Ende gut, alles gut!?Ende gut, alles gut!?

Einheit: Ende gut, alles gut!?

Verband: Deutscher EC-Verband
Zeitbedarf: 45-75 Min. (Vorbereitung: 10-15 Min.)
Materialart: Bibelarbeit
Zielgruppen: Jugendliche (15-19 Jahre), Junge Erwachsene (18+), Studenten
Einsatzgebiet: Gruppenstunde
Redaktion: echt.
Bibelstelle: Ester 8,1-8,17
Ester 8,1-8,17

8

Die Wendung zugunsten der Juden

1An dem Tage schenkte der König Ahasveros der Königin Ester das Haus Hamans, des Judenfeindes. Und Mordechai wurde vom König empfangen; denn Ester hatte ihm gesagt, wie er mit ihr verwandt sei. 2Und der König tat ab seinen Ring, den er Haman genommen hatte, und gab ihn Mordechai. Und Ester setzte Mordechai über das Haus Hamans.

3Und Ester redete noch einmal vor dem König und fiel ihm zu Füßen und weinte und flehte ihn an, dass er zunichtemache die Bosheit Hamans, des Agagiters, und seine Anschläge, die er gegen die Juden erdacht hatte. 4Und der König streckte das goldene Zepter Ester entgegen. Da stand Ester auf und trat vor den König 5und sprach: Gefällt es dem König und habe ich Gnade gefunden vor ihm, und dünkt es den König recht und gefalle ich ihm, so möge man die Schreiben mit den Anschlägen Hamans, des Sohnes Hammedatas, des Agagiters, widerrufen, die er geschrieben hat, um die Juden umzubringen in allen Provinzen des Königs. 6Denn wie kann ich dem Unheil zusehen, das mein Volk treffen würde? Und wie kann ich zusehen, dass mein Geschlecht umkäme?

7Da sprach der König Ahasveros zur Königin Ester und zu Mordechai, dem Juden: Siehe, ich habe Ester das Haus Hamans geschenkt, und ihn hat man an einen Galgen gehängt, weil er seine Hand gegen die Juden erhoben hat. 8So schreibt nun ihr wegen der Juden, wie es euch gefällt, in des Königs Namen und siegelt’s mit des Königs Ring. Denn ein Schreiben, das in des Königs Namen geschrieben und mit des Königs Ring gesiegelt war, durfte niemand widerrufen.

9Da wurden gerufen des Königs Schreiber zu jener Zeit im dritten Monat, das ist der Monat Siwan, am dreiundzwanzigsten Tage, und es wurde geschrieben, wie Mordechai gebot, an die Juden und an die Satrapen, Statthalter und Obersten in den Provinzen von Indien bis Kusch, in hundertsiebenundzwanzig Provinzen, einer jeden Provinz in ihrer Schrift, einem jeden Volk in seiner Sprache und auch den Juden in ihrer Schrift und Sprache. 10Und es wurde geschrieben in des Königs Ahasveros Namen und mit des Königs Ring gesiegelt. Und man sandte die Schreiben durch reitende Boten auf den besten Pferden.

11Darin gab der König den Juden, in welchen Städten sie auch waren, die Erlaubnis, sich zu versammeln und ihr Leben zu verteidigen und alle Macht des Volks und der Provinz, die sie samt Kindern und Frauen angreifen würden, zu vertilgen, zu töten und umzubringen und ihr Hab und Gut zu plündern 12an einem Tag in allen Ländern des Königs Ahasveros, nämlich am dreizehnten Tage des zwölften Monats, das ist der Monat Adar. 13Eine Abschrift des Schreibens aber sollte als Gesetz erlassen werden in allen Provinzen, um allen Völkern zu eröffnen, dass die Juden sich für diesen Tag bereithalten würden, sich zu rächen an ihren Feinden.

14Und die reitenden Boten auf den besten Pferden ritten aus schnell und eilends nach dem Wort des Königs, und das Gesetz wurde in der Festung Susa angeschlagen.

15Mordechai aber ging hinaus von dem König in königlichen Kleidern, blau und weiß, und mit einer großen goldenen Krone, angetan mit einem Mantel aus Leinen und Purpurwolle. Und die Stadt Susa jauchzte und war fröhlich. 16Für die Juden aber war Licht und Freude und Wonne und Ehre gekommen. 17Und in allen Provinzen und Städten, an welchen Ort auch immer des Königs Wort und Gesetz gelangte, da war Freude und Wonne unter den Juden, Gastmahl und Festtag; und viele aus den Völkern im Lande schlossen sich den Juden an; denn die Furcht vor den Juden war über sie gekommen.

Die Bibel nach Martin Luthers Übersetzung, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart.

Ein Leben mit Gott bedeutet nicht von allen Schwierigkeiten geschützt zu sein. Auch als Christ muss man sich mit Dingen wie Anfechtung und Verleumdung auseinandersetzen.


Vorschau:

Erklärungen zum Text

Zusammenhang:

Die Geschichte von Esters Mut ist gut ausgegangen. Was war passiert? Ester sollte im Auftrag Mordechais den König überreden, das Judenpogrom, das durch Hamans Einfluss auf den König erlassen wurde, wieder rückgängig zu machen. Vor Ester liegt die Audienz beim König, bei der sich ihr eigenes Schicksal und das ihres Volkes entscheiden wird.

Ester richtet zwei Feste aus (Kap. 5 und 7). Zuerst bereitet sie für den König ein Fest und lädt den König und Haman dazu ein. Während dieses Festes kündigt sie ein weiteres Fest an, das sie für Haman und den König ausrichten wird und zu dem sie wieder beide Männer einlädt. Mit dieser Einladung ehrt sie während der ersten Festlichkeit Haman genauso wie den König. Im König schürt sie dadurch Misstrauen und Angst, in Haman den Größenwahnsinn. So werden die Männer gegeneinander ausgespielt. Haman eilt nach Hause, lässt sich von seiner Frau und seinen Freunden feiern und schmiedet Mordpläne gegen Mordechai. Der König hat eine schlaflose Nacht (Kap.6). Er blättert in den Annalen des Reiches auf der Suche nach einem Mann, der als Gegenspieler Hamans dienen könnte…

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  • Autor / Autorin: Studierende am Theologischen Seminar St. Chrischona
  • © Deutscher EC-Verband