Auf dem Pr├╝fstandAuf dem Pr├╝fstand

Einheit: Auf dem Pr├╝fstand

Verband: Deutscher EC-Verband
Zeitbedarf: 45-90 Min. (Vorbereitung: 15-20 Min.)
Materialart: Bibelarbeit
Zielgruppen: Jugendliche (15-19 Jahre), Junge Erwachsene (18+), Studenten
Einsatzgebiet: Gruppenstunde
Redaktion: echt.
Ben├Âtigte Materialien: gro├čes Plakat, Eimer Wasser, Luftballon(s), Stift(e)
Bibelstelle: 1. Mose 44,1-44,34
1. Mose 44,1-44,34

44

Josef ├Ąngstigt seine Br├╝der

1Und Josef befahl seinem Haushalter und sprach: F├╝lle den M├Ąnnern ihre S├Ącke mit Getreide, soviel sie fortbringen, und lege jedem sein Geld oben in seinen Sack. 2Und meinen silbernen Becher lege oben in des J├╝ngsten Sack mit dem Gelde f├╝r das Getreide. Der tat, wie ihm Josef gesagt hatte.

3Am Morgen, als es licht ward, lie├čen sie die M├Ąnner ziehen mit ihren Eseln. 4Als sie aber zur Stadt hinaus waren und noch nicht weit gekommen, sprach Josef zu seinem Haushalter: Auf, jage den M├Ąnnern nach und wenn du sie ereilst, so sprich zu ihnen: Warum habt ihr Gutes mit B├Âsem vergolten? 5Das ist doch der Becher, aus dem mein Herr trinkt und aus dem er wahrsagt! Ihr habt ├╝bel getan.

6Und als er sie ereilte, redete er mit ihnen diese Worte. 7Sie antworteten ihm: Warum redet mein Herr solche Worte? Es sei ferne von deinen Knechten, solches zu tun. 8Siehe, das Geld, das wir fanden oben in unseren S├Ącken, haben wir wiedergebracht zu dir aus dem Lande Kanaan. Wie sollten wir da aus deines Herrn Hause Silber oder Gold gestohlen haben? 9Bei wem er gefunden wird unter deinen Knechten, der sei des Todes; dazu wollen auch wir meines Herrn Sklaven sein. 10Er sprach: Ja, es sei, wie ihr geredet habt. Bei wem er gefunden wird, der sei mein Sklave, ihr aber sollt frei sein.

11Und sie legten eilends ein jeder seinen Sack ab auf die Erde, und ein jeder tat seinen Sack auf. 12Und er suchte und fing an beim Ältesten bis hin zum Jüngsten. Da fand sich der Becher in Benjamins Sack. 13Da zerrissen sie ihre Kleider, und ein jeder belud seinen Esel, und sie zogen wieder in die Stadt.

14Und Juda ging mit seinen Br├╝dern in Josefs Haus, denn er war noch dort. Und sie fielen vor ihm nieder auf die Erde. 15Josef aber sprach zu ihnen: Wie habt ihr das tun k├Ânnen? Wusstet ihr nicht, dass ein solcher Mann, wie ich bin, wahrsagen kann? 16Juda sprach: Was sollen wir meinem Herrn sagen oder wie sollen wir reden und womit k├Ânnen wir uns rechtfertigen? Gott hat die Missetat deiner Knechte gefunden. Siehe, wir und der, bei dem der Becher gefunden ist, sind meines Herrn Sklaven. 17Er aber sprach: Das sei ferne von mir, solches zu tun! Der, bei dem der Becher gefunden ist, soll mein Sklave sein; ihr aber zieht hinauf mit Frieden zu eurem Vater.

18Da trat Juda zu ihm und sprach: Mein Herr, lass deinen Knecht ein Wort reden vor den Ohren meines Herrn, und dein Zorn entbrenne nicht ├╝ber deinen Knecht, denn du bist wie der Pharao. 19Mein Herr fragte seine Knechte und sprach: Habt ihr noch einen Vater oder Bruder? 20Da antworteten wir: Wir haben einen Vater, der ist alt, und einen jungen Knaben, in seinem Alter geboren, und sein Bruder ist tot, und er ist allein ├╝brig geblieben von seiner Mutter, und sein Vater hat ihn lieb. 21Da sprachst du zu deinen Knechten: Bringt ihn herab zu mir, ich will ihm Gnade erweisen. 22Wir aber antworteten meinem Herrn: Der Knabe kann seinen Vater nicht verlassen; wenn er ihn verlie├če, w├╝rde der sterben. 23Da sprachst du zu deinen Knechten: Wenn euer j├╝ngster Bruder nicht mit euch herkommt, sollt ihr mein Angesicht nicht mehr sehen. 24Da zogen wir hinauf zu deinem Knecht, meinem Vater, und sagten ihm meines Herrn Rede. 25Da sprach unser Vater: Zieht wieder hin und kauft uns ein wenig Getreide. 26Wir aber sprachen: Wir k├Ânnen nicht hinabziehen; nur wenn unser j├╝ngster Bruder mit uns ist, wollen wir hinabziehen; denn wir d├╝rfen des Mannes Angesicht nicht sehen, wenn unser j├╝ngster Bruder nicht mit uns ist. 27Da sprach dein Knecht, mein Vater, zu uns: Ihr wisst, dass mir meine Frau zwei S├Âhne geboren hat; 28der eine ist von mir gegangen, und ich habe gesagt: Er ist gewiss zerrissen. Und ich habe ihn seitdem nicht gesehen. 29Werdet ihr diesen auch von mir nehmen und widerf├Ąhrt ihm ein Unfall, so werdet ihr meine grauen Haare mit Jammer hinunter in die Grube bringen.

30Nun, wenn ich heimk├Ąme zu deinem Knecht, meinem Vater, und der Knabe w├Ąre nicht mit uns, an dem er mit ganzer Seele h├Ąngt, 31so wirdÔÇÖs geschehen, dass er stirbt, wenn er sieht, dass der Knabe nicht da ist. So w├╝rden wir, deine Knechte, die grauen Haare deines Knechtes, unseres Vaters, mit Herzeleid hinunter in die Grube bringen. 32Denn ich, dein Knecht, bin B├╝rge geworden f├╝r den Knaben vor meinem Vater und sprach: Bringe ich ihn dir nicht wieder, so will ich mein Leben lang die Schuld tragen. 33Darum lass deinen Knecht hierbleiben an des Knaben statt als Sklave meines Herrn und den Knaben mit seinen Br├╝dern hinaufziehen. 34Denn wie soll ich hinaufziehen zu meinem Vater, wenn der Knabe nicht mit mir ist? Ich k├Ânnte den Jammer nicht sehen, der ├╝ber meinen Vater kommen w├╝rde.

Die Bibel nach Martin Luthers ├ťbersetzung, revidiert 2017, ┬ę 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart.

Josef steht nach langer Zeit wieder seinen Br├╝dern gegen├╝ber – kann er ihnen vergeben? Miriam Voigt stellt ein Konzept f├╝r eine Gruppenstunde vor, in der das Thema Schuld im Mittelpunkt steht.


Vorschau:

Nachdem Josefs Br├╝der zum zweiten Mal nach ├ägypten gekommen sind, um Getreide zu kaufen, m├Âchte Josef sie pr├╝fen. Dieses Mal ist der j├╝ngste Bruder Benjamin auch mit in ├ägypten.

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2. Bedeutung f├╝r heute

Die Br├╝der konnten lange ihre Schuld verbergen. Durch diese Pr├╝fung wird ihnen ihre Schuld jedoch wieder ganz neu bewusst. Sie sind sich sicher, dass Gott diese Strafe schickt. Es ist allzu menschlich, zuerst seine Schuld verbergen zu wollen. Aber mit Schuld l├Ąsst es sich nicht gut leben, z. B. bekommt man Angst, dass man irgendwann entdeckt werden k├Ânnte, man kann dem anderen nicht mehr in die Augen sehen oder man hat die ganze Zeit ein schlechtes Gewissen und kann dadurch auch nicht gut leben. In jedem Fall ist man in seiner Freiheit sehr eingeschr├Ąnkt und zieht sich lieber zur├╝ck, um nicht erst in brenzlige Situationen zu kommen. Dadurch geht einem die Freiheit verloren, die uns Gott schenken will.

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3. Methodik f├╝r die Gruppe

3.1 Einstieg

ÔÇ×Immer wenn Gras ├╝ber eine Sache gewachsen ist, kommt ein Kamel und frisst es wieder ab.ÔÇť Schreibt diesen Satz auf ein gro├čes Plakat und legt es in die Mitte eurer Runde. Nun kann jeder diesen Satz kommentieren – entweder laut in die Runde hinein oder aber in einer Art stillen Diskussion direkt auf das Plakat schreiben (das funktioniert allerdings nur, wenn das Plakat gro├č und die Runde klein ist).

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  • Autor / Autorin: Miriam Voigt
  • © Deutscher EC-Verband