Tool Pool

Tool Pool ist eine in ihrer Themen-, Methoden- und Einsatzvielfalt einmalige Sammlung bewährter und neuer Methoden für das inhaltliche Arbeiten mit jungen Menschen. Für alle, die diese Arbeit methodisch abwechslungsreich gestalten und damit zu einer neuen Tiefe führen wollen.

Für eine Veranstaltung, ein Produkt oder ein Anliegen wird ein Werbeplakat gestaltet und ausgehängt.

Material: Tonpapier (DIN A2 oder größer), Stifte, Farben, Kreativmaterial, Zeitschriften

Beschreibung

Die Gestaltung eines Werbeplakates führt zur intensiven Beschäftigung mit dem beworbenen Produkt, auch wenn man sich mit diesem zunächst nicht identifizieren kann.
Wie bei Werbeagenturen kann es eine Ausschreibung geben: In einer ersten Phase werden die Entwürfe eingereicht, dann wird gemeinsam überlegt, welche Plakate in Serie gehen können. Oder man lässt von vornherein die Freiheit, Plakate selbst zu gestalten.

Variante

Werbung kann natürlich auch online gemacht werden: auf einer Homepage, in sozialen Netzwerken, durch ein Video, das womöglich viral wird.

Anwendungsbeispiel

Mögliche Ideen:

  • Die Gruppe gestaltet Werbeplakate für einen (Jugend-)Gottesdienst oder die Konfirmation (Beispiel: Conrad, Jörg: Tut mir auf die schöne Pforte. In: Anknüpfen – Praxisideen, Stuttgart 22013, S. 159).
  • Sie wirbt für die Teilnahme an der Gruppe oder am nächsten Konfi-Jahrgang.
  • Sie gestaltet Werbeplakate zu einzelnen Büchern der Bibel.
  • Es wird überlegt, welche gesellschaftliche Herausforderung in den Medien zu kurz kommt. Wie könnte ein Kampagnenplakat aussehen?

Was macht eine Christin / einen Christen aus? Diskussion um Ideal und Realität.

Material: 1 Packpapierrolle, Stifte

Beschreibung

Die Methode verläuft in drei Phasen. In der ersten Phase wird der Umriss eines Menschen gezeichnet und „angezogen“.
In der zweiten Phase wird der Umriss mit Eigenschaften und Begriffen gefüllt, die die Gruppe einer idealen Christin / einem idealen Christen zuschreibt. Was macht sie/ihn aus? Was muss sie/er haben? Was muss sie/er glauben und wissen?
In der dritten Phase geht es um die Auseinandersetzung mit diesem idealisierten christlichen Zerrbild. Wie geht es der Gruppe mit diesem Bild? Finden wir uns darin wieder? Sind wir das? Für die Weiterarbeit mit diesem Umriss ist es oft hilfreich, eine Priorisierung der Eigenschaften vorzunehmen. Was ist für uns Christen das Wichtigste? Was macht meinen Glauben aus?

Variante

Um die Anforderungen, die von außen an Christen herangetragen werden, sichtbar zu machen, können diese auch außerhalb des Umrisses notiert werden.

Anwendungsbeispiel

Die/der ideale Mitarbeitende: Diese Methode eignet sich auch gut für andere Themen, z. B. im Rahmen der Mitarbeiterschulung.

Ein Spiel, das die Bereitschaft zum Teilen von Geld untersucht.

Material: mehrere 10-Euro-Scheine, Wechselgeld

Beschreibung

Diese Methode wurde von Werner Güth entwickelt und in einem Experiment umgesetzt. Von der Spielleitung werden zwei Freiwillige ausgewählt und nach vorn gebeten. Zuerst werden die Regeln erklärt: „Eine/einer von euch (Besitzer) bekommt von mir zehn Euro. Die muss sie/er mit der/dem anderen (Empfänger) teilen. Der Besitzer darf selbst entscheiden, wie viel er von seinem neuen Besitz abgeben will. Allerdings hat der Empfänger die Möglichkeit, den Deal komplett abzulehnen. Dann bekommt keiner von euch beiden Geld. Das Geld dürft ihr übrigens wirklich behalten. Was ihr anschließend damit macht, ist mir egal. Wenn es euch nicht wohl ist dabei, könnt ihr es ja spenden.“ Es können nun mehrere Runden gespielt werden. Dabei kann man Besitzer und Empfänger tauschen oder neue Freiwillige auswählen. Wichtig ist, dass echtes Geld eingesetzt wird. (nach: Springer Gabler Verlag (Hrsg.), Gabler Wirtschaftslexikon, Stichwort: Ultimatumspiel, Springer Gabler Verlag, Heidelberg 182013)

Variante

Das Spiel lässt sich auch mit attraktiven Süßigkeiten spielen.

Anwendungsbeispiel

Auch bei der Konfirmation bekommt man viel Geld geschenkt. Wer ist wohl bereit, davon etwas zu schenken? Wie wäre es, wenn eine Vierzehnjährige / ein Vierzehnjähriger aus einem Entwicklungsland ein Veto zu allen Geschenken einlegen könnte, wenn er nicht ausreichend mit Spenden bedacht wird?

Mittels Langzeitbelichtung malt man in der Dunkelheit mit Licht.

Material: 1 starke Taschenlampe, (farbige) Lichter, 1 gute Digitalkamera/Handykamera mit Langzeitbelichtung, 1 Stativ, farbige Filter-Folie, Schablonen, 1 Computer zur Bildbearbeitung, Karten mit Bibelversen (s. „Tool-Pool_Lightpainting_Bibelverse.pdf“ im Downloadbereich)

Beschreibung

Am besten eignet sich für Lightpainting eine digitale Spiegelreflex- oder Systemkamera, manche Digitalkameras haben aber auch einen „Feuerwerk“-Modus. Man stellt eine möglichst lange Belichtungszeit ein, mindestens 10 Sekunden, besser 30. Sinnvoll ist ein Stativ. Kameraeinstellung: hohe Blendenzahl (kleine Blende), das bringt mehr Schärfentiefe, und eine kleine ISO-Zahl, damit das Bildrauschen nicht zu stark wird.

Man braucht eine lichtstarke, fokussierbare Taschenlampe zur selektiven Beleuchtung von Gegenständen. Zum direkten Malen in die Kamera eignen sich alle Lichter, die ruhig schwach sein dürfen (z. B. Wunderkerzen, Taschenlampen, LED-Lichterketten). Schablonen vor einer Taschenlampe oder einem Foto-Blitz ergeben Lichtstempel, farbige Filter-Folie ermöglicht Farbeffekte. Außerdem kann man mit einer Schnur zum Schleudern der Lampen arbeiten.
Licht kann man vor und hinter der Kamera machen, auch beide Effekte gleichzeitig oder in Ruhe hintereinander. Achtung: Das Licht hinter der Kamera ist deutlich schwächer und muss länger angelassen werden.
Die Helligkeitseinstellungen muss man nachjustieren, wenn das Bild zu dunkel wird: die ISO-Zahl erhöhen oder die Blende etwas weiter öffnen.

Wichtig ist die Nachbearbeitung der Bilder mit einer Bildbearbeitung. Man sollte den Schwarzpunkt korrigieren, das ist der Punkt, ab dem ein Grauwert schwarz dargestellt wird. Die Helligkeit ändert man am besten mithilfe der Gammakorrektur. Beides geht gut mit dem kostenlosen Open-Source Programm gimp (www.gimp.org). (Beispiel unter: www.medienpaedagogik-praxis.de/wp-content/uploads/2012/09/Kolloquium_Lightpainting.pdf)

Variante

Groß ausgedruckte Texte können mithilfe von Lightpainting veranschaulicht und in ein neues Licht gerückt werden.

Anwendungsbeispiele

  • Gruppenbild „Gemeinschaft der Heiligen“: Alle bekommen einen Heiligenschein (Beispiel: Ebinger, Thomas: Die Gemeinschaft der Heiligen. Lightpainting macht sie sichtbar. In: anKnüpfen update 2.2, 2015, S. 57 – 62)
  • Menschen als Engel
  • Gebetshaltungen in der Kirche in Szene gesetzt
  • Orte und Gegenstände in der Kirche inszenieren (Karten mit Bibelvers s. Downloads)

In einem turnierartigen Wettbewerb gewinnt die beste Idee.

Material: Moderationskarten, Stifte

Beschreibung

Jede/jeder schreibt bis zu drei Ideen auf eine Moderationskarte. Dann werden je nach Gruppengröße Zweier-, Dreier- oder Vierergruppen gebildet. Diese diskutieren, welche Idee die beste ist und legen sich am Schluss auf eine fest. Dann sucht sich die Gruppe eine Partnergruppe, mit der wieder diskutiert wird. Wortführer ist die Erfinderin / der Erfinder der Idee, die anderen in seiner/ihrer Gruppe unterstützen sie/ihn. Dies geht so lange, bis nur noch zwei oder drei Ideen übrig sind. Diese werden dann ausführlich im Plenum vorgestellt. Per Abstimmung ermittelt man, welche Idee insgesamt die beste ist. Oft passen verschiedene Ideen zueinander, dann kann man im Verlauf der Diskussionen oder auch am Schluss die Ursprungsidee erweitern oder konkretisieren.
Die Leitung muss gut darauf achten, dass es beim Diskutieren fair zugeht und die Ideen, die sich nicht durchsetzen konnten, trotzdem gewürdigt werden.

Variante

Das Verfahren funktioniert auch mit längeren Texten, von denen nur einer oder wenige vorgetragen werden sollen.

Anwendungsbeispiel

Die Methode ist gut geeignet, um ein Thema für den Konfi-Gottesdienst, einen Jugendgottesdienst oder eine Freizeit zu finden. Es hilft, wenn man am Anfang Beispiele gibt, welche Ideen und Themen schon einmal gut ankamen.

Methode der Selbstreflexion durch Schreiben.

Material: Papier (bunt), Briefumschläge, Stifte, Musik, 1 Abspielgerät

Beschreibung

Die Jugendlichen schreiben sich selbst einen Brief, welcher ihnen nach einiger Zeit (oft nach einem Jahr) zugeschickt wird. Wichtig ist, dass das Briefgeheimnis gewahrt wird, die Jugendlichen das Briefkuvert also selbst verschließen sowie mit einer aktuellen Adresse versehen. Diese Methode dient der Selbstreflexion der/des Schreibenden. Der Briefinhalt kann entweder ganz frei bestimmt oder es kann ein Impuls vorgegeben werden. Wichtig ist, dass das Setting stimmig, privat aber dennoch einladend zum Nachdenken ist. Ein Tisch pro Brief wäre sinnvoll. Auch kann leise Hintergrundmusik eingesetzt werden.

Anwendungsbeispiel

Es empfiehlt sich, diese Methode anzuwenden, wenn ein größeres Zeitfenster vorhanden ist (z. B. auf einer Konfi-Freizeit). Der Brief könnte dann über mehrere Tage verteilt geschrieben werden. Möglich wäre auch ein ganzer Tag zum Thema Identität. Denkbare Impulse: „Was möchte ich mir heute in einem Jahr sagen?“ oder „Wie sieht mein Leben kurz vor der Konfirmation aus?“ „Worauf freue ich mich?“ „Was macht mir Angst?“

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