100 % konsequent! Drei Freunde erleben ihre Feuerprobe

Einheit | Erzählung
Einheit | Erzählung

100 % konsequent! Drei Freunde erleben ihre Feuerprobe

Materialart: Erzählung
Zielgruppen: Kinder/ Pre-Teens (10-13 Jahre), Kinder (7-11 Jahre)
Einsatzgebiete: Freizeiten, Gruppenstunde
Verband: EJW - Evangelisches Jugendwerk in Württemberg
Redaktion: Jungscharleiter
Zeitbedarf: 20-30 Min. (Vorbereitung: 5-10 Min.)
Bibelstelle: Daniel 1,1-30 anzeigen
Bibelstelle
Daniel 1,1-1,30

1

Daniel und seine Gefährten am babylonischen Hof

1Im dritten Jahr der Herrschaft Jojakims, des Königs von Juda, zog Nebukadnezar, der König von Babel, vor Jerusalem und belagerte es. 2Und der Herr gab in seine Hand Jojakim, den König von Juda, und einen Teil der Geräte aus dem Hause Gottes. Die ließ er ins Land Schinar bringen, in den Tempel seines Gottes, und tat die Geräte in die Schatzkammer seines Gottes.

3Und der König sprach zu Aschpenas, seinem obersten Kämmerer, er sollte einige von den Israeliten auswählen, und zwar von königlichem Stamm und von edler Herkunft, 4junge Leute, die keine Gebrechen hätten, sondern schön, einsichtig, weise, klug und verständig wären, also fähig, an des Königs Hof zu dienen; und er sollte sie in Schrift und Sprache der Chaldäer unterrichten lassen. 5Und der König bestimmte, was man ihnen täglich geben sollte von der königlichen Speise und von dem Wein, den er selbst trank; so sollten sie drei Jahre erzogen werden und danach vor dem König dienen. 6Unter ihnen waren von den Judäern Daniel, Hananja, Mischaël und Asarja. 7Und der oberste Kämmerer gab ihnen andere Namen und nannte Daniel Beltschazar und Hananja Schadrach und Mischaël Meschach und Asarja Abed-Nego.

8Aber Daniel nahm sich in seinem Herzen vor, dass er sich mit des Königs Speise und mit dem Wein, den dieser trank, nicht unrein machen wollte, und bat den obersten Kämmerer, dass er sich nicht unrein machen müsste. 9Und Gott gab Daniel, dass ihm der oberste Kämmerer günstig und gnädig gesinnt wurde. 10Der sprach zu ihm: Ich fürchte mich vor meinem Herrn, dem König, der euch eure Speise und euern Trank bestimmt hat. Warum soll er sehen, dass eure Gesichter schmächtiger sind als die der andern jungen Leute eures Alters? So brächtet ihr mich bei dem König um mein Leben. 11Da sprach Daniel zu dem Aufseher, den der oberste Kämmerer über Daniel, Hananja, Mischaël und Asarja gesetzt hatte: 12Versuch’s doch mit deinen Knechten zehn Tage und lass uns Gemüse zu essen und Wasser zu trinken geben. 13Und dann lass dir unser Aussehen und das der jungen Leute, die von des Königs Speise essen, zeigen; und danach magst du mit deinen Knechten tun nach dem, was du sehen wirst.

14Und er hörte auf sie und versuchte es mit ihnen zehn Tage. 15Und nach den zehn Tagen sahen sie schöner und kräftiger aus als alle jungen Leute, die von des Königs Speise aßen. 16Da tat der Aufseher die königliche Speise und den Wein weg, die für sie bestimmt waren, und gab ihnen Gemüse. 17Und diesen vier jungen Leuten gab Gott Verstand und Einsicht für jede Art von Schrift und Weisheit. Daniel aber verstand sich auf Gesichte und Träume jeder Art.

18Und als die Zeit um war, die der König bestimmt hatte, dass sie danach vor ihn gebracht werden sollten, brachte sie der oberste Kämmerer vor Nebukadnezar. 19Und der König redete mit ihnen, und es wurde unter allen niemand gefunden, der Daniel, Hananja, Mischaël und Asarja gleich war. Und sie wurden des Königs Diener. 20Und der König fand sie in allen Sachen, die er sie fragte, zehnmal klüger und verständiger als alle Zeichendeuter und Weisen in seinem ganzen Reich. 21Und Daniel blieb dort bis ins erste Jahr des Königs Kyrus.

Die Bibel nach Martin Luthers Übersetzung, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart.

Benötigtes Material: 30 Bauklötze (gelb, rot, schwarz, grün, braun, weiß, rot)
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Zielgedanke

Wer an Gott glaubt und im Alltag das tut, was Gott möchte, steht manchmal ganz allein da. Doch Gott lässt seine Leute nicht im Stich!

Vorüberlegung für Mitarbeitende

Nach dem Fall Jerusalems 587 v. Chr. wurde die Oberschicht des Volkes Israel nach Babylon deportiert – in ein Land fern von ihrer Heimat mit fremder Kultur und anderer Religion. Für Daniel und seine drei Freunde, die in dieser Geschichte im Mittelpunkt stehen, war es wichtig, einen Spagat zu schaffen. Sie wollten die ihnen aufgetragenen Aufgaben sehr gut erledigen, ohne sich anzupassen und ihren Glauben an Gott aufzugeben.

Die Geschichte in Daniel 3 stellt eine wahre Feuerprobe dar: Das göttliche Standbild anzubeten und damit das erste Gebot bewusst zu brechen oder standhaft zu Gott zu halten und dafür mit dem Leben zu bezahlen.

Mancher würde vielleicht eine lebensfreundlichere Variante vorziehen: sich niederzuwerfen, aber im Herzen nicht anzubeten. Doch für die Männer zählt, was sichtbar ist. Deshalb entscheiden sie sich, 100 % konsequent zu sein und erleben eine wunderbare Bewahrung.

Erlebniswelt der Kinder

Für Kinder ist es enorm wichtig, was andere über sie denken, was gerade angesagt ist und was nicht. Sie sehen sich Erwartungen ausgesetzt und passen sich an, um nicht ausgegrenzt zu werden.

Die Frage, die an Daniels Freunde gestellt wird – Gott oder Götze – stellt sich so im Alltag der Kinder nicht. Doch es gibt Situationen, in denen unangepasstes Handeln gefordert ist, sich z. B. bei Mobbing für das Opfer einzusetzen anstatt mitzumachen. Das erfordert Mut.

Deshalb ist es gut, wenn Kinder, wie in der biblischen Geschichte, nicht allein sind und Freunde um sich haben, die ebenfalls an Gott glauben.

Einstieg

Ein Kind bekommt die geheime Anweisung, beim Spiel nicht zu klatschen, auch wenn alle anderen klatschen.

Dann geben die Mitarbeitenden Kommandos: alle Kinder hüpfen / stampfen / klatschen.

Auswertung: Wie fühlte sich das Kind, das nicht mitgeklatscht hat? Wie fühlten sich die anderen?

In einer zweiten Runde bekommen zwei Kinder die Anweisung, sich nicht hinzuknien. Erneute Auswertung.

Erzählung

Hinweis: Das Stellen der Klötze soll mit Sprechpausen geschehen, damit die Veränderung der Szene wirken kann.

Das ist Nebukadnezar (roter Bauklotz in die Mitte). Er ist König über das riesige babylonische Reich. In seinem Herrschaftsgebiet leben ganz verschiedene Völker. Sie haben unterschiedliche Religionen. Auch Menschen aus Israel leben in Babylon.

Drei davon sind Schadrach, Meschach und Abed-Nego (grüne Bauklötze zum roten dazu). Sie sind Freunde von Daniel (vielleicht habt ihr von ihm schon gehört). Die drei arbeiten als königliche Beamte in der Verwaltung. Sie glauben wie Daniel an Gott.

Nebukadnezar hat eines Tages eine Idee. Er will ein großes Standbild bauen, wie eine Statue. Damit will er seinen Gott Marduk ehren. Er glaubt nicht an den gleichen Gott wie Daniel. Das Standbild soll riesig werden. (Kinder bauen Standbild aus 30 gelben Bauklötzen, zwei Türme mit je 15 Steinen direkt nebeneinander)

Nebukadnezar sendet Boten in sein ganzes Reich und lädt alle wichtigen Menschen zur Einweihung des Standbildes ein. Viele Menschen machen sich auf die Reise und versammeln sich vor dem Standbild (30–50 bunte Bauklötze dazu holen und hinstellen).

Sie staunen, wie schön es ist. Nun will der König, dass sie den Gott Marduk anbeten, indem sie sich vor dem Standbild auf den Boden legen. Dazu organisiert der König ein ganzes Orchester. Er befiehlt: „Wenn die Musik spielt, sollen sich alle gleichzeitig bis auf den Boden verneigen. Wer das nicht tut, wird in einen großen Feuerofen geworfen und getötet.“

Schadrach, Meschach und Abed-Nego sind auch unter den vielen Menschen. Sie glauben nicht an Marduk. Ihr Gott will nicht, dass man neben ihm andere Götter anbetet. Die drei wissen, dass es nicht gut ist, wenn sie da mitmachen. Das würde ihren Gott traurig machen. Aber was sollen sie tun? Wenn sie sich weigern, kann sie das ihr Leben kosten …

Deshalb verstecken sie sich (grüne Klötze zur Seite). Als die Musik spielt, sind sie nicht mehr unter den Menschen, die sich auf den Boden legen (alle anderen Klötze hinlegen).

Fragen an die Kinder: Gab es bei dir schon mal eine ähnliche Situation, in der andere etwas gemacht haben, das du nicht gut fandest? Was hast du dann gemacht?

Nach dem Musikstück stehen alle wieder auf (Klötze aufstellen). Die drei sind erleichtert, dass sie nicht mitgemacht haben. Doch ihr Plan geht nicht auf.

Zwei Männer haben gesehen, dass sie sich nicht vor dem Standbild verneigt haben (zwei schwarze Bauklötze in die Mitte stellen). Sie wollen sie nun verraten, um beim König einen guten Eindruck zu machen. Sie gehen zu Nebukadnezar (schwarze Klötze zu dem roten stellen) und erzählen ihm alles: „Der König lebe ewig! Hast du nicht den Befehl gegeben, dass jeder, der die Musik spielen hört, sich auf den Boden werfen soll, um das Standbild anzubeten? Und wer das nicht mitmacht soll in den brennenden Feuerofen geworfen werden?“ Der König nickt zustimmend. Die Männer fahren fort: „Nun sind da drei jüdische Männer: Schadrach, Meschach und Abed-Nego. Diese Männer verachten deine Befehle. Sie schenken dir keine Beachtung. Sie beten das Bild nicht an.“

Der König wird wütend und ruft die drei Männer (grün zu rot) zu sich. Als sie vor ihm stehen, blafft er sie an: „Habt ihr etwa absichtlich meinen Befehl nicht ausgeführt? Wartet, ich gebe euch noch eine Chance! Ich lasse die Musik noch mal spielen und dann könnt ihr es nachholen. Ich will es euch dann noch mal durchgehen lassen. Wenn nicht, werdet ihr in den Ofen geworfen. Und ich glaube nicht, dass es einen Gott gibt, der euch daraus retten kann.“

Fragen an die Kinder: Wie ist es, wenn andere merken, dass man etwas nicht mitmacht, was alle machen? Habt ihr einen Tipp für die drei?

Schadrach, Meschach und Abed-Nego antworten Nebukadnezar: „Du kannst dir die Musik sparen. Wir werden uns nicht niederwerfen, denn unser Gott will das nicht. Und daran halten wir uns, ob er uns rettet oder nicht.“

Da wird Nebukadnezar wütend. Er befiehlt, den Ofen anzufeuern und siebenmal stärker zu heizen. Dann lässt er die drei Männer fesseln und von seinen Dienern (braune Klötze)

in den Ofen (rotes Tuch) werfen. Das Feuer ist so heiß, dass die Diener sterben, als sie in die Nähe des Ofens kommen (braune umwerfen). Schadrach, Meschach und Abed-Nego aber fallen in den Ofen hinein (grüne Klötze ins Tuch legen).

Nebukadnezar beobachtet das Geschehen aus sicherer Entfernung (weißer Klotz auf rotes Tuch und grüne aufstellen). Plötzlich erschrickt er. „Haben wir nicht drei Männer in den Ofen geworfen? Aber jetzt sehe ich vier und sie sind nicht mehr gefesselt. Sie gehen frei umher. Und der Vierte, der sieht aus wie ein Engel.“

Nebukadnezar geht zum Ofen (rot zum Tuch) und ruft hinein: „Kommt heraus! Euer Gott hat euch doch gerettet. Niemand soll etwas Lästerhaftes über euren Gott sagen. Denn es gibt keinen anderen Gott, der so retten kann.“

Gesprächsimpuls

Das ist ja gerade noch mal gut gegangen. Die Männer waren ganz schön mutig. Sie haben ihr Leben aufs Spiel gesetzt. Warum? Weil sie 100 % zu ihrem Gott stehen und sich an seine Gebote halten, auch wenn es zu ihrem Nachteil ist.

Überlegt gemeinsam:  Wo kostet es Mut, Gottes Gebote zu halten? Gott steht zu Schadrach, Meschach und Abed-Nego und rettet sie. Und auch uns lässt er nicht im Stich, wenn wir uns für ihn einsetzen.

„Sei mutig und stark und fürchte dich nicht, denn der Herr, dein Gott, ist bei dir!“ (Mike Müllerbauer, nach Josua 1,9)

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