Mysterion 

Geheimnis des Glaubens

Elektro und Abendmahl  

What the?  

Mysterion – das ist das frühchristliche griechische Wort für Abendmahl, in dem sich ein besonderes Geheimnis des Glaubens widerspiegelt. Durch Musik, Raumerfahrung und gesprochene Worte will sich Mysterion dem Geheimnis des Abendmahls unkonventionell nähern. 

Am Ende steht die sinnliche Erfahrung von gemeinschaftlichen Essen und Trinken. 

Das Abendmahl wird mit Elementen aus der Clubbing-Kultur in Verbindung gebracht. Die daraus entstehenden Spannungen sollen den Erfahrungshorizont des klassischen Abendmahls erweitern und über ein Nachdenken zum Heiligen im Profanen anregen.  

Gemeinschaft, Reden, Hören, Schmecken und Fühlen – alles hat bei Mysterion seinen Platz und möchte den Versuch wagen, sich dem Geheimnis des Abendmahls unkonventionell zu nähern ohne es gänzlich zu lüften. 

Mysterion wurde für den Evangelischen Kirchentag in Nürnberg (2023) entwickelt und seither immer wieder an unterschieldichen Orten gefeiert.
In diesem Artikel wird beschrieben, wie das geht. Die einzelnen Dokumente sind abrufbar, die Videos und Sound-Clips sind verlinkt.

Feiervarianten 

Mysterion lässt sich unterschiedliche feiern: 

  1. Inkl. Videostatements: Zu den unterschiedlichen liturgischen Stationen werden jeweils Videostatements eingeblendet. Diese sind auf einem Beamer für alle zu sehen und zu hören. 
  1. ExklVideostatements: Zu den unterschiedlichen liturgischen Stationen werden jeweils Statements  von Menschen live in ein Mikro gesprochen. Im Soundtrack sind jeweils Schnipser hinterlegt, die einem andeuten, wann man sprechen soll. Außerdem kann der Ablaufplan dazu helfen. 

Rahmenbedingungen 

Raum Der Raum soll mittels Licht und Beamer in eine andere Atmosphäre getaucht werden. Dabei können mittels Beamer oder Licht bestimmte Elemente im Raum auch bewusst in Szene gesetzt werden (z.B. Altar, Kreuz etc.). Der Raum sollte dunkel sein. Nur so kann Clubatmosphäre entstehen. Am besten natürlich abends. 

Licht Das Licht sollte dem Raum und der zu erwartenden Menschen entsprechend besorgt werden. Hierbei gilt, dass wohl weniger, aber dafür beherrschbares Licht mehr Stimmung erzeugen kann, als die Highend-Anlage, die keine:r bedienen kann.  

Sound Die Anlage sollte dem Raum und der Menschenmenge angepasst sein. Wenn Mysterion in einem großen Raum gefeiert wird, empfiehlt es sich mit Mikrofonen für die Sprecher:innen zu arbeiten. Ansonsten sollte die Anlage ausreichend Bass darstellen können. Es sollte bedacht werden, dass ein Computer ans Mischpult angeschlossen wird für den Sound von Mysterion. 

PA, Mikro(s), Mischpult, möglicherweise DI-Boxen oder Interface für PC. 

Beamer+Laptops Mysterion lebt von den Strukturen, die mittels Beamer in den Raum geworfen werden. Dazu werden minimal 2 Beamer + 2 Laptops benötigt. Für große Räume empfiehlt es sich, 3 Beamer gleichzeitig zu benutzen.  

Bestpractice wäre:  

Laptop 1 gibt das Video 1 (Projektion) an 2 Beamer (via HDMI-Splitter Adapter) aus. Diese Strukturen verändern den Raum und eröffnen eine Weite. Es ist dabei darauf zu achten, dass dieses Video abstrakt gehalten ist und keinesfalls auf Leinwand stattfinden sollte. 

Laptop 2 mit Video 2 (Sprecher:innen und Text) wird mit Beamer oder großem Bildschirm entweder in den Raum an eine weiße Fläche oder auf dem Bildschirm wiedergegeben. Auf diesem Video wird die jeweilige Phase von Mysterion eingeblendet sowie Statements zum Abendmahl. 

Dieser Laptop gibt auch das Audiosignal an das Mischpult aus.  

2 Laptops, 2-3 Beamer (oder 2 Beamer und 1 Bildschirm), Hdmi Split Adapter  

Minimum: 2 Laptops + 2 Beamer 

Gastgeber:innen Zur Durchführung von Mysterion braucht es Menschen, die Austeilen und Menschen, die Sprechteile live übernehmen (alternativ gibt es auch eine Versionmit bereits eingesprochenen Texten).  

Gesprochen wird: Einsetzungsworte, Geheimnis des Glaubens, Vater Unser, Aufruf zum Friedensgruß, Seht und schmeckt, Die Einladung an die Tische / den Altar zur Gemeinschaft (Texte s.u.). 

Je nach Größe: mind. 1 Sprechakteur:in, 2 Gastgeber:innen  

Kleidung Alle Akteure bei Mysterion sollten einheitlich gekleidet sein, entweder weiß oder schwarz. Das sollte vorher abgesprochen werden. 

Essen & Trinken Mysterion zeichnet sich durch gemeinschaftliches Essen aus. Daher wird zum Abendmahl alkoholfreien GinTonic und Chiabbatinos (1 kleines herzhaftes Gebäckstück) gereicht. Diese werden vor der Feier des Abendmahls bereits in entsprechender Meng vorbereitet. 

Pro Person: (alkoholfreier) GinTonic auf Eis, Chiabbatinos, entsprechend Gläser + Serviette 

Generalprobe Es lohnt sich vor Mysterion eine Generalprobe zu machen, bei der Sprecher:innen, sowie Techniker:innen (z.B. Licht) den Ablauf proben können. 

Die Videos müssen synchron abgespielt werden. D.h. es muss bei beiden Laptops gleichzeitig auf Play gedrückt werden. 

Das Licht sollte den entsprechenden Phasen des Abendmahls angepasst Licht ausgeben und das vorher üben, bzw. Presets zu programmieren. 

Eine Stoppuhr für sich mit Start der Videos mitlaufen zu lassen kann einen orientieren. 

Vor den jeweiligen Sprechpassagen sind kleine Schnipser im Soundtrack eingebaut, so weiß man, wann man beginnen kann zu sprechen. Für alle Sprechphasen hat man sehr viel Zeit. Man kann sich für die Inszenierung als entsprechend Zeit lassen. 

Vorher und Nachher Mysterion dauert ca. 30 Minuten in der Hauptphase. Entscheidender ist aber das Vorher und Nachher. 

Vorher sollte die Möglichkeit des Ankommens einladend gestaltet werden. Ein beleuchteter Raum mit entspannter DeepHouse Musik.  

Nachher sollte Platz für Gemeinschaft sein. Mysterion löst sich sozusagen in der Gemeinschaft auf. Dazu lohnt es sich, wenn chillige elektronische Musik im Hintergrund läuft.  

Dazu könnte man auch überlegen einen DJ einzuladen, der entsprechend die Stimmung aufnimmt und ein kleines Set an Mysterion anschließt. Auch die Möglichkeit zum Tanzen kann man eröffnen. Mysterion goes with the flow.  

Stimmungsvoller Raum vorher und nachher, evtl. DJ

LINKS zum Material:

Mysterion mit Videostatements 

MYSTERION – mit Statement ohne Titel: 

MYSTERION – nur Projektion: 

MYSTERION – Sprecher:innen und Text: 

Mysterion ohne Videostatements 

MYSTERION – ohne Videostatements – Text: 

MYSTERION – ohne Videostatements – nur Projektion: 

Mysterion mit Redeanweisungen (nur zum Üben) 

MYSTERION Text – mit Redeanweisung ohne Statements: 

MYSTERION Text – mit Redeanweisung mit Statements: 

MYSTERION Text – ohne Redeanweisung ohne Statements: 

Mysterion – Timecodes 

MYSTERION – ohne Videostatement – TIMECODES: 

MYSTERION – ohne Videostatement – TIMECODES: 

Popcorn-Segen

Schau dir das Popcorn an, rieche seinen Duft und wähle ein besonderes leckeres Stück.

Während du es genießt, erinnere dich daran, wie aus einem kleinen, harten Maiskorn durch Wärme etwas Neues entstanden ist.

Manchmal fühlt sich auch unser Leben an wie so ein hartes Korn – verschlossen, unbeweglich, ohne sichtbare Zukunft.

Dann verlieren wir das Vertrauen, dass daraus etwas werden kann.

Doch Gott zeigt uns: Seine Kunst der Verwandlung kennt keine Grenzen.

Popcorn-Segen

Es segne dich Gott,

der aus dem Kleinen Großes wachsen lässt,

der Wärme schenkt, damit Verborgenes aufbrechen kann,

der dich aufbrechen und weit werden lässt, wenn die Zeit dafür reif ist.

Gott segne deine Freude und dein Lachen,

deine Lebendigkeit und deine Kraft.

Gott schenke dir Gemeinschaft

und segene alles, was ihr miteinander teilt.

So wie das Korn im Topf nicht bleibt, was es war,

so schenke Gott auch dir den Mut zur Veränderung

und Augenblicke, die knistern vor Leben.

Amen.

Methode – mit Kindern die Bibel erforschen

  • Durchführungszeit: mittel
  • Alter: ab 6 Jahren
  • In Einzelarbeit
  • Aufwand: mittel

Eine (biblische) Geschichte wird durch den Raum gespannt und auf diese Weise entdeckt.

Material

rote Kordel, passende Requisiten zur Geschichte, Bänder, Wäscheklammern, evtl. Bibel oder ausgedruckte Textabschnitte, Audio-Dateien mit den gewünschten Textabschnitten und passende QR-Codes, Smartphone

Beschreibung

Die Kordel im Vorfeld kreuz und quer durch den Raum spannen. Entlang der Kordel verschiedene Gegenstände zur Geschichte anbringen, z. B. Figuren, Bilder, Zitate, Erklärungen. – Die Kinder orientieren sich am roten Faden und gehen an diesem entlang. Sie betrachten die Gegenstände, die an der Kordel befestigt sind, und begegnen auf diese Weise der biblischen Geschichte. Im Anschluss kann die Geschichte entweder gemeinsam mit den Kindern rekonstruiert werden oder die Erzählerin / der Erzähler liest den Bibeltext vor und greift dabei die Erfahrungen der Kinder und die Gegenstände an der roten Kordel auf.

Praxisbezug

Soll auch der Text selbst mithilfe dieser Methode erschlossen werden, können zwischen den Requisiten kurze Textabschnitte aufgehängt werden. Hier je nach Alter und Lesefähigkeit der Kinder darauf achten, dass die Texte nicht zu lang sind. Für Kinder, die nicht gut sehen oder lesen können, können auch QR-Codes verwendet werden, die zu einer Audio-Datei des Textabschnitts führen. Dann wird ein Smartphone zum Abspielen benötigt.

Kompetenzen

Die Kinder folgen der Handlung einer Geschichte. Sie können Figuren und Bilder wahrnehmen und miteinander kombinieren. Sie können ihre Ideen einbringen.

•• 1. Mose 33,1-20: Das Wiedersehen mit Esau / 4. Mose 13,1-33: Erkundung des Landes Kanaan. Bericht der Kundschafter / Lukas 2,41-52: Der zwölfjährige Jesus im Tempel / Apostelgeschichte 16,16-34: Paulus muss mit Silas ins Gefängnis. Bekehrung des Gefängniswärters

Methode – mit Kindern die Bibel gestalten

  • Durchführungszeit: mittel
  • Alter: ab 8 Jahren
  • In Einzelarbeit
  • Aufwand: mittel

Mit Rasierschaum, Farben und Werkzeugen experimentieren und frei oder zu einem vorgegebenen Inhalt gestalten.

Material

stabiles Papier (160 g), abwaschbare Tischdecke, Rasierschaum, Fingerfarben oder Acrylfarben, Pinsel, Werkzeuge (Holzstäbe, Gabeln, Kämme, Schaber), evtl. Bastelleim, Filz- und Buntstifte; Fotos zu den Techniken (s. Anhang)

Beschreibung

Die Kinder sitzen an Tischen, die mit abwaschbaren Tischdecken bedeckt sind. Mögliche Techniken (Details können mit Bunt- oder Filzstiften ergänzt werden): Abziehbild: Jedes Kind erhält eine Handvoll Rasierschaum und verteilt ihn vor sich auf der Tischdecke auf einer Fläche von der Größe eines DIN-A4-Blattes. Mit Farbe wird ein Motiv auf den Schaum gemalt, mit Werkzeugen wird zusätzlich gestaltet. Dann ein Papier auflegen und wieder abziehen. Nach fünf Minuten überschüssigen Schaum mit einem Schaber vom Papier entfernen. Das Bild bleibt bestehen. Schaumbild: Schaum mit Fingerfarbe färben und damit auf Papier malen. Popup-Schaum: Rasierschaum 1 : 1 mit Bastelleim mischen, dann färben. Es wird mit Pinseln auf Papier gemalt. Durch die Verbindung von Schaum und Kleber entstehen plastische Bilder, die ca. einen Tag lang trocknen müssen.

Praxisbezug

Schaumbilder sind durch die Konsistenz des Schaumes eher grob. Die Technik eignet sich weniger für feine Konturen oder detaillierte Darstellungen.

Kompetenzen

Die Kinder können mit Farben, Schaum und Werkzeugen gestalten. Sie können eigene Ideen zu einer Geschichte entwickeln, ausarbeiten und umsetzen.

•• 1. Mose 6,9-22: Gott gibt Noach den Befehl zum Bau der Arche / Jona 2,1-11: Ein Gebet in höchster Not / Markus 4,35-41: Im Sturm auf die Probe gestellt / Johannes 20,24-29: Jesus zeigt sich Thomas

Methode – mit Kindern die Bibel gestalten

  • Durchführungszeit: mittel
  • Alter: ab 8 Jahren
  • In Einzelarbeit
  • Aufwand: mittel

Ein Bild betrachten, wichtige Elemente hervorheben.

Material

geeignete Bilder oder Zeichnungen von Kindern, Stifte

Beschreibung

Für diese Methode braucht es entweder in einem vorherigen Schritt von den Kindern erstellte Bilder oder Farbbilder, die so hell ausgedruckt wurden, dass die Kinder darauf malen können. Auch in
Schwarz-Weiß ausgedruckte Zeichnungen können verwendet werden. – Die Kinder verstärken die Motive auf dem Bild, die sie am meisten ansprechen. Das können Handlungen sein, bestimmte
Personen, Symbole und vieles mehr. Bei selbst gemalten oder aufgehellten farbigen Bildern können die Motive mit der passenden Farbe nochmals umfahren und so verstärkt werden. Alternativ
können einzelne Motive stärker ausgemalt werden als andere. Bei Schwarz-Weiß-Bildern kann mit bunten Stiften hervorgehoben werden. Die Kinder, die möchten, können im Anschluss ihre Bilder der Gruppe vorstellen.

Praxisbezug

Buntstifte sollten kräftige Farben und bruchsichere Minen haben, damit mit ihnen wirklich deckend ausgemalt werden kann. Filzstifte decken gut, drücken beim mehrmaligen Übermalen aber schnell durch das Papier. Um das zu verhindern, sollten die Bilder auf dickerem Papier (mindestens 120 g) ausgedruckt werden.

Kompetenzen

Die Kinder können eigene Vorstellungen kreativ in ein bestehendes, selbstgemaltes oder ausgedrucktes Bild integrieren. Sie können auf diese Weise etwas Wichtiges hervorheben und ihr Werk den anderen vorstellen.

•• 1. Mose 15,1-7: Gottes Bund mit Abraham (Abram) / 2. Mose 12, 31-42: Der Auszug des Volkes Israel aus Ägypten / Lukas 18,15-17: Jesus und die Kinder/ Apostelgeschichte 2,1-13: An Pfingsten kommt der Heilige Geist

Methode – mit Kindern die Bibel erforschen

  • Durchführungszeit: mittel
  • Alter: ab 8 Jahren
  • In Gruppenarbeit
  • Aufwand: mittel

Einen Bibeltext dem Inhalt nach klären und genau durchleuchten.

Material

1 Bibel oder 1 ausgedruckter Bibeltext pro Kind (alle in derselben Übersetzung), vorbereitete Fragen, evtl. 1 Buzzer

Beschreibung

Eignet sich für Bibeltexte, die viele Informationen enthalten. Beim Lesen des Bibeltextes sind „Adleraugen“ gefragt, die wichtige Details entdecken. – Die Moderation bereitet im Vorfeld Fragen vor, die helfen, den Inhalt des Bibeltexts zu erfassen. Jedes Kind hat den Bibeltext in derselben Übersetzung vor sich liegen. Dann geht es immer nach dem folgenden Prinzip: Eine Frage wird gestellt, dann werden einige Verse zur Frage vorgelesen, die Kinder lesen mit (jüngere Kinder hören genau zu). Sobald ein Kind eine erste passende Information liest (oder hört), ruft es Adlerauge“ und nennt die Antwort. Je nachdem, wie weit eine Frage gefasst ist oder wie viele Informationen der Bibeltext enthält, sind mehrere Antworten möglich. Ist eine Frage hinreichend beantwortet, folgt die nächste.

Praxisbezug

Beispielfragen zu Daniel 1,1-21: Wer ist Nebukadnezzar (V. 1-3)? Welche Männer soll Aschpenas aussuchen und warum (V. 3-5)? Was erfahren wir alles über Daniel (V. 6-9)? Was für einen Versuch soll der Aufseher machen (V. 10-15)? Was zeichnet Daniel, Hananja, Mischaël und Asarja aus (V. 17-21)?

Tipp

Eine spielerische Erweiterung mit einem Buzzer setzt noch mehr auf schnelle Reaktion: Der Buzzer liegt in der Mitte, die Kinder sitzen im Abstand von ca. 2 Metern rund um den Buzzer. Die Kinder hören der Moderation zu, es wird nicht mitgelesen. Wer eine Antwort weiß, drückt blitzschnell auf den Buzzer. Sobald die Person wieder auf dem Platz ist, kann das nächste Kind in die Mitte laufen und drücken. Wer wiederholt, was schon gesagt wurde, muss bei der nächsten Frage pausieren.

Kompetenzen

Die Kinder können einen Bibeltext inhaltlich erfassen. Sie können sich zum Text äußern, einander zuhören und gemeinsam zur Deutung eines Textes beitragen.

•• Ester 6,1-13: Haman muss Mordechai die höchste Ehre erweisen / Daniel 1,1-21: Daniel und seine Freunde am babylonischen Hof / Lukas 1,5-25: Die Geburt des Täufers Johannes wird angekündigt / Apostelgeschichte 21,27-36: Paulus wird im Tempel verhaftet

Methode – mit Kindern die Bibel darstellen

  • Durchführungszeit: mittel
  • Alter: ab 6 Jahren
  • In Gruppenarbeit
  • Aufwand: mittel

Figuren aus Papierrollen basteln und eine Geschichte spielen.

Material

Bastelvorlage (s. Anhang) und entsprechendes Material; kleines und großes rundes Tuch

Beschreibung

Im Vorfeld die für die Geschichte benötigten Figuren (evtl. auch Tiere, Bäume und Gegenstände) vorbereiten, sodass die Kinder sie fertigstellen und ihnen einen Ausdruck geben können.
Personen, Tiere und Gegenstände der Geschichte einführen und auf die Kinder verteilen. Die Kinder malen auf die Papierrollen Haare, Gesichter, Kleider usw. Auch Accessoires wie Krone, Geldsack, Widderhorn können aus Papierresten gebastelt werden. Sind die Figuren fertig, wird die Geschichte vorgelesen oder erzählt. Die Kinder agieren mit ihrer Figur an der entsprechenden Stelle.

Praxisbezug

Gestalten Kinder die Figuren zu einer Geschichte selbst, sollte nicht ein „richtiges“ Ergebnis im Vordergrund stehen, sondern der Herstellungsprozess an sich. So werden die Kinder mit ihren Werken zu Mitgestalterinnen und Mitgestaltern der Geschichte. Meist sind Kinder dabei sehr mit ihrer eigenen Arbeit und mit ihrer Figur verbunden, sodass es in der Phase des Erzählens und Spielens wichtig ist, dass sie die eigene Figur spielen können – außer sie entscheiden sich selbst anders.

Kompetenzen

Die Kinder können aus Pappe und Papier Figuren und Tiere gestalten. Sie können mit den Figuren zu einer Geschichte agieren und einzelne Episoden spielen.

•• 1. Mose 37,12-36: Die Brüder verkaufen Josef nach Ägypten / Samuel 12,1-15: David muss sich selbst das Urteil sprechen / Matthäus 2,1-12: Jesus – von den Völkern erwartet und als König
begrüßt / Lukas 19,1-10: Jesus und Zachäus

Methode – mit Kindern die Bibel darstellen

  • Durchführungszeit: mittel
  • Alter: ab 6 Jahren
  • In Gruppenarbeit
  • Aufwand: mittel

Mit Gegenständen aus dem Haushalt eine (biblische) Geschichte hören oder spielen.

Material

Bibel oder Kinderbibel; 1 Hausratsgegenstand pro Figur des Bibeltextes (z. B.: Handfeger, Putzlappen, Streusalz, Toaster, Küchenrolle, Weinglas, Bürste, Schreibtischlampe, Schere, Rührgerät,
Zahnbürste, Schöpfkelle), Filzstifte, Papier, Schere, Klebegummi oder Klebestreifen, evtl. 1 Tisch und 1 großes schwarzes Tuch

Beschreibung

Gegenstände aus Küche und Haus sind spannende Alternativen, wenn keine anderen Figuren zur Hand sind. Durch sie kann eine Geschichte neu und anders inszeniert werden. Bei Gegenständen
wie Löffel, Schöpfer, WC-Bürste braucht es evtl. zusätzliche Behälter als „Steh-Hilfen“, da diese Gegenstände nicht frei stehen können. Auf ein Papier einfache Gesichter (ähnlich einem Smiley)
zeichnen, ausschneiden und mit Klebegummi an dem Hausrats- Helfer befestigen.
Die Kinder sitzen in einem Halbkreis. Die Hausrats-Helfer während des Erzählens bewegen oder von den Kindern bewegen lassen. Das kann am Boden geschehen oder auf einem Tisch, der mit einem schwarzen Tuch bedeckt ist und als Bühne dient. Beim Erzählen beachten, dass die Figuren miteinander agieren und sprechen.

Praxisbezug

Für die Erzählung die Hausrats-Helfer bewusst auswählen. Beispiel zu Apostelgeschichte 2,42-47:
Für diesen Bibeltext den Hausrats-Helfern Namen oder Funktionen geben. Alte und neuere Hausrats-Helfer können hier die Unterschiede von Arm und Reich zeigen, die aber dann durch das gemeinsame Agieren aufgelöst werden, weil beide ihre je eigenen Stärken einbringen können.

Variante

Die Kinder machen sich auf die Suche nach geeigneten Hausrats-Helfern und entwickeln die Darstellung einer Geschichte.

Kompetenzen

Die Kinder können einer Geschichte folgen und ihre Aufmerksamkeit auf die Figuren richten. Sie können selbst Hausrats-Helfer einsetzen und mit anderen agieren.

•• 1. Mose 27,1-29: Rebekkas List. Jakob wird anstelle seines Bruders gesegnet / 1. Samuel 16,1-13: Gott sucht sich den Jüngsten aus / Lukas 14,15-24: Das Gleichnis vom großen Festessen / Apostelgeschichte 2,42-47: Das Leben der Gemeinde

Kirche Kunterbunt zur Jahreslosung 2027

Vorbemerkungen und Team-Zeit

Dieser Entwurf wurde für die neue Jahreslosung 2027 entwickelt: „Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir; hab keine Angst, denn ich bin dein Gott.“ (Jesaja 41,10). Häufig werden Angebote zur Jahreslosung zu Beginn des Jahres durchgeführt, aber der Entwurf ist darüber hinaus immer wieder einsetzbar und sinnvoll. Die Inhalte der Theaterstücke und der Stationen laden dazu ein, neuen Halt bei Gott zu finden und sich Ängste bewusst werden zu lassen, aber ihnen einen Platz zu geben, wo sie nicht über einen bestimmen.

Unser Vorschlag für euch als Team in der Vorbereitung ist: Lest euch die Jahreslosung durch und sammelt, was euch an dem Vers gut tut, irritiert, Fragen auslöst. Kommt darüber ins Gespräch. Fragt euch: In welchen Situationen könnte dieser Vers Familien in eurer Umgebung besonders gut tun? In welche Nöte spricht dieser Vers hinein?

Schaut dann, wie ihr eure eigenen Gedanken mit unserem Entwurf gut verknüpfen könnt. Was soll bei euch Fokus finden? Was fügt ihr hinzu? Was bleibt genauso? Immer sind unsere redaktionellen Entwürfe von uns als Vorschlag zu verstehen, die ihr nach eurem Bedürfnis und entsprechend eures Kontextes anpassen dürft.

Willkommens-Zeit

Namensschilder: Gestaltet doch gerne Namensschilder nach euren Vorstellungen.

Willkommensaktion:

Bei der Begrüßung die Gäste auf einer Tapetenrolle, Flipchart o. Ä. aufschreiben lassen, was ihnen Angst macht. Während der Feier-Zeit dort groß die Jahres­losung oder den Satz „Hab keine Angst“ darüberschreiben.

Anfangsmoderation

Wer von euch hat Angst vor Spinnen? (melden lassen) 
Wer hat Angst vor Gewittern? (melden lassen) 
Wer hat Angst vor Monstern unter‘m Bett? (melden lassen)

Ich habe gute Nachrichten für euch. Die meisten Spinnen können nicht gut sehen. Und wenn doch, dann nur ein paar Zentimeter weit. Sie nehmen euch im Normalfall also gar nicht wahr. Und hier in Deutschland sind sie auch nicht giftig. Es gibt nur eine Spinnenart, die uns wirklich beißen kann. Das fühlt sich dann ähnlich an wie ein Wespenstich. Aber die ist so scheu, dass man die im Normalfall gar nicht zu Gesicht bekommt. Und wenn man sie doch sieht, dann beißt sie nur, wenn sie wirklich geärgert wird.

Gewitter kann manchmal natürlich auch gefährlich sein. Aber wenn wir im Haus sind, passiert im Normalfall nichts, denn viele Häuser haben einen Blitzableiter.

Im Auto sind wir auch sicher. Denn jedes Auto ist ein sogenannter Faraday’scher Käfig. Vielleicht habt ihr das in der Schule schon mal gelernt. Das heißt, wenn dort ein Blitz einschlägt, dann merkt man davon im Inneren nichts. Das ist im Flugzeug übrigens dasselbe. Und heutzutage können uns die Wetter-Apps schon im Vorfeld sagen, wann es gewittern soll. Wenn man dann einfach zu Hause bleibt oder mit dem Auto fährt, statt mit dem Fahrrad, dann ist man sehr sicher.

Und auch bei dem Monster unter Bett habe ich eine sehr gute Nachricht: Die gibt es gar nicht. Wenn es dunkel ist und alles ganz still ist, dann hören wir nur jedes kleinste Geräusch: Wenn das Bett knarrt, wenn irgendwo eine Tür zuschlägt oder der Wind heult. Und wir sehen auch die Schatten, wenn die Straßenlampe ins Zimmer scheint oder ein Auto vorbeifährt. Das macht uns Angst. Aber das ist alles kein Monster.

Na, wer hat jetzt noch Angst vor Spinnen? (melden lassen) 
Und wer hat noch Angst vor Gewitter? (melden lassen) 
Und wer hat noch Angst vor Monstern? (melden lassen)

Reaktion, wenn sich immer noch jemand gemeldet hat: Ihr merkt: Angst geht nicht einfach weg, nur weil ich euch was über die Dinge erzählt habe, die Angst machen. Deshalb wollen wir heute drüber nachdenken, wie wir mit Angst umgehen können. Was wir tun können, damit sie kleiner wird oder sogar ganz verschwindet. Oder auch, dass wir gar keine Angst erst bekommen.

Reaktion, wenn sich keiner mehr gemeldet hat: Wie schön, dass ich eure Angst so leicht vertreiben konnte. Aber nicht immer geht Angst so leicht weg. Deshalb wollen wir heute drüber nachdenken, wie wir mit Angst umgehen können. Was wir tun können, dass sie kleiner wird oder sogar ganz verschwindet. Oder auch, dass wir gar keine Angst erst bekommen.
Wir haben euch dafür heute verschiedene Stationen mitgebracht. (Stationen vorstellen)

Theaterstück mit dem Fürchte-dich-nicht-Monster

Material: ein „Fürchte-dich-nicht-Monster“ muss fertig gebastelt sein

Alternativ oder ergänzend zur Anfangsmoderation, wird die Moderation von jemanden unterbrochen, der das Fürchte-dich-nicht-Monster (s. „Station 10: Fürchte-dich-(nicht)-Monster“) spielt:

Angstmonster:Mjam, mjam, mjam. (schmatzt genüsslich)
Moderation:Oh, das Angstmonster. Ja, das ist auch hier. Das fühlt sich mal wieder sehr wohl.
Angstmonster:Mmmm (tut so, als würde es genüsslich kauen). Immer wieder finde ich viele, viele Sorgen, die mir so gut schmecken.
Moderation:Aber weißt du, Angstmonster, heute werden wir dich mal mit etwas Neuem füttern.
Angstmonster:(verdutzt) Etwas Neuem? Aber mir schmecken die Ängste doch so gut. (schmatzt) Mjam, mjam, mjam. Mir schmeckt gut, dass manche Angst vor dem Sportunterricht haben und andere vor dem Test und manche vor dem Geburtstag und manche …
Moderation:Nein, stopp.
Angstmonster:(noch verdutzter) Was denn?
Moderation:Heute lernen wir etwas anderes kennen. Heute wirst du zu einem Fürchte-dich-nicht-Monster werden.
Angstmonster:Fürchte dich nicht?
Moderation:Ja! Gott sagt das nämlich immer wieder, dass wir uns nicht fürchten müssen.
Angstmonster:(lacht) Ja und? Es gibt aber doch so, so viel, dass einem ganz schön viele Gründe zum Fürchten gibt. Oh hier! (schnappt in der Luft herum) Mjam, mjam. Gerade eben habe ich die Angst, etwas Peinliches zu machen, geschnappt … oh, die schmeckt mir auch so gut. Mjam, mjam.
Moderation:Aber weißt du, es gibt ja nicht nur diese Ängste …
Angstmonster:(schnappt weiter in der Luft herum) Oh, aber von denen gibt es viele … hier schon wieder … ah ja, die Angst jemanden nicht zu gefallen … mjam, mjam …
Moderation:Nein, es gibt noch etwas: Es gibt Gottes große Hand, die uns hält.
Angstmonster:(irritiert) Eine große Hand, die uns hält?
Moderation:Ja genau. So steht es in der Bibel.
Angstmonster:Und was macht diese Hand?
Moderation:Das finden wir heute gemeinsam heraus. Aber ich bin mir sicher, am Ende von dieser Kirche Kunterbunt wirst du dich zu einem Fürchte-dich-nicht-Monster verwandeln.
Angstmonster:Hm … da bin ich gespannt.

Aktiv-Zeit

Station 1: Noch nicht sichtbar

Material: grüne Blätter, blaue Stifte, rote Stifte, schwarze Pappe, rotes Transparentpapier, ausgedruckte Bibelverse als Verheißungen/Zusprüche Gottes

Einleitung: Viele Verse in der Bibel sind Versprechen auf etwas, was irgendwann kommen wird, aber noch nicht sichtbar ist. Immer wieder wurden Menschen in den biblischen Geschichten ermutigt, diese Versprechen nicht zu vergessen, sich daran festzuhalten, auch wenn sie noch nicht greifbar sind. In dieser Station wollen wir uns auch an das „Unsichtbare“ erinnern, in dem wir eine Geheimschrift sichtbar machen. Das geht so:

Stationsbeschreibung

  1. Überlege dir eine Botschaft / ein Versprechen Gottes, an das du dich erinnern möchtest. Hier sind ein paar Bibelverse, die du als Beispiel nutzen darfst.
  2. (ausgedruckte Bibelverse bereitlegen)
  3. Bastele dir eine Lupe mit rotem Transparentpapier
  4. als „Glasfeld“.
  5. Schreibe mit einem blauen Stift auf einem grünen Papier ein Versprechen Gottes, an das du dich erinnern möchtest.
  6. Übermale deine Botschaft mit einem roten Stift. Am besten funktioniert es, indem du einfach wild über deine Schrift kritzelst.
  7. Nun probiere es aus: Kann jemand anderes mithilfe der Lupe dein Versprechen entziffern?
Station 2: Auf Gott schauen

Material: Klebeklettband (kann man beispielsweise online bestellen oder im Baumarkt kaufen), Schere, Klett-Klebepunkte, große Decke oder Wand, Bälle zum Bekleben, vorbereitete Pappschilder mit den Worten: Sorgen, Angst, Zweifel, Langweile, Müdigkeit, usw., Kreppband

Aufbau: Wir bauen uns einer Art Dartscheibe in XXL. Sollte euch das zu aufwendig sein, könnte man auch eine Klebe-Dartscheibe kaufen. Bei der XXL-Scheibe haben wir die Chance, sie ganz nach unseren Wünschen aufzubereiten. Dafür kauft ihr Klebe-Klettband und befestigt es an Bälle (zum Beispiel alte Jonglierbälle). Auf einer großen Decke oder Wand werden die Klebeklettpunkte mit lösbarem Band (wie Kreppband) befestigt. Ebenso werden auf der Decke die beschrifteten Pappschilder vorbereitet. Wenn man nun den vorbereiteten Klett-Ball auf die Klebepunkte wirft, sollten die Klebepunkte sich vom Kreppband lösen und stattdessen an dem Klett-Ball festhaften.

Einleitung: Manchmal stehen wir vor Situationen, die uns ganz schön schwerfallen. Situationen, vor denen wir Angst haben und uns am liebsten irgendwie aus ihnen herauswinden würden. Kennt ihr so Situationen? Was war das zum Beispiel bei euch? 
Bei dieser Station können wir ausprobieren, was es bedeutet, eben nicht auf diese dunklen Stimmen zu achten, die uns Angst machen und von Sorgen erzählen, sondern auf die hoffnungvollen Klebepunkte.

Stationsbeschreibung: Ihr habt nun 1 Minute Zeit (passt es so an, wie es bei eurer „Dartscheibe“ Sinn ergibt) so häufig, wie ihr könnt, auf diese Wand zu werfen und zu versuchen, die Klebepunkte zu sammeln. Aber Achtung: Schaut nur auf die Klebepunkte und lasst euch nicht von den Pappschildern ablenken.

Gesprächsimpuls: Wie kann das denn im Alltag funktionieren, sich nicht so sehr von Ängsten und Sorgen ablenken zu lassen?

Station 3: Ich halte dich (Experimentierstation)

Material: beschichteter Karton, z. B. Tetrapak, ohne Knicke/Falten (vorab im Team sammeln); 3–4 Wassergläser; Stifte; Scheren; Wasser
Einleitung: „Ich halte dich durch die rechte Hand meiner Gerechtigkeit“ (Jesaja 41,10b Lu) – wie meint das Gott? Wie können wir uns das heute vorstellen? Nicht jeder darf mich mit seiner Hand berühren! Ist das eine angenehme Hand, die mich halten möchte? Das jüdische Volk hat erlebt, dass es ihnen Kraft gibt, von Gottes Händen gehalten zu werden. 
In dieser Station wollen wir entdecken, dass Gottes Hand hält. Das geht so:

Stationsbeschreibung

  1. Lege deine Hand auf den beschichteten Karton, zeichne den Umriss und schneide ihn aus
  2. (ggf. Hände vorbereiten für kleine Kinder).
  3. Fülle ein Glas mit Wasser (nicht ganz voll).
  4. Lege die ausgeschnittene Hand auf das Glas, dann deine eigene. Wichtig ist, dass die komplette Öffnung des Glases mit einem glatten Stück bedeckt ist.
  5. Drehe jetzt schnell das Glas auf den Kopf und nimm deine Hand von der ausgeschnittenen Hand weg. Durch den Luftdruck sollte nun der Karton unter dem Glas bleiben und kein Wasser aus dem Wasserglas herausfließen.

Die Hand (Gottes) hält allem (Wasser-)Druck stand. Gottes Hand hält dich. Du bist gehalten von Gott.

Station 4: Umhüllt geborgen

Material: große, weiche Decke, ein paar Wäscheklammern, Bereich/Raum etwas abseits

Aufbau: Am besten in einem Bereich oder Raum, der etwas abseits und ruhiger ist.

Einleitung: Manchmal wissen wir nicht, wie wir die nächste Woche meistern werden. So viel muss noch erledigt werden und dann noch ein Magen-Darm-Infekt. Wir wollten doch so gern mal wieder zusammen Fahrradfahren.
Bei dieser Station können wir erleben, wie es ist, wenn man nicht allein durch den Alltag hetzt, sondern gestärkt wird von einem unsichtbaren Gott.

Stationsbeschreibung: Stellt euch als Familie dicht zusammen, eure Gesichter einander zugewandt. Jetzt gibt die Stationsleitung einem Erwachsenen eine Ecke der großen Decke und hält diese fest. Die Mitarbeiterin läuft einmal mit der Decke um die ganze Familie herum, bis jeder ein Stück Decke am Rücken spüren kann. Das andere Ende der Decke wird mit einer Wäscheklammer befestigt. Jetzt liest die Leitung die Jahreslosung vor und hält die Hand schützend über die Köpfe (angedeutet). 
Gott sagt zu euch (Familie XY): „Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir. Weiche nicht, denn ich bin dein Gott. Ich stärke dich. Ich helfe dir auch durch die rechte Hand meiner Gerechtigkeit.“ Amen. 
Im Anschluss wird die Decke wieder abgenommen und es gibt den Gesprächsimpuls.

Gesprächsimpuls: Wie hat sich das angefühlt, die anderen so nah zu spüren? Hat die Decke einen Unterschied gemacht? Gott ist euch so nah wie die Decke und stärkt euch den Rücken in all den Herausforderungen als Familie.

Station 5: Bewegungsvoll vertrauen

Material: laminierte Karten mit Versteilen, Markierungen für Start und Ende der Laufstrecke

Aufbau: den Laufbereich abgrenzen und markieren

Einleitung: Es gibt leichte und schwere Tage. Manchmal flitzen wir, manchmal schleichen wir. Manchmal möchten wir am liebsten rückwärtsgehen, um gar nicht erst los zu müssen. An jedem neuen Tag gilt uns die Zusage Gottes, dass er uns begleitet. In unterschiedlicher Geschwindigkeit könnt ihr an dieser Station die Zusage Gottes ergreifen.

Stationsbeschreibung: Stellt euch als Familie oder wilder Haufen hintereinander auf. Der Reihe nach läuft die erste Person los. Die Leitung sagt wie (flitzend, schleichend, rückwärts, gemütlich – altersgerecht anpassen). Am Ende der zuvor festgelegten Strecke sind die Einzelteile der Jahreslosung auf laminiertem Papier verdeckt ausgelegt. Das Familienmitglied greift schnell eine Karte und geht im gleichen Bewegungsmodus zurück zur Familie. Nun ist das nächste Familienmitglied im neuen Bewegungsmodus dran. Bis alle Karten aufgehoben wurden. Die Satzteile werden am Ende miteinander zusammengesetzt.

„Fürchte dich nicht,
denn ich bin mit dir.
Weiche nicht,
denn ich bin dein Gott.
Ich stärke dich.
Ich helfe dir auch
durch die rechte Hand meiner Gerechtigkeit.“

Gesprächsimpuls: Was hilft dir, um Gott zu vertrauen? Geht das leichter, wenn du schnell oder eher langsam unterwegs bist?

Station 6: Sonnenzeit – Gewitterzeit

(Station für Erwachsene oder ältere Kinder)

Material: Arbeitsblatt „Sonnenzeit–Gewitterzeit“ auf Din A3-Papier ausdrucken (s. Anhang: Arbeitsblatt und Beispielblatt), Stifte, Radiergummi, evtl. leise Musik im Hintergrund

Stationsbeschreibung: Nimm dir ein Arbeitsblatt und denke einmal über dein bisheriges Leben nach. Du siehst auf dem Blatt einen Zeitstrahl. Dafür steht die gestrichelte Linie. Wann waren in deinem Leben bisher Sonnenzeiten, wann waren Gewitterzeiten? Die Plus- und Minus-Achse hilft dir zu schauen, wie gut es dir ging oder wie schlecht. Wenn du es ganz nah an die Sonne schreibst, dann waren das besonders schöne/gute Zeiten. Wenn du es nah an die Gewitterwolken malst, waren das schlechte Zeiten. Du kannst auch ins Blatt schreiben, was da jeweils geschehen war, so ähnlich, wie du es auf dem Beispielblatt siehst. Wenn du fertig bist, zeichnest du deine Kurve noch einmal mit einem dicken Stift nach.

Station 7: Rituale bei Angst

Hier gibt es nun verschiedene Rituale, die bei Angst helfen können. Als Kirche Kunterbunt dürft ihr alle anbieten oder alle als Kärtchen vorbereiten, bei der man sich ein Ritual aussuchen kann, oder ihr fokussiert euch auf ein Ritual. Schaut doch gern, was in euren Kontext passt. Diese ­Rituale könnten auch eine Idee für Zuhause sein.

Material: große Kerze, Teelichter, Tuch, Feuerzeug, große Decke(n), Kuscheltier(e), Anleitung „Muskel- und Atementspannung“ (s. Anhang)
Stationsbeschreibung/Gesprächsimpuls: Manchmal haben wir Angst vor etwas oder vor jemandem. Was macht euch zum Beispiel Angst? (Antworten der Teilnehmenden) Was hilft dir, wenn du Angst hast? (Antworten der Teilnehmenden) Wir wollen jetzt ein paar ganz einfache Möglichkeiten ausprobieren, was wir tun können, wenn wir Angst haben.

Kerze: Ihr setzt euch alle im Kreis um die große Kerze (unter der Kerze ein Tuch). Ein Kind darf sie anzünden. Ihr schaut alle ganz aufmerksam ca. 1 Minute in die Flamme; dabei versucht ihr ganz still zu sein. Dann entzündet jede/jeder an der großen Kerze still ein Teelicht und stellt es im Kreis um die Kerze auf. So wird es immer heller. Die Angst wird kleiner. Ihr schaut weiter in das Licht. In euch wird es hell. In euch wird es ruhig und still.

Kuscheltier: Nimm das Kuscheltier in den Arm und drücke es an dich. (Alternativ: jeder nimmt eines der Kuscheltiere.) Jetzt kannst du dem Kuscheltier ganz leise zuflüstern, was dir Angst macht. Dadurch wird die Angst kleiner. Du kennst vielleicht das Sprichwort: „Geteiltes Leid ist halbes Leid.“ (Bei nur einem Kuscheltier: reihum weitergeben.) Und jetzt sagst du dem Kuscheltier noch etwas, was dir ganz viel Spaß macht. Auch dazu gibt es das passende Sprichwort: „Geteilte Freude ist doppelte Freude.“ (Bei einem Kuscheltier: reihum weitergeben.)

Deckensegen: Kuschelt euch als Familie oder wilder Haufen jetzt zusammen in eine große Decke oder kuschele dich allein oder zusammen mit jemandem, den du gernhast, in die Decke. (Dein Kuscheltier kannst du gern mitnehmen.) Mach die Augen zu. Genieße die wärmende Decke und die Nähe zum anderen. Jetzt atme ganz ruhig und gleichmäßig. Achte darauf, dass du ganz lange ausatmest, so lange, bis kein Atem mehr kommt. Dann atme wieder ein. Atme aus – atme ein – atme aus – atme ein … Du spürst, wie du immer ruhiger wirst. Deine Angst wird kleiner, deine Sorgen werden kleiner. Du genießt, dass alles um dich herum still ist. – Gott wünscht dir jetzt alles Gute; so nennen wir das, wenn wir von Gott gesegnet werden:
„So groß und beschützend wie die Decke ist auch Gott, der Allmächtige. Gott, der Vater, der Allmächtige, der den Himmel, die Erde und alles Leben darauf geschaffen hat, sieht dich und ist bei dir. 
Und er segnet dich. Er nimmt dich in den Arm. Er schenkt dir Sicherheit und Geborgenheit. Wenn du Angst hast, gibt er dir neuen Mut. 
Jesus, der Sohn, der für uns am Kreuz gestorben ist, der alle unsere Sorgen und Ängste kennt, segne dich. Er mache deine Gedanken weit und schenke dir Offenheit für die Menschen und alles um dich herum. Er schenke dir Vertrauen und Zuversicht. 
Und der Heilige Geist, der immer bei dir ist, der dich inspiriert und motiviert, er segne dich. Er schenke dir Trost und Wärme an jedem Tag. Seine Liebe begleitet dich zu jeder Zeit. 
So segne dich Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen.“

Muskel- und Atementspannung: Anleitung für Muskel- und Atementspannung als Kopie mit nach Hause geben. Oder gleich gemeinsam ausprobieren.

Station 8: Sorgen-Bündel

Material: Notizzettel (DIN A7), Wunderkerzen, Wolle, Feuerschale, einige Bio-Anzünder aus Holzwolle, Feuerzeug

Stationsbeschreibung: Wir machen uns im Leben viele Sorgen. Wir haben Angst, was uns erwartet. Wir haben Kummer. Wir ärgern uns über etwas. Wir sind traurig, weil wir jemanden verloren haben. Wir sind enttäuscht, dass uns etwas nicht gelungen ist. Wir schämen uns für etwas, was schiefgelaufen ist. Wir fühlen uns schuldig, weil wir etwas Schlechtes getan haben. Und vieles mehr … 
Du kannst deine Sorgen auf einen kleinen Zettel schreiben. Dann wickelst du den Zettel um zwei Wunderkerzen und biegst die Enden um. Das Ganze bindest du mit einem Wollfaden zusammen. So wird daraus ein Sorgen-Bündel. Nach unserer Feier-Zeit kannst du dann deine Sorgen ins Feuer werfen und sehen, was passiert.

Alternative: Es können auch kleine Sorgensteine beschrieben werden aus Marmorkiesel als Alternative zu den Sorgenbündeln.

Nach der Feier-Zeit: Du kannst jetzt deinen Sorgenstein jemandem geben, dem du vertraust. Bitte diesen Menschen darum, dass er für dich in deinen Sorgen betet. 
Kleines Feuer in der Feuerschale entzünden (dazu genügen ein paar Bio-Feueranzünder aus Holzwolle). 
Werft nun nacheinander eure Sorgen-Bündel ins Feuer. Wartet aber mit dem Hineinwerfen immer so lange, bis ein Sorgen-Bündel in Flammen und Funken aufgegangen ist.

Station 9: Ich bin mit dir – Gott hält deine Hand

Material: Schrumpffolie, Acrylfarbe, Permanentstifte, Schere, Locher, Backpapier, Backofen, Schlüsselring (evtl. kleines Kettchen)

Stationsbeschreibung: Welche Hand hältst du gerne? Und warum ist das ein gutes Gefühl, die Hand von jemandem zu halten? – Gott hält deine Hand! Er ist mit dir. 
Hier könnt ihr euch einen Anhänger gestalten, der euch immer daran erinnert. Bestreicht eure Hände mit etwas Acrylfarbe oder Stempelfarbe und drückt sie auf die raue Seite der Schrumpffolie. Nicht zu viel Farbe verwenden, sonst verwischt der Abdruck. (Alternativ könnt ihr auch die Hand auf ein Papier legen, umranden und die Form auf die Schrumpffolie übertragen.) Mit den Permanentstiften „Ich bin mit dir!“ oder „Gottes Hand hält dich!“ schreiben oder den Handabdruck verzieren. Den Handabdruck sauber ausschneiden. Oben ein kleines Loch stanzen (für den Schlüsselring). Den Ofen auf ca. 150–170 °C vorheizen (je nach Folienangabe). Die ausgeschnittenen Handabdrücke auf ein Backblech mit Backpapier legen und für ca. 1–3 Minuten in den Ofen geben. Die Folie rollt sich erst zusammen (keine Panik!). Danach wird sie wieder flach und deutlich kleiner (ca. 1/3 der ursprünglichen Größe). Direkt nach dem Herausnehmen könnt ihr das Motiv vorsichtig mit einem Buch flach drücken (falls es sich leicht gewölbt hat). Abkühlen lassen (wird fest und stabil). Schlüsselring durch das Loch ziehen – fertig! 
Für kleine Kinder ist die Nachzeichen-Variante oft ­einfacher als der Farb-Handabdruck.

Gesprächsimpulse: In welchen Situationen wünscht ihr euch die Gewissheit, dass Gottes Hand euch hält? Wo könntet ihr euren Anhänger anbringen, damit er euch daran erinnert?

Station 10: Fürchte-dich-(nicht)-Monster

Material: quadratisches Papier (ca. 20×20 cm), Stifte, Papier zum Verzieren, Bastelaugen, evtl. Stempel

Stationsbeschreibung: Das Fürchte-dich-nicht-Monster hilft uns zu thematisieren, dass wir uns manchmal fürchten. Überlegt euch zunächst gemeinsam, wovor ihr euch fürchtet bzw. man sich fürchten kann. Vielleicht findet ihr kurze Worte oder Symbole dafür? 
Dann geht es ans Monster basteln:

  1. Faltet das Papier zunächst einmal diagonal zu einem Dreieck und klappt es wieder auf. Wiederholt das in die andere Richtung. Anschließend faltet ihr das Papier einmal waagerecht und einmal senkrecht in der Mitte und öffnet es wieder – so entstehen Faltlinien in Form eines Sterns.
  2. Nun faltet ihr alle vier Ecken zur Mitte, sodass sie sich genau dort treffen.
  3. Dreht das Papier um und faltet erneut alle vier Ecken zur Mitte.
  4. Öffnet die Ecken noch einmal kurz: In die entstandenen inneren Flächen werden jetzt die Worte geschrieben „Denn Gott ist bei mir“ bzw. Symbole oder Worte für Dinge, vor denen wir uns fürchten.
  5. Danach faltet ihr die Ecken wieder zurück zur Mitte und schreibt auf die Außenseiten die Worte „Ich fürchte mich (nicht)“.
  6. Faltet das Papier nun noch einmal in beide Diagonalen und klappt es wieder auf. Drückt die Mitte vorsichtig von unten nach oben, sodass ein kleiner „Buckel“ entsteht.
  7. Jetzt könnt ihr mit Daumen und Zeigefinger in die vier Laschen schlüpfen und die Form auseinanderziehen. Formt alles vorsichtig, bis sich das Fürchte-dich-nicht-Monster gut öffnen und schließen lässt.
  8. Und schon ist euer Fürchte-dich-nicht-Monster fertig! – Wie das Monster benutzt wird? Steckt Daumen und Zeigefinger in die Spitzen. So könnt ihr das Hütchen anschließend abwechselnd nach oben oder zur Seite aufklappen. Dann fragt ihr jemanden, wie oft ihr das Hütchen hin- und her klappen sollt. Zum Schluss bleibt das Hütchen offen – entweder mit offenem Monstermund oder mit geschlossenem. Der Mitspieler darf nun lesen, was im Monster steht (Ich fürchte mich/Ich fürchte mich nicht) und entscheiden, welche Seite aufgeklappt wird. Darunter erscheinen dann entweder die Symbole für unsere Ängste oder die Zusage „Gott ist bei dir!“
Station 11: Mut-Zupuste-Seifenblasen

Material: Bügelperlen, runde Bügelperlen-Steckbretter, Eisstäbchen, Seifenblasenwasser, Plastikteller, Heißkleber

Stationsbeschreibung

  1. Legt zwei Kreise aus Bügelperlen auf die Steckbretter (ca. 2–3 cm Durchmesser). Gestaltet sie so bunt und fröhlich, wie ihr mögt.
  2. Bügelt eure Kreise zusammen.
  3. Klebt Holzstängel mit Heißkleber an eure Kreise. Nun muss es aussehen wie eine Lupe.
  4. Taucht die Kreise in Seifenblasenwasser und staunt.
  5. Pustet euch gegenseitig Mut zu.

Feier-Zeit

Theaterstück: Petrus und die Angst

Man benötigt für das Theaterstück 2 Personen: Moderation, Petrus 
Auf der Bühne steht ein kleiner Tisch mit 2 Stühlen, ggf. mit etwas zu trinken, so wie in vielen Talkshows. 
Die Liste (Tapetenrolle, Flipchart o. Ä.) von der Begrüßung steht mit auf der Bühne.

Moderation:(steht auf der Bühne) Ihr habt jetzt ganz schön viel über Angst gelernt bzw. über das Keine-Angst-Haben.
(Hier können die Teilnehmenden gern erzählen, was für sie heute besonders spannend war, entweder in kleinen Gruppen oder sie sagen es laut vor allen.)
Ich habe uns heute einen ganz besondere Gast eingeladen, der uns erzählen wird, wo er schon einmal Angst hatte und wie er damit umgegangen ist.
Begrüßt mit mir mit einem donnernden Applaus: Petrus aus Kapernaum!
(Petrus kommt auf die Bühne; Moderation und er setzen sich)
Schön, dass du heute bei uns bist, Petrus! Du bist ja ein Freund von Jesus. Und du hast Jesus so richtig als Mensch auf dieser Welt kennengelernt. Du bist auch viel mit ihm unterwegs gewesen, hast also ganz viele Wunder hautnah miterlebt und Jesus ganz oft predigen gehört. Das hört sich alles sehr idyllisch an. Gab es da überhaupt Zeiten, wo du Angst haben musstest?
Petrus:Manchmal schon. Natürlich gab es viele Tage, an denen ich einfach glücklich war, dass ich mit Jesus unterwegs sein durfte. Da habe ich mich total sicher bei ihm gefühlt und wir hatten einfach eine gute Zeit. Aber manchmal gab es Auseinandersetzungen mit Menschen, denen Jesus komisch vorkam. Oder wir haben Situationen erlebt, wo ich ganz schön Muffensausen erlebt haben. Also ja: Angst kenne ich. Auch aus der Zeit mit Jesus.
Moderation:Magst du uns mal ein Beispiel nennen?
Petrus:Ja, gern. Eines Tages zum Beispiel waren wir am See Genezareth unterwegs. Da hat Jesus plötzlich zu uns gesagt: „Kommt, lasst uns auf die andere Seite fahren!“ Gesagt, getan. Wir sind also in ein Boot gestiegen und losgeschippert. Doch als wir unterwegs waren, kam plötzlich Wind auf und der wurde immer stärker und stärker. Wir waren uns plötzlich unsicher, was wir machen sollten. Sollten wir vielleicht umkehren und schauen, dass wir so schnell wie möglich ans Ufer zurückkamen?
Wir wollten schon Jesus fragen, aber da haben wir gemerkt, dass er in einer windgeschützten Ecke lag und schlief. Und wir wollten ihn auch nicht wecken. Immerhin brauchte er seine Ruhe nach dem ganzen Trubel, der immer um ihn rum war.
Deshalb haben wir die Sache selbst in die Hand genommen. Ich bin ja von Beruf Fischer und einige andere an Bord waren das auch. Wir haben die Segel eingeholt, die Leute unter Deck geschickt und versucht, das Schiff so gut es geht, durch die Wellenberge zu steuern. Am Anfang hat auch alles funktioniert. Doch der Sturm wurde immer heftiger. So einen Sturm hatte ich tatsächlich noch nie erlebt.
Moderation:Das war also der Moment, wo du Angst hattest?
Petrus:Ja, genau. Ich habe echt gedacht: „Das war’s jetzt. Jetzt gehen wir unter.“
Moderation:Und Jesus hat die ganze Zeit geschlafen?
Petrus:Ja, verrückt, nicht? Der hatte wirklich einen gesunden Schlaf.
Moderation:Wie ging es dann weiter?
Petrus:Meine Freunde und ich haben Jesus geweckt. Ich weiß gar nicht, wie er uns hören konnte bei dem Sturm. Aber er hat ziemlich schnell verstanden, dass wir in einer wirklich ausweglosen Situation sind.
Moderation:Und was hat er dann gemacht? Euch zurück ans Ufer gebeamt?
Petrus:Nein, er hat erstmal gar nichts gemacht, sondern uns einfach nur angeschaut, jeden Einzelnen.
Moderation:Das wars? Mehr nicht?
Petrus:Doch, zum Glück schon. Er hat sich hingestellt und laut gerufen: „Wind, sei still!“
Moderation:Und?
Petrus:Der Wind wurde still. Von jetzt auf gleich hörte der Sturm auf.
Moderation:Verrückt!
Petrus:Ja, das war wirklich verrückt. Ich hatte ja schon erlebt, wie Jesus Wunder getan hatte. Aber jetzt, wo es mich ganz persönlich betroffen hat, fühlte es sich so merkwürdig an. Ich hatte gar nicht damit gerechnet und ich wusste nicht, was ich davon halten sollte. Ich wusste nicht einmal, was ich von Jesus halten sollte. Das hört sich vielleicht komisch an, aber so war es.
Moderation:Aber wie gehts dir jetzt damit? Jetzt, wo dieses Erlebnis schon Jahre zurückliegt?
Petrus:Ich bin dankbar, dass ich das erlebt habe. Denn es hat meinen Glauben an Jesus stark gemacht. Ich habe noch oft Angst gehabt, so wie alle Menschen.
Ihr habt ja auch vorhin einige Sachen aufgeschrieben (zeigt auf die Liste aus der Begrüßung – liest ggf. einige Sachen vor). Angst ist menschlich. Gehört dazu. Aber jetzt weiß ich, dass Jesus mir zusagt: „Hab keine Angst, ich bin da!“ Das gilt für alle Ängste dieser Welt.
(Er schreibt mit dickem Filzstift „Habt keine Angst“ quer über die Liste).
Moderation:Das passt ganz super zu dem Bibelvers, der über diesem Jahr steht.
Da sagt Gott uns zu: „Fürchte dich nicht, denn ich bin bei dir! Hab keine Angst, denn ich bin dein Gott!“
Petrus:Was aber natürlich nicht heißt, dass wir nie wieder Angst haben werden. Auch ich habe ab und zu noch Angst. Aber ich weiß: ich bin mit meiner Angst nicht allein. Gott hilft mir, dass die Angst kleiner wird. Und manchmal merke ich, wie er sie sogar ganz wegnimmt. Das finde ich klasse.
Moderation:Vielen Dank, Petrus, dass du uns einen kleinen Einblick in dein Leben gegeben hast. (wendet sich an Publikum) Und vielen Dank an euch, dass ihr euch auf dieses Thema eingelassen habt.
Hand-Gebet

In dem Bibelvers, um den es heute ging, da hieß es, dass wir uns nicht fürchten müssen, keine Angst haben müssen, weil Gott uns mit seiner Hand hilft. 
Wir haben ein Gebet, in dem es auch um eine Hand geht. 
Jeder Finger unserer Hand hat einen eigenen Namen und eine eigene Bedeutung: Daumen, Zeigefinger, Mittelfinger, Ringfinger, kleiner Finger. Die fünf Finger können uns beim Beten helfen. Macht mir einfach nach, was ich vormache. Gern dürft ihr auch den Text mitsprechen. 
(Die Sätze in Klammen werden von der Moderation gesprochen. Die anderen Teile dürfen alle mitsprechen. Ggf. mit einem Beamer projizieren, sodass alle leicht mitlesen können.)

Daumen heben: Guter Gott, mit dir wird es leichter.

Mit dem Zeigefinger eine Bewegung machen, mit der ich jemanden zu mir kommen lasse: Jesus, wenn ich dich brauche, dann kann ich jederzeit mit dir sprechen. Dann weiß ich: Ich bin nicht allein. Du kommst zu mir und bist bei mir.

Die Hand nach oben gestreckt vor das Gesicht halten: (Der Mittelfinger zeigt mir die Mitte meiner Hand. Er ragt über die anderen Finger hinaus.) Gott, du bist die Mitte meines Lebens. Du bist größer und mächtiger als alles, was es gibt. Du beschützt mich, bist zu mir wie ein guter Vater und eine gute Mutter.
Mit der anderen Hand auf die Stelle am Ringfinger zeigen, wo normalerweise der Ring sitzt: (Wenn Menschen sich lieben und zeigen wollen, dass sie zusammengehören, tragen sie manchmal einen Ring am Ringfinger.) Jesus, du und ich gehören zusammen. Wir sind unzertrennlich. Selbst, wenn ich dich einmal vergesse, denkst du immer an mich. Du liebst mich, ganz egal, wie es mir gerade geht. Wir gehen zusammen durch dick und dünn.

Den kleinen Finger alleine in die Höhe strecken: (Es gibt eine Redensart, die sagt: „Wenn man ihm den kleinen Finger reicht, nimmt er gleich die ganze Hand.“ Damit meinen wir: Wir bieten jemandem unsere Hilfe an, und der andere will noch mehr Hilfe von uns.) Bei dir, Gott, ist das ganz anders: Du bietest mir nicht nur den kleinen Finger an. Du reichst mir die ganze Hand. Du hilfst mir immer. Du bist immer für mich da.

Die Hand (oder beide Hände) mit gespreizten Fingern in die Höhe halten: Gott, du bist mein Vater. Du bist meine Mutter. Und wir alle sind deine Kinder. Jesus, wir sind deine Brüder und Schwestern. Heiliger Geist, mit dir sind wir eine große Familie.

Einander die Hand reichen (Händedruck).

Ergänzung: Theaterstück mit dem Fürchte-dich-nicht-Monster und Überleitung zum Segen
Moderation:Ah du bist ja auch wieder hier.
Fürchte-dich-nicht-Monster:Ja, aber schau mal … (zeigt den offenen Mund)
Moderation:Das sieht so aus, als wärst du ein „Fürchte dich-nicht-Monster“ geworden.
Fürchte-dich-nicht-Monster:(stolz) Das bin ich … aber naja … manchmal esse ich auch trotzdem noch Ängste.
Moderation:Ja, das hört wohl nie auf, dass es auch Momente in unserem Leben gibt, die sich ganz schön groß und schwer für uns anfühlen.
Fürchte-dich-nicht-Monster:Aber ich hab bei einer Station gelernt, was ich dann machen kann, wenn ich Angst bekomme …
Moderation:Oh, das ist wichtig!
Fürchte-dich-nicht-Monster:Und ich hab auch gemerkt, dass Ängste ja auch normal sind … alle haben vor etwas mal Angst.
Moderation:Sogar ein Petrus.
Fürchte-dich-nicht-Monster:Ja, sogar der. (überlegt) Manchmal ist eben das Blöde, dass man nicht immer sieht, dass man nicht allein ist … wie mit dieser Geheimschrift und der Lupe. Manchmal fühlt sich ziemlich viel im Leben wie Geheimschrift an.
Moderation:Das stimmt … (überlegt) Aber weißt du, ich glaub deswegen ist es so wichtig, dass wir uns einfach immer wieder gegenseitig daran erinnern, dass wir es nicht sind.
Fürchte-dich-nicht-Monster:Und wie machen wir das?
Moderation:Zum Beispiel durch Segen. Komm, wir lassen uns heute den Segen zupusten.

Zu-Pusten-Segen

Material: Mut-mach-Seifenblasen-Lupe, Seifen-Lauge

Ihr durftet bei einer Station aus Bügelperlen so tolle Mut-mach-Seifenblasen-Lupen basteln. Vorhin wurden wir ermutigt, dass wir uns gegenseitig immer wieder erinnern dürfen, dass wir nicht allein sind. Das machen wir auch, indem wir uns Segen zusprechen. Wir erinnern uns: Wir sind ja gar nicht allein. 
Heute puste ich euch den Segen zu, durch die Mut-mach-Seifenblasen-Lupe, und lasse kleine Segens-Seifenblasen zu euch fliegen. Achtet darauf, dass wir sie nicht platzen lassen. Und wenn sie bei euch landen, vielleicht könnt ihr die Segens-Seifenblase ja zu einer anderen Person weitergeben. 
(Vermutlich wird Unruhe entstehen, wenn die ersten Seifenblasen fliegen. Deswegen wählt einen guten Zeitpunkt, wann ihr den Text sprecht, damit euch noch zugehört wird.)

Damit wir nie vergessen: Wir sind nicht allein.
Damit wir nie vergessen: Gott ist mit uns.
Damit wir nie vergessen: Gott ist größer als alles, was uns Angst machen kann.
Und so segne uns
Gott, der Vater, der Sohn und die Heilige Geistkraft.
Amen

Ein erlebnispädagogischer Baustein für Konfi, Teenkreis oder Jugo

Baustein

Möglicher Einsatz

Dieser Baustein kann in der Konfiarbeit, im Teenkreis oder auch als Element in einem Jugendgottesdienst eingesetzt werden. 
Als Material wird benötigt: eine ausreichende Anzahl an Mausefallen (mind. 20–30) und ein abgegrenzter Bereich, z. B. auch ein Stuhlkreis. Außerdem eine Handvoll Schlafmasken.

Aufbau

Der abgegrenzte Bereich (z. B. Stuhlkreis) wird gebildet. Bei kleinen Gruppen wird der Stuhlkreis durch leere Stühle so erweitert, dass eine angemessen große Aktionsfläche entsteht. Die Leitung verteilt direkt vor der Übung auf der durch den Stuhlkreis begrenzten Fläche gespannte, verkehrtherum gelegte Mausefallen. Wichtiger Sicherheitshinweis: Der gespannte Bügel jeder Mausefalle muss auf dem Fußboden liegen! Es ist notwendig, das Spannen und Aufstellen der Mausefallen vorher gut zu üben. Die Teilnehmenden dürfen die Mausefallen nicht selbst spannen. Wenn beim zügigen Aufbau eine Mausefalle zufällig auslöst, erhöht das die Spannung.

Wichtig ist der Hinweis, dass verkehrtherum liegende Mausefallen keine Verletzungen hervorrufen können, sondern nur hochspringen und erschrecken. Die Leitung kann das mit bloßen Füßen auch selbst demonstrieren. Die Erfahrung ist, dass dadurch keine Spannung verloren geht.

Instruktion zur ersten Übung

„Ihr bekommt eine Aufgabe: Diejenigen, die sich trauen, werden das Spielfeld barfuß und mit einer Augenbinde durchqueren. Dabei dürfen sie von niemandem berührt werden. Ihr startet von eurem Stuhl und müsst den Kreis einmal durchqueren.“

Gespräch mit den Freiwilligen

  • Ihr seht die Mausefallen und kennt euren Auftrag – was könnte passieren?
  • Was hilft euch, mutiger loszugehen?

Durchführung der Übung

Alle überlegen gemeinsam, wie sie den Teilnehmenden durch den Kreis helfen können. In einer ersten Runde ist es erlaubt und erwünscht, dass sehende, führende Personen mit durch den Kreis gehen. Die führenden Personen dürfen jedoch nur durch ihre Stimme die Blinden durch den Kreis lotsen.

Es folgt eine kurze Auswertung: „Wie fühlten sich die blinden Personen? Wie ging es den lotsenden Personen? Was hat geholfen oder gehindert?“ Die Reflexion zielt darauf, deutlich zu machen: Wenn jemand direkt bei mir ist, fällt es mir leicht, durch den Kreis zu gehen.

Es folgt eine zweite Runde unter verschärften Bedingungen: Die Sehenden müssen außerhalb der Aktionsfläche bleiben und müssen von außen mit der Stimme lotsen. Je mehr Teilnehmende und Lotsende es gibt, umso herausfordernder wird es, der richtigen Stimme zu folgen. Außerdem werden die Mausefallen von der Leitung bspw. mit einem Besen vor die Füße der Teilnehmenden ­verschoben, um die Spannung zu erhöhen.

Es schließt sich wieder eine Auswertung an: „Wie ging es den beteiligten Personen? Was war herausfordernd?“ Die Reflexion zielt darauf, deutlich zu machen, dass je weiter jemand entfernt ist, es umso schwieriger ist, die Stimme zu hören. Und dass damit die Furcht steigt, den nächsten Schritt zu machen.

Impuls in Stichworten

  • Durch die Aktion wurde deutlich, wie wichtig es ist, jemanden zu haben, der zum einen den Überblick hat und zum anderen ganz nah bei mir ist.
  • Auch im Leben gibt es Herausforderungen, die einem das Gefühl geben, dass man durchs Minenfeld laufen muss, sodass man sich nicht traut, den nächsten Schritt zu gehen.
  • Es gibt viele Nachrichten, Situationen und Beziehungen, die einem Angst machen (ggf. Beispiele einbauen).
  • Gott verspricht in der Jahreslosung zum einen, dass er nahe bei uns ist und zum anderen, dass er als Gott den Weg besser sehen kann als wir in unserer Angst und Sorge.
  • Gott ist größer, kreativer, mächtiger, … als das, was uns einengt und Angst macht. Aber als solcher ist er nicht außen am Spielfeld und weit weg, sondern ganz nah und hilft uns hindurch.
  • Beides zusammen macht Mut, ohne Angst loszugehen.
  • Mit Gott verschwinden die Herausforderungen nicht, aber sie verlieren ihren Schrecken, wenn wir ihn an der Seite haben.

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