Tool Pool

Tool Pool ist eine in ihrer Themen-, Methoden- und Einsatzvielfalt einmalige Sammlung bewährter und neuer Methoden für das inhaltliche Arbeiten mit jungen Menschen. Für alle, die diese Arbeit methodisch abwechslungsreich gestalten und damit zu einer neuen Tiefe führen wollen.

Stille ist ein ungewöhnliches Erlebnis, das Einübung braucht.

Material: ruhige Musik, 1 Abspielgerät, Perlen, 1 Schale mit Wasser, verschiedene Gegenstände, 1 Klangschale

Beschreibung

Stille gehört zum Glauben, denn nur wer gelernt hat, die äußeren Geräusche auszublenden, wird Gottes Stimme und die Stimme des Gewissens hören. Deshalb muss Stille in unserer lauten Zeit immer wieder eingeübt werden.
Damit eine Zeit der Stille gelingt, braucht es eine gute Einführung und die passenden Rahmenbedingungen. Die Dauer der Stille sollte nicht zu lang sein. Es kann helfen, ein Symbol oder Bibelvers in die Zeit der Stille mitzugeben.
Wenn sich alle im Kreis nach außen drehen und die Augen schließen, ist die Stille weniger störanfällig.

Anwendungsbeispiele

Zum Einüben können diese Formen sinnvoll sein:

  • Es wird sanfte Meditationsmusik eingespielt, die ganz langsam ausgeblendet wird.
  • Wassertropfenmeditation: Jede/jeder bekommt Perlen in eine Hand und schließt die Augen. Die Leitungsperson lässt Wassertropfen in eine Schale mit Wasser tropfen. Immer wenn man einen Tropfen gehört hat, wandert eine Perle in die andere Hand.
  • Gegenstände zum Fühlen werden bei geschlossenen Augen im Kreis herumgegeben.
  • Auf einer Klangschale wird ein Ton angeschlagen. Jede/jeder ist so lange still, bis der Ton ganz verklungen ist.

An verschiedenen Stationen wird ein Aspekt des Themas selbständig erarbeitet.

Material: Laufkarten zu den Stationen, Material für die einzelnen Stationen, Tische

Beschreibung

Eine Lernstraße besteht aus mehreren Stationen, an denen die Jugendlichen selbständig etwas ausprobieren oder erarbeiten.
Durchlaufen wird eine Lernstraße allein oder in kleineren Gruppen von höchstens fünf Personen. Es gibt Lernstraßen, bei denen die Stationen aufeinander aufbauen, in der Praxis leichter zu handhaben sind Lernstationen, bei denen man überall einsteigen und dort weitermachen kann, wo gerade nichts los ist. Eine Station benötigt in der Regel 5 – 10 Minuten Zeit für die Durchführung.
Bei der Einführung wird erklärt, wo die einzelnen Stationen zu finden sind. Im Anschluss trifft sich die Gruppe, um die Ergebnisse einzelner Stationen zu besprechen und offene Fragen zu klären.

Anwendungsbeispiele

Eine Lernstraße kann man z. B. zu den Zehn Geboten, zum Thema Taufe, Nächstenliebe oder zum Thema Behinderungen machen (Beispiel: Schweiker, Wolfhard: Mit Handicaps begabt, in: Anknüpfen – Praxisideen, Stuttgart 22013, S. 866 – 871).

Eine Person pendelt im Stehen hin und her, aufgefangen von den Mitspielenden.

Material: keines

Beschreibung

Es werden Gruppen je drei Personen gebildet. Die Person in der Mitte legt die Arme an den Körper an und lässt sich ganz langsam abwechselnd nach hinten und vorn fallen. Die beiden anderen stehen so nah, dass sie die pendelnde Person an den Schultern vorsichtig wieder in die andere Richtung bewegen können. Schon so braucht dieses Spiel viel Vertrauen. Noch mehr braucht man, wenn man dabei die Augen schließt. Im Lauf der Methode kann die Fallweite langsam vergrößert werden.

Variante

Das Spiel funktioniert auch mit einem Kreis aus sechs bis acht Personen um das Pendel herum, das sich dann in alle Richtungen fallen lassen kann. Allerdings muss hier die Gruppe schon sehr vertraut und sorgsam im Umgang miteinander sein.

Anwendungsbeispiel

Eine wichtige Grundaussage des Glaubens ist, dass Gott mich hält. Diese kann durch die Methode veranschaulicht werden. Ebenso ist es übertragbar auf die Wichtigkeit von Gemeinschaft und Freundschaft: Keiner/keine steht im Leben so stabil da, dass sie/er nicht immer wieder Stütze und Impulse von außen braucht.

Kreatives Gestalten in der Natur und mit der Natur.

Material: Naturmaterialien der Jahreszeit, 1 Digitalkamera/Handykamera

Beschreibung

Der Ansatz der Landart setzt bei der Natur an. Naturmaterialien, landschaftliche Begebenheiten, Steine, Wasser, Licht und Schatten, Bäume und Pflanzen bilden das Ausgangsmaterial. Die Vergänglichkeit des Schaffens tritt dabei sichtbar auf, da die Kunstwerke meist in der Natur belassen werden. Der Prozess des Schaffens und das Betrachten danach stehen im Mittelpunkt. Erinnerungen in Form von Fotos bieten sich an. Möglichkeiten der Gestaltung liegen zum Beispiel im Ordnen von Farben und Formen, dem Konstruieren von Bauwerken, dem Aufgreifen von natürlichen Landschaftsbegebenheiten oder dem bewussten Umwidmen oder Umgestalten von Natur.

Anwendungsbeispiele

  • Steinbögen/Steintürme bauen
  • Schöpfer sein: Gesichter aus Schlamm an Bäume modellieren
  • Lebensbilder/Gottesbilder: Bodenbilder aus Naturmaterialien gestalten
  • Themenideen: „Wie sieht das Leben nach dem Tod aus?“, „Gott ist wie …“, „Psalm gestalten“

(nach: Güthler, Andreas / Lacher, Kathrin: Naturwerkstatt Landart. Ideen für kleine und große Naturkünstler, AT-Verlag, Baden/München 72005)

Bei einem Essen gelten besondere Regeln.

Material: Handicaps (z. B. Schnüre), 1 Augenbinde pro Person, Essen

Beschreibung

Schon die ersten Christen hat das Essen verbunden, nicht nur in der speziellen Form des Abendmahls. Ein inszeniertes Essen kann verschiedene Schwerpunkte und Regeln haben.

Mögliche Regeln:

  • Die rechte Nachbarin / der rechte Nachbar bedient. Niemand bedient sich selbst, die Nachbarin / der Nachbar fragt aufmerksam immer wieder nach, was noch gewünscht wird.
  • Das Essen findet im Dunkeln statt (wenn es nicht ganz dunkel wird, mit Augenbinden).
  • Vor dem Essen werden verschiedene Handicaps ausgemacht und wenn möglich auch angelegt: Man kann nur mit einer Hand essen. Man ist blind. Man kann nicht sprechen.
  • Die Gruppe wird als Zweiklassengesellschaft in Dienende und Bediente aufgeteilt.

Anwendungsbeispiel

Ein inszeniertes Essen kann gut als Vorbereitung auf das Abendmahl veranstaltet werden. Bei der Form des Feierabendmahls startet man mit einer Abendmahlsfeier, die dann in ein fröhliches und besonderes Essen übergeht.

Wer möchte, wird auf einer Decke in Richtung Himmel gehoben.

Material: 1 große, stabile Decke

Beschreibung

Diese Methode ist am eindrucksvollsten, wenn man in der freien Natur ist.
Ein Gruppenmitglied legt sich mit an den Körper angelegten Armen auf eine Decke und schließt die Augen. Alle anderen fassen am Rand der Decke an und heben die Person so weit wie es geht sanft nach oben. Oben öffnet die Person die Augen und streckt die Arme dem Himmel entgegen. Dabei wird ihr ein Mut machendes Wort oder ein Segen zugesprochen. Wenn die Person die Arme wieder nach unten nimmt, wird sie vorsichtig wieder auf den Boden heruntergelassen.
Wichtig ist, dass genug kräftige und vertrauenswürdige Leute in der Gruppe sind.
Im Anschluss kann man sich über die gemachte Erfahrung austauschen. Wie ist das Gefühl, getragen zu sein? Wo kann man das im übertragenen Sinn erleben?

Anwendungsbeispiel

Beim Thema Taufe kann der zugesprochene Satz die Verheißung aus Jesaja 43,1 (Lu) sein: „Fürchte dich nicht, (Name), denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein!“

Alle stellen spontan pantomimisch ein bestimmtes Gefühl dar.

Material: Musik, 1 Abspielgerät

Beschreibung

Diese Methode ist eine ideale Vorbereitung auf weitere Körperarbeit, aber auch ein guter Wachmacher für zwischendurch. Sie hilft dabei, Gefühle auszudrücken und sich und die anderen besser wahrzunehmen.
Zu anregender Musik bewegen sich alle frei im Raum. Sobald die Musik aufhört, sagt die Leitung ein Wort, das die Jugendlichen pantomimisch darstellen sollen, um dann dabei kurz in ihrer Haltung einzufrieren. Nach einer kurzen Wahrnehmungsphase geht es mit Musik und Umhergehen im Raum weiter.

Variante

Nach einigen Worten der Leitung können auch Gruppenmitglieder Begriffe sagen. Bevor die Musik wieder beginnt, wird bestimmt, wer als nächstes dran ist.

Anwendungsbeispiel

Mögliche Begriffe könnten sein: cool, fröhlich, Seerose, niedergeschlagen, Banane, begeistert, Baum, sympathisch, Schlaf

Behutsames Fangspiel.

Material: 1 Augenbinde

Beschreibung

Die Gruppe bildet einen Kreis mit ca. 5 Metern Durchmesser. Sie wählt nun eine Fledermaus und ein oder mehrere Nachtfalter. Die Fledermaus bekommt eine Augenbinde. Fledermäuse jagen bei Nacht dank Ultraschall und ihres guten Gehörs, also ruft die Fledermaus nun „piep“. Die Falter antworten mit „piep piep“. Alternativ kann geklatscht werden. Die Fledermaus versucht nun, die Falter zu fangen. Wird ein Falter gefangen, werden die Rollen getauscht und eine neue Runde beginnt. Aufgabe der Personen im Kreis ist es, die Fledermaus und die Nachtfalter sanft innerhalb des Kreises zu halten.

Variante

Auch die Nachtfalter sind blind. Dies erfordert jedoch von der Gruppe ein hohes Maß an Aufmerksamkeit und Vorsicht.

Anwendungsbeispiel

Für jede Gelegenheit anwendbar.

Mit geschlossenen Augen begibt man sich auf eine geführte Gedankenreise.

Material: 1 Anleitungstext

Beschreibung

Eine Fantasiereise ist eine schöne Möglichkeit, bestimmte Gedanken anzustoßen. Allerdings muss man mit der Anleitung sehr behutsam sein. Eine Fantasiereise braucht das Einverständnis der Teilnehmenden.
Sie kann sitzend im Kreis (alle drehen sich nach außen) oder auch liegend durchgeführt werden. Sprache und Stimnme sind ruhig und meditativ. Nach allen neuen Aussagen werden Pausen gemacht.

Einleitung: „Setzt euch bequem auf euren Stuhl, sodass ihr Lehne und Sitzfläche ganz spürt. Stellt beide Füße auf den Boden, sodass ihr die Fußsohlen spürt. Werdet still. Schließt jetzt bitte die Augen.“ Es folgt die Reise, meist eine fiktive Geschichte, die angenehme Bilder hervorruft.
Abschluss: „Wir haben gemeinsam einen weiten Weg zurückgelegt. Kommt jetzt langsam wieder zurück in diesen Raum. Spürt eure Körper, indem ihr die Arme weit nach oben streckt. Atmet tief durch, öffnet die Augen.“
Nun kann man fragen, ob jemand von seinen inneren Bildern berichten möchte.

Anwendungsbeispiel

Eine Fantasiereise zum Thema Schöpfung, bei der die einzelnen Körperteile der Reihe nach durchgegangen werden (Beispiel: Sendler-Koschel, Birgit: Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin. In: Anknüpfen – Praxisideen, Stuttgart 22013, S. 197 f.).

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