Angst und BangeAngst und Bange

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Einheit: Angst und Bange

Verband: Deutscher EC-Verband
Zeitbedarf: 60-90 Min. (Vorbereitung: 20-30 Min.)
Materialart: Stundenentwurf
Zielgruppen: Kinder, Kinder/ Pre-Teens (10-13 Jahre)
Einsatzgebiet: Gruppenstunde
Redaktion: JUMAT
Benötigte Materialien: Verkleidung (Ruben und Josef), Lineal, Schere(n), Kleber, Papier (3 gleich große Blätter, 1 davon stärker), Flipchart (und Stift), kleine Zettel (mit Merkvers)
Bibelstelle: 1. Mose 42
1. Mose 42

42

Josefs Brüder kommen nach Ägypten

1. Mose/Genesis 42,1–47,26

In Kanaan herrscht eine große Hungersnot

1Als Jakob erfuhr, dass es in Ägypten Getreide gab,

sagte er zu seinen Söhnen:

»Warum schaut ihr einander so ratlos an?«

2Er fügte hinzu: »Ich habe gehört,

dass es in Ägypten Getreide gibt.

Geht dorthin und kauft welches für uns,

damit wir am Leben bleiben und nicht umkommen!«

3Daraufhin zogen zehn von Josefs Brüdern los,

um in Ägypten Getreide zu kaufen.

4Nur Benjamin, den Bruder Josefs,

schickte Jakob nicht mit dessen Brüdern fort.

Denn er dachte: »Es soll ihm kein Unglück zustoßen.«

5So kamen Israels Söhne nach Ägypten,

um Getreide zu kaufen,

zusammen mit vielen anderen.

Denn in Kanaan herrschte Hungersnot.

Josef trifft auf seine Brüder

6Josef hatte die Macht in Ägypten

und war zuständig für den Getreideverkauf an die Leute.

Als seine Brüder zu ihm kamen,

warfen sie sich vor ihm nieder.

7Josef sah seine Brüder an und erkannte sie.

Aber er verhielt sich ihnen gegenüber wie ein Fremder

und fragte sie streng: »Woher kommt ihr?«

Sie antworteten: »Wir kommen aus Kanaan,

um Getreide zu kaufen.«

8Josef hatte seine Brüder erkannt,

sie aber erkannten ihn nicht.

9Josef erinnerte sich an das,

was er einst von seinen Brüdern geträumt hatte,

und sagte zu ihnen: »Ihr seid Spione!

Ihr seid hergekommen,

um die Schwachstellen des Landes auszukundschaften.«

10Sie entgegneten: »Nein, Herr!

Deine Knechte sind gekommen,

um Getreide zu kaufen.

11Wir sind alle Söhne desselben Mannes

und ehrliche Leute.

Deine Knechte sind keine Spione!«

12Aber er erwiderte: »Doch!

Ihr seid nur hergekommen,

um die Schwachstellen des Landes auszukundschaften.«

13Sie antworteten: »Deine Knechte sind zwölf Brüder

und Söhne eines Mannes, der im Land Kanaan lebt.

Der Jüngste ist beim Vater geblieben,

und einer lebt nicht mehr.«

14Josef sagte zu ihnen: »Es ist so,

wie ich es euch gesagt habe: Ihr seid Spione!

15Eure Aussage soll überprüft werden!

Beim Leben des Pharao:

Ihr dürft erst dann wieder von hier fortgehen,

wenn euer jüngster Bruder hierherkommt.

16Schickt einen von euch los,

um euren Bruder zu holen!

Ihr anderen seid verhaftet.

So wird überprüft, ob ihr die Wahrheit gesagt habt.

Wenn nicht – beim Leben des Pharao –,

dann seid ihr Spione.«

17Dann ließ er sie drei Tage lang in Haft nehmen.

18Am dritten Tag sagte Josef zu ihnen:

»Das sollt ihr tun, wenn ihr am Leben bleiben wollt.

Denn ich fürchte Gott.

19Wenn ihr ehrliche Leute seid,

dann lasst einen von euch Brüdern im Gefängnis zurück.

Ihr anderen dürft gehen.

Bringt das Getreide nach Hause,

das ihr gegen den Hunger gekauft habt.

20Doch ihr müsst mir euren jüngsten Bruder bringen!

Dann will ich euren Worten glauben,

und ihr müsst nicht sterben.«

Die Brüder gingen darauf ein.

21Sie sagten zueinander:

»Ja, das ist die Strafe für das,

was wir unserem Bruder angetan haben.

Wir haben seine Todesangst gesehen.

Als er uns um Erbarmen anflehte,

haben wir uns taub gestellt.

Deswegen müssen wir selbst nun diese Angst ausstehen.«

22Ruben entgegnete ihnen:

»Habe ich damals nicht zu euch gesagt:

›Tut dem Jungen nichts an!‹?

Aber ihr habt nicht auf mich gehört.

Jetzt werden wir für seinen Tod bestraft.«

23Sie wussten nicht, dass Josef sie verstand.

Denn ein Übersetzer vermittelte zwischen ihnen.

24Da wandte sich Josef von ihnen ab und weinte.

Dann kehrte er wieder zu den Brüdern zurück

und setzte das Gespräch fort.

Schließlich ließ er Simeon ergreifen

und vor ihren Augen fesseln.

25Josef befahl, ihre Gefäße mit Getreide zu füllen

und jedem sein Geld in den Sack zurückzulegen.

Sie sollten auch Verpflegung für die Reise erhalten.

So geschah es.

26Die Brüder luden das Getreide auf ihre Esel

und zogen los.

27In der Herberge öffnete einer von ihnen seinen Sack,

um seinem Esel Futter zu geben.

Da sah er sein Geld oben im Getreidesack liegen.

28Er sagte zu seinen Brüdern:

»Mein Geld ist wieder da.

Seht her! Es liegt in meinem Getreidesack.«

Da blieb ihnen fast das Herz stehen,

und sie sagten zitternd zueinander:

»Was hat Gott uns da angetan?«

29Als sie zu ihrem Vater Jakob nach Kanaan kamen,

berichteten sie ihm alles, was sie erlebt hatten:

30»Der Herr des Landes hat uns streng befragt.

Er hat uns für Leute gehalten,

die das Land auskundschaften wollen.

31Wir sagten zu ihm:

›Wir sind ehrliche Leute und keine Spione.

32Wir sind zwölf Brüder,

Söhne desselben Vaters.

Aber einer von uns lebt nicht mehr,

und der Jüngste ist beim Vater in Kanaan geblieben.‹

33Da sagte der Herr des Landes zu uns:

›Ich werde herausfinden, ob ihr ehrliche Leute seid.

Lasst einen von euch Brüdern bei mir zurück!

Ihr anderen bringt das Getreide nach Hause,

das ihr gegen den Hunger gekauft habt.

Ihr dürft gehen.

34Doch ihr müsst mir euren jüngsten Bruder bringen.

Dann glaube ich euch, dass ihr keine Spione seid,

sondern ehrliche Leute.

Dann gebe ich auch euren Bruder wieder frei,

und ihr dürft euch ungestört im Land bewegen.‹«

35Doch als sie ihre Säcke ausleerten,

fand jeder von ihnen seinen Geldbeutel darin.

Als sie und ihr Vater die Geldbeutel erblickten,

erschraken sie sehr.

36Ihr Vater Jakob sagte zu den Brüdern:

»Ihr bringt mich um meine Kinder.

Josef ist weg, Simeon ist weg,

und jetzt wollt ihr mir auch noch Benjamin wegnehmen!

Nichts als Unglück kommt über mich!«

37Da sagte Ruben zu seinem Vater:

»Du darfst meine beiden Söhne töten,

wenn ich dir Benjamin nicht wiederbringe.

Vertrau ihn mir an! Ich bringe ihn dir zurück.«

38Jakob entgegnete:

»Nein! Benjamin darf nicht mit euch fortziehen.

Denn sein Bruder ist tot,

und er allein ist übrig geblieben.

Auf eurer Reise könnte ihm ein Unglück zustoßen.

Dann bringt ihr mich alten Mann

vor Kummer ins Totenreich.«

BasisBibel 2012/2020, © Deutsche Bibelgesellschaft

In diesem Stundenentwurf geht es um Josefs plötzliches Wiedersehen mit seinen Brüdern. Die Vorzeichen sind umgekehrt, nun ist er in der mächtigeren Position. Wie Josef sich verhält und wie es den Brüdern damit ergeht, davon handelt der Stundenentwurf, wie immer mit Vertiefung, Merkvers, Kreativem und Spielen.


Vorschau:

Das Ziel

Starter

Bei Gott und im Glauben an Ihn geht es nicht um Rache, sondern um Gnade.

Checker

Schäme dich nicht für deine Schuld. Gehe offen damit um. Vertraue Gott und seinen Guten Ideen für dein Leben.

Der Text an sich

Mit diesem Kapitel beginnt die lange Versöhnungsgeschichte zwischen Josef und seinen Brüdern. Doch wie es ihnen in der Zwischenzeit geht, seit sie Josef verkauft haben, geht aus dem Bibeltext nur teilweise hervor. Sie leben bei ihrem Vater, der noch ein jüngeres Kind als Josef mit seiner Lieblingsfrau Rahel hat – Benjamin. Dieser Sohn ist ihm so wichtig wie zuvor Josef. Der Verkauf von Josef und der Betrug an ihrem Vater hat ihnen also keinen Vorteil oder so verschafft (V.4). Ihre Lage ist die gleiche bzw. hat sich sogar noch verschlimmert. Sie leben weiter im Bewusstsein ihrer Schuld und Lüge und nun kommt auch noch eine Hungersnot hinzu.

(…)

Der Text erlebt

Material

Verkleidung für die Rolle als Ruben (Einfache Kleidung wie ein Bauer)

Verkleidung für Josef (schick gekleidet mit glänzenden Stoffen)

Hinführung

Idee 1

Bei den folgenden Situationen müssen sich die Kinder für einen möglichen Ausgang entscheiden. Dabei ist es wichtig, dass die Kinder begründen, warum sie sich so entschieden haben. Gerne kann es auch im Raum gespielt werden, dass die Kinder sich auf die Seiten stellen. Dabei kommt noch mehr Bewegung ins Spiel.

  • Ein Mitschüler gibt immer mit seinen guten Noten an und das stört dich sehr. Er ist in allen Fächern der Beste. Jetzt bekommt ihr die Musik-Arbeit zurück und diesmal hat der Schüler nur eine Vier geschrieben.
    Wie reagierst du: 1. Du machst dich über ihn lustig, geschieht ihm recht. 2. Du denkst, dass jedem mal ein Fehler passieren kann und redest mit ihm.

(…)

Gespräch

Das Gespräch findet in der Form des „Stummen Gesprächs“ statt. Dabei werden im Raum, am besten auf Tischen, Plakate ausgelegt. Auf diese Plakate werden die unten folgenden Thesen und Sätze geschrieben. Die Jungscharler bekommen dann einen Stift und können entweder die Sätze oder auch einen Kommentar der anderen kommentieren. Nach einer gewissen Zeit, dabei kommt es auf die Jungscharler an, werden die Plakate gesammelt und nochmal vorgelesen.

Thesen:

  • Was hättest du an Josefs Stelle getan?
  • Warum ist entschuldigen gut/nicht gut?
  • Wer sich entschuldigt, ist stark.
  • Vergeben ist hilfreich.

(…)

...
  • Autor / Autorin: Birte Krumm
  • © Deutscher EC-Verband

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