Du bist schuld(ig)!Du bist schuld(ig)!

Einheit: Du bist schuld(ig)!

Verband: Deutscher EC-Verband
Zeitbedarf: 45-75 Min. (Vorbereitung: 15-25 Min.)
Materialart: Bibelarbeit
Zielgruppen: Jugendliche (15-19 Jahre), Junge Erwachsene (18+), Studenten
Einsatzgebiete: Freizeiten, Gruppenstunde
Redaktion: echt.
Benötigte Materialien: große Plakate, Edding(s)
Bibelstelle: Jesaja 6,1-13
Jesaja 6,1-6,13

6

Jesajas Berufung zum Propheten

1In dem Jahr, als der König Usija starb, sah ich den Herrn sitzen auf einem hohen und erhabenen Thron und sein Saum füllte den Tempel. 2Serafim standen über ihm; ein jeder hatte sechs Flügel: Mit zweien deckten sie ihr Antlitz, mit zweien deckten sie ihre Füße und mit zweien flogen sie. 3Und einer rief zum andern und sprach: Heilig, heilig, heilig ist der Herr Zebaoth, alle Lande sind seiner Ehre voll! 4Und die Schwellen bebten von der Stimme ihres Rufens und das Haus ward voll Rauch.

5Da sprach ich: Weh mir, ich vergehe! Denn ich bin unreiner Lippen und wohne unter einem Volk von unreinen Lippen; denn ich habe den König, den Herrn Zebaoth, gesehen mit meinen Augen. 6Da flog einer der Serafim zu mir und hatte eine glühende Kohle in der Hand, die er mit der Zange vom Altar nahm, 7und rührte meinen Mund an und sprach: Siehe, hiermit sind deine Lippen berührt, dass deine Schuld von dir genommen werde und deine Sünde gesühnt sei.

8Und ich hörte die Stimme des Herrn, wie er sprach: Wen soll ich senden? Wer will unser Bote sein? Ich aber sprach: Hier bin ich, sende mich! 9Und er sprach: Geh hin und sprich zu diesem Volk: Höret und verstehet’s nicht; sehet und merket’s nicht! 10Verfette das Herz dieses Volks und ihre Ohren verschließe und ihre Augen verklebe, dass sie nicht sehen mit ihren Augen noch hören mit ihren Ohren noch verstehen mit ihrem Herzen und sich nicht bekehren und genesen.

11Ich aber sprach: Herr, wie lange? Er sprach: Bis die Städte wüst werden, ohne Einwohner, und die Häuser ohne Menschen und das Feld ganz wüst daliegt. 12Denn der Herr wird die Menschen weit wegführen, sodass das Land sehr verlassen sein wird. 13Auch wenn nur der zehnte Teil darin bleibt, so wird es abermals kahl gefressen werden, doch wie bei einer Terebinthe oder Eiche, von denen beim Fällen noch ein Stumpf bleibt. Ein heiliger Same wird solcher Stumpf sein.

Die Bibel nach Martin Luthers Übersetzung, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart.

Bibelarbeit zu Jes 6,1-13: Pascal Grossenbacher erklärt zunächst den Text. Anschließend geht er auf die Schuld des je einzelnen Menschen und auf die kollektive Schuld des Volkes Juda (und auch der Völker heute) vor Gott ein. Dabei stellt er fest: Gericht und Gnade hängen bei Gott zusammen. Im Methodenteil legt er den Schwerpunkt auf das Erkennen der individuellen und kollektiven Schuld, auf Lobpreis, Buße und Gebet.


Vorschau:

1. Erklärungen zum Text

Das sechste Kapitel des Jesaja-Buches wird oft mit „Jesajas Berufung zum Propheten“ oder so ähnlich überschrieben. Das ist es genau genommen nicht, denn schon in den vorherigen fünf Kapiteln ist Jesaja prophetisch tätig. Daher sollte zutreffender von einer besonderen Beauftragung gesprochen werden.

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2 Bedeutung für heute

Juda versündigte sich mit Götzendienst und mit nicht gottgewollten Staatsbündnissen (zu Assyrien), was ihr Herz weit weg von Gott trieb. Das war nicht Gottes Absicht. Gott wollte, dass sich Juda einzig an ihn bindet. Auch unser „Volk“ begeht heutzutage unzählige Sünden. Die Gebote Gottes scheinen für viele unserer Mitmenschen keine beachtenswerte Bedeutung mehr zu haben. Daher müssten wir uns eigentlich nicht wundern, wenn Gott ein Gericht über unser Land verhängen würde. Wir hätten es nicht anders verdient. Eine düstere Prognose.

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3  Methodik für die Gruppe

3.1  Einstieg

Zuerst stellt sich die ganze Gruppe die Frage, welche Sünden sie in der heutigen Gesellschaft und dem Staat entdeckt. Wo gelten Gottes Gebote nichts? Wo wird vor Gott Schuld aufgeladen? Hänge große Blätter an eine Wand, auf denen du die Antworten zusammenträgst. Es würde mich nicht wundern, wenn dabei eine ganze Menge zusammenkommt.

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  • Autor / Autorin: Pascal Grossenbacher
  • © Deutscher EC-Verband