Ein Vorbild seinEin Vorbild sein

Einheit: Ein Vorbild sein

Verband: Deutscher EC-Verband
Zeitbedarf: 90 Min. (Vorbereitung: 20-40 Min.)
Materialart: Andacht
Zielgruppen: Jugendliche (15-19 Jahre), Junge Erwachsene (18+), Kinder/ Pre-Teens (10-13 Jahre), Teens (12-16 Jahre)
Einsatzgebiet: Gruppenstunde
Redaktion: TEC:
Benötigte Materialien: Bibel(n) (für jede Kleingruppe), Papier und Stift (für jede Kleingruppe),
Bibelstelle: Markus 12,29-31
Markus 12,29-12,31

29Jesus antwortete: Das höchste Gebot ist das: »Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist der Herr allein, 30und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüt und mit all deiner Kraft« (5. Mose 6,4-5). 31Das andre ist dies: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst« (3. Mose 19,18). Es ist kein anderes Gebot größer als diese.

Die Bibel nach Martin Luthers Übersetzung, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart.

Dieser Artikel gibt dir Ideen und Gedanken, wie du durch einfache Handlungen anderen Respekt und Wertschätzung entgegenbringen kannst. Denn wir haben den Auftrag, anderen ein Vorbild zu sein und Verantwortung zu übernehmen. Die Bibel gibt uns dabei Orientierung.


Vorschau:

1. Vorbemerkungen

Werte tauchen einfach überall im Leben auf. Und egal, ob wir bewusst oder unbewusst handeln, wir handeln immer aufgrund unserer Wertevorstellungen. Sie bestimmen, wie wir mit Geld, Zeit, Beziehungen und allem anderen umgehen. Werte bestimmen, ob wir etwas gut oder richtig, falsch oder böse finden. Sie bestimmen darüber, was wir als wert-voll oder wert-los ansehen.

Als Werteoffensive sind wir davon überzeugt, dass Sport eine sehr gute Möglichkeit ist, um das eigene Handeln zu reflektieren. Die Auswirkung unseres Handelns wird sehr schnell sichtbar. Teammitglieder, Gegner, Schiedsrichter, Zuschauer und andere Beteiligte geben uns direkt Feedback. Man sieht schnell eindrücklich, wie etwas richtig aus dem Ruder laufen kann, wenn Werte wie Respekt, Vertrauen und Wertschätzung nicht mehr gelebt werden.

Sport ist eine tolle Möglichkeit, um Menschen in ihrer Werteentwicklung zu begleiten und sie zu prägen. Als Trainer verbringt man sehr viel Zeit mit seinem Athleten. Als Sportler hat man intensive Beziehungen zu Teamkollegen. Dies kann und soll genutzt werden, um den Einzelnen, den Sport und darüber hinaus unsere Gesellschaft positiv zu verändern.

Aus diesen beiden Gründen haben wir von SRS e.V. die Werteoffensive gestartet. Wir möchten im Sport und durch den Sport Veränderungen im Einzelnen schaffen.

2. Einführung

Wie du da mitmachen kannst?

Mit 17 Jahren wechselte ich in den Seniorenbereich meines Vereins. Ich war der einzige Spieler aus der eigenen Jugend. Alle anderen waren erfahrene Spieler, die sich bereits in so manch einer neuen Mannschaft zurechtfinden mussten. Viele spielten schon seit Jahren zusammen.

Vor unserem ersten Auswärtsspiel war ich nervös. Nicht wegen des Spiels, sondern wegen der vierstündigen Busfahrt. Es gab ausreichend viele Plätze – zu viele. Ich hatte die Befürchtung, dass sich niemand neben mich setzen würde. Ich glaubte, dass sich die anderen, „klar“ – neben ihre Kumpels setzen würden. Doch es kam anders als gedacht. Karsten Albus, einer der Leader der Truppe, übernahm die Verantwortung und wählte den Platz neben mir. Er verzichtete auf die Zeit mit seinen Kumpels und investierte sie in mich. Wir sprachen über seine Erlebnisse als junger Spieler und ich spürte ihm ab, dass er wusste, was ich gerade durchmachte. Auch er war mal in meiner Situation. Auch um ihn hatte sich jemand gekümmert und nun wollte er mir helfen, ein Teil der Mannschaft zu werden.

Die Kette reißt immer an der schwächsten Stelle. Es ist also unbedingt notwendig, sich um diese Person einer Gruppe zu kümmern. Bei Fußball gibt es ein ungeschriebenes Gesetz. Der Spieler, der eingewechselt wird, bekommt sofort einige Bälle, um ins Spiel zu finden. Ohne diese Bälle und die Einbindung ins Spiel würde man nämlich trotz personellem Gleichstand in Unterzahl agieren. Das kann sich keine Mannschaft leisten. Wer also Verantwortung übernimmt, reißt das Spiel nicht an sich, sondern er macht das schwächste Glied stärker. Auch im Training ist das möglich, indem man dem Neuling hilft, möglichst schnell das nötige Niveau zu erreichen. Für ihn sind das Können und die Erfahrung anderer ein wahrer Schatz.

Deine Schulklasse funktioniert exakt wie eine Fußballmannschaft. Nach den Ferien stoßen womöglich gescheiterte Schüler (Sitzenbleiber), Schüler aus anderen Kulturen (Flüchtlinge), Schüler von einer anderen Schule (Umzug) zu eurer Gemeinschaft hinzu. Diese Jungs und Mädels bewegt eine Frage: Wie finde ich in diese Gruppe hinein? Sie haben Angst davor, allein sitzen zu müssen. Sie sind in diesem Moment das schwächste Glied in eurer Kette. Sie benötigen in diesem Moment „Ballkontakte“, um ins Spiel zu finden. Wenn du dich entscheidest sie zu ignorieren, reißt die Kette schon bald. Übernimm Verantwortung und mach diese „Neuen“ stark. Ich bin mir sicher, sie werden so eines Tages eine wichtige Rolle spielen und anderen beim Ankommen helfen.

Diese Geschichte zeigt, wie wichtig Werte sind. Du selbst und andere profitieren davon. Deshalb:

 

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  • Autor / Autorin: Alexander Zöller
  • © Deutscher EC-Verband

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