Tool Pool

Tool Pool ist eine in ihrer Themen-, Methoden- und Einsatzvielfalt einmalige Sammlung bewährter und neuer Methoden für das inhaltliche Arbeiten mit jungen Menschen. Für alle, die diese Arbeit methodisch abwechslungsreich gestalten und damit zu einer neuen Tiefe führen wollen.

Persönliche Werte einordnen.

Material: 1 Bild einer leeren Pyramide mit 10 Steinen

Beschreibung

Werte sind in der heutigen Diskussion ein stark beanspruchter Begriff. Doch was sagen sie eigentlich aus? Benannt werden sie selten. Und welche Werte leiten mich? Diese Methode möchte Jugendliche einladen, darüber nachzudenken, welche Werte ihnen wichtig sind.
Werte sind sehr abstrakt und nicht leicht zu benennen. Deshalb sollte man zu Beginn eine Zeit einplanen, in der darüber nachgedacht wird. Es kann hilfreich sein, in der Gruppe verschiedene Werte zu sammeln. Gegebenenfalls ist auch eine Kategorisierung interessant.
Die Jugendlichen tragen nun ihre Werte in eine Pyramide mit zehn Steinen ein. Ihr wichtigster Wert bildet den obersten Stein.

Anwendungsbeispiele

Religiöse Wertepyramide: „Was macht meine Religion für mich wertvoll? Welche Glaubensaussagen sind mir dabei wichtig?“
Mit dieser Wertepyramide lässt sich gut in Richtung Glaubensbekenntnis weiterarbeiten. Auch die Formulierung eines persönlichen Glaubensbekenntnisses ist möglich.

Jede/jeder gestaltet ihren/seinen persönlichen Stuhl.

Material: Stühle, Acrylfarben, Bootslack, Dispersionsklebstoff, Pinsel, Zeitschriften, Bibeln, Eddings, Schleifpapier, Spraydosen, Schablonen

Beschreibung

Wenn man einen Stuhl selbst gestalten möchte, eignen sich ausrangierte Holzstühle, gern auch vom Sperrmüll. Man kann aber auch einfache, unlackierte Holzstühle kaufen. Die Stühle müssen mit Schleifpapier leicht angeraut werden. Es gibt verschiedene Techniken, mit denen die Stühle gestaltet werden können. Aus Zeitschriften werden Motive ausgerissen und mit Dispersionsklebstoff auf den Stuhl aufgebracht. Mit Acrylfarben kann gemalt werden, die Eddings dienen zum Schreiben. Auch Spraydosen und Schablonen können verwendet werden.
Damit später alles hält und nichts abfärbt, werden die bearbeiteten Flächen noch mit Bootslack lackiert (nach: Trenn, Olaf / Witting, Christian: Platz nehmen. Ein Projekt mit Stühlen zur Konfirmation, KU Praxis 55, Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2010, S. 17 – 28).

Variante

Auch einfache Papphocker, wie sie beim Kirchentag verwendet werden, lassen sich auf diese Weise schön gestalten.

Anwendungsbeispiel

Die Jugendlichen sollen ihren Platz in der Gemeinde und im Gottesdienst finden. Sie können ihre Stühle beim Einzug in den Gottesdienst feierlich hereintragen und dann darauf Platz nehmen. Der Stuhl kann als Ausdruck der eigenen Persönlichkeit gestaltet sein.

Im Kirchenraum hängt man eine Haftnotiz mit einer Frage an einen Gegenstand, zu dem man mehr wissen will.

Material: verschieden farbige, große Post-it®-Zettel; Stifte

Beschreibung

Jede/jeder bekommt ein oder mehrere Post-it®-Zettel. Darauf formuliert jede/jeder mindestens eine Frage und heftet sie an den Gegenstand oder Ort, auf den sich die Frage bezieht. Bei einem Gang durch die Kirche versucht man so gut es geht, gemeinsam die Fragen zu klären. Die Gruppenleitung kann vorab auch eigene Fragen aushängen, um Schwerpunkte zu setzen.

Die Methode lebt davon, dass man auch besonders wertvolle oder sogar „heilige“ Gegenstände wie ein Kruzifix berühren darf, allerdings kann ein Hinweis nicht schaden, dass man in der Kirche mit ihrer wertvollen Ausstattung bitte vorsichtig sein soll.

Variante

Bevor man gemeinsam die Fragen klärt, versucht jede/jeder eine Frage einer anderen Person auf einem andersfarbigen Post-it® zu beantworten und hängt die Antwort daneben.

Anwendungsbeispiel

An einem Grabmal in der Kirche hängt ein Zettel mit der Frage „Wurde man früher tatsächlich in der Kirche beerdigt?“ Die Antwort: „Ja, das gab es tatsächlich. Dafür hat man dann den Fußboden geöffnet und die Person (nur besondere Persönlichkeiten) darunter beerdigt. Den Menschen früher war es wichtig, möglichst nah am Altar der Kirche beerdigt zu sein, der als besonders heilig galt.“

Meditativ durch die Kirche ziehen.

Material: Musik, 1 Abspielgerät

Beschreibung

Jede/jeder legt die rechte Hand auf die linke Schulter der Person vor ihr/ihm. Im gemeinsamen Rhythmus zu ruhiger Musik im Viervierteltakt (z. B. zu dem Kanon von Pachelbel) zieht man in die Kirche ein und bewegt sich dort durch den Raum. Dabei geht man mit rechts beginnend drei Schritte nach vorne und dann wiegend einen Schritt zurück. Dieser Schritt symbolisiert das meditative Innehalten und dass man sich bewusst Zeit nimmt und ohne Hektik unterwegs ist. Um in eine meditative Stimmung zu kommen, kann es hilfreich sein, wenn alle bis auf die erste Person die Augen schließen.

Spirale

Anwendungsbeispiel

Für einen „Auferstehungstanz“ bildet man einen nach außen gewendeten Kreis und fasst sich an den Händen. Im Pilgerschritt geht es voran. In einer langen Spirale geht es nach innen, durch die Wende im Mittelpunkt führt der Weg so wieder nach außen, dass alle am Ende sich sehen und wahrnehmen können.

Kerzen mit Schrift, Mustern und Symbolen verzieren.

Material: mittelgroße Kerzen, Kerzenstifte mit Flüssigwachs oder Wachsplatten in verschiedenen Farben; Unterlagen

Beschreibung

Bei Konfi-Gruppen ist sie ein Klassiker: Die Konfi-Kerze, die jede/jeder für sich gestaltet und die im Gottesdienst brennt. Aber auch eine Jugendgruppe kann sich individuelle Kerzen gestalten – für jede/jeden persönlich zu Hause oder für die gemeinsame Andacht. Die Stifte ermöglichen feine Schrift, man muss aber vorsichtig mit ihnen umgehen, damit nicht alles verspritzt. Für flächige Formen sind die Wachsplatten besser geeignet. Man kann auch beide Techniken kombinieren.

Anwendungsbeispiele

Jede/jeder gestaltet ihre/seine persönliche Kerze, die mit dem Namen versehen wird. Gestaltet werden kann sie mit christlichen Symbolen oder auch mit dem, was jemandem im Leben wichtig ist. Die Gruppenleitung sollte darauf achten, dass die Motive auch zum Verwendungszweck der Kerzen passen.
Oder die Gruppe gestaltet jeweils einen Satz von Kerzen passend zum Kirchenjahr, die für die Andacht oder den Gottesdienst in der Kirche genutzt werden können.

Eine Person wird mittels Foto verkleinert und in einem neuen Kontext fotografiert.

Material: 1 Digitalkamera/Handykamera pro Gruppe oder Person, 1 Farbdrucker, Fotopapier, scharfe Scheren, Tesafilm, Lichtquellen

Beschreibung

Diese Methode lebt davon, dass die Größenverhältnisse nicht zueinander passen. Jede Person wird zunächst in einer ungewöhnlichen Pose fotografiert, z. B. kniend. Das Foto wird im typischen Kleinbildformat (9 × 13) auf Fotopapier ausgedruckt. Falls man keinen Fotodrucker hat, kann man die Bilder auch bei einem Fotodienst entwickeln lassen.

Jede/jeder schneidet ihr/sein Bild an den Umrissen der Person mit einer scharfen Schere sauber aus. Dann geht es los auf die Suche nach spannenden Umgebungen, in denen man sich selbst in Szene setzen möchte. Auch Gemeinschaftsbilder sind möglich.
Die entstandenen Bilder können anschließend präsentiert werden.

Anwendungsbeispiel

Ich im Kirchenraum: Wo fühle ich mich im Kirchenraum wohl? Was drückt mein Verhältnis zu Gott am besten aus?

Andere Gruppen und Arbeitsfelder der Kirchengemeinde kennenlernen.

Material: Papier, Stifte, Präsentationsmittel

Beschreibung

Entscheidungsphase: Das Leitungsteam überlegt sich ein Konzept und eine sinnvolle Terminplanung.
Vorbereitungsphase: Verschiedene Gruppen oder Personen werden angefragt, ob sie bereit sind, mitzumachen und welche Termine möglich sind.
Erarbeitungsphase: Bei einem Gruppentreffen wird ein Überblick über das Thema gegeben. Dann werden die verschiedenen Praktikumsstationen vorgestellt und verteilt. Niemand sollte allein sein Praktikum machen.
In der Praktikumsphase machen die Jugendlichen nun Erfahrungen in den verschiedenen Bereichen, führen Interviews und bringen sich möglichst aktiv ein.
Auswertungsphase: Die Jugendlichen stellen ihr gesammeltes Material in der Gruppe vor. Anschließend wird gemeinsam überlegt, wie dieses am besten einer breiteren Öffentlichkeit präsentiert werden kann.

Anwendungsbeispiel

Die Jugendlichen schnuppern in die Gruppen einer Gemeinde hinein, in denen sie später mitmachen oder sogar Verantwortung übernehmen möchten.

Gruppenspiel mit viel Erklären, Zeichnen, Pantomime.

Material: 1 Spielplan (Felder in drei Farben), 1 Würfel, 1 Spielfigur pro Gruppe, 1 Liste mit Begriffen zum Thema, Stifte, Papier, Marshmallows, 1 Wasserspritze, 1 Augenbinde pro Gruppe

Beschreibung

Grundlage und Prinzip dieses Gruppenspiels ist das Spiel „Activity®“. Es müssen Begriffe erraten, gespielt, erklärt und gemalt werden. Hinzu kommen Felder (Extrem), die die Aufgaben erschweren. Gespielt wird in mehreren Mannschaften, abhängig von der Gruppengröße (sechs bis acht Personen pro Team).
Jede Mannschaft hat eine Spielfigur und bewegt sich durch Würfeln auf dem Spielplan. Nach der Reihe kommen alle Mannschaften zum Zug. Das erwürfelte Feld bestimmt die Kategorie, in der gespielt wird. Wird der Begriff gefunden, darf die Spielfigur auf das Feld ziehen, und die nächste Mannschaft ist an der Reihe. Die Mannschaft, die als erstes das Ziel erreicht, gewinnt.

Kategorien:

  • Erklären: Ein Begriff muss der eigenen Mannschaft erklärt werden, ohne den Begriff oder Teile daraus zu verwenden. Extrem: mit drei Marshmallows im Mund
  • Pantomime: Der Begriff muss ohne zu sprechen vorgespielt werden. Extrem: unter Wasserspritzeinsatz durch die Spielleitung
  • Zeichnen: Der Begriff wird gezeichnet, ohne Schrift zu verwenden. Extrem: mit verbundenen Augen

Variante

Der Spielplan wird durch Leitern, Abkürzungen usw. abwechslungsreicher.

Anwendungsbeispiel

Thematisch orientierte Begriffe zum Thema Kirchenraum, Abendmahl, Bibel, biblische Geschichten bieten sich an.

Die Gruppe verfasst einzeln oder gemeinsam Briefe, die von Gemeindegliedern beantwortet werden.

Material: Briefbögen, Stifte

Beschreibung

Eine schöne Möglichkeit, Jugendliche und Gemeindeglieder ins Gespräch zu bringen, ist ein Briefdialog. Die Dialogpartnerinnen/Dialogpartner aus der Gemeinde sollten möglichst schon vorher ausgewählt und informiert sein.

Jede/jeder Jugendliche schreibt ihre/seine persönliche Meinung zum Glauben, zur Kirche oder zu einem aktuellen Thema in einen Brief. Dieser wird innerhalb weniger Wochen beantwortet und in die Gruppe zurückgegeben. Wenn man will, kann man die Briefe in eine oder beide Richtungen anonymisieren.
Gut gelungene Dialoge können anonymisiert als Material für einen Gottesdienst oder die Gemeindehomepage verwendet werden.

Variante

Der Dialog kann auch per Email stattfinden.

Anwendungsbeispiel

Die Jugendlichen schreiben eigene Glaubensbekenntnisse und tauschen sich mit ihren Dialogpartnerinnen/Dialogpartnern darüber aus (Beispiel: Jetter, Gerald: Dein Glaube – unverwechselbar und wertvoll. In: Anknüpfen – Praxisideen, Stuttgart 22013, S. 123).

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