herzen der Kinder spricht und sie täglich mit seiner Kraft erfüllt.
Auf der Freizeit kommt es generell gut an, wenn man die biblische Geschichte spielt. So sind die Kinder mitten im Geschehen. Um die biblischen Erzählungen wurde eine Rahmengeschichte geschrieben. Die Handlung spielt in der heutigen Zeit und hilft den Kindern, die Themen der Geschichten in ihr Leben zu übertragen. Die Rahmengeschichte könnt ihr ergänzen, umschreiben, verlängern. Achtet nur darauf, dass die Rahmengeschichte nicht mehr Raum und Bedeutung einnimmt, als die Bibelgeschichte selbst. Falls ihr zu wenig Zeit habt, könnt ihr die Rahmengeschichte auch weglassen (wäre schade drum, aber wenn es nicht anders geht…).
Nach den Anspielen sind Kleingruppen geplant, um das Gehörte mit den Kindern zu besprechen. Ihr findet die Vorlagen dazu hier in der Themenreihe. Klassischerweise ist der Ablauf so gedacht: Warming up-Spiel/ Ideen zur Vertiefung (verschiedene Ideen, immer Fragen – schaut, was passt, nicht „abfragen“), Gebet, evtl. Abschlussaktion. Was ihr an Material braucht, findet ihr in der jeweiligen Vorlage.
Bitte bereitet euch auf die Kleingruppen vor. Wir haben für Mitarbeitende eine Einführung zum Bibeltext geschrieben mit Hintergrundwissen, dazu auch immer Ideen, wo die jeweilige biblische Hauptperson ein Vorbild für uns sein kann.
Es steht auch immer eine Frage der Hauptperson an Mitarbeitende dabei, die helfen soll, dass ihr selbst Betroffene der Geschichte seid. Vielleicht redet ihr auch als Mitarbeitende untereinander, wie ihr die Frage des Tages beantworten würdet. Falls ihr generell im Vorhinein irgendwas nicht versteht, fragt eure Verantwortlichen. Tauscht euch aus. Es ist auch keine Schande, wenn man auf Fragen keine Antwort hat. Das kann man vor den Kindern auch zugeben.
Mit unseren ausgearbeiteten Programmvorschlägen haben wir versucht, die Themen des Tages spielerisch nochmal aufzugreifen. So kann man an der einen oder anderen Stelle Themen mit den Kindern „ganz natürlich nebenbei“ nochmal aufnehmen.
Viel Spaß und Gottes Segen bei der Umsetzung der Echt-stark!-Freizeit. Möge euch Gott Kraft geben für alles, was ihr braucht.
Im Namen des Redaktionsteams grüßt euch
Antje
Hier findet ihr eine Worddatei mit dem Programmplan zur Echt-Stark!-Freizeit zum Herunterladen. Der Plan ist nicht vollständig und ein Vorschlag, wie man eine Freizeit aufbauen kann.
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