Tool Pool

Tool Pool ist eine in ihrer Themen-, Methoden- und Einsatzvielfalt einmalige Sammlung bewährter und neuer Methoden für das inhaltliche Arbeiten mit jungen Menschen. Für alle, die diese Arbeit methodisch abwechslungsreich gestalten und damit zu einer neuen Tiefe führen wollen.

Mit Kreide, die in Zuckerwasser eingelegt wurde, entstehen leuchtkräftige Kunstwerke.

Material: farbige Kreide, Zucker, Wasser, 1 Messbecher, 1 Schüssel, 1 Esslöffel, schwarzes Tonpapier, Fixierspray

Beschreibung

Malen reißt Jugendliche nicht unbedingt vom Hocker. Mehr Spaß macht es mit ungewöhnlicheren Farben wie der Zuckerkreide. Dafür werden farbige Kreidestücke etwa 10 Minuten in gezuckertes lauwarmes Wasser eingelegt (etwa zwei Esslöffel Zucker pro Viertelliter). Anschließend lässt man die Kreidestücke abtropfen, schon sind sie einsetzbar.
Die Zuckerkreide lädt zum großflächigen, ausdrucksstarken Malen ein. Die Bilder können anschließend noch mit einem Fixierspray haltbarer gemacht werden. Das ist aber nur notwendig, wenn man sie aufeinandergelegt transportieren will.

Anwendungsbeispiel

Jede/jeder zeichnet – angeregt von Bibelversen – ein Bild, was für sie/ihn Liebe bedeutet. Jede/jeder malt ihr/sein Bild von Gott. Dafür kann man zur Inspiration vorher verschiedene Gottesbilder zeigen – abstrakte und konkrete.

Gemeinsam über zentrale Fragen der Theologie nachdenken.

Material: Texte aus der Bibel, Theo-Kartei (s. „Tool-Pool_Theologisieren.pdf“ im Downloadbereich)

Beschreibung

Theologie ist nicht nur eine Wissenschaft, die an Universitäten gelehrt wird, jeder Mensch, schon jedes Kind hat eine eigene Theologie und legt sich Antworten auf die großen Fragen nach Gott und der Welt zurecht. Dass diese Theologien nicht minderwertig sind, sondern Ausdruck einer eigenständigen Denkwelt, ist die Grundthese der sogenannten Kinder- und Jugendtheologie. Es geht ihr nicht um die Vermittlung von „richtiger“ und „falscher“ Theologie, sondern darum, Denkanstöße zur Weiterentwicklung der eigenen theologischen Gedankenwelt zu geben.
Wenn sich die Gesprächsthemen in bestimmten Situationen nicht von allein ergeben, hilft es, Anstöße zu geben:

  • Bibeltexte (z. B. Wundergeschichten oder Texte, in denen es um Aussagen über Gott, die Schöpfung und die jenseitige Welt geht)
  • (Kurz-)Filme
  • Religionskritische Texte

Ziel ist die Beschäftigung mit den großen Fragen der Theologie, die über die Jahrhunderte immer wieder neu bedacht wurden:

  • Gott: Wie ist er, was kann er, wie kann man ihn denken? Wie erfahren wir von ihm? Führt er uns durchs Leben? Hat er die Welt erschaffen?
  • Theodizee: Warum gibt es das Leid? Lässt Gott es zu? Hat es einen Sinn? Warum leiden auch gute Menschen?
  • Glaube : Was ist das und warum glauben Menschen? Was ist der Ursprung der Religion? Wie verhält er sich zu den Naturwissenschaften?
  • Bibel: Wie muss man sie verstehen? Wie kann sie „Gottes Wort“ sein?
  • Tod und ewiges Leben: Wie geht es nach dem Tod weiter? Was bedeutet Ewigkeit?
  • Jesus und Heiliger Geist: War Jesus Gott? Wie wirkt Gottes Kraft in uns?

(Nach: Freudenberger-Lötz, Petra: Theologische Gespräche mit Jugendlichen. Erfahrungen – Beispiele – Anleitungen. Ein Werkstattbuch für die Sekundarstufe, Kösel/Calwer, München/Stuttgart 2012.)

Anwendungsbeispiel

Die Theo-Kartei (s. Downloads), die Herbert Kolb mit freundlicher Genehmigung zur Verfügung gestellt hat, bietet zahlreiche Impulsfragen, um ins Gespräch zu kommen. Jede/jeder ist reihum dran, deckt eine Karte auf und sagt ehrlich ihre/seine Meinung zu dieser Frage. Andere aus der Gruppe dürfen auch ihre Ansicht sagen. Die Leitung fragt gezielt nach: „Wie stellst du dir das vor?“ „Wie bist du zu dieser Überzeugung gekommen?“

Roboter marschieren wild durch den Raum, gesteuert von Technikern.

Material: ggf. Musik, 1 Abspielgerät

Beschreibung

Die Gruppe teilt sich paarweise auf. Eine/einer ist Roboter, die andere Person Technikerin/Techniker. Die Roboter laufen geradeaus und bewegen die Beine auf der Stelle, wenn sie auf ein Hindernis stoßen. Die Technikerinnen und Techniker können sie umprogrammieren. Eine Berührung an der rechten Schulter bedeutet, 90° nach rechts abbiegen, an der linken Schulter nach links.

Variante

Für weitere Runden, bei denen die Rollen wechseln, können weitere Programmierbefehle vereinbart werden: ein Schnellgang, ein Rückwärtsgang.

Anwendungsbeispiel

Das Spiel lässt sich leicht auf das Verhältnis von Gott und Mensch übertragen: Wie steuert und führt Gott uns Menschen? Sind wir wie Roboter? (nach: Baer, Ulrich: 666 Spiele für jede Gruppe, für alle Situationen, Kallmeyer, Seelze-Velber 262013)

Mithilfe eines Perlenbandes kann die Bedeutung des Glaubens erschlossen/meditiert werden.

Material: Perlenband, eventuell Perlentagebuch

Beschreibung

In vielen religiösen Traditionen gibt es Gebets- oder Meditationsketten, die durch die Hand gleiten und dabei helfen, dem Gebet eine Struktur zu geben. Ein Perlenband kann man leicht selbst basteln. Jeder Perle wird ein Satz eines Gebetes oder eine bestimmte Bedeutung zugeordnet. Die Perlen sollten unterschiedliche Größen und Farben haben, sodass eine Zuordnung erleichtert wird. So bekommen gerade bestimmte Sätze eines Gebetes mithilfe der Perlen, die sich im Verlauf des Betens immer wieder wiederholen, eine ganz neue Bedeutung und Tiefe.

Anwendungsbeispiele

Jede/jeder hat ein Perlenband in der Hand. Eine biblische Geschichte wird vorgelesen. Dann wird gemeinsam überlegt, welche Bedeutung man den Perlen passend zum Text zuschreiben könnte und warum. Diese Perlenbänder sollten immer wieder vorkommen, z. B. im Rahmen von Andachten. (Beispiel: Feine, Gerlinde: Ein Katechismus für die Hand – Mit den Perlen des Glaubens durch das Konfi-Jahr. In: anKnüpfen update 7, 2012, S. 74 – 83)
Ein Perlentagebuch mit erklärenden Mediationstexten gibt es zum Beispiel unter www.anknuepfen.de/materialien/themen/bookletsearch/Booklet/articleDetail/21.html. Ideen für den Einsatz der Perlenmethode in der Jugendarbeit findet man in Kargl, Marco: Heartbeads. Die Perlenmethode für Schule und Jugendarbeit, Don Bosco / buch+musik, München / Stuttgart 2017.

Kreatives Gestalten in der Natur und mit der Natur.

Material: Naturmaterialien der Jahreszeit, 1 Digitalkamera/Handykamera

Beschreibung

Der Ansatz der Landart setzt bei der Natur an. Naturmaterialien, landschaftliche Begebenheiten, Steine, Wasser, Licht und Schatten, Bäume und Pflanzen bilden das Ausgangsmaterial. Die Vergänglichkeit des Schaffens tritt dabei sichtbar auf, da die Kunstwerke meist in der Natur belassen werden. Der Prozess des Schaffens und das Betrachten danach stehen im Mittelpunkt. Erinnerungen in Form von Fotos bieten sich an. Möglichkeiten der Gestaltung liegen zum Beispiel im Ordnen von Farben und Formen, dem Konstruieren von Bauwerken, dem Aufgreifen von natürlichen Landschaftsbegebenheiten oder dem bewussten Umwidmen oder Umgestalten von Natur.

Anwendungsbeispiele

  • Steinbögen/Steintürme bauen
  • Schöpfer sein: Gesichter aus Schlamm an Bäume modellieren
  • Lebensbilder/Gottesbilder: Bodenbilder aus Naturmaterialien gestalten
  • Themenideen: „Wie sieht das Leben nach dem Tod aus?“, „Gott ist wie …“, „Psalm gestalten“

(nach: Güthler, Andreas / Lacher, Kathrin: Naturwerkstatt Landart. Ideen für kleine und große Naturkünstler, AT-Verlag, Baden/München 72005)

Ein Labyrinth bauen und meditativ begehen.

Material: Material für die Markierungen (Steine, Äste, Sand, Sägemehl), meditative Musik, 1 Abspielgerät, Fragekarten und Segenskarte (s. „Tool-Pool_Labyrinth_Karten.pdf“ im Downloadbereich)

Beschreibung

Das Labyrinth ist ein uraltes Symbol für den Lebensweg. Anders als beim Irrgarten gibt es nur einen Weg – der steht für die Führung durch Gott. Das Zentrum ist ein besonderer Ort, der für Gott und das Finden der eigenen Mitte steht.
Dann gibt es Wendungen und Wege, die überraschenderweise wieder wegführen von der Mitte, Zeiten des Zweifels und der Gottesferne, in denen man Ermutigung braucht. Manchmal gibt es in der Umgebung schon ein begehbares Labyrinth, es ist aber auch leicht, ein eigenes zu erstellen, in einem großen Raum oder draußen. Als Markierung eignen sich Sägemehl, Sand, Äste oder Steine. Der Weg sollte so breit sein, dass man auf dem Rückweg gut an den anderen vorbeikommt.
Das Labyrinth wird einzeln mit einem Abstand von etwa 20 Sekunden durchlaufen ohne die anderen zu überholen. Am Anfang, auf dem Weg und am Ziel gibt es jeweils Impulse zur Meditation.

Anwendungsbeispiel

Nach einem ersten Probedurchgang werden die Fragekarten und der Segen an passender Stelle im Labyrinth ausgelegt. In der Mitte wartet ein Segensspruch, den sich jede/jeder mitnehmen darf.

Ein Kreuz aus Einzelbildern zusammensetzen.

Material: Kreuzgerüst: 1 Holzstück 110 x 15 cm, 3 Holzstücke 30 x 15 cm, 24 Holzstücke 15 x 15 x 0,8 – 2 cm; Acrylfarben; Klarlack; Leim; Pinsel

Beschreibung

Gemeinsam wird ein Kreuz gestaltet. Vorab die Holzstücke zurechtsägen (oder im Baumarkt zurechtsägen lassen) und aus den vier Holzstücken das Kreuzgerüst zusammenleimen (s. Skizze unten).
Jede/jeder bekommt eine oder mehrere der Holzstücke und kann diese gestalten. Nach dem Bemalen sollten die einzelnen Stücke mit Klarlack überzogen werden, um sie haltbar zu machen. Zuletzt werden alle Brettchen auf das Kreuzgerüst geleimt.

Kreuzmosaik

Anwendungsbeispiel

Das gemeinsame Basteln bietet den Jugendlichen eine kreative Ausdrucksmöglichkeit ihrer Gedanken. Mögliche Themen für das Kreuz: Psalmen, Schöpfung.

Wer möchte, wird auf einer Decke in Richtung Himmel gehoben.

Material: 1 große, stabile Decke

Beschreibung

Diese Methode ist am eindrucksvollsten, wenn man in der freien Natur ist.
Ein Gruppenmitglied legt sich mit an den Körper angelegten Armen auf eine Decke und schließt die Augen. Alle anderen fassen am Rand der Decke an und heben die Person so weit wie es geht sanft nach oben. Oben öffnet die Person die Augen und streckt die Arme dem Himmel entgegen. Dabei wird ihr ein Mut machendes Wort oder ein Segen zugesprochen. Wenn die Person die Arme wieder nach unten nimmt, wird sie vorsichtig wieder auf den Boden heruntergelassen.
Wichtig ist, dass genug kräftige und vertrauenswürdige Leute in der Gruppe sind.
Im Anschluss kann man sich über die gemachte Erfahrung austauschen. Wie ist das Gefühl, getragen zu sein? Wo kann man das im übertragenen Sinn erleben?

Anwendungsbeispiel

Beim Thema Taufe kann der zugesprochene Satz die Verheißung aus Jesaja 43,1 (Lu) sein: „Fürchte dich nicht, (Name), denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein!“

Beschäftigung mit der eigenen Vergangenheit.

Material: 1 Seil, Karten (rot/grün), Stifte, alterstypische Gegenstände, Teelichter, 1 Schale mit Wasser

Beschreibung

Mit einem langen Seil wird eine Spirale gelegt und darin typische Lebensabschnitte mit den Karten markiert.
Nun kann jede/jeder auf grüne Karten positive und auf rote Karten schwere Ereignisse schreiben. Diese werden an die passende Stelle der Spirale gelegt. Die Leitungsperson lässt anschließend die Karten vorlesen und fragt, ob jemand etwas zu seiner/ihrer Karte sagen möchte. Ein persönlicher Austausch schließt sich an. Wichtig: Alles, was erzählt wird, bleibt in der Gruppe.

Variante

Die Lebensphasen können auch durch Gegenstände (z. B. Schnuller) markiert werden.

Anwendungsbeispiel

In der „Taufspirale“ wird in die Mitte eine Schale mit Wasser gestellt. Sie steht u. a. für Taufe. Bei welchen Ereignissen in der Spirale war Gott besonders spürbar? An diese Karten wird ein Teelicht gestellt (nach: Hinderer, Martin / Tröndle, Theodor: Taufe – meinem Leben auf der Spur, In: Anknüpfen – Praxisideen, Stuttgart 22013, S. 213 – 217).

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