Aus „Alt“ mach „Neu“

Einheit | Gottesdienst-Entwurf
Einheit | Gottesdienst-Entwurf

Aus „Alt“ mach „Neu“

Enthalten in:
Materialart: Gottesdienst-Entwurf
Zielgruppen: Kinder/ Pre-Teens (10-13 Jahre), Mitarbeitende
Einsatzgebiete: Events + Projekte, Gruppenstunde
Verband: Praxisverlag buch+musik bm gGmbH
Redaktion: Jugendgottesdienstmaterial
Zeitbedarf: 60-180 Min.
Bibelstelle: Offenbarung 21,5 anzeigen
Bibelstelle
Offenbarung 21,5

5Und der auf dem Thron saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu! Und er spricht: Schreibe, denn diese Worte sind wahrhaftig und gewiss!

Lutherbibel 2017, © Deutsche Bibelgesellschaft

Anhänge:
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Siehe und staune – Drei Gruppenstundenentwürfe zur Jahreslosung für Teens von 10–13 Jahre

3 Einheiten für je 60 Minuten

Es kann Freude wecken, wenn aus Altem Neues entsteht. Längst hat man erkannt: Recycling ist zum Erhalt unserer Schöpfung schlicht notwendig. Manche werden dabei kreativ und machen aus Recycling „Upcycling“. Mit diesem Stichwort ist der rote Faden benannt, der sich durch diesen Entwurf zur Jahreslosung 2026 hindurchzieht. Vergänglichkeit, Wegwerfen, Zerstörung hat nicht das letzte Wort. Am Ende steht das Neue. So hat es Gott auch mit dieser Welt vor.

In einem doppelten Sinne soll die Beschäftigung mit Re- bzw. Upcycling die Teens anregen. Zum einen soll die pure Freude an der Kreativität und an dem neu Entstandenen geweckt werden. Zum anderen will die Beschäftigung mit z. B. neuen Kleiderkreationen aus dem Kleidersack die Teens mit der eigenen Identität konfrontieren: Was will ich darstellen? Wie wirke ich? Was will ich sein? Was soll und was kann an mir neu werden?

Hintergrund dieses Entwurfes ist die Jungbläserschulung in Michelbach. Dort findet in Bibelarbeiten an drei Tagen eine Auseinandersetzung mit der Jahreslosung statt. Die Vorschläge des Entwurfs können ohne Probleme auch separat verwendet werden.

Einheit 1: Upcycling und die Freude am Neuen

  1. Einführung
  2. Spiel „Upcycling virtuell“
  3. Aus „Alt mach Neu“ – Upcyclingideen zum Umsetzen
  4. Übertragung – Impuls zu Johannes 5,1-18 – Fazit
  5. Abschlussgebet

Einführung

In unseren nächsten drei Treffen werden wir uns mit der neuen Jahreslosung beschäftigen. (Die Jahreslosung kann an prominenter Stelle hängen oder in der Mitte ausgelegt sein.)

„Gott spricht: Siehe ich mache alles neu!“ (Offb 21,5)

Dieses Wort steht am Ende der Bibel, um uns daran zu erinnern: Es ist Gottes letzter Wunsch und auch sein Versprechen, die Dinge am Ende gut zu machen. Das biblische Buch (Offenbarung), in dem dieses Versprechen steht, blickt auf die Geschichte dieser Welt. Dort wird davon erzählt, dass es bis zum Ende der Welt Zerstörung und Krieg geben wird. Viele sehen darum in dem Offenbarungsbuch eine bedrohliche Sache. Den tröstlichen Kern des Offenbarungsbuches finden wir in unserer Jahreslosung. Es ist nicht Gottes Wunsch, die Welt zu zerstören, er sehnt sich danach, die Dinge anders, neu werden zu lassen. Dieses Versprechen gilt uns persönlich und es gilt für die ganze Welt. Was dort versprochen wird, gilt nicht nur für das Weltende, es kann auch schon jetzt passieren. Überall, wo Gott unter uns am Wirken ist, will er die Dinge neu machen. Am Ende werden wir heute eine Geschichte dazu hören.

Es gibt mittlerweile eine ganze Industrie, die sich damit beschäftig, wie aus Altem etwas Neues entstehen kann. Man nennt das Recycling. Aus alten Glasflaschen werden neue gemacht, Kunststoffe werden eingeschmolzen, um neue Produkte daraus zu machen. Noch interessanter wird es, wenn Leute kreativ werden, und aus alten Dingen ganz andere, neue Dinge machen. Man nennt das „Upcycling“. In einem Laden sah ich neulich wunderschöne Rucksäcke, die aus alten Auto-Airbags hergestellt wurden. Airbags werden aus sehr stabilem Stoff gemacht. Der Verschluss des Rucksacks bestand aus einer alten Autogurtschnalle. In Kenia gibt es eine kleine Firma, die aus Altkleidern schicke, teure Mode macht. Sie ist aus alten Klamotten hergestellt, die bei uns in den Container geworfen wurden.

Bei unserer Auseinandersetzung mit der Jahreslosung werden wir uns mit dem beschäftigen, was andere weggeworfen haben oder als Müll betrachten. Wie kann aus Altem Neues werden? Eure Ideen sind gefragt!

Zum Einstieg ein Gedankenexperiment: Was wäre, wenn die Dinge unseres täglichen Lebens plötzlich eine ganz andere Bestimmung hätten?

Spiel „Wir erfinden etwas Neues“

Ziel des Spiels: Spielerisch die Perspektive der Kinder verändern und zeigen, wie herausfordernd es sein kann, aus alten Sachen etwas Neues zu machen.

Die Teilnehmenden suchen sich im Raum einen Gegenstand aus und geben ihm eine neue Funktion, z. B. ist der Stuhl kein Stuhl, sondern eine Rakete, mit der man Zeitreisen machen kann. Dann kann jeder kurz einmal in der Runde sagen, was einem eingefallen ist. Anschließend gehen die Teilnehmenden im Kreis herum, preisen ihren Gegenstand an und versuchen, ihn wie bei einem Markt anzubieten. Bei jedem Mal schreiben sie dem Gegenstand neue Eigenschaften zu (der Stuhl ist eine Rakete, er kann durch die Zeit fliegen, mit Lichtgeschwindigkeit …). Man kann mehrere Runden spielen, in denen sich die Teilnehmenden einen neuen Gegenstand mit neuer Funktion ausdenken. Man kann auch die Runde weglassen, in der die Teilnehmenden vorstellen, welchen Gegenstand sie gewählt haben.

Upcycling praktisch – Neues aus „Schrott“

Material: Klebeband, Stifte, Scheren, (Zeitungs-)Papier, sonstige Bastelmaterialien oder Reste (Korken, Kronkorken, Watte, Klorollen, Pappe), der gewaschene Inhalt eines gelben Sacks.

Je nach Gruppengröße können die Teilnehmenden in kleinere Gruppen eingeteilt werden, oder einzeln die Aufgabe erfüllen. Die Aufgabe ist, aus dem alten „Schrott“ etwas Neues zu machen, z. B.: ein Spielzeug, ein Fortbewegungsmittel oder ein Gerät mit ausgedachter Funktion.

Wenn jede Gruppe etwas gebastelt hat, können alle ihr Gebasteltes präsentieren. Um die Schwierigkeit und Spannung zu erhöhen, können ein zeitliches Limit gesetzt oder nur begrenzte Materialien ausgeteilt werden.

Upcycling praktisch: Schlüsselanhänger

Material: Kronkorken, Fingerfarbe/Acrylfarbe, Kleber, Faden, Schere, Schnur, Stifte, Papier, evtl. Perlen

Die Kronkorken von außen mit der Fingerfarbe bemalen. Während diese trocknen, können schon die Bilder zum Einkleben in die Kronkorken vorbereitet werden, dafür Papierkreise in der passenden Größe ausschneiden und bemalen (hier können auch ausgedruckte Bilder benutzt werden). Dann mit dem Faden eine Schlaufe legen und beide Enden in den Kronkorken legen. Anschließend den bemalten Papierkreis darüber kleben.

Um es zu einem tatsächlichen Schlüsselanhänger zu machen, kann man noch eine Schnur nehmen und diese durch die zuvor gemachte Schlaufe fädeln. Optional können nun noch Perlen oder ähnliches benutzt werden, um den Schlüsselanhänger zu verzieren.

Weitere Tipps

  • Ideen zum Kunststoffrecycling:
  • www.youtube.com/watch?v=eGeOw4tip6o
  • Aus alten Kerzen eine neue herstellen:
  • www.youtube.com/watch?v=neN8a6jloq8&t=4s
  • Aus einer alten Glasflasche ein Trinkglas herstellen (bitte beachten: Es wird mit brennbarem Material
  • und Glas gearbeitet):
  • www.youtube.com/watch?v=NRx7oJPhU9k
  • Ein Kissenbezug aus alten Hemden:
  • www.jugendarbeit.online/dpf_einheit/wunderbar-recycelt-ein-hemd-wird-zum-kissenbezug
  • Nachhaltigkeit to go:
  • www.jugendarbeit.online/dpf_einheit/nachhaltigkeit-to-go-lasst-uns-die-schoepfung-bewahren

Schlussrunde mit Impuls zu Johannes 5,1-18

Die recycelten Produkte werden in der großen Runde gegenseitig vorgestellt. Im Vordergrund sollten der Spaß und die Freude an dem, was entstanden ist, stehen.

Gedanken zum Abschluss: Ihr habt euch heute mit alten, gebrauchten Sachen beschäftig und etwas Neues daraus gemacht. Ich hoffe es hat euch Spaß gemacht.

Wie sehr Gott sich daran freut, wenn Dinge neu werden, das können wir in ganz vielen Geschichten der Bibel nachlesen. Meist geht es darum, dass Menschen neu werden. Wenn wir auf die Begegnungen Jesu mit Menschen schauen, dann ging’s eigentlich immer darum. Jesus hat Menschen neu gemacht. Da war zum Beispiel der Mann, der 38 Jahre lang gelähmt an einer Stelle saß (Joh 5,1-18). 38 Jahre lang an einem Fleck liegen und sich nicht bewegen können! Wer ihn versorgt hat, wissen wir nicht. Er hat sich an eine Stelle bringen lassen, von der sehr viele Menschen sich erhofft haben, gesund zu werden – gewissermaßen ein antikes Krankenhaus. Dort war ein Teich und man sagte sich, wenn sich das Wasser dort bewegt, wird der Erste, der in den Teich steigt, geheilt. Und so saß dieser Mann da und hat 38 Jahre darauf gewartet, dass ihn einer in diesen Teich trägt. Darauf hatte sich dieser arme Mann versteift: Ich brauche jemanden, der das macht! Da kommt Jesus bei ihm vorbei und stellt ihm eine ganz einfache Frage: „Willst du gesund werden?“ Der Mann ist so sehr in seiner alten Gedankenschlaufe drin, dass er gar nicht richtig zuhört. Er antwortet nicht auf seine Frage, sondern sagt: „Ich habe keinen Menschen, der mich da hineinträgt!“ Er rechnet erst gar nicht damit, dass es auch anders gehen kann.

Jesus macht diesen Menschen mit einem Satz neu, er spricht aus, was wirklich hilft: „Steh auf, nimm dein Bett und geh!“ Für den Mann war mit einem Schlag alles anders, er konnte sein Leben selbst neu in die Hand nehmen, hingehen, wohin er wollte.

Nun war das schon ein sehr starkes Wunder, das Jesus geschehen ließ. Wenn es stimmt, dass Jesus den Wunsch hat, Dinge neu werden zu lassen, dann können wir das auch für uns erwarten. Christen sind Menschen, die von Jesus erwarten, was er in der Jahreslosung verspricht: „Siehe ich mache alles neu!“ Auch bei dir! Egal, wie kompliziert die Dinge bei dir gerade sind, du darfst ihn darum bitten und es von ihm erwarten. Manchmal braucht es dann etwas Zeit, bis es geschieht.

Abschlussgebet

Jesus, wir danken dir,
Du hast Freude am Neuen,
Von dir dürfen wir erwarten,
dass auch unser Leben neu wird.
Denn das ist dein sehnlichster Wunsch.
So bringen wir dir alles,
was uns gerade unglücklich macht,
was uns ärgert,
wo wir nicht sehen können,
wie es besser werden kann –
du siehst das alles und willst alles neu machen.
Darum wir bitten dich jetzt und hier.
Amen.

Einheit 2: Kleider machen Leute – Leute machen Kleider (Teil 1)

  1. Einführung mit Impuls zu Jesaja 61,10
  2. Mode aus alten Klamotten: Materialsuche und Entwürfe zeichnen, kreative Kleiderwerkstatt
  3. Vorstellung der Entwürfe
  4. Fazit und Gebet

Einführung

(Jahreslosung liegt sichtbar in der Mitte.) Der Prophet Jesaja erlebt, wie Gott einen Menschen, ein ganzes Volk, rettet und neu macht. Sein Erlebnis fasst er mit folgenden Worten zusammen:
„Ich freue mich im HERRN, und meine Seele ist fröhlich in meinem Gott; denn er hat mir die Kleider des Heils angezogen und mich mit dem Mantel der Gerechtigkeit gekleidet, wie einen Bräutigam mit priesterlichem Kopfschmuck geziert und wie eine Braut, die in ihrem Geschmeide prangt“ (Jes 61,10 Lu).

Es lagen schwere Jahre hinter den Leuten des Volkes ­Israels. All das, was wir gerade aus den Kriegsgebieten in den Nachrichten hören, gab es auch schon damals zur Zeit Jesajas. Menschen führten Krieg, Familien wurden verschleppt. Das Volk Israel war in der Fremde. Nach 70 Jahren kommt die Befreiung. Gott bringt das Volk Israel zurück. Die Israeliten können in ihrem Land ein neues Leben beginnen. Jesaja lobt Gott und sagt: Das fühlt sich so an, als hätte Gott mich neu eingekleidet.

„Ich freue mich im HERRN, und meine Seele ist fröhlich in meinem Gott; denn er hat mir die Kleider des Heils angezogen und mich mit dem Mantel der Gerechtigkeit gekleidet, wie einen Bräutigam mit priesterlichem Kopfschmuck geziert und wie eine Braut, die in ihrem Geschmeide prangt“ (Jes 61,10 Lu).

Wer coole, neue Klamotten anhat, zeigt auch, dass er sich am Leben freut. Du streifst zum Duschen die alten, verschwitzten Kleider ab. Was für ein Gefühl, sich mit frischen Klamotten einzukleiden. Manche sagen dann auch: „Ich fühle mich wie neugeboren!“

Wir werden uns heute mit Kleidung beschäftigen. Kleidung ist eine persönliche Angelegenheit. Nicht alles, was die Mama hinlegt, finde ich cool. Andere schauen drauf, was ich anhabe. Manche legen großen Wert auf Marken: Wenn da kein Label drauf ist, sieht es billig aus, so sagen sie. Mit Kleidern kann man zeigen, wer man ist und was man sich leisten kann. Manche flunkern damit auch.

„Kleider machen Leute!“ – das ist eine etwa 200 Jahre alte, lustige Geschichte aus der Schweiz (geschrieben von Gottfried Keller). Es gelang einem armen Schneider mit seinen schicken Klamotten, die er selbst genäht hatte, eine ganze Stadt an der Nase herumzuführen. Sein Anzug hatte in diesem Ort aus einem armen Schlucker einen polnischen Grafen gemacht und die Leute haben das tatsächlich geglaubt. Kleidung kann die Erscheinung eines Menschen vollständig verändern. Das werden wir heute miteinander austesten. So beschäftigen wir uns heute noch einmal mit Upcycling. Diesmal etwas anders. Wir begeben uns in die Welt der Modedesigner und stellen Kleidung her. In einem ersten Schritt gestalten wir Entwürfe und suchen uns die Materialen heraus.

Mode aus alten Klamotten: Materialsuche und Entwürfe zeichnen, kreative Kleiderwerkstatt

Material: Papierbögen, Bleistifte, Kreiden für Skizzen, Kohle, Altkleidersack mit gewaschenen Kleidern, Stoffreste, Folien, Pappe, buntes Papier, Scheren, Klebstoff, Fäden, Wolle, Perlen, einen Nähkasten und ggf. eine Nähmaschine

Auftrag: Die Kinder suchen sich Materialien heraus, die zu ihnen passen. Danach fertigen sie eine Skizze vom Kleidungsstück an und versuchen, die Materialien so zusammenzufügen, dass der Entwurf vorgestellt werden kann. Schneiden und kleinere Klebe- bzw. Näharbeiten sind erlaubt.
Vorstellung der Entwürfe: In der Runde werden die jeweiligen Entwürfe auf dem Boden ausgelegt. Jede Person stellt ihren Entwurf vor. Es kann sich ein Gespräch über zwei mögliche Leitfragen anschließen:

  • Erkläre, warum deine Auswahl und dein Entwurf
  • zu dir passen.
  • Welche Wirkung erhoffst du dir von deinem Entwurf? Was denkst du, wie andere darauf reagieren?

Abschluss

Das Fazit aus der Runde könnte sein: Wir haben jetzt spannende Entwürfe gesehen. Wir merken dabei auch, dass Kleider etwas mit unserer Persönlichkeit zu tun haben. Manche wollen mit ihren Klamotten Aufsehen erregen, andere wollen damit lieber nicht auffallen. An den Kleidern können wir etwas über unser Wesen und unseren Charakter ablesen. Und das ist eine Sache, die Gott in uns hineingelegt hat. Wenn bei uns etwas neu und anders wird, dann können wir das auch mit unseren Kleidern zeigen.
Ich bin gespannt auf das nächste Mal, wenn wir aus den Entwürfen fertige Klamotten herstellen. Wir planen schon einmal eine Modenschau für das nächste Mal ein.

Gebet

Du unser Gott,
du hast uns wunderbar geschaffen,
jede und jeden ganz besonders.
Wir dürfen aus unserem Leben etwas machen.
Hilf uns, dass wir uns vor anderen
nicht verstecken müssen,
Denn du hast jeden von uns begabt
und wir dürfen das zeigen.
Dir sei Dank
Amen.

Die Entwürfe der Kleider werden zur Fertigstellung in der dritten Einheit sorgfältig zwischengelagert.

Einheit 3: Kleider machen Leute – Leute machen Kleider (Teil 2)

  1. Einführung
  2. Fertigstellung der Kleidung
  3. Modenschau
  4. Abschluss

Einführung

Am Anfang steht noch einmal die Bezugnahme auf die Jahreslosung und die Ankündigung, dass heute die Kleider ­fertig gestellt werden.

Kurze Geschichte zur Einführung: 1. Mose 37,1-11 
Neue Kleider machen neue Menschen. Wir hatten uns beim letzten Mal darüber unterhalten, was Kleider von unserer Persönlichkeit zeigen und welche Wirkung sie erzeugen. Zu Beginn erzähle ich euch heute eine Geschichte, in der auch ein Kleid eine Rolle gespielt hat. Ihr kennt diese Geschichte vielleicht auch schon ein wenig. Sie handelt von Josef. Von ihm wird ganz am Anfang der Bibel berichtet. Heute soll es nicht um die ganze Geschichte gehen, sondern nur um sein Kleid.

Josef hatte elf Brüder. Seine Geschwister mochten ihn nicht, weil er sich anders anzog als die anderen. Sie sagten: „Unser Vater Jakob bevorzugt ihn, weil er solche Spinnereien zulässt und ihm besondere Klamotten kauft.“ Josef hatte von Gott einen besonderen Auftrag für seine Familie. Das scheint er schon als Jugendlicher gespürt zu haben. Ausdruck fand das eben auch in seiner Kleidung. Eines Tages schickte Gott Josef Träume. Er hatte wohl auch die besondere Gabe von Gott, Träume zu deuten und in die Zukunft zu sehen. Als er dann eines Tages mit seinem bunten Kleid vor seinen Brüdern stand und ihnen seine Träume erzählte, stieg der Zorn der Brüder ins Unermessliche. Er träumte von Garben, die sich vor seiner Garbe verbeugten und er träumte von Sternen, die sich um ihn, die Sonne, versammelten. Die Brüder hatten diese Träume wohl verstanden, und ärgerten sich darüber, dass Josef sich ihnen gegenüber als König aufspielen wollte. Sie fassten einen teuflischen Plan. Als Josef mit seinen Brüdern draußen auf der Weide war, schlugen sie ihn halbtot, warfen ihn in ein Erdloch und verkauften ihn als Sklaven nach Ägypten. Sein Kleid beschmierten sie mit Blut und brachten es dem Vater Jakob. Sie erzählten ihm, dass Josef von wilden Tieren gefressen worden war.

Ich kann heute nicht die ganze Geschichte erzählen, doch es ist eine wunderbare Geschichte davon, wie Gott aus alten, schrecklichen Dingen, Neues entstehen lässt. Josef wurde in Ägypten zu einem angesehenen Mann. Er wurde zum zweiten König und er bekam noch schönere Kleider. Viele Jahre später waren seine Brüder wegen einer Hungersnot gezwungen, nach Ägypten zu kommen. Sie trafen auf ihren Bruder und dann passierte genau das, was Josef am Anfang seines Lebens geträumt hatte. Seine Brüder verbeugten sich vor ihm wie vor einem König. Gott hatte eine besondere Geschichte mit ihm vor und das zeigte sich eben auch in der Kleiderwahl, die Josef für sich traf.

Heute werden wir unsere besonderen Kleider fertigstellen und ich bin sehr gespannt auf die neuen Kreationen.

Fertigstellung der Kleidung

Die Kinder werden mit unterschiedlichem Engagement bei der Herstellung von Kleidern unterwegs sein und brauchen daher auch unterschiedliche Unterstützung. Kinder, die von der Aufgabe eher überfordert sind, können sich auch zu Gruppen zusammenschließen.

Modenschau

Am Ende kann eine Modenschau stehen. Ein Teil des Raumes wird zum Laufsteg erklärt – der Bereich des Stegs kann auch mit Klebeband abgeklebt werden. Evtl. lässt sich die Modenschau auch in eine andere Gemeindeveranstaltung integrieren.

Abschluss

(Die Jahreslosung liegt in der Mitte.) Vielleicht hat die eine oder der andere bei unserer Modenschau entdeckt, wie viel Spaß es machen kann, sich neu zu erfinden und einfach mal ganz andere Klamotten überzuziehen. Es macht etwas mit uns, wie wir uns kleiden. In der Josefsgeschichte haben wir gehört, dass das auch etwas mit unserer Bestimmung, die Gott uns gegeben hat, zu tun haben kann. Josef hat entdeckt, was in ihm steckt. Wir schauen noch einmal auf die Jahreslosung: Wenn Gott bei Menschen etwas neu macht, dann hat es damit zu tun, dass wir entdecken, was Gott in uns hineingelegt hat.

Gebet

Das Schlussgebet aus der zweiten Einheit kann an dieser Stelle noch einmal stehen.

Liedvorschläge zum Thema

  • Du machst alles neu (Das Liederbuch, Nr. 216)
  • Mit allem, was ich bin (Das Liederbuch, Nr. 16)
  • Herr ich komme zu dir (Das Liederbuch, Nr. 14)
  • Du gibst mir ein neues Leben (Das Liederbuch 2, Nr. 131)
  • Autor / Autorin: Ulrich Enderle, Nina Schlecker
  • © Dieser Beitrag stammt aus dem Buch/E-Book "Alles neu" zur Jahreslosung 2026 - © 2025 Praxisverlag buch+musik bm gGmbH, Stuttgart - mehr Infos unter www.praxisverlag-bm.de/jugendgottesdienstmaterial
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