Andacht zur Jahreslosung 2026

Einheit | Andacht
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Andacht zur Jahreslosung 2026

Enthalten in:
Materialart: Andacht
Zielgruppen: Jugendliche, Junge Erwachsene, Mitarbeit
Einsatzgebiet: Gruppenstunde
Verband: EJW - Evangelisches Jugendwerk in Württemberg
Redaktion: EJW
Zeitbedarf: 5-10 Min. (Vorbereitung: 5-10 Min.)
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Gott spricht: Siehe, ich mach alles neu! (Off 21,5 L)

Alles wird neu … Das haben wir alle schon einmal erlebt. Blöd nur, dass sich ausgerechnet daran niemand von uns mehr erinnern kann. Es war damals, als wir geboren wurden. Danach wurde nie wieder „alles“ neu für uns – wir haben immer etwas Bisheriges erweitert, an Altes angeschlossen oder auf Bestehendes aufgebaut. Nur die Sehnsucht ist geblieben, dass es irgendwann noch einmal geschieht. Und nun kommt Gott und sagt: Du wirst das noch einmal erleben, dass alles, wirklich alles neu für dich wird!

Was soll das sein?

Und wie kommen wir darauf?


Wir schreiben das Ende des ersten Jahrhunderts. Der römische Kaiser Domitian verlangt von seinen Bürgerinnen und Bürgern, dass sie ihn als Kaiser und Gott verehren. Das ist für die Christinnen und Christen undenkbar. Sie verweigern sich. Sie wollen keinen Menschen als Gott anbeten. Für sie gibt es nur einen Gott. Den, der in Jesus Mensch geworden ist. Dem Kaiser in Rom gefällt das gar nicht. Er beginnt sie zu verfolgen. Es bricht eine üble Zeit für sie an.


Zu dieser Zeit wird Johannes, der inzwischen alt gewordene Jünger Jesu, gefangen genommen. Man verbannt ihn auf die kleine griechische Insel Patmos. Dort geschieht Außergewöhnliches. Jesus zeigt ihm in Bildern das, was in der „Offenbarung des Johannes“ beschrieben ist. Es ist ein nüchterner, vor allem aber ein trost- und hoffnungsvoller Blick in die Zukunft. Mit der finalen Aussage: Am Ende … wird alles neu!


Und auch wenn wir bis dahin in Not geraten, handlungsunfähig werden, dem Zerfall ganzer Systeme um uns herum hilflos zuschauen müssen: Jesus ist und bleibt größer und mächtiger als all das, was uns das Leben eng macht. Er trägt uns durch und verliert dabei das Ziel nicht aus den Augen. Durch alle Zeiten hindurch bleibt der dreieinige Gott auf das Ende fokussiert. Und dass er dann alles neu machen wird … es ist, als würde sich das jetzt schon in seinem Handeln spiegeln.

Wie kann das sein? Woran liegt das?


Nun, das liegt zunächst darin begründet, dass der Schöpfer der Welt bis heute nie aufgehört hat, Neues zu schaffen. Mit jedem Herzschlag, mit jedem neuen Morgen, mit jedem neuen Augenblick kommt ein Funke „Neues“ in unser Leben hinein. Es bleibt nie – gar nie – wirklich alles beim Alten. „Denn siehe …“ – schau genau hin – hört Johannes Gott sagen: „Ich mache neu!“ Und das hat einen Grund. Es liegt im Wesen Gottes begründet. Denn Gott selbst ist der ewig Neue.


„Gott ist jung“, hat der ehemalige Papst Franziskus einmal Jugendlichen gesagt. Gott ist nicht alt, nicht handlungsschwach, hilflos eingeschränkt oder ohnmächtig. Im Kern ist er jung. Er handelt mit der Erfahrung einer Ewigkeit und der Schaffens-Lust des Jung-Seins. Darum hat er nie aufgehört, Neues zu denken, Neues zu kreieren und voranzutreiben. Mitten in unser Leben hinein.
Die ganze Schöpfung atmet diesen Wesenszug Gottes. Jede Blume, die am Morgen neu erblüht. Jede neue Welle, die aus dem Meer ans Ufer rollt. Jede Geburt eines Wesens, das auf geheimnisvolle Weise neu ins Leben kommt, zeigt etwas davon: Gott ist jung. Er führt eine ganze Welt ständig ins Neue. Sogar dann, wenn wir meinen, alles sei zu Ende.


Wie eindrücklich war das für mich, als ich am Sterbebett eines alten Freundes saß und er mir erzählte, wie ungeduldig er Neuem entgegensieht. „Weißt du,“ sagte er, „ich fühle mich wie ein Küken im Ei. Der Dotter, das, was mir einmal Kraft gegeben hat, ist längst aufgebraucht. Jetzt warte ich darauf, dass das Ei Sprünge bekommt und ich aufbrechen kann in ein neues, ein ganz anderes, ein ewiges Leben.“ Er ist längst aufgebrochen. Vorausgegangen ins Neuland, das wir alle einmal nach dem Leben auf dieser Erde betreten werden. Dann wird das erste Mal für uns fast alles neu werden. Und doch wird selbst das nur eine Vorahnung liefern auf das, was dann noch kommt.


Johannes sieht es auf der Insel Patmos vor Augen. Er hört, wie Gott es sagt: Eines Tages – wenn die Zeit dafür reif ist – werde ich alles neu machen. Alles! Dann wird der Tod nicht mehr sein. Es wird kein Leid und kein klagendes Geschrei mehr geben. Keine Kriege. Keinen Hunger. Keine Ungerechtigkeiten mehr. Eine neue Welt. In der alle Tränen von unseren Augen abgetrocknet sein werden. Ein für alle Mal.


Der Tag kommt. Schau genau hin. Es ist, als hätte er schon begonnen! Aber das ist nur der Anfang. Am Ende aller Zeiten wird Gott wirklich „alles“ neu machen. Und bis dahin macht er es schon jeden Tag … ein wenig.

  • Autor / Autorin: Dieter Braun
  • © EJW - Evangelisches Jugendwerk in Württemberg
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