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| Materialart: | Gottesdienst-Entwurf |
| Zielgruppen: | Jugendliche, Jugendliche (15-19 Jahre), Mitarbeitende |
| Einsatzgebiet: | Gottesdienst |
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| Redaktion: | Jugendgottesdienstmaterial |
| Zeitbedarf: | - Min. |
| Bibelstelle: |
Offenbarung 21,5 anzeigen Bibelstelle
Offenbarung 21,5 5Und der auf dem Thron saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu! Und er spricht: Schreibe, denn diese Worte sind wahrhaftig und gewiss! Lutherbibel 2017, © Deutsche Bibelgesellschaft |
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Gottesdienst
Material: Zettel, Stifte, Holz, Anzünder und ein Platz zum Feuermachen, Essen/Getränke für ein Buffet zum Abschluss
Als wir über das Thema „Siehe, ich mache alles neu!“ nachgedacht haben, kamen viele Vorschläge, die mit recyceln zu tun haben. Das Alte wird genommen und daraus wird nun etwas Neues gemacht. Bei genauerem Hinsehen spricht der Text in der Offenbarung aber nicht davon. So lauten die Zeilen direkt vor der Jahreslosung:
„… und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen. Und der auf dem Thron saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu!“ (Offb 21,4+5a).
Es geht hier also nicht um: „Aus Alt mach Neu“. Vielmehr bleibt das „Siehe, ich mache alles neu!“ eine Verheißung, die nicht greifbar ist, weil sie sich als Gottes Werk sowieso jeder menschlichen Vorstellung entzieht. Deshalb soll es auch in diesem Gottesdienst nicht darum gehen, zu spekulieren, wie das Neue aussehen könnte. Mehr soll es um die Frage gehen, was alles nicht mehr sein wird.
Interessanterweise heißt es nicht: „das Alte vergeht“, sondern „das Erste“. Ich finde diesen Unterschied wichtig. In dem Begriff „Alten“ schwingt für mich auch die Bedeutung mit, dass etwas unbrauchbar oder veraltet geworden ist. In dem Sinne: „Das Alte war nur der Prototyp und jetzt kommt – nach der Testphase – das wirklich Gute.“ Im Begriff „Ersten“ könnte die Idee vom Prototyp zwar auch mitschwingen, doch beschreibt das Erste auch etwas Außergewöhnliches und unbedingt Zugehöriges (das erste Wort, die ersten Schritte).
Das Erste wird auch nicht umgewandelt – von einer Art „Recycling“ findet sich im Offenbarungstext nichts. Im Ersten waren Schmerzen, Leid, Geschrei und Tod. Ich verstehe das „Abwischen aller Tränen“ so, dass alles, was im Ersten gewesen ist, geheilt werden wird. Im Neuen wird es diese Dinge aber gar nicht mehr geben.
Die Abwesenheit von Schmerz, Leid, Geschrei und Tod ist neben der Existenz der Hütte Gottes bei den Menschen das Einzige, was sich über das Neue sagen lässt. Ich stelle fest, dass ich mir dieses Neue überhaupt nicht vorstellen kann, weil ich mir ein Leben ohne Schmerzen, Leid und Tod nicht vorstellen kann.
Meine ganze Erfahrung beruht auf der Fähigkeit, Schmerz und Leiden empfinden zu können. Dass ich nicht durch eine Wand laufen kann, erfahre ich durch den Schmerz, den ich empfinde, wenn ich versuche hindurchzugehen. Je mehr Gewalt (ohne Hilfsmittel) ich dafür anwende, desto größer wird der Schmerz bei dem Versuch, die Wand zu durchdringen.
Das ist die körperliche Perspektive. Auf der „seelischen Ebene“ geht es mir ähnlich. Wie sehr mir jemand fehlt und wie wichtig er mir ist, spüre ich, wenn der geliebte Mensch nicht mehr da ist. Es scheint, dass ich Liebe erst durch die Leiderfahrung, dass mir der andere fehlt, richtig erkennen und begreifen kann.
Wie soll also dieses Neue sein, ohne Leiden und Schmerzen? Ich kann es mir nicht vorstellen. Aber es wird gehen, weil es Gottes Werk ist. Aber wohin sollte es führen, sich Gedanken über das Aussehen des Neuen zu machen, wenn es für uns doch so unvorstellbar ist?
Deshalb soll in dem Gottesdienst vor allem Raum dafür sein, dem nachzugehen, was vergehen soll. In einem ersten Schritt beschäftigen wir uns zunächst etwas oberflächlich mit dem, was weg muss oder nervt und/oder uns von außen bedrängt. In einem zweiten Schritt soll die Reise ins Innere gehen. Was und/oder wer nervt und müsste weg bei mir selbst? Im dritten Schritt soll das, was vergehen soll, im Feuer symbolisch verbrannt werden. Im vierten Schritt gibt es zum Abschluss Frisches und Leckeres zu essen und zu trinken als Symbol für das Neue, das uns verheißen ist.
Hier kommt ein Vorschlag für einen Ablauf des Gottesdienstes. Lieder und Texte gebe ich im Ablauf nicht an. Einige Lied- und Textvorschläge gibt es am Ende.
„Siehe, ich mache alles neu!“ – Bevor etwas Neues gemacht werden kann, muss erst einmal anderes weg. Wer hat schon einmal einen Baum gepflanzt? Wer einen Baum pflanzt, muss dort, wo er ihn eingraben will, ein Loch graben. Was bisher dort gewachsen ist, muss weg, um dem Neuen, was nun wachsen soll, Raum zu geben. Letztlich ist das überall so: Wenn etwas Neues kommt, muss das Erste, das davor gewesen ist, weg. So läuft das bei uns in der Welt.
Aber wie ist es bei Gott? Wenn wir Menschen auf die Ewigkeit hin geschaffen sind, was bedeutet dann dieses Leben, das wir jetzt haben? Jesus ist oft gefragt worden: Wie ist es in Gottes Reich? Ist es bei Gott genauso wie auf der Erde? Jesus hat oft Geschichten erzählt, sehr bilderreich. Heute in diesem Gottesdienst nehmen wir ein Bild aus dem letzten Buch der Bibel, der Offenbarung. Und dann versuchen wir, dieses Bild ganz praktisch ein wenig auf unser jetziges Leben anzuwenden. Nun aber zuerst einmal die Worte:
Ich lese euch einen kleinen Abschnitt aus diesem letzten Buch der Bibel vor. (Offenbarung 21,1-5a vorlesen, die Übersetzung selbst wählen.)
Habt ihr etwas gemerkt? Dieses Leben jetzt, das wir gerade erleben, wird in diesem Text „das Erste“ genannt. Da gehört es dazu, dass es Schmerz, Leid, Geschrei und Tod gibt. Aber das vergeht, so viel ist klar. Um das so richtig nachzuempfinden, ist es vielleicht ganz hilfreich sich mal zu überlegen, was weg muss. Was nervt und führt zu Schmerz, Leid und Geschrei?
Zuerst nähern wir uns dem Thema mal ganz locker, im Gespräch miteinander. Worüber wärst du froh, wenn es verschwindet? Erzählt euch mal gegenseitig davon, zu zweit, zu dritt oder zu viert. Aber beurteilt nicht, was der andere sagt. Wenn einer sagt „die Schule müsste weg“, dann lasst das einfach mal so stehen. Nur eine Regel sollt ihr jetzt nicht übertreten: Ihr dürft euch keine Personen wegwünschen, egal wie anstrengend ihr sie findet.
Jede Kleingruppe bekommt außerdem zwei Zettel. Da schreibt ihr eure zwei Favoriten auf – das, wovon ihr gemeinsam sagt, dass es am meisten nervt und verschwinden sollte. Ihr habt 5 Minuten für euren Austausch.
Seid ihr gespannt, was die anderen so genannt haben? Ich bin es. Dann schauen wir mal, was am häufigsten genannt wurde. (Kurze Auswertung.)
Jetzt, nach diesem lockeren Schritt, wollen wir ein bisschen in die Tiefe gehen. In die eigene Tiefe. Dieses Mal alle einen Zettel. Da könnt ihr etwas draufschreiben, wenn ihr wollt, müsst ihr aber nicht. Dieses Mal sollt ihr aufschreiben: Was müsste an mir weg, damit ich mich richtig gut finden kann?
Und jetzt dürft ihr auch aufschreiben: Wer müsste weg, damit es mir besser geht? Allerdings bekommt ihr eine Zusatzaufgabe, wenn ihr eine Person oder Personengruppe aufschreibt. In dem Fall müsst ihr euch nämlich unbedingt auch überlegen, wofür diese Person steht.
Ich mache euch ein Beispiel: „Ich stelle mir vor, es gibt jemanden in meinem Leben und der heißt Franz-Josef. Der nervt mich so sehr, dass ich aufschreiben möchte: Franz-Josef soll weg. Es gibt dafür auch einen Grund: Der Franz-Josef macht sich nämlich immer lustig über mich, sodass die anderen über mich lachen. Dann fühle ich mich klein und verachtet. Wer will schon klein gemacht werden? Ich bin doch auch nicht schlechter als der Franz-Josef. Genau genommen müsste nicht Franz-Josef weg, sondern meine Angst davor, ausgelacht zu werden. Ich wünschte, ich hätte mehr Selbstvertrauen und Mut und könnte dem Franz-Josef einfach ins Gesicht lachen. Ich weiß nämlich, dass der mich abwerten muss, um sich selbst gut zu fühlen.“ Genau genommen steht Franz-Josef also für meine Angst, die ich habe, ein „Niemand“ zu sein. Diese Angst soll verschwinden.
Ich könnte euch noch viel mehr Beispiele nennen. Ich hoffe, ihr habt ein wenig verstanden, worauf es mir ankommt. Mir ist wichtig, dass ihr, wenn ihr eine Person aufschreibt, euch auch aufschreibt, welchen Schmerz, welches Leid, diese Person bei euch verursacht. Denn genau diesen Schmerz und dieses Leid, das wollt ihr nicht mehr. Deutlich wird es durch die Person, die diesen Schmerz in euch verursacht. Jede Person, die du dir wegwünschst, steht also für etwas, was dich klein macht, dir Angst macht, oder dich einengt. Deshalb überlege dir, was gleichzeitig mit der Person, die dich nervt, aus deinem Leben verschwinden soll.
(5–10 Minuten für eigenes Nachdenken)
Wir gehen nun gemeinsam ans Feuer.
Wir wollen hier am Feuer die Zettel verbrennen – ganz gleich, ob du etwas aufgeschrieben hast oder nicht. Vielleicht hast du auch nur nachgedacht, ohne aufzuschreiben. Wir verbrennen hier alles, von dem du dir wünschst, dass es vergeht. Wenn da Namen auf deinem Zettel stehen, dann weißt du jetzt, dass es nicht um den Menschen geht, den du vernichten willst, sondern um den Schmerz und das Leiden, dass du durch sie oder ihn erfährst. Das muss geheilt werden. Jesus hat versprochen, dass das, was hier in unserer Welt manchmal so weh tun kann, vergehen wird. Und er hat versprochen, dass er heilen wird, was schlimm gewesen ist. Keine Träne ist vergessen. Alles was du verbrennst, weil es Schmerzen und Leid bringt, weil es dich klein macht und verängstig, wird vergehen. Das ist ein Versprechen. Es ist nicht einfach weg, wenn wir es jetzt verbrennen, aber wir machen uns damit bewusst, dass es vergehen wird und dass Gott die Tränen abwischen wird. Das, was wir hier jetzt machen, soll uns helfen, unser Vertrauen in Gottes Liebe zu stärken. Und wo das Vertrauen ein wenig gestärkt wird, wirst du sicherlich ein kleines bisschen mutiger und zuversichtlicher werden.
Wieder in der Kirche: Wir sind im letzten Teil unseres Gottesdienstes. Wir sind etwas losgeworden. Jetzt ist die Zeit, das Neue zu schmecken. Hier vorne ist eine Tafel mit Frischem und Leckerem, aufgebaut als ein Zeichen für das Neue, das uns versprochen ist. Das Neue ist unbeschreiblich. Ich kann mir ein Leben ohne Leiden und Schmerzen gar nicht so richtig vorstellen. Wie soll das funktionieren? Das hat eine ganz andere Qualität als das, was ich hier in dieser Welt kenne. Aber es wird gut. Daran soll das Essen und Trinken erinnern. Nehmt euch, esst und trinkt und erzählt euch Gutes und Fröhliches, denn eins ist uns verheißen: Gott macht alles neu und das Erste, das mit Schmerz, Leid und Tod gefüllt war, wird vergehen.
Und übrigens: Das Erste war nicht schlecht, es lehrt uns ganz schön viel, aber es geht zu Ende. Es hat seine Zeit und seinen Sinn gehabt, auch wenn du und ich ihn wahrscheinlich nicht erfassen können. Aber da wartet etwas Neues auf dich. Warum? Weil Gott dich wollte und dich über allen Maßen liebt. Glaubst du das? Vielleicht kannst du es lernen zu glauben, deshalb komm und schmecke es am Tisch des Herrn!
(Zeit für Essen, Trinken und Gespräche)
Zwischen den Schritten kann beliebig viel gesungen, gebetet oder gelesen werden. Hier ein paar wenige Lied- und Textvorschläge:
Textvorschläge
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