Die Familie zerfällt – Patchwork / Drüber reden, aushalten und gestalten!Die Familie zerfällt – Patchwork / Drüber reden, aushalten und gestalten!

Einheit: Die Familie zerfällt – Patchwork / Drüber reden, aushalten und gestalten!

Verband: Deutscher EC-Verband
Zeitbedarf: 60-90 Min. (Vorbereitung: 60-120 Min.)
Materialart: Bibelarbeit
Zielgruppen: Jugendliche (15-19 Jahre), Teens (12-16 Jahre)
Einsatzgebiet: Gruppenstunde
Redaktion: TEC:
Benötigte Materialien: Laptop, Lautsprecher, Liedtext (mit Übersetzung), Zettel (mit Fragen), Zettel, Stift(e), Bibel(n)
Bibelstelle: 1. Könige 3,16-28
1. Könige 3,16-3,28

Salomos Urteil

16Zu der Zeit kamen zwei Huren zum König und traten vor ihn. 17Und die eine Frau sprach: Ach, mein Herr, ich und diese Frau wohnten im selben Hause, und ich gebar bei ihr im Hause. 18Und drei Tage nachdem ich geboren hatte, gebar auch sie. Und wir waren beieinander, und kein Fremder war mit uns im Hause, nur wir beide. 19Und der Sohn dieser Frau starb in der Nacht; denn sie hatte ihn im Schlaf erdrückt. 20Und sie stand in der Nacht auf und nahm meinen Sohn von meiner Seite, als deine Magd schlief, und legte ihn in ihren Arm, und ihren toten Sohn legte sie in meinen Arm. 21Und als ich des Morgens aufstand, um meinen Sohn zu stillen, siehe, da war er tot. Aber am Morgen sah ich ihn genau an, und siehe, es war nicht mein Sohn, den ich geboren hatte. 22Die andere Frau sprach: Nein, mein Sohn lebt, doch dein Sohn ist tot. Jene aber sprach: Nein, dein Sohn ist tot, doch mein Sohn lebt. Und so redeten sie vor dem König.

23Und der König sprach: Diese spricht: Mein Sohn lebt, doch dein Sohn ist tot. Jene spricht: Nein, dein Sohn ist tot, doch mein Sohn lebt. 24Und der König sprach: Holt mir ein Schwert! Und als das Schwert vor den König gebracht wurde, 25sprach der König: Teilt das lebendige Kind in zwei Teile und gebt dieser die Hälfte und jener die Hälfte. 26Da sagte die Frau, deren Sohn lebte, zum König – denn ihr mütterliches Herz entbrannte in Liebe für ihren Sohn – und sprach: Ach, mein Herr, gebt ihr das Kind lebendig und tötet es nicht! Jene aber sprach: Es sei weder mein noch dein; lasst es teilen! 27Da antwortete der König und sprach: Gebt dieser das Kind lebendig und tötet’s nicht; die ist seine Mutter.

28Und ganz Israel hörte von dem Urteil, das der König gefällt hatte, und sie fürchteten den König; denn sie sahen, dass die Weisheit Gottes in ihm war, Gericht zu halten.

Die Bibel nach Martin Luthers Übersetzung, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart.

Patchworkfamilien sind wie ein Strauß bunter Blumen die, zusammengestellt wurden: viele verschiedene Erwachsene und unterschiedliche Kinder. Kein Strauß und keine Patchworkfamilie gleicht der anderen, da die Geschichten hinter der Zusammenstellung und dem Erlebten in Leid, Schmerz, Vergebung, Versöhnung und die Wiederfindung des Familienglücks (im Idealfall) sehr unterschiedlich ist.


Vorschau:

1. Vorbemerkungen

Patchworkfamilien gab es schon immer. In ferner Vergangenheit sind die Eltern durch den biologischen Tod weggefallen, da die Lebenserwartung der Menschen deutlich geringer war. Heute dagegen entstehen Patchworkfamilien hauptsächlich durch Ehescheidungen, wo die Kinder keinen biologischen, aber einen Beziehungstod erleben. Die Langzeitfolgen, die Scheidungskinder durch den Beziehungstod der Eltern erleben, sind bis ins Erwachsenenalter erkennbar. Daher ist eine gute Begleitung von Teenagern sehr bedeutend, dass sie lernen, über das Erlebte zu sprechen. Ein Teenkreis, wie auch eine Gemeinde, können daher für viele dieser Teenager zu einem Raum der Geborgenheit, ja zu einem geistlichen Zuhause werden, wo sie Beständigkeit, Liebe und Geborgenheit erfahren.

2. Zielgedanke

Die Teenager sollen erkennen, dass es nicht selbstverständlich ist, in einer gesunden und heilen Familie aufzuwachsen. Auch im christlichen Bereich gibt es seit Jahren vermehrt Ehescheidungen und somit auch Patchworkfamilien. Gerade Scheidungskinder wollen einerseits über das Erlebte reden, haben gleichzeitig Angst vor den Reaktionen anderer und schämen sich auch, dass ihre Familie gewissermaßen zerstückelt ist. Gerade diese Teenager sollen ermutigt werden, über das Geschehene zu sprechen und zu erkennen, dass Gott sie niemals aus den Augen lässt und ein sicherer Halt für sie sein will.

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  • Autor / Autorin: Johanna Wengenroth
  • © Deutscher EC-Verband

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