Wie hörst du ihn? Samuels Berufung

Einheit | Stundenentwurf
Einheit | Stundenentwurf

Wie hörst du ihn? Samuels Berufung

Materialart: Stundenentwurf
Zielgruppe: Kinder (7-11 Jahre)
Einsatzgebiet: Gruppenstunde
Verband: EJW - Evangelisches Jugendwerk in Württemberg
Redaktion: Jungscharleiter
Zeitbedarf: 60-90 Min. (Vorbereitung: 15 Min.)
Benötigte Materialien: Bibel(n), Liederbücher
Anhänge:
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Zielgedanke

Gott redet auf vielfältige Art und Weise zu uns Menschen. Voraussetzung, ihn zu verstehen ist, dass ich ihn kennen lerne, dass ich mir Zeit für die Begegnung mit ihm nehme.

Vorüberlegungen für Mitarbeitende

Die Geschichte enthält zum einen die Hinführung Samuels zum Propheten – also seine Berufung. Gott nimmt Kontakt mit ihm auf und lässt Samuel teilhaben an seinem Plan. Zum anderen ist die Geschichte ein Beispiel dafür, wie Gott mit Menschen in Kontakt tritt. Auf Letzterem soll der Schwerpunkt dieser Einheit liegen.

Im Mitarbeiterteam überlegt man, welche persönlichen Erfahrungen, Wünsche oder Gedanken jede und jeder zu diesem Thema hat: Wie redet Gott heute mit uns? Welche Möglichkeiten wählt Gott? Welche Aspekte werden uns in der vorliegenden Geschichte aufgezeigt? Welche Erzählungen aus der Bibel fallen allen zum Thema „Reden Gottes“ und „Hören auf Gott“ ein? Die eigenen Erfahrungen und die Erfahrungen anderer können im Andachtsimpuls weiter eingebracht werden.

Samuel erlebt, dass Gott ihn in der Nacht anspricht, dann, wenn alle anderen Einflüsse des Tages wegfallen. Er erlebt, dass er die Stimme Gottes zunächst gar nicht erkennt und erst lernen muss, wer mit ihm redet. Dazu braucht er die Hilfe und Unterstützung seines Mentors Eli. Und Gott spricht Samuel so lange an, bis Samuel sein Hören auf Gott lenkt. Es ist also auch ein Lernprozess und ein „Hingeführt werden“ auf das Reden Gottes, etwas, das Zeit benötigt. Und so entdecke ich in der Geschichte folgende Aspekte: Es braucht Stille, um Gottes Stimme zu hören. Es bedarf meiner Hinwendung zu Gott hin. Gott wird so lange mit mir reden, bis ich ihn verstehe. Und manchmal braucht es die Hilfe eines Mitmenschen, der mich auf Gottes Reden aufmerksam macht und mir hilft, ihn zu verstehen.

Erlebniswelt der Kinder

Zunächst einmal ist Kindern das Thema „Hören, hinhören, weghören“ bekannt. Sätze wie: „Hör doch mal zu! Du hörst ja gar nicht hin! Hast du wieder nicht zugehört!“, sind allen vertraut. Auch die Bitte der Kinder an die Erwachsenen, ihnen zuzuhören und sich Zeit für sie zu nehmen, wird vertraut sein. Das Thema „Hören“ kann somit mit den Kindern in einer Wahrnehmungsübung als Einstieg angesprochen werden.

Behutsam mit den Kindern das Thema „Gottes Reden mit uns Menschen“ betrachten. Gott redet auf sehr vielfältige Weise und Kinder sind zunächst dabei, Gott kennen zu lernen. Das ist die wichtigste Voraussetzung, um Gottes Reden auch hören zu können. Mehrmals taucht im Bibeltext auf, dass Samuel Gott im Tempel diente, dass er Eli unterstützte, also in den Glauben und in die Beziehung mit Gott hineingewachsen ist.

Durch die Beschäftigung der Kinder mit Fantasiefiguren und Fabelhelden entsteht manchmal ein magisches Denken. Die Vorstellung, Gott würde nun auch in der Nacht mit ihnen reden, sollte relativiert werden und auf das Erleben und die Berufung Samuels gelenkt werden.

Einstieg

Wahrnehmungsübungen: Hören

Stille

Alle Kinder werden eingeladen, eine Minute lang still zu sein und Geräusche aus der Umwelt zu sammeln. Was konnten sie hören?

Erkennen

Immer zwei Kinder bilden ein Paar. Ein Kind bekommt die Augen verbunden – das andere Kind ist der „Rufer“. Nun verteilen sich alle Kinder im Raum oder im Zelt. Das rufende Kind hat nun die Aufgabe, sein blindes Partnerkind zu rufen und zu sich zu holen. Da alle Kinder gleichzeitig rufen, muss das blinde Kind sehr genau hinhören, wo das Partnerkind ist. Danach werden die Rollen getauscht.

Etwas schwieriger ist es, wenn nicht der Name des blinden Kindes gerufen, sondern ein Geräusch vereinbart wird.

Rahmengeschichte Teil 1 auf www.jungscharleiter.de

Erzählung

„Ehrlich, ich verstehe das nicht. Heute haben die Söhne von Eli schon wieder Mist gebaut. Die müssten doch eigentlich wissen, dass sie vom Opferfleisch erst dann etwas nehmen dürfen, wenn es fertiggekocht ist. Aber die nehmen den Menschen das Fleisch schon weg, bevor es gekocht wird. Das ist viel zu viel. Wollen die nicht auf das hören, was Gott gesagt hat? Ich habe manchmal den Eindruck, die haben Watte in den Ohren. Das kann doch nicht gut gehen. Aber jetzt ist erst einmal Feierabend. Ich geh schlafen. Soll sich doch Eli um seine Söhne kümmern. Aber auf Eli hören sie wohl auch nicht. Naja, nicht mein Problem!“

Am nächsten Morgen

„Ich bin noch völlig durcheinander. War das eine Nacht! Ich kann es noch gar nicht fassen. Und ich sage noch: die Söhne von Eli haben Watte auf den Ohren … sie wollen Gott nicht hören. Und heute Nacht … da hatte ich Watte in den Ohren. Aber mal ehrlich, das war auch das erste Mal, dass ich das erlebt habe. Das hat es schon so lange nicht mehr gegeben. Aber langsam, von Anfang an: „Ich habe mich gemütlich in mein Bett gelegt und kaum war ich eingeschlafen, hörte ich, wie jemand meinen Namen rief: „Samuel!“ Es war mir sofort klar, dass Eli meine Hilfe benötigt. Aber als ich zu Eli ins Zimmer kam, war der ganz erstaunt! „Nein, ich habe dich nicht gerufen. Geh schlafen!“, sagte er zu mir. Leicht verwirrt ging ich zurück in meine Kammer. Aber gerade, als ich wieder eingeschlafen war, hörte ich wieder meinen Namen: „Samuel!“ Das war doch Eli. Wer sonst sollte in der Nacht nach mir rufen? Ich also wieder hin zu Eli und das gleiche Erstaunen bei ihm: „Nein, ich habe dich nicht gerufen – geh schlafen!“ Und als ich dann im Bett lag und das dritte Mal meinen Namen hörte, war ich echt verwirrt. Da rief doch jemand: Ich hörte es ganz deutlich! „Samuel! Samuel!“ Ich setzte mich in meinem Bett auf. Wer ruft mich da? Wessen Stimme höre ich? Habe ich Watte in den Ohren? Und plötzlich hatte ich da so eine Ahnung. Konnte es etwa sein, dass … Aber das schien mir fast nicht möglich. Konnte es sein, dass Gott …? Bestimmt hatte ich mich getäuscht. Und so bin ich zum dritten Mal zu Eli geschlichen. „Eli, da hat mich schon wieder jemand gerufen! Warst du es?“

Jetzt setzte sich Eli in seinem Bett auf. Er wurde nachdenklich. Er schaute mich an und dann sagte er: „Samuel, ich habe dich nicht gerufen. Aber ich weiß, wer dich ruft. Deshalb geh zurück, leg dich hin. Und wenn du wieder gerufen wirst, dann antworte: „Sprich Herr, dein Diener hört!“

Als Eli das zu mir sagte, wurde es mir klar. Meine Ahnung war richtig. Gott hatte mich gerufen. Er wollte mir etwas mitteilen. Jetzt sollte ich meine Ohren auf Gott ausrichten. Und tatsächlich, als ich wieder im Bett lag, kam die Stimme zum vierten Mal: „Samuel, Samuel!“

Ich antwortete: „Ja … äh … ja, hier bin ich … sprich, dein Diener hört!“ Und ich habe meine Ohren weit geöffnet. Alles war auf Gott ausgerichtet. Ich war bereit zu hören. Und tatsächlich, Gott hat weitergeredet. Er hat mit mir gesprochen. Er hat mich in seinen Plan eingeweiht. Er hat mir alles erzählt. Und dann war wieder Stille.

Ich habe die ganze Nacht kein Auge mehr zugetan. Was Gott mir mitgeteilt hat, war nicht gerade erfreulich. Vor allem für Eli nicht. Und als ich Eli sein Frühstück gebracht habe, sollte ich ihm mitteilen, was Gott mir gesagt hatte. Oh, hatte ich da ein flaues Gefühl im Magen. Mir war richtig übel. Ich stotterte herum und suchte nach Worten. Aber Eli forderte mich auf: „Erzähl alles. Verschweige nichts!“ Und da erzählte ich Eli, dass Gott nicht mehr zuschauen wollte, wenn seine Söhne gegen Gottes Gebot verstießen. Und dass Gott wahrmachen würde, was er Eli schon einmal gesagt hatte, nämlich, dass seine Familie keine Priester mehr werden würden.

Das einzige, was Eli darauf geantwortet hat war: „Da hat Gott mit dir geredet. Und er soll machen, was er für das beste hält.“ Mehr nicht. „Da hat Gott mit dir geredet!“ Da hat Gott mit mir geredet.

Rahmengeschichte Teil 2 auf www.jungscharleiter.de

Andachtsimpuls

Die Geschichte lädt dazu ein, mit den Kindern ins Gespräch über Gottes Reden und unser Hören zu kommen. Hilfreich kann es sein, wenn die Mitarbeitenden von ihren eigenen Erfahrungen erzählen. Vielleicht ist das auch im Plenum möglich: Mehrere Mitarbeitende berichten, wie sie Gott hören. Dabei kommt heraus, dass Gottes Reden und unser Hören sehr vielfältig ist. Für manche wird ein Bibelvers zum Reden Gottes, manche werden durch Lieder angesprochen, wieder andere entdecken im Gespräch mit anderen Gottes „Stimme“. Sich Zeit für Gott zu nehmen und ihn mehr und mehr kennen lernen zu wollen sind wichtige Voraussetzungen. Hier können sich die Mitarbeitenden nochmal als Gesprächspartner für alle Fragen rund um Gott anbieten. Und sie sind Vorbilder, wie „Hören auf Gott“ gehen kann. Wichtig dabei ist, authentisch zu bleiben. Es gibt ja auch Tage, an denen man Gott nicht hört und das gehört auch dazu.

Gebet

Gott, du hast mit Samuel geredet.

Du hast ihn solange gerufen,

bis er dich erkannt hat.

Hilf uns,

dass wir dich immer besser kennen lernen,

und dass wir erkennen können,

wenn du uns etwas zu sagen hast.

Schärfe unsere Sinne und lass uns entdecken,

wie du heute zu uns redest.

Amen.

Ideen zur Vertiefung

Lieder

• Schwappdidu, Einfach Spitze Nr. 13

• Nicht links, nicht rechts, Einfach Spitze Nr. 114

Spiele und Basteleien

Hör-Memory

In jeweils zwei kleine Döschen oder Luftballons werden Dinge getan, die Geräusche verursachen (kleine Glöckchen, Reis, Erbsen, eine Büroklammer, Wasser …) Die Kinder bekommen die Aufgabe, die zwei gleichen Döschen/Luftballons zu finden.

Geräuschequiz

Eine Geräusche-Sammlung (CD oder Playliste) wird vorgespielt und die Kinder identifizieren die Dinge und Gegenstände.

Tipp:

Beide Spiele können mit den Kindern zusammen hergestellt werden.

Bibelstelle:

1. Samuel 3,19-21 und 7,2-17

(1. Samuel 4,1-18)

Besonderheiten:

Die Erzählung schlägt einen großen Bogen über mehrere Kapitel. Das ist notwendig, um den Gesamtzusammenhang der Geschichte zu verstehen.

  • Autor / Autorin: Christine Hassing
  • © EJW - Evangelisches Jugendwerk in Württemberg
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