Tool Pool

Tool Pool ist eine in ihrer Themen-, Methoden- und Einsatzvielfalt einmalige Sammlung bewährter und neuer Methoden für das inhaltliche Arbeiten mit jungen Menschen. Für alle, die diese Arbeit methodisch abwechslungsreich gestalten und damit zu einer neuen Tiefe führen wollen.

Stille ist ein ungewöhnliches Erlebnis, das Einübung braucht.

Material: ruhige Musik, 1 Abspielgerät, Perlen, 1 Schale mit Wasser, verschiedene Gegenstände, 1 Klangschale

Beschreibung

Stille gehört zum Glauben, denn nur wer gelernt hat, die äußeren Geräusche auszublenden, wird Gottes Stimme und die Stimme des Gewissens hören. Deshalb muss Stille in unserer lauten Zeit immer wieder eingeübt werden.
Damit eine Zeit der Stille gelingt, braucht es eine gute Einführung und die passenden Rahmenbedingungen. Die Dauer der Stille sollte nicht zu lang sein. Es kann helfen, ein Symbol oder Bibelvers in die Zeit der Stille mitzugeben.
Wenn sich alle im Kreis nach außen drehen und die Augen schließen, ist die Stille weniger störanfällig.

Anwendungsbeispiele

Zum Einüben können diese Formen sinnvoll sein:

  • Es wird sanfte Meditationsmusik eingespielt, die ganz langsam ausgeblendet wird.
  • Wassertropfenmeditation: Jede/jeder bekommt Perlen in eine Hand und schließt die Augen. Die Leitungsperson lässt Wassertropfen in eine Schale mit Wasser tropfen. Immer wenn man einen Tropfen gehört hat, wandert eine Perle in die andere Hand.
  • Gegenstände zum Fühlen werden bei geschlossenen Augen im Kreis herumgegeben.
  • Auf einer Klangschale wird ein Ton angeschlagen. Jede/jeder ist so lange still, bis der Ton ganz verklungen ist.

Ich will dich segnen … und du sollst ein Segen sein!

Material: keines

Beschreibung

Der Segen Gottes ist ein zentrales und ausdrucksstarkes Element des christlichen Glaubens. Glauben wird erlebbar, wenn wir Segen empfangen und weitergeben. Eine Segenshandlung braucht Zeit und Ruhe um sich darauf einlassen zu können. Sie kann gesprochen, gesungen oder durch Gesten umgesetzt werden.

Methoden für Segensrituale im Kreis:

  1. Empfangen und weitergeben: Alle strecken die linke Hand in die Mitte und legen die rechte Hand auf die Schulter der Person rechts neben sich, bis der Kreis geschlossen ist. Einen Segen hören oder gemeinsam sprechen (s. auch Methode „Hindurchfließender Segen“).
  2. Empfangen und gegenseitig zusprechen: Im Kreis wird der Segen reihum weitergegeben. Dazu drehen sich nacheinander alle paarweise zueinander. Person 1: „Gott sagt: Ich will dich segnen“ Person 2 antwortet: „… und du sollst ein Segen sein“. Person 2 dreht sich zu Person 3 um und beginnt von vorn. Dazu kann auch die jeweils sprechende Person ihre Hände über die der anderen Person halten.
  3. Segen gemeinsam Sprechen und diesen durch Händedruck weitergeben.

Anwendungsbeispiel

In den meisten Zusammenhängen dient der Segen dazu, einen guten Abschluss und Übergang zu ermöglichen. Er passt also in Schlussrunden, Stehkreise mit gefassten Händen, Verabschiedungszeremonien in Partner- oder Gruppenform oder in die letzten Minuten vor dem Weg nach draußen. In Gruppen bietet sich auch ein eigener, in der Gruppe erarbeiteter Segen an, der gemeinsam gesprochen wird.

Mithilfe eines Perlenbandes kann die Bedeutung des Glaubens erschlossen/meditiert werden.

Material: Perlenband, eventuell Perlentagebuch

Beschreibung

In vielen religiösen Traditionen gibt es Gebets- oder Meditationsketten, die durch die Hand gleiten und dabei helfen, dem Gebet eine Struktur zu geben. Ein Perlenband kann man leicht selbst basteln. Jeder Perle wird ein Satz eines Gebetes oder eine bestimmte Bedeutung zugeordnet. Die Perlen sollten unterschiedliche Größen und Farben haben, sodass eine Zuordnung erleichtert wird. So bekommen gerade bestimmte Sätze eines Gebetes mithilfe der Perlen, die sich im Verlauf des Betens immer wieder wiederholen, eine ganz neue Bedeutung und Tiefe.

Anwendungsbeispiele

Jede/jeder hat ein Perlenband in der Hand. Eine biblische Geschichte wird vorgelesen. Dann wird gemeinsam überlegt, welche Bedeutung man den Perlen passend zum Text zuschreiben könnte und warum. Diese Perlenbänder sollten immer wieder vorkommen, z. B. im Rahmen von Andachten. (Beispiel: Feine, Gerlinde: Ein Katechismus für die Hand – Mit den Perlen des Glaubens durch das Konfi-Jahr. In: anKnüpfen update 7, 2012, S. 74 – 83)
Ein Perlentagebuch mit erklärenden Mediationstexten gibt es zum Beispiel unter www.anknuepfen.de/materialien/themen/bookletsearch/Booklet/articleDetail/21.html. Ideen für den Einsatz der Perlenmethode in der Jugendarbeit findet man in Kargl, Marco: Heartbeads. Die Perlenmethode für Schule und Jugendarbeit, Don Bosco / buch+musik, München / Stuttgart 2017.

Die Gruppe stellt sich in Kreuzform auf und bekommt einen Segen zugesprochen.

Material: keines

Beschreibung

Das Wort „segnen“ kommt von lateinisch „signare“ und meint ursprünglich das „Bezeichnen mit einem Kreuz“.
Diese Form des Segens eignet sich besonders im Freien oder in einer Kirche, in der zwischen den Bänken eine Kreuzform möglich ist. Die Gruppe fasst sich in einem großen Kreis an den Händen und bildet dann die Form eines Kreuzes. Anschließend spricht eine/einer der Gruppe einen Segen zu:

„Geht im Frieden, weil Jesus euer Friede ist. Geht als erlöste Menschen, weil Jesus euch am Kreuz von aller Schuld befreit hat. Geht unter dem Zeichen des Kreuzes. Jesus ist immer bei euch. So segne und begleite euch der dreieinige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen.“

Anschließend macht jede/jeder die/der will für sich persönlich das Kreuzzeichen, um diesen Segen symbolisch mit sich zu nehmen.

Variante

Bei großen Gruppen kann man zunächst zwei ineinander liegende Kreise bilden, der innere Kreis schaut dabei nach außen.

Anwendungsbeispiel

Für jede Gelegenheit anwendbar.

Ein Segen im Kreis mit aufgelegten Händen.

Material: keines

Beschreibung

Gottes Segen kommt von oben her zu uns, er fließt aber auch durch uns hindurch. Durch andere Menschen erleben wir, dass wir gesegnet sind. Dies kommt in dieser Form des Segens gut zum Ausdruck. Gott sagte schon zu Abraham (1. Mose 12,2): Ich will dich segnen und du sollst ein Segen sein.

Die Gruppe steht im Kreis. Jede/jeder legt der rechten Nachbarin / dem rechten Nachbarn die Hand auf die linke Schulter, stützend und motivierend etwas von hinten. Die linke Hand wird offen nach oben zu Gott hin ausgestreckt. Dann spricht die Gruppenleitung (oder alle gemeinsam) einen einfachen Segen in Wir-Form (z. B.: „Der Herr segne uns und behüte uns. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über uns. Der Herr erhebe sein Angesicht auf uns und gebe uns Frieden. Amen.“).

Anwendungsbeispiel

Für jede Gelegenheit anwendbar.

Digitale Methode zur Herstellung der Gemeinschaft.

Material: keines

Beschreibung

Wenn man in einer Videokonferenz sitzt, in der sich alle sehen können, kann man die Illusion einer Gemeinschaft erzeugen, die sich an den Händen hält. Die Teilnehmenden müssen sich lediglich so vor dem Bildschirm positionieren und die Hände ausstrecken, dass sie minimal aus dem Blickfeld der Kamera herausragen. Nachdem dann der Segen oder ein Gebet gesprochen wurde, kann man die Position wieder lösen.

Variante

Analog ist es sicherlich einfacher, sich an den Händen zu halten, da man die Hand der Nachbarin / des Nachbarn ergreifen kann. Allerdings gibt es auch viele, die diese Berührung nicht sehr schätzen. Digital hingegen ist die Variante mit viel Konzentration und Geschicklichkeit verbunden. Man sollte ruhig drei Minuten für das Ausprobieren einplanen.

Anwendungsbeispiel

Am Ende einer Videokonferenz wird der Gruppe ein Segen zugesprochen.

Eine einfache Form der Andacht.

Material: anregende Gegenstände, Papier, Stifte

Beschreibung

Diese Methode möchte allen Mut machen, selbst eine Andacht vorzubereiten. Die folgenden Schritte können beim Vorbereiten helfen:

  • Thema/Gegenstand festlegen: Gut eignen sich z. B. Lieder, Gegenstände, Bilder
  • Was fällt mir dazu ein? Assoziationen, Gedanken, Fragen aufschreiben
  • Was für eine Gruppe habe ich? Was könnte der Gruppe wichtig sein?
  • Gibt es einen theologischen Bezug? Was erzählt der Gegenstand über Gott?
  • Was will ich sagen? Kernaussage in einem Satz formulieren

Neben den eigenen Ideen und Gedanken spielt auch der Rahmen eine wichtige Rolle. Der Raum und die Anordnung der Personen bestimmen mit, wie das Gesagte oder Erlebte aufgenommen werden. Eine ruhige gemütliche Atmosphäre erleichtert das Zuhören.

Anwendungsbeispiel

Fundkiste der Gedanken: Jede/jeder sucht sich einen Gegenstand oder zieht einen aus einer Kiste. Alle bekommen 20 Minuten Zeit, sich allein mit ihrem Gegenstand auseinanderzusetzen. Danach werden die Gedanken und Ideen zu den Gegenständen im Plenum ausgetauscht. In der Kiste könnten sein: Schrauben, Pflaster, Ringe, Holzstücke, Ü-Ei-Figuren, Schlüssel, Streichhölzer, Nüsse, Steine, Teelichter, Watte.

Eine Art Fantasiereise, die zu einem Gebet hinführt.

Material: Gebetsmeditationen

Beschreibung

Gebetsmeditationen führen über innere Bilder hin zum freien, eigenen Gebet. Sie eignen sich gut als Anfangsritual über mehrere Wochen hinweg. Die Gruppe sitzt im Kreis, am besten mit einer liturgisch gestalteten Mitte.

Impuls: Setz dich bequem auf deinen Stuhl. Spür die Lehne, die Sitzfläche. Stell beide Füße auf den Boden. Die Hände kannst du bequem auf den Oberschenkeln ablegen. Werde ganz still und schließ deine Augen.

Der Text wird bewusst langsam und mit passenden Pausen vorgelesen. (Beispiele in: Gollsch, Dorothea: Gebetsmeditation. In: anKnüpfen update 2.1, 2014, S. 47 – 52; www.anknuepfen.de/materialien/themen/bookletsearch/Booklet/articleDetail/59.html)

Anwendungsbeispiel

Eine Gebetsmeditation zum Thema Körper:

Atme ruhig ein – und wieder aus. Ein – und wieder aus. Spürst du, wie deine Lunge sich mit Luft füllt. Wie dein Bauch sich bewegt, vor und zurück. Atmen heißt Leben. Dein ganzer Körper ist voller Leben und Energie. Geh in Gedanken zu deinen Füßen, die jetzt ruhig auf dem Boden stehen. Stell dir vor, wie du mit ihnen stehen, gehen, rennen kannst.
Du hast Arme und Hände. Schwere Lasten kannst du damit tragen und feine, kleine Bewegungen ausführen. Spürst du deine zehn Finger? Gehe sie einzeln durch und stell dir vor, was du alles mit ihnen machen kannst.
Und deinen Kopf trägst du oben. Mit deinem Gehirn denkst du, deine ganze Persönlichkeit steckt darin. Du kannst diesen Kopf anderen zuwenden, ein freundliches Gesicht zeigen oder hilfesuchend schauen. Wen möchtest du anlächeln, gerade jetzt?

Dein ganzer Körper ist ein Wunderwerk Gottes. Ich danke dir dafür, Gott, dass ich wunderbar gemacht bin, das erkennt meine Seele (vgl. Ps 139,14). Und ich glaube, dass du, Gott, mich geschaffen hast wie alle anderen Geschöpfe auch, mit Leib und Seele, mit jedem Körperteil, mir Vernunft und alle Sinne gegeben hast und sie mir auch in Zukunft erhältst.
Sage Gott jetzt, wofür du ihm dankbar bist. Falte dazu deine Hände, indem du die Finger ineinanderlegst. (längere Pause)
Mit deinem Körper kannst du fühlen. Manchmal fühlen wir auch Schmerz, spüren wir, dass die Kraft fehlt. Vielleicht tut dir gerade jetzt etwas weh. Oder denk an den letzten Schmerz, den du empfunden hast. Auch das kannst du Gott sagen. Gott hört unser Weinen und Klagen. Bring alles im Gebet vor Gott. (längere Pause)

Beende nun dein Gebet, schließe es mit Amen ab und öffne deine Hände wieder. Strecke sie nach oben so weit du kannst, öffne deine Augen wieder und komm zurück zu all den anderen in diesem Raum.

Mit geschlossenen Augen begibt man sich auf eine geführte Gedankenreise.

Material: 1 Anleitungstext

Beschreibung

Eine Fantasiereise ist eine schöne Möglichkeit, bestimmte Gedanken anzustoßen. Allerdings muss man mit der Anleitung sehr behutsam sein. Eine Fantasiereise braucht das Einverständnis der Teilnehmenden.
Sie kann sitzend im Kreis (alle drehen sich nach außen) oder auch liegend durchgeführt werden. Sprache und Stimnme sind ruhig und meditativ. Nach allen neuen Aussagen werden Pausen gemacht.

Einleitung: „Setzt euch bequem auf euren Stuhl, sodass ihr Lehne und Sitzfläche ganz spürt. Stellt beide Füße auf den Boden, sodass ihr die Fußsohlen spürt. Werdet still. Schließt jetzt bitte die Augen.“ Es folgt die Reise, meist eine fiktive Geschichte, die angenehme Bilder hervorruft.
Abschluss: „Wir haben gemeinsam einen weiten Weg zurückgelegt. Kommt jetzt langsam wieder zurück in diesen Raum. Spürt eure Körper, indem ihr die Arme weit nach oben streckt. Atmet tief durch, öffnet die Augen.“
Nun kann man fragen, ob jemand von seinen inneren Bildern berichten möchte.

Anwendungsbeispiel

Eine Fantasiereise zum Thema Schöpfung, bei der die einzelnen Körperteile der Reihe nach durchgegangen werden (Beispiel: Sendler-Koschel, Birgit: Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin. In: Anknüpfen – Praxisideen, Stuttgart 22013, S. 197 f.).

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