Festhalten, weil ER hält!

Einheit | Bibelarbeit
Einheit | Bibelarbeit

Festhalten, weil ER hält!

Materialart: Bibelarbeit
Zielgruppen: Jugendliche (15-19 Jahre), Junge Erwachsene (18+), Studenten
Einsatzgebiete: Freizeiten, Gruppenstunde
Verband: Deutscher EC-Verband
Redaktion: echt.
Zeitbedarf: 45-75 Min. (Vorbereitung: 10-20 Min.)
Bibelstelle: Hebräer 3,1-6 anzeigen
Bibelstelle
Hebräer 3,1-3,6

3

Christus höher als Mose

1Darum, ihr heiligen Brüder und Schwestern, die ihr teilhabt an der himmlischen Berufung, schaut auf den Apostel und Hohenpriester, den wir bekennen, Jesus, 2der da treu ist dem, der ihn gemacht hat, wie auch Mose in Gottes ganzem Hause. 3Er ist aber größerer Herrlichkeit wert als Mose, so wie der Erbauer des Hauses größere Ehre hat als das Haus. 4Denn jedes Haus wird von jemandem erbaut; der aber alles erbaut hat, das ist Gott. 5Mose zwar war treu in Gottes ganzem Hause als Diener, zum Zeugnis für das, was später gesagt werden sollte, 6Christus aber war treu als Sohn über Gottes Haus. Sein Haus sind wir, wenn wir den Freimut und den Ruhm der Hoffnung festhalten.

Die Bibel nach Martin Luthers Übersetzung, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart.

Benötigtes Material: Bilder von Glaubensvorbildern
Du bist nicht angemeldet. Bitte melde dich an um Inhalte zu speichern und herunterzuladen. Jetzt anmelden / registrieren

1. Erklärungen zum Text

Sowohl der Autor als auch die Empfänger des Hebräerbriefes sind unbekannt. Die Überschrift „An die Hebräer“ deutet darauf hin, dass die Adressaten Judenchristen waren.

Der Verfasser hat eine Gemeinde vor Augen, die im Glauben müde zu werden beginnt und in der Gefahr steht, Jesus und seiner rettenden Botschaft den Rücken zu kehren. Zweifel kommen auf: Was hat sich durch das Kommen Jesu, seinen Tod und seine Auferstehung eigentlich geändert? Woher nehmen Christen ihre Gewissheit? Das Ziel ist die neue, zukünftige Stadt im Blick zu haben – die Perspektive Ewigkeit (13,14).

Der Hebräerbrief arbeitet viel mit Vergleichen aus dem AT. In diesem Abschnitt dient Mose als Vergleichsperson für Jesus.

V.1: Mit zwei Begriffen wird hier der Inhalt des zuvor Geschriebenen zusammengefasst: Jesus ist der Apostel und der Hohepriester. Apostel wird Jesus an keiner anderen Stelle im NT genannt. Als Apostel ist er mehr als ein Prophet. Jesus ist Hoherpriester: Er darf als einziger einmal im Jahr, am Versöhnungstag, das Allerheiligste des Tempels betreten. Er ist Mittler zwischen Jahwe und dem Volk. Der Hohepriester bringt auch das tägliche Opfer dar, damit die Verbindung zwischen den Menschen und Gott ungestört ist. Das macht auch Jesus, allerdings mit einer ganz anderen Qualität: Er ist nicht einer von vielen, sondern der Sohn Gottes. Jesus wurde Mensch, um ein für alle Mal die Sünden des Volkes zu sühnen und den Weg zu Gott frei zu machen. Man kann zusammenfassen: Als Apostel vertritt Jesus Gottes Sache bei uns und als Hoherpriester unsere Sache bei Gott.

V.2: Der Verfasser erklärt den Hörern das Verhältnis zwischen Christus und Mose, also zwischen den Stiftern von Neuem und Altem Bund. In seiner Treue steht Jesus Mose in nichts nach, doch steht der Sohn grundsätzlich in einem anderen Verhältnis zu Gott. Jesus hat auf dieser Welt mit seiner Gemeinde sein Haus gebaut und wurde zum ewigen Hohenpriester berufen. Er ist Mose darin gleich, dass beide ihre Aufgabe treu erfüllt haben.

V.3: Jesus ist wie Mose und doch noch höher und wichtiger. Mose gilt im Judentum als herausragender Führer des Volkes Israel und höchste geistliche Autorität. Er ist aller Ehren wert. Aber Jesus ist nicht – wie die anderen Propheten – an Mose zu messen, sondern Mose ist an Jesus zu messen. Mose gehörte selbst zu diesem Haus (Volk Israel), während Jesus dessen Erbauer ist. Und weil nicht dem Haus, sondern seinem Baumeister die eigentliche Ehre zukommt, verdient auch Jesus viel größere Ehre und Herrlichkeit als Mose.

V.4: Das Bild vom Haus zeigt die verschiedenen Stellungen der Beteiligten. Das Haus steht für die Menschen, die Gott Mose bzw. Christus anvertraut hat: das Volk Israel bzw. die Christengemeinde. Gott selbst ist derjenige, der das Haus erbaut hat und letztlich dafür verantwortlich ist. Weil Jesus Gott gleich ist, ist er gleichgesetzt mit dem Erbauer des Hauses.

V.5: Mose war in diesem Haus nur Verwalter: Er war abhängig von den Anweisungen des Hausherrn. Dadurch, dass Gott mit ihm den Alten Bund schloss, war sein Dienst im Haus gleichzeitig auch ein Hinweis auf Christus, der den Neuen Bund begründen würde. Moses Reden und Handeln ist ein Hinweis auf das, was später gesagt werden sollte (vgl. 1.2).

V.6: Dem Knecht wird der Sohn entgegengestellt. Jesus hat das Haus als Sohn, d. h. als Hausherr betreten und steht damit in völliger Handlungsfreiheit. Dennoch hat auch er treu den ihm von Gott erteilten Auftrag erfüllt. Das Haus Gottes ist die christliche Gemeinde, aber nur, wenn sie ihrer Berufung treu bleibt und an dem freimütigen, zuversichtlichen und stolzen Bewusstsein festhält, dass die Hoffnung uns schenkt. Gegen alle Verunsicherung, Zweifel, Feigheit wird die Gemeinde ermutigt, am Bekenntnis zu Jesus festzuhalten.

2. Bedeutung für den heutigen Hörer

2.1 Schauen auf Jesus

Offensichtlich standen die Leser in der Gefahr, die Treue zu Jesus aufzukündigen. Deshalb werden sie ermahnt. Weil Jesu Treue überragend und unerschütterlich ist, sollen auch sie an der Treue ihm gegenüber festhalten. Die Treue Jesu zur Gemeinde – zu seinem Haus – soll die Gemeinde bewegen, ihn ihrerseits nicht loszulassen. Der Autor will uns Mut machen, uns Jesus ganz anzuvertrauen. Wie kann man die Treue zu Jesus durchhalten? Indem man auf Jesus schaut und sich an ihm orientiert (vgl. 12,2). Doch wie sieht das Schauen auf Jesus für mich praktisch aus? Wie verändert sich dadurch mein Blick auf mein tägliches Leben mit meinen Freuden, Sorgen und Nöten?

2.2 Bekenntnis

Bekenntnis meint kein Lippenbekenntnis, kein Abspulen von christlichen Wahrheiten. Bekenntnis ist vielmehr die Hand auf dem Herzen, die Zusicherung: Hier bin ich verankert, verwurzelt, verwoben. Dies ist mein Fundament, ohne das ich ins Bodenlose sinken würde. Wen oder was bekenne ich? Wie schaut mein Bekenntnis zu Jesus aus? Was hilft mir, fröhlich und authentisch zu meinen Überzeugungen und meinem Glauben an Jesus zu stehen?

2.3 Glaubensvorbilder, -helden und -heilige

Mose stand für die Leser des Hebräerbriefes hoch im Kurs. Einer, der Gott treu blieb und der in Gottes Gemeinde eine Sonderstellung hatte. Aber dennoch steht er, im Vergleich zu Jesus, nur in der zweiten Reihe. Mose ist Knecht im Sinne eines Hausverwalters, der für alle die, die ihm Haus wohnen, zuständig ist. Ein hohes Amt. Jesus Christus aber ist der Sohn. Er vertritt Gott, den Hausherrn. Darum sollen wir uns an Jesus halten. Viele von uns kennen auch Glaubenshelden, die in ihrem Leben eine Sonderstellung einnehmen. Welche sind das bei mir? Binde ich meinen Glauben an meine Glaubensvorbilder oder an Jesus? Welche Glaubensprägungen verstellen mir den Blick auf Jesus und seine einmalige Rettungstat?

3. Methodik für die Gruppe

3.1 Einstieg zum Thema Glaubensvorbilder

Mehrere Bilder von „Glaubenshelden“ (Augustin, Martin Luther, Mutter Theresa, Billy Graham …) sowie Begriffe wie Jugendkreisleiter, Großeltern, Eltern… ausdrucken und auslegen. Zusätzlich können Blankoblätter als Platzhalter für individuelle Glaubensvorbilder mitgebracht werden. Jede Person nimmt sich ein „Bild“, das (am ehesten) für ihr Glaubensvorbild steht. Anschl. folgt eine kurze Austauschrunde:

– Glaubensvorbilder müssen für mich …

– Mit dem ausgewählten Glaubensvorbild verbinde ich persönlich … / ihm verdanke ich …

– Dieses Glaubensvorbild schreckt mich ab …

3.2 Begegnung mit dem Text

In unserem Bibeltext geht es um das Glaubensvorbild für das Volk Israel schlechthin: Mose.

3.2.1 Bibeltext lesen

Lest den Bibeltext zunächst langsam und deutlich vor – wenn möglich in zwei verschiedenen Übersetzungen. Der Text soll von den anderen mitgehört, nicht mitgelesen werden!

3.2.2 Persönliche Betrachtung

Nun beginnt in der Stille die persönliche Beschäftigung mit dem Text. Jede Person versucht für sich (schriftlich) auf folgende fünf Fragen zu antworten:

  • Was ist die zentrale Aussage des Textes?
  • Was verstehe ich nicht?
  • Welche Zusammenhänge lassen sich erkennen?
  • Wo kann ich zustimmen? – Womit bin ich nicht einverstanden?
  • Was kann ich/können wir konkret tun?

Alternativ: Wenn die Teilnehmer die Fragen nicht einzeln bearbeiten möchten, können sie die Fragen zu zweit oder zu dritt bedenken.

3.2.3 Gemeinsamer Austausch

Alle stellen ihre Antworten vor – jeweils zu derselben Frage. Die unterschiedlichen Ergebnisse werden zunächst nur wahrgenommen.

3.3 Vertiefung

Nun werden einzelne Aspekte und Aussagen vertieft und diskutiert.

Folgende Fragen können zur Vertiefung nützlich sein:

  • Woraus nehme ich meine Gewissheit?
  • Worauf kann ich verweisen, wenn ich nach dem Grund meiner Hoffnung gefragt werde?
  • Schauen auf Jesus – Wie kann das bei mir konkret werden?
  • Was verändert sich in meinem Leben, wenn ich Jesus im Blick habe?
  • Wie verhalten sich meine Glaubenshelden zu der Position Jesu in meinem Leben?
  • In welchen Lebensbereichen sollte ich mich von alten Glaubens(vor)bildern lösen und mich ganz an Jesus binden?

Hier können weitere Fragen von 2. aufgegriffen und bedacht werden.

Hinweis: Bei einer Gruppengröße von mehr als 8 Personen sollten zum Austausch Kleingruppen gebildet werden.

3.4 Abschluss

Um das Gehörte und Gedachte für den Alltag zu konkretisieren, soll eine Möglichkeit des stillen, persönlichen Gebets geschaffen werden sowie das Angebot, mit und für jemanden zu beten.

  • Autor / Autorin: Bernd Pfalzer
  • © Deutscher EC-Verband
Click to access the login or register cheese
Wähle dein Team!

Wähle das Team, für das du jetzt Materialien suchst, oder auf dessen Materialien du zugreifen möchtest.

Du kannst jederzeit oben rechts über das Team-Menü ein anderes Team auswählen.