Ganz nah dran am Herzen GottesGanz nah dran am Herzen Gottes

Einheit: Ganz nah dran am Herzen Gottes

Verband: Deutscher EC-Verband
Zeitbedarf: 45-90 Min. (Vorbereitung: 15-45 Min.)
Materialart: Bibelarbeit
Zielgruppen: Jugendliche, Jugendliche (15-19 Jahre), Junge Erwachsene, Junge Erwachsene (18+), Studenten
Einsatzgebiete: (Jugend-)Gottesdienst, Gruppenstunde, Predigtvorbereitung
Redaktion: echt.
Bibelstelle: 1. Mose 6,5-8,22
1. Mose 6,5-8,22

Ankündigung der Sintflut

5Als aber der Herr sah, dass der Menschen Bosheit groß war auf Erden und alles Dichten und Trachten ihres Herzens nur böse war immerdar, 6da reute es den Herrn, dass er die Menschen gemacht hatte auf Erden, und es bekümmerte ihn in seinem Herzen, 7und er sprach: Ich will die Menschen, die ich geschaffen habe, vertilgen von der Erde, vom Menschen an bis hin zum Vieh und bis zum Gewürm und bis zu den Vögeln unter dem Himmel; denn es reut mich, dass ich sie gemacht habe. 8Aber Noah fand Gnade vor dem Herrn.

9Dies ist die Geschichte von Noahs Geschlecht. Noah war ein frommer Mann und ohne Tadel zu seinen Zeiten; er wandelte mit Gott. 10Und Noah zeugte drei Söhne: Sem, Ham und Jafet. 11Aber die Erde war verderbt vor Gott und voller Frevel. 12Da sah Gott auf die Erde, und siehe, sie war verderbt; denn alles Fleisch hatte seinen Weg verderbt auf Erden.

13Da sprach Gott zu Noah: Das Ende allen Fleisches ist bei mir beschlossen, denn die Erde ist voller Frevel von ihnen; und siehe, ich will sie verderben mit der Erde. 14Mache dir einen Kasten von Tannenholz und mache Kammern darin und verpiche ihn mit Pech innen und außen. 15Und mache ihn so: Dreihundert Ellen sei die Länge, fünfzig Ellen die Breite und dreißig Ellen die Höhe. 16Ein Fenster sollst du für den Kasten machen obenan, eine Elle groß. Die Tür sollst du mitten in seine Seite setzen. Und er soll drei Stockwerke haben, eines unten, das zweite in der Mitte, das dritte oben.

17Denn siehe, ich will eine Sintflut kommen lassen auf Erden, zu verderben alles Fleisch, darin Odem des Lebens ist, unter dem Himmel. Alles, was auf Erden ist, soll untergehen. 18Aber mit dir will ich meinen Bund aufrichten, und du sollst in die Arche gehen mit deinen Söhnen, mit deiner Frau und mit den Frauen deiner Söhne. 19Und du sollst in die Arche bringen von allen Tieren, von allem Fleisch, je ein Paar, Männchen und Weibchen, dass sie leben bleiben mit dir. 20Von den Vögeln nach ihrer Art, von dem Vieh nach seiner Art und von allem Gewürm auf Erden nach seiner Art: Von den allen soll je ein Paar zu dir hineingehen, dass sie leben bleiben. 21Und du sollst dir von jeder Speise nehmen, die gegessen wird, und sollst sie bei dir sammeln, dass sie dir und ihnen zur Nahrung diene. 22Und Noah tat alles, was ihm Gott gebot.

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Die Sintflut

1Und der Herr sprach zu Noah: Geh in die Arche, du und dein ganzes Haus; denn dich habe ich für gerecht befunden vor mir zu dieser Zeit. 2Von allen reinen Tieren nimm zu dir je sieben, das Männchen und sein Weibchen, von den unreinen Tieren aber je ein Paar, das Männchen und sein Weibchen. 3Desgleichen von den Vögeln unter dem Himmel je sieben, Männchen und Weibchen, um Nachkommen am Leben zu erhalten auf der ganzen Erde. 4Denn von heute an in sieben Tagen will ich regnen lassen auf Erden vierzig Tage und vierzig Nächte und vertilgen von dem Erdboden alles Lebendige, das ich gemacht habe.

5Und Noah tat alles, was ihm der Herr gebot. 6Er war aber sechshundert Jahre alt, als die Sintflut auf Erden kam. 7Und er ging in die Arche mit seinen Söhnen, seiner Frau und den Frauen seiner Söhne vor den Wassern der Sintflut. 8Von den reinen Tieren und von den unreinen, von den Vögeln und von allem Gewürm auf Erden 9gingen sie zu ihm in die Arche paarweise, je ein Männchen und Weibchen, wie ihm Gott geboten hatte.

10Und als die sieben Tage vergangen waren, kamen die Wasser der Sintflut auf Erden. 11In dem sechshundertsten Lebensjahr Noahs am siebzehnten Tag des zweiten Monats, an diesem Tag brachen alle Brunnen der großen Tiefe auf und taten sich die Fenster des Himmels auf, 12und ein Regen kam auf Erden vierzig Tage und vierzig Nächte. 13An eben diesem Tage ging Noah in die Arche mit Sem, Ham und Jafet, seinen Söhnen, und mit seiner Frau und den drei Frauen seiner Söhne; 14dazu alles wilde Getier nach seiner Art, alles Vieh nach seiner Art, alles Gewürm, das auf Erden kriecht, nach seiner Art und alle Vögel nach ihrer Art, alles, was fliegen konnte, alles, was Fittiche hatte; 15das ging alles zu Noah in die Arche paarweise, von allem Fleisch, darin Odem des Lebens war. 16Und das waren Männchen und Weibchen von allem Fleisch, und sie gingen hinein, wie denn Gott ihm geboten hatte. Und der Herr schloss hinter ihm zu.

17Und die Sintflut war vierzig Tage auf Erden, und die Wasser wuchsen und hoben die Arche auf und trugen sie empor über die Erde. 18Und die Wasser nahmen überhand und wuchsen sehr auf Erden, und die Arche fuhr auf den Wassern. 19Und die Wasser nahmen überhand und wuchsen so sehr auf Erden, dass alle hohen Berge unter dem ganzen Himmel bedeckt wurden. 20Fünfzehn Ellen hoch gingen die Wasser über die Berge, sodass sie ganz bedeckt wurden.

21Da ging alles Fleisch unter, das sich auf Erden regte, an Vögeln, an Vieh, an wildem Getier und an allem, was da wimmelte auf Erden, und alle Menschen. 22Alles, was Odem des Lebens hatte auf dem Trockenen, das starb. 23So vertilgte er alles, was auf dem Erdboden war, vom Menschen an bis hin zum Vieh und zum Gewürm und zu den Vögeln unter dem Himmel. Sie wurden von der Erde vertilgt. Allein Noah blieb übrig und was mit ihm in der Arche war. 24Und die Wasser wuchsen gewaltig auf Erden hundertfünfzig Tage.

8

Ende der Sintflut. Noahs Opfer. Verheißung des Herrn

1Da gedachte Gott an Noah und an alles wilde Getier und an alles Vieh, das mit ihm in der Arche war; und Gott ließ Wind auf Erden kommen, und die Wasser fielen. 2Und die Brunnen der Tiefe wurden verstopft samt den Fenstern des Himmels, und dem Regen vom Himmel wurde gewehrt. 3Da verliefen sich die Wasser von der Erde und nahmen immer mehr ab nach hundertfünfzig Tagen. 4Am siebzehnten Tag des siebenten Monats setzte die Arche auf dem Gebirge Ararat auf. 5Es nahmen aber die Wasser immer mehr ab bis auf den zehnten Monat. Am ersten Tage des zehnten Monats sahen die Spitzen der Berge hervor.

6Nach vierzig Tagen tat Noah an der Arche das Fenster auf, das er gemacht hatte, 7und ließ einen Raben ausfliegen; der flog immer hin und her, bis die Wasser vertrockneten auf Erden. 8Danach ließ er eine Taube ausfliegen, um zu erfahren, ob die Wasser sich verlaufen hätten auf Erden. 9Da aber die Taube nichts fand, wo ihr Fuß ruhen konnte, kam sie wieder zu ihm in die Arche; denn noch war Wasser auf dem ganzen Erdboden. Da tat er die Hand heraus und nahm sie zu sich in die Arche. 10Da harrte er noch weitere sieben Tage und ließ abermals die Taube fliegen aus der Arche. 11Sie kam zu ihm um die Abendzeit, und siehe, sie hatte ein frisches Ölblatt in ihrem Schnabel. Da merkte Noah, dass die Wasser sich verlaufen hatten auf Erden. 12Aber er harrte noch weitere sieben Tage und ließ die Taube ausfliegen; sie kam nicht wieder zu ihm.

13Im sechshundertundersten Jahr Noahs am ersten Tage des ersten Monats waren die Wasser vertrocknet auf Erden. Da tat Noah das Dach von der Arche und sah, dass der Erdboden trocken war. 14Und am siebenundzwanzigsten Tage des zweiten Monats war die Erde ganz trocken. 15Da redete Gott mit Noah und sprach: 16Geh aus der Arche, du und deine Frau, deine Söhne und die Frauen deiner Söhne mit dir. 17Alles Getier, das bei dir ist, von allem Fleisch, an Vögeln, an Vieh und allem Gewürm, das auf Erden kriecht, das lass mit dir herausgehen, dass sie sich regen auf Erden und fruchtbar seien und sich mehren auf Erden. 18So ging Noah heraus mit seinen Söhnen und mit seiner Frau und den Frauen seiner Söhne, 19dazu alles wilde Getier, alles Vieh, alle Vögel und alles Gewürm, das auf Erden kriecht; das ging aus der Arche, ein jedes mit seinesgleichen.

20Noah aber baute dem Herrn einen Altar und nahm von allem reinen Vieh und von allen reinen Vögeln und opferte Brandopfer auf dem Altar. 21Und der Herr roch den lieblichen Geruch und sprach in seinem Herzen: Ich will hinfort nicht mehr die Erde verfluchen um der Menschen willen; denn das Dichten und Trachten des menschlichen Herzens ist böse von Jugend auf. Und ich will hinfort nicht mehr schlagen alles, was da lebt, wie ich getan habe. 22Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht.

Die Bibel nach Martin Luthers Übersetzung, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart.

Bibelarbeit zu Noah und zur Sintflut. Dabei geht es um Themen wie die Gndae Gottes, Vertrauen, Gehorsam und Dank. Im Methodenteil gibt es ein Angebot für die Arbeit in Kleingruppen.


Vorschau:

1. Erklärungen zum Text (in Auszügen)

Verse 6,5-8:

„da reute es den HERRN … und es bekümmerte ihn in seinem Herzen“:

Wow, welch starkes Bild! Und so zutiefst menschlich … Wo immer vom Herzen Gottes die Rede ist, betrifft es die Beziehung zwischen Gott und Mensch.

Aus dem Prädikat „sehr gut“ des Menschen ist ein „böse“ (verderbt durch und durch) geworden. Gott ist der Lebendige. Er empfindet tiefen Schmerz. Er bereut.

Verse 6,9-22:

Der Plan Gottes steht fest: Vernichtung aller Menschen! Außer Noah, der soll ab in „den Kasten“ (hebr. Tebah – Kästchen – vgl. auch 2. Mose 2,3.5). Gott selbst erstellt den Bauplan. Bei Zugrundelegung der ägyptischen Elle als Maßeinheit bedeutet das folgende Maße für den fertigen „Kasten“:

  • Breite: 22 m
  • Länge: 150 m
  • Höhe: 12 m

Kapitel 7: Bericht der Sintflut

Der Bericht über die Sintflut gleicht der Struktur eines Kreises. Zu Beginn steht der Entschluss Gottes, die Menschen zu vernichten. Und am Ende steht das Vorhaben Gottes, die Menschen nie wieder zu vernichten. Zu Beginn und am Ende der Sintflut sind wir daher ganz nah dran am Herzen Gottes!

Historisch gesehen ist eine Fluterzählung zu dieser Zeit weit verbreitet und gehört zu den „fundamentalen Kulturgütern der Menschheit“. Inzwischen gibt es etwa 250 verschiedene, über die ganze Welt verstreute Berichte über eine Menschheitskatastrophe durch das Hereinbrechen einer Flut.

Kapitel 8: Die Rettung

„Da gedachte Gott an Noah.“ Damit ist keine bloße Erinnerung gemeint an etwas, was in Vergessenheit geraten ist, sondern dieses Gedenken stellt die Einleitung der Rettung dar. Diese Rettungsaktion Gottes kennzeichnen 7 verschiedene Zeichen:

  1. Wind setzt ein. (8,1)
  2. Die Wassermassen ziehen sich zurück. (8,2-3)
  3. Die Arche setzt auf. (8,4)

2. Bedeutung für heute

Gott ist gnädig und zeigt Herz!

Was für ein Gott!! So hatte er sich das mit den Menschen nicht vorgestellt: Der Menschen Bosheit war groß und das Dichten und Trachten des menschlichen Herzens nur böse (vgl. 6,5). Doch Gottes Herz ist hin- und hergerissen, zwischen Verderben und Erretten, zwischen Schmerz und Liebe.

Noah gehorcht!

Noah wird an keiner Stelle im Bibeltext gefragt, ob er das mit der Arche überhaupt machen will, ob er sich das zutraut, ob er überhaupt tierlieb ist und was er überhaupt hält von der Idee Gottes. Noah macht einfach das, was Gott ihm aufträgt. Er fügt sich ein in den Plan Gottes. Er äußert keine Bedenken.

Noah wartet!

Ein Jahr lang in einem schwimmenden Zoo, auf beengtem Raum, in Quarantäne sozusagen – das war bestimmt eine totale Herausforderung, die auch den Noah und seine Familie sicher immer wieder an die Grenzen und darüber hinaus gebracht hat. Klar, gemütlich geht anders!

Noah dankt!

Als Noah den schwimmenden Kasten endlich verlassen darf, gibt es eine klare Prioritätenliste für ihn, was jetzt genau zu tun ist. Kein Spaziergang an der Küste, auch kein spontaner Häuserbau stehen für ihn an erster Stelle – sondern ein Gottesdienst! Er baut einen Altar und dankt Gott. Noah vergisst nach der Rettung den Retter nicht!

 

3. Methodik für die Gruppe

Vorbereitung des Raumes

Schaut mal, ob ihr (zumindest zu Beginn der Gruppenstunde) den Raum so einrichten und gestalten könnt, dass es sich ähnlich anfühlt wie in der Arche. Folgende Ideen könnten bei der Raumgestaltung helfen:

Begrüßung

Hör dir die Beschwerden deiner Teilnehmenden an. Begrüße sie gebührend und erkläre, dass die Raumverhältnisse etwas mit dem heutigen Bibeltext zu tun haben. – Vielleicht kommt ja jemand schon jetzt drauf? (Sollten der Gestank und die beengten Verhältnisse zu schlimm werden, dann könnt ihr natürlich auch den Raum wechseln zwischendurch ;-)).

 

Deine Meinung!

Wie denkst du über die Menschen? Welche Sichtweise prägt dich? Welche Sätze kannst du befürworten?

Im Raum verstreut liegen Zettel mit jeweils einer Aussage über den Menschen / die Menschen. Wenn ihr einer Aussage zustimmt, dann könnt ihr das deutlich machen, indem ihr einen Strich macht oder einen Punkt klebt auf den entsprechenden Zettel.

Überleitung zum Bibeltext

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Bibeltext gemeinsam lesen

  1. Mose 6,9 – 8,22 (evtl. in Auszügen)

 

Kleingruppenarbeit

Die Gruppe wird in 4 Kleingruppen eingeteilt, die sich jeweils einem Aspekt des Textes widmen (siehe die 4 Überschriften aus 2. Bedeutung für heute). In der Kleingruppe wird der jeweilige Abschnitt noch einmal gemeinsam gelesen. Danach werden die unten genannten Fragen beantwortet.

Zum Schluss treffen sich die Kleingruppen wieder und stellen sich ihre Ergebnisse (jeweils letzte Frage) gegenseitig vor.

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  • Autor / Autorin: Steffi Pfalzer
  • © Deutscher EC-Verband

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