Das Tischtuch ist zerschnittenDas Tischtuch ist zerschnitten

Einheit: Das Tischtuch ist zerschnitten

Verband: Deutscher EC-Verband
Zeitbedarf: 30-60 Min. (Vorbereitung: 15-20 Min.)
Materialart: Bibelarbeit
Zielgruppen: Jugendliche (15-19 Jahre), Junge Erwachsene (18+), Studenten
Einsatzgebiet: Gruppenstunde
Redaktion: echt.
Bibelstelle: 1. Samuel 20,24-21,1
1. Samuel 20,24-21,1

Sauls Zorn gegen Jonatan

24David verbarg sich auf dem Felde. Und als der Neumond kam, setzte sich der König zu Tisch, um zu essen. 25Und der König saß an seinem Platz, wie er gewohnt war, an der Wand, aber Jonatan stand auf; und Abner setzte sich an die Seite Sauls. Davids Platz aber war leer. 26Und Saul sagte an diesem Tage nichts; denn er dachte: Es ist ihm etwas widerfahren, dass er nicht rein ist; ja, er ist nicht rein.

27Des andern Tags aber nach dem Neumond, als Davids Platz leer blieb, sprach Saul zu seinem Sohn Jonatan: Warum ist der Sohn Isais nicht zu Tisch gekommen, weder gestern noch heute? 28Jonatan antwortete Saul: Er bat mich sehr, dass er nach Bethlehem gehen dürfe, 29und sprach: Lass mich hingehen, denn unser Geschlecht hat zu opfern in der Stadt, und mein Bruder hat mir’s selbst geboten. Hab ich nun Gnade vor deinen Augen gefunden, so will ich hinweg und meine Brüder sehen. Darum ist er nicht zum Tisch des Königs gekommen.

30Da entbrannte der Zorn Sauls über Jonatan, und er sprach zu ihm: Du Sohn einer ehrlosen Mutter! Ich weiß sehr wohl, dass du den Sohn Isais erkoren hast, dir und der Blöße deiner Mutter zur Schande! 31Denn solange der Sohn Isais lebt auf Erden, wirst du und auch dein Königtum nicht bestehen. So sende nun hin und lass ihn herholen zu mir, denn er ist ein Kind des Todes. 32Jonatan antwortete seinem Vater Saul und sprach zu ihm: Warum soll er sterben? Was hat er getan? 33Da schleuderte Saul den Spieß nach ihm, ihn zu durchbohren. Da merkte Jonatan, dass es bei seinem Vater fest beschlossen war, David zu töten. 34Und Jonatan stand vom Tisch auf in grimmigem Zorn und aß am zweiten Tage nach dem Neumond nichts; denn er war bekümmert um David und dass ihm sein Vater solchen Schimpf antat.

Davids Abschied von Jonatan

35Am Morgen ging Jonatan hinaus aufs Feld, wohin er David bestellt hatte, und ein Knabe mit ihm. 36Und er sprach zu dem Knaben: Lauf und suche mir die Pfeile, die ich schieße! Und als der Knabe lief, schoss er einen Pfeil über ihn hin. 37Und als der Knabe an den Ort kam, wohin Jonatan den Pfeil geschossen hatte, rief ihm Jonatan nach und sprach: Der Pfeil liegt hinwärts von dir. 38Und Jonatan rief abermals dem Knaben nach: Rasch, eile und halte dich nicht auf! Da las Jonatans Knabe den Pfeil auf und brachte ihn zu seinem Herrn. 39Der Knabe aber merkte nichts; allein Jonatan und David wussten um die Sache. 40Da gab Jonatan seine Waffen dem Knaben, den er bei sich hatte, und sprach zu ihm: Geh und trage sie in die Stadt.

41Und als der Knabe gegangen war, stand David auf hinter dem Steinhaufen und fiel auf sein Antlitz zur Erde und beugte sich dreimal nieder, und sie küssten einander und weinten miteinander, David aber am allermeisten. 42Und Jonatan sprach zu David: Geh hin mit Frieden! Denn wir beide haben im Namen des Herrn geschworen und gesagt: Der Herr sei Zeuge zwischen mir und dir, zwischen meinen Nachkommen und deinen Nachkommen in Ewigkeit.

21

1Und David machte sich auf und ging seines Weges; Jonatan aber ging in die Stadt.

Die Bibel nach Martin Luthers Übersetzung, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart.

Uli Limpf analysiert die Freundschafts-Geschichte von David und Jonatan und schlägt vor, wie man in Form einer Gruppenstunde verschiedene Elemente der Geschichte praktisch umsetzen kann.


Vorschau:

Der Konflikt zwischen Saul und David eskaliert. Saul kann es nicht akzeptieren, dass Gott seine Berufung zum König zurückgenommen hat (1. Sam 15,26). In der ganzen Geschichte Sauls gibt es keine einzige Stelle, die erkennen lässt, dass er zu Gott umkehrt und ihn um Vergebung bittet. Saul scheitert nicht an seinen Fehlern, aber er scheitert daran, dass er nicht Buße tut.

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2. Bedeutung für heute

2.1 Schwierige familiäre Verhältnisse

Jonatan ist derjenige, der in dieser Geschichte zwischen allen Stühlen sitzt. Auf der einen Seite ist Saul sein Vater. Aber dieser Vater ist so unberechenbar geworden. Er beschimpft Jonatan und dessen Mutter aufs Übelste (V.30), er wäre in seiner Raserei sogar in der Lage, Jonatan umzubringen (V.33). Jonatan hat es mit einem Vater zu tun, von dem Gott gewichen war und der psychisch krank geworden ist (extremer Neid, Verfolgungswahn,…).

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3. Methodik für die Gruppe

Generell gibt es einige Bibelverfilmungen zu König David. Allerdings habe ich bislang keine dieser Verfilmungen gesehen. Solltet ihr in der Gruppe einen solchen Film einsetzen und gemeinsam schauen wollen, dann wäre es unbedingt ratsam, wenn ihr euch den Film vorher selbst einmal (im Mitarbeiterteam) anschaut und für euch bewertet.

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  • Autor / Autorin: Uli Limpf
  • © Deutscher EC-Verband