Weiblich. – Peinlich? – Vorbildlich!

Eine Frau salbt Jesus die Füße

Bibelarbeit zu Lukas 7, 36–50

Eine Frau salbt Jesus die Füße: Dieser Text ist im Grunde eine Liebesgeschichte – nicht romantisch, aber existentiell. Es geht um eine große Liebe, es geht um Eifersucht, um Macht, um Gerüchte, um Missverständnisse, um Verstand und Gefühle – alles drin!

Eine Frage steht im Mittelpunkt: »Wer liebt am meisten?« Dann muss man weiterfragen: Kann man Liebe denn messen? Was ist der Maßstab?

Der Einstieg:

Lest zunächst nur den kleinen Abschnitt mitten innerhalb der Geschichte vor, das »Rätsel«, das fast für sich alleine stehen könnte: Lk.7, 41–43 [lesen, Antwort offen lassen].

Frage an die Gruppe: Na, wie würdet ihr diese Frage beantworten? – Kurzer Austausch.

Okay, das ist ein ziemlich einfaches »Rätsel«, mit einer logischen Antwort. Warum stellt Jesus wohl diese Frage? Und – was ist die »Moral von der Geschichte«? Dass man Schulden erlassen soll? Oder sogar viele Schulden machen und dann viel lieben?

Es ist ein Gleichnis, eine Beispielgeschichte – solche Beispiele benutzt Jesus ziemlich gerne, und meistens haben sie einen konkreten Anlass oder Hintergrund.

Die Challenge:

Ich habe eine Challenge für euch: Stellt euch vor, ihr solltet jemandem eure Liebe beweisen. Wie würdet ihr das anstellen? Woran würde man merken, dass ihr den- oder diejenige wirklich liebt? Oder umgekehrt: Was könnte jemand anderes tun, um euch zu beweisen, dass er oder sie euch liebt? Sammelt in der Gruppe ein paar Ideen.

Die Geschichte:

Wir wollen uns gemeinsam eine Geschichte ansehen – eine Liebesgeschichte. Nicht romantisch, aber sehr persönlich. Es geht um eine große Liebe, es geht um Eifersucht, um Macht, um Gerüchte, um Missverständnisse, um Verstand und Gefühle – alles drin! Und es geht um die Frage, wer am meisten liebt, und ob man das eigentlich beweisen kann.

Lest den ganzen Text: Lukas 7,36–50

Die Einzelheiten:

Eine Geschichte kann lebendig werden, wenn wir sie uns im Einzelnen vor Augen malen und sie wie einen Film angucken – und zwischendurch die »Pause«-Taste drücken, um uns Einzelheiten genauer anzusehen. Vielleicht schreibt/malt ihr die einzelnen Begriffe oder Symbole jeweils auf Blätter oder Karten, damit man sie besser vor Augen hat:

Jesus

  • ist mit seinen Jüngern in Galiläa unterwegs, hat schon einen gewissen Bekanntheitsgrad – durch Heilungen, Diskussionen und Streitgespräche mit Pharisäern und Schriftgelehrten;
  • ist immer wieder in der Begegnung mit Menschen – er sucht sie meistens dort auf, wo sie sind (hier: zuhause).

Der Pharisäer

  • wird in diesem Fall sogar beim Namen genannt: Simon
  • »Pharisäer« kommt von Hebräisch »perushim« = die »Abgesonderten«, die »Outsider«, die sich für etwas Besonderes halten – ursprünglich eine abfällige Bezeichnung von außen, die die Pharisäer dann aber für sich selbst übernommen haben.
  • sind eine religiöse Partei, der auch Schriftgelehrte angehörten (also Menschen, die sich in den Heiligen Schriften auskannten – Theologen würde man sie heute vielleicht nennen), hauptsächlich aber Laien, angesehene Bürger (Kaufleute, Handwerksmeister, freie Bauern etc.)
  • Die Gruppierung der Pharisäer ist im 2. Jh. v. Chr. entstanden, als Alternative zu den Zeloten (den »Eiferern«). Sie glaubten an die Befreiung Israels nicht durch Gewalt, sondern durch Gesetzestreue: Wenn sie ein vorbildliches Leben führten, würde das zur Umkehr Israels führen.
  • Sie wollten ein besonders reines Leben führen: keine Begegnung mit unreinen Dingen oder Personen, mehr Almosen geben als vorgeschrieben, regelmäßig beten, ordnungsgemäß Steuern zahlen etc.

Fazit: Die Pharisäer hatten ein durchaus ernsthaftes Anliegen, Gott zu gefallen, in seine Nähe zu kommen – aber aus dem vermeintlichen Heiligenschein wurden leider oft Scheinheilige.

Die gemeinsame Mahlzeit

  • Ein gemeinsames Essen galt als Geste der Achtung.
  • Es war eine Gelegenheit zu philosophischem, politischem und theologischem Gedankenaustausch – meistens waren es damals Männer unter sich.
  • Im Neuen Testament: Mahlzeiten sind Lernorte, wo jemand etwas Entscheidendes dazulernt (siehe z. B. auch bei Zachäus, Maria und Marta, Abendmahl, Auferstehung …)

Die Frau

  • Sie kommt als ungebetener Gast und ist ein Störfaktor in dieser Männerrunde
  • »Stadtbekannte Sünderin« – gemeint ist wahrscheinlich »Prostituierte«, aber vielleicht ist sie auch einfach ein Opfer der Gerüchteküche im Ort …
  • Sie bleibt hier namenlos – es gab immer mal die Vermutung, dass es sich um Maria Magdalena handeln könnte, aber dafür gibt es keine sicheren Anhaltspunkte.
  • Sie nähert sich von hinten – wie eine Dienerin oder Sklavin, diskret und möglichst unauffällig.
  • Ihr Auftauchen ist ein Skandal: Sie stört den erlauchten Kreis, wird emotional, kommt Jesus zu nah.

Bei ihr wollen wir noch etwas genauer hinsehen, weil sie ein paar wichtige Details mit sich bringt:

Ihre Tränen

Sie ist emotional, kehrt ihr Innerstes nach außen. Sind die Tränen Ausdruck von Freude? Erleichterung? Reue? Oder Dankbarkeit? Scham? Auf jeden Fall ist sie in dem Moment überwältigt!

Ihre Haare

Die trägt sie offen – damals galt das als erotisch, ungehörig – es weist vielleicht auf ihre Vergangenheit hin. Die Haare einer Frau galten in der damaligen Kultur als ihr Schmuck – und ausgerechnet damit berührt sie die dreckigen, staubigen Füße …

Ihre Küsse

Liebevoll, demütig, sehr nah, ehrerbietig, körperlich … und für die Umstehenden wahrscheinlich auch peinlich.

Ihr Duftöl

Ein wahrscheinlich sehr teures Parfum (300 Denar – das ist zu der Zeit der Jahreslohn eines einfachen Arbeiters). Es ist auf der einen Seite kosmetisch, aber es hat andererseits auch eine symbolische Bedeutung. Gesalbt wurden damals Könige – und die Toten vor ihrer Beisetzung. Das heißt, die Frau könnte mit dem teuren Öl angedeutet haben, dass Jesus der König bzw. der Messias ist, oder sie könnte auch seinen bevorstehenden Tod angedeutet haben. Dieses Öl ist etwas ganz Besonderes, reserviert für eine ganz besondere Gelegenheit und einen ganz besonderen Menschen.

Die Auflösung:

Weiter in der Geschichte: Der Pharisäer denkt sich seinen Teil – »Wenn Jesus wüsste, wer diese Frau ist, der würde sie nicht so nah an sich ranlassen! Aber er sagt doch, er sei ein Prophet – dann müsste er sie doch durchschauen! Wenn der wüsste …«

Jesus weiß es! Er weiß nicht nur, wer die Frau ist – er kennt auch die geheimen Gedanken von Simon! Ohne, dass der seine Frage gestellt hat, antwortet Jesus ihm mit einer Beispielgeschichte – für Simon als Pharisäer eine scheinbar leichte Übung (»Lass mal hören!«), er ist ja theologische Diskussionen und Rätsel gewöhnt. Trotzdem ist er vorsichtig bei der Deutung: »Ich nehme an …«, so antwortet er etwas vorsichtig – vielleicht vermutet er eine Falle oder eine Fangfrage.

Es ist ein leichtes Rätsel mit einer leichten Lösung – aber schafft Simon auch die Übertragung? Das ist die spannende Frage! Versteht er, was Jesus mit diesem verdächtig leichten Rätsel meint? Jesus hilft ihm dabei: »Sieh diese Frau an!« – das ist wie ein Blick in den Spiegel, in dem Simon sich selbst erkennt. Was er nicht getan hat, hat die Frau für Jesus getan – und noch viel mehr, viel liebevoller, viel herzlicher. Sie hat auf ihre ganz eigene Weise ihre Liebe zu ihm ausgedrückt und dafür ihre eigene Sprache und Symbole gefunden. Fantasie ist die Schwester der Liebe!

Die Frau schenkt alles, was sie hat: all ihren Mut, ihren wertvollsten Besitz, ihre ganze Zuneigung, all ihre Fantasie … Und Jesus schenkt etwas zurück: Er sieht sie an, er gibt ihr An-sehen! Während alle im Raum sie peinlich finden und sich fremdschämen und am liebsten weggucken würden, sieht Jesus sie an und würdigt, was sie da tut.

Und plötzlich sind die Rollen vertauscht: Der Pharisäer (der sich für »gerecht« vor Gott hält) zieht den Kürzeren gegenüber dieser »Sünderin« (die auf einmal vor dem ganzen Publikum als »gerechtfertigt« dasteht).

Überhaupt ist die Geschichte ein einziger Rollentausch:

  • Der gelehrte Pharisäer wird plötzlich Schüler und lernt etwas Entscheidendes.
  • Jesus, der Gast, wird auf einmal der eigentliche Gastgeber.
  • Die »berüchtigte« Besucherin wird eine geehrte Frau.
  • Die stummen Zuschauer werden am Ende Fragesteller.

Am Ende steht die Frage der Gäste: »Wer ist der?« – und im Grunde geben sie die Frage an uns heute weiter: »Wer ist Jesus – für dich? Wie stehst du zu ihm?«

Die Frage vom Anfang: »Wer liebt am meisten?« würde ich gerne umformulieren in die Frage, die Jesus selbst gestellt hat: »Liebst du mich? Hast du mich lieb?« Das hat er an anderer Stelle seinen Freund Petrus gefragt – sehr intensiv, gleich dreimal hintereinander, nachdem dieser – als es drauf ankam – dreimal behauptet hatte, Jesus nicht zu kennen. Im Mittelpunkt steht die Frage nach unserer Liebe zu Jesus. Er fordert nicht einen Beweis, sondern eine Antwort.

Simon wollte nichts empfangen und konnte deshalb auch nichts weitergeben (er war von der Korrektheit seiner Frömmigkeit überzeugt). Worauf kommt es an? Was denkst du, was Jesus von dir erwartet?

Feministische Impulse zu geschlechtsspezifischen Rollenerwartungen, Diskriminierung und positiven Rolemodels für die Jugendarbeit.

Warm Up – Aufstehrunde (10–20 Minuten)

Beschreibung:

Die Teilnehmenden sitzen im Stuhlkreis, die Gruppenleitung liest Fragen vor. Bei Zustimmung stehen die jeweiligen TN auf, bei keiner Zustimmung bleiben sie sitzen.

Fragen:

  • Meine Geschlechtszugehörigkeit beeinflusst meinen Alltag.
  • Meine Geschlechtszugehörigkeit ist mir wichtig.
  • Meine Geschlechtszugehörigkeit fühlt sich manchmal einsperrend an.
  • Ich mag pink und lila.
  • Ich mag Dinosaurier.
  • Ich mag Handwerken.
  • Ich mag Glitzer.
  • Ich höre gern Rapmusik.
  • Ich mag gern tanzen.
  • Ich bin laut.
  • Ich bin leise.
  • Ich kann einen Tisch tragen.
  • Ich mag kochen.
  • Ich gehe gern ins Stadion.
  • Ich habe schon mal als Babysitter gejobbt.
  • Ich habe schonmal eine Waschmaschine angestellt.

Reflexionsfragen im Anschluss:

  • Wie fandet ihr die Fragen?
  • Was ist euch aufgefallen?
  • Wurden eure Annahmen bestätigt?
  • Was hat euch überrascht?

Einstieg – Zeitstrahl (30–45 Minuten)

Beschreibung:

Die Teilnehmenden spielen in zwei oder mehreren Gruppen gegeneinander. Ein oder mehrere Zeitstrahl(en) werden ausgelegt oder auf den Boden geklebt. Den Gruppen werden die Ereigniszettel ausgeteilt. Diese müssen sie möglichst richtig auf den Zeitstrahl sortieren. Dabei sollen die Gruppen untereinander in den Austausch kommen.

Zeitstrahl von 1900 bis heute.

Ereigniszettel:

1908    Vereinsfreiheit für Frauen

1911    1. Mal Internationaler Frauentag

1918    Einführung des Wahlrechts für Frauen

1919    Frauen dürfen erstmals wählen und gewählt werden (Wahl zur Nationalversammlung)

1933    Gleichschaltung und Auflösung der freien Frauenverbände. Frauen werden offiziell auf die Rolle            „Kinder, Küche, Kirche“ reduziert. Berufliche und politische Rechte werden stark eingeschränkt

1949    Frau und Mann werden laut Artikel 3 des Grundgesetztes gleichgestellt

1950    DDR: Gesetz über den Mutter- und Kinderschutz und die Rechte der Frau → Recht auf Arbeit,    gleiche Bezahlung gesetzlich festgeschrieben

1962    Frauen dürfen ohne Zustimmung ihres Mannes ein Konto eröffnen

1972    1. Bundesfrauenkongress in Deutschland

1977    Frauen dürfen ohne Zustimmung ihres Mannes berufstätig sein

1980    Der Bundestag verabschiedet das Gesetz über die ‚Gleichbehandlung von Männern und Frauen am       Arbeitsplatz

1987    Erste Frauenbeauftragte werden in Behörden eingesetzt

1990    Deutsche Einheit → Unterschiedliche Regelungen wie z. B. Schwangerschaftsabbruch müssen   angeglichen werden

1992    Die Synode der nordelbischen evangelisch- utherischen Kirche wählt Maria Jepsen zur ersten    lutherischen Bischöfin der Welt, im Sprengel Hamburg

1993    Die Finanzministerin Heide Simonis (SPD) wird die erste Ministerpräsidentin

1997    Vergewaltigung in der Ehe wird eine Straftat

2001    Einführung des Rechts auf Elternzeit für Mütter und Väter.

2001    Eingetragene Lebenspartnerschaft für homosexuelle Paare.

2005    Angela Merkel ist die erste Kanzlerin in Deutschland

2007    Einführung des Elterngelds

2015    Einführung der gesetzlich verbindlichen „Frauenquote“ für Aufsichtsräte

2017    Ehe für Alle

2017    Gesetz für mehr Lohngerechtigkeit (Entgelttransparenzgesetz)

2018    divers im deutschen Pass

2022    §219a (Werbeverbot für Schwangerschaftsabbrüche) wird vollständig gestrichen.

2024    Selbstbestimmungsgesetz

Im Anschluss folgt eine gemeinsame Auflösung und gleichzeitige Diskussion und Reflexion.

Vertiefung – Rollenerwartungen (30–45 Minuten)

Beschreibung:

Die Aufgabe ist eine Gruppenarbeit. Jede Gruppe sucht sich ein Themenfeld aus. Bei mehreren Gruppen lohnt es sich, dass alle Themenfelder von unterschiedlichen Gruppen bearbeitet werden. Dann kann zum Abschluss noch eine kurze Blitzlichtrunde durchgeführt werden, bei der jede Gruppe kurz ihr Thema präsentiert und die Hauptdiskussionspunkte benennt.

Die Materialien müssen nicht alle genutzt werden. Entweder sucht die Gruppenleitung vorab ein oder zwei Materialien aus oder die Teilnehmenden entscheiden selber.

Beispiel »Tradwifes«:

Deutschlandfunk Kultur Artikel https://www.deutschlandfunkkultur.de/tradwife-hausfrau-social-media-trend-100.html

ZDF Reportage (27 min) https://www.zdf.de/play/reportagen/37-grad-leben-102/tradwives-100

ZDF Info Dokumentation (24 min) https://www.youtube.com/watch?v=kvjuod-drRs

Diskussionsfragen

  • Was sind Tradwifes?
  • Welche Bilder und Szenen werden im Artikel/in der Reportage beschrieben und gezeigt?
  • Welche Geschlechterbilder werden hier beschrieben? Und was denkst du darüber?
  • Was macht den Tradwife-Lifestyle auf den ersten Blick attraktiv – und was daran findest du problematisch, gefährlich oder unrealistisch?
  • Welche Gruppen von Menschen werden in diesem Weltbild eher ausgeschlossen oder abgewertet?

Beispiel »Insta-Moms/Momfluencer«:

ARD Reportage Y- Kollektiv (26 min) https://www.ardmediathek.de/video/y-kollektiv/insta-moms-das-familienbusiness/ard/Y3JpZDovL3JhZGlvYnJlbWVuLmRlL2Y4ZjA5OTA4LTVjZDAtNDRkMy1hMzUxLTRjZDMzNWZlZTBmMi9lcGlzb2RlL3VybjphcmQ6c2hvdzo2MjA5YjVhYmQ4ODZhN2Fj

Carolin Kebekus Show (13 min) https://www.youtube.com/watch?v=8YS-absSZ_I

Diskussionsfragen

  • Was ist dir besonders in Erinnerung geblieben?
  • Wie wirken die »Insta-Moms« auf dich?
  • Welche Geschlechterbilder werden hier beschrieben? Und was denkst du darüber?
  • Wie beeinflusst die Darstellung von Müttern in sozialen Medien die gesellschaftlichen Erwartungen an die Rolle von Frauen und Müttern in der Familie?
  • Was bedeuten diese Darstellungen von Geschlechterbilder für Queers, Nichtbinäre, Inter- und Trans-Personen?

Beispiel 50/60er-Jahre-Werbespots:

Youtube »Die Lebensfragen einer Frau« (1 min) https://www.youtube.com/watch?v=sw4PeMXyqRg  Youtube »Mit Frauengold wirst du wieder glücklich« (2 m) https://www.youtube.com/watch?v=VhQ7j29Jd-4

Youtube »Hauptrolle Hausfrau« (2 m)  https://www.youtube.com/watch?v=MURBzEOf1Sg

Youtube »Die ideale Frau« (3 min) https://www.youtube.com/watch?v=ZsU3_9pILuE

Diskussionsfragen

  • Was ist dir besonders in Erinnerung geblieben?
  • Welche Geschlechterbilder werden hier beschrieben? Und was denkst du darüber?
  • Welche Rolle spielt Konsum in der Darstellung von Glück und Zufriedenheit für Frauen?
  • Wo siehst du Unterschiede zu heute? Und wo Gemeinsamkeiten?

Vertiefung/Kreatives – Vorbilder/Rolemodels (30–90 Minuten)

Beschreibung

Möglich als Einzel- oder Partner*innen-Arbeit.

Such dir/sucht euch eine Person aus den 22 vorgeschlagenen aus. Lest und recherchiert über diese Person anhand der angegebenen Quellen. Beschäftigt euch dabei mit folgenden Fragen:

  • Was ist die Motivation dieser Person? Wofür setzt sie sich ein?
  • Gibt es etwas, das dich an der Person inspiriert, beeindruckt oder irritiert?
  • Gibt es eine Message oder einen wichtigen Begriff, die bzw. den du mit dieser Person verbinden kannst?

Kreative Gestaltungsidee

Das Wort oder die Message aus der dritten Frage kann gestaltet werden:

  • als Powerarmband mit Buchstabenperlen
  • als eigener Text in Form von Gedicht oder Slam
  • als Bild/als Collage aus Worten und Fotos/Bildern aus Zeitungen und Magazinen

Anmerkung: Die meisten der ausgewählten Personen setzen sich für mehr ein als für Frauen*rechte (BiPoC, Behinderung, Sintezza, Jüdin, queer) – Intersektionalität/ Mehrfachdiskriminierungen

Personen: (Quelle: Kalender des Missy Magazine 2025)

  • Izzy: »Ich bin nicht mutig, mir ist heiß.«
    • »Schaut man sich Izzys Social-Media-Kanäle an, kann man nur schwer glauben, dass es mal Zeiten gab, in denen die Wahlberlinerin sich am liebsten in Luft aufgelöst hätte. Sich heute so selbstbewusst vor der Kamera präsentieren zu können, ist jedoch das Ergebnis eines langen Weges hin zur Selbstakzeptanz, den das Model gehen musste. Als dicker Mensch in einer fett-feindlichen Gesellschaft wurde Izzy (bürgerlicher Name: Ezgi Tarhan) schon als Kind eingeredet, dass sie nicht gut genug sei. Diäten und das Gefühl, es nicht wert zu sein, Glück zu empfinden, waren ihre ständigen Begleiter. Zu lernen, dass ein erfülltes Leben nicht mit dem Körpergewicht einhergeht, war deshalb ein Prozess, der Izzy Jahre gekostet hat. Dabei musste sie feststellen, dass es zwar schwer ist, sich selbst zu akzeptieren, wenn man von der »Norm« abweicht, doch noch schwerer war und ist es für ihr Umfeld zu akzeptieren, dass sie jetzt mit sich selbst an einem guten Ort ist – ohne Diäten oder Gewichtsverlust. Eine bittere Erkenntnis, die Izzy nur darin bestätigt hat, sichtbarer und lauter zu werden und denen, die ihr jahrelang ein schlechtes Gefühl gegeben haben, zu zeigen, dass sie sehr wohl ein glückliches Leben verdient hat – und das jetzt auch einfordert.«
  • Abby Stein: »Wenn alle Menschen mit weniger privilegiertem (…) Status zusammenkommen (…), gibt es nichts, was wir nicht erreichen können!«
    • »Abby Stein ist eine US-amerikanische Transgender-Aktivistin und Bloggerin. Sie ist eine direkte Nachfahrin des Begründers des chassidischen Judentums, Baal Schem Tov, und die erste bekennende Transfrau, die in einer chassidischen Gemeinschaft aufgewachsen ist. Stein engagiert sich in verschiedenen Organisationen für Trans-Menschen, insbesondere mit jüdisch-orthodoxem Hintergrund.«
  • Ceija Stoijka: »Ich nahm einen Stift in die Hand, weil ich mich öffnen musste, um zu schreien.«
    • »Ceija Stojka war eine österreichische Schriftstellerin und Künstlerin. Sie gehörte den Lovara-Roma an, die besonders in Zentral- und Osteuropa leben, und überlebte als Kind drei nationalsozialistische Konzentrationslager.
    • Als Kind wuchs Ceija Stojka in einer Familie auf, die als Pferdehändler durch Österreich reiste. Nach der Deportation ihres Vaters 1941 nach Dachau, wurde der Rest der Familie in das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau deportiert. 1943 wurde sie mit ihrer Mutter und Schwester ins KZ Auschwitz-Birkenau geschickt, wo Stojka in der Nähstube arbeiten musste. 1944 wurde sie zusammen mit ihrer Mutter und Schwester, getrennt von den jüngeren Brüdern, ins Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück gebracht. Kurz vor Kriegsende kamen alle drei nach Bergen-Belsen, wo sie 1945 befreit wurden. Von der Großfamilie, die etwa 200 Personen umfasste, überlebten nur sechs Personen.
    • 1988 schrieb sie ihr erstes Buch »Wir leben im Verborgenen« und machte als eine der ersten auf das Schicksal ihres Volkes in den Konzentrations- und Vernichtungslagern aufmerksam.
  • Zadie Smith: »Ich bin nicht hier, um jemanden zu repräsentieren. Mein Job ist es, über Dinge nachzudenken und diese in Sprache auszudrücken.«
    • »Zadie Smith ist eine britische Schriftstellerin und Hochschullehrerin. Sie wuchs in einer Arbeitergegend im Nordwesten Londons auf. Ihre Mutter, die Schriftstellerin und Psychotherapeutin Yvonne Bailey-Smith, stammte aus Jamaika und kam 1969 nach England. Ihr Vater Harvey Smith war weißer Engländer. Nach dem Schulabschluss schrieb sich Zadie Smith, am King’s College, Universität Cambridge, im Fach Englische Literatur ein. Während des Studiums veröffentlichte sie eine Reihe von Kurzgeschichten. Ein Verleger erkannte ihre Begabung und bot ihr einen Vertrag an. Ihr erstes Buch »White Teeth« (dt. »Zähne zeigen«) wurde kurz nach der Veröffentlichung zum Bestseller. Es wurde international gepriesen und erhielt eine Reihe von Preisen. Mittlerweile ist es in über zwanzig Sprachen übersetzt. »Zähne zeigen« erzählt die Geschichten dreier Familien unterschiedlicher ethnischer Herkunft, die im Londoner Stadtteil Willesden leben, dort die ganze Bandbreite gesellschaftlicher Problemfelder erfahren und um ihre Identität ringen.“
  • Tu Youyou: »Jede*r Wissenschaftler*in träumt davon, etwas zu tun, das der Welt helfen kann.«
    • »Tu Youyou ist eine chinesische Pharmakologin und Nobelpreisträgerin. Sie isolierte den zur Behandlung der Malaria eingesetzten sekundären Pflanzenstoff Artemisinin aus dem Einjährigen Beifuß. Tu studierte an der Fakultät für Pharmazie der Medizinischen Universität Peking. Seitdem ist sie am »Institute of Materia Medica« der Chinesischen Akademie für traditionelle chinesische Medizin tätig, zuletzt als Professorin.“
  • Farce: »Ich bin lieber gaymous als famous.«
    • »Veronika König (alias FARCE) redet schnell. Die Hälfte auf Deutsch, die andere machen popkulturelle Wendungen auf Englisch aus, wie das bei jungen Millennials ist.
    • Mit fünf Jahren bekam König, Tochter eines Klarinettisten und einer Geigerin, ihre erste Ikea-Sperrholz-Gitarre und wurde schnell zum Kind mit Hemdchen und Anzughose, das klassische Gitarre bei Wettbewerben spielte. In ihrer Jugend hielt dann die E-Gitarre Einzug ins Kinderzimmer. Statt Bach interessierte sich König nun für Harsh Noise, Black Metal und jede Musik, die »so schlimm war, wie es irgendwie geht«. Sie spielte dann in einigen Bands und hatte mit der Formation »Boden«, die eine Mischung aus Black Metal und Shoegaze machte, früh Erfolg.
    • Irgendwann ertrug sie den Lärm nicht mehr. »Wenn du dir ab dem Alter elf jeden Tag Musik anhörst, in der dich Männer anschreien, dann macht das etwas mit dir.« König packte mit 18 ihre sieben Sachen, zog zum Studium nach Wien und dachte sich: »Scheiß auf alle anderen, it’s me and my laptop from now on.« Statt schreiender Männer, statt Noise Pop hörte sie nun verstärkt Beyoncé, statt mit Band versuchte sie es allein.“
  • Hanna Esther Veiler: »Was Jüdinnen*Juden statt Selbstinszenierung (…) brauchen, ist eine Gedenkkultur, (…) [die] die Verantwortung der gesamten Zivilbevölkerung hervorhebt.«
    • Hanna Veiler war zwei Jahre lang Präsidentin der Jüdischen Studierendenunion Deutschland. »Frau Veiler, am Sonntag war Bundestagswahl. Was waren Ihre Gedanken, als Sie um 18 Uhr die erste Hochrechnung sahen?
    • Überrascht war ich von dem Ergebnis nicht, ernüchtert aber schon. Jeder Fünfte in Deutschland hat die AfD gewählt. So viele Menschen, mit denen ich im Supermarkt an der Kasse stehe, mit denen ich zusammen zur Uni gehe, die meine Nachbarn sind, haben wissentlich einer in großen Teilen gesichert rechtsextreme nPartei ihre Stimme gegeben. Ich mache mir Sorgen um meine Eltern, die nicht deutsch aussehen und einen Akzent haben, und um meine Großmutter, die abgeschoben werden könnte, sollte ihr Aufenthaltstitel einmal nicht verlängert werden. Für mich ist mit dieser Bundestagswahl eine rote Linie überschritten, und mein Entschluss steht fest: Ich werde Deutschland verlassen.
    • Wohin wollen Sie gehen?
    • Das ist eine gute Frage. Ich habe schon mal jeweils ein Jahr in Israel und in Frankreich gelebt. Auch Belgien habe ich aus beruflichen Gründen ins Auge gefasst, auch wenn dort der Antisemitismus noch schlimmer ist als hierzulande. Es geht vor allem darum, dass ich Abstand von Deutschland brauche. In den vergangenen zwei Jahren habe ich mich sehr von diesem Land entfremdet.
    • Einen Rechtsruck gibt es aber vermutlich auch unter jungen Jüdinnen und Juden in Deutschland.
    • Das beobachte ich auch, und wundern müssen wir uns darüber nicht: Rechte Ideologien verfangen vor allem dort, wo Menschen verunsichert sind. Für die jüdische Gemeinschaft gilt das in besonderem Maße. Gerade die jungen Jüdinnen und Juden haben zu Recht das Gefühl, von der Politik vernachlässigt worden zu sein, vor allem seit dem 7. Oktober 2023. Dennoch bin ich überzeugt, dass die wenigsten von ihnen die AfD gewählt haben. Die Brandmauer in der jüdischen Gemeinschaft steht, auch wenn sie vielleicht kleine Risse bekommen hat.«
  • Melina Borčak: »Der letzte Genozid an Bosniak*innen, mehr als 100.000 tote Menschen in Bosnien und Zehntausende mehr in Kosovo, scheint vergessen.«
    • »Melina Borčak ist eine bosnisch-deutsche Journalistin, Autorin und Filmemacherin. Sie arbeitet zu Themen wie: antimuslimischer Rassismus, Medienkritik, muslimischer Feminismus und diskriminierungssensible Sprache. Seit 2015 lebt sie wieder in Deutschland, nachdem sie zuvor fast zwei Jahrzehnte in Bosnien verbracht hat. Ihre journalistischen Beiträge erscheinen unter anderem bei internationalen Medienhäusern wie CNN, ARD, arte und Deutsche Welle.«
  • Tessa Ganserer (und Nyke Slawik): »Ich identifiziere mich nicht als Mensch – ich bin ein Mensch. Es geht nicht um Identitätsfindung.«
    • »Tessa Ganserer ist eine deutsche Politikerin (Bündnis 90/Die Grünen) und war von 2021 bis 2025 Mitglied des Deutschen Bundestages. Zuvor gehörte sie von 2013 bis 2021 dem Bayerischen Landtag an. 2018 war sie die erste Abgeordnete in Deutschland, die ihre Transidentität publik machte. Bei Ganserer und Nyke Slawik handelt es sich um die ersten offen lebenden Transfrauen im Bundestag. Valerie Wilms, die bereits von 2009 bis 2017 Mitglied des Bundestags war, outete sich erst 2025.«
  • Shirley Ann Jackson: »Schätze deine Neugierde und nähre deine Fantasie. Habe Vertrauen in dich selbst. (…) Wage es, dir das Unvorstellbare vorzustellen.«
    • »Shirley Ann Jackson ist eine amerikanische Physikerin.
    • Sie wurde als zweites von drei Kindern in Washington D.C. geboren. Ihre Mutter Beatrice war eine Sozialarbeiterin und ihr Vater George hatte eine leitende Position im United States Postal Service inne. Jacksons Eltern förderten die schulische Entwicklung ihrer Tochter und befürworteten ihr Interesse an Naturwissenschaften. Der Vater unterstützte sie bei naturwissenschaftlichen Schulprojekten. In der Schule besuchte sie Unterrichtsklassen für Fortgeschrittene in Mathematik und Naturwissenschaft.
    • Nach ihrem Schulabschluss begann Jackson ein Studium am Massachusetts Institute of Technology (MIT). Im Studienjahr 1964 waren 43 der 900 Studienanfänger Frauen und unter den 8000 Bachelor-Studierenden waren etwa 20 Schwarze. Jackson fühlte sich anfangs isoliert, entwickelte aber im Laufe des Studiums Freundschaften zu anderen Studierenden. Als Antwort auf den Ratschlag eines Professors, dass »farbige Mädchen« ein Handwerk lernen sollten, entschied sie sich für Physik als Studienfach.Sie finanzierte ihr Studium durch Stipendien sowie einen Nebenjob im MIT-Labor für Ernährungswissenschaften.“
  • Derya Yıldırım: »Ich habe immer (…) in Communitys Musik gemacht, in denen es viel um Zusammenhalt geht, darum, Menschen zusammenzubringen (…).«
    • »Derya Yıldırım ist eine deutsche Singer-Songwriterin, Komponistin und Musikproduzentin. Die Multiinstrumentalistin ist besonders der Bağlama (auch »Saz« – Langhalslaute) verbunden. Yıldırım singt in türkischer Sprache und bezieht sich musikalisch auf die anatolische Volks- und Popmusik. Sie tritt zusammen mit der Band Grup Şimşek oder solo auf und wirkt auch als Dozentin und Jurymitglied.«
  • Minh-Khai Phan-Thi: »Wenn ich durch meine Arbeit erreiche, dass Leute sensibilisiert werden, dann habe ich schon einiges gewonnen.«
    • »Minh-Khai Phan-Thi ist eine deutsche Schauspielerin, Fernsehmoderatorin, Regisseurin und Drehbuchautorin. Erstmals bekannt wurde sie durch ihre Arbeit beim Musiksender VIVA, später profilierte sie sich als Darstellerin in Film und Fernsehen.
    • Minh-Khai Phan-Thi ist Tochter vietnamesischer Einwanderer. Sie zog mit zehn Jahren mit ihrer Familie nach München. Nach dem Abitur begann sie ihre Fernsehkarriere als Moderatorin beim Sender Kabel eins und wurde wenig später beim Musiksender VIVA einem breiteren Publikum bekannt.
    • Als Schauspielerin trat sie 1997 im Fernsehfilm »Jagdsaison« in Erscheinung. Unter der Regie von Lars Becker ermittelte sie von 2003 bis 2020 als erste deutsch-asiatische Kommissarin in der ZDF-Krimireihe »Nachtschicht«.
  • Gilda Sahebi: »Ich bin die Welle und ich bin der Ozean. Nur eine Gesellschaft, die das verstanden hat, ist demokratisch, gleichberechtigt und resilient.«
    • »Gilda Sahebi ist eine deutsch-iranische Journalistin, Autorin und Podcasterin. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind autoritäre Systeme, gesellschaftliche Polarisierung sowie deutsche Innen- und Außenpolitik. Sie veröffentlicht Beiträge für verschiedene Medien, darunter die ARD, Der Spiegel und die Tageszeitung taz. Gemeinsam mit Arne Semsrott moderiert sie den wöchentlichen Politik-Podcast Gilda con Arne.«
  • Ruha Benjamin: »Denk daran, dir die Welten, ohne die du nicht leben kannst, vorzustellen und zu gestalten, so wie du die Welten, in denen du nicht leben kannst, abschaffst.«
    • »Ruha Benjamin ist eine Soziologin und Professorin am Institut für African American Studies der Princeton University.
    • Benjamin wurde als Tochter einer persisch-indischen Mutter und eines afroamerikanischen Vaters in der indischen Stadt Wai im Bundesstaat Maharashtra geboren. Ihre Familie gehört der Religion der Bahá’í an. Als Benjamin drei Jahre alt war, zogen sie und ihre Eltern nach Los Angeles. Sie lebte und arbeitete an zahlreichen Orten, wie etwa South Central Los Angeles, Conway (South Carolina), Majuro (Südpazifik) und Eswatini. Sie selbst bezeichnet diese Orte als die »vielen Süden« und bezieht sich damit auf die Marginalisierung der Perspektiven von Menschen aus südlicheren Ländern, die sie in ihren wissenschaftlichen Arbeiten thematisiert.«
    • Instagram: Ruha Benjamin (@ruha9)
  • Bibi Titi Mohamed: »Wir (…) fordern unser Land zurück.«
    • »Bibi Titi Mohammed war eine Bürgerrechtlerin und Politikerin aus Tansania.
    • Sie wurde als Tochter einer muslimischen Arbeiterfamilie in Dar es Salaam geboren und besuchte in ihrer Kindheit eine Koranschule. Nach ihrer ersten Heirat (mit 14 Jahren) lebte sie zunächst sehr zurückgezogen als Hausfrau und bekam ihr erstes Kind.
    • Durch einen Bekannten wurde in Bibi das Interesse an Politik erweckt. Sie wurde 1955 Organisatorin der Frauenarbeit und später auch Gründungsmitglied der Tanganyika African National Union (TANU).
    • Auf meist unkonventionellen Wegen – beispielsweise durch das Organisieren von Tanzkursen und Haushaltsberatungen – konnte Bibi die einfache Bevölkerung und hier besonders Frauen und Muslime zur Wahl der TANU-Partei motivieren. Allein Bibi gelang es in einer dreimonatigen Werbekampagne über 5000 Frauen als Parteimitglieder der TANU in Dar es Saalam anzuwerben. Im späteren Wahlkampf verhalf Bibi ihre große Bekanntheit in der Bevölkerung und der beträchtliche Einfluss auf das Wahlverhalten der Frauen zu einem kometenhaften Aufstieg in der TANU-Partei. Später wurde sie Ministerin für Familie und Frauenangelegenheiten in der Regierung. In dieser Funktion konnte sie energisch für die weitere Emanzipation der afrikanischen Frauen kämpfen.«
  • Anasuya Sengupta: »Wir werden über die Grenzen hinweg singen, wir werden jenseits der Spaltungen marschieren, wir werden unseren Frieden wie eine Flagge hissen.«
    • »Anasuya Sengupta ist Co-Direktorin und Mitbegründerin von »Whose Knowledge?«, einer globalen, mehrsprachigen Kampagne, die Wissen marginalisierter Gemeinschaften im digitalen Raum ins Zentrum stellt.
    • Seit über 25 Jahren leitet sie Initiativen im Globalen Süden und auf internationaler Ebene, um zu einer feministischen Gegenwart und Zukunft der Liebe, Gerechtigkeit und Befreiung beizutragen. Sie engagiert sich für eine kritische Auseinandersetzung mit Fragen von Macht, Privilegien und Zugang und reflektiert dabei auch auf ihre eigenen Erfahrungen als Savarna-Frau, die aus einer anderen Kaste stammt. Sie ist Mitbegründerin und Beraterin des Numun Fund, des ersten feministischen Tech-Fonds für und aus dem Globalen Süden.«
  • Domiziana: »Queere Menschen und Girls verstehen einfach, was ich versuche zu machen. Da entsteht eine wichtige Synergie für mich. Wir feiern zusammen.«
    • »Domiziana Helga Gibbels ist eine deutsche Musikerin mit italienischen Wurzeln.
    • Sie verbrachte ihre Kindheit zunächst in Freiburg im Breisgau. Ihre Eltern sind Weinhändler, die Mutter betrieb Leistungssport. Als sie sieben Jahre alt war, zogen die Eltern mit ihr und ihrer jüngeren Schwester nach Catania auf Sizilien, wo sie eine katholische Schule besuchte. Zehn Jahre später zog die Familie aus geschäftlichen Gründen nach Berlin, wo Domiziana seither lebt. Domiziana wurde im Kunstturnen ausgebildet und betrieb Leichtathletik im Verein. Als Kind spielte sie außerdem Geige. Bereits in Italien fand sie Anschluss an Fangemeinden von One Direction und Lady Gaga. Nach dem Abitur in Berlin begann sie ein Jurastudium, das sie innerhalb der Regelstudienzeit mit dem Bachelor of Laws abschloss.
    • Mit dem Produzenten Jan Paul Olthoff alias Replay Okay nahm sie im November 2021 das Lied »Ohne Benzin« auf, dessen Text sie selbst verfasste. Es handelt sich um ihren ersten deutschsprachigen Liedtext. 2022 wurde »Ohne Benzin« als erste Single der Künstlerin veröffentlicht. Ein Musikvideo erschien am selben Tag auf YouTube. Durch Dance-Challenges bei TikTok gewann der Titel an Bekanntheit. Ende Mai 2022 stieg der Song auf Platz acht in die deutschen Singlecharts ein und hielt sich viele Wochen unter den Top Ten.«
  • Anna Dushime: »Ich sage immer ganz gerne, dass ich in Deutschland festgestellt habe, dass ich Schwarz bin, weil es davor keine Rolle gespielt hat.«
    • »Anna Dushime ist eine deutsche Journalistin, Moderatorin und Podcasterin.
    • Sie ist in Ruanda geboren, 1994 im Alter von fünf Jahren mit ihrer Mutter und ihren Schwestern vor dem Völkermord in Ruanda geflohen und mit zehn Jahren nach Deutschland migriert. Bevor sie nach Deutschland kam, lebte sie in Großbritannien, wo sie auch die Schule begann. Sie studierte internationales Marketing in den Niederlanden und Ungarn.
    • Für die Berliner Tageszeitung taz verfasste Anna Dushime von 2019 bis 2022 die Kolumne »Bei aller Liebe«, die sich mit Themen rund um Beziehungen, aber auch Rassismus beschäftigte. Ebenfalls seit 2019 moderierte sie für Ärzte ohne Grenzen den Podcast »Notaufnahme«. Anna Dushime hat außer für die taz auch journalistische Texte für die Zeit online, Edition F und für BuzzFeed verfasst. Im Fernsehen war sie in mehreren Talkshows zu Gast.
    • Als Redaktionsleitung ist Anna Dushime für das mit dem Grimme-Preis ausgezeichnete Satireformat »Browser Ballett« und für die Sendung »Aurel Original« mit Aurel Mertz verantwortlich.
  • Zoe Wees: »Musik ist für mich eine Lebenskraft, Musik heilt, Musik ist immer ein Ausweg.«
    • »Zoe Wees ist eine deutsche Sängerin und Songwriterin. Sie wurde 2020 mit dem Song »Control« bekannt.
    • Zoe Wees wurde in Hamburg geboren. Sie wuchs in Dulsberg bei ihrer alleinerziehenden Mutter auf und besuchte dort die Grund- und Stadtteilschule Alter Teichweg. Ihren Vater lernte sie im Alter von 16 Jahren kennen. In ihrer Kindheit trat bei Zoe Wees eine »Rolando-Epilepsie« auf. Mit 12 Jahren begann sie, Gesangsunterricht zu nehmen. Wees wurde bereits in der Schule von ihrem Musiklehrer gefördert, der heute ihr Manager ist.
    • Nach ihrem Schulabschluss konzentrierte sie sich auf ihre Musikkarriere. Anfangs sprach die Sängerin bei öffentlichen Auftritten nur Englisch und kein Deutsch: »Ich spreche Deutsch, wenn ich muss, und Englisch, wenn ich mich wohlfühle.« Mittlerweile macht sie ihre Ansagen bei Konzerten auch auf Deutsch, singt aber nur auf Englisch.«
  • Nujeen Mustafa: »Der Einbezug von Geflüchteten und Menschen mit Behinderungen in Entscheidungsprozesse ist keine Wohltätigkeit. Es ist unser Recht.«
    • »Die Kurdin Nujeen Mustafa floh 2015 gemeinsam mit ihrer Schwester aus Syrien. Sie lebt mit einer spastischen Lähmung. Als Botschafterin für die Initiative »Empowerment Now« von Handicap International setzt sie sich für die Rechte von geflüchteten Menschen mit Behinderung ein.
    • Nujeen Mustafa erzählt: Insgesamt hat meine Flucht nach Deutschland eineinhalb Jahre gedauert. Ich bin allein mit einer meiner Schwestern geflohen, der Rest der Familie musste in Syrien bleiben. Ein Jahr lang waren wir in der Türkei. Dort waren wir zwar vor dem Krieg sicher. Aber ansonsten hatte sich nichts geändert. Schon in Syrien konnte ich wegen meiner Behinderung nicht eingeschult werden. Und auch in der Türkei hatten meine Schwester und ich keinen Zugang zu Bildung oder Arbeit. Und für Menschen mit Behinderung gab es keine Infrastruktur. Dann hörten wir, dass die Grenzen offen waren und dass es einfacher war, nach Deutschland zu reisen. Das war unsere letzte Chance, deshalb brachen wir auf. Unser Weg führte über viele Grenzen: von der Türkei nach Griechenland, Mazedonien, Serbien, Kroatien, Slowenien und Österreich bis nach Deutschland. Wir benutzen viele verschiedene Transportmöglichkeiten. Ich wurde oft im Rollstuhl geschoben. Wir fuhren mit Bussen und Zügen. Und auch mit einem Boot, das uns von der Türkei nach Griechenland brachte. Es war nicht einfach. Oft waren die Leute überrascht, mich zu sehen. Das verstehe ich nicht. Im Krieg kann man sich doch auch schnell verletzen und verliert vielleicht einen Arm, ein Bein oder die Sehkraft. Die Wahrscheinlichkeit, dass da mehr Menschen mit Behinderung kommen, ist doch groß. Denken die Leute, behinderte Menschen werden einfach zurück gelassen?«
  • Roxanna-Lorraine Witt: »Das hier ist auch mein Zuhause. Wir haben dieses Land, diese Gesellschaft mit aufgebaut. Ich will nirgendwo anders hin.«
    • »Roxy represents Minden. Hier ist Roxanna-Lorraine, so ihr voller Name, geboren und aufgewachsen. »In Minden gibt es viele Witts. Jeder weiß, du bist!« Was sie meint, ist: Zwar geht sie als Weiß durch (»White passing«), in Minden jedoch wisse jede*r zumindest dem Namen nach, dass sie zur Gruppe der Sinti gehört.
    • Roxy wächst in einem Haushalt ohne Vater aber dafür mit starken Frauen auf – weibliche Vorbilder wie ihre Großmutter, die den Holocaust überlebte. Sie merkt früh, dass ihre Familie »anders« ist. Trauma, Krieg, Genozid sind Themen, die allgegenwärtig sind. »Aber am meisten hat mich genervt, dass ich arm bin.«
  • Parshad: »Humor kann eine Therapie, ein Heilmittel sein.«
    • Parshad Esmaeili ist eine deutsche Entertainerin und Stand-up-Comedienne.
    • Esmaeili, deren Mutter aus dem Iran stammt, wuchs in Südhessen auf. Während ihrer Schulzeit erhielt sie das START-Stipendium für »motivierte Jugendliche mit Einwanderungsgeschichte« der Hertie-Stiftung. Nach dem Abitur studierte sie Politikwissenschaft und Publizistik an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, brach das Studium nach einem Burn-out jedoch ab. Ein zweites Studium, Online-Journalismus an der Hochschule Darmstadt, beendete sie ebenfalls vorzeitig.
    • Noch während des Studiums begann Esmaeili beim Hörfunksender Planet Radio zu arbeiten. Dort moderierte sie ihre eigene Sendung, PUSH – Parshi’s Urban Shit, bei der sie wöchentlich Deutschrap und Hip-Hop präsentierte. Gleichzeitig trat sie mit eigenen Texten bei diversen Open-Mic-Bühnen auf und baute mit ihren Comedy-Programmen in den Sozialen Medien Reichweite auf.«
    • Instagram: ‎️☁️پَرشاد‎ (@parshad)

Abschluss (5–20 Minuten)

Hier sind drei Vorschläge für den Abschluss dieser Einheit

  1. Die »Honigdusche« oder der »warme Rücken«: Als Übung der »positiven Resonanz« gegen Hate Speech etc. – positiv formulieren, Komplimente machen. Jede*r hat ein A4-Blatt mit bspw. Malereikrepp auf dem Rücken befestigt. Alle andere dürfen auf dieses Blatt Komplimente, positive Beobachtungen und Eigenschaften der oder über die betreffende Person schreiben.
  • Als Teil einer Feminismus-Kampagne der Frauenarbeit in der Nordkirche 2025 hat die Hamburger Karikaturistin und Illustratorin Maren Amini 5 Motivkarten zum Thema Feminismus gestaltet (siehe Insta-Posts im Download. (Die Rechte für die Nutzung liegen beim Frauenwerk der Nordkirche und werden im Rahmen der Nutzung dieses UE-Entwurfs freigestellt). Jede*r kann sich zum Abschluss eines der Motive aussuchen und einen Satz dazu formulieren: z.B. Das spricht mich an diesem Post an (Motiv/ Statement), das finde ich gut, das ärgert mich, irritiert mich oder verstehe ich nicht …
  • Folgender Segen wird zum Abschluss gesprochen, verbunden mit einem kleinen Stärkungsritual und einem Lied. Folgender Satz kann einander zugesprochen oder auch selbst gesprochen werden (vor dem Segen z.B.): GOTT sieht mich/sieht dich (mit meinen/deinen Stärken und Schwächen) und ich bin/du bist gut und richtig, so wie ich bin/du bist!

GOTT segne und beschütze dich!
GOTT lasse dich vertrauen in dich selbst und in GOTT.
GOTT umgebe dich mit Liebe und Fürsprache.
GOTTES weiter Himmel leuchte hell über allem, was du liebst und was dir Freude macht.
GOTTES Wärme umgebe dich in Dunkelheit, Zweifel und Angst.
GOTT ebne dir den Weg und begleite dich.
GOTTES Nähe und Kraft sollen dich stärken.

Amen.

[Franziska Pätzold nach einem Irischen Segenswort]

Im Anschluss kann folgendes Lied gesungen werden:

Mercy is falling, is falling, is falling,
mercy it falls like the sweet spring rain.
Mery is falling, is falling all over me.
Hey oh, I receive your mercy,
hey oh, I receive your grace.
Hey oh, I will dance forevermore.

Hoffnung soll regnen, soll regnen, soll regnen,
Hoffnung soll regnen in Angst und Streit.
Hoffnung soll regnen, soll regnen ganz über dich!
Hey Gott, lass es Hoffnung regnen,
hey Gott, gegen Angst und Streit.
Hey Gott, Deine Hoffnung brauchen wir!

Freude soll regnen, soll regnen, soll regnen,
Freude soll regnen in Traurigkeit.
Freude soll regnen, soll regnen ganz über dich!
Hey Gott, lass es Freude regnen,
hey Gott, gegen Traurigkeit
Hey Gott, Deine Freude brauchen wir!

Liebe soll regnen, soll regnen, soll regnen,
Liebe soll regnen in Einsamkeit.
Liebe soll regnen, soll regnen ganz über dich!
Hey Gott, lass es Liebe regnen,
hey Gott, gegen Einsamkeit.
Hey Gott, deine Liebe brauchen wir!

Glitzer soll regnen, soll regnen, soll regnen,
Glitzer soll regnen in Dunkelheit.
Glitzer soll regnen, soll regnen ganz über dich!
Hey Gott, lass es Glitzer regnen,
hey Gott, in die Dunkelheit.
Hey Gott, deinen Glitzer brauchen wir!

Mercy is falling… (wdh.)

[Music & Lyrics: David RuisMercy is falling“ / Str. 2-5 Franziska Pätzold]

Ablauf Gruppenstunde:

  1. Ankommen
  2. Spiel: Alle Teilnehmer sitzen oder stehen in einem Raum. Ein bis zwei Personen verlassen den Raum. Die restliche Gruppe verändert X Sache(n) im Raum. Die zwei Personen kommen zurück und müssen herausfinden, was verändert wurde. Oder: Verstecken im Dunkeln – können alle Personen gefunden werden?
  3. Thema
  4. Kleingruppen
  5. Aktion

Einstieg ins Thema:

Um Suchen und Finden bzw. Verstecken geht es heute auch in unserer Bibelgeschichte. Wir befinden uns  im Buch Josua und es geht um die Prostituierte Rahab.

Fragen:

  • Wann hast du dich zuletzt versteckt – vor jemandem oder vor einer Situation?
  • Hast du schon mal jemanden gedeckt, obwohl es riskant war?

Lest gemeinsam Josua 2

Kontext

Das Buch Josua knüpft direkt an den Tod von Mose an. Das Volk Israel ist 40 Jahre in der Wüste unterwegs gewesen und steht nun kurz davor, das verheißene Land einzunehmen. Gott beruft Josua, das Volk über den Jordan in das verheißene Land Kanaan zu führen. Dabei stoßen sie immer wieder auf Herausforderungen. Erste große Herausforderung: die befestigte Stadt Jericho. Josua sendet zwei Kundschafter aus, die das Land erkunden sollen. Die Ankunft der Fremden bleibt in der Stadt nicht unbemerkt und wird dem König von Jericho gemeldet.

Josua 2

Die Kundschafter kommen zu Rahab, einer Prostituierten. Der König von Jericho erfährt davon, möchte sie festnehmen und sendet Booten aus. Diese sollen Rahab zur Herausgabe der Israeliten bringen. Doch Rahab versteckt die zwei Israeliten auf dem Dach ihres Hauses (unter Bündeln von Flachstängeln). Den Booten versichert sie, dass die Israeliten die Stadt bereits wieder verlassen hätten.

Warum tut sie das? Rahab bekennt: »Der Herr, euer Gott, ist Gott oben im Himmel und unten auf Erden.« (Josua 2,11.) Sie weiß wie mächtig die Israeliten sind – und vor allem der Gott an ihrer Seite. Daher bittet sie um Rettung für sich und ihre Familie, wenn die Israeliten die Stadt einnehmen. Als Zeichen dafür hängt sie ein rotes Seil aus dem Fenster. Durch ihren Mut und ihre Tat entkommen die Kundschafter. Sie rät ihnen, sich im Gebirge im Westen zu verstecken, weil sie die Verfolger auf eine falsche Fährte in den Osten geschickt hat. So rettet Rahab die Kundschafter und verhilft ihnen zur Flucht. Auch sie wird später gerettet (Josua 6) und im Neuen Testament taucht sie sogar im Stammbaum Jesu auf. (Mt. 1,5) Rahab hat eine Schlüsselrolle in dieser Geschichte und ist ein wichtiger Teil von Gottes Plan.

Wer ist Rahab?

Lest Josua 2 und sammelt Punkte über Rahab. Wer ist sie? Was macht sie aus? Was hat sie riskiert?

  • Einwohnerin von Jericho, lebte in der Stadtmauer (2,15)
  • Prostituierte/Hure (2,1), Außenseiterin
  • Kennt den Gott der Israeliten und seine Taten nur vom Hörensagen (2,10)
  • Bekennt Gott aber trotzdem als: »Der Herr, euer Gott, ist Gott oben im Himmel und unten auf Erden.« (2,11)
  • Mutig: versteckt die Männer – glaubt nicht nur, handelt auch (2,18–21)
  • Kennt die Macht der Israeliten und Gottes – bittet um Rettung (2,12–13)
  • Wird auch im NT erwähnt: Heb. 11,21; Jakobus 2,25; 

Was steckt dahinter?

Was für eine Geschichte, was für eine Rettung. Gott gebraucht hier eine Frau, die wir auf den ersten Blick vielleicht nicht direkt wählen würden. Rahab, nicht Israelitin, gehört zu einem fremden Volk, ist Außenseiterin, Prostituierte. Doch Gott kann sie gebrauchen, sie berufen, ihr Einsicht in seinen Plan gewähren. Und das, obwohl sie Fehler hat, sündigt, nicht perfekt ist.

Gott gebraucht sie trotzdem. Und das ist ein Muster, das sich durch die gesamte Bibel zieht. JA, Gott verurteilt die Sünde, möchte nicht, dass wir sündigen, und dennoch definiert uns unsere Vergangenheit nicht. Sie hindert uns nicht daran, Teil von Gottes großem Plan zu werden.

Fallen euch weitere Personen ein, die »Fehler haben«, sündigen und nicht perfekt sind und trotzdem von Gott gebraucht werden?

  • Abraham – hatte Zweifel
  • Mose – zögerte und wollte nicht vor dem Pharao reden
  • David – begeht Ehebruch, ist verantwortlich für den Tod von Batsebas Mann
  • Jona – rannte vor Gott weg
  • Petrus – verleugnete Jesus

Und so beruft Gott uns auch heute immer wieder in seinen Dienst – mit all unseren Schwächen, Stärken, Fehlern … Für Gott sind wir gut so, wie wir sind. Du musst nicht perfekt sein, damit Gott dich gebrauchen kann, deine Vergangenheit disqualifiziert dich nicht. Wir müssen nicht erst etwas Besonderes leisten oder irgendetwas gut können. Manchmal sind sogar genau deine Schwächen das, was Gott nutzt.

Sei offen für sein Wirken, sein Eingreifen, sein Senden und Berufen und seinen Plan.

Mögliche Kleingruppenfragen:

  1. Was überrascht dich am meisten an Rahab? Warum hat Gott gerade sie ausgewählt?
  2. Was sagt Rahabs Geschichte darüber aus, wie Gott Menschen sieht?
  3. Woran erkennt man echten Glauben in dieser Geschichte?
  4. Was könnte das »rote Seil« heute in deinem Leben sein? Gibt es etwas in deinem Leben, das dich immer wieder an Gottes Zusagen erinnert?
  5. Wo fordert dich diese Geschichte konkret heraus?
  6. Was könnte Gottes Aufgabe für dich sein? Wo könnte Gott dich gerade gebrauchen, obwohl du dich vielleicht ungeeignet fühlst? Welche deiner Schwächen könnte mit Gott an deiner Seite sogar eine Stärke werden?

Aktion:

Jeder bekommt ein Stück rotes Seil/ Garn als Erinnerung daran, dass Gott uns gebraucht, uns retten will und wir ihm vertrauen dürfen. Das ist nicht bloß eine Deko, sondern ein Reminder: Gott sieht mehr in dir, als du vielleicht manchmal selbst.

Zum Start ein paar Hintergrundgedanken

Vielleicht hast du dich über diesen Titel gewundert? Traumfrau und Bibel, das passt ja auch nicht so richtig zusammen. Mit »Traumfrau« verbinden wir entweder unerreichbare Ideale oder die Reduzierung auf Äußerlichkeiten. Und mit »schönem Schein« kann die Bibel wenig anfangen. Da geht es – ja, um was geht es eigentlich in der Bibel, wenn’s dort um Frauen geht? Warum kommen so wenige Frauen (namentlich) in der Bibel vor? Wie war ihre gesellschaftliche Stellung? Wie sahen die Männer, die die Bibel geschrieben haben, die Frauen? Wie sieht Gott uns Frauen? Mehr dazu findet ihr in den Büchern, die ich unten aufgelistet habe.

»Traumfrau« meint in diesem Fall eine Frau, die mich ins Träumen bringt, meine Sehnsucht nach Leben, nach (mehr) Gott in meinem Leben weckt. Oder mich stärker mit meiner Sehnsucht verbindet. Vielleicht, weil ich mich in ihrer Geschichte wiederfinde. Oder weil mir ihre Geschichte vor Augen führt: Es gibt noch mehr … Noch mehr Perspektiven auf Gott. Noch mehr Wege, ihn zu vermissen, ihn zu suchen, mit ihm zu ringen, ihn zu erleben. Noch mehr zu entdecken über Gott und wie er in den Höhen und Tiefen unseres Lebens mit uns unterwegs ist. Es gibt noch so viel mehr!

Mein Traum für uns Frauen ist, dass wir uns wach küssen lassen von Gottes Geist (Das hebräische Wort ruach ist übrigens weiblich!). Und dass wir uns entdeckerfreudig und neugierig auf den Weg machen, mehr darüber rauszufinden, was Gott über uns denkt, wie sehr er an uns interessiert ist und wie er mit uns unterwegs ist. Dass wir tiefer verstehen: Seine bedingungslose Liebe und Annahme gilt uns allen – egal, wie schräg oder nervig wir uns gegenseitig finden. Und jede von uns erlebt sie auf einzigartige Weise, so wie es zu ihr passt.

Darin liegt wiederum ein Schatz für uns alle. Wenn wir uns gegenseitig erzählen, was wir mit Gott erleben, wie wir ihn sehen, beschenken wir uns mit unterschiedlichen Facetten und neuen Perspektiven. Das Bild jeder Einzelnen, das sie von Gott hat, kann bunter werden. Manchmal empfinden wir das als wohltuende Bereicherung, manchmal auch als Zumutung, Herausforderung oder sogar als Angriff. Weil es unsere eigene Sicht, unsere Überzeugung und Erfahrung auch in Frage stellen kann.

Ich möchte euch ermutigen, das mit den Mädels zusammen auszuhalten. Und gemeinsam mit ihnen darin zu wachsen, einander stehen zu lassen in eurer Unterschiedlichkeit. Es geht hier nicht um richtig oder falsch. Ihr braucht euch und eure Sichtweise nicht gegenseitig zu bewerten. Gott hält unsere Unterschiede, Widersprüche und Ungereimtheiten locker aus.

Übrigens: Was wir über Gott sagen, sagt mehr über uns selbst aus und darüber, wie wir die Welt und Gott begreifen, als dass es die Wahrheit über Gott wäre. Also dürfen wir uns auch locker machen und neugierig darauf sein, was wir voneinander erfahren werden, wenn wir uns gemeinsam auf Entdeckungsreise begeben.

Ganz bewusst habe ich mich entschieden, euch keine fertige Bibelarbeit an die Hand zu geben, sondern euch zu animieren, mit den Mädels gemeinsam selbst mit der Bibel zu arbeiten. Denn dadurch gewinnen alle Beteiligten mehr als durch eine »Instant-Bibelarbeit«. Durch das Selbst-aktiv-Werden können die Mädels …

  • einüben, kluge Fragen zu stellen – die Voraussetzung für Antworten, die uns weiterbringen
  • ihre Sprachfähigkeit in Glaubensdingen ausbauen
  • einander tiefer kennenlernen und ein stärkeres Wir-Gefühl entwickeln
  • schrittweise reinwachsen, Verantwortung für die Gestaltung einer Gruppenstunde zu übernehmen

Und nicht zuletzt eure Wertschätzung erfahren, denn indem ihr sie fragt, ihnen Raum gebt und ihnen zuhört, signalisiert ihr ihnen: Deine/eure Sicht ist uns wichtig.

Praktischer Teil

Für eure Mädels-Gruppe geht es mir um mehr, als dir eine Idee für eine Andacht über eine Frau in der Bibel zu liefern. Ich möchte dich und die Mädels, mit denen du unterwegs bist, einladen, euch miteinander auf eine Entdeckungsreise zu begeben. Dabei gehört der Weg dahin wesentlich mit zum Ziel. Denn beim Suchen und Forschen und Fragen werdet ihr Schätze für euer Leben entdecken:

  • im Formulieren kluger Fragen.
  • in den Geschichten der biblischen Frauen.
  • im Austausch darüber, was es für euch bedeutet, was ihr in den Geschichten dieser Frauen entdeckt habt.

Eine Reise braucht Vorbereitung. Sie kostet etwas. Sie birgt Überraschungen. Und sie schafft Verbindung zwischen den Weggefährtinnen. Bist du bereit, dich mit deinem Team und den Mädels auf diese Reise zu begeben?

Das braucht ihr für dieses Abenteuer:

  • Neugier und Entdeckergeist
  • Bibel
  • Stifte und Papier

Hier ein Beispiel, wie die Reise aussehen könnte:

1. Treffen:

  • Warmup
  • Fragen sammeln, die ihr den biblischen Frauen stellen könnt
  • Ihr vom Team stellt 1–2 Traumfrauen vor
  • Im Idealfall 2 ganz unterschiedliche
  • Gesprächsrunde
  • Schlussrunde

Dazwischen gehen die Mädels auf Entdeckungsreise und schauen mal, was sie über biblische Frauen rausfinden können.

2. Treffen: 

  • Warmup
  • Zusammentragen, was ihr gefunden habt
  • Kleingruppen zu jeweils einer biblischen Frau
  • Schlussrunde

3. (und eventuell weitere) Treffen:

  • Warmup
  • Ihr stellt einander die Frauen vor
  • Gesprächsrunde
  • Schlussrunde

Ideen für’s Warmup

Biblische Namen

  • Tragen manche in eurer Runde einen biblischen Namen?
  • Wenn ja: Weißt du auch, was er bedeutet?
  • Wenn nein: Wenn du dir einen aussuchen dürftest, welcher wäre es und warum?

Frauen (und Männer) in der Bibel

Bildet 2er- oder 3er-Gruppen.

1. Runde: Schreibt in 2 Minuten so viele biblische Frauennamen auf wie möglich.

2. Runde: Schreibt in 2 Minuten so viele biblische Männernamen auf wie möglich.

Lest einander die Namen vor.

(Bei den Links findet ihr eine Liste mit allen Frauennamen, die in der Bibel vorkommen.)

Was ist euch leichter gefallen? Frauen- oder Männernamen zu finden?

Frauen raten

(Siehe Material-Anhang)

Bildet etwa gleich große Gruppen. Reihum kommt aus jeder Gruppe eine nach vorne. Sie zieht einen Frauennamen und eine Karte, auf der steht, auf welche Art sie die Frau vorstellt. Bei der Pantomime darf sich die Akteurin bei Bedarf eine weitere dazu holen.

Aktionen: Zeichnen, Pantomime, einzelne Stichworte nennen (wie bei Tabu).

Tipp: Gebt zu Beginn den Hinweis, dass nicht jede der gesuchten Frauen mit Namen bekannt ist.

Ein Beispiel für eine »Traumfrau«-Vorstellung …

… findest du im Steckbrief Sarai/Sarah im Anhang.

Anregungen für die Kleingruppen

Gebt den Mädels am Ende der 1. Einheit die Aufgabe mit, zu recherchieren, welche biblischen Frauen es gibt und welche sie am meisten interessieren. Ob sie dazu die Bibel aufschlagen, die Mama oder den Relilehrer oder Google fragen, ist ihre Sache. Für mich selbstverständlich: Auch ihr Mitarbeiterinnen macht das.

In der 2. Einheit tragt ihr die Recherche-Ergebnisse zusammen und entscheidet miteinander, welche biblischen Frauen euch am meisten interessieren. Schreibt die Namen der Frauen auf je eine Karte und verteilt diese im Raum. Dann sucht sich jede von euch aus, in welcher Gruppe sie mitmachen möchte. Nehmt euch eine Stunde Zeit für die Arbeitsphase. Sollte es nicht reichen und die Mädels sind voll bei der Sache, verabredet ihr, ob sie sich privat treffen oder ihr euch nächstes Mal nochmal Zeit nehmt.

Überlasst es den Mädels, wie sie die Frau vorstellen wollen: indem sie den Steckbrief im Anhang ausfüllen, eine Collage erstellen, eine Frauengestalt aufmalen und ihre Entdeckungen dazu schreiben, sich ein Anspiel oder ein Quiz ausdenken… Wichtig ist: es soll den Mädels entsprechen, ihnen Spaß machen und sie miteinander ins Gespräch bringen.

Ob es den Mädels mehr dient, wenn ihr euch auch in jeweils einer Gruppe mit einbringt oder ohne feste Gruppe für Fragen zur Verfügung steht, wisst ihr selbst am besten.

Fragen für die Gesprächsrunden:

Fragt zuerst eure Mädels, was sie die Frauen gerne fragen würden. Wenn ihr es spielerisch angeht, beflügelt das ihre Phantasie. Beispiel: »Stellt euch vor, ihr wärt Journalistinnen, die für eine Zeitschrift ein Interview mit einer Frau aus der Bibel vorbereiten. Welche Fragen möchtet ihr dieser Frau stellen? Was könnte eure Leserinnen interessieren?«

Hier findet ihr ein paar Beispiele für Fragen, falls von den Mädels wenig kommt:

  • Stellt euch mal vor, diese Frau wäre heute bei uns zu Gast.
    Was würdet ihr sie gerne fragen? Was würdet ihr ihr gerne sagen?
  • Hättest du sie gerne als Freundin, Mutter, Oma, Tante, Lehrerin …? Warum (nicht)?
  • Welche ihrer Eigenschaften hättest du gerne?
  • Wozu ermutigt sie dich? Wie? Wodurch?
  • Wenn du Teil ihrer Geschichte wärst – Wer wärst du gerne? Und wie würdest du mit ihr unterwegs sein wollen?

5-Finger-Methode:

Alternativ könnt ihr auch diese bekannte Bibellese-Methode nehmen. Hilfreicher Hinweis für die Mädels: Du musst nicht zu jedem einzelnen Finger etwas sagen.

Daumen:                 Was bewunderst du an dieser Frau? Oder: Was gefällt dir an ihrer Geschichte besonders gut?

Zeigefinger:          Worauf weist dich ihre Geschichte hin?

Mittelfinger:         Was ärgert dich an ihr/an dem, was sie erlebt?

Ringfinger:            Wie wird in ihrer Geschichte für dich Gottes Treue sichtbar?

Kleiner Finger:   Was kommt dir in ihrer Geschichte zu kurz? Was hättest du gerne noch erfahren?

Fragen für die Schlussrunde:

Sucht euch eine oder zwei davon aus.

  • Was hast du heute Neues entdeckt?
  • Was hast du heute Neues über Gott entdeckt?
  • Was hast du heute Neues über dich gelernt?
  • Was hat dich heute am meisten überrascht?
  • Was hat dich heute neugierig gemacht? Gibt es etwas, mit dem du dich intensiver beschäftigen möchtest?
  • Gibt es etwas, das du ändern oder neu ausprobieren möchtest? Wie sieht der erste konkrete Schritt aus?

Weitere Ideen-Bausteine:

Frauen zu Besuch

Diese Idee eignet sich ergänzend oder alternativ zum oben Beschriebenen. Wenn ihr zum Beispiel eine Gruppe habt, mit der es eher schwierig ist, in Kleingruppen Steckbriefe über biblische Frauen zu erarbeiten, dann wählt doch einfach diesen Weg, über Frauen ins Gespräch zu kommen. Auch hier ist ein entscheidender Punkt, dass ihr mit den Mädels zusammen Fragen auswählt, die sie wirklich interessieren.

Wie wäre es, wenn ihr dieses Thema nutzt, um Frauen aus eurer Gemeinde näher kennen zu lernen? Überlegt zusammen mit den Mädels, welche Frauen sie gerne in euren Kreis einladen oder besuchen möchten.

Dann bittet diese Frauen, sich selbst kurz vorzustellen und euch von einer (biblischen) Frau zu erzählen, die ihr viel bedeutet. Gebt ihnen für ihre Vorbereitung eure Fragen oder einen Steckbrief mit (den im Anhang oder einen, den ihr selbst erstellt habt). Gebt ihr auch einen Zeitrahmen mit, damit ihr noch genügend Zeit habt, miteinander über diese Frau ins Gespräch zu kommen. Wenn ihr mögt, bittet die Frau, euch am Ende einen Segen mit auf den Weg zu geben.

Noch mehr Traumfrauen …

Vielleicht habt ihr ja Lust bekommen, euch noch mehr mit inspirierenden Frauen zu beschäftigen? Auch außerhalb der Bibel gab und gibt es viele faszinierende Frauen zu entdecken. Frauen, die lange vor uns gelebt haben und Frauen unserer Zeit. Frauen in unserer Familie, Gemeinde, Nachbarschaft und Frauen, die in anderen Kulturen und Ländern unterwegs sind. Frauen, die als Mädchen schon Geschichte(n) geschrieben haben und andere, die im Alter besonderes getan oder erlebt haben. Frauen, die viele Menschen kennen und Frauen, die zwar nicht berühmt sind, doch für manche eine ganz besondere Bedeutung haben. Frauen, die es tatsächlich gibt/gab und Frauen, die in Märchen, erdachten Geschichten und Filmen eine besondere Rolle spielen.

Links & Literatur:

https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Frauen_in_der_Bibel
Hier findet ihr alle Frauennamen, die in der Bibel vorkommen. (Stand: 2026-04-08)

  • John Trigilio und Kenneth Brighenti: Frauengestalten in der Bibel für Dummies. Wiley-VCH Verlag
  • Carolyn Custis James: Gottes verlorene Töchter. Wie Gott aus schwachen Mädchen starke Frauen macht. Brunnen-Verlag
  • Sue Richards, Larry Richards: Alle Frauen der Bibel. Ihre Geschichte. Ihre Fragen. Ihre Nöte. Ihre Stärke. Von Abigajil bis Zippora. Brunnen-Verlag
  • Deborah Bender: SerendipityBibel. Lebendige Kleingruppen. Frauen im Alten Testament. Brunnen-Verlag
  • Francine Rivers: Saat des Segens. Gerth-Medien. Ein Roman über die Frauen im Stammbaum Jesu.
  • Leo Bigger: Esther. Mit Gott die Welt auf den Kopf stellen. Fontis-Verlag

Selten hat ein Hintergrundtext von mir so den Puls der Zeit berührt wie in diesem Fall. Ich hatte vermutet, dass dieses Thema in der Gesellschaft immer mehr Raum einnehmen würde – aber die Veröffentlichung der Vorwürfe von Collien Fernandes gegen ihren Ehemann Christian Ulmen hat es noch einmal auf eine ganz andere Ebene gehoben. Klar, der Fall Gisèle Pelicot hat die Gesellschaft schon erschüttert – auch hier bei uns. Und trotzdem gab es da immer noch Menschen, die das weggeschoben haben: »Naja, das ist in Frankreich gewesen. Bei uns gibt es so etwas ja nicht!«

Doch schon im letzten Jahr, schon in den letzten Jahren, wurden die Stimmen immer lauter, die gesagt haben: »Doch. Frauenfeindlichkeit gibt es auch hier. Auch in Deutschland erleben Frauen sexualisierte Gewalt. Psychische Gewalt. Sind sie gefährdet. Durch Männer.« Und durch den Mut von Collien Fernandes wurde auf einmal ein heller Scheinwerfer auf etwas gerichtet, was nicht nur unser Bundeskanzler Friedrich Merz mit seiner Stadtbild-Debatte und dem ungelenken »Fragen Sie doch mal Ihre Töchter« gerne ausblenden möchte: Die Gefahr für Frauen geht nicht von Menschen mit Migrationsbiografie, von Zugewanderten oder Geflüchteten aus – sondern von Männern allgemein . Von Männern, die glauben, ein »Recht« auf Frauen zu haben. Egal, ob in einer Partnerschaft oder nicht. Der gefährlichste Ort für Frauen ist das eigene Zuhause und soziale Umfeld. Doch warum ist das so? Versuchen wir eine Spurensuche. Und schauen wir, warum es so wichtig in unserer Arbeit ist, zu diesem Thema sprachfähig zu sein und eine Haltung zu entwickeln.

Das Frauenbild in der Gesellschaft und die Folgen

Die Gesellschaft, in der wir leben, ist seit Jahrhunderten geprägt durch das Patriarchat. Das bedeutet, dass unsere Werte und Normen, die Fragen unserer sozialen Beziehungen durch Männer geprägt werden, die als Väter, Ehemänner und Männer der Gesellschaft diese Verhaltensmuster repräsentieren, einfordern und deren Einhaltung auch kontrollieren.

Das hat z. B. dazu geführt, dass Frauen in Deutschland erst seit 1958 ihren Führerschein machen dürfen, ohne vorher ihren Mann um Zustimmung zu bitten. Arbeiten gehen, ohne vorher darüber nachzudenken, ob das mit den Pflichten von Ehe und Familie zu vereinbaren ist, dürfen Frauen erst seit 1977. Vorher konnte der Ehemann das verbieten. Und erst seit 1997 ist Vergewaltigung in der Ehe strafbar.

Wir merken also: Obwohl die Frauen seit 1949 laut dem Grundgesetz gleichberechtigt zu den Männern sein und leben sollen, spricht das alltägliche Erleben der Frauen dagegen. Alexandra Zykunov zeigt in ihren Büchern sehr deutlich auf, was Frauen stattdessen durchmachen. Gerade ihr Buch »Was wollt ihr denn noch alles« zeigt anhand von Zahlen und Studien, dass diese strukturelle (weil patriarchal geprägte) Benachteiligung nicht nur z. B. das Risiko von Altersarmut bei Frauen drastisch erhöht, sondern auch ein echtes (Über-)Lebensrisiko darstellt.

Doch diese Ungleichheiten zwischen Männern und Frauen sind definitiv kein neuzeitliches Problem, sondern ziehen sich durch die Jahrhunderte der Menschheitsgeschichte. Immer wieder mussten Frauen erleben, dass sie im Vergleich zu Männern benachteiligt wurden – das fing nicht erst beim Zugang zur Bildung an und endete leider auch nicht damit, dass man(n) Frauen um ihre Lebensleistung betrog und z. B. bahnbrechende Erkenntnisse der Wissenschaft für sich beanspruchte. Das Buch »Beklaute Frauen« von Leonie Schöler zeigt an einigen Lebensgeschichten, mit was für Herausforderungen sich Frauen auch schon vor Jahrhunderten herumschlagen mussten. Und manche davon haben die Frauen dann auch das Leben gekostet.

Die Zeit der »Hexenverbrennung« war im Grunde nichts anderes als eine dunkle Zeit der Geschichte, in der Frauen dafür verbrannt wurden, dass sie anders waren: zu laut, zu unangepasst, zu fordernd, zu selbstbewusst, zu wissend … Aber mit diesem dunklen Kapitel der Geschichte möchte man(n) sich nur ungern beschäftigen – und darum sprechen wir auch heute noch lieber von »Hexenverbrennung« als von »Mord an Frauen«. Die Autorin Tara Luise Wittwer hat sich in ihrem Buch »Nemesis Töchter« intensiv damit auseinandergesetzt. Sie zeigt auf, dass wir es in unserer Gesellschaft sogar schaffen, die althergebrachten Vorstellungen aus der Antike so umzudeuten, dass aus Nemesis und den Furien männerhassende Frauenbilder werden, die mit den ursprünglichen Mythen nichts mehr zu tun haben. Und sie erklärt, warum »female rage« ein wichtiges Gefühl und Instrument ist, um den Zustand der Gesellschaft zu verändern.

Das Frauenbild in der Politik

Der Zustand der Gesellschaft, das sind wir und was wir (er-)leben. Als Frau gehöre ich lt. www.destatis.de am 07.04.2026 zu den 42,3 Millionen Frauen dieses Landes – die andere Hälfte der Bevölkerung sind die 41,2 Millionen Männer. Wir stellen fest: Der Zensus, dem diese Zahlen zugrunde liegen, ist nach wie vor in der binären (Geschlechter-)Welt unterwegs. Sei’s drum. Frauen machen also etwas mehr als die Hälfte der Bevölkerung aus.

Aber woran erkennen wir das in der Gesellschaft und der Politik? In einem Bundestag, dessen Frauenquote aktuell bei 32,4 % liegt, sicher nicht. Auffällig ist dabei, wie groß der Unterschied der einzelnen Parteien ist. Während bei Bündnis 90/die Grünen der Anteil bei 61,2 % liegt, sind bei der AfD nur 11,8 % der Abgeordneten weiblich. Und das hat etwas damit zu tun, in welche Richtung sich eine Partei entwickeln will, in welche Richtung eine Partei unser Land entwickeln will.

Es ist keine persönliche Meinung von mir, sondern lässt sich durch zahlreiche Zitate von AfD-Mitgliedern bzw. deren Parteiprogramm einerseits und dem Parteibild von Bündnis90/die Grünen andererseits belegen. Die Grünen tun viel dafür, dass Frauen sich in der Politik engagieren (z. B. gibt es die Regel, dass alle ungeraden Listenplätze bei Wahlen von Frauen besetzt werden und alle Gremien mindestens zur Hälfte von Frauen besetzt sind). Die AfD dagegen vertritt ein Frauenbild, dass sich an dem traditionellen der 1950er Jahre orientiert: Die Frau ist Hausfrau und Mutter, die Gleichstellung von Männern und Frauen wird abgelehnt.

Es gibt also Parteien, die sich stark machen für die Gleichberechtigung der Geschlechter (vor allem Bündnis 90/die Grünen und die Linken) und andere, die ein sehr rückwärtsgewandtes und traditionelles Rollenklischee bedienen (hier besonders die AfD und die Union).

Es ist vermutlich auch kein Zufall der Geschichte, dass es gerade in der Zeit des Nationalsozialismus schon mal eine Rückwärtsrolle bei den Frauenrechten gegeben hat und alle Errungenschaften, die Frauen sich bis dahin erkämpft hatten, zurückgenommen wurden. Und es ist vermutlich auch kein Zufall, dass gerade die Parteien, die sich gegen die Gleichberechtigung von Frauen und Männern aussprechen, auch ein Problem mit Diversität und queeren Lebensrealitäten haben. Das geht sogar so weit, dass sich sowohl von Alice Weidel (AfD) als auch von Jens Spahn (CDU) Zitate finden lassen, sie seien wohl durchaus lesbisch bzw. schwul, aber eben nicht queer.

Und dass ein im November 2022 beschlossener Aktionsplan »Queer leben«, der die Zielsetzung hatte, die Lebenssituation queerer Menschen in Deutschland zu verbessern, von der neuen Bundesregierung direkt wieder eingestampft wurde. Wer sich an die »Zirkuszelt«-Aussage von Friedrich Merz zum CSD 2025 (Christoper Street Day) in Berlin und dem Klöckner-Verbot, dazu eine Regenbogenfahne am Bundestag aufzuhängen, erinnert, wird nicht überrascht sein. Den wird es auch nicht verwundern, dass die CSDs in unserem Land zunehmend in Bedrängnis geraten. Auf der einen Seite stiegen die Zahlen der Angriffe durch rechte Kräfte auf CSDs 2025 auf ein Rekordhoch, auf der anderen Seite kommt aus dem politisch rechtskonservativen Lager zunehmend Gegenwind, wenn z. B. die sächsische Landesregierung dem CSD Dresden das Merkmal einer politischen Versammlung abspricht.

Doch warum ist das wichtig? Es ist wichtig, weil es unser Zusammenleben deutlich verändern wird. Das bedeutet nichts anderes, als dass es Strömungen in unserer Gesellschaft gibt, die das Rad der Zeit zurückdrehen wollen: Die zurückdrehen wollen, dass sich queere Menschen (und es mag sie überraschen, aber auch Alice Weidel und Jens Spahn gehören dazu!) in der Öffentlichkeit bewegen und als queer erkennbar sind. Und tatsächlich geben jetzt schon immer mehr queere Menschen an, sich in der Öffentlichkeit nicht mehr sicher zu fühlen, weil die Gewalt- und Ausgrenzungserfahrungen immer weiter zunehmen.

Die zurückdrehen wollen, dass Frauen niemandem gehören, sondern selbstbewusst den Raum in der Gesellschaft einnehmen, der ihnen zusteht und zunehmend laut einfordern, dass ihre Themen behandelt werden. Und dass, obwohl Frauen die Hälfte der Bevölkerung in diesem Land ausmachen und es nur unser gutes und im Grundgesetz festgeschriebenes Recht ist, dass wir neben den Männern gleichberechtigt sind. Die zurückdrehen wollen, dass sich die Welt verändert: dass wir frei leben, lieben und glauben, wie wir es wollen. Wir als Frauen, wir als Teil einer queeren Community, wir als Menschen der Gesellschaft. Denn all das bedeutet, dass sich die patriarchalen Strukturen verändern. Verändern müssen. Dass Männer sich verändern müssen. Und auch wenn es im Zusammenhang mit Tätern immer wieder heißt »Not all men« so muss es doch heißen »alle Männer«.

Veränderung ist ein »Muss«

Es muss »alle Männer« heißen, weil alle Männer patriarchal geprägt wurden und werden. Weil alle Männer Teil dieser Gesellschaft sind. Und weil es einfach nicht genügt, nicht selber Täter zu sein. Sondern weil es mehr sein muss: eine männliche Stimme der Gegenrede, wenn frauenverachtend gesprochen wird – auch wenn es »nur ein Spaß« ist. Denn Sprache schafft Wirklichkeit. Eine männliche Stimme, die für Frauen spricht, die bedrängt werden. Die nicht mitmacht, wenn der Kumpel für sein Deepfake-Porno über die Ex gefeiert wird. Die dagegen hält, wenn Incels ihre kruden Gedanken ausbreiten. Die Raum gibt. Frauen ernst nimmt. Betroffenen von sexualisierter Gewalt glaubt. Und nicht fragt, was sie denn getragen haben.

Und auch wir Frauen müssen uns verändern. Dürfen uns verändern. Wir dürfen den Raum einfordern, der uns zusteht. Wir dürfen uns wehren, wenn uns Unrecht geschieht. Wir dürfen laut werden. Wir dürfen Grenzen setzen. Wir dürfen Nein sagen. Und wir müssen laut werden. Für die, die es nicht können. Für die, die ebenfalls Gewalt erfahren. Für die, die anders sind als wir – und ungleich schwerer am Patriarchat leiden. Darum liegt es auch an uns, wie sich die Gesellschaft verändert. Indem wir jene stärken und ermutigen, die ihre Stimme einsetzen für ein gleichberechtigtes Miteinander – und auch selber unsere Stimme erheben, berufen durch Sprüche 31,8: »Tu deinen Mund auf für die Stummen und für die Sache aller, die verlassen sind«. Indem wir nicht nur darauf schauen, Töchter zu ermahnen – sondern auch, Söhne zu erziehen. Indem wir Männer in die Verantwortung nehmen, Veränderungen zu ermöglichen. Patriarchale Strukturen zu verändern, wird am Ende nicht nur den Frauen helfen, sondern allen Menschen zugutekommen.

Zielgedanke:

Gott lässt seine Leute nicht im Stich. Wie Gott sein Volk aus Ägypten befreit hat, so befreit er sie immer wieder aus der Hand der Feinde. Wer sich auf Gott verlässt, der ist nicht verlassen, auch nicht im schwierigen Alltag. Darum kann er/sie sich mutig zu Gott bekennen.

Wissenswertes für Mitarbeiterinnen

Wie kamen Juden nach Persien, wo die Geschichte der Ester spielt?

Nach der Landnahme und den Königen Saul, David und Salomo trennte sich Israel wegen Thronstreitigkeiten in zwei Reiche: das Nordreich, genannt Israel, und das Südreich, genannt Juda. In beiden Reichen regierten Könige, die unterschiedlich ungehorsam Gott gegenüber waren. Darum und aufgrund falscher politischer Entscheidungen wurde das Nordreich Israel 722 v. Chr. von den Assyrern besiegt. 597 v. Chr. wurde das Südreich von den Babyloniern besiegt, die die Oberschicht und die wehrfähigen Männer mit nach Babylon verschleppten. 538 v. Chr. wurde Babylonien von den Persern besiegt und die Kriegsgefangenen befanden sich nun im persischen Reich. Der neue König Cyrus erlaubte den Judäern, in ihre Heimat (die jetzt zum persischen Reich gehörte) zurückzukehren, um den Tempel und die Stadtmauer in Jerusalem wieder aufzubauen (nachzulesen bei Esra und Nehemia). Einige Juden waren aber in Persien geblieben. Dazu gehörte Ester. Die Juden dort bildeten in Persien eine Minderheit. Sie hielten an Gott und ihren Bräuchen fest, was oft auf Unverständnis und Widerstand bei der persischen Bevölkerung stieß. So kam es immer wieder zu Übergriffen auf Jüdinnen und Juden. Davon handelt das Ester-Buch.

Ideen zur Durchführung einer Bibelarbeit

Einstieg:

Verschiedene Lebensbereiche werden auf ein großes Plakat geschrieben (Familie, Freundinnen/Freunde, Klassenkameradinnen/-kameraden, Lehrkräfte, Sportgruppen, CVJM/Gemeinde …). Anschließend erhalten alle Mädchen 3 Klebepunkte, die sie zu den Bereichen kleben, wo es ihnen am schwersten fällt, zu ihrem Glauben zu stehen. Anschließend erfolgt eine Zusammenfassung der Ergebnisse durch die Mitarbeiterin und evtl. eine kurze Gesprächsrunde.

Inhaltsangabe Teil 1:

Da das Buch Ester 10 Kapitel umfasst und es sehr lange dauern würde, sie alle in der Gruppenstunde zu lesen, hier eine Inhaltsangabe zum Vorlesen mit Zwischenstopp zum Selberlesen und -denken:

Unbeschreiblich weiblich …

… ist Königin Waschti. Sie ist mit Ahasveros verheiratet, der in Persien von 485 bis 465 v. Chr. als König herrscht. Er ist ein reicher König und zeigt durch ein halbjähriges Gelage seine ganze Größe und Macht. Gegen Ende des Gelages will er, dass Königin Waschti sich vor den betrunkenen Männern präsentiert. Sie lehnt ab. Damit sie mit ihrem Widerstand gegen den König kein Vorbild für alle Frauen im Volk ist, sich ungehorsam ihren Männern gegenüber zu verhalten, muss sie abgesetzt werden. Eine neue Königin wird gesucht.

Mordechai, ein Jude, der schon länger am Hof des Königs arbeitet, sorgt dafür, dass seine Kusine Ester unter die Jungfrauen kommt, aus denen sich der König seine neue Frau aussuchen will. Weil Gott Ester führt, wird sie die neue Königin. Allerdings verrät sie dem König nicht, dass sie Jüdin ist.

Nach einiger Zeit deckt Mordechai einen Komplott gegen den König auf und rettet ihm damit das Leben. Mit Haman, dem Ersten Minister, steht er allerdings auf Kriegsfuß. Haman will, dass sich alle vor ihm niederwerfen. Mordechai tut es nicht, da er allein Gott anbeten will. Haman ist darüber so erbost, dass er im Namen des Königs einen Erlass veröffentlicht, der beinhaltet, dass in knapp einem Jahr alle Juden an einem Tag vernichtet werden sollen.

Bibeltext lesen und bearbeiten:

Jetzt geht es weiter mit Kapitel 4, das alle gemeinsam lesen.

Mithilfe folgender Fragen soll nun eine Gesprächsrunde eröffnet werden:

  • Warum weigert sich Ester zuerst, zum König zu gehen?
  • Was verändert ihr Denken?
  • Welche Bedingung stellt sie, damit sie bereit ist, sich um eine Audienz zu bemühen?
  • Was gibt ihr schließlich den Mut dazu?
  • Woher hat Mordechai die Gewissheit, dass Gott handeln wird?
  • Was hättest du an Stelle von Ester getan?

Je nach Gruppe kann über die folgenden Inhalte von 1. und/oder 2. eine Gesprächsrunde eröffnet werden.

1. Gott hält zu denen, die zu ihm halten. Das gibt Mordechai die Gewissheit, dass Gott helfen wird, auch wenn es noch überhaupt nicht so aussieht. Dass sein Leben und das seines Volkes gerettet wird, ist nicht von Esters Handeln abhängig, sondern allein von Gott selbst. Es lohnt sich immer wieder, in scheinbar aussichtslosen Situationen Gott zu vertrauen, dass er es gut macht.

  • Was ist deine ausweglose Situation?
  • Wie leicht oder schwer fällt es dir, Gott und seiner Macht zu vertrauen, auch wenn es gerade nicht so aussieht, als ob Gott handelt?
  • Was könnte dir helfen, damit es dir leichter fällt, auf Gott zu vertrauen?

2. Gott hat den ersten Schritt gemacht. Jetzt ist Ester dran. Obwohl König Ahasveros sie aus vielen ausgewählt und geheiratet hat, könnte man meinen, er will sich gern mit ihr unterhalten. Das entspricht aber nicht den persischen Hofsitten. Esters Leben steht auf dem Spiel. Ihre Bedingung an ihre Glaubensgeschwister lautet: »Setzt euch bei Gott für mich ein. Betet und fastet für mich, damit ich nicht ums Leben komme.« Es ist wichtig, dass Christinnen und Christen füreinander einstehen. Wir können uns gegenseitig ermutigen und füreinander um Mut beten, um uns zu unserem Glauben zu bekennen!

  • Wie leicht oder schwer fällt es dir, dich zu deinem Glauben an Jesus zu bekennen?
  • Was setzt du dabei aufs Spiel? (Anerkennung, Ruf …)
  • Wer betet für dich?
  • Für wen könntest du beten?

Inhaltsangabe Teil 2:

Happy End – wie die Geschichte mit Ester ausgeht:

Nachdem dieser Erlass von Haman im Land bekannt wurde, ist es an Ester, sich zu outen und ihr Volk zu retten. Sie bittet um eine Audienz beim König und lädt ihn zum Essen ein. Außerdem soll Haman zu Gast sein. Noch hat Ester ihre Bitte nicht vorgetragen, da läuft Haman mit stolzgeschwellter Brust an Mordechai vorbei. Der hält es nicht für nötig, vor Haman aufzustehen, weil er schon an den Sieg Gottes glaubt. Haman hat die Faxen dicke und lässt hinter seinem Haus einen Galgen aufrichten, an dem Mordechai gehängt werden soll. In dieser Nacht kann der König nicht schlafen und lässt sich aus der Chronik vorlesen. Dadurch wird er an das Ereignis erinnert, als Mordechai dem König das Leben rettete. Am nächsten Morgen, als Haman auf dem Weg zum König ist und um Erlaubnis bitten will, Mordechai zu hängen, beauftragt der König Haman, mit Mordechai durch die Straßen zu ziehen und in dafür zu ehren, dass er dem König das Leben gerettet hat.

Nun eröffnet Ester dem König, dass sie Jüdin ist und Haman angeordnet hat, ihr Volk zu töten. Der König ist wütend und lässt Haman an den Galgen hängen, den er für Mordechai gebaut hat. Da der Erlass der Judenvernichtung nicht mehr ungültig gemacht werden kann, schreiben Mordechai und Ester einen neuen Erlass, der die Juden bevollmächtigt, sich gegen die Perser an diesem Kampftag zu wehren. Aus Angst vor den Juden laufen viele zu ihnen über. Die Juden gewinnen siegreich und feiern ihren Gott am Tag nach dem Kampf. Dieses Fest ist auch bekannt als Purimfest. Pur heißt Los und geht zurück auf Haman, der den Tag der Judenvernichtung auslosen ließ.

Ester hat alles aufs Spiel gesetzt und alles gewonnen. Und das nicht nur, weil sie unbeschreiblich weiblich ist. Sondern weil sie auf Gott und seine Macht gesetzt hat. Nur weil sie voller Vertrauen auf Gott alles riskiert hat, hat sie Gottes Größe erlebt. Ihr Beispiel soll uns Mut machen, uns ganz an Gott zu halten. Er lässt seine Frauen nicht im Stich. (Die Männer natürlich auch nicht!)

Tipps zur Vertiefung

Je nach (geistlicher) Reife der Mädchen kann Folgendes im Anschluss gemacht werden:

  • Es wird verabredet, wer für wen um Mut betet, sich zu Gott zu bekennen.
  • In einem Rollenspiel werden Situationen mit Klassenkameradinnen/Freundinnen nachgespielt, in denen es darum geht, sich zu seinem Glauben zu bekennen. Die Mädchen sollen dadurch mutig werden, von ihrem Glauben zu erzählen.
  • Es werden Armbändchen geknüpft, die die Mädchen täglich daran erinnern sollen, dass Gott mit ihnen ist in jeder brenzligen Situation!

Wer sich anschaut, wer in den Aufsichtsräten der großen Unternehmen das Sagen hat, wer die Ministerien unseres Landes leitet, wer die Artikel bei Wikipedia schreibt oder die Lehrstühle deutscher Universitäten besetzt, dem wird eines auffallen: Man trifft deutlich häufiger auf Männer als auf Frauen. Das liegt nicht etwa daran, dass Frauen per Definition dümmer sind – sondern dass sie es in den patriarchalen Strukturen unserer Gesellschaft deutlich schwerer haben, ihren Raum einzunehmen. Und das, obwohl Frauen seit Jahrhunderten immer wieder mit ihren Erfindungen und Entdeckungen dafür gesorgt haben, dass unsere Welt sich verbessert hat. Manchmal konnten sie sich damit in der Gesellschaft gleich durchsetzen, manchmal hat es gedauert – und nicht selten haben sich Männer ihre Entdeckungen zu eigen gemacht und den Erfolg gestohlen. Und oft haben wir die Frauen, die hinter diesen besonderen Erfolgen gesteckt haben, vergessen. Oder erst gar nicht wahrgenommen. Heute aber bekommen diese Frauen unsere ganze Aufmerksamkeit – und wir erleben den einen oder anderen augenöffnenden Moment.

Ablauf

Einstieg

  • Ankommen und Singen
  • Erste Frage ins Plenum: welche Erfinder*innen kennt ihr – und was haben die erfunden?
  • Einteilung der Teilnehmenden in verschiedene Teams

Hauptteil

  • Quiz mit Beamer und Leinwand
    (alternativ malst du eine Quizwand auf Tapete oder Flipchart-Papier und schreibst dir die Fragen und Antworten auf Karteikarten)
  • Siegerehrung
  • Impuls (eine Idee findest du bei der Bibelarbeit zu Debora)

Schluss        

  • Gemeinsames Singen
  • Gebet

Einstieg

Ankommen

Aktion »Stille Post«

»Es ist gar nicht so einfach, immer das Richtige zu verstehen – und dabei ist das meistens von entscheidender Wichtigkeit!«

Interview mit Debora

Hier könnt ihr eurer Fantasie freien Lauf lassen: Führt ihr das Interview als Rollenspiel auf? Oder habt ihr sogar die Möglichkeit, einen Podcast nachzustellen und zu filmen? Dann könntet ihr das per Beamer auf einer Leinwand zeigen, es den Teilnehmenden direkt auf das Handy schicken. Siehe unten.

Gemeinsames Singen

Hauptteil

Einstiegsfragen:

  • Was habt ihr aus dem Interview behalten?
  • Wer von euch kannte schon die Prophetin Debora?

Gemeinsames Lesen des Bibeltextes »Richter 4, 1–9« – BasisBibel

Gibt es Fragen von euch? Habt ihr alles verstanden?

In einem gemeinsamen Gespräch versucht nun, Antworten auf diese Fragen zu finden:

  • Was war zu der Zeit wohl ein Richter?
  • Was genau war ein Prophet?
  • Was waren die eigentlichen Aufgaben der Frauen damals?
  • Was waren Deboras Aufgaben?
  • Warum konnte Debora trotzdem Richterin sein?
  • Was sollte Barak mit den Soldaten genau machen?
  • Wieso hat Barak darauf bestanden, dass Debora mitkommt?
  • Was hättest du an Deboras Stelle getan?
  • Warum sollte Barak nun doch nicht den Sieg erringen?
  • Wie schwierig findest du es als Mädchen, dich laut für das einzusetzen, was dir wichtig ist? Was hält dich davon vielleicht ab?
  • Wie schwierig findest du es als Junge, dir von einem Mädchen sagen zu lassen, was du tun, lassen oder besser machen könntest? Was hält dich davon vielleicht ab?

Impuls

Schluss

  • Gemeinsames Singen
  • Gebet

Impuls

Ja, als Frau hat man es in dieser Welt nicht leicht. Oder als FLINTA*-Person. Das erleben wir immer wieder. Auch wenn wir nicht in dem Ausmaß davon betroffen sind wie Collien Fernandes, Gisèle Pelicot oder die Frauen aus den Epstein-Akten: Wir erleben an der einen oder anderen Stelle, mal ganz offen und noch öfter verdeckt, Anfeindungen durch Männer. Und dass, obwohl wir in vermeintlich »modernen Zeiten« leben.

Vielleicht ist in dir auch schon mal das Gefühl aufgetaucht, dass wir in einigen Bereichen der Gleichberechtigung eher die Rolle rückwärts machen, als nach vorne zu kommen. Und Gender-Gerechtigkeit über die CIS-Heteronormativität hinaus immer weniger Raum bei uns bekommt. Jetzt stell dir mal vor, wie krass schlechter die Selbstwirksamkeit von Frauen, ihre Gleichberechtigung und Wertschätzung dann zu den Zeiten gewesen sein muss (oder in den Regionen noch ist), in der die Menschen ganz selbstverständlich in patriarchalen Strukturen gelebt, gewirkt und nichts von Frauen-(FLINTA*)-Rechten gewusst haben. 

Und dann ist da Debora. Die hat definitiv in einer Zeit gelebt, in der es bei weitem keine Selbstverständlichkeit gewesen ist, in das Amt einer Richterin gewählt zu werden. Als Frau von (fremden) Männern um Rat gebeten zu werden. Zu erleben, dass andere auf sie hören. Und auch Barak hatte ja seine Schwierigkeiten damit, ihr gänzlich zu vertrauen. Aber sie ist ihren Weg gegangen.Sie ist ihn mit Gott gegangen. Sie hat ihm vertraut. Und sie durfte erleben, dass sich für sie auf diese Weise neue Wege eröffnet haben. Das Türen für sie aufgingen, die anderen verschlossen blieben. Ja – das war damals keine Selbstverständlichkeit. Und wir kennen viele Lebenswege von Frauen, die ihren Weg im Vertrauen auf Gott gegangen sind und nicht zu einem Happy End kamen. Aber sie wussten sich von Gott begleitet. Und das hat ihnen gereicht.

Dich möchte ich ermutigen: Geh deinen Weg. Geh ihn mit Gott. Und lass dich davon überraschen, was dir dann alles möglich wird und was du Neues entdeckst.

Hinweise zum Bibeltext

Vers 1

Ehud war vor Debora ein berühmter Richter und mutiger Mann, der das Volk Israel aus der Hand des Königs von Moab führte. »Richter« waren damals Menschen, die sich als Anführer profilierten und als von Gott gesandt galten und sich zum Wohl des Volkes einsetzten.

Vers 3

Die große Zahl der Streitwagen zeigt die Übermacht des Gegners, der damit quasi als unbesiegbar galt.

Vers 4

Propheten waren Menschen, die von Gott berufen waren, sein Wort an die Menschen zu richten. Er sprach durch sie. Propheten traten hinter ihren Botschaften zurück und setzten sich dafür ein, in allen Bereichen des Lebens so zu handeln, wie Gott es den Menschen gebot und in allem auf Gottes Führung und sein Handeln zu vertrauen.

Vers 9

Debora selber vertraut so dem Wort Gottes, dass sie sich als Frau auf diese gefährliche Reise begibt. Weil der eigentlich so tapfere Barak dem Wort Gottes, übermittelt von Debora, aber nicht vertraut, muss er erleben, wie einer Frau der Sieg über Sisera geschenkt wird.

Das Buch Richter

In diesem Buch wird die Geschichte des Volkes Israel erzählt, wie sie sich zwischen dem Tod Josuas und der Errichtung des Königtums abgespielt hat. Auffallend ist das immer wiederkehrende »Richter«-Schema: Das Volk Israel entfernt sich in seiner Lebensform von Gott und seinem Wort, fällt daraufhin den Feinden in die Hände und wird später durch einen von Gott berufenen Retter (Richter) wieder befreit.

Viele berühmte Personen sind in diesem Buch zu finden: neben Debora sind es z. B. Gideon und Simson. Auffallend ist, dass es für einzelne Geschichten bzw. Personen mehrere Kapitel gibt und andere Richter nur am Rande erwähnt werden.

Die Grundsituation ist in allen Geschichten gleich: Stets ist der entscheidende Kampf ein Kampf, den Gott selbst für sein Volk führt, auch wenn große israelitische Heere zur Verfügung stehen, kämpft nur ein kleiner Teil davon – aber immer im Namen des Herrn.

Am Ende des Buches steht die Erwartung des Volkes, dass Gott ihnen endlich einen König voranstellt, der die Geschicke des Volkes leiten soll.

Interview mit Debora (gerne eingebettet in ein typisches »Podcast«-Szenario)

Host: Halli hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von …

Wie ihr alle wisst, trifft man hier nicht die Stars und Sternchen, die man auf dem roten Teppich Hollywoods bejubelt – hier treffen wir auf Menschen, die echt was erlebt haben. So wie unser Gast heute. In einer Zeit, in der Frauen kaum etwas zu melden hatten, schütteten ihr die Männer das Herz aus, um von ihr einen guten Rat zu bekommen. Sie konnte Siege prophezeien und Niederlagen vorhersehen. Und so versteht sich ihr Lebensmotto vielleicht von ganz alleine: »Wer auf Gott hört, erlebt wunderbare Dinge«. Begrüßt mit mir: Debora!

Debora, wie hast du das damals nur angestellt, dass die Männer dir nicht nur zuhörten, sondern sich auch extra auf die Reise zu dir begaben, um dich um Rat zu fragen?

Debora: Tja, jede Frau hat so ihre kleinen Geheimnisse, meinst du nicht auch? Aber ganz im Ernst: Ich glaube, die Menschen merken seit jeher, dass ich mich nicht so wichtig nehme. Und vor allem, dass es nicht meine eigene Meinung ist, die ich äußere – sondern dass Gott zu mir spricht, mir hilft und ich voll und ganz auf ihn vertraue.

Host: Du meinst, Gott spricht zu dir? Wie soll ich mir das vorstellen? Schon damals war es ja nicht so, dass er nur kurz zum Telefon greifen musste, um jemanden anzurufen. Also, wie konnte Gott zu dir sprechen, wenn er doch gar nicht auf der Erde war?

Debora: Das ist nicht so einfach zu erklären. Es gibt tatsächlich Situationen, in denen ich so etwas wie eine innere Stimme höre, die zu mir spricht. Andere Leute würden vielleicht von ihrem Gewissen sprechen – aber ich merke, dass es dann Gottes Worte sind, die zu mir sprechen. Halt nur, dass ich sie in meinem Kopf höre. Ich weiß, dass klingt verrückt.

Host: Ja, das ist wirklich nicht das, womit ich gerechnet hätte. Aber gibt es noch andere Momente? Momente, wo du Gottes Willen anders erfährst?

Debora: Naja, manchmal ist es wie ein Gedanke, der sich in meinen Kopf und in mein Herz stiehlt und auf den ich immer wieder zurückkomme. Der lässt sich nicht vertreiben und ich kann mich auch nicht ablenken. So wie bei einem Ohrwurm tönt es immer wieder durch mein Herz. Dabei handelt es sich dann aber um etwas, womit ich zu dem Zeitpunkt gar nicht gedanklich beschäftigt war. Aber trotzdem ist ganz plötzlich dieser Gedanke da.

Host: Und für dich ist das dann eine Nachricht von Gott?

Debora: Ich wüsste nicht, wie ich das sonst erklären könnte. Und das Krasse ist: Die Menschen erkennen sich ja in dem wieder, was ich ihnen erzähle. Darum merken sie auch, dass ich nicht nur spreche, weil ich mich gerne reden höre.

Host: Was die Menschen mir ja auch immer gerne unterstellen. Aber was sind das dann für Dinge, über die du sprichst – oder über die Gott zu dir spricht?

Debora: Na, das sind ganz unterschiedliche Dinge. Meist schlichte ich Streit zwischen den Leuten die zu mir kommen, weil alle wissen dass ich niemanden bevorzuge. Aber manchmal bekomme ich auch einen konkreten Auftrag von Gott. Das wird dann besonders spannend. Dann frage ich mich, ob die Leute wohl auf mich hören werden?!

Host: Da sollen ja auch ganz wichtige Menschen dabei gewesen sein, zu denen Gott dich geschickt hat!

Debora: Ja, das stimmt. Vom Bettler bis zum Feldherr habe ich damals gesprochen – und jedes Gespräch war so anders! Manche verliefen gut, andere hörten nicht auf mich und mussten dann mit den Konsequenzen leben.

Host: So wie der Feldherr Barak. Mit der Geschichte beschäftigen wir uns gleich … Aber erst etwas Musik!

A call for global sisterhood!

Der Stundenentwurf soll Mädchen und junge Frauen dazu inspirieren, sich mit den Lebensrealitäten anderer Mädchen und Frauen weltweit auseinanderzusetzen – insbesondere mit den Erfahrungen aus der Arbeit des YMCA Ghana. Ziel ist es, gegenseitiges Verständnis, Empowerment und globale Solidarität zu fördern.

Sehr wahrscheinlich hat jede von uns ein Bild im Kopf, wenn wir über Frauen in Afrika nachdenken. Sehr wahrscheinlich ist dieses Bild sehr einseitig und wenig realistisch.
Der CVJM (englisch YMCA) ist eine weltweite Organisation und in über 120 Ländern dieser Welt für junge Menschen aktiv. Viele YMCA haben Partnerschaften und unterstützen sich so gegenseitig in der Arbeit. Der CVJM-Westbund e.V. hat z. B. eine Partnerschaft mit dem YMCA Ghana. Er hat unter anderem eine große und vielfältige Arbeit mit und für Mädchen und junge Frauen in Ghana.

Die Lebensrealität von Mädchen und Frauen sieht in Ghana anders aus als bei uns. Ihre Bedürfnisse und Fragen jedoch sind sehr ähnlich zu denen der Mädchen und Frauen bei uns.

Was bietet dieser Stundenentwurf?

  • Ankommen und Icebreaker
  • Ghana: Kurzvorstellung des Landes
  • Situation von Mädchen und Frauen in Ghana
  • Arbeit des YMCA Ghana am Beispiel des »Smart Girl Projektes«
  • Erfahrungen von Teilnehmerinnen und Mitarbeiterinnen des Projekts
  • Interaktive Gruppenarbeit
  • Perspektivwechsel Übung
  • Erstellung einer »Empowerment-Wand«
  • Abschluss- und Reflektionsrunde

Ablauf (Dauer ca. 2–2,5 Stunden)

Ankommen und Icebreaker

Begrüßung und Einführung in das Programm

Methode: »Gemeinsamkeiten finden«
Die Teilnehmerinnen bewegen sich im Raum und beantworten Fragen wie:

  • Wer möchte später unabhängig sein?
  • Wer hat schon einmal für seine Meinung gekämpft?
  • Wer möchte die Welt verändern?

Ziel: Verbindung schaffen und zeigen, dass viele Wünsche universell sind.

Ghana-Quiz

Für Infos zum Land macht nun in Kleingruppen oder als »1,2, oder 3« das Quiz im Anhang.

Bildung

Schulbildung ist grundsätzlich möglich. Aber: nicht alle Kinder können lange zur Schule gehen. Besonders Mädchen sind häufig benachteiligt. Organisationen wie YMCA Ghana fördern Bildung und Chancengleichheit.

Situation von Mädchen und Frauen

Herausforderungen:

  • Ungleiche Bildungschancen
  • Frühe Verantwortungsübernahme in der Familie
  • Gesellschaftliche Erwartungen und konservative Rollenbilder

Positive Entwicklungen:

  • Mehr Bildungsprogramme
  • Stärkere Förderung von Mädchen
  • Wachsende Rolle von Frauen in Gesellschaft und Beruf

Projekte des YMCA Ghana für Mädchen und Frauen

Starke Mädchen – starke Frauen: Der YMCA Ghana stärkt junge Mädchen und Frauen durch Bildung, Mentoring und der Schaffung von sicheren Räumen.
Er vermittelt praktische Fähigkeiten wie Leadership, Kommunikation und Eigeninitiative.
Gesundheit, Hygiene und Wohlbefinden stehen im Mittelpunkt, damit Mädchen ihren Körper kennen und selbstbewusst Entscheidungen treffen können.
Durch Projekte, Diskussionen und Freiwilligenarbeit lernen sie, Verantwortung zu übernehmen und ihre Meinung einzubringen.

Warum diese Arbeit zählt

Viele junge Frauen haben nur eingeschränkten Zugang zu Bildung, Informationen und Chancen – oft durch Familie, Kultur oder Geld begrenzt. Das kann Selbstvertrauen und Entscheidungsfreiheit hemmen.
Unsere Programme schaffen Zugang zu Wissen, stärken Selbstbewusstsein und vermitteln wichtige Fähigkeiten, damit Mädchen ihre Ziele erreichen können.

Die Programme des YMCA Ghana helfen ihnen, Hindernisse zu überwinden, Selbstvertrauen zu gewinnen und aktiv zur Gemeinschaft beizutragen.

Drei aktuelle Projekte aus dem YMCA Ghana für Mädchen und Frauen

Das SMARTGIRL-Projekt

Die Menstruationsgesundheit ist für viele Mädchen noch immer eine große Herausforderung. Ein Grund dafür ist der fehlende Zugang zu verlässlichen Informationen und zu Hygieneartikeln. In einigen Gemeinschaften kommt hinzu, dass kulturelle Vorstellungen es erschweren, offen über das Thema zu sprechen.

Das SMARTGIRL-Projekt setzt genau hier an: Es informiert über Menstruationsgesundheit und -hygiene und verbessert gleichzeitig den Zugang zu Hygieneartikeln. Ziel ist es, dass Mädchen ihre Menstruation würdevoll erleben und informierte Entscheidungen über ihre Gesundheit treffen können.

Seit 2023 hat das Projekt mit Aufklärungsangeboten 1.328 Mädchen und Frauen erreicht und mehr als 3.000 Damenbinden verteilt. Die Aktivitäten fanden in Schulen, Berufsbildungszentren, Frauengefängnissen und Jugendstrafanstalten statt.

Die Rückmeldungen der Teilnehmerinnen zeigen, dass sich ihr Wissen deutlich verbessert hat – zum Beispiel zur richtigen Nutzung und Entsorgung von Hygieneartikeln, zur Körperpflege während der Menstruation und zum allgemeinen Gesundheitsbewusstsein.

Im Projekt werden auch Jungen und Männer mit einbezogen, damit auch sie wichtige Informationen erhalten und ihr eigenes Denken reflektieren können.

Aufklärung und Vorsorge zu Brustkrebs

Die Aufklärung über Brustkrebs ist ein weiterer wichtiger Schwerpunkt. Viele Frauen haben nur begrenzten Zugang zu Informationen und Vorsorgeuntersuchungen, was dazu führen kann, dass die Krankheit erst spät erkannt wird.

Durch Informationsveranstaltungen und Vorsorgeangebote erhalten junge Frauen grundlegendes Wissen über Brustgesundheit und werden ermutigt, bei Bedarf frühzeitig medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Bisher haben 923 Frauen an diesen Maßnahmen teilgenommen, einige von ihnen wurden zur weiteren Behandlung überwiesen.

Leadership und finanzielle Unabhängigkeit

Ein wichtiger Teil der Arbeit ist es, junge Frauen zu stärken. Sie bekommen die Chance, ihre Leadership-Skills zu entwickeln, mitzureden und Verantwortung zu übernehmen. In Trainings und Projekten lernen sie wichtige Fähigkeiten fürs Leben.

Außerdem unterstützt der YMCA Ghana sie dabei, eigene berufliche Perspektiven zu entwickeln und finanziell unabhängiger zu werden. So gewinnen sie mehr Selbstvertrauen und trauen sich, ihre Chancen aktiv zu nutzen.

Warum ist diese Arbeit auch für uns ein Vorbild?

Auch wenn Mädchen in Ghana und Deutschland in unterschiedlichen Umgebungen aufwachsen, ähneln sich viele ihrer Träume und Herausforderungen. Mädchen überall möchten lernen, respektiert werden und ihre Ziele erreichen.

Wenn Mädchen aus verschiedenen Ländern voneinander erfahren, können sie:

  • Empathie entwickeln und die Welt besser verstehen
  • Neue Ideen und Perspektiven kennenlernen
  • Sich gegenseitig bei Themen unterstützen, die Frauen weltweit betreffen
  • Teil einer globalen Bewegung für Gleichstellung der Geschlechter werden

Das zeigt den internationalen Geist des YMCA, in dem junge Menschen aus verschiedenen Kulturen gemeinsam an positiven Veränderungen arbeiten. Auch wenn es Ländergrenzen gibt, sind die Sehnsüchte und Wünsche von jungen Menschen »grenzenlos« und universell. Engagement von anderen Menschen in unterschiedlichen YMCA steckt an und wir können einander helfen und unterstützen, dass jungen Menschen ihr Leben gut gelingt.

Stimmen von Teilnehmerinnen der Programme des YMCA Ghana für Mädchen und Frauen:

ABIGAIL HAMMOND
„Beim YMCA-Programm habe ich gelernt, selbstbewusst zu sprechen und an mich zu glauben. Früher war ich schüchtern und habe meine Meinung kaum gesagt. Jetzt weiß ich: Meine Stimme zählt! Ich möchte andere Mädchen ermutigen, ebenfalls an sich zu glauben.“

MARY EDUAH:
»Die Arbeit mit den Mädchen beim YMCA ist total inspirierend. Wir sehen, wie junge Frauen ihre Talente entdecken und sich gegenseitig unterstützen. Die Programme zeigen ihnen, dass sie echte Leader in ihren Communities sein können.«

ROSE KONADU
»Die Workshops zu Gesundheit und Führung haben vielen Mädchen in unserer Community geholfen. Sie sind selbstbewusster geworden und motiviert, Schule und Karrierechancen aktiv zu nutzen.«

Helena Amponsah
»Der YMCA hat mir den Mut gegeben, meine Meinung zu sagen und an mich selbst zu glauben.«

Rashida Tetteh
»Durch den YMCA habe ich verstanden, dass meine Träume möglich sind, wenn ich hart arbeite und dranbleibe.«

Weitere Stimmen:

»Ich habe gelernt, wie ich während meiner Periode gut auf mich achten kann und wie ich darüber sprechen kann, ohne mich zu schämen.«

»Das Programm hat uns geholfen, unseren Körper besser zu verstehen und Fragen zu stellen, die uns wichtig sind.«

»Durch das YMCA hatte ich die Möglichkeit, Verantwortung zu übernehmen und mein Selbstvertrauen zu stärken.«

Vorschläge für die interaktive Gruppenarbeit

1. »Unsere Herausforderungen – ihre Herausforderungen«

Kleingruppen arbeiten zu folgenden Fragen:

  • Welche Herausforderungen haben Mädchen in Deutschland?
  • Welche könnten Mädchen in Ghana haben?
  • Wo gibt es Gemeinsamkeiten?
  • Was können wir voneinander lernen?

Ergebnisse werden auf Plakaten festhaltenund anschließend kurz präsentiert.

2. Perspektivwechsel-Übung

»In ihren Schuhen gehen«. Die Teilnehmerinnen bekommen kurze Fallbeispiele (z. B. ein Mädchen in Ghana, das zur Schule gehen möchte, oder ein Mädchen in Deutschland mit gesellschaftlichem Druck).

Diskussion:

  • Wie würdest du dich fühlen?
  • Was würdest du tun?
  • Was würdest du dir wünschen?

Ziel: Empathie und globales Verständnis wird gestärkt

3. Kreatives: Botschaften verbinden (25 Minuten)

Die Teilnehmerinnen gestalten eine gemeinsame »Empowerment-Wand«

Leitfrage: Welche Botschaft möchtest du einem anderen Mädchen/einer anderen jungen Frau auf der Welt mitgeben?

Die Ergebnisse werden fotografiert und an die Mitarbeiterinnen des YMCA Ghana geschickt (über den CVJM-Westbund, Andrea Bolte).

Botschaft der YMCA Ghana Mitarbeiterinnen an Mädchen in Deutschland

Abigail: Eure Stimmen, Ideen und euer Handeln zählen! Lernt von Mädchen weltweit, unterstützt Gleichberechtigung und stärkt einander – gemeinsam können wir eine Welt schaffen, in der jedes Mädchen Chancen hat, erfolgreich zu sein.

Sarah: Unsere Erfahrungen mögen unterschiedlich sein, aber viele Herausforderungen, mit denen junge Frauen weltweit konfrontiert sind, ähneln sich.

Sich für das Leben von Mädchen und Frauen in anderen Ländern zu interessieren, hilft, Verständnis und Verbindung aufzubauen. Gleichzeitig schafft es Möglichkeiten, voneinander zu lernen.

Ich möchte euch ermutigen, neugierig zu bleiben, mehr über diese Themen zu erfahren und kleine Wege zu finden, wie ihr unterstützen oder euch einbringen könnt. Selbst einfache Verbindungen können für alle Beteiligten sehr wertvoll sein.

Rosemary:

Was Mädchen in Deutschland daraus lernen können

Auch wenn die sozialen Bedingungen in Ghana und Deutschland unterschiedlich sind, beschäftigen junge Frauen überall ähnliche Fragen: Wer bin ich, wie selbstbewusst bin ich und welche Rolle habe ich in der Gesellschaft?

Durch den Austausch von Erfahrungen zwischen Ländern können Mädchen voneinander lernen und neue Wege entdecken, mit gemeinsamen Herausforderungen umzugehen.

Mädchen in Deutschland können sich von der Resilienz und Entschlossenheit junger Frauen in Ghana inspirieren lassen, die trotz Hindernissen erfolgreich sein wollen. Ebenso kann die Zusammenarbeit und der Ideenaustausch zwischen jungen Frauen weltweit stärkere Gemeinschaften und neue Chancen schaffen.

Das internationale Netzwerk des YMCA bietet einen einzigartigen Raum für diesen Austausch. Es zeigt uns: Frauen zu stärken ist nicht nur eine lokale Aufgabe, sondern eine globale Verantwortung, die wir gemeinsam tragen.

Abschlussrunde

Offene Reflexion:

  • Was nehme ich heute mit?
  • Was hat mich bewegt?
  • Was möchte ich verändern oder weiterdenken?

Schön, wenn jede ein Wort oder einen Satz nennt. Je nach Interesse und Beteiligung der Mädchen und Frauen kann im Anschluss an dieses Programm ein digitales Treffen mit Mitarbeiterinnen aus dem YMCA Ghana organisiert werden, in dem man sich weiter gemeinsam austauschen und ermutigen kann. Das Angebot dafür ist von den Mitarbeiterinnen aus Ghana gemacht worden. Meldet euch dann gerne über den CVJM-Westbund bei Andrea Bolte, der Bundessekretärin für internationale und interkulturelle Beziehungen.

Hier findest du Material von YOU/C zum Song „You Call Me“.
Wenn du mehr zu YOU/C wissen willst, kannst du ganz unten auf der Seite nachschauen.

Das Playback (Instrumental), die zwei- bis dreistimmigen Chornoten und die Multitracks zu dem Song kannst du per E-Mail anfragen: you-c@ejwue.de

Audiospur Sopran

Audiospur Alt

Audiospur tiefe Stimme

YOU/C, die Sing-Community, will Jugendliche deutschlandweit für das (gemeinsame) Singen begeistern und miteinander vernetzen. Bestehende Teenie- und Jugendchöre möchte YOU/C unterstützen und auch dabei helfen, dass neue Gruppen entstehen, die zusammen singen. Dafür kommt das Team von YOU/C in Gemeinden und Bezirke und veranstaltet mit den Leuten vor Ort YOU/C-Days. Außerdem wurden mehrmals im Jahr moderne Songs mit zugehörigem Songmaterial über www.you-c.online veröffentlicht. Zu jedem Song gibt es ein zwei- bis dreistimmiges Chorarrangement, Tutorials und innovative Zusatzmaterialien, mit denen Interesse geweckt, Spaß vermittelt, Gottes Liebe spürbar gemacht und beim Singen und Üben der Songs unterstützt werden soll.

YOU/C ist Teil von „musikplus“ im Evangelischen Jugendwerk Württemberg (EJW) und kooperiert mit der Stiftung Creative Kirche in Witten.

Klicken Sie hier, um auf den Login- oder Registrierungs-Cheese zuzugreifen
Wähle dein Team!

Wähle das Team, für das du jetzt Materialien suchst, oder auf dessen Materialien du zugreifen möchtest.

Du kannst jederzeit oben rechts über das Team-Menü ein anderes Team auswählen.

Wechsel zu deinem Konto