Tool Pool

Tool Pool ist eine in ihrer Themen-, Methoden- und Einsatzvielfalt einmalige Sammlung bewährter und neuer Methoden für das inhaltliche Arbeiten mit jungen Menschen. Für alle, die diese Arbeit methodisch abwechslungsreich gestalten und damit zu einer neuen Tiefe führen wollen.

In verschiedenen Gruppen wird ein ganzer Gottesdienst vorbereitet und anschließend gemeinsam gefeiert.

Material: Aufgaben (s. „Tool-Pool_Werkstattgottesdienst.pdf“ im Downloadbereich), Bibeln (verschiedene Übersetzungen), Konkordanz, Andachts- und Gebetsbücher, Segensworte, verschiedene Liederbücher, Musikinstrumente, passende Musik-CD, 1 Abspielgerät, Teelichter/Kerzen, Dekomaterial

Beschreibung

Die Gruppenleitung sollte schon im Vorfeld ein Thema festlegen und sich über geeignete Predigttexte Gedanken machen. Alles andere wird mithilfe der Aufgabenblätter an die Gruppen delegiert. Die Einteilung der Gruppen erfolgt nach Neigung, es sollten nur möglichst alle Gruppen zustande kommen oder geklärt werden, wer die entsprechenden Aufgaben übernehmen kann.
Diese Gruppen bieten sich an:

  • Musikgruppe: sucht passende Lieder zum Thema aus
  • Theatergruppe: entwickelt ein Theaterstück zum Thema
  • Textgruppe: wählt den Predigttext, Gebete und Segen passend zum Thema aus
  • Predigtgruppe: erarbeitet die Predigt
  • Raumgestaltungsgruppe: gestaltet den Raum

Anwendungsbeispiel

Für jede Gelegenheit anwendbar.

Virtuell eine „Open World“ bauen und erkunden.

Material: 1 vernetzter Computer (am besten Laptops) pro Person, 1 Beamer, ggf. 1 vorbereitete Welt

Beschreibung

Immer mehr wird Minecraft® auch für die Bildungsarbeit entdeckt. Um Kosten zu sparen, kann man auch mit der Open-Source-Variante Minetest arbeiten.
Grundsätzlich gilt: Man kann mit einer zufallsgenerierten Welt beginnen oder im Vorfeld eine Erlebniswelt erstellen. Hilfreich ist die Möglichkeit, bei Bedarf zusätzlich Textfelder in die Welten einzubauen.
In welchem Modus spielt man: Während man im Kreativmodus alle Materialien frei zur Verfügung hat und sich nicht gegenseitig verletzen und töten kann, kommt im Überlebensmodus ein kämpferisches Moment hinein. Beides hat seinen Reiz, der Spielmodus muss aber zur Aufgabenstellung passen.
Wichtig ist auch, im Vorfeld zu klären, was hinterher mit der erstellten Welt geschieht.

Anwendungsbeispiele

  • die eigene Kirche und das Gemeindehaus nachbauen
  • mein Lebensweg mit Höhen und Tiefen
  • Psalm 23 oder eine biblische Geschichte in 3-D-Bilder umsetzen
  • Eine Erlebniswelt zu biblischen Bildern von Gemeinde: Unter www.thomas-ebinger.de/2016/01/minecraft-minetest-im-konfi kann man eine vorbereitete Welt herunterladen, in der drei Gruppen die Aufgabe haben, jeweils ein biblisches Bild von Gemeinde kreativ zu gestalten.

Die Jugendlichen erfinden zu einem Thema kreative Lernstationen.

Material: Kreativmaterialien, Naturmaterialien, Alltagsgegenstände, Papier, Stifte

Beschreibung

Stationen, die besondere Erlebnisse ermöglichen, müssen nicht immer von der Gruppenleitung geplant und aufgebaut werden.
Für den Bau der Lernstationen stellt man anregende Kreativmaterialien bereit. Es darf alles verwendet werden, was es im Haus oder in der Natur gibt. Einzige Bedingung: Es darf nichts dauerhaft kaputtgehen, und alles muss hinterher wieder aufgeräumt werden. Jede Gruppe notiert schriftlich, wie die Aufgabe an ihrer Station aussehen soll. Die Gruppen werden nach Neigung zusammengestellt. Eine Gruppe sollte nicht größer als vier Personen sein. Für das kreative Bauen braucht man mindestens eine Dreiviertelstunde. Anschließend werden die Stationen frei in kleineren Gruppen durchlaufen. Wenn eine Station Betreuung braucht, sollten die Gruppenmitglieder sich abwechseln, damit jede/jeder wenigstens einige der anderen Stationen ausprobieren kann.

Anwendungsbeispiele

Es eignen sich Themen wie z. B. Glaube oder Beten (Beispiel: Keßler, Hans-Ulrich / Nolte, Burkhardt: Konfis auf Gottsuche – der Kurs. Handbuch für Unterrichtende, Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2019, S. 140 ff., Download unter: www.konfisaufgottsuche.de)

Digitale Methode zur Herstellung der Gemeinschaft.

Material: keines

Beschreibung

Wenn man in einer Videokonferenz sitzt, in der sich alle sehen können, kann man die Illusion einer Gemeinschaft erzeugen, die sich an den Händen hält. Die Teilnehmenden müssen sich lediglich so vor dem Bildschirm positionieren und die Hände ausstrecken, dass sie minimal aus dem Blickfeld der Kamera herausragen. Nachdem dann der Segen oder ein Gebet gesprochen wurde, kann man die Position wieder lösen.

Variante

Analog ist es sicherlich einfacher, sich an den Händen zu halten, da man die Hand der Nachbarin / des Nachbarn ergreifen kann. Allerdings gibt es auch viele, die diese Berührung nicht sehr schätzen. Digital hingegen ist die Variante mit viel Konzentration und Geschicklichkeit verbunden. Man sollte ruhig drei Minuten für das Ausprobieren einplanen.

Anwendungsbeispiel

Am Ende einer Videokonferenz wird der Gruppe ein Segen zugesprochen.

Wünschen, Gebeten und Klagen einen Platz geben.

Material: 20 Papphocker, Umzugskisten oder Hohlziegel; Klebezettel/Post-its®; Stifte; Klebeband

Beschreibung

Diese Methode eignet sich gut, um die Statements vieler Personen festzuhalten und sichtbar zu machen. Jede/jeder überlegt hierbei für sich und bringt ihre/seine Meinung dann an die Wand, welche aus Papphockern, Umzugskisten oder Hohlziegeln aufgebaut wird. Hierfür eignen sich Klebezettel oder Post-its® sehr gut, die dann an die Wand geheftet werden können. Denkimpulse (z. B. Satzanfänge auf der Wand) können beim Formulieren der eigenen Meinung und Gedanken hilfreich sein.

Anwendungsbeispiele

Anwendung in einem Stationengottesdienst (s. auch Methode „Stationengottesdienst“):

  • Fürbittenwand: Fürbitten formulieren und anheften
  • Diskussionswand zum Thema: (z. B. „Ich glaube …“, „Ich glaube nicht …“)
  • Klagemauer: Dinge, die ich gern loswerden möchte formulieren, kleinfalten und in die Ritzen der Hocker stecken (Hocker aneinander befestigen!)

Eine Art Fantasiereise, die zu einem Gebet hinführt.

Material: Gebetsmeditationen

Beschreibung

Gebetsmeditationen führen über innere Bilder hin zum freien, eigenen Gebet. Sie eignen sich gut als Anfangsritual über mehrere Wochen hinweg. Die Gruppe sitzt im Kreis, am besten mit einer liturgisch gestalteten Mitte.

Impuls: Setz dich bequem auf deinen Stuhl. Spür die Lehne, die Sitzfläche. Stell beide Füße auf den Boden. Die Hände kannst du bequem auf den Oberschenkeln ablegen. Werde ganz still und schließ deine Augen.

Der Text wird bewusst langsam und mit passenden Pausen vorgelesen. (Beispiele in: Gollsch, Dorothea: Gebetsmeditation. In: anKnüpfen update 2.1, 2014, S. 47 – 52; www.anknuepfen.de/materialien/themen/bookletsearch/Booklet/articleDetail/59.html)

Anwendungsbeispiel

Eine Gebetsmeditation zum Thema Körper:

Atme ruhig ein – und wieder aus. Ein – und wieder aus. Spürst du, wie deine Lunge sich mit Luft füllt. Wie dein Bauch sich bewegt, vor und zurück. Atmen heißt Leben. Dein ganzer Körper ist voller Leben und Energie. Geh in Gedanken zu deinen Füßen, die jetzt ruhig auf dem Boden stehen. Stell dir vor, wie du mit ihnen stehen, gehen, rennen kannst.
Du hast Arme und Hände. Schwere Lasten kannst du damit tragen und feine, kleine Bewegungen ausführen. Spürst du deine zehn Finger? Gehe sie einzeln durch und stell dir vor, was du alles mit ihnen machen kannst.
Und deinen Kopf trägst du oben. Mit deinem Gehirn denkst du, deine ganze Persönlichkeit steckt darin. Du kannst diesen Kopf anderen zuwenden, ein freundliches Gesicht zeigen oder hilfesuchend schauen. Wen möchtest du anlächeln, gerade jetzt?

Dein ganzer Körper ist ein Wunderwerk Gottes. Ich danke dir dafür, Gott, dass ich wunderbar gemacht bin, das erkennt meine Seele (vgl. Ps 139,14). Und ich glaube, dass du, Gott, mich geschaffen hast wie alle anderen Geschöpfe auch, mit Leib und Seele, mit jedem Körperteil, mir Vernunft und alle Sinne gegeben hast und sie mir auch in Zukunft erhältst.
Sage Gott jetzt, wofür du ihm dankbar bist. Falte dazu deine Hände, indem du die Finger ineinanderlegst. (längere Pause)
Mit deinem Körper kannst du fühlen. Manchmal fühlen wir auch Schmerz, spüren wir, dass die Kraft fehlt. Vielleicht tut dir gerade jetzt etwas weh. Oder denk an den letzten Schmerz, den du empfunden hast. Auch das kannst du Gott sagen. Gott hört unser Weinen und Klagen. Bring alles im Gebet vor Gott. (längere Pause)

Beende nun dein Gebet, schließe es mit Amen ab und öffne deine Hände wieder. Strecke sie nach oben so weit du kannst, öffne deine Augen wieder und komm zurück zu all den anderen in diesem Raum.

Sich in die Gefühlswelt anderer hineinversetzen.

Material: 1 Bild oder Text einer Person, ausgeschnittene Gedanken- und Sprechblasen, Stifte

Beschreibung

Die Fähigkeit zur Empathie ist eine wichtige soziale Kompetenz. Jugendlichen fällt es meist leichter, über andere zu reden als über sich selbst.
Die einfachste Form einer Empathieübung ist die Bildbetrachtung einer Person. Was denkt diese Person? Was empfindet sie? Was hat sie erlebt? Anspruchsvoller sind Texte oder Videos einer Person, die dafür mehr Anhaltspunkte für das Gespräch enthalten.
Methodisch hilft es, Sprech- oder Gedankenblasen zu verwenden und zunächst die Jugendlichen allein oder in kleinen Gruppen überlegen zu lassen, bevor man sich im Plenum austauscht.

Variante

Die Person, in die die Jugendlichen sich einfühlen sollen, kann auch von einem Gruppenmitglied oder Mitarbeitenden gespielt werden. Dann können die Jugendlichen der Person z. B. einen Rat geben und diese kann ihn kommentieren.

Anwendungsbeispiele

Zum Thema Diakonie wird das Bild eines alten Menschen betrachtet und versucht, sich in seine Situation einzufühlen (nach: Krause, Cornelia / Fassel, Ute: Diakonie vor Ort. In: Anknüpfen – Praxisideen, Stuttgart 22013, S. 53).
Die Methode kann gut durch folgendes Spiel ergänzt werden: Haller, Judith: ungefiltert. Wie gut kennst du dein Gegenüber? 225 Fragen für Jugendarbeit und Schule, buch+musik, Stuttgart 2021.

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