In der Ruhe liegt die Kraft

Es ist also noch eine Ruhe vorhanden für das Volk Gottes. (Hebr 4,9 L)

„Wohlgeformt. Gutaussehend. Ohne Smartphone-Abhängigkeit.“ Als ich an einem Freitagmorgen unsere Lokalzeitung überfliege, stolpere ich über die Kontaktanzeige einer jungen Frau auf Partnersuche. Dass die Unbekannte ausgerechnet digitale Selbstbeherrschung zu ihren zentralen Wesensmerkmalen zählt, überrascht mich einerseits. Andererseits leuchtet es mir sofort ein: Heutzutage empfinden viele das Smartphone trotz seiner Vorzüge als eine ständige Ruhestörung, der sie sich nicht entziehen können.

Wie sehr mich mein Smartphone ablenkt und in Anspannung versetzt, merke ich erst, wenn ich es bewusst für eine längere Zeit ausschalte. Obwohl ich mich nach weniger Stress, weniger Terminen und Anforderungen sehne, kann es dennoch schwerfallen, die ungewohnte Ruhe auszuhalten. Denn plötzlich bin ich mir selbst, meinen Emotionen, meinen Sorgen und meiner Scham schonungslos ausgeliefert. Das kann schmerzhaft sein.

Die Ruhe, von der im Hebräerbrief die Rede ist, meint mehr als ein äußerliches Fehlen von Lärm und Ablenkung. Sie meint einen himmlischen Zustand vollkommenen Friedens, der am Ende aller Zeiten auf das Volk Gottes wartet. Egal, wie laut meine Schuld und mein Bedauern in mir auch schreien mögen – es gibt Hoffnung!

Das griechische Wort, das Luther hier mit „Ruhe“ übersetzt, lautet sabbatismos. Mit dem Sabbat stellt die Bibel eine geistliche Übung vor, die diesem endzeitlichen Friedenszustand vorweggreift.

In unserer schnelllebigen Zeit mag der Sabbat unsinnig erscheinen. Dass er gerade heute in einer für viele so normal gewordenen Hektik seine heilsame Kraft umso mehr entfalten kann, erlebt nur, wer es mutig ausprobiert. Und das tut nicht nur mir selbst, sondern auch meinen Beziehungen gut.

Nehmt Euch als Gruppe oder als Einzelperson einen medienfreien Tag vor. Wie ging es euch? Welche Erfahrungen habt ihr gemacht?

Ich will Wasser gießen auf das Durstige und Ströme auf das Dürre: Ich will meinen Geist auf deine Kinder gießen und meinen Segen auf deine Nachkommen. (Jes 44,3 L)

Bei einer Israelreise haben wir in der Wüste Juda das seltene Schauspiel eines heftigen Gewitterregens miterlebt. Plötzlich war die Luft klar, der Staub im Wasser gebunden und als wir am nächsten Morgen aus dem Beduinenzelt krochen, lag über dem Wüstenboden in der Morgensonne ein grüner Schimmer. Wo am Tag vorher noch Dürre herrschte, gingen zaghaft winzige Pflänzchen auf.

Jesaja redet in eine politisch und geistlich gesehen dürre Zeit hinein. Jerusalem ist zerstört, ein großer Teil Israels lebt in der Verbannung in Babylon und diejenigen, die geblieben sind, fristen mühsam ihr Leben. Nach 39 Kapiteln der Klage über die Zerstörung der Stadt und die Abkehr des Volkes von Gottes Weisungen wendet sich das Blatt. Die schwierigen Zustände sind nicht die Endstation ihrer Hoffnung.

Gott selbst wird einen Neuanfang möglich machen. In der Verheißung geht es nicht allein um die Veränderung der Lebensumstände. Vielmehr geht es um eine Erneuerung des inneren Menschen. Gottes Geist als schöpferische Kraft wird das Denken, die Herzen, die Gemüter verwandeln. Dadurch wächst eine erneuerte Gottesbeziehung.

Im ersten Vers des 44. Kapitels redet Gott von Israel als dem Knecht Jakob und Israel, den „ich erwählt habe“. Er erinnert das Volk daran, dass es sich ihm und seiner schöpferischen Liebe verdankt, er sie in den Schwierigkeiten nicht allein gelassen hat und nicht verlassen wird.

Wie oft denken wir in schweren Zeiten, dass wir von Gott verlassen sind. Wir finden keine Antworten auf unsere Fragen, stochern im Nebel unserer Selbsterklärungsversuche und sehen um uns herum nur Leid und Tod. Diese Zeiten können lange dauern. Israel hat erfahren, dass die Zeit des Exils zu Ende ging und Gott seine Verheißung eingelöst hat. Das will er auch für uns heute tun.

Ich war tot und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit habe und habe die Schüssel des Todes und der Hölle. (Off 1,18 L)

In solchen Situationen merkt man, wie wichtig der Schlüssel ist. Wir sprechen auch von Schlüsselmomenten, Schlüsselbegriffen und Schlüsselstellen – all diese Worte weisen auf etwas hin, das wichtig und entscheidend ist. Wer den Schlüssel hat, hat’s in der Hand.

Jesus sagt, dass er den Schlüssel des Todes und der Hölle hat. Das heißt: Er hat Macht über mein Leben und meinen Tod. Er hat auch mein Leben nach dem Tod in seiner Hand. Wenn ich auf ihn vertraue, brauche ich keine Angst vor dem Tod und dem „Danach“ zu haben – wie gut. Wer zu Jesus gehört, wird die Ewigkeit mit ihm verbringen. Das sind gute Aussichten.

Jesus hat sich dem Tod gestellt und ist auferstanden. Das schenkt mir Trost in schweren Zeiten, weil Jesus das Leid kennt und den Tod überwunden hat. Das vertreibt meine Angst, weil er größer ist als alles, was mich in Not bringt. Jesus lebt ewig. Er teilt dieses ewige Leben mit mir und mit dir. Wenn wir uns an ihn halten, sind wir gehalten – heute und in Ewigkeit. Weil wir darauf vertrauen, dass unsere Zukunft in seinen Händen liegt, können wir heute hoffnungsvoll aus und mit der Perspektive Ewigkeit leben. Wofür brauchst du gerade Hoffnung?

Zum Nachdenken:

Welche Story mit einem Schlüssel fällt dir ein? Erinnerst du dich z. B. an eine Geschichte mit einem verlorenen oder vergessenen Schlüssel?

Einheit: Wer bin ich?

„Mann, ist das ‘ne schöne Aussicht!“ – „Ja, und mir meine Zukunft vorzustellen, ist genauso ‘ne schöne Aussicht, echt cool!“ – „Und wie hast du dich vorhin entschieden: fürs Biostudium oder doch lieber Chemie? Mein Weg mit Physik war ganz schön holprig. Meinst du, das hat was zu sagen?“ Die Abiturienten stehen entspannt am höchsten Punkt unseres Spaziergangs mit dem Blick in die Weite und tauschen sich über den „Lebens-Lauf“ aus. Dabei wird erkennbar, wie existenziell sie die einzelnen Phasen empfunden haben.

ZielDie Jugendlichen bedenken rück- und vorausblickend Phasen des eigenen Lebens in Form eines Spaziergangs mit methodisch abwechslungsreichen
Stationen.
Gruppengröße6 bis 16 Teilnehmende; besonders passend bei Übergängen, z. B. von der Schule in das Berufsleben
MaterialStraßenkreide; Plakate und Stifte, alternativ auch biografische Symbole zu wichtigen Lebensstationen (Taufkerze, Teddy, Schultüte …); bei Bedarf Gitarre und Liederbücher
DauerJe nach Strecke und Varianten mindestens 45 Minuten bis 2,5 Stunden

Vorbereitung

Die Strecke muss im Vorfeld gut ausgewählt werden, damit die inhaltliche Ausrichtung der Phasen zu den räumlichen Gegebenheiten passt (z. B. steiler Anstieg, Ort mit Aussicht.)Außerdem muss die Strecke abgeschritten werden, um die Wegmarkierungen bzw. beschrifteten Plakate anzubringen.

Durchführung

Phase 1: Einführung

Ort Brunnen, Quelle oder geschützter Bereich (z. B. Innenhof)
Beginn Aufgabe an die Gruppe, sich nach aufsteigendem Alter in einen Halbkreis zu stellen

Mit einem Lebens-Lauf machen wir uns jetzt gemeinsam auf den Weg – im wörtlichen und übertragenen Sinn. Unser äußerer Weg stößt dabei vielleicht auch innere Wege an. Ihr habt schon viel erlebt in 15 / 16 / 17 Jahren Leben. Vieles davon ist einem gar nicht bewusst, aber es prägt unsere Persönlichkeit. Heute wollen wir beim Gehen auf unsere schon gelebten Lebensjahre zurückschauen. Wahrscheinlich haben die meisten von euch schon einmal ihren „Lebenslauf“ geschrieben: bei Bewerbungen für ein Praktikum, einen Studienplatz oder einen Job. Diese Art von Lebenslauf stellt nur bestimmte Aspekte des Lebens als wichtig dar. Unser heutiger Lebens-Lauf soll anders sein. Er soll auf Spurensuche gehen, was wirklich wichtig ist im Leben – sowohl im bisherigen Leben als auch in der Zeit, die vor uns liegt. Den Weg zur nächsten Station gehen wir in Stille. Jede und jeder kann sich dabei überlegen: Was steht in meinem „offiziellen“ Lebenslauf? Was ist in meiner Lebensgeschichte wichtig, das aber nicht im Lebenslauf steht, also: Wie würde ich vor Gott meinen Lebenslauf beschreiben?

Phase 2: Kindheit

Ort Kindergarten, Spielplatz o. Ä.
Vorbereitung ab hier Kreideschrift auf dem Boden oder Plakate in Abständen: 3 Jahre – 6 Jahre: Schulbeginn – 9/10 Jahre: weiterführende Schule

Merkwürdigerweise fehlt in beruflichen Lebensläufen die Phase vollständig, die Menschen so sehr prägt wie keine andere Zeit: die Kindheit. Unser Rückblick soll die Kindheit bewusst mit in den Blick nehmen. Wir gehen jetzt zu zweit durch die ersten Lebensjahre. Ihr findet auf dem nächsten Wegabschnitt Altersangaben auf dem Boden. Orientiert euch locker an diesen Angaben und erzählt euch gegenseitig, was ihr von dieser Zeit noch wisst oder was euch andere davon erzählt haben. Was ihr euch gegenseitig erzählt, bleibt unter euch. Drei Impulse können sein:

  • meine erste Erinnerung
  • eine prägende Person aus meiner Kindheit
  • eine schwierige Zeit in meiner Kindheit

Phase 3: Pubertät

Ort schwierige Wegstrecke, z. B. steiler Anstieg, Treppe, Weg mit Schlaglöchern, matschiger Weg
Wir sind jetzt in unserem Rückblick in der Pubertät angekommen – keine leichte Phase im Leben. Alles ist im Umbruch, körperlich und seelisch, alles wird neu hinterfragt, man muss sich eigene Meinungen bilden. Für manche war diese Zeit vielleicht kaum auszuhalten und es gab viele Konflikte. Einiges aus dieser Zeit ist uns rückblickend vielleicht nur peinlich. Aber diese Zeit gehört zu uns – und wir sollten uns zugestehen, dass wir uns ändern: unsere Hobbys, unseren Kleidungsstil, unseren Musikgeschmack, unsere politischen Ansichten, unseren Glauben. Ich möchte euch einladen, einen Blick auf die Lebensjahre zwischen 11 und 14 zurückzuwerfen. Gibt es da irgendeine ganz „verrückte“ Geschichte, über die du dich jetzt nur noch wunderst, wo du dir heute selbst fremd bist, wo du über dich lachen kannst? Oder gab es eine sehr schwere Erfahrung in dieser Zeit? Weil das meist sehr persönliche Dinge sind, gehen wir die nächste, schwierige Wegstrecke im Schweigen. Dann treffen wir uns in einem großen Kreis.

Ort Ende der schwierigen Wegstrecke, größerer Platz
Methode Kugellager

Jetzt geht von XY aus jeder Zweite einen Schritt in die Mitte und dreht sich um, sodass jede und jeder einen Partner oder eine Partnerin vor sich hat (Achtung: bei ungerader Personenzahl selbst mitmachen). Wir haben gerade die Zeit der Pubertät vor Augen gehabt. Erzählt jetzt eurem Gegenüber mit wenigen Worten,

  • was damals euer liebstes Kleidungsstück war (Wechsel zur nächsten Person),
  • mit wem ihr damals die meisten Probleme hattet (Wechsel zur nächsten Person),
  • welche Person aus eurer Kindheit bis heute ein Vorbild ist.

Jetzt stellen wir uns wieder in einen Kreis und es geht philosophisch weiter: Was war zur Zeit der Pubertät eure Lebensfrage – die wichtigste Frage für euch? Schreibt sie mit Kreide auf den Boden in diesen großen Kasten hinein / auf dieses Plakat. Wir lesen die Fragen der anderen durch und sagen nichts dazu. Hast du auf deine Lebensfrage von damals inzwischen eine Antwort?

Phase 4: Teenie-Zeit (nach der Pubertät)

Ort gerade Wegstrecke
Vorbereitung Markierungen: Kreidekreise mit Altersangaben (16, 17, 18 …) auf dem Boden in Abständen von ca. 200 m

Jetzt haben wir es geschafft: Die anstrengende Zeit der Pubertät liegt hinter uns! Wir gehen die nächste Etappe in einzelnen Jahren durch. Bei jedem Kreis auf dem Boden machen wir kurz Pause und geben einem von uns die Gelegenheit, eine kleine Erinnerung aus der wilden Zeit der letzten Jahre zu erzählen:

  • eine witzige Begebenheit
  • ein Urlaub / eine Freizeit, der / die heute noch nachwirkt
  • etwas, das mir heute noch peinlich ist
  • etwas, auf das ich stolz bin

Phase 5: Zeit der Entscheidung

Ort an einer (Feld-)Wegkreuzung, bestenfalls an einer Kreuzung, deren Wege sich an einem späteren Punkt wieder treffen. Dann kann als Aufgabe vorgegeben werden, einen der Wege zu wählen und zu einem (klar erkennbaren) Ziel in der Ferne auf unterschiedlichen Wegen einzeln zu gehen. Wenn dies nicht möglich ist, geht jede/r den Weg seiner Entscheidung ca. 5 Minuten entlang und kehrt dann wieder zur Kreuzung zurück. Dann ist es möglich, mehrere Entscheidungswege auszuprobieren – auch nicht schlecht!
Spätestens mit dem Ende der Schulzeit erleben wir, welche Verantwortung es mit sich bringt, sein Leben selbst zu führen. Wir stehen an Weggabelungen, bei denen wir uns entscheiden müssen: Was will ich beruflich machen? Wo führt mich mein Berufsweg hin? Wo wohne ich? Was bedeutet für mich die Abnabelung vom Elternhaus? Welche Lebensform passt für mich? Suche ich nach einer Partnerschaft?
Viele von uns kennen die Sehnsucht: Wenn Gott doch klare Worte sprechen würde! Wenn er doch vom Himmel eine klare Marschroute vorgeben würde! So einfach ist es aber nicht. „Das Leben kann nur rückwärts verstanden werden, muss aber vorwärts gelebt werden“ (Sören Kierkegaard). Vor welcher Entscheidung stehe ich gerade? Welche Alternativen gibt es? Ich lade euch ein, eine solche Entscheidung einmal spielerisch durchzugehen. Wählt in eurem Kopf zwei oder mehrere mögliche Entscheidungsvarianten, die euch aktuell beschäftigen, und teilt sie den verschiedenen Wegen zu. Überlegt euch an der Weggabelung, welchen Weg ihr gehen wollt. Und dann geht diesen Weg einfach mal durch. Probiert es aus, wie es sich mit dieser Entscheidung anfühlt. Nutzt diesen Entscheidungsweg als Zeit zum Nachdenken für euch. Wer das am liebsten für sich tut, geht seinen Weg allein. Wer gern mit einem/einer anderen spricht, setzt sich unterwegs auf den Weg oder auf eine Bank. Vielleicht setzt sich ja ein nachfolgender Weggefährte mit dazu. Dann beginnt ein Austausch. Alle treffen sich in etwa einer Viertelstunde am vereinbarten Wegzeichen dort hinten.

Phase 6: Auf weitem Raum, Abschluss und Segen

Ort ein Aussichtspunkt oder Ort mit weitem Blick in die Landschaft
Wenn man sein Leben so durchwandert, erkennt man etwas von dem Reichtum, den Gott in jedes Leben legt. Das Leben hält so viele verschiedene Erfahrungen bereit: Fröhliches und Trauriges; Zeiten des geraden Wegs und Zeiten ohne Wegweiser; Zeiten von großer Fülle und Zeiten von Leere. Vielleicht erkennen wir einen roten Faden in unserem Lebensweg. Vielleicht ist bei manchem der Glaube an Gott ein festes Band, das in den verschiedenen Lebensstationen mitläuft und sie durchzieht. Die Antwort wird bei jeder und jedem von uns anders sein. Vor uns liegt die restliche Zeit unseres Lebens wie ein noch unentdecktes Land. Wie lange unsere Lebensreise noch geht, weiß niemand von uns. Auch, wohin sie uns führen wird, kann keiner sagen. Im Psalm 31 heißt es: „Du, Gott, stellst meine Füße auf weiten Raum“ (Lu). Wenn wir hier in die Weite schauen, kommt uns der Vers sehr nahe: „Du, Gott, stellst meine Füße auf weiten Raum.“ Wohin auch immer unsere Wege gehen: Gott hat versprochen, dabei zu sein, wenn wir ihn dazu einladen. Er begleitet uns durch jeden Tag unseres Lebens. Ich möchte für euch mit dem Blick in die Weite einen Segen sprechen.

Gottes Segen sei mit dir
auf dem gewundenen Pfad
deines Lebensweges,
bei deinen Aufgaben im Alltag:
In der Schule / im Beruf, in der Familie,
in der Freizeit.
Gottes Segen sei mit dir
bei allen Entscheidungen,
die vor dir stehen.
Gottes Segen sei mit dir
bei jedem Schritt,
den du ins Unbekannte tust.
Gottes Segen sei mit dir.
Amen.
(aus: Evangelisches Gesangbuch Württemberg Nr. 823.1)

Danach geht die Gruppe ohne Programm zusammen zum Ausgangspunkt zurück, um das Ganze wieder zu öffnen, in der Gegenwart anzukommen und um Gelegenheit zum Gespräch zu haben.

Besonderheiten, Schwierigkeiten, Unvorhergesehenes

Nach der Durchführung unbedingt darauf achten, wie es den Jugendlichen geht: Weint jemand? (Das kommt häufig vor!) Ist jemand sehr aufgewühlt? Der Lebens-Lauf bringt erfahrungsgemäß vieles ans Tageslicht, was evtl. unterdrückt wurde. Mit den „mitgenommenen“ Jugendlichen als Leitung vorsichtig und feinfühlig das Gespräch suchen, ggf. für später ein Gespräch zu zweit anbieten.

Varianten

  • Für Reflexion und Austausch sind verschiedene weitere Formen denkbar: Kleingruppengespräche, soziometrische Übungen, schriftliche Formen der Selbstreflexion (z. B. Brief an sich selbst, Plakat als Schreibgespräch). Mit weiteren erlebnispädagogischen Elementen kann der Lebens-Lauf zu einer großen Wanderung ausgebaut werden.
  • Besonderheiten aus der Natur und Umgebung können einbezogen und mit biblischen Texten verbunden werden, beispielsweise ein Feldkreuz, Weinbergreben (Joh 15), ein schiefes Haus (Mt 7,24-27), ein Getreidefeld (Mk 4). Bezüge zu biografischen Fragen können dabei leicht hergestellt werden.
  • Wenn jemand aus dem Leitungsteam / eine ältere Person aus dem Umfeld bereit ist, aus seinem Leben zu berichten, ist das für Jugendliche oft interessant: Was berichtet beispielsweise der Jugendreferent aus der Zeit, als er selbst ein Jugendlicher war?
  • Möglicher Abschluss „Atelier“: Alle erhalten eine Straßenkreide und erstellen auf der Straße ein „Kunstwerk“ zum gegebenen Thema, z. B. „Warum ich lebe“, „Meine Traumwohnung“, „Was mir wichtig ist im Leben“. Danach gibt es eine „Führung“ durch die Ausstellung, bei der jeder Künstler und jede Künstlerin von den anderen erklären lässt oder selbst erklärt, was er gemalt hat.
  • Der Lebens-Lauf kann zu einem Gottesdienst werden, in dem liturgische Elemente aufgenommen werden: Votum, Gebete, Psalm, Lieder.
  • Viele Lieder passen zu verschiedenen Wegstationen und biografischen Abschnitten. Beispiele: Ein Leben, gegeben (Feiert Jesus! 2, 182), Du stellst meine Füße auf weiten Raum (Das Liederbuch, 125), Von guten Mächten (Das Liederbuch, 70), Blowin’ in the wind (Das Liederbuch, 191), Mögen sich die Wege (Das Liederbuch, 232), Dass die Sonne jeden Tag (Wo wir dich loben, 15), Heute hier, morgen dort (Das Liederbuch, 133), Meine Zeit steht in deinen Händen (Kommt und singt, 424).

Einheit: Wer bin ich?

Wie bin ich geworden, wie ich bin? Wie kann ich mich selbst neu entdecken? Wie sehen mich andere? Wer bin ich in meinem Netz aus Beziehungen?

Das Fragen nach der und die Ausbildung der eigenen Identität ist zentral im Entwicklungsprozess von Jugendlichen und Jungen Erwachsenen. Entsprechend zentral ist auch die Aufgabe der Unterstützung und Förderung der Identitätsbildung in der Jugendarbeit. Die Beschäftigung mit diesem Thema soll Jugendlichen auf der Suche nach der eigenen Identität Räume eröffnen, sich mit identitätsbestimmenden Faktoren wie Beziehungen, Lebensgeschichten und -entwürfen, Charaktereigenschaften, Werten usw. und schließlich auch religiös-weltanschaulichen Überzeugungen auseinanderzusetzen. Warum ist gelingende Identitätsbildung heute besonders wichtig? Wie können Jugendliche bei der Suche nach Identität unterstützt werden? Wie lässt sich das methodisch gestalten?

Wer bin ich, wer sind wir heute? Eine Frage, die sich nicht nur Jugendliche, sondern Menschen jeden Lebensalters seit Tausenden von Jahren stellen. Verhältnismäßig neu ist jedoch in unserer Zeit die Betonung und zentrale Stellung des Ich in dieser Frage. Die Emanzipation des einzelnen Menschen aus Traditionszusammenhängen und gesellschaftlichen Normen wie etwa Geschlechterrollen, Berufs- und Gesellschaftsschichten und Religionszugehörigkeiten hat ihm ermöglicht, seinen ganz eigenen Weg zu gehen, sein Leben in einer multikulturellen und pluralen Welt mit unzähligen Möglichkeiten, Chancen und Angeboten selbst zu bestimmen und zu entfalten. Auch wenn viele der Angebote zur eigenen Lebensgestaltung im Gewand in Stein gemeißelter oder natürlicher Gesetzmäßigkeiten normativ, bisweilen auch autoritativ auftreten – etwa seitens der Eltern, Lehrer, Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber, Freunde oder religiösen und anderen Gemeinschaften –, wird heute in unserer Gesellschaft jedem Menschen das Recht und die Freiheit zugesprochen und zugemutet, selbst zu wählen und zu entscheiden, wie er oder sie leben und wer er oder sie sein möchte. Wir können frei wählen und das ist gut so. Es ist uns überlassen selbst zu entscheiden, wo wir leben, welchen Beruf wir ergreifen, wen und ob überhaupt wir heiraten, womit wir unsere Freizeit verbringen, wofür wir uns einsetzen und engagieren möchten.

Die Kehrseite dieser Freiheit ist, dass auch die Verantwortung für das eigene Leben auf den Einzelnen und die Einzelne konzentriert ist. Freiheit geht Hand in Hand mit der Verantwortung und der Erwartung, selbst etwas aus seinem Leben zu machen. Nicht von ungefähr nehmen individuelle Leistung und Erfolg in allen Lebensbereichen, sei es in Beruf und Karriere, in der Familie oder in der Freizeit, einen zentralen Stellenwert in unserer Gesellschaft ein. Auch darüber, was wir tun, was wir aus uns machen wollen, dürfen wir nicht nur, sondern müssen wir selbst entscheiden, und das ohne einen festen Rahmen, der uns klare Wege bereits vorgibt, an die wir uns halten können. Auch wenn wir tun, was etwa unsere Eltern, Lehrerinnen und Lehrer oder Freunde und Freundinnen vorschlagen, weil sie es für erstrebenswert halten, bleibt es letztlich unsere eigene Entscheidung. Denn die Verantwortung dafür, was wir aus unserem Leben machen, können sie uns nicht abnehmen. Weil heute im Zeichen individueller Freiheit und Würde allgemein normative Autoritätsansprüche von Traditionen nicht mehr als verbindlich erachtet werden können, ist auch die Antwort auf die grundlegende Frage „Was ist ein gutes Leben, was ist eigentlich gut, was ist das Gute?“ ganz in individuelle „Ver-Antwortung“ gebracht. Antworten darauf gibt es so viele, wie es Menschen gibt. Dies beschreibt die plurale Grundsituation heute, die in ihrer Freiheit und Offenheit zugleich auch eine Überforderung individueller Freiheit und Verantwortung darstellt.

Diese Situation nehmen wir im Alltag glücklicherweise kaum oder nur selten wahr. Hier überwiegt meist eine positive Bewertung. Wir können heute freier über unser Leben bestimmen und sind dabei in ein Beziehungsnetz von Familie, Freunden, Kolleginnen und Kollegen, Mitschülerinnen und Mitschülern, Lehrerinnen und Lehrern usw. eingebunden, von denen einige direkte Rollenvorbilder sein können, das jedoch vor allem als Ganzes Halt und Orientierung im Leben geben kann. Ebenso gibt es nach wie vor auch Institutionen und Traditionen – nicht nur religiöse –, die uns leiten und Verlässlichkeit bieten. Jedoch bleibt, dass es im Zeitalter von Pluralität und Individualität wichtig ist, sich seiner selbst, seiner Identität, der eigenen Freiheit und Verantwortung zusammen mit deren Grenzen und Einschränkungen bewusst zu werden, um am Leben teilhaben und es aktiv und „gut“ gestalten zu können. Ebenso kann eine selbstbewusste Identität davor schützen, aus dem Bedürfnis nach Sicherheit und Orientierung auf fundamentalistische Parolen und Ideologien jedweder Art hereinzufallen. Die Suche nach Identität birgt also gleichzeitig Chancen wie Herausforderungen für den einzelnen Menschen.

Was Jugendliche mitbringen

Identitätsbildung

Die Adoleszenz ist eine Lebensphase, die durch Identitätsfindung und -bildung gekennzeichnet ist. Zwischen Kindheits- und Erwachsenenalter stellt sie eine Zeit sowohl körperlicher als auch psychischer Veränderungen und Umbrüche dar, die nicht selten von Krisen, Rebellion und Selbstzweifeln begleitet wird. Während die Kindheit eine prägende Zeit ist, in der sich viele Persönlichkeits- und Charaktereigenschaften ausbilden, stellt die Adoleszenz die Phase dar, in der diese bewusst als die eigenen im Unterschied zu anderen angeeignet werden und weitere darauf aufbauend ausgebildet werden. Jugendliche werden sich hier zunehmend ihres Selbsts bewusst, ihrer eigenen unverwechselbaren Identität, Person und Würde, die als solche Gehör und Achtung einfordern darf. Ihre Identität ist dabei immer auch durch funktionale und relationale Rollen bestimmt (Schüler der Klasse 10b, Auszubildende im Elektrofachbetrieb Maier, Söhne oder Töchter, Geschwister, Freunde, Fußballer, Christen, Atheisten usw.). Es weist vieles darauf hin, dass es nicht, wie man denken könnte, ein unveränderlicher innerer „Identitätskern“ ist, der die Eigenart einer Person bestimmt. Stattdessen entsteht die eigene Persönlichkeit in und aus den Beziehungen zu anderen Menschen, in verschiedenen Rollen und aus der besonderen Art, wie man in dieses Beziehungsgeflecht eingebunden ist.

Weitere wichtige Faktoren für die Identitätsbildung stellen Erwartungen und spezifische Rollenbilder der Gesellschaft dar, die durch Medien an uns herangetragen werden, aber auch traditionell vermittelt sein können über Familie, Kirche, Schule, Vereine, Ortsgemeinschaften, Peergroups und Milieus, in denen wir aufwachsen und in denen eine bestimmte Weltsicht maßgeblich ist.

Ausprobieren und Position beziehen zwischen Selbstzweifeln und Selbstsicherheit

Die eigene Identität auszuprobieren und zu erkunden geht Hand in Hand mit dem Versuch, sich selbst zu erkennen und sich irgendwie zu verstehen. Die Phase der Identitätsbildung bringt so auch Verwirrung und Verunsicherung mit sich. Aber aus dieser Selbsterkundung entwickeln sich auch eigene Positionen und Ansichten in Übereinstimmung mit oder im Gegenüber zu unseren Eltern, Lehrerinnen und Lehrern und vielem von dem, was wir als Kinder ungeprüft übernommen haben, und es bilden sich Selbstsicherheit und Selbstvertrauen aus. Manchmal kann dies allerdings auch zu übersteigerten Formen führen. Jugendliche und Junge Erwachsene – und nicht nur sie – sind dann der festen Überzeugung und Gewissheit, sie hätten nun verstanden, was die Welt im Innern zusammenhält, wüssten nun, „wie der Hase läuft“, hätten ihr eigenes Selbst samt Welt „fest in der Hand“. Auf der Suche nach dem eigenen Platz in der gemeinsamen Welt spielt sich der Identitätsbildungsprozess schwankend zwischen den Polen großer Verunsicherung und übersteigertem Selbstbewusstsein ab.

Selbst- und Fremdwahrnehmung

Besonders wichtig für die Ausbildung der eigenen Identität in der Jugendzeit ist die in jeder sozialen Situation zum Tragen kommende Selbst- und Fremdwahrnehmung. Der Entwicklungspsychologe Erik Erikson hat herausgestellt, dass besonders Jugendliche einen permanenten Abgleich ihres Selbstbildes mit dem Fremdbild, das sie von außen (von Freunden, Lehrerinnen und Lehrern, Eltern usw.) gespiegelt bekommen, durchführen. Im Abgleichen können Übereinstimmungen verbunden, aber auch Abgrenzungen erforderlich und Handlungsbedarf angezeigt werden: „So wie mich andere wahrnehmen, sehe ich mich nicht.“ Oder: „Tatsächlich, das stimmt ja und ist mir bisher gar nicht aufgefallen.“ In beiden Situationen kann eine Einsicht wie „So will ich nicht sein“ oder „So will ich nicht wahrgenommen werden“ folgen. Grundlegend geht es darum, dass eine Übereinstimmung von Selbst- und Fremdwahrnehmung angestrebt wird. Es ergeben sich Fragen, weshalb man so wahrgenommen wird („Bin ich vielleicht doch so?“), und dann schließlich, wie man denn sein und wahrgenommen werden will.

Selbstkonstruierte Identität

Zur Frage, wie man sein will, gehört auch die Frage, wie man dahin kommt und was man tun kann, um so zu werden, wie man gern wäre. Die selbstkonstruierte Identität basiert auf Bestimmungen und Bildungen der Identität durch eigene Entscheidungen. Anders als im Fall der Identitätsbildung findet hier eine Reflexion auf die bereits gebildete Identität statt, die aus verschiedenen Gründen veränderungsbedürftig und -fähig erscheint: vielleicht deshalb, weil man unzufrieden ist mit sich oder bestimmten Eigenschaften und das Bedürfnis nach Veränderung verspürt, oder weil man sich beruflich und persönlich weiterentwickeln will. In jedem Fall setzt die Identitätskonstruktion die Erkenntnis voraus, dass man hier selbst handeln kann. Kein Mensch muss einfach hinnehmen, wie er nun mal ist, sondern für jede und jeden besteht die Möglichkeit, aktiv sowohl darüber zu entscheiden, welchen Menschen er sich anschließt, welchen Beruf, Sport, Verein usw. er oder sie wählt, als auch worauf er seine Charakter- und Persönlichkeitsbildung ausrichten will.

Was wir Jugendlichen mitgeben wollen

Die Förderung der Selbstbestimmungsfähigkeit der eigenen Identität ist daher eine wichtige Aufgabe der Arbeit mit Jugendlichen. Dass Jugendliche Vertrauen in sich selbst und in ihre Fähigkeiten gewinnen, dass sie zuversichtlich und mutig ein eigenständiges und eigenverantwortliches Leben in einer pluralen Welt führen und dass sie für ihre Überzeugungen und Ziele sowohl einzustehen als auch diese und deren Herkunft immer wieder kritisch zu reflektieren lernen, ist ein zentrales Ziel der Beschäftigung mit der eigenen Identität. Die Jugendlichen sollen dazu ermutigt werden, sich auszuprobieren und Neues zu entdecken. Nur so kann man etwas über sich erfahren. Fehler zu machen und zeitweise in die falsche Richtung zu gehen, gehört ebenso zum Leben, wie sich Fehler einzugestehen und neue Wege einschlagen zu dürfen. Hierin können Jugendliche ihre Stärken und Schwächen, Fähigkeiten und Neigungen erkennen und weitere Schritte zu deren Akzeptanz oder Veränderung gehen. Schließlich sollen Jugendliche sich selbst wie auch andere annehmen, tolerieren und respektieren lernen sowie sich selbst wie anderen die Freiheit geben, die eigene Identität zu entdecken, zur Entfaltung zu bringen und selbst mitzubestimmen.

Die Rolle der Mitarbeitenden

Jeder Jugendliche und jede Jugendliche ist anders, jeder Lebensweg ist individuell. Sollte man das für die Jugendarbeit generell im Hinterkopf behalten, so besonders bei einer Tagung zum Thema „Wer bin ich?“. Die Mitarbeitenden können bei der Identitätssuche eine begleitende und unterstützende Rolle einnehmen, abschließende Antworten geben können sie jedoch nicht. Aber sie können für sie individuell zentral gewordene identitätsstiftende Faktoren, Werte, Überzeugungen und Erfahrungen mitteilen und so den Jugendlichen Möglichkeiten der Orientierung und Selbstentfaltung aufzeigen.

Insgesamt geht es für die Mitarbeitenden darum, Jugendliche dazu zu ermuntern und zu ermutigen, sich auch in neuen und vielleicht befremdlich wirkenden Rollen auszuprobieren und selbst zu entdecken, sowie darum, durch Bestätigung und Annahme dazu zu befähigen, Selbstvertrauen auszubauen und sich selbst anzunehmen. Wenngleich die Ausbildung der eigenen Identität charakteristisch für die Jugendzeit ist, ist sich dennoch kein Mensch, egal welchen Alters, jemals vollständig im Klaren darüber, wer er ist. Wir alle erleben Zeiten, in denen wir nicht wissen, was wir tun sollen oder wer wir sind: Zeiten des Umbruchs, der Unterbrechung und Veränderung, der Um- und Neuorientierung, Zeiten der Herausforderung, aber zugleich auch immer der Chancen.

Der Bezug zum Glauben

Der Glaube spielt für Jugendliche nach wie vor eine große Rolle. Allerdings sind es meist nicht mehr traditionell religiöse Gemeinschaften und deren Praxis, die dabei im Zentrum stehen, sondern zunehmend individualisierte Glaubensformen. Besonders in einer scheinbar aus den Angeln gehobenen heutigen Welt wird die grundlegend haltgebende Rolle des Glaubens für die Lebensorientierung sichtbar. Dies gilt insbesondere für den christlichen Glauben, da es hier gerade allein der Glaube ist, der Freiheit schenkt und wirkt. Der Glaube an Jesus Christus befreit den Menschen von der Last, dem eigenen Leben selbst einen Sinn geben und sich selbst verwirklichen zu müssen, woran jeder Mensch ultimativ nur scheitern kann. Er gibt demgegenüber Mut und Zuversicht zur freien Selbstbestimmung, die etwas anderes ist als Selbstverwirklichung: Indem ich mich im Glauben als vor all meiner Eigenaktivität geliebt und bereits von Gott sehr gut „verwirklicht“ erfahre, erfahre ich mich zugleich auf dem Boden dieser von Gott getragenen Wirklichkeit dazu befreit, mich frei selbstzubestimmen. Der Glaube kann für Jugendliche als Freiraum erfahren werden, in dem sie sich entdecken können und in dem der Glaube identitätsstiftend wirkt. Im Glauben können Jugendliche die Erfahrung des Geliebt- und Angenommenseins vor aller Infragestellung durch die und in der Welt machen und so mutig und offen auf die Welt und auf andere Menschen zugehen lernen.

Gleichzeitig kann der Glaube auch zu Unsicherheiten führen. Hierzu gehören Zweifel am Glauben selbst wie „Stimmt das, kann das überhaupt sein?“, aber auch Fragen, die das soziale Umfeld betreffen, wie „Bin ich uncool, wenn ich glaube?“ oder die eigene Herkunft, wie „Bin ich Zufall oder gewollt?“, und schließlich auch aufs Ganze gehende Fragen wie etwa, ob der Mensch überhaupt frei oder alles vorherbestimmt ist. Wie diese Fragen auch beantwortet werden, wichtiger ist es verständlich zu machen, dass kritische Fragen im Glauben nicht nur erlaubt, sondern gewollt sind. Der Glaube will und muss ebenso erwachsen werden wie die Jugendlichen selbst.

Der rote Faden im Thema

In der Praxis hat sich ein dreigliedriges Grundgerüst für den Aufbau einer Einheit zum Thema „Wer bin ich?“ bewährt. Es nimmt wesentliche Aspekte der Identitätsbildung und Identitätskonstruktion auf und konzentriert sich auf die Auseinandersetzung mit Selbst- und Fremdwahrnehmungen (1. Phase), identitätsprägenden und -bestimmenden Faktoren (2. Phase) und der Aufgabe und Möglichkeit der Selbstbestimmung (3. Phase).

In der ersten Phase wird die Selbst- und Fremdwahrnehmung zum Thema: Wie sehe ich mich, wie sehen mich die anderen? Als Einstieg bietet sich das Eigenschaftenspiel als eine gute Möglichkeit an, sich damit auseinanderzusetzen, wie man von anderen wahrgenommen wird. Im Anschluss kann ein Persönlichkeitsfragebogen als weitere Methode der Selbstwahrnehmung dienen. Insgesamt sollen Selbst- und Fremdwahrnehmung in Bezug gesetzt werden.

In der zweiten Phase geht es um identitätsprägende und -bestimmende Faktoren: Was ist mir wichtig? Was prägt mich? In diesem Teil sollen sich die Jugendlichen mit den ihr Leben prägenden und bestimmenden Werten und Wünschen sowie Beziehungen und äußeren Faktoren auseinandersetzen. Der Lebens-Lauf bietet hier eine gute Möglichkeit zur biographischen, erlebnishaften Vergegenwärtigung bedeutender Stationen im Leben. Der Solospaziergang unterstützt einen reflektierenden Blick auf die eigene Gegenwart in ihrem Zusammenspiel von Vergangenheit und Zukunft, Wünschen, Werten, Beziehungen und Fähigkeiten.

Die dritte Phase behandelt die Selbstbestimmung: Wer will ich sein? Was kann und will ich tun? Dass Veränderung in sozialen Rollen möglich ist und auch in die eigenen Hände genommen werden kann, zeigt der Baustein Rollenwechsel. Ein Brief an sich selbst mit Post für mich! kann vielfältig eingesetzt werden. Hier kann er helfen, sich bestimmte Ziele und Wünsche für die eigene Entwicklung vorzunehmen, um später, bei Erhalt des Briefes, einen erneuten Reflexionsprozess anzuregen.

Die Identitätsbildung im Prozess des Erwachsenwerdens ist eine anspruchsvolle und kritische Herausforderung für alle Jugendlichen. Es ist nicht garantiert, dass sie dahingehend gelingt, dass die entwickelte Identität auch tatsächlich dem Leben in seinem ganzen Verlauf zuträglich ist. Eine aktive und reflektierende Beschäftigung mit der eigenen Identität im Rahmen einer Tagung oder Freizeit hilft Jugendlichen dabei, ihre eigene Identität selbstbewusst und lebensdienlich auszubilden.

Einheit: Wer bin ich?

Marc wandert den schmalen Trampelpfad entlang. Er ist auf der Suche nach der nächsten Frage, die ihm der Weg stellt. Hinter der nächsten Biegung leuchtet das orangefarbene Plakat: „Welche Menschen sind dir in deinem Leben wichtig?“ Schwierige Frage. Marc geht gedankenversunken weiter, denkt an seine Eltern, seine Freunde, aber auch an die Begegnung neulich beim Fußballtraining, als ihn der Trainer für sein Verhalten in einer schwierigen Abwehrsituation gelobt hatte.
Am Ende in der Feedbackrunde sagt Marc: „Am besten hat mir der Solospaziergang gefallen. Da hatte ich Zeit für mich, mal über die Dinge nachzudenken, die mir im Leben wichtig sind.“ Alle sind überrascht. Das hätte niemand von Marc erwartet, er, der als Klassenclown ständig im Mittelpunkt steht und nie um einen coolen Spruch verlegen ist. Auf dem Spaziergang hatte er Zeit, aus seiner festen Rolle im Klassenverband auszusteigen und sich nur auf sich selbst zu konzentrieren.

ZielDie Jugendlichen haben Zeit und Raum, sich mit zentralen Lebensfragen zu beschäftigen und gehen dabei eine bestimmte Wegstrecke als Rundweg allein.
Gruppengröße10 bis 30 Teilnehmende
MaterialImpulsfragen auf Papier (am besten laminiert); Klebeband (sollte auch auf unebenen Untergründen haften); 2 Personen, um die Jugendlichen in Abständen loszuschicken und am Ziel zu empfangen; Papier und Stifte; Briefumschläge
Dauerca. 1 Stunde (2 Minuten Abstand zwischen den Teilnehmenden)

Vorbereitung

Vor der Durchführung sollte eine Strecke ausgewählt werden, die in ca. 30 Minuten gegangen werden kann und genügend Möglichkeiten bietet, die Impulsfragen sichtbar zu platzieren. Am besten ist es, wenn die Strecke als Rundweg gegangen werden kann. Ansonsten sollte am Ende des Weges ein Leiter oder eine Leiterin warten, um die Ankommenden zu empfangen. Die Impulsfragen müssen vorher am Weg in Sichtweite platziert werden.

Durchführung

Einführung zur Methode

Im Leben hat man oft viele Fragen, aber zu wenig Zeit, in Ruhe über manches nachzudenken. Wir geben euch dazu jetzt die Gelegenheit. Ihr werdet euch jetzt einzeln auf den Weg machen. Unterwegs findet ihr verschiedene Fragen, die euch zum Nachdenken anregen sollen. Wenn ihr eine Frage gefunden habt, geht einfach weiter und überlegt euch unterwegs eine Antwort dazu. Manchmal weiß man keine Antwort, das ist nicht schlimm. Nehmt euch die Zeit, die ihr braucht.

Spaziergang

Nach der kurzen Einführung werden die Jugendlichen im Abstand von ein bis zwei Minuten auf den Weg geschickt. Sie gehen den Weg allein und machen sich bei jeder Frage Gedanken. Wer möchte, kann dazu auch Zettel und Stift mitnehmen und seine Spazier-Gedanken notieren. Folgende Fragen begegnen auf dem Weg:

  • Wohin will ich in meinem Leben?
  • Welche Menschen sind mir wichtig?
  • Welchen Menschen bin ich wichtig?
  • Was habe ich Tolles im vergangenen Jahr erlebt?
  • Welche Stolpersteine konnte ich bereits überwinden?
  • Welche Belastungen möchte ich gern hinter mir lassen?
  • Was möchte ich in meinem Leben ändern?
  • Wie bin ich für andere Menschen da?
  • Was könnte eine Lebensaufgabe für mich sein?
  • Wofür in meinem Leben bin ich dankbar?
  • Wofür lohnt es sich zu leben?
  • Welchen Wunsch habe ich für die Zukunft?
  • Worauf freue ich mich in der Zukunft?

Abschluss

Wenn die Jugendlichen einzeln wiederkommen, bietet es sich als Übergangsaufgabe an, einen Brief an sich selbst zu formulieren, in dem die Gedanken, die auf dem Weg wichtig wurden, nochmals reflektiert werden. Bei großen Gruppen ist eine Teilung der Gruppe sinnvoll, bei der zwei Aufgaben gegeben werden, die nacheinander bearbeitet werden. Alternativ kann die eine Hälfte der Gruppe ein Spiel spielen, bis sie mit der anderen Einheit starten kann.

Besonderheiten, Schwierigkeiten, Unvorhergesehenes

  • Was oft geschieht: Jugendliche sammeln sich und gehen den Weg gemeinsam weiter. Das ist in Ordnung. Manche nutzen die Chance für sich, tatsächlich allein unterwegs zu sein. Wichtig ist, dass jede und jeder die Möglichkeit hat, die Erfahrung allein zu machen.
  • Es kommt vor, dass manche Jugendliche nach dem Spaziergang traurig, nachdenklich oder verstimmt sind. Danach am besten eine Pause einplanen, in der auch Seelsorge oder ein Einzelgespräch in Anspruch genommen werden kann.

Varianten

  • Der Solospaziergang entfaltet als Methode gerade dann seine Wirkung, wenn danach keine Auswertung oder Diskussion stattfindet. Ein Gespräch kann aber dennoch eingeplant werden, wenn es in den Rahmen des Themas gut passt oder die Gruppe gesprächsfreudig ist: Eine freiwillige Blitzlichtrunde, in der jede und jeder sein Highlight auf dem Weg erwähnen darf oder sagen kann, welche Frage ihn weiter beschäftigt, bietet sich an. Es kann auch in Kleingruppen über bestimmte Fragen nochmals reflektiert werden.
  • Bei schlechtem Wetter kann man den Spaziergang auch in Gebäuden, z. B. in großen Tagungshäusern oder im Kreuzgang eines Klosters oder in einer Kirche, durchführen. Die Fragen sollten dann reduziert und auf Stille im Gebäude geachtet werden.

Einheit: Wer bin ich?

Marina ordnet sich mit einigen weiteren Jugendlichen der Rolle des Ideengebers zu, die im „Butterfly Circus“ durch Sammy verkörpert wird. In der Bearbeitung merkt sie, dass dieser Charakter wie alle anderen Rollen eine Chance und Herausforderung für die Gemeinschaft ist. Beispielsweise hat Sammy eine Bindegliedfunktion durch seine ehrlichen und offenen Fragen an Will. Gleichzeitig kann er auch, wenn er Grenzen überschreitet, durch seine Direktheit verletzend sein. Diese Erkenntnis hat Marinas Blick dafür geöffnet, dass auch die Ruhigeren in der Gruppe gebraucht werden und es nicht nur deren Aufgabe ist, sich Gehör zu verschaffen, sondern auch die Aufgabe der Lauteren, den Zurückhaltenderen Platz zu lassen.

ZielDie Jugendlichen werden sich bewusst, dass es verschiedene Rollen in einer Gruppe gibt und dass jede Rolle Stärken und Schwächen mit sich bringt. Sie beschäftigen sich damit, was sie von der momentanen Gruppengemeinschaft erwarten, aber auch, was sie selbst beisteuern können. Damit wird ihr Bewusstsein für den persönlichen Gestaltungsraum innerhalb einer Gemeinschaft gestärkt.
Gruppengröße10 bis 30 Teilnehmende
MaterialMaterial für ein erlebnispädagogisches Spiel, in dem verschiedene Rollen in der Gruppe sichtbar werden, z. B. Balltransport oder Flussüberquerung; Flipchart; Kurzfilm:
„The Butterfly Circus. Wo Wunder wahr werden“, Regisseur Josua Weigel, SCM Hänssler, 2009, Spieldauer 23 Minuten, geeignete Medien zur Wiedergabe für den Film; 5 Plakate in mind. DIN A3; ausreichend Papier DIN A6 in Gelb und Grün; Eddings, Kugelschreiber
Dauerca. 3 Stunden

Überblick

Die erste Phase beginnt mit einem erlebnispädagogischen Spiel, das mit der Gruppe im darauffolgenden Gespräch auf die Rollenverteilung hin ausgewertet wird. Nachdem sich die Jugendlichen den verschiedenen Rollen zugeordnet haben, folgt eine genauere Betrachtung ihrer Stärken und Schwächen in Kleingruppenarbeit. In der letzten Phase ist jede und jeder Jugendliche konkret gefragt, was er oder sie für die Gruppe beisteuern kann und was er oder sie von der Gruppe erwartet. In dieser Einheit liegt der Fokus auf den positiven Rollen: Ausführende, Kritiker, Motivator und Ideengeber. Negative Rollen werden in dieser Einheit nur gestreift.

Durchführung im Einzelnen

Phase 1: Einführung mit erlebnispädagogischer Übung

Erlebnispädagogische Übung (50 Minuten)

Die Einheit beginnt mit einer erlebnispädagogischen kooperativen Übung, in der die Rollenverteilung in der Gruppe erkennbar werden soll. Dies kann z. B. der Balltransport. Die Gruppe muss bei der Übung „Balltransport“ einen Ball durch Röhren über eine abgesteckte Strecke transportieren (optimal: mymuesli®-Dosen aus Karton, deren Boden entfernt wurde, und ein Tennisball; alternativ Klopapierrollen und ein sehr kleiner Ball). Dabei darf der Ball nach dem Start nicht mehr berührt werden. Geschieht dies trotzdem oder fällt der Ball auf den Boden, so muss die Gruppe wieder von vorne beginnen. Die Jugendlichen müssen, nachdem der Ball durch ihre Röhre gerollt ist, an das Ende der Röhrenleitung laufen, um dort die Ballleitung weiter zu verlängern. Die zurückzulegende Strecke sollte auf jeden Fall doppelt so lang wie die Ballleitung (alle Röhren aneinandergelegt) sein.
Alternativ können auch andere erlebnispädagogische Übungen eingesetzt werden, z. B. die Flussüberquerung.

Für die Mitarbeitenden ist es wichtig, den Prozess der Lösungsfindung genau zu beobachten, um diese Vorgänge später mit der Gruppe im Blick auf die Rollenverteilung reflektieren zu können. In sehr wenigen Fällen kommt die Gruppe nicht selbst auf eine Lösung der gestellten Aufgabe. Dann besteht die Möglichkeit, eine „Pressekonferenz“ einzuberufen, in der, durch eine Person aus dem Mitarbeitendenteam, Probleme besprochen und neue Denkanstöße gegeben werden können.

Auswertung der erlebnispädagogischen Übung (10 Minuten)

Nach Beendigung der Übung ist es sehr wichtig, die Erfolge bzw. Misserfolge mit der Gruppe im Plenum zu reflektieren. Dies kann mit folgenden Fragen geschehen:

  • Wart ihr mit euch zufrieden? Wie habt ihr die Aufgabe gemeistert?
  • Wo sind Probleme aufgetreten? Wie habt ihr sie gelöst?
  • Wer hat welche Funktion im Prozess übernommen?
  • Warum waren die einzelnen Rollen wichtig?
  • Wie habt ihr zusammengearbeitet? Was war gut, was könntet ihr noch verbessern?
Überleitung (10 Minuten)

Welche Rollen wurden in der Übung durch verschiedene Jugendliche eingenommen? Beim Balltransport habt ihr innerhalb eurer Gruppe verschiedene Rollen eingenommen. Wie würdet ihr diese Rollen nennen? Welche weiteren Rollen können Mitglieder einer Gruppe einnehmen?
Die jetzt genannten Rollen werden in Phase 2 den Charakteren des Filmes zugeschrieben. Es ist an dieser Stelle eine gute Vorarbeit, die Rollen bereits in der Reflexion der erlebnispädagogischen Übung mit Titeln zu versehen. Diese Titel werden am Flipchart gesammelt.

Beispiele positiver Rollen in der Gruppe

Unterstützer: Diese Person ist aufmerksam und achtsam gegenüber den Prozessen und Mitgliedern der Gruppe. Sie steht eher im Hintergrund, ist nicht aufdringlich, aber durch ihre Aufmerksamkeit behält sie unterstützend die Gruppe im Blick.
Kritikerin: Diese Person denkt mit, bleibt aber kritisch. Sie sucht nach Lösungen und Antworten, ist aber nicht sofort zu überzeugen. Sie verweigert die Entscheidungen der Gruppe nicht. Durch das kritische Überdenken kann sie auf Probleme hinweisen.
Motivator: Diese Person sieht das Potenzial und hat eine anleitende Stimme in der Gruppe. Sie motiviert und führt am stärksten.
Ideengeberin: Diese Person bringt neue Ideen durch gute Fragen und Anmerkungen in die Gruppe ein. Sie bleibt gedanklich nicht am Momentanen stehen, sondern hat eine klare Vision, wie es werden könnte.

Beispiele für negative Rollen

Miesmacherin: Dieser Person gefallen die Entscheidungen der Gruppe prinzipiell nicht. Egal, was besprochen oder entschieden wird, diese Person findet es schlecht.
Verweigerer: Diese Person weigert sich, die Beschlüsse der Gruppe mitzutragen.

Werden in der Diskussion negative Rollen benannt, so kann mit der Gruppe darauf eingegangen werden. Beispielsweise kann, je nach Person, der/die Jugendliche nach seinen/ihren Gründen für das Verweigern oder Miesmachen gefragt werden. Wie hätte das Spiel seiner/ihrer Meinung nach funktionieren müssen? Die Wirkung von solchen Rollen auf die gesamte Gruppe kann, je nach Gruppe, besprochen werden. Die Gruppe kann gemeinsam überlegen, wie sie auf solche Rollen am besten reagiert. Haben Miesmacher innerhalb der Gruppe bereits eine schlechte Position, so muss sehr sensibel im Gruppengespräch mit ihrer Rolle umgegangen werden. Ansonsten besteht die Gefahr, ihre Außenseiterposition zu verstärken. Das Ziel ist jedoch ihre Integration in die Gruppe und im besten Fall positive Aufmerksamkeit der anderen. Der Umgang mit negativen Rollen ist hier also sehr situationsabhängig.

Phase 2: Rollen in der Gruppe: Der Film „Butterfly Circus“
(45 Minuten)

Arbeitsauftrag für die Filmvorführung

Wir werden nun gemeinsam den Film „The Butterfly Circus“ anschauen. Achtet dabei darauf: Welche Rollen werden hier von den einzelnen Charakteren eingenommen? Was sind Stärken und Schwächen dieser Rolle?
Film: „The Butterfly Circus. Wo Wunder wahr werden“ gemeinsam anschauen.

Spontanes Gespräch über den Film

Direkt nach dem Film sollte ein kurzes Gespräch über die Hauptaussagen des Films im Plenum stattfinden. Der Film ist sehr emotional und aussagekräftig. Daher brauchen die Jugendlichen wahrscheinlich Raum darüber zu sprechen, was sie angesprochen hat, bevor es zum eigentlichen Thema der Einheit zurückgehen kann.

Rollen im Film

Im nächsten Schritt besprechen die Jugendlichen und Mitarbeitenden im Plenum ihre Beobachtungen über die Charaktere und ihre Rollenzuschreibungen. Stärken und Schwächen der Rollen werden hier noch nicht, sondern erst in der Kleingruppenarbeit erarbeitet. Welche Rollen nehmen die verschiedenen Charaktere ein?
Koffermann = Unterstützer
Will = Kritiker
Sammy = Ideengeber
Direktor = Motivator
erster Direktor = Miesmacher
Die Rollen dieser fünf Charaktere werden nun mit ihrer Funktion, z. B. als Motivator, auf mehreren Plakaten festgehalten (ein Plakat pro Rolle).

Zuordnung der Jugendlichen zu „ihrer“ Rolle

Diese fünf (oder mehr) Plakate werden nun im Raum verteilt. Die Jugendlichen ordnen sich der Rolle zu, mit der sie sich am ehesten identifizieren.

Erarbeitung der Stärken und Schwächen (20 Minuten)

Nun erarbeiten die fünf Rollengruppen gemeinsam die Stärken und Schwächen ihrer Rolle und halten ihre Ergebnisse auf dem Plakat fest. Die Ergebnisse werden im Plenum zusammengetragen und gegebenenfalls diskutiert.

Phase 3: Meine Rolle in der Gruppe (20 Minuten)

Ressourcen und Erwartungen der Jugendlichen für die Gruppe

Nachdem die verschiedenen Rollen in ihren Stärken und Schwächen erarbeitet wurden, soll es nun konkret werden. Im nächsten Schritt schreiben die Jugendlichen ihre Ressourcen und Erwartungen für und an die momentane Gruppe auf DIN-A6-Papier: gelbes Papier – Das wünsche ich mir von anderen; grünes Papier – Das tue ich für andere.

Präsentation der Ergebnisse durch die Mitarbeitenden

Ressourcen und Erwartungen werden gesammelt und dann von den Mitarbeitenden vorgetragen und aufgehängt.

Impuls: Alle Rollen sind für die Gruppe wichtig (5 Minuten)

Zum Abschluss fassen die Mitarbeitenden die Ergebnisse zusammen. Hier ein möglicher Impuls dafür:
Wir haben in den vergangenen Stunden gesehen, dass in Gruppen oder Gemeinschaften die verschiedenen Mitglieder verschiedene Rollen einnehmen. Das geschieht ganz natürlich. Alle Rollen sind dabei in einer Gruppe wichtig und jede Rolle trägt ihren Teil zur Gemeinschaft bei. Es braucht diese Vielfalt an verschiedenen Funktionen. Drei Führer und keine Mitläufer zum Beispiel würde genauso wenig funktionieren, wie wenn es nur Kritiker und keine Ideengeber geben würde. Die meisten Rollen sind keine guten oder schlechten Rollen. Wichtig ist es vor allem für die starken Rollen in der Gruppe, auf die anderen Mitglieder zu achten und die eigene Rolle zu größtmöglichem Profit für alle und kleinstmöglichem Schaden für Einzelne auszuspielen. So kann eine Gemeinschaft auch mit vielen verschiedenen Charakteren und Rollen gelingen.

Besonderheiten, Schwierigkeiten, Unvorhergesehenes

  • Diese Einheit ist sehr lang. Es müssen nach Bedarf Pausen eingelegt werden.
  • Da die Einheit oft bisher unbekannte Zusammenhänge und Zuordnungen der Gruppenrollen aufdeckt, können Gruppenmitglieder sich getroffen fühlen oder sehr emotional reagieren. Daher ist es wichtig, die Gruppe während der Einheit und danach gut im Blick zu behalten und unter Umständen Einzelne anzusprechen, wenn sie traurig oder innerlich aufgewühlt wirken.

Varianten

Die Rollen in verschiedenen Gruppen können auch anhand von anderen Filmen oder z. B. Serien bearbeitet werden.

Einheit: Wer bin ich?

„Wow, ich hätte gar nicht gedacht, dass die anderen mich so sehen“, denkt Hanna und liest sich ihre Eigenschaftenzettel noch einmal durch: „Fröhlich, sportlich, verantwortungs-
bewusst, fleißig, hübsch …“ Es tut gut zu lesen, was andere an ihr gut finden.
Aus einer Menge verdeckter Zettel mit guten Eigenschaften mussten sie vorhin in der Gruppe immer, wenn sie eine sechs gewürfelt hatten, einen Zettel ziehen und ihn verdeckt
demjenigen zuschieben, zu dem die Eigenschaft am besten passt. Ihre Zettel hat sie auf eine Karte geklebt. Die wird sie sich aufheben und immer wieder durchlesen!

ZielDie Jugendlichen machen die Erfahrung eines positiven Fremdbilds. Das stärkt das Selbstbewusstsein und stößt eine Reflexion darüber an, wie man von einen Mitmenschen wahrgenommen wird.
GruppengrößeKleingruppen mit je 6 bis 8 Teilnehmenden
Materialpro Kleingruppe 60 bis 100 positive Eigenschaften ausdrucken (s. Anhang) und in einzelne Zettel ausschneiden; ausreichend Klebestifte; 1 farbige DIN-A5-Karte pro Gruppenmitglied, auf die die Jugendlichen ihre Eigenschaften aufkleben können; 1 Würfel pro Gruppe
Dauer30 bis 45 Minuten

Vorbereitung

Die Jugendlichen werden in Gruppen zu sechs bis acht Personen aufgeteilt. Jede Gruppe erhält jeweils einen Eigenschaftensatz, einen Würfel, eine DIN-A5-Karte pro Gruppenmitglied und Klebestifte.

Durchführung

Einführung

Manchmal hat man von sich selbst keine besonders hohe Meinung und denkt nur daran, was man alles nicht kann. Da tut es gut, wenn man merkt, dass andere gar kein so schlechtes Bild von einem haben.
Die Jugendlichen legen die Eigenschaftenzettel verdeckt in die Mitte ihres Gruppentisches oder -kreises.

Verteilung der Eigenschaften und Raterunde

Phase 1

Der Reihe nach wird gewürfelt. Bei einer geraden Zahl / bei einer Sechs (kann variiert werden) darf die oder der Würfelnde eine Eigenschaft ziehen und sie verdeckt einem Gruppenmitglied zuordnen.

Phase 2

Wenn alle Eigenschaften zugeordnet sind, dürfen alle Jugendlichen schauen, welche Eigenschaften sie bekommen haben, und sie in der Reihenfolge auf die Karte aufkleben, wie sie oder er die Eigenschaften am ehesten zutreffend empfindet (z. B. in Form einer Pyramide oder Liste).

Phase 3

Die Gruppen müssen gegenseitig erraten, wer mit welcher Eigenschaftenkarte gemeint sein könnte. Die mit den Eigenschaften beklebten kleinen Karten sollen den Jugendlichen einer anderen Gruppe zugeordnet werden. Die Jugendlichen diskutieren darüber, wem und warum sie welche Eigenschaften zuordnen wollen. Das ist meist ein guter Indikator dafür, wie gut sich die Jugendlichen untereinander schon kennen.

Besonderheiten, Schwierigkeiten, Unvorhergesehenes

Erfahrungsgemäß ist diese Methode sehr unkompliziert und die Jugendlichen machen eine gute Erfahrung. Viele bewahren ihre Eigenschaftenkarte lange auf. Wichtig ist der Hinweis, dass die Gruppe darauf achten soll, dass jede und jeder in etwa gleich viele Eigenschaftenzettel bekommt.

Einheit: Wer bin ich?

Liebe Ann-Kathrin,
wie geht es dir jetzt? Ich hoffe gut. Wenn du diesen Brief liest, dann hast du ein weiteres Jahr geschafft. Das Schuljahr ist zu Ende und du kannst dich auf den lang ersehnten Urlaub freuen. Erinnerst du dich noch daran, weshalb ich dir schreibe? Wie ich mich kenne, hast du es mal wieder vergessen. Du warst doch bei den „Tagen der Orientierung“. Und du wolltest nicht vergessen, wie schön diese kurze Auszeit war. Du hattest dir vorgenommen, nach deinem Abschluss ein Freiwilliges Jahr zu machen und danach noch ins Ausland zu gehen. Australien oder so. Wie sieht’s mit deiner Planung aus? Steht das noch? Brauchst du Unterstützung oder stellst du dir deine Zukunft mittlerweile anders vor? Na ja, Hauptsache du bist zufrieden damit, dann bin ich es auch. Leb deine Träume!
Liebe Grüße aus der Vergangenheit! Ann-Kathrin

ZielEine Auseinandersetzung über Ziele, Lebensinhalte und Wertvorstellungen wird angestoßen. Der an sich selbst geschriebene Brief wird ca. ein halbes Jahr später den Jugendlichen zugeschickt und kann von ihnen auch in der Zukunft immer wieder gelesen werden. So können die Jugendlichen vergangene mit gegenwärtigen Zielen und Erwartungshaltungen vergleichen. Beim Schreibprozess können Erkenntnisse der Jugendlichen, die auf der Freizeit oder Tagung schon gemacht worden sind, festgehalten werden. Diese Methode dient der Selbstfindung.
Gruppengröße5 bis 30 Teilnehmende
MaterialPapier, Stifte, Briefumschläge, (später) Briefmarken
Dauer30 bis 60 Minuten

Durchführung

Einführung

Wenn wir an unsere Zukunft denken, haben wir bestimmte Vorstellungen davon, wie diese auszusehen hat. Jedoch verändern sich diese Vorstellungen Tag für Tag. Manchmal lohnt es sich zurückzublicken und die aktuelle Lage mit damals zu vergleichen, um zu sehen, ob man sich noch auf dem richtigen Pfad unterwegs zu den eigenen Zielen befindet.

Schreibphase

In einem Brief an sich selbst schreiben die Jugendlichen auf, welche Ziele sie erreichen möchten. Sie können Ängste und Sorgen formulieren und positive Gedanken über sich selbst festhalten sowie alles, was ihnen auf der Freizeit oder Tagung wichtig geworden ist. Die Jugendlichen kleben den Brief selbst zu und schreiben ihren Namen und (falls der Brief verschickt werden soll) ihre Adresse darauf. Ein Brief mit Musteradressierung sollte bereitgestellt werden.

Besonderheiten, Schwierigkeiten, Unvorhergesehenes

  • Es ist keine Kontrolle möglich, ob und was jemand geschrieben hat. Gerade das ermöglicht es den Jugendlichen jedoch, vollkommen frei und zwanglos zu schreiben.
  • Am Anfang sollte klargemacht werden, was mit den Briefen passiert, damit die Durchführung gelingen kann. Denn die Methode ergibt nur Sinn, wenn sie von möglichst allen Beteiligten ernst und wichtig genommen wird.
  • Der besondere Effekt der Methode liegt darin, dass man im zukünftigen Alltag wieder mit den Gedanken und Gefühlen von damals konfrontiert wird. Dadurch lässt sich für jede und jeden im Einzelnen überprüfen, ob und was sich nach der Freizeit oder Tagung geändert hat. So kann das Programm Einfluss über den bloßen Programmzeitraum hinaus haben.

Varianten

Bei Tagungen mit begleitenden Lehrkräften kann die beteiligte Lehrkraft die verschlossenen Briefumschläge mitnehmen und am Ende des Schuljahres an die Jugendlichen austeilen. Alternativ nehmen die Mitarbeitenden die verschlossenen Briefe mit und verschicken sie zu einem beliebigen oder zusammen mit der Gruppe festgelegten Zeitpunkt. Oft wünschen die Jugendlichen eine Zusendung nach einem halben Jahr.

Anmerkungen aus der Redaktion

Bitte nutzt diesen Entwurf für eure Kirche Kunterbunt als Vorschlag! Vielleicht passt manches nicht zu eurer Situation und eurem Frömmigkeitsstil. Theologie lädt dazu ein, selbst zu glauben, selbst zu denken. Das könnt ihr mit dieser hier vorgestellten Einheit auch tun. Im Sinne der Jahreslosung 2025 gilt: „Prüft alles und behalte das Gute!”

Team-Zeit

Dieser Entwurf thematisiert den Palmsonntag und die dahinter stehende biblische Erzählung von Jesus Einzug Jesu nach Jerusalem (Lukas 19,29-38). Er eignet sich für die Passionszeit – also die Phase vor Ostern. Natürlich kann die Kirche Kunterbunt auch direkt am Palmsonntag gefeiert werden. Der Palmsonntag ist der Start in die Karwoche. Jesus kommt nach Jerusalem – die Menschen jubeln ihm zu und feiern ihn wie einen König. Sie hoffen, dass er ihr Leben endlich grundlegend verändert. Doch Jesus kommt anders, als viele es erwarten: nicht mächtig und laut, sondern ruhig, friedlich und auf einem Esel.

Lest als Team den Bibeltext aus Lukas 19,29-38. Alternativ könnt ihr die Erzählung auch in einer Kinderbibel lesen (z.B. Die Bibel für Kinder (Margot Käßmann)

Unterhaltet euch über folgende Fragen:

  • Welche Worte sind euch fremd? Was findet ihr seltsam?
  • Habt ihr schonmal etwas vergleichbares erlebt?
  • Wie erlebt ihr Jesus in der Geschichte?
  • Was sind Themen, die Familien in ihrem Alltag auch erleben?
  • Hattet ihr schonmal Begegnungen mit einem Esel?

In der biblischen Erzählung zeigt Jesus, dass Gottes Weg nicht über Macht und Durchsetzen führt, sondern über Nähe, Liebe und Dienen. Nachfolge ist nicht immer spektakulär, aber ehrlich. Es geht darum, Jesus auch dann zu vertrauen, wenn er unsere Erwartungen durchkreuzt werden. Jesus motiviert uns zu einer Haltung der Liebe und des Dienens.

Willkommens-Zeit

Herzlich Willkommen zu unserer Kirche Kunterbunt. Schön, dass ihr alle da seid. Heute wird es ein bisschen wild, manchmal auch ein wenig laut und auch ganz festlich. Außerdem wollen wir uns ein Tier etwas näher anschauen wollen. Ihr dürft jetzt mal raten, um welches Tier es geht.

  • Rätsel über Powerpoint

Als „Palmesel“ gilt in vielen Regionen (z.B. Odenwald, Rheinhessen) die Person, die am Palmsonntagmorgen als Letzte aus dem Bett kommt. Wenn ihr die Kirche Kunterbunt am Palmsonntag feiert, könnt ihr danach fragen. Falls ihr vor Palmsonntag feiert, diese Tradition einführen und die Familien einladen am Palmsonntag aufzupassen, wer der Palmesel ist.

Aktiv-Zeit

Station: Palmbuschen binden

Material: grüne Zweige (Buchs, Forsythie), Bänder, Federn, Glitzer

Stationsbeschreibung:
Was gibt’s hier zu tun?
Hier darfst du deinen eigenen kleinen Palmbuschen binden! Mit Zweigen, bunten Bändern und vielleicht sogar etwas Glitzer oder Federn. Lass deiner Kreativität freien Lauf – jedes Büschel wird ein Unikat!

Was steckt dahinter?
Die Menschen haben Jesus mit Palmzweigen begrüßt, als er in Jerusalem einzog – als Zeichen der Freude und Hoffnung. Auch heute erinnern uns die Palmbuschen daran, dass neues Leben wächst und Gott mit uns unterwegs ist.

Für zu Hause: Nimm deinen Palmbuschen mit nach Hause. Du kannst ihn ans Fenster oder an die Tür hängen – als Zeichen: Hier wohnt Hoffnung!

Station: HOSIANNA – Wie laut kannst du jubeln?

Material: Dezibel-Messgerät

Stationsbeschreibung:
Was gibt’s hier zu tun?
Ruf so laut du kannst „Hosianna!“ – wir messen mit einem Dezibel-Messgerät, wie kräftig deine Stimme ist! Dein Ergebnis wird auf unserer Flipchart eingetragen – mal sehen, wie laut unsere Gruppe gemeinsam jubeln kann!

Was steckt dahinter?
Als Jesus in Jerusalem ankam, haben ihn die Menschen wie einen König begrüßt  – mit Rufen, Jubel und Palmzweigen. „Hosianna!“ heißt: „Hilf doch!“ oder „Rette uns!“ – ein Freudenruf voller Hoffnung und Vertrauen.

Extra:
Magst du es lieber leise? Kein Problem! Du kannst auch ein stilles „Hosianna“ ins Mikrofon flüstern – auch das wird gemessen. Denn bei Gott zählt nicht nur Lautstärke – sondern, was von Herzen kommt!

Station: Der Esel – ein besonderer Begleiter

Material: Klorollen, Papier, Kleber, Augen, schwarzer Edding, Schnur

Stationsbeschreibung:

Was gibt’s hier zu tun? Bastle dir deinen eigenen kleinen Esel aus Klopapierrollen, Papier, Kleber und etwas Fantasie! Eine Mitarbeiterin zeigt dir Schritt für Schritt, wie’s geht – du brauchst nur Lust zum Mitmachen. 😊

Was steckt dahinter? Jesus ritt auf einem Esel in Jerusalem ein – ganz friedlich, nicht wie ein mächtiger König auf einem Pferd. Der Esel erinnert uns daran, dass Stärke nicht laut und groß sein muss..

Tipp: Du kannst deinem Esel auch einen Namen geben und mit nach Hause nehmen – vielleicht begleitet er dich durch die Karwoche!

Station: Fütter den Esel!

Material: Pappesel, Spielzeug-Gemüse/Bälle, Eimer

Stationsbeschreibung: Was gibt’s hier zu tun? Vor dir steht ein hungriger Esel – na gut, eigentlich eine Pappfigur 😉und der freut sich auf Futter! Schnapp dir ein Stück Spielzeug-Gemüse und versuche, es in den Futtereimer zu werfen. Triffst du? Dann ist der Esel glücklich und satt!

Was steckt dahinter?
Der Esel war ein treuer Begleiter auf Jesu Weg nach Jerusalem. Auch wenn er oft übersehen wird, war er wichtig – und wer Gutes tut, darf auch gut versorgt werden. So wie der Esel – und wie wir!

Extra:
Wie viele Gemüsestücke schaffst du? Du darfst natürlich auch öfter probieren!

Station: Esel-Wettrennen – gemeinsam ans Ziel

Material: Parcours (Pylonen, Flatterband, Bänke), Hüpfpferd(e)

Stationsbeschreibung:

Was gibt’s hier zu tun?

Schnappt euch ein Hüpftier und lauft gemeinsam als Familie den Esel-Parcours ab! Aber aufgepasst: Hier zählt nicht die Geschwindigkeit – sondern Teamgeist! Manche Hindernisse könnt ihr nur gemeinsam überwinden. Vielleicht müsst ihr mal Händchen halten, mal gemeinsam ein Lied singen oder euch gegenseitig anfeuern.

Was steckt dahinter?

Jesus war auf einem Esel unterwegs – langsam, friedlich und mit vielen Menschen um sich herum. Auch wir sind gemeinsam unterwegs: als Familie, als Team, mit Gott an unserer Seite.

Extra:

Schafft ihr es, am Ende gemeinsam „Hosianna!“ zu rufen? Dann gibt’s Applaus von uns – und vielleicht ein kleines Dankeschön für euer tolles Miteinander!

Station: Esel ganz nah

Material: Beamer, Laptop, Lautsprecher, Sendung mit der Maus:

Stationsbeschreibung:

Was gibt’s hier zu sehen?

Setz dich gemütlich hin, mach’s dir bequem und schau dir ein spannendes Video aus der Sendung mit der Maus an – alles dreht sich um den Esel! Wo lebt er? Was frisst er? Und warum sind Esel eigentlich so stur und gleichzeitig so klug? Im Anschluss daran kannst du ein Quiz über Esel machen und dein neugewonnenes Wissen testen.

Was steckt dahinter?

Der Esel ist nicht nur in der Bibel wichtig, sondern auch ein echtes Wunder-Tier im Alltag: stark, treu und manchmal ganz schön witzig. Schau rein und lerne ihn von einer neuen Seite kennen!

Tipp:

Wenn du magst, kannst du danach ein Eselfakt-Kärtchen mitnehmen – zum Staunen, Weitererzählen oder Aufhängen am Kühlschrank!

Station: Packesel – Wieviel schaffst du?

Material: Spiel Pack-Esel (https://www.schmidtspiele.de/details/produkt/packesel.html)

Stationsbeschreibung:

Was gibt’s hier zu tun?

Hier wartet ein echter Balance-Künstler auf euch: der Packesel! Versucht, so viele Stäbe wie möglich auf seinen Rücken zu stapeln – ohne dass etwas herunterfällt. Aber aufgepasst: Esel mögen’s nicht zu stressig… Wer zu viel auflädt, bringt ihn aus dem Gleichgewicht!

Was steckt dahinter?

Esel tragen oft schwere Lasten – in der Bibel und auch heute noch. Doch auch sie haben Grenzen – so wie wir. Manchmal hilft es, Lasten gemeinsam zu tragen oder auch mal abzugeben.

Tipp:

Spielt gegeneinander oder als Familie zusammen – wer stapelt am geschicktesten?

Station: Wo ist der Eselschwanz?

Material: Esel (entweder aufgemalt (an eine Scheibe mit Kreidestiften/Flipchart) und aufgehängt, als Kuscheltier, Hüpfpferd, Holzpferd oder verkleidete Person mit Eselohren, Schwanz aus grauen Wollfäden, Klebeband

Stationsbeschreibung:

Was gibt’s hier zu tun?

Hier steht ein Esel – aber oh nein, sein Schwanz fehlt! Du bekommst die Augen verbunden und versuchst, den Schwanz an der richtigen Stelle anzubringen. Keine Sorge: Deine Familie darf dich mit Worten ein bisschen unterstützen.

Was steckt dahinter?

Manchmal sieht man den Weg nicht genau – aber mit ein bisschen Vertrauen, Geduld (und manchmal Hilfe von anderen) kommt man trotzdem ans Ziel. So war es auch bei denen, die Jesus auf seinem Weg begleitet haben.

Tipp:

Lacht miteinander – auch wenn der Schwanz mal am Ohr landet! 😄

Station: Wenn ich König oder Königin wäre …

Material: Thron (schöner Stuhl), Krone, Zepter, Wortkarten, Stifte, Klebeband

Stationsbeschreibung:

Was gibt’s hier zu tun? Setz dich auf den Thron, setz dir eine Krone auf und nimm das königliche Zepter in die Hand. Jetzt bist du für einen Moment König oder Königin! Stell dir vor: Du darfst einen Tag lang bestimmen – was würdest du ändern oder verbessern?

Was steckt dahinter?

Jesus wurde als König begrüßt – aber er war ein ganz anderer König: einer, der dient, liebt und Frieden bringt. Auch du hast tolle Ideen, wie die Welt besser werden kann!

Und dann?

Schreib deinen königlichen Wunsch oder deine Idee auf eine Wortkarte und häng sie an die Wand hinter den Thron – so entsteht unsere ganz eigene Wand der guten Königswünsche.

Station: Symbolsuche

Material: Symbol-Vorlage (kommt bald > meldet euch über sara.bardoll@ejwue.de)

Stationsbeschreibung:

Was gibt’s hier zu tun?

Ihr bekommt einen Zettel mit verschiedenen Symbolen darauf – z. B. eine Kerze, ein Kreuz oder ein Esel. Diese Symbole sind in der Kirche versteckt! Eure Aufgabe: Sucht die passenden Kärtchen mit den Symbolen. Auf der Rückseite jedes Kärtchens steht ein Buchstabe. Tragt ihn auf eure Liste ein!

Was steckt dahinter?

In der Kirche gibt es viel zu entdecken – nicht nur mit den Augen, sondern auch mit dem Herzen. Beim Suchen werdet ihr merken: Jedes Symbol erzählt etwas von Gott und seiner Geschichte mit uns.

Und am Ende?

Wenn ihr alle Symbole gefunden und alle Buchstaben gesammelt habt, ergibt sich ein Lösungswort. Gebt es an der Station ab – zur Belohnung wartet eine kleine Überraschung auf euch!

Station: Ostergarten

Material: Kiste (Eierkartons, Mandarinenkisten oder Kartons), Spielfiguren, evtl. Spielmöbel, Stoffe, Scheren, Naturmaterialien, Steine, Palmzweige, Moos, kleine Äste, Eierschalen

Stationsbeschreibung: Ein Ostergarten schafft einen kreativen Zugang zur Ostergeschichte. In der Kiste kann zur Szene Einzug nach Jerusalem eine Szene gestaltet werden. Auch weitere Szenen der Ostergeschichte (Abendmahl, Garten Gethsemane, der Weg nach Golgatha, Kreuze, Grabhöhle) sind denkbar.

Gesprächsimpuls: Wie haben die unterschiedlichen Menschen sich damals wohl gefühlt? Wie verrückt ist das Kleider auf die Erde zu legen? Warum haben sie das getan?

Ostergarten
Ostergarte 2
Ostergarten3

Feier-Zeit

Begrüßung/Moderation

Heute stand ein Tier in der Mitte unserer Aktivstationen. Welches war das nochmal? Esel

Ihr habt an den Stationen viel erlebt. Was hat euch denn am Meisten Freude gemacht?

  • Kinder erzählen von dem Erlebten
  • Hosianna-Rufen wird noch einmal als Gemeinschaft getestet

Wir haben all diese Stationen heute ausgewählt, weil sie uns vorbereiten auf die biblische Geschichte, die wir heute hören wollen.

Geschichte

Dazu brauche ich euch heute alle. Wir haben verschiedene Rollen:

  • Jesus
  • Menschen am Weg
  • Zwei Freunde von Jesus mit besonderer Aufgabe
  • Freunde von Jesus
  • Esel

Jesus und seine Freunde waren auf dem Weg nach Jerusalem.
(Jesus und die Jünger laufen umher– trampel, trampel, trampel…)

Jesus sagte zu zwei seiner Jünger:
„Geht in das nächste Dorf. Dort werdet ihr einen Esel finden. Bindet ihn los und bringt ihn zu mir.“
Die Jünger taten, was Jesus gesagt hatte.
(Schleichen auf Zehenspitzen los und schaut neugierig nach links und rechts.)

Und tatsächlich – da war ein Esel!
Sie brachten den Esel zu Jesus.
Jesus setzte sich auf den Esel.
Dann ritten sie los – langsam, denn Esel sind gemütlich unterwegs.
(Reitet auf der Stelle und wackelt dabei leicht mit dem Oberkörper.)

Die Menschen in der Stadt waren total aufgeregt!
(Alle rufen: „Was ist da los?“)

Sie hörten: Jesus kommt!
Da rannten sie auf die Straße, legten ihre Mäntel auf den Boden und winkten mit Palmzweigen.
(Kleidungsstücke werden auf den Weg gelegt).

Alle riefen:
“Hosianna! Hosianna dem Sohn Davids!”
(Laut gemeinsam rufen oder singen – mit Händen in der Luft!)

“Gesegnet sei, der da kommt im Namen des Herrn!”

Die Kinder riefen auch:
“Hosianna!”
(Noch einmal rufen – oder hüpfen dabei vor Freude!)

Jesus ritt mitten durch die jubelnde Menge in die Stadt hinein – ganz ruhig und friedlich.

Impuls

Das ist die Geschichte von Jesu Einzug in Jerusalem wie sie damals passiert ist. Jesus kommt – nicht mit Pomp und Glanz, sondern auf einem einfachen Esel.
Nicht über die Köpfe hinweg, sondern mitten durch die Menschen hindurch. Zu ihnen. Zu uns. Die Leute haben gerufen: „Hosianna!“ – das heißt: „Hilf doch! Rette uns!“
Und sie haben ihre Freude und ihre Hoffnung mit Palmzweigen und Rufen gezeigt.

  • Was würdet ihr heute rufen, wenn Jesus zu euch kommt?
  •  Was würdet ihr ihm zeigen oder erzählen?

Jesus kommt auch heute – nicht auf einem Esel, aber in kleinen Momenten: In einem Lächeln, in einem Gespräch, im gemeinsamen Spielen, beim Basteln oder beim Zuhören.

Er kommt dorthin, wo ihr seid. Als Friedensbringer. Als Freund. Als jemand, der euch wirklich sieht.

Lieder

  • Ho-Ho-Hosianna
  • Los, komm, wir singen heut (Mike Müllerbauer)
  • Deine Gnade erfüllt mein Herz mit Dankbarkeit (FJ5, 42)
  • Immer und überall

Segen

Unser Gott, der voller Frieden ist, segne dich.
Er segne dich am Morgen und auch am Abend.
(beiden Hände links vom Körber aufeinander legen, die rechte Hand wandert dann nach rechts)

Er segne dich wenn du fröhlich bist und auch wenn du traurig bist.
(beide Arme nach oben. Dann beide Arme nach unten hängen lassen.)

Er segne dich, wenn nette Menschen um dich sind und wenn du alleine bist.
(Arme nach links und rechts ausbreiten. Dann vor der Brust verschränken.)

Er segne dich heute und für immer.
(Arme vor dem Körper umeinander drehen. Dann beide Arme nach oben bewegen und einen Kreis andeuten)

AMEN

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