Faszination ReformationFaszination Reformation

Einheit: Faszination Reformation

Verband: EJW - evangelisches Jugendwerk in Württemberg
Zeitbedarf: 90-120 Min. (Vorbereitung: 90-120 Min.)
Materialart: Gottesdienst-Entwurf
Zielgruppe: Familien
Einsatzgebiete: (Jugend-)Gottesdienst, Corona Spezial
Themenstellungen: Ideen für die Corona- Zeit, Kirche-Kunterbunt
Redaktion: Kirche Kunterbunt

Ziel

Die Idee dieses Entwurfes ist ein Stationenlauf zur Reformation und zum Leben und Wirken von Martin Luther. Familien erleben warum wir Reformation feiern und was das, was vor mehr als 500 Jahren geschah mit unserem Alltag zu tun hat. Besonders eignet sich dieser Entwurf für den Reformationstag am 31. Oktober.

Start

Stationsbeschreibung
Begebt euch als Familie auf die Spur von Martin Luther. Jedes Jahr denken wir am Reformationstag (31.Oktober) daran, wie Martin Luther die Kirche verändert hat und daraus die evangelische Kirche entstanden ist.
Wer war überhaupt Martin Luther? Was hat er mit der Schule und dem Buchdruck zu tun? Und was bedeutet eigentlich Reformation? – all das und noch viel mehr erwartet euch an den Stationen. Begebt euch jetzt zur ersten Station. Folgt dafür den Sägemehlpfeilen auf dem Boden. Sie führen euch den Weg zu den nächsten Stationen.

Station 1 A Einführung: Martin Luther

An dieser Station steht eine Martin Luther Figur. Auf Knopfdruck wird eine Audiodatei abgespielt.

Stationsbeschreibung
Martin Luther will euch heute begrüßen. Drückt auf den roten Knopf und hört gut zu.

Folgt weiterhin den Sägemehlpfeilen auf dem Boden. Sie führen euch den Weg zur nächsten Station

Material

  • Martin Luther Figur (aus Pappe, Playmobil, Schaufensterfigur, Büste)
  • Technik, um eine Audiodatei abzuspielen und einfach zu starten (z.B Mp3 Player)
  • Text für die Audiodatei

Station 1 B Einführung: Mittelalter

Stationsbeschreibung
Martin Luther lebte im Mittelalter. Damals wurden natürlich auch schon Spiele von Kindern und Erwachsenen gespielt. Stimmt euch auf das Mittelalter ein und versucht euch in folgenden mittelalterlichen Spielen. Bitte räumt anschließend die Spiele wieder in die Ausgangsposition.

  • Spiel 1 – Steckenpferdparcours: nehmt euch die Steckenpferde und durchlauft den Parcours. Wer ist schneller? Kinder oder Erwachsene?
  • Spiel 2 – Lanzenstechen: nehmt die Lanzen und stellt euch auf die Baumstämme. Versucht euch nun gegenseitig vom Baumstamm zu werfen. Wer bleibt am längsten auf seinem Baumstamm stehen?
  • Spiel 3 – Dosenschießen: nehmt euch eine Armbrust, die Zwille oder das Terraband (beim Terraband – 2 halten und einer spannt und schießt) und versucht so viele Dosen wie möglich herunter zu schießen.
  • Spiel 4 – Ringwurf: nehmt euch die Ringe. Wer schafft die meisten Ringe ins Ziel zu werfen?
  • Spiel 5 – Kartonpuzzle: versucht euch im puzzeln und lest dann, was Martin Luther euch zuspricht!

Material

  • Steckenpferde
  • Schwimmnudeln als Lanzen
  • Dosen, Zwille, Armbrust, Terraband, Bälle
  • Ringwurfspiel
  • Kartonpuzzle mit einem Bild von Luther
Puzzle aus Kirchentagshockern

Station 2 A Luthers Erkenntnis

Stationsbeschreibung
Martin Luther hatte lange Zeit Angst vor Gott. Aber dann hat er etwas ganz Wichtiges entdeckt und verstanden: GOTT IST EIN GNÄDIGER GOTT.
ICH BIN VON GOTT GELIEBT, OHNE ETWAS LEISTEN ZU MÜSSEN.
Wie schön wäre es, wenn wir gnädiger miteinander umgehen würden! 
Im Alltag begegnen uns immer wieder Situationen, in denen wir Vergebung brauchen und anderen vergeben können.

Hier könnt ihr ein Spiel spielen:
Findet die passenden Bild– und Wortpaare mit guten und den entsprechend schlechten Verhaltensweisen.

Material

  • Memory-Karten (evtl. einlaminiert)

Station 2 B Luthers Erkenntnis

Gott vergibt mir und beschenkt mich aus Gnade.  Wem kann ich unverdient eine Freude machen?

Sammelt am Spiegel Ideen:
Wie kann ich jemandem eine Freude machen?
Suche dir eine Idee aus und überlege wem du damit unverdient eine Freude machen willst. Nimm dir dann eine Karte von der Wäscheleine. Schreibe den Namen der Person auf die Postkarte. Du kannst sie dann gemeinsam mit deinem „Geschenk“ übergeben.

Gedankenanstoß für Mamas und Papas: 
Wie kann ich meinem Kind zeigen, dass ich es bedingungslos – ohne Leistung, liebe?
Laut Gary Chapman spricht und versteht jedes Kind eine ganz bestimmte Muttersprache der Liebe. Die 5 Sprachen der Liebe:

  • Lob und Anerkennung
  • Zweisamkeit – Zeit nur für dich
  • Geschenke die von Herzen kommen
  • Hilfsbereitschaft
  • Zärtlichkeit

(Gary Chapman hat Anthropologie studiert und ist Autor zahlreicher Bücher.) Wenn ihr euch Gedanken gemacht habt, dürft ihr gerne mal in das Buch „Fünf Sprachen der Liebe für Kinder“ hineinschauen.

Material

  • Spiegel
  • Kreidestifte
  • evtl. Buch „Fünf Sprachen der Liebe für Kinder“
  • Wäscheleine und Wäscheklammern
  • Postkarten (z.B.: https://shop.marburger-medien.de/)

Station 3 Buchdruck

Im Jahre 1440 machte Johannes Gutenberg eine weltverändernde Entdeckung. Er erfand den Buchdruck. Es war nun möglich mit Hilfe von beweglichen Lettern Papier kostengünstig und weniger aufwändig mit Farbe zu bedrucken. Dies machte sich Martin Luther 1552 zu Nutze. Er fertigte seine Übersetzung des Alten Testaments mithilfe des Buchdrucks so einfach wie nie an und verkaufte sie zu einem geringen Preis an die Bevölkerung. So gewann er viele Anhänger, da nun jeder die Heilige Schrift nach Belieben lesen konnte. 1524 erschien dann sogar die erste vollständige Lutherbibel.
Stempel basteln
Hier könnt ihr einen eigenen Stempel basteln und testen. Zeichnet euer Motiv auf Moosgummi, schneidet es aus und klebt es auf ein Stück Holz. Gerne dürft ihr auch eine Vorlage benutzen.
Geschenkpapier drucken

Jedes Kind darf sich einen Bogen Geschenkpapier bedrucken. Nehmt euch eine Rolle und malt sie mit Wasserfarbe (viel Farbe & wenig Wasser) an. Rollt sie dann über das leere Papier. Wenn ihr fertig seid, dann wascht eure Rolle bitte kurz ab.

Material

  • große Bögen Packpapier
  • alte Nudelhölzer
  • Verpackungsfolie mit Noppen
  • kleine Holzstücke (ca. 3×3 cm)
  • Moosgummi
  • Motive

Station 4 A Bibel- Memory

Martin Luther wollte, dass jeder Mensch die Bibel selbst lesen und verstehen konnte. Deshalb hat er die Bibel auf Deutsch übersetzt (aus dem hebräischen und dem griechischen). Er hat dazu dem Volk „auf’s Maul geschaut“ also so geschrieben, wie die Menschen damals sprachen.

Spielt zusammen eine Runde Bibel-Memory!
Immer zwei gleiche Bibelverse gehören zusammen. Einmal der Vers in der Sprache von Martin Luther und einmal nach einer anderen Bibelübersetzung/-übertragung.
Wenn ihr ein Paar gefunden habt, lest beide Verse und entdeckt die Unterschiede/Gemeinsamkeiten. Was ist verständlicher?
Die kleineren Kinder dürfen sich an den Bildern orientieren.
Sprecht darüber: Lest ihr in der Bibel? Wenn ja in welcher und warum? Wenn nein, warum nicht und was würde euch motivieren eine Bibel in die Hand zu nehmen?

Material

  • Bibel Memory (evtl. einlaminiert)

Station 4 B Gemeinsam an der Bibel schreiben

Stationsbeschreibung
Martin Luther hat die Bibel auf Deutsch übersetzt, damit jeder selbst lesen und verstehen kann. Außerdem hat er befürwortet, dass alle Kinder (Jungen UND Mädchen) in die Schule gehen dürfen, um lesen, schreiben und Vieles mehr zu lernen.
Damit aber auch jeder das Buch „Bibel“ in den Händen halten konnte, musste es vervielfältigt werden. Bevor der Buchdruck erfunden wurde, mussten die Menschen die Bücher abschreiben.
Hier könnt ihr einen Teil des Markus-Evangeliums abschreiben. Ihr selbst entscheidet wieviel – ein Wort, ein Vers, ein Abschnitt oder ein ganzes Kapitel, so viel wie ihr wollt. So entsteht eine gemeinsame Kunterbunt-Bibel. Vielleicht schaffen wir ja das ganze Markus-Evangelium?
Sprecht darüber: Hast du schonmal etwas aus der Bibel abgeschrieben? Welches Wort oder Welcher Gedanke aus deinem Abschnitt bleibt dir hängen? Gerne kannst du das Wort auch farbig in der Kunterbunt-Bibel markieren!

Material

  • leeres weißes Buch
  • Stifte
  • Bibel
eine Kirche Kunterbunt Bibel entsteht

Station 4 C Bibelverse


Stationsbeschreibung
Bibelverse begleiten uns in unserem Leben und Alltag. Sie werden uns bei besonderen Festen zugesprochen (Taufe, Hochzeit, Konfirmation, Segnung) aber auch jeder Tag, jede Woche, jeder Monat und jedes Jahr hat einen zugeordneten Bibelvers (Losung).
Weißt du deinen Tauf-/Konfirmations-/Trauspruch? Hier kannst du ihn auf ein Kärtchen schreiben. Gerne kannst du ihn auch aus einer Bibel abschreiben, wenn du nur die Bibelstelle weißt.
Wenn du den Vers nicht weißt, nimm dir eine leere Karte mit nach Hause, schaue nach und schreib ihn dort auf.
Vielleicht findest du einen Platz, an dem du den Bibelvers immer wieder siehst und ihn auswendig lernen kannst.
Sprecht darüber: Könnt ihr einen Bibelvers auswendig? Welchen? Hier gibt es Losungsbücher. Gerne kannst du dir eines mitnehmen und vielleicht neu beginnen in deinem Alltag Bibelverse zu lesen oder auswendig zu lernen. Der Tagesvers oder der Wochenspruch sind dafür gute Möglichkeiten.

Material

  • Kartenvorlagen
  • Stifte
  • Bibel
  • evtl. Schnur und Wäscheklammern
  • evtl. Losungsbücher (wir hatten noch welche übrig)

Station 5 A Reformation heute

Thesenanschlag
Luther hatte zur damaligen Zeit einiges an der Kirche auszusetzen. Gott sei Dank, dass sich jemand getraut hat, diese Themen anzusprechen und die Menschen seiner Zeit darauf aufmerksam zu machen.
Überlege dir, was dir an der Kirche heute gefällt, was gut läuft, dir gut tut und so bleiben soll. Tausche dich mit jemandem darüber aus!
Denke nun darüber nach, was dich an der Kirche stört, traurig oder auch wütend macht und was du gerne verändern würdest.
Schreibe dies auf einen beiliegenden Zettel und hänge bzw. hämmere ihn an die Türe.

Material

  • alte Türe
  • bunte Zettel
  • Stifte
  • Hammer
  • Nägel

Station 5 B Reformation heute

9 + 5 Thesen „um die Wette hämmern“
Zu Luthers Zeit wurden wichtige Nachrichten nicht im Internet gepostet oder über soziale Netzwerke verbreitet, sondern zum Beispiel im Dorf ausgehängt – in seinem Fall hat er seine
95 Thesen an die Kirchentür gehämmert. Das ist anstrengender als per Mausklick etwas zu verschicken. Ihr dürft nun herausfinden, wer von euch der schnellste Nachrichtenverbreiter der damaligen Zeit bzw. Hammerprofi ist! Mama und/oder Papa nehmen 9 Nägel, die Kinder 5 Nägel. Los geht’s! Wer hat als erstes seine Nägel im Holz?

Abschluss

Zum Abschluss darf sich jeder ein Lutherbonbon nehmen. Es soll euch an Martin Luther, die Reformation und die Aktion hier erinnern. Hier könnt ihr noch einen kleinen lustigen Clip über Martin Luther anschauen (2 Minuten). https://www.youtube.com/watch?v=B7hTlzrtVRY
Für die Eltern gibt es einen tollen Kinofilm „Luther“. Schaut ihn euch doch in nächster Zeit mal an. Gerne könnt ihr die DVD oder über Amazon schauen.

Material

  • Luther-Bonbon
  • QR-Code zu Video
  • evtl. Luther DVD zum Ausleihen

  • Autor / Autorin: Sara Bardoll und das Team von Kunterbunt in Rutesheim
  • © EJW - evangelisches Jugendwerk in Württemberg