Alles wäre einfacher ohne die anderen. / Vom Umgang mit KonfliktenAlles wäre einfacher ohne die anderen. / Vom Umgang mit Konflikten

Einheit: Alles wäre einfacher ohne die anderen. / Vom Umgang mit Konflikten

Verband: Deutscher EC-Verband
Zeitbedarf: 90-120 Min. (Vorbereitung: 30-45 Min.)
Materialart: Bibelarbeit
Zielgruppen: Jugendliche (15-19 Jahre), Teens (12-16 Jahre)
Einsatzgebiet: Gruppenstunde
Redaktion: TEC:
Benötigte Materialien: 1 Bluetooth - Lautsprecher, 1 Laptop, Kreppband, Bibel(n) (für Teilnehmende),
Bibelstelle: Apostelgeschichte 15
Apostelgeschichte 15

15

Die Versammlung der Apostel und Gemeindeältesten in Jerusalem

Apostelgeschichte 15,1-35

Die Streitfrage: Müssen Christen aus den anderen Völkern beschnitten werden?

1Da kamen einige Leute aus Judäa nach Antiochia.

Sie erklärten den Brüdern:

»Ihr müsst euch beschneiden lassen,

wie es nach Mose Vorschrift ist.

Sonst könnt ihr nicht gerettet werden.«

2Das verursachte große Aufregung in der Gemeinde.

Paulus und Barnabas gerieten

mit den Männern in heftigen Streit.

Deshalb beschloss man,

Paulus, Barnabas und einige andere aus der Gemeinde

nach Jerusalem zu schicken.

Dort sollten sie die Streitfrage

den Aposteln und Gemeindeältesten vorlegen.

3Paulus, Barnabas und ihre Begleiter

wurden von der Gemeinde zum Abschied

aus der Stadt geleitet.

Dann reisten sie durch Phönizien und Samarien.

Überall, wo sie hinkamen, erzählten sie,

wie die Menschen aus den Völkern

den Glauben angenommen hatten.

Damit lösten sie bei allen Brüdern und Schwestern

große Freude aus.

Die Forderung der Pharisäer

4Schließlich kamen Paulus, Barnabas und ihre Begleiter

in Jerusalem an.

Dort wurden sie von der ganzen Gemeinde empfangen.

Auch die Apostel und Gemeindeältesten waren dabei.

Sie berichteten ausführlich,

was Gott durch sie bewirkt hatte.

5Aber einige von der Gruppe der Pharisäer,

die zum Glauben an Jesus gekommen waren, standen auf.

Sie forderten: »Man muss diese Menschen beschneiden

und von ihnen verlangen,

das Gesetz des Mose zu befolgen!«

Die Rede des Petrus

6Daraufhin versammelten sich die Apostel

und die Gemeindeältesten,

um über diese Frage zu beraten.

7Dabei kam es zu einem heftigen Streit.

Da stand Petrus auf und sagte zu ihnen:

»Brüder, ihr wisst doch, dass Gott schon längst

hier bei euch die Entscheidung getroffen hat:

Durch meine Verkündigung

sollten die Menschen aus den anderen Völkern

die Gute Nachricht hören und zum Glauben kommen.

8Gott, der ja die Herzen kennt,

hat das selbst bestätigt:

Er hat auch ihnen den Heiligen Geist gegeben –

genauso wie uns.

9Er hat keinen Unterschied

zwischen uns und ihnen gemacht.

Durch den Glauben hat er ihre Herzen

von allen Sünden gereinigt.

10Warum stellt ihr nun Gott auf die Probe

und legt den Jüngern ein Joch auf den Nacken?

Weder unsere Vorfahren noch wir selbst

waren stark genug, ein solches Joch zu tragen!

11Im Gegenteil: Wir glauben,

durch die Gnade des Herrn Jesus gerettet zu werden –

genauso wie sie!

Davon sind wir überzeugt.«

Der Bericht von Paulus und Barnabas und die Rede des Jakobus

12Da schwieg die ganze Versammlung

und hörte Barnabas und Paulus zu.

Sie berichteten von den Zeichen und Wundern,

die Gott durch sie

bei den Menschen aus anderen Völkern vollbracht hatte.

13Als Paulus und Barnabas

mit ihrem Bericht zu Ende waren,

ergriff Jakobus das Wort:

»Brüder, hört mir zu!

14Simon hat deutlich gemacht,

wie Gott selbst sich als Erster

den Menschen aus anderen Völkern zugewandt hat.

Aus ihnen hat er ein Volk gebildet, das zu ihm gehört.

15Das stimmt mit den Worten der Propheten überein.

Dort heißt es:

16›An dem Tag, nachdem ich Gericht gehalten habe,

werde ich mich euch wieder zuwenden.

Ich werde die verfallene Hütte Davids wieder aufbauen.

Aus ihren Trümmern werde ich sie aufrichten

und sie neu erstehen lassen.

17Dann werden die Menschen, die übrig geblieben sind,

mich, den Herrn, suchen –

auch die Menschen aus anderen Völkern,

die ja mein Eigentum sind.

Das sagt der Herr, der damit ausführt,

18was er von jeher angekündigt hat.‹

19Deshalb bin ich der Ansicht,

wir sollten die Menschen aus anderen Völkern,

die sich Gott zuwenden,

nicht unnötig belasten.

20Wir sollten sie lediglich in einem Brief auffordern,

einige Dinge zu unterlassen, die sie unrein machen:

Sie sollen sich nicht

an der Verehrung von Götzen beteiligen

und keine verbotenen sexuellen Beziehungen eingehen.

Und sie sollen kein Fleisch von Tieren essen,

die nicht ausgeblutet sind,

oder auf andere Weise Blut zu sich nehmen.

21Denn diese Vorschriften des Mose werden

seit vielen Generationen in allen Städten verkündet.

An jedem Sabbat werden sie

in den Synagogen vorgelesen.«

Der Beschluss der Gemeinde und der Brief nach Antiochia

22Darauf fassten die Apostel und die Gemeindeältesten

sowie die ganze Gemeinde einen Beschluss:

Sie wollten Männer aus ihrer Mitte wählen,

und sie zusammen mit Paulus und Barnabas

nach Antiochia schicken.

Die Wahl fiel auf Judas, genannt Barsabbas, und Silas,

die zu den führenden Männern in der Gemeinde gehörten.

23Den beiden gaben sie folgendes Schreiben mit:

»Wir, die Apostel und Gemeindeältesten, eure Brüder,

senden unsere Grüße:

an die Brüder und Schwestern in Antiochia,

Syrien und Kilikien,

die aus den anderen Völkern stammen.

24Wie wir erfahren haben,

waren einige aus unserer Gemeinde bei euch.

Was sie euch sagten, hat euch erschreckt

und zutiefst beunruhigt.

Dazu hatten sie von uns keinen Auftrag.

25Wir haben einstimmig beschlossen,

ausgewählte Männer zu euch zu schicken.

Sie kommen zusammen mit unseren geliebten Brüdern

Barnabas und Paulus.

26Es sind Männer, die für unseren Herrn Jesus Christus

ihr Leben aufs Spiel gesetzt haben:

27Wir haben Judas und Silas zu euch geschickt.

Sie werden euch dasselbe auch noch mündlich mitteilen.

28Der Heilige Geist und durch ihn auch wir

haben nämlich beschlossen,

euch keine weiteren Lasten aufzubürden.

Nur die folgenden Dinge solltet ihr unbedingt beachten:

29Esst kein Fleisch von Tieren,

die als Opfer für Götzen geschlachtet wurden.

Nehmt kein Blut zu euch.

Verzehrt kein Fleisch von Tieren,

die nicht ausgeblutet sind,

und geht keine verbotenen sexuellen Beziehungen ein.

Wenn ihr dies vermeidet, macht ihr alles richtig.

Und nun lebt wohl!«

Die Gesandschaft nach Antiochia

30Paulus, Barnabas und die beiden Abgesandten

wurden in Jerusalem feierlich verabschiedet

und gingen nach Antiochia.

Dort riefen sie die ganze Gemeinde zusammen

und übergaben den Brief.

31Er wurde vorgelesen,

und alle freuten sich über den ermutigenden Bescheid.

32Judas und Silas, die beide selbst Propheten waren,

sprachen lange mit den Brüdern und Schwestern.

Sie machten ihnen Mut und bestärkten sie im Glauben.

33Die beiden blieben noch einige Zeit dort.

Dann wurden sie von der Gemeinde

mit Segenswünschen verabschiedet.

Sie kehrten nach Jerusalem zu denen zurück,

die sie abgesandt hatten.

34[...]

35Paulus und Barnabas aber blieben in Antiochia.

Zusammen mit vielen anderen unterwiesen sie

die Gemeinde im Wort des Herrn

und verkündeten die Gute Nachricht.

Die zweite Missionsreise des Paulus

Apostelgeschichte 15,36–18,22

Paulus und Silas brechen zur zweiten Reise auf

36Nach einiger Zeit sagte Paulus zu Barnabas:

»Lass uns noch einmal alle Städte besuchen,

in denen wir das Wort des Herrn verkündet haben.

Wir wollen sehen,

wie es den Brüdern und Schwestern dort geht.«

37Barnabas wollte auch Johannes Markus dabeihaben.

38Aber Paulus lehnte es ab, ihn noch einmal mitzunehmen.

Er hatte sie ja in Pamphylien im Stich gelassen

und nicht weiter bei ihrer Arbeit unterstützt.

39Es kam zu einer heftigen Auseinandersetzung.

Schließlich trennten sich Paulus und Barnabas.

Barnabas nahm Markus mit und segelte nach Zypern.

40Paulus wählte sich Silas zum Begleiter.

Die Brüder und Schwestern beteten,

dass die Gnade des Herrn ihn begleite.

Dann machte er sich auf den Weg.

41Er reiste durch Syrien und Kilikien

und bestärkte die Gemeinden im Glauben.

BasisBibel 2012/2020, © Deutsche Bibelgesellschaft

Konflikte gehören zum Leben dazu. Sie klären vieles, machen Standpunkte klar und können, wenn sie fair ausgetragen werden, das Verhältnis zueinander nachhaltig verbessern. Nur streiten Christen ja nicht, oder? Ein Stundenentwurf der hilft, nach biblischen Prinzipien Konflikte konstruktiv zu lösen.


Vorschau:

1. Vorbemerkungen

Dort, wo Menschen zusammenkommen, unterschiedliche Meinungen aufeinandertreffen und über Fragen gestritten wird, gehören Konflikte immer dazu. Konflikte können Standpunkte klären, eigenes Verhalten reflektieren und wenn sie fair ausgetragen werden, Beziehungen heilen und vertiefen. In vielen Fällen gehen wir dem Konflikt lieber aus dem Weg, statt uns darauf einzulassen. Auch haben wir verlernt, miteinander in einer guten Art und Weise über Lebensstile, Differenzen und theologische Fragen zu diskutieren. Stattdessen wird vieles lieber abgenickt, stehen gelassen und durchgewunken, anstatt sich wirklich damit zu beschäftigen. In einer Welt, in der es immer mehr heißt: Ich bin okay, du bist okay, alles okay! Dieser Stundenentwurf soll helfen, konstruktiv mit Konflikten umzugehen, eigene Sichtweisen zu hinterfragen und Empathie für das Erleben der anderen zu schaffen. Am Ende steht nicht der Zwiespalt, sondern Aussprache und Versöhnung. Immer mit dem Ziel, voneinander zu lernen und miteinander geistlich zu wachsen. „Soweit es möglich ist und auf euch ankommt, lebt mit allen in Frieden“ (Röm 12,18).

2. Zielgedanke

Dieser Entwurf dient einem großen Überblick über das Thema und bietet die Vorlage, bei aktuellen Konflikten intensiver einzusteigen.

3. Einführung inkl. Exegese

Seit Jahrtausenden leben Menschen mit Konflikten auf der Erde. Manche enden tödlich wie bei Kain und Abel. Andere verschwinden einfach, werden verschleppt oder ausgetragen. Die Bibel nennt viele Ursachen von Konflikten und Streit: Übermut und Stolz (Spr 13,10), Missgunst (Jak 3,16) oder auch egoistisches Denken (Jak 4,1 f.). Dabei sind Konflikte nicht nur gegen Gott und Menschen gerichtet, auch Konflikte mit uns selbst führen wir täglich.

Doch die Bibel nennt nicht nur Ursachen, sondern auch Lösungsmöglichkeiten und Ideen, angemessen auf Konflikte zu reagieren. Konflikte sollen nicht unter den Teppich gekehrt, sondern offen und konstruktiv angesprochen werden. Wie zum Beispiel in Apostelgeschichte 15, wo es seitenweise um theologische Fragen und Grundsatzpositionen geht. Die große Herausforderung bleibt aber, damit in einer guten Art und Weise umzugehen. Ansprechen, diskutieren, hinterfragen, einfühlen und dort, wo Verletzungen geschehen, Vergebung anbieten.

Am Ende bleibt: Ein Konflikt ist kein Unglücksfall, sondern eine Aufgabe.

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  • Autor / Autorin: Hans Christian Graß
  • © Deutscher EC-Verband