Abweisung zur ZuweisungAbweisung zur Zuweisung

Einheit: Abweisung zur Zuweisung

Verband: Deutscher EC-Verband
Zeitbedarf: 45-90 Min. (Vorbereitung: 15-45 Min.)
Materialart: Bibelarbeit
Zielgruppen: Jugendliche, Jugendliche (15-19 Jahre), Junge Erwachsene, Junge Erwachsene (18+), Studenten
Einsatzgebiete: (Jugend-)Gottesdienst, Freizeiten, Gruppenstunde, Predigtvorbereitung
Redaktion: echt.
Bibelstelle: Markus 5,1-5,20
Markus 5,1-5,20

5

Jesus befreit einen Mann, der von Dämonen beherrscht wird

Matthäus 8,28-34; Lukas 8,26-39

1Jesus und seine Jünger

kamen auf die andere Seite des Sees

in das Gebiet der Stadt Gerasa.

2Sofort als Jesus aus dem Boot stieg,

kam ihm aus den Grabkammern ein Mann entgegen.

Der war von einem bösen Geist besessen.

3Der Mann hatte sein Zuhause in den Grabkammern.

Niemand konnte ihn bändigen, nicht einmal mit Ketten.

4Schon oft hatte man ihm die Füße gefesselt

und Ketten angelegt.

Aber er hatte die Ketten und Fußfesseln

immer wieder zerrissen.

Keiner wurde mit ihm fertig.

5Tag und Nacht war er in den Gräbern

oder auf den Bergen.

Dabei schrie er und verletzte sich selbst mit Steinen.

6Als der Mann Jesus von Weitem sah,

lief er herbei und warf sich vor ihm nieder.

7Mit lauter Stimme schrie er: »Was willst du von mir,

Jesus, Sohn des höchsten Gottes?

Ich beschwöre dich bei Gott: Quäl mich nicht!«

8Denn Jesus hatte zu ihm gesagt:

»Du böser Geist, gib diesen Menschen frei!«

9Jesus fragte ihn: »Wie heißt du?«

Er antwortete:

»Ich heiße Legion, denn wir sind viele.«

10Und er bat Jesus:

»Vertreibe uns nicht aus dieser Gegend!«

11Auf einem Berghang in der Nähe

weidete eine große Schweineherde.

12Die bösen Geister baten Jesus:

»Schick uns doch in die Schweine,

damit wir in sie hineinfahren können.«

13Und er erlaubte es ihnen.

Da verließen die bösen Geister den Mann

und fuhren in die Schweine.

Die Herde stürzte sich den Abhang hinab in den See

und ertrank.

Es waren etwa 2000 Tiere.

14Die Schweinehirten ergriffen die Flucht

und erzählten davon in der Stadt und in den Dörfern.

Die Leute kamen herbei,

um selbst zu sehen, was geschehen war.

15Sie kamen zu Jesus und sahen den Mann,

in dem die Legion böser Geister gewesen war.

Er saß ruhig da, war angezogen und ganz vernünftig.

Da fürchteten sich die Leute.

16Diejenigen, die es mit angesehen hatten,

berichteten ihnen alles:

Was mit dem Mann geschehen war,

den die Dämonen beherrscht hatten,

und wie es den Schweinen ergangen war.

17Da forderten sie Jesus auf,

aus ihrer Gegend wegzugehen.

18Als Jesus in das Boot steigen wollte,

bat ihn der Mann, den die Dämonen beherrscht hatten:

»Ich möchte bei dir bleiben.«

19Aber er erlaubte es ihm nicht, sondern sagte zu ihm:

»Geh nach Hause zu deiner Familie.

Erzähl ihnen, was Gott für dich getan hat

und wie er dir seine Barmherzigkeit gezeigt hat.«

20Da zog der Mann los.

Er verkündete in dem Gebiet der Zehn Städte,

was Jesus für ihn getan hatte.

Und alle staunten darüber.

BasisBibel 2012/2020, © Deutsche Bibelgesellschaft

Bibelarbeit zu Markus 5,1-20 mit Erklärungen zum Text, Bedeutung für Heute und verschiedenen Ideen zur Umsetzung in einer Gruppenstunde.


Vorschau:

1. Erläuterungen zum Text

In dieser Geschichte wird berichtet, wie sich Jesus einem von einem unreinen Geist/Dämon besessenen Menschen zuwendet und ihm neues Leben in Freiheit schenkt, indem er ihn von dem Dämon befreit. Unmittelbar zuvor wird uns Jesus als der vorgestellt, der sogar Macht über „Wind und Meer“ (Mk 4,41) hat und unmittelbar danach als der, der Macht über Krankheit und selbst den Tod hat (Mk 5,29+42).

Jesus und seine Jünger kommen in das Gebiet der Zehn Städte, welches vor allem im Norden des Ostjordanlandes und damit auch südlich und östlich des Sees Genezareth liegt. Diese Region war nicht jüdisch, sondern primär hellenistisch römisch geprägt und für die Stadt Gerasa sind auch ein Zeus- und Artemistempel belegt. Es könnte aber auch sein, dass hier Gerasa mit Gergesa verwechselt wurde, da Gerasa ziemlich weit vom See Genezareth entfernt liegt. Fest steht jedoch, dass Jesus und seine jünger in einem Gebiet sind, dass nicht jüdisch, sondern heidnisch (sachlich: Heiden = Völker) geprägt ist. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass hier Schweinehirten und eine Schweineherde zu finden sind. In einem jüdisch geprägten Gebiet wäre dies ungewöhnlich, da nach dem jüdischen Verständnis Schweine als unrein gelten.

2. Bedeutung für heute

2.1 Heilung durch Jesus

Es ist durchaus damit zu rechnen, dass es auch heute noch Belastungen durch dämonische Mächte gibt, insbesondere dort, wo sich Menschen okkulten Praktiken ausgesetzt haben. Da dies ein schwieriges Thema ist, bei dem schnell falsche Ängste geschürt werden und besonders Personen mit psychischen Erkrankungen oder Belastungen für übersteigerte Ängste an dieser Stelle anfällig sind, kann hier darüber nachgedacht werden, in welchen Bereichen wir uns in unser Lebens-situation Befreiung ersehnen und benötigen.

Ein paar Fragen, die helfen können, dem auf die Sprünge zu kommen:

  • Wollen wir Jesus und sein uns veränderndes und lebensstiftendes Handeln, oder wollen wir in unserem Leben von Jesus ungestört bleiben?
  • Wo haben wir Orte des Todes/ Grabkammern zu unser „Wohnung“ gemacht?

2.2 Sendung durch Jesus

Die Abweisung des Wunsches des Geheilten, bei Jesus bleiben zu können und die damit verbundene Zuweisung/Sendung/Berufung zur Verkündigung Jesu Barmherzigkeit und Sendung ins Leben können wir auch für uns übernehmen.

Gerade Jugendliche und junge Erwachsene stellen sich oft die Frage, wo ihr Platz im Leben ist und wo Jesus sie hin beruft, bzw. hinsendet.

Da es bei der Frage nach der Berufung/ Sendung Jesu ein paar Gefahren gibt, drei Fragen dazu:

  1. a) Geraten wir bei der Frage in Furcht, weil wir lieber von Jesus ungestört bleiben wollen?

3. Methodik für die Gruppe

Austausch: low & high

Jeder kann je einen Punkt nennen der in der vergangenen Woche schlecht (low) und der gut (high) war.

 

Innere Ausrichtung

Beginnt mit einer Zeit der Stille, des Gebets und einigen Liedern.

 

Den Text verinnerlichen

Ließ den Text laut vor und gib dann den Einzelnen Zeit, den Text leise für sich zu lesen und zu verinnerlichen.

Alternative: Erzähle die Geschichte selbst. Versetze dich in die Situation und versuche, die dir wichtigen Punkte besonders hervorzuheben. Dies kann dir und anderen ermöglichen, die Geschichte mitzuerleben.

Danach sollten man den Bibeltext aber nochmal gemeinsam lesen.

 

Impuls

Erarbeite aus den „Erläuterungen“ und der „Bedeutung“ einen Impuls. Was spricht dich am stärksten an und wo willst du Schwerpunkte setzen?

Fragen zum Text für die Gruppe:

 

Meditation – Konkretion – Interaktion

Die Gruppe kann mit einbezogen werden, indem sich für den Punkt „Heilung durch Jesus“ jeder einen Stein und eine Kerze / ein Teelicht nimmt und diesen symbolisch an einem Kreuz ablegen kann. Der Stein steht für das, worunter man leidet und die Kerze / das Teelicht für die konkrete Heilung, Veränderung, Erneuerung die man von Jesus erbittet. („Was willst du, dass ich für dich tun soll?“)

 

Abschluss

Lasst zum Abschluss Zeit zur Besinnung und schließt mit einem Gebet ab.

 

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  • Autor / Autorin: Simon Weigt
  • © Deutscher EC-Verband

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