Der ExodusDer Exodus

Einheit: Der Exodus

Verband: Deutscher EC-Verband
Zeitbedarf: 90 Min. (Vorbereitung: 30-60 Min.)
Materialart: Bibelarbeit
Zielgruppen: Jugendliche (15-19 Jahre), Teens (12-16 Jahre)
Einsatzgebiet: Gruppenstunde
Redaktion: TEC:
Benötigte Materialien: 1 Flipchart, Flipchartbögen (pro Gruppe), Edding(s) (pro Gruppe),
Bibelstelle: 2. Mose 14
2. Mose 14

14

Das ägyptische Heer verfolgt die Israeliten

1Der Herr sagte zu Mose:

2»Befiehl den Israeliten, dass sie umkehren

und vor Pi-Hahirot ihr Lager aufschlagen –

zwischen Migdol und dem Meer vor Baal-Zefon.

Dort sollt ihr am Meer lagern.

3Der Pharao wird von den Israeliten denken:

›Sie haben sich im Land verirrt.

Die Wüste hat sie eingeschlossen.‹

4Ich aber sorge dafür,

dass der Pharao nicht begreift.

Dann wird er sie verfolgen.

So will ich meine Macht erweisen

am Pharao und an seinem ganzen Heer.

Die Ägypter sollen erkennen, dass ich der Herr bin.«

So kehrte das Volk um, wie es der Herr gesagt hatte.

5Als dem König von Ägypten gemeldet wurde:

»Das Volk ist geflohen!«,

bereuten der Pharao und seine Leute ihre Entscheidung.

Sie fragten sich: »Wie konnten wir das tun?

Wir hätten die Israeliten

nicht aus unserem Dienst entlassen sollen!«

6Der Pharao ließ seinen Streitwagen anspannen

und führte seine Fußtruppen mit sich.

7Er ließ 600 starke Streitwagen ausrücken

und alle übrigen Streitwagen Ägyptens.

Jeder Wagen hatte drei Mann Besatzung.

8Denn der Herr hatte es so gefügt,

dass der Pharao, der König von Ägypten, nicht begriff

und die Israeliten verfolgte.

Die aber zogen aus mit erhobener Hand.

9Die Ägypter jagten ihnen nach –

alle Pferde und Wagen des Pharao,

seine Reiter und sein Heer.

Die Israeliten lagerten noch am Meer,

bei Pi-Hahirot vor Baal-Zefon.

Dort holten die Ägypter sie ein.

Die Israeliten schreien um Hilfe

10Als der Pharao näher kam,

blickten die Israeliten auf und sahen:

Die Ägypter rückten hinter ihnen heran!

Da bekamen die Israeliten große Angst

und schrien zum Herrn um Hilfe.

11Sie beklagten sich bei Mose:

»Gab es denn keine Gräber in Ägypten?

Hast du uns in die Wüste gebracht,

damit wir hier sterben?

Wie konntest du uns aus Ägypten führen!

12Haben wir nicht schon in Ägypten zu dir gesagt:

Lass uns in Ruhe!

Wir wollen lieber den Ägyptern dienen!

Es ist besser, dass wir in Ägypten Sklaven sind,

als in der Wüste zu sterben.«

13Darauf sagte Mose zum Volk:

»Fürchtet euch nicht!

Stellt euch auf und seht,

wie der Herr euch heute retten wird!

Denn so, wie ihr die Ägypter jetzt seht,

werdet ihr sie nie wieder sehen.

14Der Herr wird für euch kämpfen.

Ihr aber sollt still sein.«

15Der Herr sprach zu Mose:

»Was schreist du zu mir!

Befiehl den Israeliten, dass sie aufbrechen.

16Und du, hebe deinen Stab hoch!

Strecke deine Hand aus über das Meer und teile es!

Dann können die Israeliten auf trockenem Boden

mitten durch das Meer ziehen.

17Ich aber werde die Ägypter nicht begreifen lassen,

was geschieht.

Dann folgen sie den Israeliten ins Meer.

So will ich meine Macht erweisen

am Pharao und an seinem ganzen Heer –

an den Streitwagen und an den Reitern.

18Die Ägypter sollen erkennen, dass ich der Herr bin,

wenn ich meine Macht am Pharao erweise –

an den Streitwagen und an den Reitern.«

19Dann erhob sich der Engel Gottes.

Bisher war er an der Spitze der Israeliten gegangen.

Jetzt ging er zu ihrem Schutz hinter ihnen her.

Auch die Wolkensäule entfernte sich von der Spitze

und trat hinter die Israeliten.

20Sie stand zwischen den Ägyptern und den Israeliten.

So kamen sie die ganze Nacht einander nicht näher.

Die Wolke ließ es stockdunkel werden,

und die Feuersäule erleuchtete die Nacht.

Israel erfährt Gottes Hilfe

21Mose streckte die Hand aus über das Meer.

Da trieb der Herr das Meer die ganze Nacht

durch einen Ostwind zurück.

Er machte das Meer zum trockenen Land,

und das Wasser teilte sich.

22So konnten die Israeliten auf trockenem Boden

mitten durch das Meer ziehen.

Das Wasser stand rechts und links von ihnen

wie eine Mauer.

23Die Ägypter aber verfolgten sie.

Sie jagten hinter ihnen her mitten in das Meer –

alle Pferde des Pharao, seine Streitwagen und Reiter.

24Kurz vor Morgengrauen

sah der Herr nach den Ägyptern.

Er blickte aus der Feuer- und Wolkensäule auf sie

und brachte das Heer der Ägypter in Verwirrung.

25Er bremste die Räder ihrer Streitwagen.

Sie kamen nur mit Mühe voran.

Da sprachen die Ägypter:

»Lasst uns vor Israel fliehen!

Denn der Herr kämpft für sie gegen Ägypten

26Darauf sagte der Herr zu Mose:

»Strecke die Hand aus über das Meer!

Das Wasser soll über die Ägypter zurückfluten –

über ihre Streitwagen und über ihre Reiter.«

27Mose streckte die Hand aus über das Meer.

Da flutete das Wasser gegen Morgen wieder zurück.

Die Ägypter aber flohen dem Wasser entgegen.

So stürzte der Herr die Ägypter mitten ins Meer.

28Das Wasser flutete zurück

und bedeckte Wagen und Reiter.

Das ganze Heer, das dem Pharao folgte, ging unter.

Kein Einziger von ihnen blieb am Leben.

29Aber die Israeliten waren auf trockenem Boden

mitten durch das Meer gekommen.

Denn das Wasser stand rechts und links von ihnen

wie eine Mauer.

30So rettete damals der Herr

die Israeliten vor den Ägyptern.

Israel sah die Ägypter tot am Ufer liegen.

31Israel erkannte, dass der Herr die Ägypter

mit seiner großen Macht besiegt hatte.

Da fürchtete das Volk den Herrn.

Nun glaubten sie an den Herrn

und an seinen Knecht Mose.

BasisBibel 2012/2020, © Deutsche Bibelgesellschaft

Die Teenager sollen den Wert eines befreiten Lebens als Christen erkennen, indem sie die Geschichte des Exodus im Alten Testament als Rettungstat Gottes kennen lernen. Die Bedeutung des Exodus im Neuen Testament anhand von zwei Beispieltexten erfahren. Diese Bedeutungen auf ihren derzeitigen sozialen und kulturellen Kontext anwenden können.


Vorschau:

1. Vorbemerkungen

2. Mose 14: Die Exodus-Geschichte in 2. Mose 1–15 (mit Schwerpunkt auf dem Durchzug durch das Schilfmeer in Kap. 14) ist ein, wenn nicht sogar das zentrale Motiv im Alten Testament. Die Exodus-Geschichte handelt von einem Volk in Not, das von einem treuen Gott errettet und zu einem neuen Leben geführt wird. Hierbei wird klar, dass sich Christen auf dem Weg befinden – auf einem Weg, den Gott führt und wir Menschen gehen dürfen. Dieser Weg führt zu einem neuen, befreiten Leben mit neuen Denk- und Verhaltensweisen. Die Teenager dürfen daher erkennen, dass eine neue Lebensweise nichts mit Zwang oder Druck zu tun hat, sondern mit einem Gott, der das Beste für uns möchte und uns auf diesem Weg begleitet. Christsein ist kein Stillstand, sondern Fortschritt – der aber oft anders aussieht, als man denkt.

Römer 6,1-14: Paulus gebraucht hier unterschwellig die Exodus-Geschichte, um das neue, veränderte Leben eines Christen zu beschreiben. Wohingegen das Volk vor dem Exodus ein Volk von Sklaven war, waren sie danach frei. Ebenso sagt Paulus, dass Christen vor ihrem Leben mit Jesus Sklaven der Sünde waren, nun aber dieser Sklaverei entzogen und befreit sind, „in einem neuen Leben“ zu wandeln (V.4). Der Weg des Christen ist geprägt davon, dieses neue Leben, das durch die Freiheit, die der Christ in Jesus hat, ermöglicht ist, in die Tat umzusetzen und auszuleben. Der Weg hierfür besteht darin, sich für das „zu halten“ (V.11), was man auch wirklich für Gott ist: nämlich kein Sklave der Sünde mehr, sondern ein „Sklave Christi“. Die Taufe als Bild steht hier parallel zu dem Gang durch das Wasser in der Exodus-Geschichte und wird daher hier von Paulus gebraucht. Tod und Auferstehung Jesu werden als „wahrer Exodus“ und tiefere Bedeutung der Exodus-Geschichte vermittelt, durch die der Mensch zu Freiheit und damit zu einem wahren Leben kommen kann.

 

 

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  • Autor / Autorin: Jan-Niklas Gleitz
  • © Deutscher EC-Verband

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