Ausgegrenzte hereinspaziert! / … Angst überwinden, Beziehungen bauen und helfenAusgegrenzte hereinspaziert! / … Angst überwinden, Beziehungen bauen und helfen

Einheit: Ausgegrenzte hereinspaziert! / … Angst überwinden, Beziehungen bauen und helfen

Verband: Deutscher EC-Verband
Zeitbedarf: 45-60 Min. (Vorbereitung: 30-60 Min.)
Materialart: Bibelarbeit
Zielgruppen: Jugendliche (15-19 Jahre), Teens (12-16 Jahre)
Einsatzgebiet: Gruppenstunde
Redaktion: TEC:
Benötigte Materialien: Bibel(n), Zettel, Stift(e)
Bibelstelle: Johannes 4,1-42

Gerechtigkeit scheint die von Gott am meisten geforderte Sache in der Bibel zu sein. Diese impliziert, dass wir ausgestoßene Personen in unserem Umfeld helfen. Doch wie? Anhand von Jesu Umgang mit diversen Menschen können wir viel lernen.


Vorschau:

1. Vorbemerkungen

Für fast jede Gesellschaft, jede Gruppe, jede Person gibt es andere Gruppen und Menschen, die „man nicht mag“. Die Gründe dafür sind unterschiedlich: Sie wirken als Bedrohung, gelten als unberechenbar oder sind einfach nur anders. Für Teenager können das ungeliebte Mitschüler, die verhasste Parallelklasse oder Ausländer sein. Gerade in Städten werden es auch Obdachlose sein, die gemieden und verachtet werden. Wir alle sind zunächst xenophob (fremdenängstlich). Evolutionsbiologisch ist diese ablehnende Vorsicht sogar gut und verständlich, da Andersartigkeit häufig als Bedrohung für die eigenen Werte und Normen wahrgenommen wird. Wir schützen uns also nur. Doch muss und darf man nicht bei einer xenophoben Grundeinstellung bleiben. Die Tatsache, dass Jesus selbst als Obdachloser und zeitweise Ausländer lebte, zeigt dies hinreichend. Jesu Fokus lag immer wieder darauf, Barrieren abzubauen.

2. Zielgedanke

Vorurteile abbauen und Teilnehmende befähigen, mit Ausgegrenzten gut umzugehen.

3. Einführung inkl. Exegese

Wenn es um das „Quartett der Schutzlosen“ (Witwen, Waisen, Migranten, Arme) geht, fordert die Bibel sehr häufig und deutlich auf, sich zu kümmern. Immer wieder erinnert Gott sein Volk daran, dass es selbst fremd und geflohen war (z. B. beginnen die Zehn Gebote damit). Gott duldet keine Ausgrenzung! Jesus setzt diese Haltung konkret um, indem er ein Freund der Ausgestoßenen und Verruchten ist. Ihnen begegnet er mit Wohlwollen, sie schneiden immer besser in Gleichnissen ab, wenn sie mit dem Establishment (Pharisäer) verglichen werden. Die Frau am Jakobsbrunnen ist für Jesus, den Juden, eigentlich eine Feindin, sie selbst ist aber aufgrund ihrer Männergeschichten auch in ihrem eigenen Volk eine Verachtete. Jesu Umgang mit diesen Menschen „zweiter Klasse“ sieht meistens wie folgt aus: Zunächst nimmt er sich Zeit und zeigt dabei keine Berührungsängste. Es gibt kein schnelles Abfertigen, vielmehr baut er – mal mehr, mal weniger – Beziehungen auf. Ein zweiter Schritt besteht darin, die eigentlichen Bedürfnisse des Gegenübers offenzulegen und/oder diese zu stillen. Auch hier gibt es kein plumpes Abfertigen, wie wir es häufig tun, indem wir einem Obdachlosen einfach 50 Cent geben. Durch Jesu Verhalten kommen die Betroffenen und/oder Mitmenschen oft zum Glauben bzw. gehen in die Nachfolge.

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  • Autor / Autorin: Pascal Heberlein
  • © Deutscher EC-Verband