Begabt!Begabt!

Einheit: Begabt!

Verband: EJW - evangelisches Jugendwerk in WĂŒrttemberg
Zeitbedarf: 60-60 Min. (Vorbereitung: 30-40 Min.)
Materialart: Spiel(e)
Zielgruppe: Kinder
Einsatzgebiete: Freizeiten, Gruppenstunde
Themenstellungen: 5 Sterne Sommer, Spiel und Spaß, ejw
Redaktion: Jungscharleiter
Benötigtes Material: Materialliste im Anhang

Kinder entdecken ihre StÀrken

Jeder Mensch hat StĂ€rken und SchwĂ€chen. Das gilt fĂŒr Erwachsene, aber natĂŒrlich auch fĂŒr Kinder. Oft ist man sich gar nicht bewusst, was man alles kann. Der Gabentest soll den Kindern einen ersten Eindruck davon geben, was sie ganz persönlich gut können. Dabei mĂŒssen sie keinen klassischen Gabentest ausfĂŒllen, zumal vielleicht nicht alle Kinder auf der Freizeit lesen und schreiben können. Vielmehr geht es um das spielerische Entdecken unterschiedlicher Gaben und ein erstes Herantasten an die eigenen Gaben.

Einstieg:

Variante 1: Wettkampf
Teilt die Gruppe in zwei Mannschaften ein. Beide Mannschaften treten gegeneinander an. Es gilt verschiedene Aufgaben besser oder schneller zu lösen als die Gegner. Die Personenanzahl, die gegeneinander antritt, wird hinter jeder Aufgabe angegeben. Wichtig: Wenn es um Aufgaben geht, die eins gegen eins ausgetragen werden, darf niemand ein zweites Mal antreten, wenn noch nicht alle aus der Gruppe angetreten sind. Vor jeder Runde nennt ihr die Aufgabe, sodass die Gruppe entscheiden kann, wen sie schickt.

Die Aufgaben sind:

  1. Lauft eine bestimmte Strecke um die Wette. (1:1)
  2. Blast einen Luftballon auf bis er platzt. (1:1)
  3. Schießt 5x vom Elfmeterpunkt aufs Tor/ Werft 5x auf einen Eimer, versucht reinzutreffen. (1:1)
  4. Lest einen Text fehlerfrei bzw. mit möglichst wenig Fehlern vor (z.B. Gesangbuch, bitte nicht die Bibel verwenden). (1:1)
  5. Geschichte merken. (2:2) Schickt jeweils zwei Personen einer Gruppe vor die TĂŒr. Holt die erste Person wieder rein. ErzĂ€hlt ihr folgende Geschichte:
    Ein kleiner EisbÀr geht zu seiner Mutter und fragt:
    „Mama, bist du auch ein EisbĂ€r?“
    „Ja, klar.“
    „Wenn du einer bist, bin ich sicher auch einer. Und Papa? Ist der auch ein EisbĂ€r?“
    „NatĂŒrlich. Er ist ein großer schöner EisbĂ€r.
    „Und Oma und Opa, sind das auch EisbĂ€ren?“
    „SelbstverstĂ€ndlich…“
    „Und meine Tante und mein Onkel, sind die auch EisbĂ€ren?“
    Ja, alles EisbÀren. Aber sag mal, warum fragst du denn die ganze Zeit?
    Da sagt der kleine EisbĂ€r: „Ach Mama, mir ist sooo kalt!“

    Anschließend holt ihr die nĂ€chste Person aus der gleichen Gruppe herein. Nun muss die erste Person, der zweiten die Geschichte erzĂ€hlen. Am Ende muss die Zweite Person, die Geschichte auch noch einmal wiederholen. Wie viele Fehler macht sie?
    Dann kommt die nĂ€chste Gruppe dran. Auch hier werden die Kinder nacheinander hereingeholt und ihnen wird die Geschichte erzĂ€hlt. Anschließend mĂŒssen sie sie wiederholen. Wer hatte die wenigsten Fehler in der letzten Geschichte? Wichtig: Gruppe 2 darf die Geschichte nicht mithören, da sie sonst im Vorteil gegenĂŒber Gruppe 1 ist. Am besten, Ihr geht mit der 2. Gruppe in einen anderen Raum und erzĂ€hlt solange eine Geschichte oder hört Musik, etc.
  6. Melodie summen. Die Kandidaten mĂŒssen ihrer Gruppe ein Lied vorsummen. Die eigene Gruppe muss es erraten. (1:1)
  7. Gedicht mit 4 Zeilen zum Thema „Mut“ verfassen. 5-7 Min. Zeit. (die ganze Gruppe)
  8. Liedtext auf Melodie: „Alle meine Entchen“ texten. (die ganze Gruppe)
  9. Die andere Gruppe zum Lachen bringen. Zeitlimit 1-2 min. (1:1)
  10. FlĂŒsterpost. Welche Gruppe bekommt den Begriff „Bandenmusik“ bis ans Ende? (die ganze Gruppe)
  11. Bild von einem Schaf malen. Welches ist schöner bzw. originalgetreuer? (1:1)
  12. Pantomime der eigenen Gruppe vormachen: Traktor fahren und Kuchen backen. (1:1)
  13. Etwas glatt schmirgeln bzw. eine Spitze schnitzen. (1:1)
  14. Höchster Turm aus Bauklötzen oder Jenga. (1:1)
  15. Tanz ausdenken. (die ganze Gruppe)
  16.  Etwas auswendig lernen. (z.B. 1. Strophe eines Liedes)

Je nach Alter und DurchfĂŒhrungsdauer sind die Aufgaben auszuwĂ€hlen und ggf. zu reduzieren.

Variante 2: Gaben/ FĂ€higkeiten – Memory
Anstatt der Wettkampfvariante könnt ihr zum Einstieg auch ein Gaben-Memory spielen.

Dazu werden verschiedene Aktionen auf Karten geschrieben oder gemalt. Ihr könnt euch zum Beispiel an den Aufgaben aus Variante 1 orientieren. Dann wĂ€ren das: Sprinten / Rennen, Luftballon aufblasen, Tore schießen, Vorlesen, gutes GedĂ€chtnis, Singen, Gedicht schreiben, Liedtext erfinden, Witze erzĂ€hlen, ein Geheimnis behalten, Malen, Pantomime, Schnitzen, Turm bauen, Tanzen, auswendig lernen.

Zu jedem Stichwort sucht ihr euch einen Gegenstand, der symbolisch fĂŒr diese TĂ€tigkeit steht. Zum Beispiel:

  • Sprinten / Rennen – Turnschuh,
  • Luftballon aufblasen – Luftballon,
  • Tore schießen – Ball,
  • Vorlesen – Buch,
  • gutes GedĂ€chtnis – Sudoku/RĂ€tsel,
  • Singen – Mikrofon,
  • Gedicht schreiben – FĂŒller,
  • Liedtext erfinden – Notenblatt,
  • Witze erzĂ€hlen – Witzebuch,
  • ein Geheimnis behalten – Schatztruhe,
  • Malen – Pinsel/Wasserfarbenkasten,
  • Pantomime – weiße Handschuhe,
  • Schnitzen – Taschenmesser,
  • Turm bauen – Bauklötze,
  • Tanzen – Musikbox,
  • Auswendig lernen – Brille.

Die Karten mit den Worten werden an eine Stelle im Raum oder draußen offen hingelegt. Etwa 5m daneben werden die GegenstĂ€nde abgelegt. Die Kinder stellen sich in einer Reihe in einigem Abstand auf. Jetzt darf immer das erste Kinder zu den Karten rennen, und eine Karte aussuchen. Anschließend geht das Kind mit der Karte zu den GegenstĂ€nden und sucht sich den Gegenstand aus, den es fĂŒr passend hĂ€lt. DafĂŒr hat es 30 Sekunden Zeit. In dieser Zeit muss es zurĂŒck zur Gruppe kommen. Stimmt die Paarung, wird beides zusammen neben die Gruppe gelegt. Ist das Paar falsch, mĂŒssen Karte und Gegenstand wieder zurĂŒck zu den anderen Karten und GegenstĂ€nden gebracht werden. Ziel ist es alle Paarungen zu finden. Das Kind, das an der Reihe war stellt sich hinten an und das neue Kind vorne ist dran. Wenn ihr es etwas schwerer gestalten wollt, legt mehr GegenstĂ€nde hin, als es Zettel gibt.
Sind alle Paare gefunden. Setzt euch im Kreis darum herum und beginnt mit dem GesprÀch.

GesprÀch: Jeder hat Gaben

Ein GesprĂ€ch mit den Kindern soll ihnen zeigen, dass wir unterschiedliche Gaben haben und dass es nicht schlimm ist, wenn sie etwas (noch) nicht können. Außerdem soll deutlich werden, dass es nicht darum geht, wer etwas besser kann, sondern, dass jeder seine eigenen Gaben hat, die es zu entdecken gibt.

Wenn Variante 1 gespielt wurde:

Wie ging es euch bei den Spielen gerade? Was ist euch leichtgefallen? Was war schwer?

Wenn Variante 2 gespielt wurde:

Was fÀllt euch auf, wenn ihr die Paare anschaut, die ihr gefunden habt? Was haben alle gemeinsam? (Sind Gaben, FÀhigkeiten)

Weiterer GesprÀchsverlauf:

Ihr habt bestimmt schon mal bemerkt, dass euch manche Dinge mehr MĂŒhe kosten als andere. Warum ist das so?

Wir alle haben unterschiedliche Gaben und Talente. (Evtl. die Kinder fragen, ob sie wissen, was Gaben sind. Wenn nicht, dann kurz erklĂ€ren: Gaben sind Geschenke von Gott an uns Menschen. Wenn wir eine Gabe haben, dann fĂ€llt uns etwas besonders leicht oder wir haben viel Spaß daran.) Deshalb fĂ€llt es manchen Menschen leicht ein Instrument zu lernen und anderen nicht. DafĂŒr können diejenigen super Fußball oder Handball spielen. Wieder andere malen oder zeichnen gern und dann gibt es die, die tolle Dinge aus Holz basteln können. Und wieder andere sind sehr zuverlĂ€ssig oder schließen schnell Freundschaften. Aber das ist noch nicht alles. Es gibt so viele Gaben, die man besitzen kann. Wie finde ich denn raus, welche Gabe ich habe?

Ideen der Kinder sammeln.

Es gibt verschiedene Wege. Der einfachste ist zu ĂŒberlegen, was ihr gut könnt. Da habt ihr sicher eine Gabe fĂŒr. Oder wenn euch etwas viel Spaß macht. Singen zum Beispiel. Wenn ihr Spaß am Singen habt, dann habt ihr sicher eine musikalische Gabe. Wenn ihr gerne Menschen tröstet, neue Leute kennenlernt oder Spaß mit anderen habt, dann habt ihr eine Gabe im Umgang mit anderen Menschen. Und wenn ihr gerne lest, erzĂ€hlt oder Briefe schreibt, dann habt ihr eine sprachliche Gabe.

Ihr könnt auch Menschen fragen, die euch gut kennen, zum Beispiel eure Lehrer, eure Eltern oder Freunde. Fragt sie einfach mal: Was denkst du, kann ich gut? Wo könnte ich eine StÀrke oder Gabe haben.

Vielleicht klingt das alles ganz schön kompliziert fĂŒr. Ist es aber nicht. Es gibt verschiedene Bereiche, wo du Gaben oder StĂ€rken haben kannst. Dazu gehören: Musikalische StĂ€rken (Aufgabe 6/8), KĂŒnstlerische StĂ€rken (11/12), Sprachliche StĂ€rken (4/7), Handwerkliche oder technische StĂ€rken (13/14), StĂ€rken im Umgang mit Menschen (9/10), sportliche StĂ€rken (1/3/15) und organisatorische StĂ€rken (5/16). Das mĂŒsst ihr euch gar nicht alles merken. Aber ich glaube es ist gut, wenn man es mal gehört hat.

Manche Gaben hat man von Geburt an, z.B. TaktgefĂŒhl. Manche kann man lernen oder besser darin werden, z.B. Malen und Zeichnen. Und manche, die kann man einfach nie gut, wie ich z.B. Kreatives Denken.

Wir alle können unterschiedliche Dinge gut. Deshalb ist jeder einzelne von uns wichtig. Nur zusammen können wir hier auf der Freizeit, in der Schule oder zuhause als Familie gut miteinander leben und arbeiten. Weil jeder etwas anderes kann. Weil wir alle etwas zu unserem Miteinander beitragen können.

Persönliche Ebene: Gaben sind Geschenke

Jede Gabe ist ein Geschenk unseres Schöpfers, Gott. Damit fĂŒr die Kinder das Thema Gaben nicht abstrakt bleibt, geht es jetzt um jedes Kind persönlich. Dazu teilt ihr das Blatt mit dem Geschenk an jedes Kind aus.

In jedes der vier KĂ€stchen soll jetzt eine Gabe/ StĂ€rke gemalt oder geschrieben werden. Wem nichts einfĂ€llt, der kann aufschreiben oder -malen, was er/ sie sich fĂŒr eine Gabe wĂŒnschen wĂŒrde. Mit Kindern, denen nichts einfĂ€llt, kann man ĂŒberlegen, was sie gerne machen und daraus eine FĂ€higkeit ableiten z.B. ein guter Freund sein, wenn sie gerne Zeit mit jemand verbringen oder Geschichten erzĂ€hlen, wenn sie gerne mit Playmobil oder Puppen spielen.

Die Gaben und StĂ€rken werden nachher nicht verglichen oder vorgestellt. Sie sollen wirklich nur fĂŒr die Kinder persönlich sein.

Die Einheit könnt ihr mit dem Hinweis auf das Stationenspiel „Talente ausprobieren“ am 4. Tag beenden. Dort können die Kinder verschiedene Talente/ FĂ€higkeiten ausprobieren. Vielleicht entdecken sie ja fĂŒr sich etwas Neues?

  • Autor / Autorin: Lena Bertsch
  • © Titel: unsplash

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