Die „Null-Euro-Tour“ – kein Geld, keine Sicherheit, aber jede Menge GottvertrauenDie „Null-Euro-Tour“ – kein Geld, keine Sicherheit, aber jede Menge Gottvertrauen

Einheit: Die „Null-Euro-Tour“ – kein Geld, keine Sicherheit, aber jede Menge Gottvertrauen

Verband: Deutscher EC-Verband
Zeitbedarf: 3600-20000 Min. (Vorbereitung: 1000-2000 Min.)
Materialart: Erlebnispädagogische Übung
Zielgruppen: Jugendliche (15-19 Jahre), Kinder/ Pre-Teens (10-13 Jahre), Konfis, Teens (12-16 Jahre)
Einsatzgebiete: Events + Projekte, Freizeiten
Redaktion: TEC:
Benötigte Materialien: Tarps (1-3 große Zeltplanen), Kocher (1-3), Notproviant, Landkarten(n), Taschenmesser, Erste - Hilfe - Material, Blasenpflaster, Ukulele (falls jmd. spielen kann), Liedtexte
Bibelstelle: Matthäus 10,5-10,14
Matthäus 10,5-10,14

Jesus sendet seine Jünger zu den Menschen aus dem Volk Israel

Markus 6,7-13; Lukas 9,2-6; 10,4-12

5Diese zwölf Jünger sandte Jesus aus.

Er forderte sie auf:

»Nehmt keinen Weg, der zu den Heiden führt!

Und geht in keine Stadt, die den Samaritern gehört!

6Geht stattdessen zu den verlorenen Schafen:

den Menschen, die zum Volk Israel gehören!

7Geht zu ihnen und verkündet ihnen:

›Das Himmelreich kommt jetzt den Menschen nahe!‹

8Macht Kranke gesund, weckt Tote auf,

befreit Menschen vom Aussatz, treibt Dämonen aus!

Als Geschenk habt ihr alles bekommen –

als Geschenk sollt ihr es weitergeben!

9Steckt auch kein Geld in eure Gürtel

weder Gold noch Silber noch Kupfermünzen!

10Nehmt keine Vorratstasche für unterwegs mit,

kein zusätzliches Hemd, keine Sandalen

und keinen Wanderstock!

Denn wer arbeitet, hat ein Anrecht darauf,

versorgt zu werden.

11Wenn ihr in eine Stadt oder ein Dorf kommt,

sucht jemanden, der es wert ist,

euch aufzunehmen.

Bei dem bleibt, bis ihr weiterzieht.

12Wenn ihr sein Haus betretet,

wünscht seinen Bewohnern Frieden.

13Wenn sie es wert sind,

wird dieser Frieden in dem Haus einkehren.

Wenn sie es aber nicht wert sind,

wird euer Gruß ohne Wirkung bleiben.

14Wenn jemand euch nicht aufnehmen

und eure Botschaft nicht anhören will:

Verlasst das Haus oder die Stadt

und schüttelt den Staub von euren Füßen.

BasisBibel 2012/2020, © Deutsche Bibelgesellschaft

Die „Null-Euro-Tour“ ist ein Freizeitformat für Jugendliche. Sie kommt ohne Geld und ohne Sicherheiten aus – und wird für die Teilnehmenden in den meisten Fällen doch zur unbezahlbaren Erfahrung. Johannes Bartels stellt das Konzept der Null-Euro-Tour inklusive Praxistipps und 7 Pluspunkten vor: Gottvertrauen, Beziehung, Abenteuer …


Vorschau:

Wir leben im Zeitalter des „Übertourismus“: Flugreisen, Kreuzfahrten, All-inclusive-Angebote, etc. werden immer normaler. Was für viele vielleicht aufregend klingt, ist in der Praxis aber oft wenig spannend: Alles ist durchgeplant, es gibt kaum Spielraum für spontane Begegnungen oder unvorhergesehene Herausforderungen. Abgesehen davon können sich viele solche Reisen gar nicht leisten. Und von Nachhaltigkeit wollen wir gar nicht erst reden …

Doch es gibt auch Gegenmodelle. Eines davon ist die „Null-Euro-Tour“. Sie kommt ohne Geld und ohne Sicherheiten aus – und wird für die Teilnehmenden in den meisten Fällen doch zur unbezahlbaren Erfahrung.

Im Gegensatz zu anderen Varianten der Null-Euro-Tour wird in Sachsen auch darauf verzichtet, die Quartiere im Vorfeld zu organisieren. Dadurch kommt es zu überraschenden und oft auch intensiven Begegnungen mit potenziellen Gastgebern und Versorgern. Die werden in der Regel auf gut Glück gefunden, indem einfach irgendwo geklingelt wird. Manchmal wird der Gruppe auch unterwegs jemand empfohlen, der für seine Gastfreundschaft bekannt ist. Solchen Empfehlungen wird natürlich dankbar nachgegangen.

Natürlich hat nicht jeder gerade Arbeit für bis zu 20 arbeitswillige Jugendliche. Es kommt aber immer wieder vor, dass die Gruppe trotzdem versorgt oder aufgenommen wird – dann eben ohne Gegenleistung.

Viele unterstützen das Projekt auch einfach, weil sie die Grundidee gut finden.

Trotz aller Hilfsbereitschaft kann man nicht davon ausgehen, dass man mindestens drei Mahlzeiten pro Tag bekommt. Gelegentlich bleibt auch schon mal ein Loch im Magen, und auch der Schlafkomfort – meistens unter freiem Himmel oder in Scheunen – ist deutlich eingeschränkt. Arbeiten in der Mittagshitze und Regengüsse in der Nacht tragen ebenfalls dazu bei, dass manchmal die Belastungsgrenze erreicht wird. Bzw. sie verschiebt sich! Das ist eine Erfahrung, die immer wieder zu machen ist. Entsprechend wachsen bei den Teilnehmenden dann oft Stolz und Selbstbewusstsein („Ich hätte nicht gedacht, dass ich so etwas schaffe!“). Auch die Fähigkeit zu teilen wird geschult – kein Wunder: denn alle ergatterten Lebensmittel müssen gerecht geteilt werden – und sei es nur ein einziges Stück Kuchen! Vor allem aber wächst die Dankbarkeit für das, was man sonst alles hat. Oft wird das als selbstverständlich hingenommen. Am Ende der Null-Euro-Tour ist vielen klar, dass es das nicht ist.

Fragen und Antworten zur Null-Euro-Tour – die wichtigsten Praxistipps

Wer eine Null-Euro-Tour plant, muss sich mit ganz konkreten Fragen beschäftigen:

Muss auf das Organisieren der Quartiere im Vorfeld verzichtet werden?

Nein, ein Zwang besteht natürlich nicht. Bei den Null-Euro-Touren des Essener Weigle-Hauses oder Ev. Jugendwerkes Württemberg werden die Quartiere m.W. im Vorfeld organisiert. Meistens wird dann in Kirchen oder Gemeindehäusern übernachtet. Das hat den Vorteil, dass mehr Zeit zum Wandern ist, da keine Arbeitszeit anfällt. Im Corona-Jahr 2020 haben wir es auch in Sachsen so gehandhabt, denn unter Pandemie-Bedingungen hätte uns wohl kaum jemand spontan Haus und Hof geöffnet. Grundsätzlich hat aber auch die Hardcore-Variante ohne vorherige Quartierplanung ihre Vorteile: Man kommt besser aus der Kirchen-Bubble heraus, da man bei der Suche nicht auf kirchliche Adressen beschränkt ist; vor allem aber gibt man Gott mehr Gelegenheit, die Gruppe zu versorgen, z.T. auf sehr erstaunliche Weise!

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  • Autor / Autorin: Johannes Bartels
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