„Bist du wirklich der, der kommen soll – oder sollen wir auf einen anderen warten?“„Bist du wirklich der, der kommen soll – oder sollen wir auf einen anderen warten?“

Einheit: „Bist du wirklich der, der kommen soll – oder sollen wir auf einen anderen warten?“

Verband: buch+musik, ejw-service gmbh
Zeitbedarf: 80 Min. (Vorbereitung: 60 Min.)
Materialart: Bibelarbeit
Zielgruppe: Jugendliche
Einsatzgebiet: Gruppenstunde
Redaktion: der Steigbügel
Bibelstelle: Matthäus 11,2-6
Matthäus 11,2-11,6

2Da aber Johannes im Gefängnis von den Werken Christi hörte, sandte er seine Jünger 3und ließ ihn fragen: Bist du, der da kommen soll, oder sollen wir auf einen andern warten? 4Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Geht hin und sagt Johannes wieder, was ihr hört und seht: 5Blinde sehen und Lahme gehen, Aussätzige werden rein und Taube hören, Tote stehen auf und Armen wird das Evangelium gepredigt; 6und selig ist, wer sich nicht an mir ärgert.

Die Bibel nach Martin Luthers Übersetzung, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart.

Vom Warten auf Jesus – nicht nur an Weihnachten. Schon und noch nicht. Hoffnung und Spannung.


Vorschau:

Seit Jahren, nein, seit Jahrzehnten warteten sie schon. Die Alten starben, gaben ihre Hoffnung und ihr Sehnen an die Jungen weiter. Ihr Vaterland war ihnen entrissen worden, ihre Häuser zerstört, zertrampelt und völlig verwüstet. Die Feinde hatten ihren König verschleppt und sie lebten unter der grausamen Regierung der Sieger. Die Situation der Israeliten war manchmal zum Verzweifeln.
„Doch das soll nicht ewig so bleiben“, kam Gottes Versprechen zu ihnen.

„Wie ein Vater sorgte ich mich um euch, aber ihr habt euch weder um mich, noch um meine Weisungen gekümmert. Jetzt ist alles bei euch verwüstet und verbrannt, man hat euch aus-geplündert. Statt Armen und Unterdrückten zu helfen, denkt ihr immer nur an euch. Jeder will am meisten. Und doch – ich werde euch in euer Land zurückbringen. Dann wird kein Krieg mehr sein, sondern Frieden mit allen Völkern.“ (Siehe dazu Jesaja 1,1.7.17; 2,2-4).

In ihrer momentanen Situation war von diesen schönen Worten herzlich wenig zu merken. Die Kinder, die jetzt heranwuchsen, hatten sich schon fast mit dem Leben in der Fremde abgefunden:

„War das nicht einfacher, als so vergeblich zu hoffen? Machte die ständige Enttäuschung ihrer Hoffnung nicht alles noch schwerer?“ Jahrzehnte zogen ins Land. Ihre Fragen „Wie lange sollen wir denn noch so warten? Hat Gott uns vergessen?“ verstummten nicht.

Trotzdem wiederholten sie immer wieder die Versprechen des Propheten Jesaja:
„Eines Tages wird eine Zeit anbrechen, in der keine Tränen mehr fließen. Kranke werden gesund,
Trümmer und Zerbrochenes wird ganz und heil. Die ‚Heilszeit’ wird das sein. Dann werden die tauben und schwerhörigen Menschen hören, und die blinden Menschen werden sehen, Gelähmte und Gehbehinderte werden umherlaufen. Sogar Tote werden lebendig werden. Arme Menschen werden nicht mehr dumm angemacht. Eine gute Nachricht werden sie hören.“
(Vergleiche dazu Jesaja 29,18f; 35,5; 26,19; 61,1f.).

Diese Worte erinnerten sie an die Zeiten, in denen sie im Frieden in ihrem Land lebten. Ihre Könige hatten für das Land und die Menschen gesorgt. Vor der Thronbesteigung war der neue König mit Öl gesalbt worden. Dies sollte ihm Kraft und damit Macht verleihen. Eine unsichtbare
Duftwolke umgab ihn. Der König sollte alles tun, damit Gottes gute Gebote beachtet würden. Er
war dafür verantwortlich, dass das Recht herrschte, dass Arme und Schwache nicht benachteiligt und unterdrückt wurden. Gott selbst hatte dem Volk Israel seinen Schutz und Beistand zugesagt. Weil der König eine besondere Verantwortung und eine machtvolle Stellung bei Gottes Volk hatte, versprach Gott ihm seine spezielle Fürsorge, seine Weisheit und seinen Geist. Bei der Salbung kam über den neuen Herrn nicht nur der unsichtbare Duft, sondern auch Gottes Geist, genauso unsichtbar.

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  • Autor / Autorin: Esther Zimmermann
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