Die Taufe / Nebensache oder Hauptsache?Die Taufe / Nebensache oder Hauptsache?

Einheit: Die Taufe / Nebensache oder Hauptsache?

Verband: Deutscher EC-Verband
Zeitbedarf: 90 Min. (Vorbereitung: 180-240 Min.)
Materialart: Bibelarbeit
Zielgruppen: Jugendliche (15-19 Jahre), Teens (12-16 Jahre)
Einsatzgebiet: Gruppenstunde
Redaktion: TEC:
Benötigte Materialien: 1 Videoclip(s) (Thema "Taufe"), 1 Laptop, 1 Beamer, 1 Lautsprecher, Flipchart, Stift(e), Zettel, 2 große SchĂŒsseln, Wasser, HandtĂŒcher, wasserlöslicher Stift, Overheadfolie, 1 DIN-A1 Zettel (mit Übergabegebet), Kerze(n), 1 Schild(er) ("Ich möchte mich taufen lassen"), 1 Plakat
Bibelstelle: MatthÀus 3,1-17
MatthÀus 3,1-3,17

3

Johannes der TĂ€ufer, Jesus und seine JĂŒnger

MatthĂ€us 3,1–4,22

Johannes der TĂ€ufer

Markus 1,2-6; Lukas 3,1-6; Johannes 1,19-23

1Zu dieser Zeit trat Johannes der TĂ€ufer auf

und verkĂŒndete in der WĂŒste von JudĂ€a:

2Ȁndert euer Leben!

Denn das Himmelreich kommt jetzt den Menschen nahe!«

3Dieser Johannes ist es,

von dem es bei dem Propheten Jesaja heißt:

»Eine Stimme ruft in der WĂŒste:

â€șMacht den Weg bereit fĂŒr den Herrn,

ebnet ihm die Straße!â€č«

4Johannes trug einen Mantel aus Kamelhaar

und um seine HĂŒfte einen LedergĂŒrtel.

Seine Nahrung bestand aus Heuschrecken

und Honig von Wildbienen.

5Die Menschen strömten zu ihm

aus Jerusalem, aus ganz JudÀa

und aus der ganzen Gegend am Jordan.

6Sie ließen sich von ihm im Fluss Jordan taufen

und bekannten ihre SĂŒnden.

Johannes fordert dazu auf, das Leben zu Àndern

Lukas 3,7-9

7Johannes sah,

dass viele PharisÀer und SadduzÀer kamen.

Sie wollten sich von ihm taufen lassen.

Er sagte zu ihnen: »Ihr Schlangenbrut!

Wer hat euch auf den Gedanken gebracht,

dass ihr dem bevorstehenden Gericht Gottes entgeht?

8Zeigt durch euer Verhalten,

dass ihr euer Leben wirklich Àndern wollt!

9Und denkt ja nicht, ihr könnt sagen:

â€șAbraham ist unser Vater!â€č

Denn ich sage euch:

Gott kann diese Steine hier zu Kindern Abrahams machen.

10Die Axt ist schon an die Baumwurzel gesetzt:

Jeder Baum, der keine gute Frucht bringt,

wird umgehauen und ins Feuer geworfen.«

Johannes weist auf Christus hin

Markus 1,7-8; Lukas 3,15-18; Johannes 1,24-28

11Johannes sagte:

»Ich taufe euch mit Wasser,

denn ihr wollt euer Leben Àndern.

Aber nach mir kommt einer, der ist mÀchtiger als ich.

Ich bin es nicht einmal wert,

ihm die Sandalen auszuziehen:

Er wird euch mit Heiligem Geist und mit Feuer taufen.

12Er hat die Worfschaufel in seiner Hand.

Damit wird er sein Getreide grĂŒndlich aussieben.

Seinen Weizen wird er in die Scheune bringen.

Aber das Stroh wird er in einem Feuer verbrennen,

das nicht ausgeht.«

Jesus lÀsst sich von Johannes taufen

Markus 1,9-11; Lukas 3,21-22; Johannes 1,32-34

13Damals kam Jesus aus GalilÀa an den Jordan

zu Johannes.

Er wollte sich von ihm taufen lassen.

14Johannes versuchte, ihn davon abzuhalten. Er sagte:

»Ich mĂŒsste doch eigentlich von dir getauft werden!

Und du kommst zu mir?«

15Jesus antwortete: »Das mĂŒssen wir jetzt tun.

So erfĂŒllen wir, was Gottes Gerechtigkeit fordert.«

Da gab Johannes nach.

16Als Jesus getauft war,

stieg er sofort aus dem Wasser.

In diesem Moment öffnete sich der Himmel ĂŒber ihm.

Er sah den Geist Gottes,

der wie eine Taube auf ihn herabkam.

17Da erklang eine Stimme aus dem Himmel:

»Das ist mein geliebter Sohn, an ihm habe ich Freude.«

BasisBibel 2012/2020, © Deutsche Bibelgesellschaft

Die Taufe ist das wichtigste Zeichen fĂŒr Gottes Ja zu uns. Ob jemand als Kind, Jugendlicher oder Erwachsener dieses Zeichen bekommt, ist dabei nicht entscheidend. Entscheidend ist, dass wir der Zusage Gottes vertrauen und darauf reagieren.


Vorschau:

1. Vorbemerkungen

Die meisten der Teens werden das Wort „Taufe“ schon mal gehört haben. Eventuell gibt es hier gedankliche Verbindungen zu Schiffstaufe. Sie werden wissen, dass es ein Ritual der Kirche ist, das die meisten Menschen in Deutschland als Baby erfahren haben. Keiner wird sich an seine Kindertaufe mehr erinnern. Doch es wird auch einige geben, die nicht getauft sind, und andere, die vielleicht als Teenager getauft wurden.

Anstatt der Taufe haben einige Teens vielleicht die Jugendweihe erlebt. Sie ist besonders in Ostdeutschland bekannt und markiert den Übertritt vom Teenager- ins Erwachsenenalter. Die Jugendweihe ist von der gesellschaftlichen Stellung auch mit der Konfirmation gleichzusetzen, die viele Jugendliche als Übertritt in das eigenverantwortliche Leben erfahren.

Viele Teens werden schon Taufen erlebt haben. Da sich die Kleinkindertaufe meist deutlich im Ablauf von einer Erwachsenentaufe unterscheidet, werden einige Teens hinterfragen, ob hier ein- und dasselbe am Menschen vollzogen wird. Die Gemeinsamkeit wird manchen nicht klar sein. Einige Teens werden die Taufe eventuell fĂŒr ihr Christsein nicht als notwendig halten. Andere wiederum werden vielleicht sagen, dass sie getauft und gerade deshalb Christen sind.

2. Zielgedanke

Die Teens sollen verstehen, dass Taufe und Glaube untrennbar zusammengehören, und dass die Taufe mehr als ein ausgehöhltes altes Ritual ist.

3. EinfĂŒhrung incl. Exegese

Die christliche Taufe geht zuerst auf den Taufbefehl Jesu in MatthĂ€us 28 zurĂŒck. Dieser wiederum hat seine Wurzeln in der Taufe des Johannes. Ob Johannes wiederum die Taufe als Ritual von anderen jĂŒdischen Traditionen ĂŒbernommen hat, ist geschichtlich nicht eindeutig zu klĂ€ren. Eventuell geht hier geschichtlich die Proselytentaufe voraus. Dies war ein Aufnahmeritus fĂŒr einen zur Religion Israels ĂŒbergetretenen Heiden, einen „Hinzugekommenen“.

Johannes der TĂ€ufer rief zur Taufe als Ausdruck der Umkehr und der Vergebung der SĂŒnden auf (Mt 3,1-8). Die Taufe selbst war dabei nur die Ă€ußerliche BestĂ€tigung dessen, was sich in den Menschen vollzogen hatte. Und sie sollte sich im Alltag bewĂ€hren (Mt 3,8). Auch Jesus ließ sich von Johannes taufen, obwohl Johannes sich anfĂ€nglich dagegen wehrte. Denn Johannes war sich bewusst, dass Jesus nicht umkehren musste, sondern er eigentlich von Jesus getauft werden mĂŒsste. Die Taufe an Jesus ist deshalb als Berufungsereignis Jesu zu verstehen, in dem sich Gott zu ihm stellt und ihn fĂŒr seinen Auftrag mit der Kraft des Heiligen Geistes ausstattet.

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  • Autor / Autorin: Benni Schneider
  • © Deutscher EC-Verband