100 % Mensch: Thomas zweifelt – Jesus liebt

Einheit | Erzählung
Einheit | Erzählung

100 % Mensch: Thomas zweifelt – Jesus liebt

Materialart: Erzählung
Zielgruppen: Kinder/ Pre-Teens (10-13 Jahre), Kinder (7-11 Jahre)
Einsatzgebiete: Freizeiten, Gruppenstunde
Verband: EJW - Evangelisches Jugendwerk in Württemberg
Redaktion: Jungscharleiter
Zeitbedarf: 20-30 Min. (Vorbereitung: 5-10 Min.)
Bibelstelle: Johannes 20,24-29 anzeigen
Bibelstelle
Johannes 20,24-20,29

Thomas

24Thomas aber, einer der Zwölf, der Zwilling genannt wird, war nicht bei ihnen, als Jesus kam. 25Da sagten die andern Jünger zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er aber sprach zu ihnen: Wenn ich nicht in seinen Händen die Nägelmale sehe und lege meinen Finger in die Nägelmale und lege meine Hand in seine Seite, kann ich’s nicht glauben.

26Und nach acht Tagen waren seine Jünger abermals drinnen, und Thomas war bei ihnen. Kommt Jesus, als die Türen verschlossen waren, und tritt mitten unter sie und spricht: Friede sei mit euch! 27Danach spricht er zu Thomas: Reiche deinen Finger her und sieh meine Hände, und reiche deine Hand her und lege sie in meine Seite, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig! 28Thomas antwortete und sprach zu ihm: Mein Herr und mein Gott! 29Spricht Jesus zu ihm: Weil du mich gesehen hast, darum glaubst du? Selig sind, die nicht sehen und doch glauben!

Die Bibel nach Martin Luthers Übersetzung, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart.

Benötigte Materialien: Wolle, Schere(n), Bibel(n)
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Zielgedanke

Jesus hält an dir fest, egal, wie groß dein Glaube, dein Vertrau- en … ist, bei ihm darfst du 100% Mensch sein.

Vorüberlegung für Mitarbeitende

Der Jünger Thomas war 100 % Mensch – ein Mensch wie du und ich. Über ihn wird nicht viel in der Bibel berichtet. Nur Johannes erwähnt ihn immer wieder. Thomas war der Jünger, der seine Kollegen ermutigte, mit Jesus in ein Gebiet zu gehen, in dem ihnen Gefahr drohte. Er war bereit mit Jesus zu sterben (Joh. 11,16). So groß war sein Glaube und sein Vertrauen zu dieser Zeit. Als Jesus gestorben war, war er am Ende: am Ende seines Vertrauens, seiner Hoffnungen, seines Glaubens – 100 % Mensch. Er war nicht dabei, als der auferstandene Jesus einer größeren Gruppe Jünger zum ersten Mal wieder begegnete. Diese glaubten zunächst auch nicht, was sie sahen. Jesus musste sie durch seine Wundmale überzeugen (Joh. 20,20). Thomas konnte den Berichten seiner Kollegen nicht glauben, zu groß waren seine Ängste, seine Zweifel, seine Enttäuschung. Aber seine Zweifel waren gepaart mit dem Wunsch, sie zu widerlegen. Acht Tage später ging Jesus auf Thomas‘ Wunsch ein. Er benannte Thomas‘ Zweifel, schenkte ihm aber auch die ersehnte Gewissheit. Er zeigte ihm damit: „Ich halte an dir fest. Unsere Beziehung ist mir wichtig. Meine Liebe zu dir ist größer als deine Zweifel.“

Erlebniswelt der Kinder

Kinder sind Glaubenskünstler. Ihnen fällt es leichter, zu glauben und zu vertrauen als Erwachsenen. Aber gerade im Grundschulalter schleichen sich bei Kindern erste Unsicherheiten ein. Sie werden in ihrem Umfeld mit Situationen konfrontiert, die sie erfahren lassen, dass die Welt nicht heil ist. Und sie nehmen zunehmend bewusst wahr, dass sie nicht alles können und Fehler machen – das Schuldbewusstsein entwickelt sich. Sie erkennen, dass zum Menschsein Versagen, Zweifel, Enttäuschungen dazu gehören. Jetzt ist es wichtig, ihnen zuzusagen: Es gibt jemanden, der dich mit all dem liebt und der dich durch all das hindurch liebt; dessen Liebe größer ist als dein Versagen: Jesus!

Einstieg

Tauscht euch mit den Kindern aus über die Fragen: Was ist bei einer Freundschaft wichtig? Wann ist jemand euer Freund oder eure Freundin?

Erzählung

Ich erzähle euch heute von Thomas, einem guten Freund von Jesus. Thomas gehörte zu den 12 Jüngern Jesu, die Tag und Nacht mit ihm zusammen waren und alle Höhen und Tiefen mit ihm erlebt haben: Wie er Menschen gesund machte, einen Sturm stillte, wie er sich mit anderen stritt und was er predigte. Thomas‘ Glaube und Vertrauen zu Jesus waren sehr groß. Sogar so groß, dass Thomas bereit war, mit ihm zu sterben.

Aber jetzt, nachdem Jesus gestorben war, ist Thomas am Ende. Er versteht nicht, warum all das geschehen musste. Warum musste Jesus so schrecklich leiden und so grausam am Kreuz sterben? Was sollte jetzt mit ihm und den anderen geschehen? Er hat viele Fragen, aber keine Antworten. Niedergeschlagen kommt er in den Raum, in dem sich die Freunde Jesu versteckt halten. Die Gemeinschaft mit ihnen tut ihm gut. Sie verstehen ihn. Sie trauern auch um Jesus. Sie stellen – wie er – viele Fragen. Er öffnet langsam die Tür und will sich vorsichtig hineindrücken. Doch die Tür wird von innen weit aufgerissen. Ein freudestrahlender Petrus steht ihm gegenüber und zieht ihn in eine feste Umarmung: „Jesus lebt! Jesus lebt!“ Petrus lässt ihn wieder los und hüpft wie ein kleines Kind durch den Raum. „Was ist hier los?“, fragt sich Thomas. Dieser Raum der Trauer hat sich in einen reinen Freudensaal verwandelt. Die Freunde strahlen ihn glücklich an. Jakobus nickt ihm zu und schlängelt sich durch die anderen hindurch zu ihm: „Ja Thomas, du hast richtig gehört. Jesus lebt! Er war hier. Wir haben mit ihm geredet. Er lebt!“ Thomas schüttelt ungläubig den Kopf. Jesus lebt? Wie kann das möglich sein? Aber wenn seine Freunde es sagen? Seine Zweifel überwiegen: „Ich kann es nicht glauben. Wenn Jesus mir die Wundmale an seinen Händen zeigt und ich ihn und seine Wunden berühren kann, dann glaube ich.“ Wie sehr hofft er, dass das geschehen wird. Er möchte glauben, aber er kann es nicht.

Acht Tage später sitzen alle Jünger, auch Thomas, wieder zusammen in diesem Raum. Plötzlich steht Jesus mitten unter ihnen und grüßt sie: „Friede sei mit euch!“ und sein Blick sucht Thomas.

Frage an die Kinder:

„Thomas“, spricht Jesus ihn freundlich an, „hier, sieh die Wundmale der Nägel an meinen Händen. Und hier, die Wunde an meiner Seite, du kannst sie berühren und dich überzeugen, dass ich es wirklich bin. Zweifle nicht mehr, glaube!“ Thomas kann seinen Blick nicht von Jesu Augen abwenden: so viel Liebe! Jesus kennt ihn durch und durch, seine Schwächen und seine Stärken und genauso liebt er ihn. Er kann nichts anderes sagen als: „Jesus, mein Herr und mein Gott!“ Jesus erwidert: „Thomas, du glaubst, weil du mich gesehen hast. Gesegnet sind die, die mich nicht sehen und dennoch glauben.“ Jesus begegnet Thomas ein weiteres Mal: Er lässt ihn am See Genezareth noch einmal ein Wunder erleben und frühstückt mit ihm und einigen anderen Jüngern. Er zeigt ihm: Ich kenne dich. Ich begegne dir so, dass es deinen Glauben stärkt. Unsere Beziehung ist mir wichtig. Ich lasse dich nicht los, auch wenn du zweifelst.

Andachtsimpuls

(Wer möchte, kann den Impuls mit einem Band oder einer Kordel aus Wolle kreativ darstellen.) Wenn du mit einem Menschen oder mit Jesus eine Freundschaft eingehst wie z. B. Jesus mit Thomas, dann knüpfst du ein Freundschaftsband. Dieses Band besteht aus dem, was wir vorher gesammelt haben: Vertrauen, Interesse am Anderen, gemeinsame Interessen, Treue … Wichtig ist, dass beide an diesem Freundschaftsband festhalten, sonst geht die Freundschaft kaputt. Thomas ist es schwer gefallen festzuhalten. Er war enttäuscht, traurig, hatte Zweifel, war am Ende seiner Weisheit und Kraft. Aber er hat nicht losgelassen: er wollte glauben. Und er hat erlebt, dass Jesus das Freundschaftsband nicht loslässt. Er hält fest an der Freundschaft. Darauf können wir uns immer verlassen. Egal, wie es uns gerade geht und wie schwer uns die Freundschaft mit Jesus gerade fällt, wie sehr uns vielleicht unser Versagen beschämt – Jesus lässt unser Freundschaftsband garantiert nicht los!

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