Eine Begegnung der dritten ArtEine Begegnung der dritten Art

Einheit: Eine Begegnung der dritten Art

Verband: Deutscher EC-Verband
Zeitbedarf: 30-45 Min. (Vorbereitung: 10-20 Min.)
Materialart: Bibelarbeit
Zielgruppen: Jugendliche (15-19 Jahre), Junge Erwachsene (18+), Studenten
Einsatzgebiete: Freizeiten, Gruppenstunde
Redaktion: echt.
Bibelstelle: Apostelgeschichte 22,1-21
Apostelgeschichte 22,1-22,21

22

Die Verteidigungsrede des Paulus

1Ihr MĂ€nner, liebe BrĂŒder und VĂ€ter, hört mir zu, wenn ich mich jetzt vor euch verantworte. 2Als sie aber hörten, dass er auf HebrĂ€isch zu ihnen redete, wurden sie noch stiller. Und er sprach: 3Ich bin ein jĂŒdischer Mann, geboren in Tarsus in Kilikien, aufgewachsen aber in dieser Stadt und mit aller Sorgfalt unterwiesen im vĂ€terlichen Gesetz zu FĂŒĂŸen Gamaliels, und war ein Eiferer fĂŒr Gott, wie ihr es heute alle seid. 4Ich habe diesen Weg verfolgt bis auf den Tod; ich band MĂ€nner und Frauen und warf sie ins GefĂ€ngnis, 5wie mir auch der Hohepriester bezeugt und der ganze Rat der Ältesten. Von ihnen empfing ich auch Briefe an die BrĂŒder und reiste nach Damaskus, um auch die, die dort waren, gefesselt nach Jerusalem zu fĂŒhren, damit sie bestraft wĂŒrden.

6Es geschah aber, als ich dorthin zog und in die NĂ€he von Damaskus kam, da umleuchtete mich plötzlich um die Mittagszeit ein großes Licht vom Himmel. 7Und ich fiel zu Boden und hörte eine Stimme, die sprach zu mir: Saul, Saul, was verfolgst du mich? 8Ich antwortete aber: Herr, wer bist du? Und er sprach zu mir: Ich bin Jesus von Nazareth, den du verfolgst. 9Die aber mit mir waren, sahen zwar das Licht, aber die Stimme dessen, der mit mir redete, hörten sie nicht. 10Ich fragte aber: Herr, was soll ich tun? Und der Herr sprach zu mir: Steh auf und geh nach Damaskus. Dort wird man dir alles sagen, was dir zu tun aufgetragen ist. 11Als ich aber, geblendet von der Klarheit dieses Lichtes, nicht sehen konnte, wurde ich an der Hand geleitet von denen, die bei mir waren, und kam nach Damaskus.

12Hananias aber, ein frommer Mann nach dem Gesetz, der einen guten Ruf bei allen Juden hatte, die dort wohnten, 13der kam zu mir, trat vor mich hin und sprach zu mir: Saul, lieber Bruder, du sollst wieder sehen. Und zur selben Stunde konnte ich ihn sehen. 14Er aber sprach: Der Gott unserer VĂ€ter hat dich erwĂ€hlt, dass du seinen Willen erkennen sollst und den Gerechten sehen und die Stimme aus seinem Munde hören; 15denn du wirst fĂŒr ihn vor allen Menschen Zeuge sein von dem, was du gesehen und gehört hast. 16Und nun, was zögerst du? Steh auf, lass dich taufen und deine SĂŒnden abwaschen und rufe seinen Namen an.

17Es geschah aber, als ich wieder nach Jerusalem kam und im Tempel betete, dass ich in VerzĂŒckung geriet 18und ihn sah. Da sprach er zu mir: Eile und geh schnell weg aus Jerusalem; denn dein Zeugnis von mir werden sie nicht annehmen. 19Und ich sprach: Herr, sie wissen doch, dass ich gefangen nahm, die an dich glaubten, und sie in den Synagogen schlagen ließ. 20Und als das Blut des Stephanus, deines Zeugen, vergossen wurde, stand ich auch dabei und hatte Gefallen daran und bewachte denen die Kleider, die ihn töteten. 21Und er sprach zu mir: Geh hin; denn ich will dich in die Ferne zu den Heiden senden.

Die Bibel nach Martin Luthers Übersetzung, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart.

Paulus stellt sich in dieser Bibelstelle mutig seinem vorhergesagten Schicksal und tritt dabei fĂŒr Jesus ein. Stephan MĂŒnch entwirft zu diesem Thema eine Bibelarbeit.


Vorschau:

1. ErklÀrungen zum Text

1.1 Was vorher geschah

Paulus fĂ€hrt am Ende seiner dritten Missionsreise von Ephesus ĂŒber Milet nach Tyrus und von dort weiter nach CĂ€sarea. Dort bekommt er eine Prophetie von dem Propheten Agabus: „Die Juden in Jerusalem werden dich fesseln und den Heiden ausliefern.“ Als Paulus‘ Leute das hören, bitten sie ihn, nicht nach Jerusalem zu gehen. Doch Paulus ist sogar bereit, fĂŒr Jesus zu sterben (Apg 21,13).

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2. Bedeutung fĂŒr heute und Fragen zum GesprĂ€ch

2.1 Man darf den Gefahren nicht ausweichen

Paulus weiß genau, was auf ihn zukommen wird. Das hat ihm der Prophet Agabus im Namen Gottes ausgerichtet (Kap. 21,13): Er wird gefesselt und den Römern ausgeliefert werden. Diese Prophetie schreckt ihn nicht ab, sondern ermutigt ihn fast schon, erst recht nach Jerusalem zu gehen. Er sieht darin Gottes Weg. Er ist sogar bereit, fĂŒr Jesus zu sterben.

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Ganz praktisch – Fragen zum GesprĂ€ch

Tauscht euch darĂŒber aus, wo ihr gewagt habt, fĂŒr Gott etwas zu riskieren. In der Schule, auf der Arbeit, im Beruf, in der Familie – wo auch immer. Welche Erfahrungen habt ihr damit gemacht? Hat sich das bestĂ€tigt, dass der Lohn höher war als das Risiko?

2.2 Die Begegnung mit Jesus verĂ€ndert unser Leben – immer wieder neu

Paulus begegnet Jesus. Und diese Begegnung verĂ€ndert sein Leben vollkommen. Alles, was vorher war, ist auf einmal falsch. Er hat fĂŒr die falschen Ziele gekĂ€mpft. Auf einmal fĂ€llt es ihm wie Schuppen von den Augen und sein ganzes bisheriges Leben zerbricht in tausend Scherben.

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  • Autor / Autorin: Stephan MĂŒnch
  • © Deutscher EC-Verband