Frau sein und Mann sein diesseits von EdenFrau sein und Mann sein diesseits von Eden

Einheit: Frau sein und Mann sein diesseits von Eden

Verband: Deutscher EC-Verband
Zeitbedarf: 60-90 Min. (Vorbereitung: 15-25 Min.)
Materialart: Bibelarbeit
Zielgruppen: Jugendliche (15-19 Jahre), Junge Erwachsene (18+), Studenten
Einsatzgebiete: Freizeiten, Gruppenstunde
Redaktion: echt.
Benötigte Materialien: Flipchart (o.Ä.), Bibel(n), Lesezeichen (darauf werden vorab die zu lesenden Bibelstellen notiert)
Bibelstelle: 1. Mose 3,14-24
1. Mose 3,14-3,24

14Da sprach Gott der Herr zu der Schlange: Weil du das getan hast, seist du verflucht vor allem Vieh und allen Tieren auf dem Felde. Auf deinem Bauche sollst du kriechen und Staub fressen dein Leben lang. 15Und ich will Feindschaft setzen zwischen dir und der Frau und zwischen deinem Samen und ihrem Samen; er wird dir den Kopf zertreten, und du wirst ihn in die Ferse stechen.

16Und zur Frau sprach er: Ich will dir viel MĂŒhsal schaffen, wenn du schwanger wirst; unter MĂŒhen sollst du Kinder gebĂ€ren. Und dein Verlangen soll nach deinem Mann sein, aber er soll dein Herr sein.

17Und zum Mann sprach er: Weil du gehorcht hast der Stimme deiner Frau und gegessen von dem Baum, von dem ich dir gebot und sprach: Du sollst nicht davon essen –, verflucht sei der Acker um deinetwillen! Mit MĂŒhsal sollst du dich von ihm nĂ€hren dein Leben lang. 18Dornen und Disteln soll er dir tragen, und du sollst das Kraut auf dem Felde essen. 19Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen, bis du wieder zu Erde wirst, davon du genommen bist. Denn Staub bist du und zum Staub kehrst du zurĂŒck.

20Und Adam nannte seine Frau Eva; denn sie wurde die Mutter aller, die da leben. 21Und Gott der Herr machte Adam und seiner Frau Röcke von Fellen und zog sie ihnen an. 22Und Gott der Herr sprach: Siehe, der Mensch ist geworden wie unsereiner und weiß, was gut und böse ist. Nun aber, dass er nur nicht ausstrecke seine Hand und nehme auch von dem Baum des Lebens und esse und lebe ewiglich! 23Da wies ihn Gott der Herr aus dem Garten Eden, dass er die Erde bebaute, von der er genommen war. 24Und er trieb den Menschen hinaus und ließ lagern vor dem Garten Eden die Cherubim mit dem flammenden, blitzenden Schwert, zu bewachen den Weg zu dem Baum des Lebens.

Die Bibel nach Martin Luthers Übersetzung, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart.

Pfrin. Dorothee Gabler untersucht den SĂŒndenfall auf den Unterschied zwischen Mann und Frau und entwirft auf dieser Grundlage eine Bibelarbeit. Kernaussage: Gott hilft uns zu einem partnerschaftlichen Miteinander zwischen den Geschlechtern.


Vorschau:

1.ErklÀrungen zum Text

Die Geschichte von der Vertreibung aus dem Garten Eden erzĂ€hlt nicht nur von Adam und Eva. Sie begrĂŒndet, warum die Menschen nicht mehr in paradiesischen VerhĂ€ltnissen leben, obwohl Gott die Welt sehr gut geschaffen hat. Der Garten Eden (1.Mose 2,8) wird in der griech. Übersetzung des AT als paradeisos bezeichnet, was so viel heißt wie ein umzĂ€unter Lustgarten.

(…)

2. Bedeutung fĂŒr heute

Manche behaupten, es sei Gottes Schöpfungsordnung, dass der Mann ĂŒber die Frau herrschen soll. Im Zeitalter der Gleichberechtigung und gar der Genderdebatte sehen andere darin die AbhĂ€ngigkeit von einem prĂ€modernen Weltbild und sprechen darum dem AT seine orientierende Bedeutung fĂŒr die Beziehung der Geschlechter ab. Zugleich versucht man das biologische Geschlecht (engl. sex) zu relativieren und durch die Fokussierung auf eine soziale Geschlechterrolle (engl. gender) zu ersetzen. Beim genauen Lesen der Schöpfungsgeschichte zeigt sich aber, dass die Geschlechterrollen in der Schöpfungsgeschichte nicht ein bestimmtes Weltbild widerspiegeln, sondern sich fast schon revolutionĂ€r davon unterscheiden.

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  • Autor / Autorin: Pfrin. Dorothee Gabler
  • © Deutscher EC-Verband