Abraham. Mit Gott unterwegsAbraham. Mit Gott unterwegs

Einheit: Abraham. Mit Gott unterwegs

Verband: EJW - evangelisches Jugendwerk in Württemberg
Zeitbedarf: 45-90 Min. (Vorbereitung: 60-120 Min.)
Materialart: Gottesdienst-Entwurf
Zielgruppe: Junge Erwachsene
Einsatzgebiete: (Jugend-)Gottesdienst, Corona Spezial
Redaktion: jugonet
Benötigte Materialien: Postkarte(n), kopierter Bibeltext, Persönlicher Reiseführer, bunte Kärtchen mit Bibelversen
Bibelstelle: 1. Mose 11,27-12,17
1. Mose 11,27-12,17

27Das ist der Familienstammbaum von Terach:

Terachs Söhne sind Abram, Nahor und Haran.

Harans Sohn ist Lot.

28Haran starb zu Lebzeiten seines Vaters Terach

in seiner Heimat Ur in Babylonien.

29Sowohl Abram als auch Nahor heirateten.

Abrams Frau hieß Sarai und Nahors Frau hieß Milka.

Milka war die Tochter von Haran und Jiskas Schwester.

30Sarai konnte keine Kinder bekommen.

31Terach verließ Ur in Babylonien,

um in das Land Kanaan zu ziehen.

Er nahm seinen Sohn Abram mit

und seinen Enkel Lot, den Sohn Harans.

Auch seine Schwiegertochter Sarai ging mit,

die Frau seines Sohnes Abram.

Sie kamen bis nach Haran und blieben dort.

32Terach wurde 205 Jahre alt.

Er starb in Haran.

12

Die Geschichte von Abraham, Sara und Isaak

1. Mose/Genesis 12,1–26,35

Abraham zieht in das Land Kanaan

1. Mose/Genesis 12,1–14,24

Gott gibt Abraham einen Auftrag

1Der Herr sagte zu Abram:

»Verlass dein Land, deine Verwandtschaft

und das Haus deines Vaters!

Geh in das Land, das ich dir zeigen werde!

2Ich will dich zum Stammvater

eines großen Volkes machen.

Ich will dich segnen

und deinen Namen groß machen,

sodass du ein Segen sein wirst.

3Ich werde die segnen, die dich segnen.

Wer dir aber Böses wünscht, den werde ich verfluchen.

Alle Völker der Erde

sollen durch dich gesegnet werden.«

4Da ging Abram los,

wie der Herr es ihm befohlen hatte.

Lot ging mit ihm.

Abram war 75 Jahre alt, als er Haran verließ.

5Er nahm seine Frau Sarai mit

und Lot, den Sohn seines Bruders.

Auch ihr ganzes Hab und Gut nahm er mit.

Dazu kamen die Leute,

die sie in Haran hinzugewonnen hatten.

So brachen sie auf, um in das Land Kanaan zu gehen.

Nachdem sie Kanaan erreicht hatten,

6zog Abram weiter durch das Land.

Es war zu dieser Zeit von den Kanaanitern bewohnt.

Abram kam bis zu der Stelle bei Sichem,

wo die Orakeleiche steht.

7Da erschien der Herr dem Abram und sagte:

»Dieses Land werde ich deinen Nachkommen geben.«

Daraufhin baute Abram dort einen Altar

für den Herrn, der ihm erschienen war.

8Dann zog er weiter

in das Gebirge östlich von Bet-El.

Zwischen Bet-El im Westen und Ai im Osten

schlug er sein Zelt auf.

Auch dort baute er einen Altar für den Herrn

und rief den Herrn bei seinem Namen an.

9Dann brach Abram auf

und zog immer weiter nach Süden.

Abraham und Sara in Ägypten

10Im Land Kanaan brach eine Hungersnot aus.

Da zog Abram nach Ägypten,

um sich dort als Fremder niederzulassen.

Denn die Hungersnot lastete schwer auf dem Land.

11Kurz bevor er Ägypten erreichte,

sagte er zu seiner Frau Sarai:

»Ich weiß, dass du eine schöne Frau bist.

12Wenn dich die Ägypter sehen, werden sie sagen:

›Das ist seine Frau!‹

Dann werden sie mich umbringen,

dich aber werden sie am Leben lassen.

13Sag also, dass du meine Schwester bist!

Dann wird man mich dir zuliebe gut behandeln

und mich deinetwegen am Leben lassen.«

14Genauso kam es, als Abram in Ägypten eintraf.

Den Ägyptern fiel sofort auf, wie schön die Frau war.

15Auch die Hofbeamten des Pharao bemerkten sie

und schwärmten von ihr beim Pharao.

Da wurde die Frau in den Palast geholt.

16Ihr zuliebe behandelte der Pharao Abram gut.

Abram erhielt Schafe, Ziegen, Rinder, Esel,

Knechte und Mägde sowie Reittiere und Kamele.

17Doch wegen Sarai, Abrams Frau,

bestrafte der Herr den Pharao

und dessen Familie mit schlimmen Plagen.

BasisBibel 2012/2020, © Deutsche Bibelgesellschaft

Ablauf

Begrüßung und Votum
Gebet
Lieder
Stationenweg
Lieder
Gebet und Vaterunser
Segenslied
Segen
Ausklang

Material

  • Bilder, Postkarten zum Thema Aufbruch, Loslassen, Umzug: für jede Person 1
  • Bibeltext 1. Mose 11,27-12,17
  • Persönlicher Reiseführer für jede Person: mit Bibeltext und Impulsfragen für den Weg
  • Ermutigende Bibelverse zum Mitnehmen

Gemeinsamer Weg

Anmoderation: Wir machen uns jetzt gemeinsam auf den Weg. Im Wechsel folgen Bibeltexte, Impulse und ein Stück Weg. Manchen Weg gehen wir allein, andere zu zweit. Ob du was aus- oder ansprechen willst, ist deine Sache, und Fragen können auch übersprungen werden – einfach, wie es für dich passt. Wir beginnen mit einem Text aus der Bibel, der uns von einer Familie erzählt.

Station 1: Ur – jeder Mensch hat eine Geschichte

Gemeinsam den Bibeltext 1. Mose 11,27-30 lesen

27Das ist der Familienstammbaum von Terach: Terachs Söhne sind Abram, Nahor und Haran. Harans Sohn ist Lot. 28Haran starb zu Lebzeiten seines Vaters Terachin seiner Heimat Ur in Babylonien. 29Sowohl Abram als auch Nahor heirateten.Abrams Frau hieß Sarai und Nahors Frau hieß Milka. Milka war die Tochter von Haran und Jiskas Schwester. 30Sarai konnte keine Kinder bekommen.

Impuls

Abraham kommt aus Ur in Babylonien, dem heutigen Irka. Ur ist eine sehr große Stadt. Abraham ist Teil einer Großfamilie. Der Stammbaum zeigt das. Abrahams Familie – eine ganz normale Familie? Wer genau liest, merkt Besonderheiten. Wer genau liest, sieht die „Dochs“:

  • „Doch Haran starb noch vor seinem Vater Terach“ (V. 28). Schlimm, wenn ein Kind vor seinen Eltern stirbt. Schlimm, wenn Verlust Familien belastet. Wenn jemand weggeht. Wenn jemand stirbt.
  • „Doch Sarai konnte keine Kinder bekommen“ (V. 30). Auch das war schlimm. Etwas Wichtiges fehlt. Etwas, das sich Sarai so sehr wünscht. Da ist eine Lücke.

Wir alle haben eine Familie, zu der wir gehören. Eine Heimat, wo wir heimkommen. Das prägt uns. Vieles läuft da glatt und erfreulich, manches stellt sich quer – die „Dochs“ unserer Lebensgeschichte: …doch er blieb in der 10. Klasse sitzen. …doch ihre Eltern trennten sich, als sie 12 war. …doch er konnte nie mit auf Sommerfreizeiten fahren. …doch sie hatte eine Gehbehinderung.

Erster Wegabschnitt mit Impulsfragen – zu zweit:

  • Was bedeutet für dich Familie?
  • Was ist dir an deiner Familie wichtig?
  • Wo nervt dich etwas an deiner Familie? Wo stößt du auf „Dochs“?

Station 2: Los geht’s! – Aufbrechen hat seinen Preis

Gemeinsam den Bibeltext 1. Mose 11,31a lesen:

31Terach verließ Ur in Babylonien,um in das Land Kanaan zu ziehen. Er nahm seinen Sohn Abram mitund seinen Enkel Lot, den Sohn Harans. Auch seine Schwiegertochter Sarai ging mit, die Frau seines Sohnes Abram.

Impuls

Terach bricht mit seiner Familie auf. Sie haben ein Ziel: Kanaan. Das ist ganz schön weit weg. Abraham ist Teil des Aufbruchs. Er, seine Frau und sein Neffe Lot gehen mit. Ob freiwillig, wissen wir nicht. Wenn jemand aufbricht, dann gibt es einen Grund. Der Grund für den Aufbruch Abrahams wird aber nicht gesagt. Konflikte? Gottes Reden? Sehnsucht nach etwas Neuem? Es bleibt offen… Jeder Auf-Bruch ist auch ein Bruch: Man lässt etwas hinter sich. Etwas bricht ab. Deswegen kann es schwerfallen, aufzubrechen – es kostet etwas.

Mein Bild zum Aufbruch

Die Bilder zum Aufbruch liegen an der Station ausgebreitet auf dem Boden, so dass die BesucherInnen um die Bilder herumgehen können. Jede und jeder soll sich eins aussuchen, was ihn und sie anspricht (das kann positiv oder negativ sein).

Zweiter Wegabschnitt mit Impulsfragen –  zu dritt:

Geht den Wegabschnitt zu dritt zusammen und stellt euch nacheinander euer Bild vor:

  • Was spricht dich daran an?
  • Was gefällt dir, was gefällt dir nicht? Kommen Ängste in den Blick?

Station 3: Niedergelassen – Leben in der Gegenwart

Gemeinsam den Bibeltext 1. Mose 11,31b-32 lesen:

Sie kamen bis nach Haran und blieben dort. 32Terach wurde 205 Jahre alt. Er starb in Haran.

Impuls

Der Weg endet in der Türkei, nahe der Grenze zu Syrien. In Haran lassen sie sich nieder. Und nicht für einen Zwischenstopp, nein, dort werden sie sesshaft. Vom ursprünglichen Plan wird abgerückt. Hier ist‘s gut sein, hier bleiben wir. Und das stimmt: Abraham und seiner Familie geht es gut in Haran. Sie finden eine neue Heimat. Sie gehen ihrer Arbeit nach. Die Herden versorgen, sich um die Familie kümmern. Und vielleicht ist da auch noch das Gefühl, dass das Bisherige noch nicht alles gewesen sein soll.

Dritter Wegabschnitt mit Impulsfragen. Fragen an dich allein:

Wenn du aktuell auf dein Leben schaust:

  • Mit was bist du zufrieden?
  • Was hat sich eingespielt und macht dir Freude?

Station 4: Segen – neu in Bewegung kommen

Gemeinsam den Bibeltext 1. Mose 12,1-3 lesen:

1Der Herr sagte zu Abram: »Verlass dein Land, deine Verwandtschaft und das Haus deines Vaters! Geh in das Land, das ich dir zeigen werde! 2Ich will dich zum Stammvater eines großen Volkes machen. Ich will dich segnen und deinen Namen groß machen, sodass du ein Segen sein wirst. 3Ich werde die segnen, die dich segnen. Wer dir aber Böses wünscht, den werde ich verfluchen. Alle Völker der Erde sollen durch dich gesegnet werden.«

Impuls

Abraham lebt seinen Alltag. Einfach ganz normal. Wie immer. Da bekommt er einen Impuls von außen.

Wie das Reden war, wissen wir nicht: ob im Traum, als Stimme oder als Gefühl.

„GEH!“ Verlasse deine Heimat! – eine heftige Aufforderung. Brich auf aus der Komfortzone, raus aus dem Gewohnten. Mach dich auf den Weg! „Geh in das Land, das ich dir zeigen werde!“ Das Ziel ist noch offen. Da ist keine Sicherheit, keine Garantie. Doch der Impuls deckt sich mit dem eigenem Wunsch:

Wollte ich nicht schon früher woanders hin?

Und da war bei aller Unsicherheit ein großer Zuspruch: „Ich will dich segnen.“  Ich will, dass es dir gut geht, wenn du jetzt aufbrichst. Ich werde mit dir sein.

Ich werde mit dir Geschichte schreiben. Dein Leben wird folgenreich sein für andere.Geh! Du musst dich trauen!

Vierter Wegabschnitt mit Impulsfragen – zu zweit:

  • Wie geht es Abraham wohl mit Gottes Botschaft?
  • Wer kann dir einen Impuls von außen geben? Gott? Freunde? Familie?
  • Wo steht dir ein Aufbruch bevor?
  • Was macht dir dabei Lust, was Angst?

Station 5: Aufbruch und Ankunft in Kanaan – Neues wagen

Die letzte Station ist wieder beim Ausgangspunkt. In einem Körbchen liegen ermutigende Bibelverse zum Ziehen. Mitarbeitende stehen bereit, um die Teilnehmenden mit einem kurzen Wort zu segnen.

Gemeinsam den Bibeltext (1. Mose 12,4-7) lesen:

4Da ging Abram los,wie der Herr es ihm befohlen hatte.Lot ging mit ihm. Abram war 75 Jahre alt, als er Haran verließ. 5Er nahm seine Frau Sarai mit und Lot, den Sohn seines Bruders. Auch ihr ganzes Hab und Gut nahm er mit. Dazu kamen die Leute,die sie in Haran hinzugewonnen hatten. So brachen sie auf, um in das Land Kanaan zu gehen. Nachdem sie Kanaan erreicht hatten, 6zog Abram weiter durch das Land. Es war zu dieser Zeit von den Kanaanitern bewohnt. Abram kam bis zu der Stelle bei Sichem, wo die Orakeleiche steht. 7Da erschien der Herr dem Abram und sagte: »Dieses Land werde ich deinen Nachkommen geben.« Daraufhin baute Abram dort einen Altar für den Herrn, der ihm erschienen war.

Impuls

Abraham vertraut Gott und bricht auf. Abraham lässt vieles hinter sich. Das gehört dazu. Wer aufbricht, lässt auch etwas zurück. Wer öfters umzieht, weiß: Umzug heißt Ballast loswerden.

Aber: Aufbrechen heißt, nicht alles hinter sich lassen.

Wer mit Gott leben will, muss nicht alles Vertraute hinter sich lassen. Es geht vielmehr darum, Gott zu vertrauen. Zu vertrauen, wenn ich merke, etwas Neues ist dran. Es ist dran, gespurte Straßen zu verlassen und unbetretene Wege zu gehen.

Das kostet Mut. Aber die Zusage Gottes gilt auch uns: Er geht mit. Gott ist das Bindeglied zwischen Vergangenheit und Zukunft. Gott begegnet Abraham in Kanaan. Er merkt: Gott ist schon da. Er begleitet ihn, aber er geht auch schon voraus.

Der Aufbruch gehört zu unserem Leben. Es gibt kein Leben, das immer bleiben kann, wie es ist. Darin liegt aber auch Angst für die, die jetzt glücklich und zufrieden sind und ihr Leben so behalten wollen, wie es im Moment ist. Darin liegt Trost für die, die aufbrechen wollen, deren Leben sich verändert und die sich auf Neues freuen. Darin liegt Freude für die, die etwas ändern wollen.  „Es bleibt alles anders“ – singt Grönemeyer vor vielen Jahren. Zum Glück ist eines konstant: Gott geht mit.

  • Welchen Aufbruch willst du wagen?
  • Was verändert sich, wenn du weißt, dass Gott dich am neuen Ort schon erwartet?

Bei den nächsten Liedern kannst du dir einen ermutigenden Bibelvers ziehen. Als Zuspruch Gottes für deinen Aufbruch. Genieße ihn zunächst in der Stille, beim Zuhören, beim Mitsingen als persönliches Wort Gottes an dich. Und wenn du dann magst, kannst du dich von einer Mitarbeiterin / einem Mitarbeiter segnen lassen.

  • Autor / Autorin: Pfarrer Raphael Fauth
  • © jo

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