Die Anklage

Einheit | Andacht
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Die Anklage

Materialart: Andacht
Zielgruppe: Jugendliche (15-19 Jahre)
Einsatzgebiet: Gruppenstunde
Verband: EJW - Evangelisches Jugendwerk in Württemberg
Redaktion: der Steigbügel
Zeitbedarf: 10-30 Min. (Vorbereitung: 10-30 Min.)
Bibelstelle: 2. Könige 5,1-5,19 anzeigen
Bibelstelle
2. Könige 5,1-5,19

5

Elischa heilt den Aramäer Naaman

1Naaman war der Heerführer des Königs von Aram.

Sein König schätzte ihn sehr

und hielt große Stücke auf ihn.

Denn der Herr hatte bewirkt,

dass er für Aram siegreich war.

Er war ein Kriegsheld, litt aber an Aussatz.

2Die Aramäer überfielen das Land Israel immer wieder.

Einmal hatten sie ein junges Mädchen verschleppt,

das jetzt im Dienst von Naamans Frau stand.

3Dieses Mädchen sprach zu ihrer Herrin:

»Ach, wäre mein Herr doch beim Propheten in Samaria!

Der könnte ihn von seinem Aussatz heilen.«

4Da ging Naaman zu seinem Herrn und König

und berichtete ihm:

»Das und das hat das Mädchen aus Israel gesagt.«

5Darauf sagte der König von Aram: »Geh dorthin!

Ich werde dir ein Schreiben mitgeben.

Es ist für den König von Israel bestimmt.«

Naaman ging los und nahm Geschenke mit:

340 Kilogramm Silber, 6000 Goldmünzen

und zehn kostbare Kleider.

6So kam er zum König von Israel

und übergab ihm das Schreiben.

Darin stand:

»Wenn du dieses Schreiben erhältst, weißt du:

Ich habe meinen Knecht Naaman zu dir geschickt,

damit du ihn von seinem Aussatz heilst.«

7Als der König von Israel das Schreiben gelesen hatte,

zerriss er seine Kleider.

Er sagte: »Bin ich denn Gott?

Kann ich töten oder lebendig machen?

Da schickt dieser mir einen Mann,

den ich vom Aussatz heilen soll!

Merkt ihr es? Er sucht nur einen Anlass für Krieg!«

8Elischa, der Gottesmann, hörte davon,

dass der König von Israel seine Kleider zerrissen hatte.

Deshalb schickte er eine Botschaft zum König:

»Warum hast du deine Kleider zerrissen?

Naaman soll zu mir kommen.

Dann wird er erkennen,

dass es in Israel einen Propheten gibt!«

9So kam Naaman mit Pferden und Wagen zu Elischa

und hielt vor der Tür seines Hauses.

10Elischa schickte einen Boten zu ihm hinaus:

»Geh und wasch dich siebenmal im Jordan!

Dann wird deine Haut gesund

und du giltst wieder als rein

11Doch Naaman wurde zornig.

Er wollte weggehen und sagte:

»Ich dachte, er selbst kommt zu mir heraus

und stellt sich vor mich hin.

Dann ruft er den Namen des Herrn an, seines Gottes,

erhebt seine Hände

und betet in Richtung des heiligen Ortes.

Und so heilt er mich vom Aussatz.

12Abana und Parpar, die Flüsse von Damaskus,

sind die nicht viel besser als alle Gewässer Israels?

Dann hätte ich mich gleich dort waschen können,

um wieder gesund zu werden!«

Voller Zorn drehte er sich weg und wollte gehen.

13Da traten seine Diener an ihn heran und sagten zu ihm:

»Herr, was wäre gewesen,

wenn der Prophet etwas Großes von dir verlangt hätte?

Hättest du es dann nicht getan?

Doch er sagte nur: ›Wasch dich und du wirst gesund.‹

Warum tust du das dann nicht?«

14Also stieg er doch zum Jordan hinab

und tauchte siebenmal unter,

wie es der Gottesmann gesagt hatte.

Da wurde seine Haut gesund wie die Haut eines Kindes,

und er galt wieder als rein.

Naaman möchte sich bei Gott bedanken

15Darauf kehrte er wieder zum Gottesmann zurück,

zusammen mit seinem ganzen Gefolge.

Er trat vor ihn hin und sagte: »Nun weiß ich,

dass es nirgendwo einen Gott gibt außer in Israel.

Er ist der einzige Gott auf der ganzen Welt.

Nimm doch ein Geschenk von deinem Knecht an!«

16Elischa aber antwortete:

»So gewiss der Herr lebt, in dessen Dienst ich stehe:

Ich werde nichts annehmen!«

Naaman versuchte ihn zu überreden,

aber Elischa weigerte sich.

17Schließlich sagte Naaman: »Wenn du das nicht willst,

dann soll man mir, deinem Knecht, Erde mitgeben –

so viel wie zwei Maultiere tragen können.

Denn ich will keine anderen Götter mehr anbeten.

Nur noch dem Herrn will ich Opfer darbringen,

Brandopfer und Schlachtopfer sollen es sein.

18Nur das eine soll der Herr deinem Knecht verzeihen:

Mein Herr, der König, besucht den Tempel des Rimmon,

um dort zu beten.

Dabei stützt er sich auf meinen Arm.

Also muss auch ich dort auf die Knie fallen

und mit ihm Rimmon anbeten.

Der Herr soll es deinem Knecht verzeihen!«

19Elischa antwortete: »Geh hin in Frieden!«

Gehasi sucht den eigenen Vorteil und wird dafür bestraft

Als Naaman schon ein Stück Weg zurückgelegt hatte,

BasisBibel 2012/2020, © Deutsche Bibelgesellschaft

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Der Prophet Elisa – angeklagt? Diese fiktive Kurzgeschichte erzählt von einer möglichen Anklage gegen Elisa im Himmel. Worum geht es und was spricht für Elisa?

Vorschau:

Die Kurzgeschichte ist fiktiv und stützt sich auf eine Aussage aus dem Talmud, der Sammlung jüdischer Auslegungen der göttlichen Gebote. Dort wird deutlich, dass die großen Gelehrten das Verhalten von Elisa gegenüber den Kindern ablehnten. Er hatte sich schuldig gemacht. Deshalb eine Kurzgeschichte über eine mögliche Gerichtsverhandlung im Himmel.

Zusätzlich erhältst du hier Ideen, wie du die Kurzgeschichte in eine Andacht einbetten kannst.

Kurzgeschichte – Die Anklage

Angeklagt ist Elisa. Das ist nicht irgendwer. Das ist einer der berühmtesten Propheten Israels.

Er ist angeklagt vor dem himmlischen Gericht.

Wie lautet die Anklage? Dass er 42 Kinder verflucht hat, die ihn als Glatzkopf verspottet haben. Alle diese Kinder wurden dann von zwei Bären zerrissen.

Doch der Reihe nach. Wer war Elisa? …

Ideen zur Vertiefung

Warum diese Andacht? Erstens zählt die Geschichte von Elisa und Naaman zu den schönsten Geschichten der Bibel. Zweitens zeigt diese Geschichte: Nur der Gott Israels ist der wahre und einzige Gott. Drittens wird durch das schreckliche Fehlverhalten von Elisa deutlich, dass Gott für seine Arbeit auch sündige Menschen gebraucht (vgl. z. B. Röm 3,23ff).

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  • Autor / Autorin: Manfred Pohl
  • © EJW - Evangelisches Jugendwerk in Württemberg
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