Kommt!

Kommt!

Bringt eure Last – wir reisen mit dem Weltgebetstag um die Welt nach Nigeria

Wir freuen uns, wenn ihr mit eurer Kirche Kunterbunt den Weltgebetstag Nigeria feiert. Für Rückmeldungen bis 30.03.2026 sind wir dankbar. Sendet uns dazu eine Mail mit dem Stichwort „Kirche Kunterbunt Weltgebetstag Nigeria“: weltgebetstag@weltgebetstag.de. Schickt gerne ein Foto von eurer Aktion mit und erzählt, was ihr wie gut nutzen konntet. Danke!

Wir verwenden im Entwurf das „Du“ und hoffen, dass das für euch passt.

Euer ökumenisches Team, das diese Kirche Kunterbunt entworfen hat:

Martina Fuchs, Pastoralreferentin und Referentin im Fachbereich Ehe und Familie, Diözese Rottenburg-Stuttgart, Stuttgart
Manuela Gouget, Diakonin für die Arbeit mit Kindern & Familien, Evang. Kirchenbezirk Freudenstadt
Mona Kuntze, IT-Dienstleisterin und Mitglied im Vorstand des Deutschen Weltgebetstags-Komitees, Soest
Simone Schreiber, Lehrerin für Deutsch und Religion und Kirche-Kunterbunt-Begeisterte, Bad Urach

Thema

Kommt! Bringt eure Last – wir reisen mit dem Weltgebetstag um die Welt nach Nigeria

Zielgedanke

Familien lernen kennen, was Menschen in Nigeria beschäftigt und wie sie mit ihren Sorgen umgehen. Daraus entwickeln sie Ideen, was ihnen bei ihren Sorgen helfen könnte.

Einführung und biblischer Hintergrund, Lebenswirklichkeit von Familien

Der Entwurf ist entstanden für den Weltgebetstag aus Nigeria, der am 06.03.2026 gefeiert wird. Immer am ersten Freitag im März wandert das Gebet um die ganze Welt und quer durch alle Konfessionen. Jedes Jahr bereiten Frauen aus einem andern Land den Gottesdienst vor. Schon seit ca. 100 Jahren wird der Weltgebetstag weltweit gefeiert. Dabei werden oft auch Spenden gesammelt für Projekte im Weltgebetstagsland und in anderen Ländern, die das Leben von Frauen und Kindern verbessern sollen. Der Weltgebetstag ist nicht nur ein bestimmter Tag, sondern eine dynamische Bewegung von Frauen und Mädchen für alle. Deshalb kann man zum Weltgebetstag das ganze Jahr über Veranstaltungen machen. Diese Kirche Kunterbunt zum Weltgebetstag Nigeria kann man auch gut zu einem anderen Zeitpunkt im Jahr feiern, z.B. vor Ferien, wenn Familien auf Reisen gehen. Denn das Thema Reisen soll der Rahmen für die Kirche Kunterbunt zum Weltgebetstag sein. Jedes Jahr kann man so mit der Kirche Kunterbunt in ein neues, aufregendes Weltgebetstagsland reisen. Dazu kann gerne ergänzend das Heft „Bausteine Kindergottesdienst“ des Weltgebetstag genutzt werden, das für ca. 2€ erworben werden kann (https://www.chrismonshop.de/weltgebetstag-der-frauen-deutsches-komitee-e.-v.-bausteine-kindergottesdienst-5269.html, alternativ auch als Download erhältlich).

Reisen kennen viele Familien: sie verreisen in den Urlaub, mal ganz weit mit dem Flugzeug, oder machen Entdeckungsreisen in der Nähe. Sie sind neugierig auf das Fremde in der anderen Kultur, auf das andere Essen, die andere Sprache, die andere Religion…

Zu jedem Weltgebetstag gibt es ein bestimmtes Motto, das aus der Bibel stammt. Für den Weltgebetstag aus Nigeria stammt das Motto „Kommt! Bringt eure Last“ aus Matthäusevangelium (Mt 11, 28-30): „Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid! Ich will euch erquicken. Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig; und ihr werdet Ruhe finden für eure Seele. Denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht.“ Der Glaube an Jesus Christus bewahrt uns zwar nicht vor den Lasten des Lebens, aber er kann Vertrauen schenken, dass Jesus unser Joch mitträgt, unsere Last so leichter wird und wir zur Ruhe kommen können. Diese Erfahrung kann uns ermutigen, anderen Menschen in unserer Nähe und weltweit zu helfen, ihre Last zu tragen.

Willkommens-Zeit

Ideen für die Willkommens-Zeit (ca. 20-30 Minuten)

Die Familien begeben sich im Rahmen des Weltgebetstags auf eine Reise durch die Welt mit dem Ziel Nigeria. Dieses Gefühl wird direkt beim Ankommen vermittelt.

Dazu einige Ideen:

Auf die Reise, fertig, los
Jemand aus dem Team spielt eine*n Flugbegleiter*in oder Rieseleiter*in und leitet die Familien an. Gerne auch mit passender Kleidung. Die Familien bekommen einen Reisepass, den sie ausfüllen (Vorlage Reisepass s. Dokument Materialsammlung). Der Reisepass enthält Platz für Stempel, die sie bei den Stationen später sammeln können, ähnlich wie Stempel bei der Einreise in ein Land.

Der Geschmack der Jackfruit
Ladet die Familien auf einen exotischen Willkommens-Drink ein: Mischt aus gleichen Teilen ein Getränk aus Papaya-, Mango- und Bananensaft. Je nach Geschmack kann auch ein Spitzer Zitrone ergänzt werden. Gekühlt und mit Eis genießen. Saft kann man zwar keinen aus der Jackfruit machen, aber diese Frucht ist vielseitig einsetzbar, z.B. auch als Fleischersatz.

Funfact zur Jackfruit
Die Jackfruit gehört zur Familie der Maulbeergewächse und wächst auch in Nigeria. „Optisch liegt die Jackfruit irgendwo zwischen Riesenlitschi und Gürteltier mit Noppen außen auf der Schale. Doch das wirklich Ungewöhnliche ist nicht ihr Aussehen. Es ist die Größe. Die Früchte des Jackfruitbaums können bis zu einen Meter lang und zwischen 40 und 50 Kilogramm schwer werden. Damit sind sie definitiv Weltrekordhalter als schwerste und größte Baumfrucht auf diesem Planeten.“
(https://www.geo.de/wissen/ernaehrung/jackfruit–was-kann-der-fleischersatz–30423700.html, 13.11.25)

Namensschilder in Form der Jackfruit
Material: Tonpapier in grün (alternativ: Moosgummi), Schere, doppelseitiges Klebeband zum Befestigen an der Rückseite, Filzstift.

Nach dem Ankommen geht es gemeinsam weiter:

  • Anfangslied der Kirche Kunterbunt wird gesungen (individuell je nach Kirche Kunterbunt vor Ort)
  • Die Familien werden begrüßt und eingeladen, sich gegenseitig zu begrüßen.
  • Auf der Landkarte wird gezeigt, wo Nigeria liegt. Wenn es einen Beamer gibt, können auch Fotos aus Nigeria gezeigt werden (man findet Fotos im Internet oder als fertige Bilderpräsentation im Download-Paket 2 »Download Kindergottesdienst« für rund 3€).
  • Der Ablauf wird erklärt und die Stationen für die Aktiv-Zeit werden vorgestellt.
a bunch of green fruit hanging from a tree
Quelle: Simone Schreiber

Aktiv-Zeit

Station 1: Viele Worte für das Gleiche: Würdet ihr alles verstehen?

Zielgedanke
Die Familien lernen die unterschiedliche Bedeutung von Begriffen in verschiedenen Dialekten kennen und lernen, dass sich verständigen mehr ist als die richtigen Vokabeln zu verwenden.

Material/Vorbereitung
Druckt das Quiz auf dickerem Papier aus und schneidet die einzelnen Dreiecke aus. Legt die Wörter in Großbuchstaben auf einem Tisch aus. Mischt die anderen Karten „päckchenweise“ und gebt sie an die Familien zum Zuordnen. Auf normalem Papier, evtl. auch kleiner ausgedruckt, haltet ihr die Lösung für die Familien bereit.

Stationsbeschreibung

In Nigeria gehören die Menschen vielen verschiedenen Bevölkerungsgruppen an. Innerhalb dieser Gruppen wird oft eine eigene Sprache oder ein eigener Dialekt gesprochen. Insgesamt gibt es mehr als 500 verschiedene Sprachen und Dialekte in Nigeria! Die Amtssprache ist Englisch. In der Schule lernen alle Kinder Englisch.

Auch bei uns klingt die deutsche Sprache nicht überall gleich, weil es verschiedene Dialekte gibt. Manche Wörter haben in unterschiedlichen Gegenden andere Bedeutungen. Ein Pfannkuchen ist z.B. in Berlin etwas anderes als in Süddeutschland. Und für manche Dinge gibt es mehrere Begriffe.

Um dem ein bisschen auf die Spur zu kommen, haben wir ein kleines Quiz für euch vorbereitet.

Auf dem Tisch sind Kärtchen mit Worten in Großbuchstaben verteilt. Nehmt euch ein Päckchen mit weiteren Kärtchen. Zu jedem in Großbuchstaben geschriebenen Wort gibt es drei passende Begriffe aus unterschiedlichen Dialekten. Versucht, die Begriffe zuzuordnen. Wenn ihr fertig seid, könnt ihr euer Ergebnis mit der Lösung vergleichen.

Gesprächsimpuls/Impulsfragen
Was könnt ihr machen, wenn ihr euch irgendwo nicht so gut verständigen könnt? Und was macht ihr, wenn ihr euch trotz der gleichen Sprache nicht gut versteht?

Station 2: „Meins und Deins“ – interaktive Geschichte zum (un)gerechten(Ver-)Teilen

Zielgedanke
Die Familien steigen in das Thema „Teilen“ ein und lernen die spezifischen Herausforderungen Nigerias kennen.

Material/Vorbereitung
ein großes Stück Stoff (ca. 1,5 x1,5 m), feiner Sand (z.B. Vogelsand aus Tierhandlung), schlichte Holzfiguren, ggf. kleiner Rechen, 2-3 Schafe (z.B. von Playmobil), grüne Papierstreifen als Hirse, Schokoladen-Riegel (z.B. Duplo)
Der Sand wird auf dem Tuch verteilt, so dass eine plane Fläche entsteht, dann wird die Geschichte darauf erzählt.

Stationsbeschreibung
Der Norden Nigerias besteht hauptsächlich aus Trockensavanne und ist dementsprechend karg und nur in den Regenphasen fruchtbar. Hier kommt es immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen Bauern und Hirten: während die Bauern unter erschwerten Bedingungen versuchen Nahrungs- und Futtermittel anzubauen, kämpfen die Hirte auch um ihr Auskommen. Da das Nahrungsangebot auch für die Tiere der Hirten sehr begrenzt ist, kommt es immer wieder dazu, dass die Hirten ihre Tiere auf dem Feld der Bauern grasen lassen, was unrechtmäßig ist. Aus dieser existentiellen Not heraus entsteht ein Konflikt zwischen Bauern und Hirten. Die Geschichte soll die Situation im Norden Nigerias verdeutlichen. Im nächsten Schritt geht es darum, Vorschläge für mehr Gerechtigkeit zu machen. Da diese existenzielle Not für die KiKu-Familien oft sehr weit weg ist von ihrem eigenen Erfahrungsfeld, gibt es zum Abschluss noch eine konkrete Aufgabe zum Thema Teilen (Schokoriegel teilen ohne Hilfsmittel).

Der/die Erzähler*in leitet die Geschichte ein mit folgenden Worten: „Hallo und herzlich Willkommen in Nigeria! Wir schauen heute mal einem Hirsebauern und einem Hirten über die Schulter!“

Bauer:   Heute soll es wieder sehr heiß werden! Gut, dass ich schon so früh aufge-standen bin. Jetzt aber einmal kurz durch den Boden geharkt und dann schnell die Hirse aussäen.

(Bauer macht sich emsig an die Arbeit und recht durch den Sand.)

So, jetzt säe ich die Hirse ein! Zum Glück braucht sie kaum Wasser und sehr viel Sonne! Und von der haben wir ja genug. (lacht)

(Bauer sät Hirse ein.)

Wenn alles gut läuft habe ich in 5 Monaten meine Hirse! Die Ernte werde ich dann auch dringend brauchen: meine Familie wächst und ich habe kaum noch etwas vom letzten Jahr. Vielleicht werde ich mir sogar etwas von meinem Nachbar leihen müssen… (geht ab)

(Papier als Hirse wird in den Sand drücken.)

Hirte:    (nähert sich langsam den Hirsefeld, Schafe dazu)

Oh, ich bin so erschöpft! Schon wieder ist ein Bach eingetrocknet und die Tiere finden nichts mehr zu fressen. Es ist einfach zu trocken, es wächst nichts mehr.

(jammert) Was soll ich bloß machen? Meine Frau hat letzte Woche unser 7. Kind zur Welt gebracht. (stolz) Einen Sohn! Recht klein ist er und dünn! Ich hoffe, er kommt noch zu Kräften.

(verzweifelt) Aber um meine Frau mache ich mir Sorgen. Sie ist von der Geburt so geschwächt und wir haben kaum noch etwas zu essen zu Hause. Wenn meine Schafe so dünn und klapprig sind, kann ich sie auf dem Markt nicht verkaufen. Da gibt mir niemand etwas dafür! Oh, da wächst ja was! Ohja! (immer freudiger). (enttäuscht) Aber es ist ein Feld! Das gehört jemanden, da kann ich nicht meine Tiere drauf lassen. (Pause)

(Schafe versuchen die Hirse zu fressen)

(energisch) Geht ihr wohl da weg!

(nachdenklich) Andererseits – wenn meine Frau und meine Kinder doch auch Essen brauchen … Und wenn die Schafe doch nur ein bisschen was davon fressen, fällt es vielleicht gar nicht auf…

(Hirte gibt nach und lässt die Schafe fressen)

Bauer:   (verzweifelt) Ich habe wirklich keinen Krumen Brot mehr zuhause und mei-ne Kinder schreien nach Essen. Heute muss ich nachsehen, ob die Hirse schon reif ist.

(sieht Hirten und seine Herde, schreit) Was tust du da? Was fällt dir ein! Es ist MEINE Hirse! Weg da!

Hirte: Aber ich brauche auch etwas für meine Tiere! Meine Familie ist hungrig!

Bauer: Aber du kannst dich doch nicht einfach an meinem Feld bedienen! Wo kommen wir denn da hin?

Erzähler*in:   Habt ihr eine gute Idee, wie die zwei den Streit lösen könnten?

(Ideen werden genannt.)

Erzähler*in: Vielen Dank für euer Ideen! Die meisten von uns sind keine Hirten oder Bauern. Und trotzdem haben wir mindestens eine Sache gemeinsam: Wir müssen teilen.

Eure Aufgabe ist jetzt Folgende: Teilt diesen Schokoriegel (Duplo) fair und gerecht unter euch auf. Ihr habt keine Hilfsmittel. Los geht’s!


Gesprächsimpuls/Impulsfragen:

  • Wie was das für euch? Hat es gut geklappt?
  • Was teilst du im Alltag? (dein Zimmer, deine Spielsachen, Mama und Papa…)
  • Wann fällt dir das Teilen schwer?
  • Wie kann Teilen Spaß machen?
Station 3: Quiz „Schwarzes Gold“

Zielgedanke
Nigeria ist reich an Erdöl-Vorkommen. Erdöl wird auch „schwarzes Gold“ genannt, denn es ist eine dunkle Flüssigkeit, mit der man viel Geld verdienen kann. Aber Förderung und Verarbeitung schaden dem Ökosystem und es steht nur begrenzt zur Verfügung. Die Familien entdecken, in wie vielen Alltagsgegenständen Erdöl steckt und wie sie zu einem nachhaltigen Umgang beitragen können.

Material/Vorbereitung
Tuch oder Tischdecke, Spielzeug-Auto oder eine Tankstelle, Plastiktüte, PET-Flasche, Zahncreme, Kosmetik: Shampoo, Cremes, Duschgel, Make-Up, Jutebeutel/Brotbeutel, Farben/Lacke, Medikamente, Zahnbürste, Kaugummi, Eierkarton, Tupperdose, Badehose/anzug, Strumpfhose

Stationsbeschreibung
Die Wirtschaft in Nigeria lebt vom Verkauf von Erdöl und verarbeiteten Rohölprodukten. Erdöl wird auch „schwarzes Gold“ genannt, denn es ist eine dunkle Flüssigkeit, mit der man viel Geld verdienen kann. Für die Erwachsenen: Rund 45% des Staatshaushaltes wurden 2024 durch Erdöleinnahmen finanziert. Aber leider verschmutzen und zerstören viele Tonnen Rohöl immer wieder das Ökosystem des Nigerdeltas. Wofür braucht man Erdöl eigentlich? Erdöl wird nicht nur zum Tanken und Heizen benutzt, sondern ist auch in vielen Alltagsgegenständen. Überlegt und sortiert, in welchen Gegenständen Erdöl enthalten ist und in welchen nicht. (Die Auflösung findet ihr auf dem Blatt unter dem Tuch). Welche Alternativen könnt ihr verwenden, um Erdöl einzusparen?

Da steckt Erdöl drinDa steckt kein Erdöl drin
Strumpfhose
Badehose
Plastikflaschen (PET-Kunststoff)
Medikamente: Aspirin, Ibuprofen
Shampoo
Waschmittel
Seife
Handy
Kaugummi
Matratzen, Schaumstoffe
Jutebeutel
Eierkarton
Glasflasche
Wattestäbchen oder Zahnbürste mit Bambus

Wir können ohne Erdöl nicht leben. Aber wir können versuchen, den Verbrauch zu reduzieren.

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Kurz-Info

Erdöl kann zu ganz unterschiedlichen Produkten/Stoffen weiter verarbeitet werden. Diese heißen z.B. Polyamid, Benzol oder Polyurethan. Polyamid wird oft Bekleidungsstoffen beigemischt, weil sich die Stoffe dann auf der Haut angenehmer anfühlen. Benzol wird in der Herstellung von Medikamenten verwendet. Und aus Polyurethan kann man Schaumstoffe herstellen, die z.B. in unseren Matratzen oder Sofas verarbeitet werden.

weitere Infos:

Rund 90% unserer Alltagsgüter werden heute aus Erdöl hergestellt. Denn Erdöl ist eigentlich ein Sammelsurium aus vielen unterschiedlichen Bestandteilen. Mindestens fünfhundert verschiedene Verbindungen, hauptsächlich aus Kohlenstoff und Wasserstoff, sind darin enthalten. Auch in unserer Kleidung findet sich Erdöl bzw. seine Derivate: Denn oft wird der Baumwolle Polyamid – das ist ein Nebenprodukt aus der Erdölfraktionierung – zum angenehmeren Tragen beigemischt. In hoher Konzentration findet sich Polyamid in den elastischen Fasern von Strumpfhosen, Badesachen und in Sportkleidung.

Und selbst in der Medizin werden häufig Erdölderivate genutzt. Etwa neun von zehn Tabletten werden heute aus Erdöl-Derivaten hergestellt. So ist in einer Aspirin-Tablette zum Beispiel Benzol verarbeitet, ein aus Öl gewonnener Baustein. Und das Schmerzmittel Ibuprofen besteht zu 100% aus Erdölderivaten.

Erdöl ist aber auch in vielen Alltagsprodukten wie Shampoo, Waschmittel, Seife, Haarspray, Zahnbürste, Cremes und Make-Up. Aber auch in Kreditkarten, Fernsehern, Handys und Rechnern. Ein weiteres Nebenprodukt aus Erdöl ist Polyurethan. Es bildet den Ausgangsstoff für Schaumstoffe – zum Beispiel für Matratzen oder Sofas.

Nicht zuletzt ist Erdöl auch in fast allen modernen Kaugummis verarbeitet. Sie bestehen fast ausschließlich aus synthetischen Rohstoffen. Den „Gummi“-Anteil bilden dabei in der Regel Polymere auf Erdölbasis.

Obwohl der Erdöl-Preis im vergangenen Jahr deutlich rückläufig war, ist eines sicher: Die weltweiten Erdölreserven sind begrenzt, irgendwann wird der für das weltweite Wirtschaftsleben so wichtige Rohstoff zu Neige gehen. Darum suchen Forscher weltweit nach Alternativen zum „Schwarzen Gold“. Diese Alternativen könnten das Erdöl eines Tages verdrängen: Elektro statt Benzin, alternative Heizungen (Wärmepumpe), Milchsäure im Plastik, Plastik aus Maisstärke…

Gesprächsimpuls/Impulsfragen

  • Was macht ein Land reich? Sind es die Schätze, die im Boden sind, die Menschen, ihre Fähigkeiten oder das Miteinander…
  • Erdöl ist ein Rohstoff, den wir nur begrenzt zur Verfügung haben. Was können wir tun, um sorgsam damit umzugehen?
  • Wo könnten wir als Familie im Alltag mehr Mehrweg-Produkte statt Einweg-Produkte nutzen?
  • Wenn du Erfinder*in werden würdest: was würdest du erfinden, damit wir weniger Erdöl im Alltag brauchen?
Station 4: Kissenbezug batiken: „Komm, ruh aus!“

Zielgedanke
Kinder und Erwachsenen probieren eine kunsthandwerkliche Technik aus Nigeria aus und finden heraus, was ihnen hilft, auszuruhen.

Material

  • Pro Familie einen Kissenbezug (40×40 cm) aus Baumwollstoff, entweder aus dem Bas-telversand oder selbst genäht.
    Dazu könnt ihr z.B. alte Leintücher upcyceln. Unter dem Stichwort „Kissenbezug mit Hotelverschluss nähen“ findet ihr
    im Internet Nähanleitungen.
  • Batikfarbe in verschiedenen Farben (achtet darauf, dass die Farbe schon bei niedrigen Temperaturen verwendet
    werden kann, sonst schmilzt das Wachs!).
  • evtl. Farbfixierer (gibt es passend zur Batikfarbe!)
  • mehrere Eimer für die Farben
  • einen Eimer mit klarem, warmem Wasser
  • Schnur oder dickeres Baumwollgarn zum Abbinden
  • Wasser und Salz
  • Karton
  • Stifte
  • weißes Bienenwachs (z.B. von einer Kerze abgeschnitten)
  • Einmalhandschuhe
  • alte Löffel oder Holzstäbchen zum Verrühren
  • Plastiktüten
  • Anleitung für die Familien für Daheim

Vorbereitung
Wascht die Kissenbezüge einmal vor. Schmelzt das Bienenwachs im heißen Wasserbad. Steckt in jeden Kissenbezug ein Stück Karton als „Schreibunterlage“, damit das Wachs nicht durchdrückt. Tragt auf jeden Kissenbezug mit einem dünnen Borstenpinsel den Schriftzug „Komm, ruh aus“ mit Bienenwachs auf. Achtet darauf, dass die Fläche ca. 15×15 cm groß ist. Nicht größer, damit die Familien später genügend Platz zum Knoten haben.

Bereitet am Tag der Kirche Kunterbunt die Eimer mit den Batikfarben vor, ebenso die Schnüre und die kleinen Kartonstücke für die Namenskärtchen.

Die Familien können an eurer Station die Kissenbezüge noch durch Abbinden bearbei-ten und dann färben.

Während die Farbe einwirkt, können sie an die anderen Stationen weitergehen. Mindest-Einwirkzeit ca. 30 min, gern auch länger. Ggf. könnt ihr danach die gefärbten Stücke in den Farbfixierer geben.

Wascht nach der Einwirkzeit die überschüssige Farbe grob aus.

Gebt den Familien ihre Kissenbezüge in einem Plastikbeutel mit. Zusätzlich benötigen sie noch zwei Einmalhandschuhe und das Kärtchen aus der Materialsammlung. (Es sind mit Absicht vier Seiten vorbereitet. Markiert sie für den Druckauftrag und gebt „4 Seiten pro Blatt“ an und schneidet das bedruckte Blatt auf Postkartengröße zurecht).

Alternativ können die Familien die Kissen mit Stoff-Stiften bemalen, oder ihr bereitet statt der Kissenbezüge Stoffwimpel vor, die an einem Holzstab oder einem dünnen Zweig be-festigt werden können.

Stationsbeschreibung
In Nigeria wie auch in anderen afrikanischen Ländern werden traditionell Stoffe mit kunstvollen Mustern gefärbt. Es gibt ganz viele verschiedene Muster. Teilweise deuten die Muster auf besondere Ereignisse hin, zum Beispiel dass jemand heiratet, oder die Bilder stehen für eine bestimmte Botschaft.

An dieser Station könnt ihr euch einen Kissenbezug batiken. Die Botschaft der Kirche Kunterbunt wird beim Färben sichtbar: „Komm, ruh aus!“ Bestimmt findet ihr daheim ei-nen schönen Platz, z.B. auf dem Sofa, wo euch das Kissen immer wieder zum Ausruhen einlädt.

Nehmt euch einen Kissenbezug. Bindet mit den Schnüren kleine Zipfel ab. Zieht die Schnur dazu richtig fest und verknotet sie gut. Spart dabei die mit Wachs vorbereitete Fläche aus. Nehmt für einen Zipfel eine richtig lange Schnur. Bindet an das Ende der Schnur ein Stück Karton, auf das ihr euren Familiennamen geschrieben habt.

Taucht euren Stoff kurz in das klare Wasser, damit er feucht wird.

Dann sucht euch aus, welche Farbe euer Kissenbezug haben soll und legt ihn in den entsprechenden Eimer. Lasst das Kartonstück aus dem Eimer heraushängen, damit es nicht mit eingefärbt wird.

Am Ende der Kirche Kunterbunt könnt ihr euren gefärbten Kissenbezug mit nach Hause nehmen.

Gesprächsimpuls/Impulsfragen:

  • Manchmal geht es ganz schön stressig zu und es ist gar nicht so einfach zur Ruhe zu kommen. Was hilft euch, wirklich ausruhen zu können?
  • In welchen Situationen tut es euch besonders gut, wenn jemand zu euch sagt: „Komm, ruh aus!“
  • Gibt es einen Ort, an den ihr euch zum Ausruhen gerne zurückzieht?
  • In der Bibel lädt Jesus ein: „Komm, ruh aus!“ Wie könnte das ganz praktisch gehen, bei Jesus auszuruhen? Und wie fühlt es sich an?
Mit Wachs vorbereiteter Kissenbezug; Quelle: Foto Martina Fuchs
Mit Schnüren abgebunden. Schrift freilassen!
Quelle: Foto Martina Fuchs
Quelle: Foto Martina Fuchs
Station 5 Action-Station: Lasten tragen

Zielgedanke
Im Bibeltext taucht das Wort “Joch” mehrmals auf. „Joch“ gehört bei den meisten nicht zum alltäglichen Wortschatz – auch, wenn es ein mehrfaches Teekesselchen ist (Och-senjoch, Säulen- oder Brückenjoch, Glockenjoch, das Timmelsjoch oder der Jochpass, Jochbein, Tragejoch …). Zu Zeiten von Traktor, Gabelstapler und Rucksack ist uns das Bild vom (Trage-) Joch nicht mehr vertraut. In anderen Regionen der Erde sind Joche bis heute in Gebrauch – als ein Hilfsmittel, mit dem Menschen schwere Wassereimer oder Sandsäcke tragen oder Tiere schwere Wagen ziehen können.

Die Erfahrung, dass durch ein Hilfsmittel Lasten nicht einfach weg sind, diese aber bes-ser und einfacher zu tragen sind, wird an dieser Station spielerisch vermittelt.

Material/Vorbereitung

  • ~10 mit Wasser gefüllte 1- oder 1,5-Liter-(PET-)Flaschen oder vergleichbare Gewich-te/Gegenstände
  • 2 Beutel (Jutebeutel, Müllbeutel o.ä.)
  • Rucksack
  • Besenstiel
  • Klebeband, Flatterband, Pylone o.ä. zum Markieren einer Strecke
  • bei Wettkämpfen ggf. mehrere Rucksäcke und Gewichte/Flaschen
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Stationsbeschreibung
Wisst ihr, was ein Tragejoch ist? Das ist eine Stange, mit der Körbe, Eimer oder ähnliche Behältnisse transportiert werden. Früher war das Tragjoch eines der wichtigsten Trans-portmittel in weiten Bereichen der Welt. Auch heute gehört es noch in einigen Ländern zum Straßenbild. Hier bei uns kennen am ehesten Kanufahrer*innen ein Tragejoch – das kann in der Mitte vom Kanu eingebaut werden, damit man das Kanu tragen kann.

An dieser Station könnt ihr ausprobieren, wie gut ihr Dinge mit und ohne Hilfsmittel tragen könnt.

Aufgaben / Challenges:

  •             Wie viele Wasserflaschen kannst du transportieren …
  •              … ohne Hilfsmittel?
  •              … mit einem Beutel?
  •              … mit einem Rucksack?
  •              Fülle den Rucksack, so voll es geht.
  •              Kannst du den Rucksack alleine tragen?

Wenn ja, wie lange/weit?

  • Schiebt den Besenstiel durch die Schulterschlaufen des Rucksacks und tragt ihn zu zweit. Fasst jeweils an einer Seite des Besenstiels an und geht nebeneinander oder legt euch jeweils
    ein Ende des Besenstiels auf eine Schulter und geht hinter-einander.
  • Variationen:
    • größere Entfernung
    • Parcours mit Hindernissen
    • andere Gegenstände tragen
    • Wettbewerb, Staffel

Gesprächsimpuls/Impulsfragen

  •              Bei uns sieht man im Alltag ein Joch als Hilfsmittel nicht (mehr). Was hilft heute beim Tragen und Transportieren schwerer Dinge?
  •              Wo brauchst du (manchmal) Hilfe, weil dir etwas zu schwer ist? Wer oder was hilft dir?
Station 6: Vielfalt spüren

Zielgedanke
Die Familien erfahren, wie vielfältig die Landschaft in Nigeria ist. Im Barfußpfad erfühlen sie die Vielfalt hier bei uns.

Material/Vorbereitung

  • Steine, Laub, Äste in unterschiedlicher Länge und Dicke, Sand, Schotter, Wasserbecken, ggf. Schlamm, Zapfen, Kastanien, Rindenmulch
  • lange Äste als Umrahmung der einzelnen Felder
  • Augenbinden

Der Barfußpfad wird draußen eingerichtet. Dazu werden zunächst mit den langen Ästen eine äußere Wegumrandung gelegt. Danach werden die einzelnen Felder voneinander abgetrennt und mit den unterschiedlichen Materialien befüllt.

Eine Person bekommt die Augen verbunden und wird von einer zweiten Person durch den Barfußpfad geführt. Dabei ist darauf zu achten, genügend Zeit zum Wahrnehmen und Fühlen zu lassen. Außerdem sollte ein Abstand von mehreren Metern zu dem nächsten Paar gehalten werden.

Alternativ können für den Herbst und Winter im Vorfeld Fühlkisten vorbereitet werden. Auch hier können die verschiedenen Materialien verwendet werden. Hier eigenen sich Schuhkartons, in die in den Deckel ein Griffloch geschnitten wurde.

Stationenbeschreibung

Nigeria ist vielfältig: Während im Norden des Landes Trockensavannen das Landschaftsbild bestimmen, findet sich im Süden die Küstenregion mit ihren Mangroven-sümpfen. Aber auch Regenwald und und ein Hochplateau (bis 1829 m) prägen die Landschaft.

„Ein markantes Merkmal des Landes sind der südwestlich verlaufende Strom Niger und sein südöstlich verlaufender Nebenfluss Benue, die in Nigeria zusammenfließen und im Nigerdelta in den Golf von Guinea münden. Das Nigerdelta gehört zu den größten Flussdeltas der Erde und dehnt sich auf einer Fläche von ca. 70.000km² aus. Das ent-spricht ungefähr der Größe Bayerns.“ (https://de.wikipedia.org/wiki/Nigeria 13.11.25)

Auch bei uns ist die Landschaft vielfältig. Das könnt ihr im Barfußpfad erleben. Geht immer zu zwei zusammen. Eine Person bekommt die Augen verbunden und wird von der anderen Person durch den Barfußpfad geführt. Danach kann getauscht werden.

Gesprächsimpuls/Impulsfragen

•             Wie war es, über die unterschiedlichen Untergründe zu gehen, ohne etwas zu sehen?

•             Was hat dir geholfen, weiterzugehen?

•             Hast du immer gleich gewusst, welches Material du unter den Füßen hast?

•             Welches hast du als angenehm empfunden, welches nicht? Warum?

Station 7: „Kommt! Bringt eure Last“ – Wer trägt mit?

Zielgedanke
Die Familien haben die Möglichkeit zur Ruhe kommen, Schweres und Belastendes loszulassen und zu reflektierteren, was ihnen gut tut.

Material/Vorbereitung
Station für eine ruhige Atmosphäre gestalten, z.B. mit Tüchern, Kerzen, einem Kreuz, Sitzkissen, verschiedenen Duftölen (als Riechbar), Steinen, „Spickzetteln“ (siehe Materialsammlung), Stifte für Steine und Papier, evtl. ruhiger Musik.

Stationsbeschreibung
Nicht immer ist das Leben leicht und sorgenfrei. Es gibt Dinge, die wie eine schwere Last auf unseren Schultern liegen und unsere Stimmung niederdrücken können. Das können z.B. Sorgen oder Ängste sein. Wie schön wäre es, wenn wir das einfach wie einen schweren Rucksack am Ende eines langen Tages in die Ecke stellen könnten! „Kommt! Bringt eure Last.“ Dazu lädt Jesus uns ein. „Ich trage sie mit, und ich will euch so Ruhe schenken.“ Die Last verschwindet dadurch nicht. Aber allein das Wissen, dass jemand mitträgt, entlastet.

Was ist gerade schwer für dich? Was belastet dich?

  • Schreibe es auf einen Stein und lege ihn am Kreuz bei Jesus ab.
  • Du kannst auch der Person an der Station sagen, was bei dir gerade los ist und sie bitten, für dich zu beten.
  • Vielleicht kennst du jemanden, der gerade eine schwere Last zu tragen hat. Wenn du magst, kannst du auch für sie einen Stein beschriften und/oder für sie beten.

Wenn es uns gutgeht, wissen wir oft ganz genau, was uns guttut. Aber wenn es gerade eh’ schon schwer ist, scheint dieses Wissen manchmal wie vergessen.

Für diese Zeiten kannst du dir einen „Spickzettel“ schreiben. Da könnte z.B. stehen:

  • Zur Lieblingsmusik (Titel aufschreiben!) tanzen, bis ich aus der Puste bin oder mein Lieblingslied laut mitsingen – egal wie falsch, Hauptsache, es tut gut!
  • Einen langen Spaziergang machen.
  • Ein Stück Schokolade ganz langsam mit geschlossenen Augen auf der Zunge zergehen lassen.
  • Mich ganz fest in den Arm nehmen lassen.
  • An einen Ort gehen, wo mich niemand hören kann, und Ärger/Wut/Traurigkeit laut rausschreien.
  • Mich beim Sport austoben (welche Sportart?)
  • Mit jemandem über das Schwere reden
  • Malen / Basteln /Werkeln
  • Beten

Vielleicht magst du gerade auch einfach gar nichts tun. Dann mach es dir gemütlich und lass die Stimmung auf dich wirken 😊.

Station 8: Wilde Tiere basteln

Zielgedanke
Nigeria ist ein Land in Afrika. Viele Kinder verbinden mit Afrika eine reiche Tierwelt, die wir nur aus dem Zoo oder aus Bilderbüchern kennen. Neben den verbreiteten Nutztieren (Hühner, Rinder, Ziegen und Schafe) und einer Vielfalt an Vögeln und Schmetterlingen gibt es dort auch wilde Tiere: Löwen, Elefanten, Gorillas, Schimpansen und verschiede-ne Antilopenarten sind in Nigeria heimisch. In Flussläufen findet man auch Krokodile und Flusspferde.

Als Erinnerung an unsere Reise nach Nigeria dürfen die Kinder sich ein wildes „Klorollen-Tier“ basteln.

Material/Vorbereitung

  •              Klorollen
  •              Vorlage „Klorollentiere“ (siehe Materialsammlung)
  •              Farben und Pinsel oder alternativ buntes Papier zum Bekleben der Klorollen
  •              Zeitungspapier oder Wachstuch-Tischdecken
  •              Wasserbehälter zum Auswaschen der Pinsel
  •              Wackelaugen oder Augensticker
  •              Buntes Tonpapier
  •              Federn
  •              Schwarze Filzstifte oder Eddings
  •              Scheren, Nagelscheren
  •              evtl. Pfeifenputzer für die Affenarme

Deckt die Tische mit Zeitungspapier oder Wachstuchtischdecken ab. Stellt Klorollen und Farben in die Mitten des Tisches. Zusätzliches Material wie Tonkarton, Wackelaugen und Scheren könnt ihr auf einen extra Tisch legen.

Stationsbeschreibung
Die Kinder entscheiden sich für ein Tier und malen die Klorolle in der Farbe des Tiers an. Es ist wichtig, nicht zu viel Farbe aufzutragen, sonst dauert die Klorolle zu lange zum Trocknen. Alternativ kann dünnes, farbiges Papier um die Klorolle geklebt werden; dann können die Kinder direkt weiterarbeiten.

Anschließend werden die Körperteile ausgeschnitten und aufgeklebt: Kopf, Ohren, Rüs-sel, Augen. Danach werden Augen und Münder mit einem schwarzen Filzstift oder Ed-ding aufgemalt.

Manche Tiere werden noch eingeschnitten (Beine bei Elefant und Nilpferd, Schlange wird rundherum geschnitten). Da sollten die Erwachsenen helfen.

Die Federn kann man mit Tesafilm ankleben (das ist einfacher als mit Heißkleber).

Gesprächsimpuls/Impulsfragen:

  •              Hast du ein Lieblingstier? Weißt du, wo dieses Tier lebt?
  •              Welches afrikanische Tier würdest du gerne mal treffen?
  •              Wenn ihr zusammen in den Zoo geht: bei welchen Tieren wollt ihr unbedingt vorbei-gehen?
  •              Gott hat sich unsere Welt ganz vielfältig und bunt ausgedacht. Die Tierwelt, aber auch uns Menschen. Du kannst
    ihm dafür danken, jedes Mal wenn du an deinem Klorollen-Tier vorbeiläufst.
Foto: Manuela Gouget

Foto: Manuela Gouget

Station 9: Abendritual-Gebetssäckchen basteln/füllen

Zielgedanke

Der zentrale Gedanke des aktuellen Weltgebetstags „Kommt! Bringt eure Last“ wird verbunden mit einem Abendritual zum Loslassen bzw. Abgeben von dem, was am Tag belastend war. Die Familien können mit dem gebastelten Säckchen den zentralen Gedanken mit nach Hause in ihren Alltag nehmen.

Durch das Säckchen, die ätherischen Öle von Lavendel / Rosmarin und ein Abendgebet werden verschiedene Sinne angesprochen und das Abendritual kann zu einem ganzheitlichen Erleben werden.

Material / Vorbereitungen

  • getrockneter Lavendel und/oder Rosmarin (gekauft oder aus dem Garten abgeschnittenen und getrocknet)
    Bei Bedarf kann auch etwas Lavendelöl auf das Säckchen geträufelt werden, um den Duft zu verstärken. (Bei ätherischem Lavendelöl bitte die  Sicherheitshinweise beachten, da z.B. bestimmte Inhaltsstoffe bei empfindlichen Personen allergische Reaktionen hervorrufen können.)
  • kleine Säckchen (im Vorfeld genäht aus Leinen- oder Baumwollstoffstücken z.B. aus Küchentüchern oder ausrangierten Kissenbezügen), kleine Stofftaschentücher oder Einmal-Teefilter
  • Band, um das Säckchen zu verschließen
  • Karten mit Abendgebet (siehe Materialsammlung)

Stationsbeschreibung

An dieser Station könnt ihr Duftsäckchen basteln.

Das Duftsäckchen kann helfen, abends zu Ruhe zu kommen. Nach einem langen Tag mit vielen Erlebnissen, Eindrücken und Entdeckungen fällt es abends oft schwer fällt, zur Ruhe zu kommen, „auf Knopfdruck“ abzuschalten und einzuschlafen. Abendrituale können dabei helfen: mit dem Duftsäckchen in der Hand könnt ihr den Tag Revue passieren lassen – überlegen, was ihr erlebt habt, was euch gefreut hat, was anstrengend war, was vielleicht auch nicht gut war, beängstigend oder worüber ihr euch Sorgen macht. Mit einem Abendgebet könnt ihr das alles Gott geben.

Nehmt ein Säckchen / ein Stück Stoff / einen  Einmal-Teefilter und füllt trockenen Lavendelblüten hinein. Verschließt das Säckchen mit dem Band. Nehmt euch eine Karte mit einem Abendgebet und befestigt sie mit dem Band

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Feierzeit

Gedanken zur Verkündigung

Gedanken zur Verkündigung

Herzlich Willkommen zur Feierzeit! Ihr habt euch während der Aktivzeit auf eine große Reise gemacht. Ihr habt an den Aktivstationen viel über das Land Nigeria erfahren und euch ist immer wieder das Motto des Weltgebetstags „Kommt! Bringt eure Last“ begegnet.

  • Ihr habt beim Sprachenquiz erfahren, dass es in Nigeria ganz viele verschiedene Sprachen gibt, und ihr habt getestet, wie gut ihr Begriffe in unterschiedlichen deutschen Dialekten versteht.
  • Ihr habt ausprobiert, wie das mit „meins“ und „deins“ geht, und gemerkt, dass es manchmal gar nicht so einfach ist, Sachen gerecht zu verteilen.
  • Ihr habt gemerkt, wo überall Öl enthalten ist. Öl, das ist für die Wirtschaft in Nigeria ganz wichtig.
  • Wie kreativ die Menschen mit Wachs und Stofffarben sind, das habt ihr erfahren und dann auch selbst ausprobiert beim Batiken. Bestimmt seid ihr schon ganz gespannt, wie eure Kissen ganz fertig aussehen werden!
  • Wie Lasten tragen geht, das habt ihr ganz spielerisch ausprobiert. Und sicher gemerkt, dass das gemeinsam leichter ist!
  • Ihr habt erfühlen können, wie vielfältig Landschaften sein können – wie in Nigeria.
  • Ein paar Tiere, die es dort gibt, habt ihr nachbasteln können.
  • Und ihr konntet zur Ruhe kommen, Schweres und Belastendes loszulassen versuchen und eine Idee bekommen, wie ihr daraus ein Ritual am Abend machen könntet. Vielleicht wird ja Lavendel in Zukunft euer Gute-Nacht-Duft!

„Kommt! Bringt eure Last.“ Diese Einladung kommt von Jesus. Er hat gesagt: „Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid! Ich will euch erquicken. Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig; und ihr werdet Ruhe finden für eure Seele. Denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht.“
Erquicken und Joch – das sind zwei ganz alte Begriffe, die wir gar nicht so gut kennen. Aber quicklebendig sein, das kennt ihr vielleicht, oder? Jesus will, dass wir quicklebendig sind.
Er bietet uns dazu sein Joch an. Das ist so ein Teil, mit dem man leichter Lasten tragen kann, und mit dem man Lasten auch gemeinsam tragen kann. Jesus sagt also: „Kommt! Bringt eure Last. Ich trage eure Last mit. Ich bin mir dafür nicht zu schade. Ich trage eure Last mit, damit ihr´s leichter habt, damit ihr quicklebendig sein könnt. Und damit ihr zur Ruhe kommt.“
Zur Ruhe kommen, das ist oft gar nicht so einfach. Wenn man so richtig angespannt ist, weil was so richtig doof war, weil man Sorgen hat oder Angst, dann ist entspannen, zur Ruhe kommen, echt eine Herausforderung. Ich vermute, manche von den Erwachsenen kennen das: dann dreht sich das Gedankenkarussell abends im Bett, wenn man endlich seine Ruhe hätte, und dann kann man ewig nicht einschlafen, weil man den Kopf nicht ausschalten kann wie die Nachttischlampe.


Aber was passieren kann, wenn man es trotzdem versucht, zur Ruhe zu kommen, auch bei Jesus, das möchte ich mit euch ausprobieren.
Spannt dazu mal eure Hände ganz fest an. Zieht die Arme fest zu euch her und macht ganz fest Fäuste. So kann es sich auch anfühlen, wenn ich was im Griff haben will.
(Pause, in der die Anspannung gehalten wird.)
Und jetzt lasst ganz bewusst wieder los.
Was ist passiert? Vielleicht ist es euch gar nicht aufgefallen, aber als ihr die Hände so angespannt hattet, habt ihr ziemlich sicher auch die Luft angehalten oder ganz flach geatmet.
Und mit dem Entspannen habt ihr automatisch eure Hände geöffnet und wieder ausgeatmet.
Ganz unbewusst habt ihr die Hände wie zu einer Schale geformt auf dem Schoß. Und ihr könnt wieder frei atmen, so richtig durchschnaufen.
So stelle ich mir das vor, wenn Jesus uns einlädt und sagt: „Kommt! Bringt eure Last.“ Bei mir könnt ihr ablegen, was euch das Leben schwer macht wie die Steine, die ihr beschriftet konntet. Bei mir könnt ihr befreit durchschnaufen. Ich fülle eure Hände und euer Herz mit neuer Kraft und mit Hoffnung. Vertraut mir: ich bin da. Ich trage eure Lasten mit. Weil ich will, dass ihr quicklebendig seid und zur Ruhe kommen könnt.

Fürbitte-Aktion

Material/Vorbereitungen:
Die Steine in einem Körbchen bereit halten, die an der Chill-Station beschriftet wurden. Diese werden später am Kreuz / auf dem Altar abgelegt. Außerdem einen (Riesen-) Luftballon aufblasen und „DANKE“ daraufschreiben.

An der Chill-Station habt ihr auf Steine geschrieben, was euch gerade belastet oder was Menschen in eurer Umgebung das Leben schwer macht. Wir lesen vor, was auf den Steinen steht und legen sie am Kreuz bei Jesus ab. Weil er auferstanden ist und an Ostern den Tod besiegt hat, dürfen wir ihn voller Vertrauen darum bitten, dass er mitträgt und von uns nimmt, was uns daran hindert, quicklebendig zu sein. Steine vorlesen und am Kreuz ablegen (übernimmt jemand aus dem Team).

Und wir wollen Jesus auch sagen, was unser Leben leicht macht, wofür wir dankbar sind. Dafür lassen wir den großen Danke-Ballon durch die Luft fliegen und wer ihn weiterstößt, darf laut oder eine leise einen Sache sagen, für die er oder sie dankbar ist. Eine*r aus dem Team beginnt: Großer Gott, wir wollen dir Danke sagen. Danke für jeden Menschen, der heute hier ist.
Dann den „DANKE“-Ballon in die Luft werfen.
Am Ende den „Danke“-Ballon fangen, zur Seite legen und laut gemeinsam „AMEN“ rufen.

Lieder

3-4 Lieder werden in der Willkommens- und in der Feier-Zeit zusammen gesungen.

Passend zum Weltgebetstag Nigeria findet ihr Lieder im Heft „Bausteine Kindergottesdienst“ (Bausteine Kindergottesdienst| Chrismonshop), z.B.

  • If you´re happy und you know it, clap your hands, S. 4
  • Kindermutmachlied, S. 7
  • Segenslied: Segen, Gottes guter Segen, S. 8

Daneben passen auch folgende Lieder zum Thema „Kommt! Bringt eure Last“ (zu finden im Internet. Bitte die entsprechenden Rechte beachten.):

  • Wo ich gehe, bist du da (Detlev Jöcker)
  • Er hält die ganze Welt in seiner Hand
  • Spar dir deine Sorgen (Mike Müllerbauer)
  • Sei mutig und stark (Mike Müllerbauer)
  • Wenn du mich brauchst (Daniel Kallauch)
  • Vor dir sind wir alle gleich (Mike Müllerbauer)
  • Runtergekommen, abgestiegen (Daniel Kallauch)
  • Lege deine Sorgen nieder (Sefora Nelson)
  • Kommt, atmet auf, ihr sollt leben (Peter Strauch)
  • Gott mag Kinder (Daniel Kallauch)

Essens-Zeit

Rezepte
  • „Jollof Rice“ aus Bausteine Kindergottesdienst S.19 (alternativ Tomatenreis)
  • „Shuku shuku – nigerianische Kokosbällchen“ als Snack in der Willkommenszeit, aus Bausteine Kindergottesdienst S.19 a
  • „Zobo Drink – Hibiskustee nigerianischer Art“ aus Bausteine Kindergottesdienst S.19

Der HERR wird Recht schaffen zwischen den Nationen und viele Völker zurechtweisen. Dann werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen umschmieden und ihre Schwerter zu Pflugscharen umschieden und ihre Lanzen zu Winzermessern. Sie erheben nicht das Schwert, Nation gegen Nation, und sie erlernen nicht mehr den Krieg. (Jes 2,4 E)

Was ist heute deine Vision? Jetzt, in Zeiten, wo das Licht schwindet? Stellst du eine Kerze in dein Schaufenster und zeigst, was dir wichtig ist? Wo steht dein Glaube heute?

Jesaja hat eine kraftvolle Vision Gottes für unsere Zukunft. Eine, die uns Hoffnung und eine tiefere Einsicht in Gottes Plan für uns Menschen gibt. In einer Welt, die oft von Konflikten, Gewalt und Ungerechtigkeit geprägt ist, erinnert uns Jesaja daran, dass Gott einen anderen Weg für uns vorgesehen hat. Es ist der Gott des Friedens, der uns aufruft, die Waffen des Krieges abzulegen und stattdessen Werkzeuge des Lebens und des Wachstums zu schaffen.

Die Metapher von Schwertern zu Pflugscharen ist besonders eindrücklich. Sie zeigt, dass der Frieden nicht nur das Fehlen von Krieg ist, sondern Schaffung von Bedingungen, die das Leben fördern. Wenn wir unsere Konflikte in Dialog und Verständnis umwandeln, tragen wir zur Verwirklichung dieser Vision bei. Wir sind eingeladen, in unseren eigenen Beziehungen und Gemeinschaften Frieden zu stiften, anstatt uns in Streitigkeiten zu verlieren.

Gerade heute, wo wir mit Spannungen und Konflikten konfrontiert sind, erinnern wir uns an die Verheißung: Wir sind berufen, Botschafterinnen und Botschafter des Friedens zu sein. Das bedeutet, dass wir nicht nur für unseren eigenen Frieden sorgen, sondern auch aktiv für den Frieden eintreten.

Gebet: Gott, gib uns die Kraft, Frieden zu stiften. Hilf uns, die Vision von Jesaja in unserem Leben und in der Welt umzusetzen. Mach uns bereit, dass wir die Werkzeuge des Lebens in die Hand nehmen und gemeinsam an einer Zukunft arbeiten, in der Frieden und Gerechtigkeit herrschen. Damit dein Wille auf unserer Erde sichtbar wird. Amen.

Zur Freiheit hat uns Christus befreit! So steht nun fest und lasst euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auferlegen. (Gal 5,1)

Der Tag beginnt, der Wecker klingelt, die To do-Liste wartet. Schnell rutschen wir hinein in den Modus des Tages: etwas leisten, funktionieren, eigene oder fremde Erwartungen erfüllen – im Job, in der Familie, vielleicht sogar im Glauben. Freiheit fühlt sich da oft weit weg an.

Für unseren Alltag weist Paulus uns in diesem Vers auf etwas Entscheidendes hin: Du bist frei – durch Christus. Nicht, weil du alles im Griff hast oder stark genug bist. Sondern weil er dich befreit hat. Jesus hat uns durch seine Liebe aus dem herausgeholt, was uns gefangen hält und klein macht.

Er befreit uns von dem Zwang, sich beweisen zu müssen. Von dem Druck, perfekt zu sein. Von Gedanken wie: „Ich bin nicht genug.“

Diese Freiheit ist nicht theoretisch. Sie entfaltet ihre Wirkung in unserem Alltag und in den Herausforderungen, die sich so stellen. Wenn du also denkst, du musst mehr tun, um gut dazustehen, wenn Schuldgefühle dich festhalten oder wenn du meinst, du solltest stärker glauben, dann erinnere dich: Jesus ist für dich! Du bist angenommen und geliebt, mit allem, was dich ausmacht. Du darfst frei, aufrecht und mutig leben.

„Zur Freiheit befreit“ heißt nicht, dass alles einfach läuft. Doch es ermutigt uns, uns darin zu üben, dieser Freiheit mehr Platz in uns und in unserem Leben zu geben: nichts leisten zu müssen, um wertvoll zu sein. Fehler machen zu dürfen. Anderen Menschen aus dieser Freiheit heraus zu begegnen – vielleicht geduldiger, liebevoller oder freier. Freiheit wächst, wenn wir Gottes Stimme lauter werden lassen als die anderen Stimmen in und um uns.

Nimm dir ein paar Minuten Zeit. Erinnere dich daran, wer du in Jesus Christus bist.

Gebet: Jesus, danke, dass du mich frei machst. Hilf mir, dies im Alltag nicht zu vergessen. Zeig mir, wo ich mich immer wieder einsperren lasse. Und hilf mir, heute aufrecht und mutig zu leben. Amen.

Kuh und Bärin werden zusammen weiden, ihre Jungen beieinanderliegen, und der Löwe wird Stroh fressen wie das Rind. (Jes 11,7 L)

„Stellt euch vor, ihr befindet euch im Jahr 2030. In eurer Jugendarbeit hat sich alles erfüllt, was ihr euch erträumt habt!“ So beschreiben wir Szenarien in unseren Lernenden Gemeinschaften.

In dieser Phase begeben sich die Teilnehmenden in die „Futur II“, die vollendete Zukunft. Sie werden ermutigt, über den eigenen Horizont hinaus zu denken und sich eine wundervolle Zukunft vorzustellen. Es ist die Einladung, sich in Gottes Zeitzone hineinnehmen zu lassen. Diese setzt die Vollendung bereits voraus: Es wird gut ausgegangen sein! Das setzt Mut und Kraft frei für Veränderungsprozesse. Es entstehen verheißungsvolle Bilder von einer kraftvollen Jugendarbeit, in der junge Menschen in eine lebendige Beziehung zu Jesus finden und aus dieser heraus ihr Leben gestalten.

„Stellt euch vor, ihr seid Teil der neuen Schöpfung, wo Kuh und Bärin zusammen weiden, ihre Jungen beieinanderliegen.“ Die Worte in Jesaja 11 sind Futur II-Worte. Sie malen ein Bild der neuen Schöpfung, in der Frieden herrscht, Gerechtigkeit für alle Völker und sogar die ganze Schöpfung mit sich versöhnt ist. Statt „fressen und gefressen werden“ ist es ein friedvolles und heilvolles Miteinander aller Kreaturen. Dieser umfassende Frieden ist mehr als ein frommer Wunsch. Es ist Schalom, Gottes Wirklichkeit.

Mit der Geburt von Jesus dem Heiland hat diese Wirklichkeit in unserer Welt Einzug gehalten – so unwirklich es uns erscheint angesichts von Aufrüstung, Kriegen und zunehmendem Hass im kleinen wie im großen Weltgeschehen. Mit dem Glauben an Jesus zieht sein Schalom in unser Herz ein und breitet sich von dort aus in unser Leben und unsere Umgebung. Dieser Friede lässt uns über den eigenen Horizont hinausdenken und aktiv für ein gerechtes Miteinander einsetzen.

Gebet: Betet, dass Gottes Wirklichkeit sichtbar und erfahrbar wird in eurem Leben und eurer Jugendarbeit!

Es ströme aber das Recht wie Wasser und die Gerechtigkeit wie eine nie versiegender Bach. (Am 5,24 L)

„We will not be satisfied until justice rolls down like waters and righteousness like a mighty stream.“ Mit diesen Worten erhob Martin Luther King Jr. seine Stimme vor Hunderttausenden auf den Stufen des Lincoln Memorials in seiner Rede „I have a dream“. Es war nicht nur eine politische Rede, sondern ein prophetischer Ruf – tief verwurzelt in der Heiligen Schrift zitiert er Amos 5,24.

Der Prophet Amos wurde von Gott berufen, unbequeme Wahrheiten auszusprechen. Er kritisierte ein Volk, das prachtvolle Gottesdienste feierte und zugleich Ungerechtigkeit duldete. Er sprach gegen ein System, das Äußerlichkeit vor Echtheit stellte – Religion ohne Rückgrat, Frömmigkeit ohne Gerechtigkeit.

Martin Luther King Jr. nahm diese Worte auf. In einer Zeit, in der Menschen wegen ihrer Hautfarbe benachteiligt wurden, in der Gewalt, Armut und Ausgrenzung herrschten, sagte er, dass Gottes Gerechtigkeit sich nicht durch schöne Worte ersetzen lässt.

Mit Blick auf unsere Welt sollten diese Rede und das Bibelwort geradezu hinausgeschrien werden. Wo das Recht oft eine Frage der Herkunft, des Geldbeutels oder des Passes ist. Wo Antisemitismus, Rassismus, Sexismus und rechte Gewalt wieder laut werden. Und wir sind mittendrin.

Das Bild von Wasser und Bach gefällt mir. Das Eintreten für die Rechte aller soll fließen, nicht tröpfeln. Der Strom der Gerechtigkeit soll nie versiegen, sondern soll uns dauerhaft durchströmen. Wir müssen eine innere Haltung der Treue, Barmherzigkeit und Verantwortung für andere entwickeln. Für Amos und Martin Luther King Jr. ist eine Gesellschaft, die sich christlich nennt und zugleich Rassentrennung, Armut und Ungleichheit duldet, nicht gottgefällig. Für sie ist Glaube und Gerechtigkeit untrennbar verbunden. Damit sind auch wir heute gefragt.

Amos hatte eine Vision.
Martin Luther King Jr. hatte einen Traum.
Wir haben einen Auftrag.

Ein Haschen nach dem Wind ist aussichtslos, Luft kann man nicht festhalten. (Koh 4,6L)

Wie war dein Sommer? Ferien sind ein willkommener Ausgleich, Zeit für Erholung und Ruhe. Alltag ist oft stressig, alle Hände voll zu tun. „Besser eine Hand voll mit Ruhe als beide Fäuste voll mit Mühe und Haschen nach Wind“ (Koh 4,6).

Ein Haschen nach dem Wind ist aussichtslos, Luft kann man nicht festhalten. Ein Rat wie ein Bild: Eine offene Hand, in der die Ruhe sich ausruht, und zwei Fäuste, die verkrampft etwas festhalten. Wenn mindestens eine Hand offen wäre, könnte sie etwas empfangen, sich für Neues öffnen. Das wäre eine Balance.

In Schweden heißt das „lagom “ und bedeutet „genau richtig “. Arbeit ist wichtig, um Ziele zu erreichen. Doch zu viel Arbeit führt zu Stress und Burnout. Ruhe ist nötig, um neue Energie zu tanken. Doch zu viel Ruhe kann träge und faul machen.

Gutes Leben braucht Balance; wie bei einer Waage: Arbeit, Stress und Anspannung auf der einen Seite, Ruhe und Entspannung auf der anderen. Ist sie bei dir im Gleichgewicht?

Nimm dir einen Moment Zeit und überlege: Woran möchtest du festhalten, was willst du nicht abgeben an Dingen, die du gern machst? Notiere es auf einen Zettel, falte ihn, bis er in deine Hand passt. Schließe die Hand zur Faust. Nun öffne die andere Hand und strecke sie mit der Handfläche nach oben aus. Deine Hand ist geöffnet, offen für Neues. Sie hält nichts fest, sie ist locker und unverkrampft, wie eine Schale. Sie kann empfangen, was du nicht machen musst. Du bist empfangsbereit für Gottes Segen.

Gebet: Guter Gott, segne uns mit Ruhe, die uns guttut. Schenke uns Weisheit, eine Balance zwischen Arbeit und Ruhe zu finden, lass uns lagom leben, damit wir weder zu viel noch zu wenig tun. Du weißt, was genau richtig ist für uns. Schenke uns, was wir brauchen. Gib uns Mut, Kraft und die Fähigkeit, inmitten der Hektik des Lebens Momente der Besinnung und
Ruhe zu finden. Segne uns, Gott – unser Tun und unser Lassen. Amen

Jesus Christus spricht: Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben. (Joh 10,10 E)

Es ist Sommer. Ich sitze im Garten und freue mich über die bunten Blumen, die leckeren Himbeeren, die süßen Weintrauben, den Geruch der grünen Wiese und den wohltuenden Schatten der Hecken. Dieser Genuss kommt nicht von ungefähr. Mehrmals die Woche fülle ich frühmorgens meine grüne Gießkanne und versorge die Pflanzen mit Wasser. Damit sie Leben haben in Fülle. Volle Kanne.

So ist das auch mit unserem Leben. Wir sehnen uns nach Leben in Fülle. Was gehört für dich zu einem erfüllten Leben dazu? Freude, Gesundheit, Beziehungen, Zuversicht, innerer und äußerer Friede, bleibende Erlebnisse und Erinnerungen?

Wie bekommen wir erfülltes Leben?
Jesus Christus macht uns ein Angebot:

ER füllt – Jesus Christus selbst ist das Leben. Am Kreuz hat er sich an uns verschenkt und an Ostern den Tod besiegt. Damit wir Leben haben – jetzt und für immer. An Jesus allein hängt alles. In unserem Leben und in der Jugendarbeit. Jesus, wir sehen auf dich.

Er FÜLLT – Jesus Christus will uns beleben. Er gibt großzügig, schenkt volle Kanne ein. Er schenkt im Überfluss, mehr als wir brauchen. Jesus will unser Leben füllen mit seiner Gegenwart, sodass es aufblüht und Früchte bringt. Dazu sollten wir hören, was er zu sagen hat. Die Bibel lesen. Mit Jesus im Gebet reden. Jesus, wir hören auf dich

ERFÜLLT von Gottes Geist dürfen wir fröhlich durchs Leben gehen, getragen und getröstet auch in herausfordernden Zeiten. Wir dürfen vom Überfluss weiterschenken, damit noch mehr Menschen Jesus kennenlernen und erfülltes Leben genießen dürfen. Wir dürfen begründet hoffen, weil Jesus wiederkommen wird. Jesus, wir warten auf dich.

Die Hoffnung haben wir als einen sicheren und festen Anker unserer Seele (Hebr 6,19 L)

Aufgrund des um ein bis zwei Meter niedrigeren Meeresspiegels im Mittelmeer und den oft vorherrschenden Westwinden kommt man in der Straße von Gibraltar nur gegen den Strom in den Atlantik. Die andauernde Sonneneinstrahlung im Mittelmeer führt dort zu einer stärkeren Salzkonzentration. Das salzhaltigere Wasser sinkt und fließt nah am Meeresgrund als Gegenströmung in den Ozean.

In der Antike konnten die Segler die Meerenge nach Westen nur mit Hilfe eines Treibankers durchqueren. Der trichterförmige Segeltuchsack wurde in die Tiefe des Meeres ausgeworfen. Mit der starken Gegenströmung dort verankert wurde das Schiff allen physikalischen Kräften an der Meeresoberfläche zum Trotz in den Atlantik gezogen.

Ob der unbekannte Verfasser des Hebräerbriefs, wenn er vom Festhalten an der Verheißung schreibt, an einen „klassischen“ Anker dachte oder einen Treibanker vor Augen hatte, bleibt offen. Aber er bezeugt: Beständige Hoffnung gibt es nur, wenn sie uns mit dem Allerheiligsten verbindet. Er verknüpft ewige
Hoffnung mit einer Person: Jesus Christus. Durch sein Sterben für uns am Kreuz von Golgatha hat er die tiefste Tiefe durchlitten. Und er hat damit die Grundlage für eine überlebensnotwendige Gegenströmung vom Tod ins Leben gelegt.

Seit der Auferstehung von Jesus gibt es eine begründete Hoffnung: der menschlich nicht zu überwindende Tod am Ende unseres Lebens führt mit Jesus in der Tiefe verankert unsere Seele in eine unendliche Weite und eine ewige Zukunft.

Dieser Rettungsanker gibt mir Mut und Orientierung für die kleineren und größeren Stürme meines Lebens. Es lohnt sich, sich auch in alltäglichen Fragen mit Jesus zu verankern. Ich möchte seine Gedanken zu meinen Gedanken machen. In hoffnungs-losen Situationen keimt dann neue Hoffnung. Ich erlebe Jesus als sicheren und festen Anker, der mich mit ihm verbunden hoffnungsvoll bewegt.

Jesus spricht zu Thomas: Weil du mich gesehen hast, darum glaubst du? Selig sind, die nicht sehen und doch glauben. (Joh 20,29 L)

Wahrscheinlich hat Thomas nie einen Persönlichkeitstest gemacht. Seine wenigen Äußerungen lassen jedoch ahnen, dass er starke Anteile eines Distanz- und Dauermenschen hatte. Zurückhaltend-kritisch, mit leicht depressiv-resignativen Zügen. Jesus hat ihn berufen und bis zum Schluss um sein Vertrauen geworben.


Als Jesus mit seinen Jüngern nach Bethanien aufbricht und ihnen sagt, dass sein Freund Lazarus gestorben ist, will Thomas gleich mit ihm sterben (Joh 11,16). Die Totenerweckung bleibt bei ihm ohne Wirkung. Kurz danach redet Jesus davon, dass sein Tod der Bereitung einer ewigen Heimat für sie alle dienen wird. Er geht davon aus, dass die Jünger wenigstens diesen Part seiner Predigten begriffen haben. Weit gefehlt. Thomas kommentiert: „Herr, wir wissen nicht, wo du hingehst; wie können wir den Weg wissen“ (Joh 14,5)?


Thomas fehlt, als Jesus sich nach seiner Auferstehung seinen Jüngern offenbart. Ihr Zeugnis „Wir haben den Herrn gesehen“ prallt an ihm ab. Er stellt Bedingungen: „Wenn ich nicht …“. Eine Woche mutet er sich den anderen als Zweifler zu. Sie werden täglich mit den Augen gerollt haben. Dann kommt Jesus erneut zu ihnen und geht auf seine Bedingungen ein. Endlich kommt der Durchbruch: „Mein Herr und mein Gott!“ Jesu Frage muss er hinnehmen:


„Weil du mich gesehen hast, darum glaubst du?“ Damit erinnert er seinen liebenswerten Zweifler an die vielen Zeichen und Wunder, die sie miteinander verbinden. Die Begegnung endet mit einer Seligpreisung: „Selig sind, die nicht sehen und doch glauben.“


Im Umgang Jesu mit seinem Jünger zeigen sich seine Geduld und sein Langmut, mit denen er unsere Glaubenswege begleitet. Er hält uns aus, unsere Zweifel, Widersprüche, Forderungen, unseren Unglauben. Dann preist er die Augenblicke selig, wenn sich der Nebel lichtet, wir ihn mit den inneren Augen als den Messias erkennen und neu ins Herz schließen.

Denkt an die Gefangenen, als wäret ihr mitgefangen; denkt an die Misshandelten, denn auch ihr lebt noch in eurem irdischen Leib. (Hebr, 13,3 E)

Die Nonnen Valentina und Tatjana aus dem rumänischen Kloster Piatra Fontanele sind einmal im Monat im Frauengefängnis in Cluj verabredet. Die Fahrt dorthin dauert drei bis vier Stunden und sie besuchen die 72-jährige Liana. Im Gepäck haben sie Hygieneartikel, frisches Obst, Lebensmittel und Kleidung, alles nach Vorschrift abgewogen und verpackt. Diese zweistündigen Treffen im Gefängnis sind den Nonnen wichtig und Liana weiß, sie ist nicht vergessen, sie wird liebevoll und freundschaftlich umsorgt.

Der Monatsspruch fordert uns auf, an diejenigen zu denken, die in Not sind. Zum Beispiel Menschen, die in Bedrängnis geraten sind durch ungerechte Arbeitspolitik, eigenes Fehlverhalten, zwischenmenschliche Konflikte oder gesellschaftliche Missstände. Der Bibelvers erinnert uns an die, die im Schatten der Gesellschaft stehen und oftmals übersehen werden. Die Bibel ruft uns dazu auf, in der Liebe Gottes und durch Gebet über den eigenen Tellerrand hinauszublicken.

Das bedeutet konkret, diesen Menschen beizustehen und für sie einzutreten, sie zu trösten und aktiv nach Lösungen zu suchen. Wir sind dazu aufgerufen, die Not der anderen zu spüren, als wäre sie unsere eigene.

Die Nonnen besuchen Menschen in Gefängnissen, empfangen Gefangene bei sich im Gottesdienst und laden diese anschließend zum gemeinsamen Essen an den reich gedeckten und liebevoll dekorierten Tisch im Kloster ein. Es ist ihr Herzensanliegen, dass wir gemeinsam Licht in das Dunkel des Leids bringen.

Gebet: Gott, du siehst das Leiden der Menschen, die in Gefangenschaft und Misshandlung leben. Hilf uns, diese Menschen nicht zu vergessen, sondern uns um sie zu kümmern. Schenke uns ein mitfühlendes Herz, das nicht nur aus der Ferne mitleidet, sondern auch bereit ist, zu handeln. Stärke uns, damit wir der Hoffnung und der Gerechtigkeit ein Zeichen in der Welt setzen. Amen.

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