Alle an einem Tisch! Essen verbindetAlle an einem Tisch! Essen verbindet

Einheit: Alle an einem Tisch! Essen verbindet

Verband: EJW - evangelisches Jugendwerk in WĂĽrttemberg
Zeitbedarf: 120-270 Min. (Vorbereitung: 120-300 Min.)
Materialart: Ideensammlung
Zielgruppen: Jugendliche (15-19 Jahre), Junge Erwachsene (18+), Teens (12-16 Jahre)
Einsatzgebiete: Events + Projekte, Gruppenstunde, Offenes Angebot
Redaktion: der SteigbĂĽgel
Bibelstelle: Kolosser 3,11
Kolosser 3,11

11Da ist nicht mehr Grieche oder Jude, Beschnittener oder Unbeschnittener, Nichtgrieche, Skythe, Sklave, Freier, sondern alles und in allen Christus.

Die Bibel nach Martin Luthers Übersetzung, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart.

Bei interkulturellen Kochabenden in fremde Kochtöpfe gucken

Immer mehr Kulturen treffen in Deutschland aufeinander. Um sich besser zu verstehen, muss man erleben, was den anderen anders macht. Bei interkulturellen Kochabenden wird ein (bei mehreren Abenden jeweils ein anderes) Essen aus einer anderen Kultur mit allen Teilnehmenden zubereitet. Dabei bekommt die Gruppe durch das gemeinsame Kochen einen Einblick in eine andere Küche und in eine andere Lebensweise. Das Gespräch miteinander steht neben dem Essen im Mittelpunkt. So ein Kochabend eignet sich hervorragend für Gruppen mit Teilnehmenden aus verschiedenen Kulturen oder Gruppen, die mit anderen Kulturen in Kontakt kommen wollen.

Ein möglicher Ablauf eines interkulturellen Kochabends

Vorbereitung

Im Vorfeld muss ein Team von Jugendlichen oder jungen Erwachsenen, gesucht und gefunden werden, die ihr Herkunftsland mit einem Gericht vorstellen wollen. Bei jüngeren Jugendlichen, oder wenn Unsicherheit beim Kochen besteht, können auch Eltern zusätzlich angefragt werden. Bei einer kleinen Gruppengröße kann es auch eine Person alleine stemmen.

Es empfiehlt sich, im Vorfeld ein „Planungstreffen“ mit den „Köchen“ zu machen, um den Ablauf und das Ziels des Abends abzustimmen, das Budget festzusetzen, den Ort zu klären und Informationen über benötigte Kochutensilien auszutauschen. Z. B.: wird ein Backofen benötigt? Soll es einen Nachtisch geben? usw. Es sollte ein Menü oder ein Gericht gewählt werden, das mit einer Gruppe vorbereitet werden kann und, je größer die Gruppe, verschiedene Aufgaben für die Zubereitung beinhaltet. Grundregeln der Hygiene sollten angesprochen werden. Neben der Kochplanung muss der Ablauf des Abends insgesamt bedacht werden. Die Frage, ob eine Übersetzung notwendig ist, muss zudem geklärt werden.

Ankommensphase

Eine Phase des Ankommens bietet sich an, wenn sich die Gruppe noch nicht kennt. Dann ist genug Zeit dafür da, erst einmal miteinander warm zu werden. Dabei können Elemente, wie ein landesspezifisches Getränk oder ein anderer Starter und eine landestypische Dekoration zu einer lockeren Atmosphäre beitragen. Auf den Tischen verteilte Talkkarten mit Fragen zu verschiedenen Themen verhindern peinliches Schweigen bei jungen Erwachsenen. Dabei sollten mögliche Sprachbarrieren bedacht werden. Gerade bei interkulturellen Begegnungen können nicht alle Deutsch. Dann ist, besonders auch bei Jugendlichen, ein Kennenlernspiel eine gute Alternative, das nicht lang erklärt werden muss und ohne Sprache funktioniert. Zu lange darf diese Phase aber nicht dauern, denn das Kochen braucht ausreichend Zeit.

Kennt sich die Gruppe schon länger, kann der Schwerpunkt auf der Einführung in das Land liegen. Zum Beispiel ein Spiel aus dem Land, welches an diesem Abend dran ist, oder ein paar interessante Fakten, oder eine einführende Geschichte.

Gemeinsames Kochen

An verschiedenen Kochstationen wird nun das Essen vorbereitet. Optimal ist es, wenn der Koch zuerst eine Einführung gibt, was alles zu tun ist, die jeweiligen Zutaten auf die entsprechenden Tische verteilt und genaue Anweisungen gibt, was zu tun ist. Das kann auch schriftlich geschehen, z. B. das Gemüse muss geputzt und geschnitten werden, der Teig muss 10 Minuten geknetet werden, man braucht genau 1,5 TL Salz auf diese Menge, usw. Je komplizierter das Gericht, desto besser muss die Erklärung vorher überlegt und die zeitlichen Abläufe geplant werden.

ZeitlĂĽcken fĂĽllen

Bei vielen Gerichten gibt es eine Phase, in der das Essen gegart, gebacken oder einfach vom Koch selbst fertig zubereitet werden muss und dadurch Wartezeit für die Gruppe entsteht. In dieser Zeitlücke kann ein Quiz mit Fragen rund um das Land gespielt werden, in der ggf. auch Fakten, die in der Ankommensphase mitgeteilt wurden, nochmals aufgegriffen und abgefragt werden. Bei jungen Erwachsenen ist während dieser Phase in der Regel kein Programm nötig. Die Gespräche und das Kennenlernen stehen hier deutlich im Vordergrund.

Essen genieĂźen

Bevor das große Essen beginnt, ist es interessant, wenn der Koch nochmal die einzelnen Elemente des Gerichtes oder Menüs vorstellt und beim Namen nennt. Ein Tischgebet oder Lied, wenn möglich aus dem Land des jeweiligen Abends, kann den Höhepunkt des Abends einleiten.

Vertiefung:

Gespräche mit Bibeltexten

Wer mit einem längeren Zeitraum plant, z. B. mit jungen Erwachsenen, kann nach dem Essen die Gespräche am Abend noch mehr in die Tiefe führen. Im angeleiteten Austausch mit vorbereiteten Fragen für Kleingruppen, bieten sich z. B. verschiedenste Bibeltexte an.

Hier eine kleine Auswahl:

1) Da ist nicht mehr Grieche oder Jude, Beschnittener oder Unbeschnittener, Nichtgrieche, Skythe, Sklave, Freier, sondern alles und in allen Christus. (Kolosser 3,11)

2) Abraham, der sein Land verlässt und die Erfahrung von Migration macht. (1. Mose 12)

3) Die Fremdlinge sollt ihr nicht unterdrĂĽcken; denn ihr wisst um der Fremdlinge Herz, weil ihr auch Fremdlinge in Ă„gyptenland gewesen seid. (2. Mose 23,9)

Das Lesen von Bibeltexten, die das Thema Migration, Fremdsein oder Vielfalt der Kulturen beinhalten, bringt gerade in internationalen Begegnungen von Menschen die wirklich in verschiedenen Ländern aufwuchsen, unterschiedlichste Aspekte in das Gespräch. Denn verschiedene Kulturen haben in der Regel auch unterschiedliche Blickwinkel auf den selben Text. Diese verschiedenen Herangehensweisen oder auch nur anderen Erfahrungen mit ein und demselben Text bereichern das Gespräch und erweitern den Horizont aller Teilnehmenden.

Krönender Abschluss

Zum Schluss bleiben der Dank und die Würdigung an die Köche für die Vorbereitung. An unseren Kochabenden bekam der Koch z. B. immer einen goldenen Kochlöffel verliehen. Sind musikalische Menschen in der Vorbereitungsgruppe, könnte auch ein Lied oder ein landestypischer Tanz den krönenden Abschluss bilden. Essensreste finden die beste Verwendung, wenn sie in die mitgebrachten Kunststoffdosen verteilt werden.

 

Hygienische Grundregeln in der KĂĽche:

– In der Küche trägt man Kopfbedeckung, Handschuhe und eine Schürze (damit bleibt ihr sauber und das Essen auch).

– Als erstes Hände sauber waschen und anschließend Handschuhe tragen.

– Wenn ihr Teig oder Fleisch an den Händen habt, dann bleiben die Hände in der Schüssel. Falls ihr eine andere Zutat braucht, dann fragt ihr jemanden, der „saubere“ Hände hat.

– Wenn ihr Lebensmittel an den Händen habt und etwas aus einer Schublade braucht, dann erst Hände waschen oder jemand anderen um Hilfe bitten. Besser: Davor alles vorbereiten, hinstellen und abwiegen, was ihr braucht!

– V. a. beim Verarbeiten von Hackfleisch und Brät sehr vorsichtig sein, benutzte Schüsseln, Küchenutensilien, etc. sofort nach dem Gebrauch mit (kochend) heißem Wasser abwaschen und Hände waschen!

– Nicht auf den Teig/die Arbeitsfläche niesen (wegdrehen, Ellenbogen).

– Nach dem Gebrauch den Arbeitsplatz abwischen, Händewaschen.

– Keinen Teig und v. a. keinen ungekochten Hackfleischteig essen!

– Wenn ihr aufs Klo geht: Schürze, Kopfbedeckung und Handschuhe ausziehen, anschließend Hände sauber waschen, und anschließend alles wieder anziehen. (Schürzen, Kopfbedeckung und Handschuhe bleiben in der Küche)

– Nach dem Kochen: Küche putzen!!!!

  • Autor / Autorin: Sarah Koyyuru
  • © EJW - evangelisches Jugendwerk in WĂĽrttemberg