Eine Familie erlebt die AusgangssperreEine Familie erlebt die Ausgangssperre

Einheit: Eine Familie erlebt die Ausgangssperre

Verband: EJW - evangelisches Jugendwerk in Württemberg
Zeitbedarf: 15-60 Min.
Materialart: Erzählung
Zielgruppen: Jugendliche (15-19 Jahre), Konfis, Teens (12-16 Jahre)
Einsatzgebiete: Corona Spezial, Gruppenstunde, Schule + Jugendarbeit
Heft: der Steigbügel
Bibelstelle: 1. Mose 6,9-8,22
  • Das erste Buch Mose (Genesis) (1.Mose 6,9-8,22)

9 Dies ist die Geschichte von Noahs Geschlecht. Noah war ein frommer Mann und ohne Tadel zu seinen Zeiten; er wandelte mit Gott.

10 Und Noah zeugte drei Söhne: Sem, Ham und Jafet.

11 Aber die Erde war verderbt vor Gott und voller Frevel.

12 Da sah Gott auf die Erde, und siehe, sie war verderbt; denn alles Fleisch hatte seinen Weg verderbt auf Erden.

13 Da sprach Gott zu Noah: Das Ende allen Fleisches ist bei mir beschlossen, denn die Erde ist voller Frevel von ihnen; und siehe, ich will sie verderben mit der Erde.

14 Mache dir einen Kasten von Tannenholz und mache Kammern darin und verpiche ihn mit Pech innen und außen.

15 Und mache ihn so: Dreihundert Ellen sei die Länge, fünfzig Ellen die Breite und dreißig Ellen die Höhe.

16 Ein Fenster sollst du für den Kasten machen obenan, eine Elle groß. Die Tür sollst du mitten in seine Seite setzen. Und er soll drei Stockwerke haben, eines unten, das zweite in der Mitte, das dritte oben.

17 Denn siehe, ich will eine Sintflut kommen lassen auf Erden, zu verderben alles Fleisch, darin Odem des Lebens ist, unter dem Himmel. Alles, was auf Erden ist, soll untergehen.

18 Aber mit dir will ich meinen Bund aufrichten, und du sollst in die Arche gehen mit deinen Söhnen, mit deiner Frau und mit den Frauen deiner Söhne.

19 Und du sollst in die Arche bringen von allen Tieren, von allem Fleisch, je ein Paar, Männchen und Weibchen, dass sie leben bleiben mit dir.

20 Von den Vögeln nach ihrer Art, von dem Vieh nach seiner Art und von allem Gewürm auf Erden nach seiner Art: Von den allen soll je ein Paar zu dir hineingehen, dass sie leben bleiben.

21 Und du sollst dir von jeder Speise nehmen, die gegessen wird, und sollst sie bei dir sammeln, dass sie dir und ihnen zur Nahrung diene.

22 Und Noah tat alles, was ihm Gott gebot.

Die Sintflut

71 Und der Herr sprach zu Noah: Geh in die Arche, du und dein ganzes Haus; denn dich habe ich für gerecht befunden vor mir zu dieser Zeit.

2 Von allen reinen Tieren nimm zu dir je sieben, das Männchen und sein Weibchen, von den unreinen Tieren aber je ein Paar, das Männchen und sein Weibchen.

3 Desgleichen von den Vögeln unter dem Himmel je sieben, Männchen und Weibchen, um Nachkommen am Leben zu erhalten auf der ganzen Erde.

4 Denn von heute an in sieben Tagen will ich regnen lassen auf Erden vierzig Tage und vierzig Nächte und vertilgen von dem Erdboden alles Lebendige, das ich gemacht habe.

5 Und Noah tat alles, was ihm der Herr gebot.

6 Er war aber sechshundert Jahre alt, als die Sintflut auf Erden kam.

7 Und er ging in die Arche mit seinen Söhnen, seiner Frau und den Frauen seiner Söhne vor den Wassern der Sintflut.

8 Von den reinen Tieren und von den unreinen, von den Vögeln und von allem Gewürm auf Erden

9 gingen sie zu ihm in die Arche paarweise, je ein Männchen und Weibchen, wie ihm Gott geboten hatte.

10 Und als die sieben Tage vergangen waren, kamen die Wasser der Sintflut auf Erden.

11 In dem sechshundertsten Lebensjahr Noahs am siebzehnten Tag des zweiten Monats, an diesem Tag brachen alle Brunnen der großen Tiefe auf und taten sich die Fenster des Himmels auf,

12 und ein Regen kam auf Erden vierzig Tage und vierzig Nächte.

13 An eben diesem Tage ging Noah in die Arche mit Sem, Ham und Jafet, seinen Söhnen, und mit seiner Frau und den drei Frauen seiner Söhne;

14 dazu alles wilde Getier nach seiner Art, alles Vieh nach seiner Art, alles Gewürm, das auf Erden kriecht, nach seiner Art und alle Vögel nach ihrer Art, alles, was fliegen konnte, alles, was Fittiche hatte;

15 das ging alles zu Noah in die Arche paarweise, von allem Fleisch, darin Odem des Lebens war.

16 Und das waren Männchen und Weibchen von allem Fleisch, und sie gingen hinein, wie denn Gott ihm geboten hatte. Und der Herr schloss hinter ihm zu.

17 Und die Sintflut war vierzig Tage auf Erden, und die Wasser wuchsen und hoben die Arche auf und trugen sie empor über die Erde.

18 Und die Wasser nahmen überhand und wuchsen sehr auf Erden, und die Arche fuhr auf den Wassern.

19 Und die Wasser nahmen überhand und wuchsen so sehr auf Erden, dass alle hohen Berge unter dem ganzen Himmel bedeckt wurden.

20 Fünfzehn Ellen hoch gingen die Wasser über die Berge, sodass sie ganz bedeckt wurden.

21 Da ging alles Fleisch unter, das sich auf Erden regte, an Vögeln, an Vieh, an wildem Getier und an allem, was da wimmelte auf Erden, und alle Menschen.

22 Alles, was Odem des Lebens hatte auf dem Trockenen, das starb.

23 So vertilgte er alles, was auf dem Erdboden war, vom Menschen an bis hin zum Vieh und zum Gewürm und zu den Vögeln unter dem Himmel. Sie wurden von der Erde vertilgt. Allein Noah blieb übrig und was mit ihm in der Arche war.

24 Und die Wasser wuchsen gewaltig auf Erden hundertfünfzig Tage.

Ende der Sintflut. Noahs Opfer. Verheißung des Herrn

81 Da gedachte Gott an Noah und an alles wilde Getier und an alles Vieh, das mit ihm in der Arche war; und Gott ließ Wind auf Erden kommen, und die Wasser fielen.

2 Und die Brunnen der Tiefe wurden verstopft samt den Fenstern des Himmels, und dem Regen vom Himmel wurde gewehrt.

3 Da verliefen sich die Wasser von der Erde und nahmen immer mehr ab nach hundertfünfzig Tagen.

4 Am siebzehnten Tag des siebenten Monats setzte die Arche auf dem Gebirge Ararat auf.

5 Es nahmen aber die Wasser immer mehr ab bis auf den zehnten Monat. Am ersten Tage des zehnten Monats sahen die Spitzen der Berge hervor.

6 Nach vierzig Tagen tat Noah an der Arche das Fenster auf, das er gemacht hatte,

7 und ließ einen Raben ausfliegen; der flog immer hin und her, bis die Wasser vertrockneten auf Erden.

8 Danach ließ er eine Taube ausfliegen, um zu erfahren, ob die Wasser sich verlaufen hätten auf Erden.

9 Da aber die Taube nichts fand, wo ihr Fuß ruhen konnte, kam sie wieder zu ihm in die Arche; denn noch war Wasser auf dem ganzen Erdboden. Da tat er die Hand heraus und nahm sie zu sich in die Arche.

10 Da harrte er noch weitere sieben Tage und ließ abermals die Taube fliegen aus der Arche.

11 Sie kam zu ihm um die Abendzeit, und siehe, sie hatte ein frisches Ölblatt in ihrem Schnabel. Da merkte Noah, dass die Wasser sich verlaufen hatten auf Erden.

12 Aber er harrte noch weitere sieben Tage und ließ die Taube ausfliegen; sie kam nicht wieder zu ihm.

13 Im sechshundertundersten Jahr Noahs am ersten Tage des ersten Monats waren die Wasser vertrocknet auf Erden. Da tat Noah das Dach von der Arche und sah, dass der Erdboden trocken war.

14 Und am siebenundzwanzigsten Tage des zweiten Monats war die Erde ganz trocken.

15 Da redete Gott mit Noah und sprach:

16 Geh aus der Arche, du und deine Frau, deine Söhne und die Frauen deiner Söhne mit dir.

17 Alles Getier, das bei dir ist, von allem Fleisch, an Vögeln, an Vieh und allem Gewürm, das auf Erden kriecht, das lass mit dir herausgehen, dass sie sich regen auf Erden und fruchtbar seien und sich mehren auf Erden.

18 So ging Noah heraus mit seinen Söhnen und mit seiner Frau und den Frauen seiner Söhne,

19 dazu alles wilde Getier, alles Vieh, alle Vögel und alles Gewürm, das auf Erden kriecht; das ging aus der Arche, ein jedes mit seinesgleichen.

20 Noah aber baute dem Herrn einen Altar und nahm von allem reinen Vieh und von allen reinen Vögeln und opferte Brandopfer auf dem Altar.

21 Und der Herr roch den lieblichen Geruch und sprach in seinem Herzen: Ich will hinfort nicht mehr die Erde verfluchen um der Menschen willen; denn das Dichten und Trachten des menschlichen Herzens ist böse von Jugend auf. Und ich will hinfort nicht mehr schlagen alles, was da lebt, wie ich getan habe.

22 Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht.

Auch in der Arche saß eine Familie lange Zeit in den eigenen 4 Wänden fest

Eine Erzählung der Arche-Noah-Geschichte aus der Perspektive der Teens, die auch lange Zeit mit ihren Eltern in ihren eigenen „vier Wänden“ eingeschlossen waren. Im Anschluss unterschiedlichste Anregungen zur Vertiefung und Weiterbeschäftigung für jeden Einzelnen zu Hause in Quarantäne. Der Entwurf ist so gedacht, dass man die Erzählung für die Jugendlichen zur Verfügung stellt. Alternativ kann man den Entwurf für eine Aktion im digitalen Wohnzimmer weiterentwickeln oder die Erzählung kreativ per Audio oder Video aufnehmen.

Erzählung

„Wann können wir endlich wieder raus?“

„Mama, ich will mich mit meinen Freunden treffen – warum muss ich immer hier drin bleiben?“

„Wie lange geht das denn noch?“

„Mir ist langweilig! Immer nur chillen ist auf Dauer auch nervig …“

„Papa, machst du was mit mir?“

„Warum sind wir hier so lange in diesem Kasten eingesperrt?!“

Sem, Ham und Jafet schubsten sich gegenseitig und versuchten, den anderen zu reizen. Sehr zum Reiz – oder zum Ärger – der Eltern. Man konnte die Ungeduld förmlich greifen – so lange waren sie nun schon hier drin. So lange schon konnten sie sich draußen nicht mehr frei bewegen oder sich mit Freunden treffen.

Aber sie waren in Sicherheit. Und ihre Eltern waren bei ihnen. Für die ganze Familie war es eine besondere Zeit. Jeder musste lernen, auf den anderen Rücksicht zu nehmen. Die Eltern waren die ganze Zeit mit den Kindern zusammen. Keine Freunde konnten zu Besuch kommen – weder bei den Kindern noch bei den Eltern.

Die drei Jungs setzten sich zusammen. Sie holten ihre Schnitzmesser hervor und schauten in den Holzresten nach kleinen Holzblöcken. So hatte alles angefangen. Ihr Vater Noah hatte plötzlich Unmengen von Holz angeschleppt. Große Bretter und schwere Balken. Und dann hatte er angefangen zu bauen. – Die Nachbarn dachten zuerst, er würde ein Haus bauen. Und lachten, denn ein Haus hatte die Familie doch schon. Dann dachten sie, er würde ein Schiff bauen. Und lachten, denn weit und breit war nirgends Meer oder auch nur ein großer See zu sehen.

Den drei Teenies war es ziemlich peinlich, dass ihr Vater das Gespött der Nachbarn war. Es wurde auch nicht gerade besser, als Vater Noah seinen drei Teenies erklärte, dass er ein Haus-Schiff bauen würde. Eine Arche. Und in dem sollte nicht nur eine Familie Platz haben, sondern auch viele Tiere.

Sem, Ham und Jafet hatten die Stirn gerunzelt. Noch mehr Gerede von den Anderen. Eltern waren ja eh peinlich an sich – aber wenn sie dann auch noch solche Pläne verwirklichten … Doch heimlich, wenn die Eltern es nicht mitbekamen, hatten sie auch gestaunt. Was ihr Vater sich da ausgedacht hatte! Schon ein riesiges tollkühnes Projekt. Aber Noah erklärte ihnen, dass diese Idee von Gott war. Von dem Gott, der Himmel und Erde geschaffen hatte. Der Gott, der die Menschen geschaffen und jeden ganz besonders gemacht hatte. Der Gott, an den sie glaubten.

Die anderen Menschen verspotteten Noah und seine Familie weiterhin. Sie lachten ihn aus, weil er an Gott glaubte. Sie lachten ihn aus, weil er die Arche baute. Sie lachten ihn aus und sagten, das wäre alles Quatsch.

Das machte Noah traurig. Weil er wusste, wie traurig Gott darüber war. Dass die Menschen immer so gemein zueinander waren. Dass sie sich anlogen und Kriege führten. Dass sie keine Rücksicht nahmen auf ihre Mitmenschen und auf die Umwelt. Und seine Jungs wussten nicht so recht, ob sie sich über die Nachbarn aufregen sollten, weil sie den Vater auslachten oder weil sie Gott nicht ernst nahmen. Sie wussten ja selbst nicht so recht, was sie von allem halten sollten. Von der Arche. Und vom Glauben. Und von Gott.

Die drei Jungs nahmen ihre Schnitzmesser in die Hand und jeder begann, ein Tier zu schnitzen. Sem wollte einen Elefanten versuchen, Ham einen Löwen und Jafet eine Ameise. Während jeder in seine Arbeit vertieft war und man nur das Geräusch hörte, wie immer wieder mit dem Messer ein kleines Stückchen Holz abgehobelt wurde, dachten sie daran, wie ihr Vater Noah auch die Holzbalken gehobelt und vorbereitet hatte. Stück für Stück wuchs damals die Arche. Sie wurde immer größer, und die Jungs hatten gestaunt, wie viel Platz darin war. Noah und seine Frau erzählten den Menschen davon, dass eine große Flut kommen würde. Eine stürmische Zeit – und sie sollten sich in Sicherheit bringen. Viele lachten ihn aus, doch Noah gehorchte Gott und baute die Arche fertig.

Sie hatten Kleider und Essen in die Arche gebracht, Holzreste und Stroh. Und Körner. Und dann die Tiere. Von jeder Tierart ein Paar. Ein Männchen und ein Weibchen. Sem, Ham und Jafet hatten damals geholfen. Es gab ganz schön viel zu tun. Es waren so viele Tiere … Elefanten, Raben, Löwen, Ameisen, Tiger, Schildkröten, Schmetterlinge, Ziegen, Schafe, Esel, Kamele, Heuschrecken, Gazellen, Fledermäuse, Rehe, Chamäleons, Steinböcke, Adler, Schlangen, Stiere, Geckos, Leoparden, Sperlinge, Hirsche, Wölfe, Mäuse, Tauben, Bären, Leoparden, Igel, Schakale, Hühner, Füchse, Antilopen, Wildschweine, Nilpferde, Hasen, Maulwürfe, Spinnen, Krokodile und noch viele mehr.

Und natürlich dachten sich die Teenies auch ihren Teil, warum immer ein Männchen und ein Weibchen in die Arche gebracht werden sollte …

Als alle Tiere und die Familie von Noah in der Arche war, machten sie die Türe zu. Sie wussten, dass sie nun eine ganze Weile da drinbleiben mussten. Zu ihrer Sicherheit.

Und dann wurde es stürmisch. Zuerst regnete es nur ein bisschen und dann immer mehr. Das Wasser stieg höher und höher.

Sem, Ham und Jafet fanden die ersten Tage in der Arche ganz lustig. Es war mal was anderes. Aber dann wurde der Sturm draußen immer heftiger. Man hörte immer schlechte Nachrichten von draußen. Sem und Jafet machte das manchmal Angst. Auch wenn sie es vor den anderen nie zugeben würden. Und Ham kasperte immer nur herum und machte sich über alles lustig.

Je länger die Zeit in der Arche dauerte, umso mehr Geduld brauchten sie. Weil man ja nicht viel Platz hatte. Weil immer nur die Familie da war. Weil man nicht draußen mit den Freunden etwas unternehmen konnte.

Die Jungs begannen auch, wegen Kleinigkeiten zu streiten. Und die Eltern brauchten viel Geduld und mussten sich immer wieder neue Sachen einfallen lassen, um ihre Teenies zu beschäftigen. Sie machten Sportaufgaben, sie formten Tiere aus Lehm, sie spielten die unterschiedlichsten Spiele – und Noah brachte seinen Jungs das Schnitzen bei. Sem konnte am besten mit dem Schnitzmesser umgehen. Er hatte sich vorgenommen, jeden Tag ein neues Tier zu schnitzen. Ham wollte lieber chillen. Oder heimlich malen. Das würde er aber nie zugeben vor den anderen. Und Jafet hörte am liebsten den Geschichten zu, die sein Vater und seine Mutter er zählten. Von Gott, dem Schöpfer. Der die Welt so schön gemacht hatte. Von Gott, dem Gegenüber. Der den Menschen geschaffen hatte, um jemanden zu haben, den er gernhaben und versorgen konnte. Seine Brüder machten sich immer wieder über ihn lustig, weil er so oft bei den Eltern herumhing. Aber außer den beiden sah das ja eh keiner. Und es half gegen die Langeweile. Und brachte ihn zum Nachdenken.

So verging Tag um Tag. Sem schnitzte jeden Tag ein neues Tier. Dreißig hatte er nun schon in seiner Kiste. Ham hatte schon viele Bilder gemalt und gut versteckt und schaute jeden Tag aus dem Fenster der Arche. Er wollte endlich wieder raus. Und Jafet schaute nach oben in den Himmel und redete leise vor sich hin. Sprach er mit Gott? Wenn ja – was erzählte er ihm dann wohl? Oder fragte er Gott aus? Über was? Bekam er eine Antwort??

Als Sem vierzig Tiere in seiner Holzkiste hatte, hörte es auf zu regnen. Vierzig Tage und Nächte lang hatt es geregnet. Die Teenies freuten sich. Das schlimmste Unwetter war vorüber. Doch man konnte immer noch nicht hinausgehen. Aber alle waren froh, dass wohl die längste Zeit schon vorüber war. Sie fassten sich an den Händen und tanzten herum. Sah ja keiner … Die Eltern dankten Gott dafür, dass sie es so lange in der Arche ausgehalten hatten. Und dass die Arche ihnen so guten Schutz und Sicherheit gegeben hatte.

Nun konnte man es jeden Tag beobachten. Das Wasser ging langsam zurück und einzelne Bergspitzen kamen zum Vorschein.

Vater Noah ließ einen Raben aus dem Fenster fliegen, damit er irgendwo auf der Erde ein trockenes Stück Land, einen Baum oder eine Blume finden sollte. Doch der Vogel kam ohne ein Blatt oder einen Zweig zurück. Noch mal warten. Aber mit Hoffnung. Jafet saß oft an seinem Lieblingsplatz und schaute durch das Fenster nach oben in den Himmel.

Als Noah einige Tage später eine Taube losschickte, erging es ihr wie dem Raben. Noch nichts. Noah und seine Familie mussten noch einmal Geduld haben. Sie sangen und spielten zusammen, sie beteten und schwiegen, sie machten Kniebeugen und lachten. Sie stritten und sie versöhnten sich – und schauten erwartungsvoll in die Wolken.

Und dann schickte Noah noch einmal eine Taube los. Alle warteten gespannt. Tatsächlich – sie kam zurück! Mit einem Zweig des Ölbaumes im Schnabel.

Jetzt wussten die drei Jungs, dass auf der Erde wieder alles in Ordnung war. Dass sie endlich wieder hinausgehen durften. Sie öffneten die Türe der Arche und stürmten hinaus. Sie rannten wild herum und schlugen Purzelbäume, sie lachten und genossen ihre Freiheit. Sem und Ham halfen ihren Eltern auch, die Tiere aus der Arche zu führen. Sie beobachteten, wie sich jeder auf seine Art freute.

Und Jafet – Jafet legte sich auf den Boden und schaute in den Himmel. Ganz still lag er da und beobachtete die Vögel, die in die Lüfte stiegen. Und er schickte sein Gebet nicht mehr durch das kleine Fenster in der Arche, sondern in den großen freien Himmel.

Da erschien auf einmal ein großer Regenbogen am Himmel.  Die Sonne schien und spiegelte sich in den letzten Wassertropfen. Und mittendrin leuchtete der bunte Regenbogen.

Die ganze Familie hielt inne und bestaunte das Zeichen Gottes. Mit diesem Regenbogen versprach Gott, dass die Erde nie mehr im Wasser versinken würde. Noah und seine Familie waren sehr froh darüber und dankten Gott. Für sein Versprechen, dass er bei ihnen sein würde, egal, was kommt. Dafür, dass er sie in der schwierigen Zeit begleitet hatte. Dafür, dass er da war und für sie sorgte. Dafür, dass er jedem zuhörte, der traurig oder glücklich war. Dafür, dass er ein Gott war, mit dem man durch stürmische Zeiten gehen konnte. Dafür, dass er ein Gott war, der sich über das Lachen freute. Dafür, dass er ein Gott war, der gut auf die Familie aufpasste.

Dann gingen alle in verschiedene Richtungen davon. Noah wollte endlich wieder seine Arbeit aufnehmen, so wie vor der besonderen Zeit. Seine Frau wollte sich umschauen und etwas Leckeres kochen, was es die letzten Wochen nicht gegeben hatte. Sem packte seine Kiste mit den geschnitzten Tieren und rannte los, um die Gegend zu erkunden. Ham machte einen Luftsprung und dann einen Handstand und warf sich schließlich lachend ins Gras. – Und Jafet? Jafet suchte sich einen ruhigen Platz und legte sich auf den Rücken – mit dem Blick nach oben …

(Anmerkung: Eigentlich sind die Söhne Noahs schon verheiratet, denn sie nehmen ihre Frauen mit auf die Arche. Doch Noahs Enkel werden erst nach der großen Flut geboren. Deshalb habe ich mich entschieden, Sem, Ham und Jafet hier „Teens sein zu lassen“, damit die Jugendlichen, die die Geschichte hören, sich besser wiederfinden können.)

Anregungen für dich

  • Die Geschichte von Noah und der Arche steht ziemlich am Anfang der Bibel. Sie ist schon so alt – und trotzdem kommt uns ganz schön vieles bekannt vor. Magst du die Geschichte noch mal lesen und anstreichen, was du gerade Ähnliches erlebst?
  • Vielleicht habt ihr ja eine Bibel zu Hause. Dann kannst du die Geschichte dort nochmal nachlesen.
  • Hast du auch Lust, kreativ zu werden? Hier einige Ideen:
  1. Willst du ein Bild von der Geschichte malen, so wie Ham? Suche dir Farben, werde kreativ. Vielleicht versuchst du dich an einem abstrakten Bild, vielleicht versuchst du einfach mit passenden Farben die Gefühle auszudrücken und aufs Papier zu bringen. Probier dich aus …
  2. Oder hast du Lust zu schnitzen, so wie Sem? Vielleicht gibt’s irgendwo ein Taschenmesser! Im Internet findet man auch gute Schnitz-Tutorials. – Und man kann übrigens nicht nur mit Holz schnitzen, sondern auch mit Obst … Ideen dazu einfach googeln mit „Tiere schnitzen“ oder „Tiere schnitzen Obst“…
  3. Oder gehst du gerne nach draußen (in Zeiten von Corona-Vorsicht natürlich allein oder mit deinen Geschwistern)? Dann sammle Naturmaterial und lege damit ein Bild von der Arche. Land-Art ist in …
  4. Sollte das Wetter nicht so gut sein, kannst du auch drinnen kreativ werden. Wie wärs mit einer Fotostory? Oder einem Stop-Motion-Trickfilm? Auch hier bist du vielleicht eh schon Checker oder findest gute Anleitungen im Internet.
  5. Du bist eher ein Künstler mit Worten? Dann schreibe doch auf, was die Leute in der Arche wohl denken und reden. Wenn ihnen langweilig ist und die Decke auf den Kopf fällt. Oder wie sie sich Mut machen und neue Ideen bekommen, was man so alles „in Quarantäne“ machen kann? Male dir dazu einfach große Sprech- oder Denkblasen auf ein Blatt. Wenn andere aus der Familie oder aus deiner Jugendgruppe (natürlich nur Messenger) mitmachen, kann das eine ganz spannende Aktion werden.
  6. Du bist ein Dichter? Wie wäre es, ein Gedicht oder ein Lied zu schreiben – zur Arche Noah-Geschichte oder zur „Corona-Zeit“? Oder beides zu verbinden? Man kann das ganze Werk dann auch mit einem schön gemalten Rahmen verzieren oder abtippen und in einem der sozialen Netzwerke posten.
  7. Oder du könntest wie Jafet ein Gebet formulieren. Schreibe deine Gedanken auf, deine Fragen an Gott. Einfach ganz ehrlich. Nur für dich und Gott.
  8. Wenn du magst, kannst du auch ein besonderes Kunstwerk aus Wort-Bildern machen. Schneide Wellen aus und trage in die Wellen das ein, was dir oder deiner Familie gerade schwerfällt, was euch ärgert oder Angst macht. Die Arche kannst du aus „Hoffnungsbalken“ bauen, sie kann auf den Sorgenwellen schwimmen. Und obendrüber ein bunter Regenbogen – da kannst du einen der Hoffnungsverse aus der Bibel schreiben, die Gott uns zusagt (siehe weiter unten).
  9. Vielleicht magst du ja Handlettering. Auch dafür sind die Hoffnungsverse aus der Bibel gut geeignet (Anregungen dazu findet man auch haufenweise im Internet). Du kannst dein Handlettering dann dort aufhängen, wo es dir täglich Mut macht – am Kühlschrank, am Badezimmerspiegel oder an der Haustür.

Wenn sich eine ganze Jugendgruppe oder sogar eine ganze Kirchengemeinde daran beteiligt, können die verschiedenen Kunstwerke später aufgehängt und aufgestellt werden. Klärt das mit den entsprechenden Leuten ab. Bewahrt alles gut auf und bringt die „Werke“ nach der „Corona-Zeit“ ins Gemeindehaus / die Kirche, damit sie ausgestellt werden können. Wer möchte, kann ja auch vorher schon Fotos in die Messenger-Jugendgruppe stellen oder den Mitarbeitenden per E-Mail zuschicken. – Die Obst-Tiere allerdings sollte man eher nicht aufbewahren, sondern wirklich nur fotografieren und dann genüsslich mit der Familie aufessen.


Hoffnungsverse aus der Bibel:

Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir. (Ps 139,5) Der Herr segne dich und behüte dich. (4. Mose 6,24)
Fürchte dich nicht, ich habe dich befreit! Ich habe dich bei deinem Namen gerufen. Du gehörst mir! (Jes 43,1) Der Herr hebe sein Angesicht auf dich und gebe dir Frieden. (4. Mose 6, 26)
Mit meinem Gott kann ich über Mauern springen. (Ps 18,30) Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein. (Jes 43,1)
Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen. Und auch deinen Mitmenschen sollst du so lieben wie dich selbst.                                             (Lk 10,27) Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. (Ps 23,1)
Gott sagt: Sei mutig und entschlossen! Hab keine Angst und lass dich durch nichts erschrecken, denn ich, der Herr, dein Gott, bin bei dir, wohin du auch gehst.   (Jos 1,9) Alle Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch. (1. Petr 5,7)
Und ob ich schon wanderte im finsteren Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich. (Ps 23,4) Meine Hilfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.  (Ps 121,2)
Befiel dem Herrn deine Wege und hoffe auf ihn, er wird es wohl machen. (Ps 37,5) Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.  (Tim 1,7)                                       
Wir haben einen Gott, der hilft. (Ps 68,21) Bittet, so wird euch gegeben; sucht, so werdet ihr finden; klopft, so wird euch aufgetan. (Mt 7,7)
Der Herr ist nahe allen, die ihn anrufen. (Ps 145,18) Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat. (Ps 103,2)
Gott ist mein Fels, meine Hilfe und mein Schutz, dass ich nicht falle. (Ps 62,7) Denn es sollen wohl Berge weichen und Hügel hinfallen, aber meine Gnade soll nicht von dir weichen, und der Bund meines Friedens soll nicht hinfallen.          (Jes 54,10)
Gott ist unsere Zuversicht und Stärke, eine Hilfe in den großen Nöten, die uns getroffen haben. (Ps 46,2) Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des HERRN immerdar. (Ps 23,6)
Ich will dich segnen, und du sollst ein Segen sein. (1. Mose 12,2)   Gott spricht: Ich weiß wohl, was ich für Gedanken über euch habe, Gedanken des Friedens und nicht des Leides, dass ich euch gebe Zukunft und Hoffnung.          (Jer 29,11)
Denn ich bin der HERR, dein Gott, der deine rechte Hand fasst und zu dir spricht: Fürchte dich nicht, ich helfe dir! (Jes 41,13) Nichts ist mir unmöglich, weil der, der bei mir ist, mich stark macht. (Phil 4,13)
Aber alle, die auf den Herrn vertrauen, bekommen immer wieder neue Kraft, es wachsen ihnen Flügel wie dem Adler. Sie gehen und werden nicht müde, sie laufen und brechen nicht zusammen.     (Jes 40,31) Ich bin mit dir und will dich behüten, wo du hinziehst. (1.Mo 28,15)
Ein Mensch sieht, was vor Augen ist, Gott aber sieht das Herz an. (1.Sam 16,7) Gott, ich danke dir, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele.
(Ps 139,14)
Dennoch bleibe ich stets an dir, denn du hältst mich bei meiner rechten Hand.
(Ps 73,23)
Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt und unter dem Schatten des Allmächtigen bleibt, der spricht zum Herrn: Meine Zuversicht und meine Burg, mein Gott, auf den ich traue. (Ps 91,1+2)
  • Autor: Sybille Kalmbach
  • © EJW - evangelisches Jugendwerk in Württemberg