Eine angemessene MetapherEine angemessene Metapher

Einheit: Eine angemessene Metapher

Verband: Deutscher EC-Verband
Zeitbedarf: 10-20 Min. (Vorbereitung: 5-10 Min.)
Materialart: Andacht
Zielgruppen: Jugendliche (15-19 Jahre), Junge Erwachsene (18+), Studenten
Einsatzgebiet: Gruppenstunde
Redaktion: echt.

Die Bänder, auf denen Waren an der Supermarktkasse liegen, sind eine angemessene Metapher, denn sie sind unendlich. Sie haben keinen Anfang und kein Ende. Sie haben eigentlich nicht mal ein Oben und ein Unten.

Wenn auf so einem Band ein Fleck ist, muss man dreimal so lange, wie das sichtbare Band lang ist, warten, bis er wieder auftaucht. Das Warenband wird unter der Kasse gewendet. Unter der Kasse dreht sich die Oberfläche und so kommt am Ende der Kasse die Unterseite zum Vorschein.

Ein Kassenband ist unendlich. Es ist ein sogenanntes Möbiusband. Es ist eine besondere geometrische Form.

Und das ist eine wunderbare Metapher. Denn so ein Möbiusband – oder auch ein Kassenband – ist ja ewig. Es hört nie auf. Und als Kassenband verschleißt es auch nicht so sehr, weil es die ganze Zeit Innen- und Außenseite in den Kurven wechselt.

Aber es ist nicht nur ewig und deswegen eine tolle Metapher. Es enthält auch immer ein Geheimnis, denn ich kann es nie ganz sehen. Ich sehe vielleicht eine Oberfläche und ich kann vielleicht auch dessen Unterseite erahnen. Aber der Prozess, dass es sich wendet, bleibt im Innern der Kasse verschlossen. So geheimnisvoll, dass bestimmt 9 von 10 Kunden keine Ahnung davon haben, was dort passiert. Und wahrscheinlich haben auch 9 von 10 Angestellten des Supermarkts keine Ahnung davon. Und wenn dieser Text nicht sonderlich gut formuliert ist, haben nicht mal 9 von 10 Leuten, die ihn lesen, jetzt verstanden, was ein Möbiusband ist.

Deswegen ist das Kassenband wahrscheinlich eine super Metapher für das Geheimnis der Ewigkeit …

  • Autor / Autorin: David Rattay
  • © Deutscher EC-Verband